mit Milch und Zucker

mit Milch und Zucker

By Christiane Hurnaus, Brenda AnnerlSociety & Culture
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mit Milch und Zucker episodes

  • Brenda - Die Kunst, Menschen zu verbinden
    Was kann echtes Zuhören bewirken?

    Brenda kannst du auf Instagram unter @brendaannerl begleiten. Noch mehr findest du auf Bluesky unter @brendaannerl.bsky.social

    Jürgens Folge über "Anders Sein - Gehen wir zu spät in Therapie?" vom 12.5.2019 kannst du dir hier anhören.
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    (08:30) Da gibt’s Kaffees, die wir zu dritt am Sziget getrunken haben, die besonders waren. Nicht besonders gut, aber sie sind ein Teil der Geschichte, an den ich mich gerne zurückerinnere.

    (08:47) Es sind immer die besten Kaffees, die man mit Menschen trinkt, die man mag.
    (09:31) Ein besonderer Kaffee der letzten Zeit war, als ich letztes Jahr in Sarajevo auf der Baščaršija gesessen bin, mit einem bosnischen Kaffee, und mich ein bisschen daheim gefühlt habe.
    (10:14) Gespräche, bei denen man etwas erarbeiten will, fangen mit Kaffee an.
    (11:44) In jedem Gespräch geht es für mich darum, der anderen Person Raum zu geben und nicht nur einen Oarschlochdaumen hinzuknallen.
    (13:07) Ungerechtigkeit ist etwas, das ich nicht aushalte.
    (17:07) Was außerhalb unserer Grenzen passiert und wie wir Menschen behandeln – diese Grausamkeit ist für mich unerträglich.
    (21:09) Wir als Zivilgesellschaft schaffen mehr, als wir glauben, und mehr, als uns die Politik zutraut.
    (22:08) In der Politik zu sein heißt, ein großes Ego zu haben und sehr viel über sich selbst zu sprechen.
    (23:06) Es fehlt in der Politik komplett, pragmatische Lösungen zu finden – es wird eher darauf geschaut, wie viel 0,00001 % diese Lösung meiner Partei bringt.
    (25:13) Es ist ein Vorteil, einen Podcast zu haben, bei dem man ganz viel von anderen Menschen lernen kann.
    (29:53) Es gab schon die eine oder andere Podcastfolge, bei der wir mit dem Thema woanders hinwollten als unsere GästInnen.
    (30:07) Wir folgen dir im Gespräch, wohin du willst.
    (30:31) Wenn wir die Geschichten von Menschen erzählen wollen, dann sollen sie sie auch so erzählen können, wie sie wollen.
    (32:14) Wenn’s in meinem Leben die Frage geben würde, wen ich als Pressesprecherin haben möchte, würde ich immer und ausschließlich Christiane auswählen.
    (34:18) Am Anfang von mit Milch und Zucker hatten wir beide eine bestimmte Podcaststimme.
    (38:45) Das Schöne ist: In einem eigenen Podcast kann man machen, was man will.
    (41:55) Wie man weiß, flieg ich nicht so gern, und meine Leber findet Fliegen auch blöd.
    (42:18) Es ist ein bisschen ein Fluch, dass man glaubt, man muss immer etwas verändern.
    (42:56) In der momentanen Weltlage ist ein Hoffen, dass es so bleibt, wie es ist, und nicht schlimmer wird, schon ein guter Wunsch.
    (48:50) Zum Schauen hat’s genug gegeben am Sziget.
    (49:13) Hört mehr Podcasts.
    (49:43) Seid’s wachsam und schaut auf die Menschen um euch herum, von denen ihr vielleicht schon länger nichts gehört habt.

    52 min
  • Lukas Gahleitner-Gertz - Asylpolitik zwischen Realität und Rhetorik
    Haben wir uns an Grausamkeit gewöhnt?

    Mehr zur Asylkoordination und ihrer Arbeit findest du auf der Homepage asyl.at und auf Instagram unter @asylkoordination_oesterreich.

    Lukas erste Folge zu Flucht und Asyl vom 5.2.2023 findest du hier.
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    (06:22) Wir stehen in der Spirale nach unten wieder ein Stück weiter unten, und es geht weiter nach unten.

