mit Milch und Zucker

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By Christiane Hurnaus, Brenda AnnerlSociety & Culture
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mit Milch und Zucker episodes

  • Martin Wurzenrainer - Vom Integrationshaus lernen
    Wie wir gemeinsam ein gutes Zusammenleben gestalten

    Mehr zum Wiener Integrationshaus findest du unter** integrationshaus.at **

    Unterstützen kann man das Integrationshaus auf verschiedenen Wegen. Mehr zu Spendenmöglichkeiten findest du hier. Alles zur freiwilligen Mitarbeit kannst du hier **nachlesen. Socken, Hauben und Starterpakete findest du im Webshop. Dort gibt es auch das Buch zum 30-jährigen Jubiläum "Flüchten-Ankommen-Bleiben". Der berühmte Flüchtlingsball **findet am 17. April 2027 im Wiener Rathaus statt. Karten gibt es im Vorverkauf auf oeticket, Wienticket und in Bank Austria Filialen.

    Alles Weitere erfahrt ihr unter www.mitmilchundzucker.at auf Facebook @mitmilchuzucker oder Instagram @mit.milch.und.zucker. Brenda findet ihr unter @brendaannerl und Christiane unter @diekoernerinschreibt

    (06:12) Mein Alltag ist eigentlich, dass ich den ganzen Tag Besprechungen habe.

    (08:16) Integrationsarbeit zu leisten, heißt zuerst einmal, ein bisschen wegzuhören von dem, was politisch unter Integration verstanden wird.
    (09:25) Die Politik hat den Begriff Integration weggenommen und sehr negativ konnotiert.
    (09:31) Es geht selten um die gelingende Integration, sondern darum, warum sich Menschen nicht integrieren und welche Sanktionen ich mir überlegen muss.
    (10:23) Wir betreuen nicht nur Menschen, die gerade nach Österreich gekommen sind, sondern wir versuchen auch, Ausbildungs- und Bildungsangebote zu setzen.
    (11:17) Wir arbeiten fast ausschließlich mit selbst erstellten Materialien entlang der formulierten Bedürfnisse der TeilnehmerInnen in den Kursen.
    (12:36) Wir versuchen, so zu arbeiten, die Leute an ihren Bedürfnissen abzuholen, und sei das jetzt in der Betreuung oder in den Bildungsangeboten, in den Beratungsangeboten.
    (12:53) Wir wollen Menschen nicht entmündigen, sondern sie wirklich versuchen dabei zu unterstützen, die Dinge selbst erledigen zu können, selbst zu formulieren, was sie brauchen.
    (13:49) Was aktuell das aller-, aller-, allerschwierigste Thema ist, ist leistbarer Wohnraum.
    (18:31) Die meisten Menschen haben ihre Heimatländer verlassen, weil es dort unmöglich ist zu leben, und nicht, weil sie glauben, dass es in Österreich so leiwand ist.
    (18:50) Afghanen kommen nicht nach Österreich, weil hier das Schlaraffenland ist, sondern weil Frauen in Afghanistan einfach definitiv nicht leben können.
    (21:05) Integration beginnt mit der Begegnung.
    (21:15) Wenn ich keine Existenzsicherung habe, kann ich nicht einmal den Gedanken hegen, mich integrieren zu wollen, weil ich eine Gesellschaft wahrnehme, die mich nicht will.
    (21:40) Wir arbeiten mit freiwilligen, ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die uns dabei unterstützen, was wir nicht durch Angebote selber produzieren können, nämlich Menschen begegnen zu können.
    (22:03) Mir sind so lange Menschen fremd, bis ich sie kenne, dann sind sie mir nicht mehr fremd.
    (23:30) Wenn sich zwei Menschen zusammensetzen, passiert etwas Neues, es entsteht etwas Neues.
    (25:11) Wir suchen laufend freiwillige Kolleginnen, freiwillige Mitarbeiterinnen, die uns ihre Zeit spenden.
    (26:34) Ich habe gelernt, das eigene Handeln regelmäßig zu reflektieren und zu hinterfragen.
    (26:44) Vielleicht kann man von mir lernen, dass es jedem Menschen guttut, wenn er in der Reflexion begleitet wird.
    (28:15) Vielleicht kann man von mir lernen: Supervision, professionelle Begleitung und Unterstützung in der sozialen Arbeit ist absolut notwendig.
    (31:30) Diese sichtbaren Ergebnisse der eigenen Arbeit und Menschen einfach unterstützen zu können, ein Stück des Weges begleiten zu können, das ist schon ziemlich lässig.
    (31:43) Die Integrationspolitik und diese Fremdenfeindlichkeit zermürben tagtäglich extrem.
    (33:36) Wir versuchen dann, unsere Meinung oder unsere Haltung mit politischen Entscheidungsträgerinnen auszutauschen.
    (34:55) Die Idee der Gründung des Integrationshauses war: Wir zeigen der Republik Österreich, wie man geflüchtete Menschen korrekt betreut.
    (35:48) Wir haben Menschenrechte, wir haben ein Grundgesetz. Also wir haben ja gesetzliche Rahmenbedingungen, die zum Glück nicht der Politik folgen, wie es der eine oder andere Politiker gerne hätte.
    (36:40) Ich bin stolz auf die Kolleginnen, die vor allem in der Arbeit mit schwer traumatisierten Menschen und der Betreuung von schwer traumatisierten Menschen eine wahnsinnig hohe Expertise aufgebaut haben, die tatsächlich auch in andere Betreuungseinrichtungen dann eingeflossen ist.
    (37:32) Wir haben aus jedem Bedürfnis der ersten Bewohnerinnen des Integrationshauses im Endeffekt einen Fachbereich gemacht.
    (41:04) Es wäre wichtig, die Leute dabei zu unterstützen, dass sie gut Fuß fassen können.
    (41:29) Wir alle, die hier Maßnahmen anbieten für Menschen, die zugewandert sind, machen das spendenfinanziert.
    (41:38) Die Integrationsministerin überlegt sich Sanktionen, wenn Leute ein Angebot nicht wahrnehmen, das es halt blöderweise gar nicht gibt.
    (41:48) Ich würde gerne mitgeben: Machen wir mal ein Angebot und dann überlegen wir uns, was wären Sanktionen, wenn das Angebot nicht wahrgenommen wird?
    (42:39) Machen wir was, was den Menschenrechten gerecht wird, und verwenden nicht sinnlos die Zeit, darüber zu diskutieren, wie man Menschenrechte aushöhlen kann.
    (44:21) Wenn ich mir etwas für die Zukunft wünschen würde, wäre es, dass Menschen legale Möglichkeiten bekommen, vor Bedrohungen zu flüchten und in Sicherheit aufgenommen zu werden.
    (47:23) Ich glaube, dass es das Integrationshaus immer brauchen wird.
    (50:40) Integration ab Tag eins würde heißen: Es ist selbstverständlich, dass es hier die Möglichkeit gibt, Deutschkurse zu besuchen.

    57 min
  • Vedran Džihić - Weinen vor Plastikblumen
    Über Tränen, Heimat und ein neues Bild von Bosnien

    Mehr über Vedran findet ihr auf der Seite des Verlags unter dasistwasser.at. Dort könnt ihr auch sein Buch "Weinen vor Plastikblumen" *erwerben.

    Alle weiteren Bücher von Vedran findet ihr bei eurem regionalen Buchhandel und online zum Beispiel hier.
    Auf Instagram ist Vedran auch zu finden. Unter @vedrandzihic* könnt ihr ihm dort folgen.

    Alles Weitere erfahrt ihr unter www.mitmilchundzucker.at auf Facebook @mitmilchuzucker oder Instagram @mit.milch.und.zucker. Brenda findet ihr unter @brendaannerl und Christiane unter @diekoernerinschreibt

    (08:08) Es gibt dann eben diese Rituale rund um den Kaffee, und das finde ich auch sehr wichtig.

