Morgenimpuls

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By DOMRADIO.DEReligion & Spirituality
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Morgenimpuls episodes

  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Meide das Böse und tue das Gute
    Mark Zuckerberg hat vor einigen Jahren Facebook zur Metaverse-Company umgebaut, damit wir in Zukunft keine langweiligen Zoom-Meetings mehr führen müssen, sondern als Hologramme beim Kollegen auf der Couch sitzen und Geld mit dem Traden und Designen virtueller Fashion verdienen können. Das Metaverse soll nicht nur die Zukunft von Facebook sichern, sondern Millionen von Jobs kreieren.
    Falls Sie jetzt nur Bahnhof verstanden haben, ist das normal, weil nicht so viele Menschen immer aktuell auf dem Laufenden sind, was in High-Tech-Medien gerade angesagt ist. Es geht um die bessere Möglichkeit miteinander zu kommunizieren mit noch mehr Möglichkeiten einander nahe zu sein. Wenn man bedenkt, dass Mark Zuckerberg Facebook erfunden hat, weil er eine Möglichkeit gesucht hat mit Mädchen in Kontakt zu treten, weil er in live, in echt und in Farbe einfach zu schüchtern war, um das zu tun. Und wenn man bedenkt, was daraus geworden ist, positiv gesagt: eine weltweite Möglichkeit, mit Menschen und Ideen und Bildern und Musik, mit Produktion und Produkten um zu gehen und eine neue Nähe zu schaffen.
    Wenn man bedenkt, dass mehr als 3,8 Milliarden Menschen weltweit diese Möglichkeit nutzen, wird einem plötzlich klar, welche positiven und auch negativen Möglichkeiten sich hier bieten, Produkte und Botschaften zu verbreiten. Es ist dann leider auch ziemlich einfach, vom Sessel aus Hasstiraden und Hetze zu lesen, gelangweilt oder angewidert weiter zu scrollen oder sogar zu liken und weiter zu verbreiten. Aber damit ist Böses gesät in die Welt und auch in uns selbst.
    In einem Brief des heiligen Karl Borromäus, des heutigen Tagesheiligen, habe ich ein bemerkenswertes Zitat aus der Mitte des 16. Jahrhunderts gelesen. Er schreibt in einem Brief: "Wie sorgfältig und eifrig sind doch die Menschen darauf bedacht, ansteckenden Krankheiten zu entgehen, damit nicht alle davon angesteckt werden. … Aber wie träge sind die Menschen, um der Ansteckung ihrer Seelen zu entgehen!"
    Das, was unsere Seele, unser Herz unser Denken leiten, anstecken soll, müssen wir jeden Tag selbst entscheiden. Meide das Böse und tue das Gute, suche den Frieden und jage ihm nach gilt immer: live, in echt, real und in Farbe und in den virtuellen Medien.
    53 hr 37 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Barmherzigkeit setzt sich letztlich durch!
    - Wahlen in den Niederlanden mit überraschend guten Nachrichten gegen rechts- Merz' Besuch in der Türkei mit mehr Dialog statt Konfrontation- Wiederaufnahme der Atomtests in den USA- Trump mit Xi Jinping, Trump in Japan, in Südkorea- immer mehr Farmer in den USA gehen Pleite- in Brasilien eskaliert der Kampf gegen Drogenbanden mit vielen unbeteiligten Opfern- verheerende Folgen des Wirbelsturms Melissa in Jamaika und auf Kuba- wieder Angriffe in Gaza – aber der Waffenstillstand hält- weitere Beteiligte des Diebstahls im Louvre festgenommen und so weiter und so fort. Wer will, kann den ganzen Tag solche Nachrichten sehen und hören und lesen.Da gibt es aber auch ein Gegengewicht. In der kurzen Lesung für heute steht im Jakobusbrief: "Redet und handelt wie Menschen, die nach dem Gesetz der Freiheit gerichtet werden! Denn das Gericht ist erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht."Das klingt zunächst weltfremd. Aber im Vergleich mit den Nachrichten aus unseren letzten Tagen bekommt das einen ganz neuen Touch: Es ist nicht weltfremd, aus einer Verantwortung für eine gute Zukunft nicht Hass und Hetze zu wählen. Es ist nicht weltfremd, sich gegen immer mehr atomares Wettrüsten und Testen zu entscheiden. Es ist nicht weltfremd, sich um in Not geratene Mitmenschen weltweit zu mühen. Es ist nicht weltfremd, dialogbereit zu sein und trotzdem für Menschenrechte einzutreten und so weiter und so fort. 
    Und der letzte Satz im Text ist der Knaller: "Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht." Das werden die Herren Trump und Putin und Xi Jinping und Lula und Erdogan sehr anders sehen. 
    Ich aber nicht. Und viele andere auch nicht. Auch wenn es nach der Lage der Dinge weltweit so scheinen mag.
