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«Tu es! Du musst nicht gleich eine Therapie anfangen.» Das rät Lorenz Affolter Studierenden, die sich Sorgen um ihre psychische Gesundheit machen. Affolter forscht zu angewandter Psychologie und leitet als externe Fachperson BFH-Projekte zur psychischen Gesundheit im Studium. Anlässlich des World Mental Health Day vom 10. Oktober ist er Gast im Wissenschaftspodcast «Let's Talk Business» der BFH-Wirtschaft.
Wie stark das Thema Studierende beschäftigt, hat Affolter selbst überrascht. Bei einer Umfrage der BFH zum psychischen Wohlbefinden gingen innerhalb weniger Stunden mehrere Hundert Antworten ein. Am Ende waren es rund 2300. Etwa ein Viertel der Befragten hatte schon einmal das Gefühl, Hilfe zu brauchen. Sie waren sich aber nicht sicher, ob das wirklich nötig ist, und haben sich deshalb keine geholt. Laut Affolter ist der erste Schritt oft kleiner als viele denken. Eine erste Anlaufstelle für Studierende der BFH ist beispielsweise die die Campus-App. Dort sind unter «Gesund durchs Studium» viele wertvolle Inhalte zusammengetragen. Weitere Möglichkeiten bieten die «Nightline» – eine Hotline von Studierenden für Studierende –, die Stiftung Berner Gesundheit oder ein Termin beim Hausarzt.
Im Podcast hat Affolter auch Tipps, wie man gar nicht erst aus dem Gleichgewicht gerät. Einen davon bezeichnet er fast schon als Cheat-Code: Schon fünf bis zehn Minuten in der Natur, etwa im Wald, das Stresshormon Cortisol deutlich senken.
Weiterführende Informationen:
Campus-App
Nighline Telefon (von Student*innen, für Student*innen)
Beratungsstelle Berner Hochschulen
Telefon Berner Gesundheit
Sprechstunde Berner Gesundheit
Super-Recognizer verfügen über eine seltene Begabung: Sie erkennen Gesichter auch nach Jahren wieder. Selbst auf unscharfen Bildern, selbst mit Sonnenhut und -brille. Weshalb können sie das? Unsere Expertin Meike Ramon im Gespräch.
Ein Foto. Keine Datenbank, kein Algorithmus. Nur ein Mensch, der schaut – und sich erinnert. Sogenannte Super-Recognizer können eine Person anhand eines einzigen Bildes wiedererkennen. Selbst nur aufgrund eines Bildes aus der Kindheit, selbst wenn sie die Person nur im Profil sehen. Damit moderne Gesichtserkennung das auch schafft, braucht sie grosse Trainingsdatensätze mit Tausenden von Aufnahmen.
Meike Ramon, kognitive Neurowissenschaftlerin an der Berner Fachhochschule, erforscht seit fast zwei Jahrzehnten, was im Gehirn passiert, wenn wir Gesichter wahrnehmen und wiedererkennen. Super-Recognizer stehen dabei im Zentrum ihrer Arbeit. Im Podcast «Let's Talk Business» spricht Meike darüber, wie Super-Recognizer heute in polizeilichen Ermittlungen eingesetzt werden und wie gut sie im Vergleich zu Gesichtserkennungssoftware abschneiden.
Sind die süchtig machenden Designs von TikTok und Co. oder die fehlende Selbstdisziplin der Jugendlichen das Problem? Ein Gespräch mit Nikolaus Obwegeser über Verantwortung im Umgang mit digitalen Technologien.
Es ist grosse Pause: Drei Jugendliche sitzen auf einer Mauer. Alle schauen ins Handy, keiner spricht mit dem anderen. Das Bild ist in vielen Schulen Realität. Und es wirft eine Frage auf, die Eltern, Lehrkräfte und Politikerinnen gleichermassen beschäftigt: Was tun?
Eine der möglichen Antworten lautet verbieten. Kein Handy auf dem Schulhof, keine Social-Media-Apps für unter 16-Jährige. Einige Länder haben solche Regulierungen bereits umgesetzt. Und auch in der Schweiz werden die Stimmen, die Social Media für Jugendliche regulieren wollen, immer lauter.