    (08:48) Wir haben momentan die niedrigste Anzahl von Asylwerberinnen in Österreich in Grundversorgung, seit es Aufzeichnungen gibt.
    (09:12) Wir sind aber in einer Spirale drinnen, dass man glaubt, ganz arge Zeichen setzen zu müssen.
    (09:59) Der Krieg in Syrien war Österreich relativ wurscht. Das Einzige, um was es uns gegangen ist, war, dass wir geflüchtete Personen da hatten.
    (10:08) Österreich hat keine nennenswerten Initiativen gesetzt, dass dieser Krieg aufhören sollte. Wir haben uns nur beklagt, dass geflüchtete Menschen zu uns kommen.
    (13:38) Der Rechtsstaat muss jeden Tag neu erkämpft werden.
    (16:11) Die Exekutive probiert derzeit Sachen aus, die bisher nicht gemacht wurden, und das erhöht den Druck auf die Gerichtsbarkeit, und es heißt: Wir würden ja eh, aber die Gerichte stoppen uns.
    (16:36) Wo sind wir hingekommen, dass immer weniger kritisch die Regierungen hinterfragt werden, sondern eigentlich die Gerichtshöfe an den Pranger gestellt werden?
    (16:56) Faktisch wird das umgesetzt, was eigentlich die FPÖ vor einiger Zeit verlangt hat.
    (19:09) Ein großes Thema momentan ist das sogenannte GEAS, das gemeinsame europäische Asylsystem.
    (19:20) Es wurde vor den Wahlen zum Europäischen Parlament beschlossen und ist ein Riesen-Ding, wo keiner genau weiß, wo genau es hingehen wird.
    (19:30) Es sind neun verschiedene Rechtsakte, die in den nationalen Rahmen umgesetzt werden müssen.
    (19:40) Wir stehen vor der größten Asylreform der letzten 30 Jahre.
    (19:58) Ich glaube, dass sehr viele kleine Bösartigkeiten versteckt werden.
    (20:04) Es wird der Weg weiterverfolgt, dass man die Lösung nicht durch mehr Zusammenarbeit schafft, sondern durch mehr Schikanen gegen Schutzsuchende.
    (20:41) Diese Taliban-Besuchsgeschichte ist etwas, was mich sehr intensiv beschäftigt. Das muss man sich vorstellen – das sind Mitglieder einer Terrororganisation.
    (20:57) Wenn ich zu den Taliban fahren würde und sage, ich unterstütze die Taliban auf technischer Ebene, dann hätte ich eine Anklage wegen Terrorismus – und ich hätte sie zurecht.
    (23:42) Beim neuen gemeinsamen europäischen Asylsystem ist es schon so, dass es eigentlich darum geht, dass man die Leute schon etwas wegkriegt vom Recht, Rechte zu haben.
    (24:01) Es wird hier schon versucht, starken Druck auszuüben auf genau jene Personen, die Schutz suchen.
    (24:43) Die Fetischisierung der Außengrenze ist schon bemerkbar.
    (26:57) In Österreich im Asylbereich hatten wir nie einen Mangel an Regeln, wir hatten einen Mangel an Durchsetzung dieser Regeln.
    (27:08) Man hat ein Regelwerk, was im Prinzip nicht umgesetzt wird, und nun hat man ein neues Regelwerk, das noch komplizierter ist – nämlich massiv komplizierter.
    (28:31) Ich glaube nicht, dass in einer Situation, wo was nicht funktioniert, dass man dann Komplexität erhöht und glaubt, in der Realität funktioniert es dann besser.
    (30:53) Durch das verstärkte Verschieben an die Außengrenzen soll es aus dem Sinn kommen – wir sollen es nicht sehen.
    (32:01) 2017 gab es in Österreich rund 240.000 Sozialhilfebezieherinnen insgesamt und 2023 rund 200.000 – also 40.000 weniger, obwohl wir eine steigende Bevölkerung haben, obwohl wir eine arge Inflation haben.
    (32:28) Ich würde mir auch wünschen, dass es weniger Menschen gibt, die auf diese sozialen Leistungen angewiesen sind, aber ich kann’s mir in der Realität nicht vorstellen, weil die äußeren, objektiven Bedingungen schwieriger sind.
    (33:35) Man muss zwischen Asyl und Migration trennen, was immer wieder eingefordert wird – aber wenn’s nicht passt, macht man’s nicht.
    (36:12) Wir reden viel zu wenig darüber, wo wollen wir denn eigentlich hin und was sind die geeigneten Maßnahmen – sondern über die Maßnahme, und die Maßnahme ist die Kürzung.
    (39:57) Die Menschenrechte wurden nicht für Zeiten gemacht, wann’s leiwand ist, sondern für Zeiten, wo’s zur Sache geht.
    (40:57) Wir haben einen Staat, wir erlauben ihm gewisse Sachen, er kann uns auch zwingen, Sachen zu tun – aber es ist kein schrankenloses Recht.
    (41:21) Der Staat darf Individuen gewisse Rechte nicht einschränken.
    (42:05) Ich glaube nicht, dass die Menschenrechte als solche zur Disposition stehen, sondern dass sie für alle gleich gelten sollen.
    (42:54) Gewisse Rechte gelten auch für Arschlöcher.
    (46:26) Gewisse Rechte haben alle, und dafür müssen wir kämpfen, dass die alle haben.
    (48:37) Wir in Österreich kämpfen gegen den radikalen Islam, wir versuchen ein Kopftuchverbot durchzudrücken – zum Schutz von unter 14-jährigen Mädchen, damit sie kein Kopftuch in der Schule tragen dürfen – und gleichzeitig laden wir jene, die die Menschen gezwungen haben, ihr Land zu verlassen, nach Österreich ein.
    (50:18) Im besten Fall reden wir in fünf Jahren weniger über das Thema Asyl.
    (52:22) Wir haben in Europa eine Krise der regulären Migration, nämlich dass wir nicht ermöglichen, dass Menschen nach Europa kommen – auch um hier zu arbeiten.
    (55:23) Bleibt empathisch. Empathisch im Sinne von: Perspektiven von anderen einzunehmen, zu verstehen – das heißt nicht, dass man diese dann übernehmen muss, aber wir müssen diese Empathie fördern.
    (56:34) Bitte bleibt den Regierenden gegenüber kritisch – egal, wer an der Regierung ist.
    (57:02) Wenn die anderen das machen, was die Rechten machen würden, bringt’s ja auch nichts.

    1 hr 1 min
  • Hannah Bruckner - Von der Landwirtschaft auf den Tisch
    Wie schmeckt Dahoam?
    Du bist auf den Geschmack gekommen und möchtest ein Kochbuch haben? Schreib Hannah an diese Adresse [email protected]. Den Instagram Account findest du unter @so.schmeckt.dahoam Hannah erwähnt in der Folge die Plattform "Gutes vom Bauernhof". Dort findest du regionale und saisonale Lebensmittel, direkt in deiner Umgebung.
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    (06:40) Du kochst immer so coole Sachen, du solltest ein Kochbuch schreiben.

    (07:39) Im urbanen Raum ist es schwer verständlich, wie die Landwirtschaft wirklich funktioniert.

    (07:47) Wenn du am Land lebst, siehst du einmal einen Traktor und einen Acker und hast ein ungefähres Bild, wie’s funktionieren kann.

    (08:03) Ich finde es schade, dass sehr viele Menschen nicht wissen, was wirklich hinter den Lebensmitteln steckt und für sie nur ein Griff ins Regal ist.

    (08:14) Mit meinem Projekt will ich zeigen, dass Lebensmittel nicht nur ein Griff ins Regal sind, sondern auch eine Entscheidung für einen Berufsstand.

    (08:44) Ich möchte zeigen, wie viel Arbeit hinter einer Packung Mehl oder Öl steckt und dass das nicht so zur Welt kommt.

    (09:54) Das erste Rezept, das für mich ins Kochbuch musste, war Bohnensterz, weil den hat die Oma schon immer für uns gemacht.

    (13:48) Es gab keinen Betrieb, wo es nicht zuerst geheißen hat: Kommt’s rein, trinkt’s einen Kaffee und esst einen Kuchen mit uns, bleibt’s noch da zum Abendessen und Mittagessen.