    (08:13) In meiner Kindheit waren es auch sehr viele Rituale rund um Kaffee und um das Trinken des Kaffees.
    (09:06) Die Küche meiner Oma in einem kleinen Ort bei Prijedor war jener Ort, an dem ich die meiste Zeit mit meiner Oma verbracht habe, und die Oma ist auch eine wichtige Figur in meinem Buch.
    (09:20) Ich kann mich an die Momente erinnern, wo der Kaffee auf dem Herd meiner Oma zubereitet wird, und dann sitzt man und bespricht das, was jetzt gerade einem in den Sinn kommt.
    (10:45) Weinen vor Plastikblumen ist ein intimer und zugleich auch politischer, gesellschaftlicher Essay, wie meine Geschichte des Weinens ausgesehen hat und was man durch das Weinen ausdrücken kann und wie man auch durch das Weinen, durch die Tränen, den Bezug zu Mitmenschen herstellt.
    (11:06) Die zweite Dimension von „Weinen vor Plastikblumen“ ist, wie eben die Tränen und die Verletzlichkeit als politische Ressource heutzutage gesehen werden können.
    (11:33) Wie bekommt man durch die Tränen, durch die Verletzlichkeit einen anderen Blick auf die Demokratie, auf das Zusammenleben?
    (12:00) Tränen berühren uns alle und bewegen uns alle. Dadurch kann das Gemeinsame entstehen und auch Momente, wo man auch zu gesellschaftlichen Veränderungen vielleicht kommen kann durch eben dieses Offenbaren der Verletzlichkeit.
    (12:22) Ich versuche, politologisch oder auch philosophisch und auch durch die persönliche Lebensgeschichte die Frage zu stellen, wie man die Tränen und das Empathische, das Menschliche der Tränen der Politik der Härte und der Politik der Grausamkeit, der Autoritären, der Rechtsextremen oft auch entgegenstellen kann.
    (12:54) Es beginnt mit einem Fußballspiel 1980, als Tito stirbt und alle Spieler dann auf dem Fußballfeld zusammenbrechen und weinen.
    (12:58) Zehn Jahre nach Titos Tod beginnt der Zerfall meines Heimatlandes.
    (13:02) Ich selbst bin zu einem Flüchtling geworden und habe auch im Krieg gelebt.
    (13:22) Der Krieg in Bosnien und Herzegowina, auch die Flucht und das Flüchtlingsein, das bestimmt mich und prägt mich und hat mich auch geprägt.
    (13:35) Es geht auch um die Fragen: Wie verschwindet die Heimat? Wie kommt der Nationalismus auf? Und wie kann es so weit kommen, dass die Nachbarn auf die Nachbarn losgehen, die bis gestern miteinander gelebt haben, und sich dann irgendwie die Köpfe einschlagen?
    (13:52) Auch ein Thema des Buches ist: Wie können im heutigen Bosnien, nach 100.000 Opfern und dem Genozid, Menschen wieder lachen und Menschen Gemeinsames schaffen?
    (16:19) In unserem Land und in Europa gibt es Kräfte, die diese Verunsicherung und diese Ängste, auch manchmal Wut und Zorn der Menschen, offensichtlich besser für sich selbst instrumentalisieren können, für die politischen Zwecke, für die politische Macht.
    (18:02) Wenn dieses Aussortieren von Menschen einsetzt, und das wissen wir aus der Geschichte, kann das der Beginn von wirklich sehr, sehr schlimmen Dingen sein.
    (18:43) Dieses Auseinanderdividieren ist etwas, was man nicht gesellschaftlich, politisch und auch individuell in der Gruppe hinnehmen darf.
    (19:08) Ich will mit meinem öffentlichen Engagement, aber auch im privaten Kreis oder mit den Büchern eben zum Engagement aufrufen, also dazu aufrufen, dass man nicht gleichgültig und mit verschränkten Armen zu Hause sitzt.
    (19:23) Ich will dazu aufrufen, dass man eben gegen die Politik der Härte und der Grausamkeit aufsteht.
    (19:47) In diesem Land, in dem wir leben, haben wir eine Tradition der Freiheit, der Demokratie, der Gleichheit. Wir haben sicherlich auch viele Probleme, aber wir müssen auf diesen Fundamenten beharren und sie verteidigen.
    (21:30) Ich habe eine lange Zeit gebraucht, um mit meinem Krieg und meinen Verlusten fertig zu werden, und dieser Krieg wird nie verschwinden und wird mich für immer begleiten.
    (25:27) Lachen und Weinen liegen sehr nahe beieinander.
    (25:49) Österreich wie auch andere europäische Länder zeichnen sich dadurch aus, dass viele Flüchtlinge und Menschen, die vertrieben wurden, mit unterschiedlichen Wunden und Verwundungen und Verletzlichkeiten hier eine zweite Heimat gefunden haben.
    (26:39) Kriege und Verwundungen sind etwas, was wir in Europa leider, viele von uns, teilen. Einige hatten das Glück, dass sie im Frieden groß geworden sind, aber viele hatten dieses Glück nicht.
    (28:01) Etwas weiterzugeben, was so intim ist wie in diesem Buch, wo es auch um die Familie geht und auch um die Schmerzen des Krieges und um das Verarbeiten von vielen Dingen, ist gar nicht so einfach.
    (30:23) Das Buch soll anregen, die Verletzlichkeit zu thematisieren, mit dieser Verletzlichkeit, die nach außen getragen wird, auch eine Einladung zu machen an diejenigen, die das Buch lesen, oder an diejenigen, die ich erreichen kann, um wirklich auch diese Mitmenschlichkeit, Menschlichkeit, Empathie und natürlich auch durch die Verletzlichkeit zu zeigen und sich auch wirklich zu öffnen.
    (31:06) In Bosnien und Herzegowina werden ständig Witze erzählt.
    (31:32) Die Witze, die man sich in Bosnien und Herzegowina erzählt, sind sicherlich ein Teil des Umgangs der Gesellschaft mit der Realität. In den Witzen kann man sie verarbeiten und vielleicht ein bisschen wegschieben.
    (31:46) Lachen und Weinen liegen sehr nah beieinander, weil sie beide ansteckend sind.
    (32:41) Weinen ist oft ein Signal nach außen, dass man auch Unterstützung braucht, dass man auch gesehen werden will und in der Verletzlichkeit anerkannt werden will.
    (33:09) Ich würde mir für meine Heimat und auch für die Männer, die weniger weinen, weil es ihnen durch die Erziehung beigebracht wird, wünschen, dass mehr geweint wird.
    (33:35) Die politische, gesellschaftliche Botschaft im Buch ist: Dann, wenn man das Herz öffnet und auch die Verletzlichkeit zeigt, dass man anschlussfähiger ist, menschlicher ist, empathischer ist, wenn man will, demokratischer ist.
    (34:24) Ich habe eine unbändige Lebensfreude.
    (39:13) Jeder von uns hat eine Geschichte des Weinens hinter sich und auch eine Zukunft des Weinens vor sich.
    (40:09) Wir müssen den Männern in unserer Umgebung auch die Frage stellen: Zeigt bitte Emotionen, zeigt, was euch wehtut.
    (43:46) Man kann schon stolz sein, wenn man ein bisschen etwas hinterlässt.
    (45:16) So viele Ćevape, wie ich früher gegessen habe, esse ich nicht mehr.
    (46:48) Es ist eine superwichtige Frage, auch für alle Menschen, die aus Bosnien stammen, aber letztlich auch für jedes Land: Worauf ist man stolz?
    (48:46) Vielen Menschen in Bosnien ist durch den Krieg der Stolz genommen worden.
    (49:05) Es gab wenige öffentliche, große Ereignisse, die das Land Bosnien zusammenschweißen konnten, aber diese junge Fußballnationalmannschaft mit jungen Kickern, die in der ganzen Welt aufgewachsen sind, weil sie und ihre Familien vertrieben wurden, hat so ein Ereignis geschaffen.
    (51:07) Spieler wie Edin Džeko versuchen, dieses gemeinsame Bosnische hervorzuheben und auch zu sagen: „Wir spielen für das Land.“
    (51:02) Es wird von diesen Spielern gezeigt: In dieser Mannschaft sind wir Serben und Kroaten und Bosniaken und wir beten zu unseren Göttern, aber es ist ja kein Grund zur Trennung, sondern eben zum Gemeinsamen.
    (51:28) Durch diese bosnische Nationalelf entsteht eine Euphorie, die wirklich unglaublich ist, also die auch in der Region für Furore gesorgt hat.
    (51:45) Es gibt auch dieses Lied von Dubioza Kolektiv, „I Am from Bosnia, Take Me to America“, das zu einem globalen Hit wurde, das alle singen und zu dem alle tanzen, und es war ein positiver Schub für das ganze Land und für sehr, sehr viele Menschen in diesem Land und auch wirklich den Politikern zum Trotz.
    (52:46) Es ist schön, wenn es etwas im Land gibt, etwas Positives, das man eben durch das eigene Engagement erreicht hat, auf das man stolz sein kann.

    57 min
  • Erwin Ernst Steinhammer - Wie transparent ist Österreich wirklich?
    Welche Fragen sollten BürgerInnen dem Staat stellen?