Aber sind Verbote das richtige Mittel? Oder müssten die Jugendlichen «einfach» den Umgang mit digitalen Technologien wie Social Media und generativer KI besser lernen? Und welche Verantwortung tragen Plattformen wie TikTok und Instagram die ihre Apps explizit so designen, dass sie die Aufmerksamkeit der Nutzenden so lange wie möglich halten?
Antworten liefert Nikolaus Obwegeser, Leiter des Instituts Digital Technology Management an der BFH Wirtschaft.
Weiterführende Informationen:
THRIVE:
The DIRECT Project
Gastkommentar im Bund: Wer Jugendliche schützen will, muss endlich die digitalen Plattformen einschränken
Digital services act der EU
«America First», Zölle für Verbündete und schwindendes Vertrauen in die NATO. Was das für eine kleine, offene Wirtschaft wie die Schweiz bedeutet, erklärt Omar Serrano im Podcast «Let's Talk Business».
«We are in the midst of a rupture, not a transition». Diese Worte stammen von Kanadas Premierminister Marc Carney anlässlich seiner Rede am WEF 2026 in Davos. Omar Serrano, Leiter des International Office der BFH-Wirtschaft, teilt diese Einschätzung: «Der aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Wandel ist kein sanfter Übergang, sondern ein Bruch.» Zwei Ereignisse tragen massgeblich dazu bei: Der «Zollhammer» von Donald Trump sowie begründete Zweifel daran, ob die USA ihren NATO-Partnern im Ernstfall wirklich beistehen würden.
Das bisherige unipolare System – mit den USA als dominierender Macht – gerät ins Wanken. An seine Stelle tritt eine multipolare Weltordnung mit neuen Machtzentren, neuen Abhängigkeiten und neuen Allianzen. Für die Schweiz als kleine, exportorientierte Volkswirtschaft stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie behauptet sie sich in einer Welt, die zunehmend von geopolitischen Interessen geprägt ist? Welche Rolle dabei Länder wie Indien spielen – und warum Serrano trotz aller Unsicherheiten auch Chancen für die Schweiz sieht – erklärt er im Podcast.
Weiterführende Informationen:
Für die einen ist er visionärer Innovator, für die anderen Reizfigur: Elon Musk polarisiert wie kaum ein anderer Unternehmer. BFH-Professorin Dorothee Winkler hat Musks Tweets jahrelang analysiert. Was sie dabei herausgefunden hat, verrät sie im Podcast «Let’s talk business» der BFH-Wirtschaft.
2013 war Elon Musk der Liebling der Linken. Der Elektroauto-Pionier galt als Vorzeige-Unternehmer der Obama-Ära, beliebt bei jenen, die sich für Klimaschutz und saubere Technologien einsetzten. Gleichzeitig kritisierten ihn die konservativen US-Medien aufgrund seiner Ideologie. Sie warfen ihm vor, er stelle auf dem Rücken der Steuerzahler Produkte für die Reichen her. Heute ist es umgekehrt, Musk hat eine ideologische 180-Grad-Kehrtwende vollzogen.
Dorothee Winkler hat diesen Wandel wissenschaftlich dokumentiert. Winkler ist Professorin für Global Management an der BFH-Wirtschaft und hat jahrelang jeden Tweet von Elon Musk analysiert. Parallel dazu hat sie verfolgt, wie rechte und linke US-Medien über ihn berichten: «Mit unserer Studie wollten wir untersuchen, wie Unternehmer*innen kommunikativ auf Donald Trump und seine Politik reagieren», erklärt Winkler.
Wie Elon Musk es zeitweise geschafft hat, von beiden politischen Lagern gleichzeitig positiv wahrgenommen zu werden – und warum CEO-Aktivismus auch problematisch sein kann, erklärt Winkler in der aktuellen Folge von «Let’s talk business».
Hier geht's zur veröffentlichten Studie:
Die Modeindustrie ist klimaschädlich und lockt mit neuen Kollektionen pro Saison. Eine nachhaltige Alternative zum herkömmlichen Kleiderkauf, bietet das Berner Start-up TEIL. Warum leihen statt kaufen auch glücklich macht, darüber sprechen Gründerin Debora Alder-Gasser und unsere Marketingexpertin Prof. Anna Knutti.