    (13:58) Es ist sehr, sehr viel Herzlichkeit dahinter.

    (14:50) Bei jedem Gericht in meinem Kochbuch gibt es auch einen landwirtschaftlichen Hintergrund zu dem Gericht.

    (15:16) Auf dem Instagram-Account soll die Landwirtschaft greifbar gemacht werden.

    (17:21) Es ist sehr wichtige Aufklärungsarbeit, wie zum Beispiel eine Gurke hergestellt wird und dass sie nicht in einer vollen Kiste einfach daherkommt.

    (20:02) Man sieht, wie innovativ die Landwirtschaft sein kann.

    (22:23) Meine Mama sagt, von mir kann man lernen, wie man mit einem Arsch auf zehn Kirtagen tanzt.

    (23:42) Wenn ich eine Auszeit vom Kochen und Kochbuch brauch, gibt’s einfach Nudeln mit Pesto.

    (23:46) Aber wenn schon Pesto, dann eines aus’m Gemüsegarten von meiner Mama. Da weiß ich dann auch, es ist nicht industriell gefertigt.

    (24:26) Für mehr Regionalität im eigenen Leben muss man die Augen offenhalten und schauen: Wer ist mein nächster Direktvermarkter?

    (24:45) Bei „Gutes vom Bauernhof“ gibt’s eine Karte, wo du ein Produkt eingeben kannst, und dann wird dir aufgelistet, wo es das in deinem Bezirk gibt.

    (24:59) Von Bio Austria gibt’s die BioMap, da kannst du Produkte in biologischer Qualität kaufen, was natürlich das Nonplusultra ist.

    (25:06) Regional und bio – besser geht’s nicht.

    (25:26) Auf der BioMap findet man auch Bio-Restaurants, Bio-Aktivitäten wie Yoga auf einem biologischen Bauernhof und wo’s Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

    (28:08) Wir haben einen Ackerbaubetrieb, das ist natürlich nicht so vereinnahmend wie zum Beispiel ein Milchviehbetrieb.

    (28:14) Ich habe eine Freundin, die haben einen Milchviehbetrieb. Da gibt es keinen Heiligabend, wo Ruhe ist. Da war Bescherung um zehn Uhr abends, weil’s nicht anders ging.

    (28:54) Wir bauen auch Erdäpfel an, eine ziemlich empfindliche Sorte. Ich sage immer, es ist eine Prinzessinnensorte.

    (29:14) Als Ackerbaubetrieb hat man immer den Faktor Wetter, mit dem man nicht rechnen kann, und es ist immer ein Risiko, einen Ausfall zu haben.

    (30:06) Wir verlieren uns in Bowls und hippen Gerichten, und es wird vergessen, dass wir so tolle Gerichte haben.

    (31:16) Durch das Kochbuch wird man vielleicht als jüngerer Mensch daran erinnert, dass das Gute und Alte so nahe liegt und dass es das auch noch gibt.

    (31:47) Was ich gar nicht kannte, ist überbackenes Sauerkraut.

    (33:25) Wir haben uns das ganze Wochenende nur über Krautfleckerl und Kraut unterhalten.

    (33:44) Kraut bringt mich zum Lachen.

    (34:37) Bei dem Betrieb, den wir in Tirol besucht haben, sind die Kühe im Sommer auf der Alm, und da wird der Stall zur Partylocation umgewandelt.

    (35:27) Ziegen sind sehr lustige Tiere.

    (37:42) Gerade die jüngere Generation findet es wichtig, nach außen zu tragen, was die Landwirtschaft in Österreich macht.

    (38:21) Landwirtschaft muss man mit Leidenschaft, Liebe und Hingabe machen.

    (39:18) Landwirtinnen und Landwirte sind selten scheue Menschen.

    (40:49) Wenn man so weit vorausplant, dann verbaut man sich Möglichkeiten, die sich ergeben.

    (43:00) Ich hab ein Wirten-Gen.

    (43:14) Ein Buschenschank ist ein bissi ein Traum.

    (43:51) Als Landwirtin oder Landwirt muss man total situationselastisch und flexibel sein.

    (45:05) Beim Einkauf auf Regionalität und Saisonalität achten, da hat man schon viel zum Klimaschutz beigetragen, weil es die Kreisläufe der Natur sind.

    (45:34) Wir können uns glücklich schätzen, dass wir im Dezember Paradeiser in den Regalen haben.

    (45:44) Wir haben super Wintergemüse. Kraut ist tiptop lagerfähig.

    (45:49) Regionalität und Saisonalität sind meine Keywords.

    48 min
  • Ali Mahlodji - Wie können wir Klischees und Stereotype überwinden?
    Was macht deine Brand so?

    Mehr Informationen zu Ali Mahlodji, seinen Keynotes findest du unter ali.do auf Instagram unter @ali.mahlodji.official. Speziell hinweisen möchten wir auf sein Programm für Jugendliche futureRocka

    Seine Bücher kannst du unter anderem hier kaufen:
    "Entdecke dein wofür?"

    "Und was machst du so?"
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    (05:24) Gib mir ja keinen warmen Kaffee.

    (05:57) Ich hab viele Sachen in meinem Leben gemacht, vor denen ich richtig Schiss hatte.

    (05:51) Ich hatte Angst, vor Menschen zu sprechen, panische Angst, jahrelang.

    (08:51) Der Akt des Kaffeetrinkens ist für mich ein Ritual.

    (09:33) Fast mein ganzes Leben war durchsetzt von ein paar wenigen Emotionen. Das war Wut, das zweite war unfassbare Neugierde, Lebenslust und „Ich umarm die Welt“, und das dritte war unfassbare Angst.

    (10:05) Ich bin gerade in einer kompletten Wandlungsphase meines Lebens.

    (10:28) Mein Urvertrauen ins Leben schwindet, wenn ich mich nicht an die Geschichten in meinem Leben erinnere.

    (10:35) Ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwas gut hinbekommen hab.

    (11:32) Meine Mutter war eine Frau, die immer gesagt hat: „Wenn du willst, schaffst du alles.“

    (13:03) Sie können unfassbar stolz auf sich sein.