    Mehr über Erwin Ernst könnt ihr auf Erwins Blog eest9.eu lesen.

    Das Forum Informationsfreiheit findet ihr unter informationsfreiheit.at
    erwähnte Links mit mehr Informationen und Hilfestellungen zur Anfragenstellung und Beantwortung:
    fragdenstaat.at
    offenevergaben.at
    parteispenden.at

    Unter @diekoernerinschreibt nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt und lies mit.

    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    (07:16) Sie haben mich an dem Tag aufgefangen.

    (08:22) Informationsfreiheit wird oft mit Transparenz verwechselt.
    (08:36) Für mich ist Informationsfreiheit der Grundsatz, dass staatliche Information öffentlich sein sollte.
    (09:28) Mir ist Demokratie allgemein ein großes Anliegen.
    (11:04) Informationsfreiheit ist der nächste Schritt, den es braucht, damit die Distanz zwischen Politik und Bevölkerung kleiner wird und Demokratie besser funktioniert.
    (12:17) Parteien, die in der Regierung sitzen, glauben, Informationsfreiheit ist etwas, um die Opposition zu stärken.
    (12:53) Wenn wir in andere Länder schauen, sehen wir, dass zum Beispiel die Verwaltungseffizienz steigt. Das bringt der Wirtschaft was.
    (13:37) Dadurch, dass man Informationen herausgeben muss, dass man darauf vorbereitet sein muss, muss man sie besser managen und verwalten.
    (15:51) Vielleicht war auch der ein oder andere politische Skandal in letzter Zeit hilfreich dafür, dass dann doch die Forderung nach Informationsfreiheit und Transparenz größer geworden ist.
    (16:48) Wenn in einer Gemeinde ein Sessellift gefördert wurde, Sitzbänke oder ein Brunnen aber nicht, dann kann man das erfragen.
    (19:00) Man kann alle Bundes- und Landesbehörden befragen, man kann alle Gemeinden befragen. Auch kleine Gemeinden müssen auf Fragen antworten.
    (20:37) Das müssen wir uns vor Gericht nochmal ausverhandeln, ob das wirklich so ist.
    (24:35) Anfragen kann ich prinzipiell alles, was vorhanden und verfügbar ist.
    (27:15) Es geht nicht darum, alles zu kritisieren, zu raunzen und in Zynismus zu verfallen, sondern zu sehen, dass man mit diesen Infos was machen kann.
    (28:03) Es gab Leute, die haben am Tag vor dem Beschluss im Nationalrat gesagt, sie glauben nicht, dass das jemals durchgesetzt wird.
    (31:26) Aus Staatsperspektive würde ich so eine Plattform fördern, weil dann eben nicht dieselbe Anfrage 15-mal gestellt wird.
    (38:06) Manche Fälle bringen mich zum Lachen, aber noch mehr zum Kopfschütteln.
    (39:13) Mit der Mauer des Schweigens wollen wir Behörden dafür auszeichnen, wenn sie sich besonders um die Verschwiegenheit amtlicher Informationen verdient gemacht haben.
    (43:00) Ohne dieses Verfahren hätte ich die Aussage so nie bekommen.
    (44:20) In unserem Anfrageguide gibt es eine bebilderte Anleitung, die erklärt, wie der Weg zum Informationsbegehren ist.
    (46:01) Ich glaube, es gibt nicht die eine Anfrage, die jeder einmal stellen sollte.
    (46:37) Es ist erstaunlich, wie oft Gemeinden tatsächlich Gutachten in Auftrag geben.
    (50:14) Im Moment habe ich mehr Fragen, als ich stellen kann.
    (53:01) Eigentlich tun wir was Gutes für das ganze Staatswesen.
    (53:38) Seid optimistisch.
    (53:53) Das Informationsfreiheitsgesetz zeigt, dass doch etwas geht.

    57 min
  • Martina und Mario Payer vom Simon Hof - Wie kann man Landwirtschaft ökologisch weiterdenken?
    Arbeit auf einer Landwirtschaft

    Mehr zum Simon Hof findest du unter karinta.at.

    Das Interview von Karin Stöttinger, Female Chefs, und Martina kannst du hier nachlesen.
    Unsere Folge mit Karin "Female Chefs - Bühne frei für Frauen in der Kulinarik" gibt es hier zu hören und wie immer überall, wo es Podcasts gibt.

    Unter @diekoernerinschreibt nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt und lies mit.

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    (10:01) Meine Eltern haben zwar die Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben, allerdings wirklich in erster Linie erhaltend.

    (10:37) Wir haben gesagt, wir wollen den Simonhof übernehmen, wenn wir auch etwas verändern dürfen.
    (10:43) Wir wollten Lebensmittel produzieren.
    (11:23) Ganz am Anfang haben wir die Streuobstwiese revitalisiert.
    (13:34) Reich wird man sicher nicht mit einer Landwirtschaft.
    (13:47) Es ist einfach schön, ein Produkt zu erschaffen.
    (14:33) Wir hatten die Möglichkeit, mit einer wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu starten, als Quereinsteiger.
    (18:00) Es sind so viele Dinge, die man beachten muss, damit man am Ende ein gutes Produkt bekommt, deswegen war schnell klar, dass wir uns eine Nische suchen wollen.
    (19:27) Wir sind schnell auf die Idee gekommen, den klimafitten Baum der Edelkastanie in Kärnten anzubauen, und sind die Ersten, die eine Edelkastanienplantage in Kärnten errichtet haben.
    (20:08) Die Edelkastanienplantage haben wir von Anfang an so errichtet, dass dazwischen viel Biodiversität Platz hat.
    (22:36) Wir haben uns überlegt, eine Blutegelfarm zu machen, aber die Betreuung ist nicht einfach, wenn man nur am Wochenende vor Ort ist.
    (23:32) Wir haben aktiv Flächen gesucht, die wir aktiv betreiben wollen, und die anderen Flächen eben, die wir aktiv sein lassen.
    (23:40) Als Landwirt ist es gar nicht so einfach, dass man die Natur aktiv sein lässt.
    (24:00) Weil wir eben immer ganz gerne Risotto gegessen haben und die Ersten in Österreich im Trockenreisanbau-Verfahren Reis angebaut haben, da haben wir uns gedacht: Okay, das probieren wir einfach auch einmal.
    (24:26) Wir haben dann tatsächlich auf 3000 m² Risottoreis angebaut.
    (25:00) Der hohe Wasserbedarf beim Reisanbau ist in Zeiten von Klimawandel nicht ideal.
    (25:21) Durch eine Dokumentation sind wir dann auf den Tauernroggen gekommen.
    (30:02) Wir sind Biopioniere am Simonhof.
    (30:49) Man muss als Landwirt wirtschaftlich bleiben, sonst geht der Hof verloren.
    (31:40) Es ist uns gelungen, den ersten geschliffenen Roggen in Österreich zu produzieren.
    (32:13) Wenn wir auf einem Hektar Tauernroggen anbauen, dann erwirtschaften wir eineinhalb, vielleicht zwei Tonnen, im besten Fall.
    (32:25) Eine moderne Hybridsorte erwirtschaftet das Vier- bis Fünffache im Vergleich.
    (32:33) Wir haben mit Bauern geredet, die haben gesagt: Bevor ich das mit so einem Ertrag ernte, fahr ich mit dem Schlägler drüber, das heißt, der vernichtet die Ernte.
    (32:43) Uns war immer wichtig, dass nicht der Ertrag im Vordergrund steht, sondern eine naturnahe Anbauweise.
    (35:43) Mein Zugang ist schon immer gewesen: Ich sehe nicht die Probleme, sondern ich sehe Lösungen.
    (36:01) Wenn man lösungsorientiert arbeitet, ist die Frustration einfach viel geringer.
    (36:56) Als wir im ersten Jahr die Edelkastanie angebaut haben, sind wir jedes Wochenende hin, um mit der Hand zu gießen und jeden Baum anzuschauen, ob er gesund ist oder ob er vielleicht einen Anstrich braucht.
    (37:33) Wir haben auch erkannt, dass es für die Baumgesundheit natürliche Wege gibt.
    (41:58) Uns interessiert es auch, Dinge wissenschaftlich zu betrachten.
    (44:18) Ein bisschen Glück braucht man auch.
    (45:31) Wenn man dann zwei Anrufe vom Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann bekommt, der sagt, er kennt den Tauernroggen nicht, aber er schmeckt wunderbar, dann freut man sich richtig.
    (46:59) Die Wahrnehmung von Frauen in der Landwirtschaft ist immer noch ein schwieriges Thema.
    (50:14) Die Landwirtschaft ist das, was uns besonders viel Spaß macht, weil wir da gemeinsam ein Projekt entwickeln können.
    (51:17) Es gibt nichts Schöneres, als auf dem eigenen Grund und Boden zu stehen und dort mit den Händen einfach wirklich arbeiten zu können.
    (52:27) Wenn man von Baum zu Baum fahren muss, fahren die Männer mit dem Traktor und die Frauen gießen.
    (54:00) Wir machen zum Beispiel aus unserem Tauernroggen auch einen Tauernroggenflammeri.
    (54:26) Wir haben uns darauf fokussiert, dass wir naturnah produzieren, und da haben wir uns auf drei Produkte fokussiert: den Tauernroggen, die Ackerbohne und die Edelkastanie, ein Zukunftsprojekt.
    (01:04:36) Wenn man ein Herzensprojekt hat, dann einfach gut recherchieren und ins Tun kommen.