Unternehmen wie Zara und H & M tragen mit bis zu 24 Kollektionen pro Jahr massgeblich zu vielen Umweltproblemen bei. Weniger Kleidung zu konsumieren, würde dies wesentlich verringern. Genau da setzt die Geschäftsidee des Berner Start-ups an: Hier können Kund*innen Mode wie in einer Bibliothek ausleihen – für eine Saison statt für den Schrank. Dieses Konzept fördert nicht nur die Kreislaufwirtschaft, sondern hilft auch dabei, den überquellenden Kleiderschränken und der Fast-Fashion-Kultur etwas entgegenzusetzen.
Unterstützt wird TEIL durch ein Innosuisse-gefördertes Forschungsprojekt der Berner Fachhochschule (BFH). Damit das junge Start-up nachhaltig wachsen kann, müssen Debora Alder-Gasser, Mitbegründerin von TEIL und ihr Team noch etwas am Geschäftsmodell feilen. In der neuen Episode spricht sie mit Projektleiterin Anna Knutti von unserem Institut Marketing und Global Management über die Finessen des Verleihmodells und seine Herausforderungen.
Dieser Podcast wird produziert mit freundlicher Unterstützung von: Audioflair Bern und Podcastschmiede Winterthur.
**Wenn wir bewusster online konsumieren, können wir unseren ökologischen Fussabdruck verringern. Doch es gibt auch noch den CO2-Handabdruck. Was dieser bedeutet und was Wasserkochen mit Netflix zu tun hat, erläutert unser Experte Jan Bieser in dieser Episode.
Aber er fokussiert nicht allein auf Verhaltensänderungen bei den Nutzenden, sondern schlägt zudem vor, dass Unternehmen alternative Geschäftsmodelle entwickeln könnten, bei denen Digitalisierung und Umweltschutz Hand in Hand gehen. Online-Plattformen machen heute viel Geld durch das Schalten von Werbung, was den Konsum und die Umweltbelastung unnötig erhöht. Eine Idee wäre durch werbefreie Abos diesen Mechanismus auszuhebeln und den Fokus wieder mehr auf die eigentlichen Inhalte und das eigene Netzwerk zu legen.
Dies möchte er auch in einem geplanten Forschungsprojekt beleuchten, über das er berichtet. Statt den Nutzenden immer mehr Zeit und Daten abzuverlangen, geht es darum, Modelle zu entwickeln, die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit vereinen.
Dieser Podcast wird produziert mit freundlicher Unterstützung von: Audioflair Bern und Podcastschmiede Winterthur
**Nachhaltige Innovationen liegen im Trend und erobern viele Branchen. Doch es schaffen nur wenige in den Mainstream. Woran das liegt und welche Rolle Finanzierung und Kreislaufwirtschaft spielen, erläutert BFH-Nachhaltigkeitsexpertin Prof. Dr. Nicola Blum im Podcast. **
Vegane Burger und Carsharing-Dienste wie Mobility haben als Start-up-Ideen begonnen und sich mittlerweile im Markt etabliert. Viele andere nachhaltige Innovationen sind jedoch in der Schublade verschwunden oder fanden nur durch die Unterstützung grosser Unternehmen den Weg in den Mainstream. Dabei kommt es nicht nur auf den richtigen Zeitpunkt und die Finanzierung an, sondern auch auf einen zirkulären Ansatz, sagt Nicola Blum. Bei diesem werden Produkte und Materialien in einem geschlossenen Kreislauf gehalten bzw. wiederverwendet. Erfolgreich wird dies schon bei Fairphone umgesetzt und auch in der Textilindustrie gibt es Pionierunternehmen.
Andere Branchen hingegen tun sich schwerer mit der Kreislaufwirtschaft, so zum Beispiel das Baugewerbe. Nicola Blum untersucht im Innosuisse-Flagship-Projekt «SWIRCULAR», wie die Bauwirtschaft nachhaltiger und zirkuläre Prozesse gefördert werden können. Im Podcast erläutert sie, welche Rolle Wertschöpfungsketten dabei spielen und warum politische Entscheide auch Innovationsmotor sein können.