    47 hr 30 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Haben Sie eine Leiche im Keller?
    Heute Abend ist "All Hallows Eve" der Abend vor dem Allerheiligenfest. Und ein paar Mädchen, mit denen wir gebastelt haben finden daran toll, dass man sich so schön gruseln kann. Also das Unbekannte, Fremde, Unheimliche, chaotisch Angstmachende wird gefeiert. 
    In den Laudes des Stundenbuches gibt es einen Hymnus, der sich genau damit befasst: 
    "Nacht und Gewölk und Finsternis, verworrnes Chaos dieser Welt, entweicht und flieht! Das Licht erscheint, der Tag erhebt sich: Christus naht."
    Dieser Vers gibt so quasi den Befehl, dass das Chaos dieser Welt zu verschwinden hat, weil der Tag sich aus dem Schlaf erhebt und Christus kommt. Viele von uns haben den Eindruck, dass sie das verworrene Chaos, das in der Welt ist, nicht mehr entwirren können.
    "Jäh reißt der Erde Dunkel auf, durchstoßen von der Sonne Strahl, der Farben Fülle kehr zurück, im hellen Glanz des Taggestirns. 
    So soll, was in uns dunkel ist, was schwer uns auf dem Herzen liegt, aufbrechen unter deinem Licht und Dir sich öffnen Herr und Gott"
    So wie die Sonne mit der Dunkelheit Schluss macht und die Farben und der Glanz so manchen Morgen so richtig strahlen lassen, so könnten wir alles was uns bedrückt, den Tag schwer macht und lästig wird, vertrauensvoll Gott hinhalten und von ihm aufbrechen und uns Lösungen finden lassen.
    "Blick tief in unser Herz hinein, sieh unser ganzes Leben an: Noch manches Arge liegt in uns, was nur Dein Licht erhellen kann. Dir Christus, guter Herr und Gott, dem ewgen Vater der uns liebt, dem Heilgen Geist, der bei uns ist, sei Lob und Dank in Ewigkeit. Amen"
    Jede und jeder von uns hat so seine dunklen Geheimnisse, seine Leichen im Keller, wie man so sagt, und trotzdem gibt dieser Vers den Tipp, auch diese Dinge unter dem Licht Gott anzuschauen und an den Tag zu bringen. Und in allem verworrenen Chaos innen und außen, in aller Problematik unseres Lebens und dieses Tages, kann ich Gott loben und danken, weil er der gute Vater ist der uns liebt und den Heiligen Geist, der bei uns ist.
    55 hr
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Stricken gegen den Herbstblues
    Es ist usselig draußen, windig und regnerisch und schon viel zu dunkel und und und.Tja, Herbst halt. Er kann sonnig und heiter und herrlich bunt und strahlend und eben auch dunkel, kalt und nass sein. 
    Aber wenn ich die Bilder und Videos und Nachrichten sehe und höre, die die Folgen des ersten großen Taifuns über Jamaika und Kuba anrichten und schon angerichtet haben; mit Überschwemmungen, demolierten Häusern und Stromleitungen, mit völlig kaputter Infrastruktur und verzweifelten Opfern, dann scheint mir mein Klagen über unseren Herbst doch sehr klein und sehr relativ.Das ist ja so und wir ertappen uns dabei, in unserem Kleinkram hängen zu bleiben und gar nicht mehr mit zu bekommen, wo wirklich Not herrscht und wie klein unsere Sorgen dagegen sind. 
    Und dann kommt eine junge Frau und holt die kleinen bunten Kinderschals ab, die für Kinderweihnachtspäckchen gebraucht werden und mit Liebe gestrickt worden sind von einer Gruppe älterer Damen, die genau das tun: gegen den kleinen eigenen Frust und für alle, die Hilfe und Zuwendung brauchen. Und sie treffen sich wöchentlich und plaudern und stricken und trotzen dem Herbstblues. Dann kommt die Frage auf, wer denn für den Basar vor dem Advent etwas kochen, backen, handarbeiten und zur Verfügung stellen kann, damit es ein gutes Ergebnis für das benachbarte Hospiz wird. Dann werden Listen herumgeschickt, die für den lebendigen Adventskalender hier in der Stadt Termine vergeben, damit der Advent eine Zeit des Wachens und Betens und auch des sinnlichen Erlebens wird. Und da mittendrin in dem Gewusel wird die Klage über den usseligen Herbst ganz klein. 
    Und mir fällt dann dieses Gebet ein, dass Sie vielleicht kennen: "Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.
    Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
    Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
    Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen an seine Seite zu bringen." Und das geht immer und überall und besonders heute, jetzt. 
    51 hr 57 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Mit Humor beten!