    (13:16) Ich hab mich für meine Flüchtlingsgeschichte geschämt.

    (14:19) Jede Geschichte aus meinem Leben, für die ich mich geschämt habe, aber trotzdem öffentlich erzählt habe, hilft irgendeiner Person, die gerade das Gefühl hat, dass sie nichts wert ist.

    (14:43) Du musst lernen, dass dich die Leute natürlich in Schubladen stecken. Du lernst aber auch, bewusst damit zu arbeiten, um auch an Orte zu kommen, wo du sonst nicht hinkommst.

    (15:33) Ich weiß, was es bedeutet, wenn du in der Dunkelheit das Licht sehen musst.

    (16:05) Ich habe begonnen, mit den Klischees zu spielen.

    (17:25) Die Leute wollen heute wissen: Wie denkst du? Wie ist dein Wertemodell?

    (18:01) Ich hatte kein Geld für Marketing, deshalb habe ich genutzt, was ich habe, und das war ich, meine Geschichte und die große Vision, die wir hatten.

    (19:40) Every Story counts.

    (19:41) Jede Geschichte zählt, und es ist egal, ob du im ersten Bezirk in Wien geboren bist oder dein Land wechseln musstest.

    (21:03) Meine Intention war immer: Wenn ich es schaffe, dass jeden Tag die Perspektive eines Menschen sich verändert – eine Person, die vielleicht gerade nicht an sich glaubt – dann habe ich das Leben dieser Person gerettet.

    (26:21) Ich habe auch gemerkt: Wann immer ich Menschen auf ein Podest hebe, stecke ich sie genauso in eine Schublade.

    (26:38) Wenn du im Wirtshaus sitzt und über jemanden anderen herziehst – der Person ist es egal, aber du hast einen Scheißabend.

    (28:59) Ich versuche, im Menschsein besser zu werden.

    (29:06) Schubladen passieren bei mir immer, wenn ich im Stress bin.

    (29:38) Eines der wichtigsten Dinge, die ich Menschen in meinen Mentorings beizubringen habe, ist, nicht alles zu glauben, was sie denken.

    (31:52) Was ich, glaub ich, wirklich gut kann, ist, Menschen beizubringen, was sie tun müssen, damit sie gesehen werden und auch gehört werden – aber ohne sich dabei zu verstellen.

    (34:25) Leute in ihre Klarheit bringen, das kann ich gut.

    (45:19) Bei Vorträgen erkläre ich Kindern und Jugendlichen immer, dass wir Erwachsenen auch das erste Mal Menschen sind.

    (45:24) Ich bin als 44-Jähriger auch das erste Mal 44.

    (49:19) Ich begegne Menschen mit Fragen. Ich frage, woher sie Dinge wissen – nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit ehrlicher Neugierde.

    (50:24) Die Menschen stehen gerade global an einem neuen Startpunkt.

    (52:59) Mein Vater hat immer zu mir gesagt: „Schau einmal am Tag in den Himmel zu den Sternen, dann wirst du merken, wie klein du bist und wie klein deine Probleme sind.“

    (53:55) Ich sage Menschen immer: In 100 Jahren gibt’s dich nicht mehr – ist es wirklich wichtig, worüber du dich gerade aufregst?

    (54:05) Wie werden wir netter? Indem wir verstehen: Jeder hat einen Rucksack.

    (56:02) Das Einzige, was du hinterlässt, sind die Geschichten und Emotionen, die du mit anderen kreiert hast.

    (56:50) In einer Welt, in der du alles sein kannst, sei einfach nett.

    1 hr
  • Doro Blancke - Lesbos 2025 - Hoffnung oder Verzweiflung?
    Hoffnung, Not und der unermüdliche Kampf für Menschlichkeit an Europas Grenze

    Alles zu den Hilfsprojekten von Doro und Spendenmöglichkeiten findest du unter doroblancke.at

    Auf Instagram kannst du sie unter @doroblancke bei ihrer Arbeit begleiten.

    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    Die bisherigen Podcastfolgen mit Doro kannst du hier hören:

    2024 - Doro Blancke - Wie ist ist Situation für geflüchtete Menschen in Griechenland?
    2023 - Doro - Flüchtlingshilfe - doro blancke
    2022 - Doro - Veränderungen und Notwendigkeiten auf den griechischen Inseln
    2021 - Eiskaffee und Sonnencreme - Sommerupdate mit Doro
    2021 - Doro - Choose Love - Warum wir die Menschen in Griechenland nicht vergessen dürfen

    Im vergangenen Sommer haben wir Doro unseren Podcast übergeben. Dabei sind 4 Folgen live aus Lesbos entstanden:

    Folge 1
    Folge 2
    Folge 3
    Folge 4

    (05:41) Lesbos ist schon ein bisschen meine zweite Heimat.