Studiengang zum Thema: der Master Circular Innovation an der BFH
Dieser Podcast wird produziert mit freundlicher Unterstützung von: Audioflair Bern und Podcastschmiede Winterthur.
Weniger Krankheitstage, zufriedenere Angestellte und geringere Personalkosten für Unternehmen – die 4-Tagewoche bringt beiden Seiten Vorteile. Das zeigen die Länderstudien aus Island und Neuseeland. Kann sie auch in der Schweiz realisiert werden? Darüber sprechen unsere Gäste in der neuen Podcast-Episode.
Reduzierte Arbeitszeit bei gleichem Lohn – wie schaffen wir dann die Arbeit? Das ist eine der vielen Fragen, die sich bei dem Thema stellen. Denn einerseits herrscht Fachkräftemangel und Unternehmen finden nur schwer neue Mitarbeitende. Gleichzeitig steigen Technostress und andere Belastungen in einer digitalisierten Arbeitswelt. Kann die 4-Tage-Woche auch für den Schweizer Arbeitsmarkt ein erfolgreiches Arbeitsmodell darstellen?
Ja, sagen unsere Forscherin Caroline Straub und Veit Hailperin vom Zürcher Beratungsunternehmen Hailperin. Gemeinsam führen sie die Studie in der Schweiz durch und untersuchen, wie sich 4 statt 5 Tage Arbeit auf Angestellte und Unternehmen auswirken. Sie wissen: die 4-Tage-Woche ist längst in vielen Branchen angekommen – mit Erfolg. So werden zum Beispiel Patient*innen schneller gesund, wenn das Personal ausgeruhter ist.
Und ja, sagt auch der dritte Gast und er muss es wissen. Denn Thomas Heldner hat in seinem Spiezer KMU längst die 4 Tage-Woche erfolgreich eingeführt. Im Podcast berichtet er, wie es ihm und seinen Mitarbeitenden geht, wie die Kundschaft reagiert hat und wie sein Unternehmen davon profitiert.
Shownotes
Über die Pilotstudie
An diesen Events können sich interessierte Unternehmen informieren:
In Französisch: Séance d'information sur l'étude de la semaine de 4 jours en Suisse
Diese Weiterbildung hat unser Gast Thomas Heldner absolviert: CAS Nachhaltige Unternehmensentwicklung
Zitiertes Werk zu Verlustaversion: Daniel Kahneman, Amos Tversky: Prospect Theory: An Analysis of Decision under Risk. In: Econometrica. Band 47, 1979, S. 263–292 (englisch).
Dieser Podcast wird produziert mit freundlicher Unterstützung von: Audioflair Bern und Podcastschmiede Winterthur.
Wir nutzen in vielen Bereichen bereits KI und sind uns dessen nicht immer bewusst. In anderen, sensiblen Kontexten wie im medizinischen Bereich, wollen wir es genauer wissen. Darüber forscht Elisa Konya Baumbach, Dozentin für Marketing und Konsumentenpsychologie.
Alexa und Siri, das sind Sprachassistenten, die in vielen Haushalten selbstverständlich genutzt werden. Diese Art der KI-Technologie wird gut akzeptiert, weil es ein Kontext ist, den wir nachvollziehen können. Doch wie steht es um die Nutzung in Bereichen, wo wir nicht immer Transparenz haben? Unsere Forscherin Elisa Konya-Baumbach forscht und lehrt über die Psychologie von KI und die Akzeptanz von digitaler Innovation.
In einem interdisziplinären Projekt nimmt sie beispielsweise die Anwendung von KI in der medizinischen Diagnostik unter die Lupe. Interessant: Obwohl KI über viel mehr Daten verfügt und genauer diagnostizieren kann als Ärztinnen, wünschen sich Patientinnen lieber die Diagnose von einem Menschen. Woran das liegt und wie man dies ändern könnte, verrät sie in der neuesten Episode.
Über Elisa Konya-Baumbach
Forschungsprojekte zum Thema:
Wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz die Preiswahrnehmung beeinflusst
Paper zur Vermenschlichung von Chatbots in Service Kontexten
Dieser Podcast wird produziert mit freundlicher Unterstützung von: Audioflair Bern und Podcastschmiede Winterthur.
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