Mit ihrer Hilfe haben Steuerbehörden weltweit Milliarden eingetrieben: Whistleblower, die Daten über dunkle Bankgeschäfte preisgeben. Für Finanzinstitute allerdings sind sie Verräter, die gegen das Bankgeheimnis verstoßen. Ein international bekannter Whistleblower ist Rudolf Elmer – früher selbst Banker, heute Kritiker der Branche.
Nicht immer werden ihre Namen bekannt. Deutsche Steuerbehörden zum Beispiel gewähren auch Informantenschutz - die Verräter von Bankdaten bleiben im Hintergrund. Anders bei Whistleblower Rudolf Elmer. Er arbeitete für die Schweizer Privatbank Julius Bär auf den Cayman Islands. Im Steuerparadies der Karibik will er Hinweise auf systematische Steuerhinterziehung und Verdacht auf Geldwäsche entdeckt haben. Er entschloss sich, Vorgesetze zu alarmieren. „Doch keiner wollte das System ändern.“ Also kontaktierte er u.a. die Schweizer Steuerbehörde, veröffentlichte Daten auf Wikileaks, traf sich medienwirksam mit Julian Assange in London. Plötzlich glich sein Leben einem Krimi: Untersuchungshaft, Psychoterror und jüngst eine Verurteilung auf Bewährung. Trotz allem will Rudolf Elmer heute weiter kämpfen gegen dubiose Geschäfte der Finanzindustrie. Carmen Meyer hat ihn in Zürich getroffen.