    1 hr 8 min
  • Doro Blancke und Lukas Gahleitner - Das gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS)
    Solidarität, Abschreckung oder der Anfang des Endes der Grundrechte?

    In dieser Folge wird kurz über das Thema Vergewaltigung gesprochen.

    Mehr zur Asylkoordination Österreich findet ihr unter asyl.at

    Die Flüchtlingshilfe Doro Blancke könnt ihr euch unter doroblancke.at ansehen.
    Beide Vereine akzeptieren steuerlich absetzbare Spenden und sind auf diese angewiesen.

    Die bisherigen Podcastfolgen mit Doro kannst du hier hören:

    2025 - Lesbobs 2025 - Hoffnung oder Verzweiflung
    2024 - Wie ist die Situation für geflüchtete Menschen in Griechenland?
    2023 - Flüchtlingshilfe Doro Blancke
    2022 - Veränderungen und Notwendigkeiten auf den griechischen Inseln
    2021 - Eiskaffee und Sonnencreme - Sommerupdate mit Doro
    2021 - Choose Love - Warum wir die Menschen in Griechenland nicht vergessen dürfen

    Weitere Folgen mit Lukas:

    2025 - [Asylpolitik zwischen Realität und Rhetorik](https://mitmilchundzucker.podigee.io/301-lukas-asylkoordination(
    2023 - Flucht und Asyl

    Unter @diekoernerinschreibt nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt und lies mit.

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    (07:25) Was bei der Asylkoordination wichtig ist, ist, dass man einfach die ganzen Leute, die aktiv in diesem Feld tätig sind, kennenlernt, sich austauscht, damit man schaut, wo wer arbeitet.

    (08:55) Es hat sich eine gewisse FreundInnenschaft entwickelt.
    (10:15) Lukas hat einen sehr guten Messstab, wie’s mir geht, und manchmal sagt er mir auch: „Ich glaube, es wäre gut, wenn du jetzt wieder mal heimfliegst und dich bissl regenerierst.“
    (12:06) Das gemeinsame europäische Asylsystem, das ist jetzt per se grundsätzlich nichts Neues, es mangelte auch bisher nicht an Regeln, sondern eher an der Durchsetzung von Regeln.
    (14:15) Was schon auch historisch ist, ist, dass wir jetzt zum Beispiel grundsätzlich ein gemeinsames Verfahrensrecht haben in allen Mitgliedstaaten. Das könnte durchaus eine gewisse Harmonisierung bringen im europäischen Recht in diesem Bereich.
    (15:10) Diese Verordnungen auf europäischer Ebene sind quasi der Rohbau, der im Garten steht, die nationalen Gesetze müssen jetzt so angepasst werden, dass das Haus tatsächlich auch bewohnt werden kann.
    (16:14) Wir stehen vor der größten Asylreform seit 30 Jahren und es gibt bemerkenswert wenig Raum für Vorbereitungen.
    (16:23) Wir gehen davon aus, dass es am Anfang auf jeden Fall chaotisch werden wird.
    (17:28) Ein Moment der Freude ist unmittelbar nicht spürbar oder zu erwarten.
    (17:57) Wenn ich jetzt dem Ganzen eine gute Intention unterstellen wollen würde, dass man versucht hat, ein System zu machen, dass wir möglichst früh schon scannen und Leute möglichst früh erkennen, die einen hohen Schutzbedarf haben.
    (18:31) Es ist nicht vollkommen blöd, dass man sagt, man soll nicht von Bulgarien bis nach Finnland durchfahren müssen, um ein faires Asylverfahren zu bekommen.
    (19:52) Mit den neuen Asylgesetzen wird man allein durch das Herkunftsland pauschalen Auswirkungen ausgesetzt.
    (21:20) Es gibt in Herkunftsländern verschiedene Gruppen mit verschiedenen Vulnerabilitäten und ich sehe nicht, dass ein System etabliert wurde, das geeignet ist, diese Vulnerabilitäten dieser Personen auch tatsächlich und nicht nur auf dem Papier möglichst rasch zu entdecken.
    (21:56) Ich sehe beim „Gemeinsamen europäischen Asylsystem“ das gemeinsame Europäische nicht wirklich, sondern nur die Fortführung des bisherigen Systems mit mehr Restriktionen für Schutzsuchende.
    (26:09) Die Europäische Kommission hat den Mitgliedstaaten viel Spielraum gegeben, die Mindeststandards bei den Aufnahmebedingungen zu regeln, und es wird schwierig sein, diese durchzusetzen. Wir haben dann viele hundert Seiten mehr Regelungen, aber das Grundproblem wurde nicht analysiert und angegangen.
    (27:51) Griechenland bereitet sich seit einem Jahr vor, aber anders als es Medien oder andere Mitgliedsstaaten erzählen, indem es massive, brutale Pushbacks gibt.
    (29:12) Man sieht die Auswirkungen der Pushbacks am Friedhof, an der Anzahl der Gräber.
    (30:38) Der zuständige Minister in Griechenland hat bereits mehrmals in Interviews gesagt, dass es den Schutzsuchenden in Griechenland schlechter gehen soll als in ihrem Heimatland, weil dann werden sie nicht mehr kommen.
    (32:22) Man kann sich nicht vorstellen, wenn man nicht vor Ort ist, wie in Griechenland Menschen entmenschlicht und entrechtet werden.
    (34:07) Wenn man für ein faires Asylverfahren kämpft, dann gibt es Fälle, wo es einen negativen Bescheid gibt, und das muss man akzeptieren, wenn man für ein faires Verfahren kämpft.
    (35:53) Wir plädieren seit Jahren für ein Screeningverfahren, es sollte aber einen anderen Hintergrund haben, nämlich um genau die besonders vulnerablen Menschen zu finden.
    (37:17) Ich möchte auch über die gleichen Standards der Versorgung sprechen, die Menschen hier bekommen, seit ich in Lesbos bin, nicht mal die 70 EUR Grundversorgung, das Geld kommt von der EU-Kommission, wo bleibt das Geld? Es ist unser Steuergeld.
    (37:45) Wenn ich das Geld von der EU in die eigene Tasche stecke und wir müssen mit Geld von der Zivilgesellschaft die Menschen am Leben halten, dann finde ich das nicht mehr lustig.
    (38:26) Wir haben vor dem Camp eine Familie gefunden, ohne Versorgung und ohne Unterkunft. Die hatten schon Asyl, also waren sie schutzberechtigt, sie waren obdachlos.
    (38:54) GEAS bedeutet: Keiner übernimmt für jemanden anderen die Verantwortung.
    (39:52) Gemeinsames europäisches Asylsystem bedeutet hier für mich in der Praxis in Griechenland: Gemeinsam schauen wir weg.
    (42:00) Schutzsuchende Frauen sind in der Türkei, werden misshandelt, die Kinder haben Todesängste, sie kommen nach Griechenland, werden geprügelt, die Handys werden weggenommen, wo die letzten Fotos der Familien drauf sind, dann kommen sie in ein Camp, wo sie nicht genug Essen für sich und die Kinder bekommen und dann sollen sie später Europa lieben und Leistung bringen?
    (42:20) Ein Grund, warum ich in Lesbos bin, um das freundliche Gesicht Europas zu zeigen.
    (43:15) Wir brauchen die Zivilgesellschaft und die Zivilgesellschaft fragt sich schön langsam: Warum müssen wir das Überleben finanzieren? Es ist ja eigentlich eine staatliche Angelegenheit, Menschen menschenwürdig unterzubringen.
    (45:17) Wir waren in den letzten Monaten sehr damit beschäftigt, die handelnden Personen der Regierungsparteien zu überzeugen, dass es nicht gescheit ist, das zu machen, was am gschissensten ist für die anderen Menschen.
    (46:12) Ein Gesetz kann nie so konkret sein, dass es auf jeden Einzelfall passen wird, und was gewisse Formulierungen bedeuten, werden uns dann erst Gerichte sagen.
    (46:24) Es wird eine oberste Auslegungsinstanz geben, die nicht national ist. Die ist der Europäische Gerichtshof.
    (46:56) Ein neues Rechtssystem bedeutet am Anfang vor allem Unsicherheit.
    (47:15) Die Rechtssicherheit, die wir jetzt gerade im Asylrecht haben, das heißt, wie eine Behörde agiert und was ich zu erwarten habe, wenn ich als Schutzsuchender zur Behörde gehe, werden wir erst wieder in 10 Jahren haben.
    (47:48) Wir werden aus der Perspektive der Schutzsuchenden handeln, um Rechtssicherheit herzustellen, weil die keine starke Lobby haben.
    (48:06) Aufgeben ist keine Option.
    (49:48) Meine These ist, dass die Umsetzung des GEAS in Österreich so spät passierte, weil die ÖVP die anderen Regierungsparteien unter Zeitdruck setzen wollte und die Verhandlungsdauer einschränken wollte.
    (52:04) Die Behörden, die am 12. Juni ein vollkommen neues System anwenden müssen, haben null Vorlaufzeit.
    (52:21) Die fehlenden Abläufe und Trainings sind, wenn ich schon nicht an die Schutzsuchenden denke, auch für die eigenen Beamtinnen und Beamten eine Zumutung.
    (54:14) Ich glaube, was sich grundsätzlich geändert hat, ist, dass Menschenrechte nicht mehr als Wert an sich gelten.
    (54:44) Auch wenn es schmerzhaft ist, aber wir sind in einer Zeit angekommen, wo es wurscht ist, ob Dinge in den Menschenrechten oder der Verfassung stehen.
    (55:07) Menschenrechte sind nicht kompliziert zu verstehen, aber wir haben verlernt, zu verstehen und auch zu erklären und zu vermitteln, was dahintersteht, denn es gibt einen guten Grund, warum es sie gibt.
    (55:36) Menschenrechte werden nicht dann spannend, wenn es uns eh allen gut geht, sondern Menschenrechte werden dann spannend, wenn’s knirscht.
    (55:47) Wenn Menschenrechte stören, ist es ein Alarmzeichen.
    (59:35) Wir wollen uns nicht nur auf die Schulter klopfen, weil wir zweihundert Lebensmittelpakete an besonders vulnerable Menschen ausgeben und Rechtsberatung finanzieren. Wir wollen strukturell etwas bewegen.
    (1:00:41) Kontakt halten ist zermürbend, PolitikerInnen wollen mit den Außengrenzen wenig zu tun haben.
    (1:00:52) Es gibt Minister, die sich für die Zustände in Griechenland interessieren, wie z. B. der Minister Matterbauer.
    (1:01:08) Es gibt Kraft, wenn wir sehen, es gibt Leute, die sich interessieren.
    (1:02:36) Integrationsarbeit, die wir jetzt auch machen, ist, dass wir für Rückkehrer legale Migration oder Studentenvisa erarbeiten.
    (1:02:50) Wir haben es zum Beispiel geschafft, jemandem ein Studentenvisum zu besorgen, der den Vorbereitungslehrgang für Gesundheit und Pflege gemacht hat. Der wurde eigentlich zuerst nach Griechenland zurückgeschickt. Was hätte er hier machen sollen? Für zwei Euro fünfzig im Gemüsefeld arbeiten und in einem Zelt auf einer Matratze schlafen?
    (1:03:51) Es ist eine Arbeit für die Gesellschaft, die wir hier machen.
    (1:12:37) Man muss nicht alles wissen, aber man sollte wissen, wo man sich hinwendet, wenn man etwas wissen will.

