Eine aktuelle Umfrage schockt DEN Teil der Nation, der sich nicht als rechts der Mitte oder konservativ versteht. Die AfD erreicht laut dem aktuellen
"ARD Deutschlandtrend" mit 18 Prozent ihren höchsten Wert und würde, wenn jetzt Bundestagswahl wäre, nach der CDU als zweitstärkste Kraft
ins Parlament einziehen. Damit liegt die AfD aktuell auf Augenhöhe mit der Regierungspartei SPD.
Das Meinungsforschungsinstitut Insa hatte die Umfrage im Zeitraum vom 30. Mai bis zum 2. Juni 2023 durchgeführt.
Die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP und die Union schlagen seitdem Alarm, während der renommierte Politikwissenschaftler Prof. Dr. Werner Patzelt
sich wenig überrascht zeigt. Er ist emeriterter Inhaber des Lehrstuhls für Politische Systeme und Systemvergleich an der TU Dresden und beobachtet
als Parteienforscher die AfD schon viele Jahre.
Im Interview mit Alexander Boos für MR Aktuell erklärt er Gründe und Faktoren für das aktuelle AfD-Umfragehoch. Darunter die grüne Energie-Politik und der Industriestrompreis.
Seit die CDU, spätestens seit Ex-Kanzlerin Merkel, entschieden habe, sich nicht mehr als rechte Partei, sondern als Partei der Mitte zu profilieren,
verliere sie Wähler an die AfD, gibt Politologe Patzelt zu bedenken. Weil es eben nur noch eine bundesdeutsche Partei rechts der politischen Mitte gibt. Nämlich die AfD. Die jetzt laut Umfragen sehr gut dasteht.
Die Grünen stellen mit ihrer woken Energie-Agenda den einen Pol dar, und den Gegenpol bildet die AfD mit ihren rechts-konservativen Positionen.
"Die gesamte politische Debatte in Deutschland spielt sich ab zwischen diesen beiden Polen. Zwischen grünen Positionen und AfD-Positionen", erklärt Prof. Patzelt.
Die Grünen haben ihm zufolge dabei nur die wohlhabende, gut verdienende akademische Mittelschicht im Blick. Doch die arbeitende Bevölkerung,
die Handwerker, Service-Kräfte und Facharbeiter etc. würden kaum noch von einer anderen Partei repräsentiert. Daher werde für diese die AfD auch immer mehr wählbar.
Während die SPD schon lange auf rot-grüne Koalitionen ausgerichtet ist, wurde auch unter Alt-Kanzlerin Merkel der Kurs der CDU immer weiter
Richtung schwarz-grüne Koalitionen getrieben. Und mit einer solchen Strategie vergraule man eben als CDU konservative Wähler und Wählerschichten rechts der Mitte, analysiert Prof. Patzelt.
Mit Blick auf Ostdeutschland sagt er: Demoskopische Analysen würden zeigen, dass im Osten auch viele ehemalige Wähler der Linken hin zur AfD wandern oder gewandert sind.
Außerdem gebe es parteiinterne Differenzen in der AfD-Parteiführung, weil die Partei mit manchen Politikinhalten, die in Ostdeutschland für Wahlerfolge sorgen,
AfD-Wähler in Westdeutschland nicht abholen könne.
... soweit der renommierte Politikwissenschaftler Prof. Dr. Werner Patzelt zum aktuellen Umfrage-Hoch für die AfD, zur CDU und zur Ampel unter Kanzler Scholz. Er ist Parteienforscher, emeritierter Politologe der TU Dresden und hat mit Alexander Boos für MR Aktuell gesprochen.