    (07:15) Ich lebe auf Lesbos, wenn ich Freizeit habe – sehr privat.
    (07:23) Ich trinke meistens Kaffee, viele Griechin­nen trinken Ouzo.
    (10:15) Seit Monaten sind 50 bis 75 % der Menschen im Camp Frauen und Kinder.
    (10:24) Im Winter gab es nicht mal Decken im Camp. Wir haben aus Österreich palettenweise Decken bekommen.
    (10:55) Es müssen 9–10 Menschen und 2 Kinder in einem Container leben.
    (11:16) Wenn die NGOs nicht da wären, gäbe es kaum medizinische Versorgung.
    (11:36) Es gibt über 60 Familien mit Kindern, die hier einfach festhängen.
    (11:47) Mit Afghaninnen hat man alle Interviews eingestellt, weil man auf einen neuen Türkei-Deal hofft.
    (13:45) Die griechische Küstenwache hat versucht, ein Schiff zurückzudrängen. Neben dem Schiff der griechischen Küstenwache, 100 Meter vor der Küste, sind 8 Menschen und 2 Kinder ertrunken.
    (15:09) Es weinen Mütter mit uns und bitten uns um eine Windel am Tag.
    (16:49) Man darf nicht nur Geflüchtete im Auge haben, wenn man helfen will.
    (16:57) Für mich war es von Anfang an wichtig, dass wir mit den Einheimischen zusammenarbeiten.
    (19:04) Es ist das Bedürfnis, zusammenzukommen und den Status zu erhalten.
    (19:54) Das Einzige, worüber man sich in Europa einig ist, ist die Brutalität des Grenzschutzes.
    (20:51) Die Grausamkeiten, die man an der Grenze macht, sind ein Test, wie man’s mit den Menschenrechten tatsächlich hält.
    (21:45) Die Mechanismen gehen dahin, Menschen zu demütigen, zu entwürdigen und Hass zu schüren.
    (29:15) Wie wir mit den Menschen an den Außengrenzen umgehen, ist eine Unverantwortlichkeit. Die Gewalt. Das Sterben. Wie sollen wir einmal friedlich zusammenleben?
    (30:20) Es ist an der Zeit, dass wir aufbegehren – Empörung allein reicht nicht.
    (32:12) Unsere Lebensmittelpakete bekommen jeden Samstag besonders Personen – das sind Menschen, denen von NGOs Unterkünfte bezahlt werden. Die Geschichten reichen von Vergewaltigungen bis zu krebskranken Kindern.
    (32:46) Wir bezahlen die Miete und liefern Lebensmittel für „Safe Shelter Lesbos“, das Frauenschutzhaus.
    (37:41) Ich hab ChatGPT am Anfang mit „Sie“ angesprochen, und alle haben fürchterlich gelacht.
    (38:59) Ich lerne viel beim Crowdfunding, und ich sehe, wie viele liebende und hilfsbereite Menschen es gibt – aber ich muss viel Zeit investieren, um die Hilfe auf Lesbos aufrechtzuerhalten.
    (39:28) Was wir tun, was hier passiert – das gehört verbreitet. Ich bereite die Posts meistens in der Nacht vor. Es sind Stunden, die ich brauche. Am Tag habe ich anderes zu tun.
    (39:47) Ich bin viel mit Tod konfrontiert auf Lesbos. Der Refugee-Friedhof füllt sich.
    (39:53) Ich komme in ein Alter, wo ich darüber nachdenke: Wie will ich gewesen sein?
    (42:51) Die Schande hat sich potenziert. Es war in allen Medien: Moria – die Schande Europas. Mittlerweile ist die Situation für alle normal, und je normaler es wird, desto größer wird mein Zorn und meine Power, dass ich das so nicht stehen lasse.
    (43:39) Ich empfinde Schmerz bei dem Gedanken: Wie können wir so sein?
    (47:12) Erkennen wir die Realität an – es muss noch keiner rennen und etwas tun, aber sprechen wir wenigstens die Realität an.
    (49:40) „Ein Mensch, der bei uns 170 Euro verdient und noch 140 Euro heimschicken kann – den sollten wir zum Finanzminister machen.“ Ein geiler Ausspruch von Lukas Gahleitner-Gertz als Antwort auf den Innenminister.
    (50:31) Wie könnten wir alle Migrant*innen empowern, von ihrem Streikrecht Gebrauch zu machen – und alle gehen in der Früh in die Arbeit, setzen sich hin und tun nichts. Beim Spar, das Reinigungspersonal, Spital, Kindergärten – alle. Drei Viertel von Österreich würde stillstehen.
    (5:27) Die meisten Menschen, die jetzt hier sind, haben 10 grausamste Pushbacks hinter sich, bei denen ihnen Handy, Geld – alles – weggenommen wurde. Sie probieren es immer wieder, herzukommen, weil sie sagen: Wo sollen wir denn hin?
    (51:48) Welche Nachricht hat sich durchgesetzt? Die Menschen wissen: Sie kommen in die emotionale Hölle.
    (56:29) Menschenrechtspreis heißt nicht nur, sich auf die Schulter zu klopfen – sondern ist auch eine Verantwortung.
    (56:34) Mein Charakter ist nicht, zu allen immer lieb zu sein. Ich will zu allen respektvoll sein – aber ich will nicht mit allen lieb sein.
    (1:01:52) Die Geschichten, die ich auf Lesbos höre, die Menschen, die ich treffe – es sind Ereignisse, die der Gesellschaft gehören.

    1 hr 7 min
  • Martin Zinggl - Das ist kein Spaziergang
    Vom Grenzen überwinden und heil wieder ankommen

    "Das ist kein Spaziergang" gibt es im Buchhandel eures Vertrauens oder hier

    Die Bilder zum Buch und Martins Reise gibt es auf instagram unter @sultans_trail anzusehen.
    Mehr über Martin erfährst du auf seiner Homepage martinzinggl.com

    Wenn du am Sultans Trail interessiert bist, schau hier entlang!
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    (04:44) Die Kaffees, die ich in meinem Leben getrunken habe, kann ich an einer Hand abzählen.

    (06:30) Ob in Nepal der Chai oder auch in der Türkei der çay, der in kleinen tulpenähnlichen Gläsern serviert wird, Schwarztee ist immer das Heißgetränk meiner Wahl.

    (07:24) Milch und Zucker zerstören den Tee-Geschmack.

    (08:02) Ich hab nie geplant diesen Trail zu gehen.

    (08:27) Ich hatte eine gesundheitliche Krise, die dann eine Sinneskrise ausgelöst hat.

    (08:54) Gehen erdet mich.

    (10:01) Wieso lass ich eigentlich nicht alles liegen und stehen und geh einfach?

    (10:39) Der Trail hat mich angesprochen, weil ihn kein Schwein kennt und dort nur zwei Dutzend Leute im Jahr gehen.

    (12:09) Einer der Gründe, warum ich mich für den Weg entschieden habe, war der, dass er in Wien startet.

    (12:50) Dieses Gefühl von einfach Freiheit, einfach rausgehen und loslassen, war sehr reizvoll.

    (13:34) Ich bin mit der U-Bahn zum Stephansplatz gefahren, weil dort der Trail offiziell startet.

    (14:59) In der Regel bereitet man sich auf sowas vor, ich bin da kein gutes Beispiel.

    (15:45) Geh einfach los und schau, was kommt.

    (16:42) Man hat ja keine Ahnung, wie’s hinter Simmering ausschaut.

    (17:14) Deo auf einem Wanderweg, wo du allein bist, ist vollkommen nutzlos. Lieber Gewicht reduzieren, wo du nur kannst.