    1 hr 14 min
  • Moking Kitchen - Mehr als Bun und Patty
    Die Kunst des perfekten Burgers

    Moking Kitchen findest du auf Instagram unter @moking_kitchen und auf Youtube als MK Kitchen

    Das Moking Kitchen Pop Up findet am 30.5.26 von 17:00 - 24:00 Uhr in der Olinda Bar , Schönbrunnerstraße 23, 1050 Wien. Wenn ihr vorbeischaut, grüßt Mo von uns! Neben Burger und Drinks wird es Beats geben, geliefert von @ayotheartist

    Mos Frau Izraa ist eine unglaubliche Künstlerin. Sie findet ihr auf Instagram unter @theizraabubble

    Beim Brand Design und Schnitt wird Mo unterstüzt von dpx_design

    In der Folge erwähnt wurde außerdem der einzige Burger-Spot, bei dem Mo Burger isst: Hotspot Burger zu finden im Prater und bei der U4 Station Heiligenstadt in Wien und der Butcher seines Vertrauens @crazybutcher1030

    Unter @diekoernerinschreibt nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt und lies mit.
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    (05:55) Kaffee ist eher ein Überlebensmittel.

    (06:55) Essen verbindet.
    (07:16) Meine Rezepte sind ein Prozess.
    (08:27) Die Burgerkreationen für die Videos sind das eine, die Pop-ups sind dann ganz was anderes.
    (08:39) Am 30.5.2026 in der Olinda Bar gibt’s eine Bloc Party by MoKing Kitchen. Da wird’s Burger geben, Beats und Drinks.
    (09:09) Ich hab da einen Burger, das ist der beste in Österreich. Mittlerweile einer der besten in Europa.
    (09:51) Es sind so viele Details in dem Burger.
    (11:23) Ich hab‘ begonnen Jamie Oliver Kochshows mit meiner Mutter zu schauen.
    (13:34) Meine Marke „MoKing Kitchen“, das steht 100 % für Geschmack.
    (13:46) Ich bin kein gelernter Koch.
    (14:40) Ich bin immer den sicheren Weg gegangen.
    (15:32) Dieser Angst jetzt entgegenzustehen, ist ein geiles Gefühl.
    (16:26) Es war eine Überwindung für mich und ich bin sehr stolz, dass ich das versucht hab.
    (18:22) Es war eine harte Phase, aber ich hab durchgezogen.
    (19:04) Demut zeigen und glücklich sein für das, was man hat.
    (20:08) Auch wenn in mir drinnen voll Stress ist, nach außen ist das Pokerface.
    (21:10) Ich würde gerne selbstständig sein. Das ist das große Ziel.
    (21:56) Ich würde mir schon irgendwann wünschen, ein eigenes Restaurant zu haben. Ob ich dort in der Küche steh, kann ich mir nicht vorstellen.
    (25:05) Wenn du einen Standard setzen möchtest, musst du in dein Personal investieren.
    (27:39) Das juckt keinen, mich juckts aber.
    (28:02) Ich möchte nicht mit irgendwas erfolgreich sein, an das ich nicht glaube.
    (29:53) Das Wichtigste ist die Qualität, darauf achte ich sehr und das schmeckt man auch.
    (30:57) Das ist ein Rezept von meiner Schwiegermutter, ein traditionell palästinensisches Falafel-Rezept.
    (37:38) Ich mags deftig und ich liebe Käse.
    (38:52) Ich bin sonst nicht so ein sozialer Mensch, aber wenn's ums Essen geht, dann teile ich das gern mit Leuten, vor allem mit denen, die ich mag und liebe.
    (40:48) Wenn man beginnt, selber an etwas zu glauben, dann setzt man es viel einfacher um.
    (44:31) Der Fokus ist zurzeit Burger und irgendwann wird sich das erweitern.
    (46:08) Wenn ich etwas entwickle, mach ich das für Leute, die ich liebe.
    (47:26) Es ist ein bisschen Hausverstand, Salz und Fett.

    54 min
  • Max Hammel - Goodbye Österreich
    Auswandern nach Deutschland

    Wenn du in Köln unterwegs bist, schau doch mal beim Schauspiel Köln vorbei. Die erwähnte Homepage findest du unter schauspiel.koeln

    Weitere Folgen mit Max:
    2021: Meine Welt durch die Augen einer Videokamera
    2024: Wie lebt es sich ohne Social Media?

    2024: 6 Jahre mit Milch und Zucker
    Unter @diekoernerinschreibt nimmt Christiane dich mit regelmäßigen Kurzgeschichten und Gedankentexten auf zwei Reisen gleichzeitig mit. Einen Roadtrip quer durch die USA und ihren persönlichen Weg zur Autorin. Folge jetzt @diekoernerinschreibt und lies mit.
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    (08:19) Es ist verwirrend, vor allem für Österreicher, dass man in Köln 0,2er Bier trinkt.

