Ein totes Hühnchen, Schnee bis zu den Waden und ein 65-jähriger Lord, der so vertieft ist, dass er die Kälte vergisst: Mit dieser Szene starten wir in das Leben von Francis Bacon und in die Frage, wie wir überhaupt zu verlässlichem Wissen gelangen. Die Anekdote ist morbide, aber sie öffnet eine Tür zur Wissenschaftsgeschichte, weil ausgerechnet der Mann, der den Empirismus predigt, an seinem ersten «richtigen» Feldversuch scheitert und kurz darauf stirbt.
Wir zeichnen nach, aus welchem intellektuellen Käfig Bacon ausbrechen will: Scholastik, Autoritätsglaube und Deduktion im Lehnstuhl, mit Aristoteles als unantastbarem Massstab. Und wir sprechen offen über das Paradox: Der visionäre Denker ist gleichzeitig ein knallharter Opportunist im höfischen System, bis er politisch fällt und plötzlich Zeit hat, seine grosse Idee zu schärfen. Hier kommt das Novum Organon ins Spiel, Bacons Versuch, die wissenschaftliche Methode zu kodifizieren: systematisch dokumentieren, wiederholbar arbeiten, Negativfälle suchen und Hypothesen aktiv widerlegen. Und dann sind da noch seine «Idole» – Denkverzerrungen, die über Sprache, Gruppendruck und bequeme Gewohnheiten unsere Wahrnehmung verformen.
Zum Schluss schlagen wir den Bogen in die Gegenwart: Social-Media-Algorithmen, Deepfakes, Desinformation und Echokammern als mögliche neue digitale Masken. Wenn dir Begriffe wie Francis Bacon, Empirismus, wissenschaftliche Methode, Falsifikation, Kontrollgruppe, Wissenschaftsgeschichte und Medienkompetenz wichtig sind, findest du hier die Verbindung zwischen 1626 und heute. Abonniere den Podcast, teile die Folge, hinterlasse eine Bewertung und schreibe uns: Welche «Maske» verzerrt deine Sicht am häufigsten?