    (18:30) Ich hab immer darauf gehofft, dass es auf den nächsten 20-40 km eine Schlafmöglichkeit gibt.

    (20:19) Ich bin auf den 2400 km einem einzigen anderen Wanderer begegnet und der hatte überhaupt keinen Bock, mit mir zu reden.

    (22:20) Du kannst Lieder singen, Schritte zählen oder sonst was machen, irgendwann beginnst du unweigerlich nachzudenken.

    (23:45) Auch bei der besten Ausrüstung wirst du irgendwann, wenn du stundenlang durch den Regen gehst, nass.

    (25:48) Ich bin sehr ungeübt als Wanderer.

    (29:04) Beginnend am Tag zwei gab es immer wieder Momente, in denen ich mir gedacht habe: Fetzendeppate Idee, geh heim.

    (29:59) Ich bin nicht losgegangen mit der Idee, ein Buch zu schreiben.

    (32:29) Es wäre schade, die Erfahrung nicht zu teilen.

    (34:11) Im Vergleich Sultans Trail und Buchschreiben war der Sultans Trail ein Spaziergang.

    (35:15) In dem Tagebuch stand nichts anderes drinnen als: x km gegangen von A nach B.

    (38:20) Ich habe versucht mich aus der digitalen und auch realen Welt zu entfernen.

    (41:15) Ich wollte unter keinen Umständen, dass man mich live mitverfolgen kann.

    (42:25) Ich versuche mich nicht allzu ernst zu nehmen.

    (43:55) Wenn’s nicht sein muss, wollte ich keine Umwege gehen.

    (46:10) Du willst nicht im Amazonas Europas knietief in einer Senke versinken und von einer Schlange gebissen werden.

    (50:10) Manchmal sitze ich daheim und schau mir auf Google Maps Grenzen an.

    (55:28) Ich war Feuer und Flamme bei dem Gedanken, in eine Gegend zu kommen, die nicht oft begangen wird.

    (57:17) Gehet hin und kaufet mein Buch.

    1 hr
  • Maria Gruber und Michaela Prendl - Warten oder Selbermachen
    Wie schreibt und produziert man ein Theaterstück?

    "DANN" kannst du von 17.7.-18.7. und 8.8. auf der Open-Air-Bühne in Pellendorf sehen. Tickets dafür gibt es hier

    Hintergrundinfos findest du auf Instagram unter @dann_theater.

    Maria findest du unter mariagruber.com und auf Instagram unter @mariaandreagruber

    Michaela findest du unter michaelaprendl.com und auf Instagram unter @michaela.prendl

    Bisherige Folgen mit Michaela:

    "Ohne Kunst wird's still" - 8.6.2020
    "Eine Umarmung - Weihnachten mit Milch und Zucker" - 23.12.2021

    "Kunsträume schaffen und Kunst Raum geben" - 21.5.2023
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker

    (07:31) Ich hab den besten Kaffee mehrmals getrunken.

    (08:11) Leni’s Café in Sommerhausen würde ich jedem empfehlen.
    (09:33) Wie schön wär’s, wenn wir ein gemeinsames Projekt starten könnten?
    (10:34) Maria, ich hab‘ ein Stück für uns geschrieben!
    (13:45) Beim ersten Mal Lesen war das Ende noch nicht klar.
    (15:04) Sie wissen nicht: Bin ich die Mutter, die Tochter, die Partnerin von irgendwem? Das gibt ihnen eine gewisse Freiheit.
    (17:07) Ich hab‘ noch nie so ein Stück gelesen.
    (19:23) Unsere erste Intuition ist auch die richtige gewesen.
    (20:53) Es ist auch eine Challenge zu sagen: Wie hat sich das für dich angefühlt, wie hat sich das für mich angefühlt?
    (23:12) Es ist immer schlimmer, wenn du es einer Person zeigst, als bei einem ganzen Publikum.
    (24:40) Es ist schön und respektvoll.
    (26:48) Die Frauen, bei denen ich mich entschieden habe, sie in meinem Leben haben zu wollen, sind alle sehr inspirierende Personen.
    (28:04) Alles, was ich gerade tue, ist daraus entstanden, dass ich gesagt habe, ich will nicht darauf warten, dass jemand sagt: Genau. Dich. Will ich.
    (28:25) Ich bin nie der Typ, der gerade gesucht ist, deswegen mache ich jetzt meinen eigenen Scheiß.
    (31:59) Es ist schön, jemanden zu haben, der das Ruder in die Hand nimmt.
    (33:54) Wenn du es gewohnt bist zu stolpern, dann stolpert man leichter weiter.
    (35:32) Es soll Leute dazu anregen, zu überlegen: Lassen sie ihr Leben nur passieren?
    (35:53) Wie oft sagt man: Das mach ich dann. Und für die Frauen in unserem Stück ist es eben zu spät.
    (45:44) Wenn ich Leuten zuhöre, wie sie Geschichten erzählen, muss ich oft lachen.
    (46:17) Ich kann noch nicht sagen, ob die Leute es so lustig finden werden.
    (54:05) Lachen ist nicht das Gegenteil von Traurigsein.
    (55:12) Ich hab den Traum von einem Stück am Fringe Festival in Edinburgh.
    (55:58) Haben wir das Geld für KI-Übersetzer?
    (59:53) Kreative Prozesse sind etwas Intimes.
    (01:02:14) Ich geh auch nicht zum Bäcker und sag: „Naja, die eine Semmel haben’s doch eh sicher gern gemacht.“

    1 hr 7 min
  • Christine und Fatima - Nachbarinnen, die man kennt
    Ein Blick in die integrative Vereinsarbeit von Frauen für Frauen
    Die NACHBARINNEN findest du unter www.nachbarinnen.at. Wenn du sie direkt unterstützen möchtest, schau am besten hier vorbei. Auf Instagram gibt es unter @nachbarinneninwien
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    (06:07) Wir fragen prinzipiell jeden, der beim Türl reinkommt, ob sie oder er einen Kaffee will.