    Im 150. Jubiläumsjahr unserer Ordensgemeinschaft 2013 haben wir alle deutschen Schwestern nach ihren Lieblingsgebeten gefragt. Wir haben sie gesammelt und daraus ein Heft gemacht, das jeder Konvent bekommen hat. Und es gibt Gebete, die sind so schön und passen so gut zur jeweiligen Schwester, dass wir immer neu unsere Freude daran haben. 
    Ein Gebet darin ist schon über 500 Jahre alt. Es stammt von Teresa von Avila und hat so viel Witz und Charme, dass wir es immer wieder vergnügt lesen. Ich will es Ihnen heute früh in den Tag mitgeben und vielleicht hilft es Ihnen, für ein kleines Lächeln in den Tag. Teresa betet also: 
    "Oh Herr, Du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde. Bewahre mich vor der Einbildung, 
    bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen. 
    Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen. 
    Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch), hilfreich (aber nicht diktatorisch) zu sein. 
    Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit erscheint es mir ja schade, sie nicht weiterzugeben. 
    Aber Du verstehst - oh Herr - dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte. 
    Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen zum Wesentlichen zu gelangen. 
    Lehre mich schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu - und die Lust, sie zu beschreiben wächst von Jahr zu Jahr. 
    Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen. 
    Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann. 
    Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte kein Heiliger sein, mit ihnen lebt es sich so schwer, aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels. 
    50 hr 50 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Kirche aufbauen ohne Gedöns!
    Im Lukasevangelium gibt es eine Stelle, in der erzählt wird, dass Jesus eine ganze Nacht im Gebet verbringt und am nächsten Tag seine Jünger zusammenruft und sich aus ihnen seine 12 engsten Freunde, Berater, Begleiter, Verkünder aussucht. Und diese zwölf könnten unterschiedlicher nicht sein. Allein die beiden, an die heute gedacht wird, Simon und Judas Thaddäus, sind wenig genannt und treten kaum in Erscheinung. 
    Aber sie gehören zu denen, die sich Jesus in einen engsten Kreis geholt hat. Vielleicht wird an ihnen deutlich, dass es nicht um sie gehen soll, sondern um Jesus. Dass nicht die Boten, die Überbringer der Botschaft im Vordergrund stehen sollen, sondern die Botschaft selbst und der, der sie ausgeschickt hat. 
    Ich kennen so viele Menschen, die unglaublich viel Engagement in ganz vielfältigen Dingen in Kirche und Gesellschaft zeigen und vieles Voranbringen, was durch hauptamtliche Kirchenleute immer wieder vertagt und nicht entschieden wird. 
    Und die meisten dieser Engagierten werden von sich echt nicht behaupten, Visionäre zu sein, die an erster Stelle stehen, sondern eher gern an zweiter Stelle, und dann das tun, was andere liegenlassen oder sich nicht anzupacken trauen, weil es heiße Eisen und neue Dinge sind, die sich entwickeln und wo man noch nicht genau weiß, wo es hingehen wird.
    Aber wahrscheinlich ist das der Punkt: 
    Viele Menschen sind wie Simon und Judas Gesandte ihres Herrn und tun das, was andere ihnen auftragen, was andere liegen lassen, was andere sich nicht trauen. Und dadurch, durch sie, wird das Evangelium verkündet, Jesus und seine Botschaft für die Menschen in den normalen, einfachen Dingen vorangebracht und ohne Gedöns, wie man in Köln sagt, die Kirche aufgebaut. 
    44 hr 10 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Lieb haben
    Mehrmals in der Woche besuche ich unsere alten Schwestern im Altenheim und bin immer wieder begeistert, wie intensiv oft unsere Gespräche sind. Eine unserer dementen Schwestern ist mir dieser Tage fast entgegengerannt, als ich gekommen bin. Also habe ich sie auf meinen Besuchstouren zu den anderen Schwestern mitgenommen. Sie kann kaum noch zusammenhängende Gedanken äußern, aber ihre emotionalen Bewegungen sind ja ungebrochen da und entsprechen auch dem, wie ich sie kenne.
    Mit einer unserer hochalten Schwestern kam ich also ins Gespräch über die Schwächen unserer Kirche und die vielen Missstände in den Leitungspositionen, die vielfältigen Missbrauchsvergehen und den schlechten Umgang mit den Opfern. Die Mitschwester hat sich sehr ereifert und erzählt, dass sie schon manchmal gebetet hat, der Herr möge doch endlich mal seine ganze Macht und Herrlichkeit zeigen und damit beweisen, dass er da sei und all das Böse, das geschieht, nicht ungestraft geschehen lässt. "Ich würde an Gottes Stelle mal so richtig auf den Tisch hauen, damit es endlich alle begreifen."