    (08:23) Kölsch ist krass charmant und besticht einen, sodass man sich denkt: Ein Kölsch geht immer.
    (08:38) Man hat das Gefühl, man hat riesige Hände, weil ein Kölschglas so klein ist.
    (08:55) Für mich ist immer der erste Kaffee, wenn man bei einer Reise ankommt, magic.
    (11:08) Es ist irgendwie interessant, weil man sich so gefühlt vorneweg denkt: Was kann daran so schwer sein?
    (11:48) Ich habe schon ein bisschen unterschätzt, wie heftig es trotzdem ist, in ein anderes Land zu ziehen.
    (11:53) Auch wenn es nur Deutschland ist, wo man das Gefühl hat, es gibt so viele Basics, die man eh kennt, man kennt so halbwegs die Kultur und man kennt so halbwegs die Sprache, aber es war dann doch einfach ein Ritt.
    (12:46) Man hat so überhaupt keine Habits, die man jetzt irgendwie so automatisiert in der neuen Stadt machen kann.
    (12:51) Man muss sich irgendwie so am Anfang alles neu erarbeiten.
    (13:24) Man hat am Anfang das Gefühl, alles ist irgendwie Effort.
    (13:36) Es ist der krasse Kontrast für mich, von Österreich nach Paris zu gehen, zu von Österreich nach Deutschland zu gehen, weil ich jeden Scheiß ChatGPT gefragt habe.
    (15:43) Ich habe mir richtig versucht, auf die Finger zu klopfen, dass ich nicht andauernd alles vergleiche.
    (15:59) Es ist am Anfang alles stellvertretend für das ganze Land und die ganze Kultur und die ganze Gesellschaft.
    (16:07) Ich habe mir am Anfang richtig vornehmen müssen, beim Vergleich zumindest nur Köln mit Wien und nicht Deutschland mit Österreich zu vergleichen.
    (16:16) Es war schon am Anfang im Kopf: "Oida, die Deutschen".
    (16:55) Wenn ich Leuten Köln erkläre, sage ich immer, es ist für mich wirklich so ein bisschen ein Anti-Wien.
    (17:03) Köln hat eine Infrastruktur, die überhaupt nicht funktioniert, und Köln hat gleichzeitig eine Menschlichkeit, die extrem gut funktioniert.
    (17:31) Ich habe das Glück gehabt, in Köln kommst du an und alle sind scheißefreundlich und nett zu dir, wirklich die weirdesten Erlebnisse.
    (18:39) Köln ist wirklich eine superherzliche Stadt, aber umgekehrt, im Vergleich zu Wien, muss man echt drauf klarkommen, dass du dich auf die Infrastruktur nicht verlassen kannst, aber auf die Leute dafür umso mehr.
    (18:59) Die Stadt ist kaputt, aber irgendwie macht man es sich so schön, wie es geht.
    (19:47) Ich weiß, dass ich in Köln angekommen bin, weil bei mir so seit einem Monat ab und zu so ein bisschen Heimweh kommt.
    (19:56) Das Heimweh kommt ein bisschen daher, dass sich Köln normalisiert hat und ich zum ersten Mal wieder ein bisschen über die Heimat nachdenke.
    (20:18) Dieses Ankommen bewirkt plötzlich, dass ich zum ersten Mal so in solchen Momenten denke: Jetzt kann ich den und den Freund nicht sehen.
    (20:44) Spazierengehen ist meine Medizin für alles.
    (21:35) Heimweh macht für mich zumindest so was aus wie Selbstverständnis.
    (22:11) Mein erstes richtig großes Heimweh war, wie ich Besuch von so einer Partie Wiener gekriegt habe und gemerkt habe, dass der Humor ganz anders funktioniert.
    (22:40) Es wäre bescheuert, wenn man nie Heimweh hätte.
    (23:14) Ich glaube auch, wenn ich jemals nach Wien zurückkomme, dass man auch Wien oder Österreich ganz anders schätzt.
    (23:45) Ich glaube, dass Wien für mich irgendwie immer schon so eine Heimat war.
    (24:58) Wir haben am Volkstheater weitergedacht mit der Videoabteilung und haben gesagt, wir wollen ein künstlerisches Video-Department, wo die Videokünstler und -künstlerinnen aus dem Theater kommen und alles eine Handschrift trägt.
    (25:49) Nach fünf Jahren Videodepartment habe ich eine Pause davon gebraucht.
    (28:26) Dieses Bürojobige hat einfach seine ganz anderen Qualitäten, die super spannend sein können.
    (28:49) Ich hatte das noch nie in meinem Leben, dass man einfach sagen kann: Das, was ich bis 18, 19 Uhr nicht geschafft habe, arbeite ich am nächsten Tag weiter.
    (30:37) Ich merke auch jetzt erst, wie viel kreative Energie man daraus schöpfen kann, dass man einfach wirklich eine bewusst gesetzte Pause hat.
    (32:31) Als angestellter Videokünstler habe ich plötzlich das, was ich eigentlich immer so mit Freude gemacht habe, mit einer Deadline machen müssen, und das hat keinen Spaß mehr gemacht.
    (33:06) Was man oft unterschätzt, auch selber, finde ich, ist, dass du, wenn du etwas Künstlerisches machst, dass du auf irgendeine Art und Weise in die Realität umsetzt, was du in der Welt siehst. Du realisierst was raus in die Welt, was ein bisschen aus deiner Seele kommt, und wenn das Werk kritisiert wird, tut es sehr weh.
    (34:12) Es fühlt sich für mich nicht so an, als hätte ich den Job im Volkstheater aufgegeben. Ich habe das Gefühl, es war eine lustige Station im Leben, aber ich habe genug davon.
    (34:45) In meinem neuen Beruf habe ich viel mehr Verantwortung für andere Leute.
    (36:06) Du bist im Marketing jemand, der das Geschenkpapier vom Weihnachtsgeschenk macht.
    (38:07) Ein Ding, das da ganz viel mit mithilft, dass ich mich mit meinem Team so gut verstehe, ist, dass Kölner an sich einfach super aufgeschlossene, offene Menschen sind, die dich erstmal mit einer Umarmung empfangen.
    (38:25) Kölner sind erstmal interessiert, was du machst, und sie quatschen extrem viel, aber dabei sehr wenig Smalltalk.
    (39:37) Ich glaube, dass wenn du deine eigene Kunst irgendwie auf die Welt bringen willst, dass man sich keinen Gefallen tut, wenn man sich zu schnell davon abhängig macht, dass es irgendwie funktionieren muss.
    (40:46) Kreativität ist eher ein Muskel, den man einfach aktivieren kann und die ganze Zeit wieder aktiviert und dem man wie einem Muskel auch Pausen geben muss, damit er keinen Muskelkater kriegt.
    (41:00) Kreativität an sich ist eher Training, dass man einfach sich diesen kindlichen Geist beibehält und einfach ganz locker wird im Kopf.
    (42:01) Ich glaube, dass Leute Marketing mit Sales verwechseln.
    (43:06) Es ist Teil von meinem Job, auch mit zu überlegen: Wie sieht eigentlich das Theater aus, in das man reingeht?
    (43:20) Die Theaterbühne ist mein Inhalt, mein Produkt, mein Ding, um das es geht. Das muss ich in- und auswendig kennen.
    (43:32) Ich muss im besten Falle die Texte kennen, die da besprochen werden, und aus dem heraus entwickelt man eine Idee, wie eigentlich die Welt drumherum aussieht, wie das Geschenkpapier um dieses Theaterstück aussieht, das man irgendwie auspackt, bevor man da reingeht.
    (43:54) Für mich ist das eine totale inhaltliche Arbeit.
    (45:14) Ich liebe es, mich daran festzubeißen, was Cooles zu erschaffen.
    (47:07) Die Wiener Seele fehlt mir manchmal, dieser morbide, lustige, todessehnsüchtige Humor.
    (48:47) Ich finde den Karneval in Köln erstaunlich anders, als ich ihn mir vorgestellt habe, weil bei mir Karneval irgendwo zwischen Ballermann und Oktoberfest abgespeichert war.
    (49:13) Karneval ist auch etwas mega Politisches, und ich habe mich noch nie irgendwo unter besoffenen Leuten so beschützt und wohlgefühlt wie in Köln am Karneval.
    (49:30) Kölner Karneval hat extrem viel damit zu tun: Wir halten jetzt zusammen, wir stellen uns gemeinsam auf die Straße, die Straße gehört uns.
    (49:39) In der Südstadt, da, wo ich wohne in Köln, sind überall so Banner gehangen mit: „Hier ist kein Platz für Rassismus“.
    (50:47) Ich war noch nie in einer Stadt außerhalb Italiens, in der man so sehr das Gefühl hat, die Leute, denen gehört einfach die Straße.
    (50:57) Sobald die Sonne scheint, stehen alle irgendwo draußen, trinken ein Bier.
    (51:55) Es ist wie leben und leben lassen, und die Einstellung ist so: Nervt uns nicht mit Auflagen bei irgendwelchen Feiern, und nerven wir euch nicht damit, dass die Straße kaputt ist.
    (54:06) Köln hat das richtig im Herzen, diese Kultur, dass Leute kommen und gehen, dass man sich Hallo und Tschüss sagt.
    (54:16) Wenn du zum Beispiel in Köln abends in eine Bar gehst, ist es da nicht so üblich, dass du an einem Einzeltisch irgendwo am Rand sitzt, sondern man knödelt sich immer zusammen, aber ohne, dass die Leute einander am Nerv gehen.
    (54:55) Die Stadt begegnet der Kunst auf jeden Fall zuallererst mit Neugier.
    (56:10) Wenn du was probieren willst, findest du in Köln aufgeschlossene Leute.
    (58:03) Ich träume manchmal immer noch davon, dass ich irgendwann einmal ein bisschen in Japan leben darf.
    (58:28) Mir geht es jetzt schon so, dass ich, wenn ich ab und zu zurück bin in Österreich, immer denke: Bist du deppert, so ein halber Liter Bier ist schon viel.
    (1:00:58) Ich habe gemerkt, wie wenig Facetten ich von der deutschen Kultur kenne.