    (08:02) Wir haben jemanden gebraucht, der uns zu den Frauen die Brücke bildet.
    (08:23) Wir haben gesagt: Was klein geht, geht auch groß.
    (08:26) Nach einer Sozialraumanalyse haben wir definiert, wer am ehesten die Menschen sind, die nach Österreich kommen und am ehesten in Gefahr sind, in die Isolation abzurutschen.
    (10:43) Ich freue mich sehr, dass ich meine Muttersprache in meiner Arbeit nutzen kann und Menschen helfen kann.
    (11:09) Unser Ansatz ist: Ich begleite dich eine Zeit und zeige dir, wie du selber in dieser Stadt zurechtkommst.
    (12:57) Die allermeisten Frauen kommen zu uns durch ehemals begleitete Frauen.
    (13:49) Wenn ich eine Familie kennenlerne, schaue ich zuerst, was sie brauchen. Ich stelle mir vor, es ist meine Familie, und frage mich, was ich machen kann, um die Situation der Familie zu verbessern.
    (16:14) Unser Ziel ist nicht die Spaltung. Unser Ziel ist, dass die Familie zusammenbleibt und gemeinsam das Leben meistert.
    (17:48) Das Werkzeug der Familienkonferenz hätte ich mir, als ich Kinder bekommen habe, gewünscht.
    (18:00) Wir wenden Werkzeuge an, die auch hier Familien brauchen würden, damit eine gleichwertige Beziehung zwischen allen Familienmitgliedern besteht.
    (21:43) Der Weg der Integration ist eine zweiseitige Geschichte. Wir tun immer so: „Die sollen sich integrieren.“ Nein, wir müssen uns auch öffnen. Damit es gelingt, müssen sich beide Seiten öffnen.
    (22:05) Die Nachbarinnen vertreten immer das österreichische System, aber muttersprachlich und aus derselben Kultur kommend.
    (23:28) Jeder hat Vorurteile. Jeder, der sich mit einem Thema nicht besonders befasst, hat Vorurteile, die zum Beispiel aus Medien kommen. Deswegen reden wir miteinander, um einander zu verstehen.
    (31:16) Wir haben mit den Nachbarinnen gemeinsam eine Struktur entwickelt, wie wir Familien begleiten. Die Idee ist immer wie am Anfang geblieben, wir haben nur die Struktur verfeinert.
    (33:27) Ich hab ein derartiges Glück - ich bin im Nutellafass geboren und ein bisschen was von der Nutella kann man verteilen.
    (33:51) Es ist ein derartiges Glück, in das ich da hineingeboren bin, dass ich von dem auch ein bisschen weitergeben kann, wenn sich Menschen wie die Fatima auf mich einlassen.
    (34:18) Wir hören oft in den Medien, dass die ausländischen Familien viel Geld kosten, aber man sieht nicht, dass die Familien wirklich kämpfen, hier zu leben, alles zu lernen und alles für die Kinder zu machen.
    (35:03) Es gibt Familien, die Angst hatten, im Park zu spielen oder die Nachbarn zu begrüßen, weil die Menschen sie böse ansehen.
    (37:35) Die Menschen sind deutlich besser, als uns in den Medien klargemacht wird, mit irgendwelchen deppaten reingehenden populistischen Sagern.
    (38:15) Ganz pragmatisch gesehen: Was kann uns Besseres passieren? Wir müssen nichts anderes, als die Kinder, die kommen, auszubilden.
    (38:31) Jeder jammert ständig über den FacharbeiterInnenmangel, LehrerInnenmangel und was auch immer für einen Mangel, wir bräuchten nur ein bisschen helfen.
    (40:02) Wir haben viele Angebote, aber nicht jedes ist für jede Familie interessant.
    (42:44) Der Prozess des Alleinlassens ist während der gesamten Begleitung.
    (42:50) Beim Perspektivengespräch nach ca. 8 Wochen Begleitung fragen wir: Was hast du vorher nicht gekonnt und was kannst du jetzt und was willst du alleine können und was brauchst du dafür von mir?
    (43:12) Die Frauen sind stolz, dass sie es alleine können.
    (45:02) Wir sagen den Frauen von Anfang an, dass wir nicht ein Leben lang bleiben.
    (46:00) Vor dem Abschluss der Begleitung sind wir sicher, dass die Frauen es alleine schaffen werden.
    (47:08) In den Teamsitzungen, die wir jede Woche haben, wo wir stundenlang über die Familien reden, herrschen Offenheit, gegenseitige Unterstützung und eine Art, miteinander umzugehen, die allen hilft.
    (50:49) Eine Sache muss ich schon vielen Menschen erklären: die Grundzwiderheit der Österreicher.
    (51:56) Wir haben einen Grundrassismus erlebt, in einem Ort, der nur vom Tourismus lebt.
    (57:01) Demokratie ist nicht einfach, Demokratie ist etwas sehr vielschichtiges und kompliziertes.
    (57:09) Die wahre Basis der Integration wird abgelehnt, es ist einfacher zu sagen: Geh, schleichts euch.

    1 hr 2 min
  • Ursula Bittner und Ramin Mirfakhrai - Ans Licht (gebracht)
    Wie ein Verein Whistleblower unterstützt, um für mehr Transparenz in Österreich zu sorgen

    Mehr Infos über Ans Licht findest du auf der Homepage unter ans-licht.org und auf Instagram unter @_anslicht.

    Die erwähnte Episode von "Scheuba fragt nach" findest du auf Spotify, falter.at und Apple Podcasts
    Alles Weitere erfährst du unter www.mitmilchundzucker.at auf Instagram @mit.milch.und.zucker oder Facebook @mitmilchuzucker**

    (07:18) Seit ich keinen Kaffee mehr trinke, geht mir auch dieses „Trinken wir einen Kaffee?“ ab.