    1 hr 4 min
  • XiA die Heldin - Alice und Stephan - Abwehr ist die beste Verteidigung
    Wie Frauen sich im Alltag schützen können

    In dieser Folge werden Formen der Gewalt an Frauen und Kindern besprochen

    Mehr über XiA sowie Kurspläne und Angebote für Firmen und Schulen findet du unter xia-dieheldin.at

    Auf Instagram findest du Alice und Stephan unter @xia_dieheldin
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at, auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker.

    (06:06) Wir wollen kein Opfer sein, sondern wir wollen uns tatsächlich stark fühlen und eine Heldin sein.

    (06:11) Xia kommt aus dem Mandarin und heißt übersetzt „die Heldin“.
    (07:42) Wie es so ist am Land: Die Nachbarn wissen über alles Bescheid und haben natürlich sofort gewusst, dass ich Polizist bin. Da kann sich der Geheimdienst was abschneiden vom Nachbartatsch.
    (08:44) Selbstverteidigung fängt schon im Kopf an.
    (10:49) Wir legen sehr viel Wert auf die Selbstwertarbeit mit Frauen in unseren Kursen.
    (11:01) Um sich verteidigen zu können, muss man sich das einmal erlauben.
    (11:06) Man muss sich selbst erlauben, den Stellenwert einzunehmen, und sich das Recht herausnehmen, sich selbst zu schützen.
    (11:24) Es ist für viele Frauen schon eine große Herausforderung, Nein zu sagen.
    (12:16) Viele Frauen haben eine riesige Hürde, wenn es darum geht, sich selbst und die eigene Sicherheit an die erste Stelle zu setzen.
    (15:54) Täter suchen sich keinen Gegner, sie suchen sich ein Opfer.
    (16:58) Ein vermiedener Kampf ist ein gewonnener Kampf.
    (17:10) Beim Sport gibt es Regeln, bei der Selbstverteidigung gibt es keine Regeln.
    (19:45) Alles, was Frauen irgendeine Art von Selbstvertrauen gibt, ist gut.
    (19:57) Das eigene Selbstvertrauen, die eigene Haltung ist schon die präventivste Art der Selbstverteidigung.
    (20:05) Das Handy ist ein riesiges Hilfsmittel, weil du gefühlt für den Täter nicht mehr alleine bist.
    (25:06) Ich versuche, Frauen in den Kursen dazu anzuhalten, nicht nur zu sich selbst netter zu sein, sondern auch zu anderen.
    (27:05) Die Zivilcourage lässt eher zu wünschen übrig.
    (27:15) Die Polizei kommt und hilft, dazu brauchen wir aber einen Anruf, diesen Ruf nach Hilfe.
    (27:45) Als Mann ist es sehr schwer, um Hilfe zu bitten, vor allem in einer körperlichen Situation, weil es vielleicht Schwäche vermittelt.
    (30:12) Ich zeige Frauen in unseren Kursen Techniken, bei denen ich nicht will, dass ein anderer Mann sie kennt. Ich will nicht, dass Männer wissen, was auf sie vielleicht zukommt.
    (32:31) Wir reden in den Kursen mit den Frauen darüber: Was sind gefährliche Plätze? Was machst du, wenn du in eine U-Bahn einsteigst?
    (34:30) Ein Tipp ist es: Wenn ihr ein Lokal, eine Bahn oder einen Bus betretet, nehmt euch kurz die Zeit und checkt die Lage, schaut euch die Leute an und ihr werdet merken, wenn etwas nicht stimmig ist.
    (35:57) Es ist ein riesiger Unterschied, ob man von der Gefahr davonläuft oder ob man in Sicherheit läuft.
    (36:48) Es ist wichtig, den Fokus auf Sicherheit zu legen, nicht nur von der Gefahr weg, sondern wohin möchte ich stattdessen.
    (37:06) Das Schlechteste in der Selbstverteidigung, was man machen kann, ist das Erstarren oder Untätigsein.
    (39:11) Wenn wir uns wehren müssen, dann wehren wir uns aber richtig.
    (39:37) Bei uns im Kurs findet man einfache, effiziente Sachen.
    (41:08) Das Konzept der Kurse ist es, mit Techniken, dem richtigen Mindset, mit Achtsamkeit und Fokus versorgt zu werden, um aus Situationen rauszukommen.
    (41:23) Die Tipps aus unseren Kursen helfen nicht nur zur Selbstverteidigung, sondern auch im ganz normalen Leben.
    (41:39) Die meisten Frauen, die in einen Selbstverteidigungskurs kommen, denken an die Gewalt, die von einer fremden Person auf der Straße ausgeübt wird, aber wir wissen alle, dass Gewalt ganz anders anfängt.
    (41:52) Gewalt fängt weitaus früher an als bei körperlichen Übergriffen.
    (42:28) Das Präventivste, um sich zu schützen, ist die Arbeit am eigenen Selbstwert.
    (43:28) Wenn man verunsichert ist, dann stimmt etwas nicht.
    (43:32) Das Wichtigste ist, sich Hilfe zu suchen, irgendjemanden ins Boot zu holen.
    (46:46) Wenn Kursteilnehmerinnen Situationen erlebt haben und fragen, wie sie besser hätten reagieren können, nehmen wir das und arbeiten es gemeinsam auf.
    (49:00) Wir haben bisher wirklich viele Erfahrungen machen dürfen für verschiedene Zielgruppen und daher ist auch unser Repertoire gewachsen.
    (49:42) Es ist ein absolutes Herzensprojekt und wir wollen mit Xia etwas Gutes tun.
    (54:00) Es ist schade, dass es Selbstverteidigungskurse überhaupt geben muss.

    57 min
  • Mario Dungl - Vergiftete Bodybuilder
    Eine ungeschönte Geschichte einer hässlichen Realität

    In dieser Folge werden die Themen Tod, Depression, Suizid und Doping besprochen

    Infos zu Mario und seinem Buch "Vergiftete Bodybuilder" findet ihr hier

    Auf Instagram ist er unter @mario_dungl zu finden.
    Das Buch selbst findet ihr überall, wo es Bücher gibt, im Buchhandel eures Vertrauens oder online, zum Beispiel hier.

    Live zu sehen gibt es Mario am Samstag, den 18.7. um 15 Uhr im Kriminalmuseum in Wien und am Freitag, den 11.9. um 20 Uhr im Retro Gaming Museum in Wien.
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at, auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker.

    (04:14) Ich war Mitglied eines Motorradklubs und wir waren auf Geschäftsreise, kann man sagen.

    (05:07) 2016 war der Referenzpunkt dieses Buchs, da fand der Tod eines Freundes statt.
    (06:24) Ich hab einen auf Mister Marple gemacht.
    (06:55) Als ich das Buch geschrieben habe, habe ich mir oft gedacht: Das kann ich so nicht schreiben, das glauben mir die Leute nicht.
    (07:44) Ich habe mich im letzten Moment gegen Doping entschieden, er hat sich nicht dagegen entschieden.
    (10:55) Ich habe jede Person maskiert und ihr ein Pseudonym gegeben.
    (11:17) Vieles, was Helmut in der Geschichte macht, und ich getan habe, würde ich heute nicht mehr machen.
    (12:24) Ich war ein sehr komplexbehafteter Mensch.
    (13:20) Immer das Maximum. Der Beste sein, der Breiteste, der Schnellste.
    (14:24) Ich will nicht sagen, ich hatte einen kriminellen Geist, aber ich war dem schon ein bisschen angetan.
    (15:06) Es heißt immer „Das mit dem Doping, das ist nicht so“, ich hab mich kaum retten können vor Angeboten.
    (16:55) Ein Neunjähriger ist im Vorjahr am Schulgang zu mir gekommen und wollte wissen, ob ich etwas nehme. Der hat sich über TikTok schlau gemacht.
    (17:55) Die Limbo-Stange ist schon so tief, man muss nur mehr drübersteigen.
    (18:18) Zivilcourage funktioniert.
    (21:04) Ich wusste, dass einige sagen werden: „Der war nie auf der Bühne und spielt sich jetzt groß auf!“
    (22:00) Die Abstände wurden immer kürzer. Einer ist ins Spital gekommen, dann der Nächste und der Nächste.
    (22:36) Wenn ich jetzt nichts sage, ist morgen der Nächste dran.
    (23:06) Es war schon so ein bisschen wie man es aus Filmen kennt, wo Leute sich eine Pinnwand bauen und die Fäden ziehen.
    (23:54) Einerseits ist das Mindset vergiftet, aber es handelt sich auch einfach um höchsttoxische Substanzen.
    (29:07) Das war der Gerechtigkeitssinn.
    (31:02) Ab einem gewissen Zeitpunkt kannst du mit den Leuten nicht mehr reden.
    (34:02) So wie die Geschichte gelaufen ist, so ist sie auch ins Buch gekommen.
    (35:48) Man muss die Menschen darstellen, wie sie sind, nämlich manchmal ziemliche Würsteln.
    (37:24) Es ist nicht alles dunkel und traurig, sondern absurd und zum Schießen.
    (39:31) Narzissmus ist lächerlich.
    (41:41) Mir geht es um die Botschaft, fürs Geld mach ich das nicht.
    (42:24) Als Mann möchte ich an die Männerwelt appellieren, dass sich Männer trauen, über ihre Gefühle zu sprechen.
    (46:01) So geht’s nicht, ich schau nicht zu, ich schau nicht weg, ich mach was.

    51 min
  • Klaus Wamprechtshammer - Zahnarztangst: Wo sie herkommt und wie man sie überwindet
    Wir räumen auf mit Mythen rund um den Zahnarztbesuch

    Die Praxis von Klaus findest du unter wamprechtshammer-implantat.at

    Bücher, die Klaus nicht mehr schreiben muss, weil sie schon geschrieben sind, aber euch ans Herz legt:
    Atem - James Nestor

    In Aller Munde - Dominik Nischwitz
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at, auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker.

    (04:10) Das ist der klassische Bulletproof-Kaffee.

    (05:16) Kaffee ist überhaupt kein Problem, aber Kaffee pur, ohne Milch und Zucker.
    (06:22) Ich habe die HTL Maschinenbau gemacht und bastle sehr gerne. Ich habe mit meinem Beruf meine Berufung gefunden und darf täglich basteln.
    (09:16) Die meisten Angstpatienten sind gar keine Angstpatienten.
    (11:26) Wenn man seinem Zahnarzt mal vertraut, dann ist es für beide Seiten ganz einfach.
    (11:46) Um dem Kindheitstrauma Zahnarzt entgegenzuwirken, ist es wichtig, einen Zahnarzt zu haben und nicht ständig den Zahnarzt zu wechseln.
    (12:14) Der Familienzahnarzt ist der Familienhausarzt, das Beste, was dir passieren kann.
    (12:36) Wenn es ein bisschen mehr zu tun gibt, gibt es eine Anästhesie. Wir leben im Jahr 2026, das ist völlig harmlos.
    (14:57) Es sollte in der heutigen Medizin das direkte Arzt-Patienten-Verhältnis das Wichtigste sein.
    (15:58) Heutzutage ist man in der Zahnmedizin minimalinvasiv.
    (17:40) Vor 30 Jahren, als ich begonnen habe, hat es noch weitaus mehr Karies gegeben.
    (17:50) Das allgemeine Gesundheitsbewusstsein und Pflegebewusstsein, auch der Zähne, hat sich wahnsinnig verändert.
    (18:26) Wenn ich regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle gehe, dann ist nicht zu erwarten, dass große Defekte entstehen, die ich behandeln muss.
    (18:56) Die Summe der Zahnarztbesuche übers Leben ist immer gleich. Wenn ich fünf Jahre nicht gehe, weiß ich, dass ich im nächsten halben Jahr sechsmal gehe.
    (19:29) Der wichtigste Punkt im Leben und auch für die Zahnheilkunde ist richtiges Atmen, und zwar Nasenatmen.
    (21:14) Wenn man etwas von mir lernen kann, dann ist es Nasenatmung.
    (22:27) Wie trainiert man Nasenatmen? Indem du den Mund zumachst.
    (22:36) Nasenatmung trainiert man, indem man die Muskulatur um die Lippen und die Kaumuskulatur stärkt.
    (23:39) Durch die Mundatmung wird das orale Mikrobiom verändert.
    (25:13) Nasenatmungskinder haben deutlich weniger Karies.
    (27:28) Smoothies sind für den Zahnarzt das Schlimmste.
    (28:58) Für uns alle wäre das Optimum, zweimal am Tag zu essen.
    (31:46) Die Mundschleimhaut ist nur ein Erfolgsorgan der gesamten Haut. Sie ist der Beginn des Darmrohres.
    (31:55) Wenn du ein Darmproblem hast, ist natürlich dein Zahnfleisch nicht in Ordnung, und umgekehrt.
    (32:47) Mit der Zahnbürste geht es mir hauptsächlich darum, dass wir den Übergang Zahnfleisch zu Zahn putzen.
    (33:44) Ich sollte daran denken, Zahn für Zahn zu putzen.
    (33:56) Wenn ich das alles beachte und dann noch einmal am Tag mit der Handzahnbürste und einmal mit der elektrischen putze, dann habe ich zwei verschiedene Techniken und bin meiner Meinung nach damit am gründlichsten.
    (34:42) Es geht immer darum, wie gut ich kann, nicht wie gut ich muss.
    (35:33) Es gibt kaum jemanden, der im Scharade spielen so gut ist wie Zahnärzte.
    (35:52) Zahnärzte sind gut in Scharade und Pantomime.
    (37:00) Ein Smoothie ist kein Ersatz für gesunde Ernährung.
    (37:04) Obst ist eine Belohnung.
    (37:57) Eine gut gekaute Karotte ist die beste Zahnbürste.
    (38:37) Das gesündeste Gemüse ist Brokkoli.
    (39:59) Bei Veneers werden auf gesunde Zähne weiße Keramikplatten draufgesetzt. Die brechen auch oft herunter, und das heißt, ich muss oft zum Zahnarzt, um wieder Keramikplatten draufzukleben.
    (40:34) Ich als Zahnarzt stehe auf gesunde Zähne, die dürfen ruhig ein bisschen schief sein.
    (41:13) Gesunde Zähne zu beschleifen und etwas draufzukleben, scheint mir nicht sinnvoll.
    (43:28) Zähne sind wie Kristalle, Zähne sind wie Diamanten, es gibt lupenreine Diamanten und es gibt milchige Diamanten.
    (43:50) Die mit den lupenreinen Diamanten haben gelbere Zähne.
    (45:17) Mir kann man nur schaden, indem man meinen Kindern schadet.
    (45:48) Verwendet bitte kein Mundwasser.
    (47:58) Zahnpasta ist überbewertet. Die mechanische Reinigung ist durch nichts zu ersetzen.
    (49:22) Pfefferminze ist anregend, also am Abend vorm Schlafengehen keine anregend frische Zahnpasta, das hindert beim Einschlafen.

    52 min

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Wir alle kennen Menschen die uns auf die eine oder andere Art beeindrucken. Menschen die eine Geschichte haben die erzählt werden muss. Manchmal ist sie lustig, manchmal traurig oder tragisch. Oft erkennen wir uns in anderen Geschichten wieder oder können etwas daraus lernen. Meistens aber bringen sie uns zum Nachdenken.

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