    (07:50) Die Idee für den Verein Ans Licht kam aus dem Bedarf.
    (08:17) Wir sind draufgekommen, dass die Unterstützung eines Whistleblowers interdisziplinär sein muss.
    (09:07) Ich finde diese Menschen, die diesen Mut haben, etwas zu tun, wobei sie selbst ihre Reputation und die Grundstruktur ihres Lebens riskieren, extrem bewundernswert.
    (09:55) Ibiza war ein Meilenstein.
    (11:24) Ich weiß aus meiner eigenen Biografie, wie es ist, wenn man etwas Whistleblower-Ähnliches macht, und das assoziiere ich mit einer gewissen Emotion – nämlich, Schutz in Anspruch nehmen zu wollen.
    (12:28) Wenn sich jemand an uns wendet, findet zuerst eine Prüfung statt, ob wir näher treten sollten. Dann findet relativ bald ein persönliches Treffen statt, und wir versuchen herauszufinden, was der Bedarf ist.
    (13:12) Es gibt Personen, die eher eine juristische Unterstützung, Bewertung und Analyse brauchen, andere benötigen eine mediale Begleitung, und wieder andere sind in einer Lebenskrise und Stresssituation.
    (13:57) Ich traue uns zu, dass wir eine 360-Grad-Perspektive haben.
    (15:21) Ein ganz großes Problem für Whistleblower:innen ist: Wo können sie vertrauen? Wo können sie etwas erzählen, das dann nicht gegen sie verwendet wird?
    (16:38) Ich würde potenziellen Whistleblowern den Rat geben, sehr genau Buch zu führen.
    (16:51) Ich würde allen betroffenen Personen raten, sich schnell Hilfe zu holen.
    (17:34) Wichtig ist es, sich Menschen anzuvertrauen, die vertrauenswürdig sind.
    (18:00) Es ist wichtig, eine Balance zu finden zwischen dem eigenen Interesse, dem Schutzbedürfnis der eigenen Person und dem Veröffentlichungsinteresse der eigenen Geschichte.
    (18:25) Sicherheitsmaßnahmen im Bereich IT und Datenschutz sind etwas, das man dieser Tage vielleicht auch nicht unterschätzen sollte.
    (18:33) Lieber Signal als WhatsApp verwenden.
    (19:14) Überall dort, wo es ein starkes Machtgefälle gibt, ist der Nährboden für Missstände.
    (19:44) Unsere herkömmlichen Moralvorstellungen können gut als Kompass gegen Korruption gelten.
    (19:53) Es ist spannend, dass sich in Österreich eine gewisse Form von Korruption normalisiert hat.
    (21:48) Wir haben eine gewisse Korruptionsfolklore.
    (21:58) Es entsteht gerade ein Bewusstsein, dass es mit der Korruption reicht.
    (23:20) Es tut sich ein bisschen was, dass die Menschen bewusster gegenüber dem Thema Korruption sind.
    (23:29) Es wird vor allem auf der politischen Ebene nicht mehr ganz so viel geduldet, aber es ist noch viel Luft nach oben.
    (27:19) Bei uns ist der Whistleblower im Zentrum, und wir folgen sonst keinem anderen Eigeninteresse.
    (27:59) Ich glaube, dass wir Whistleblower besonders gut helfen können, weil wir sonst keine Interessen haben als das Wohlergehen des Whistleblowers.
    (30:53) Eine Botschaft wäre, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt, dass eine Aufdeckung auch funktioniert hat.
    (31:15) Uschi hat durch ihr Engagement bewiesen – und ich auch –, dass jeder etwas machen kann.
    (31:41) Was uns im Verein vereint – und das ist auch das, was ich total schön finde –, ist, dass wir es machen, weil es Gerechtigkeit geben soll.
    (32:21) Die Gespräche, die wir bis dato hatten, waren schon der Versuch, diesen Menschen das Gefühl zu geben: Da können sie immer anklopfen.
    (33:55) Die Zivilgesellschaft, inklusive der Medien, ist so ein wichtiger Teil für eine funktionierende und lebendige Demokratie. Sie ist das Korrektiv für das, was Unternehmen und Politik machen.
    (34:21) Wir müssen die Säulen der Demokratie schützen.
    (35:27) Wir verlieren in Österreich 12–14 Milliarden aufgrund von Korruption. Das ist in etwa das österreichische Bildungsbudget.
    (36:20) Es hat mich bewogen, etwas zu machen und meine Erfahrungen, die ich damals gesammelt habe – und es waren nicht nur schöne Erfahrungen –, weiterzugeben, also ein bisschen vom Spieler zum Trainer zu wechseln und anderen zu helfen.
    (37:33) Demokratie ist mehr, als alle vier Jahre wählen zu gehen.
    (37:58) Ich würde den Leuten gerne sagen, dass sie nicht resignieren sollen aufgrund einer Ohnmacht.
    (40:30) Bei Korruption fehlt oft die Erklärung, was es für mich in meinem täglichen Leben bedeutet, wenn es korrupte Politiker gibt.
    (41:02) Die persönliche Betroffenheit ist bei der Korruption noch viel zu weit auseinander.
    (41:47) Ein korrupter Staat kostet wahnsinnig viel und ist sehr ineffizient.
    (42:21) Dieses Verhalten kostet uns jeden Tag sehr, sehr, sehr viel Geld.
    (45:46) Teilweise ist es auch so absurd, dass man es teilweise gar nicht glauben kann – vielleicht entwickelt man da auch eine Art Galgenhumor.
    (46:00) Korruption ist aber nichts, womit ich gerne zum Lachen gebracht werde.
    (46:45) Es ist eine österreichische Expertise, diese Haltung, dass Korruption nur ein Begriff des Strafrechts ist.
    (46:52) Das Strafrecht ist nicht die Grenze – es ist eine Grenze.
    (50:00) Solange Korruptionsanfälligkeit besteht, solange wird es Whistleblower geben – und brauchen.
    (50:46) Die Existenz von Whistleblowern und Ans Licht, um Whistleblower zu schützen, ist ein gewisses Checks and Balances.
    (53:30) Wir müssen und sollten uns mehr aufregen, wenn Dinge passieren, die ungerecht sind.

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    Hansi war schon einmal bei uns zu Gast, die damalige Folge kannst du hier hören.
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    1 hr 1 min

About mit Milch und Zucker

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Wir alle kennen Menschen die uns auf die eine oder andere Art beeindrucken. Menschen die eine Geschichte haben die erzählt werden muss. Manchmal ist sie lustig, manchmal traurig oder tragisch. Oft erkennen wir uns in anderen Geschichten wieder oder können etwas daraus lernen. Meistens aber bringen sie uns zum Nachdenken.

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