    Ich habe ihr zugehört und zunächst nichts gesagt und dann kam der Satz, den ich von so einer alten Schwester nicht erwartet hätte. Sie sagte: "Aber weißt Du, Gott hat den Menschen bei seiner Erschaffung einen freien Willen gegeben und dieser freie Wille ist diesem Gott so wichtig, dass er niemanden mit Gewalt zwingen wird anders zu handeln. Seine einzige Möglichkeit der Einflussnahme ist, ihm zu zeigen, dass er ihn liebt."
    Ich war sehr bewegt und berührt und wir haben sehr lange geschwiegen und nachgedacht und wir hatten die demente Schwester, die gemütlich im Sessel saß, fast vergessen. Als ihr das Schweigen wahrscheinlich zu lange gedauert hat, hat sie den Kopf gehoben uns angestrahlt und gesagt: "Genau, lieb haben!"
    Wir haben gelacht und dann ist mir erst bewusst geworden, was die Konsequenz dieser zwei Worte war: Wenn schon Gott, der Allmächtige, seine Macht nur zeigen kann, in dem er die Menschen liebt mit all ihren guten und bösen Seiten, so können auch wir, die wir uns Christen nennen, gar nicht anders als nur lieb haben. Das ist oft nicht so easy wie es klingt und nicht unbedingt leicht, wenn man um die Schwächen und Bösartigkeiten weiß, aber es gibt keine andere Möglichkeit: nur lieb haben!
    50 hr 17 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Mit jugendlich-fraulicher Frische
    Während unserer Pilgerfahrt mit 25 Frauen im September nach Assisi, ist mir diese Frau wieder sehr nahe gekommen und so mag ich gerne nochmal erinnern: Mit 17 haut sie von zuhause ab, weil sie nicht machterhaltend verheiratet werden will. Sie flüchtet zu Brüdern eines neuen Bettelordens, beansprucht Kirchenasyl und klammert sich am Altar fest, als sie mit Gewalt zurückgeholt werden soll. Sie lebt nur ganz kurz bei gut abgesicherten Benediktinerinnen und dann bei Aussteigerinnen, die als Waldschwestern leben. Dann findet sie ihren Ort und immer mehr junge Frauen folgen ihr, sogar ihre leiblichen Schwestern und ihre Mutter.
    Ein Kardinal hat die Idee, einen neuen weltweiten Klausurorden zu gründen und will diese Gemeinschaft als Prototyp. Aber die junge Frau kommt immer mehr in Konflikt mit der Amtskirche, weil die Ideen dazu zu lasch sind. Ein Papst mischt sich ein und schreibt eine Ordensregel für Frauen. Da wird es der Frau zu bunt. Sie schreibt als erste Frau der Kirchengeschichte eine eigene Ordensregel mit demokratischen Elementen, der Betonung der Eigenverantwortung jeder Schwester und dem besonderen Augenmerk auf dem Privileg der Armut, also dem Privileg ohne Absicherung zu leben. Bei einem Besuch legt sie sich lautstark mit dem Papst an und hat nicht vor nachzugeben. Als ein anderer, späterer Papst den Schwestern jeglichen Kontakt mit den Minderbrüdern verbieten will, tritt sie in den Hungerstreik, bis diese weltfremde Verordnung aufgehoben wird.
    Mit einer Königstochter in Prag tritt sie in einen angeregten Briefwechsel und die beiden Frauen bestärken sich auf ihrer Suche nach dem Weg der Art, wie sie vor Gott und für die Menschen leben wollen. Bei einem drohenden Überfall einer fremdländischen Armee stellt sie sich ihnen betend mit der Monstranz in den Weg. Das Kloster und die Stadt werden vor der Zerstörung bewahrt. Sie ist die liebevolle Chefin und macht auch jede Drecksarbeit. Aber sie bleibt stur, streng und energisch, wenn es darum geht, die Zukunft ihrer Gemeinschaft zu verwässern oder in seichte Bahnen zu lenken. Zwei Tage vor ihrem Tod gibt der Papst nach und bestätigt ihre Ordensregel mit dem Privileg der Armut.
    Klara von Assisi, eine Aussteigerin völlig anderer Art mit energischen Zielen und liebevollem Dienst an den Mitmenschen, mit Bereitschaft bis in den Tod zu gehen und unkaputtbarem Gottvertrauen, mit jugendlich-fraulicher Frische und innerer und äußerer Schönheit und einem Leben im Dienst vor Gott und in brennender Liebe zu Christus, die auf dem Sterbebett sagt: "Herr sei gelobt, weil Du mich geschaffen hast." Ein Gebet für Sie und mich für heute über den Tag!
    63 hr 37 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Bald ist Weihnachten
    In zwei Monaten und einem Tag ist der Heilige Abend. Und dann ist Weihnachten und wir feiern das unbegreifliche Geheimnis, dass Gott seinen Sohn sendet, um den Menschen deutlich zu machen, dass sie geliebt und erlöst sind. Und Franz von Assisi möchte das noch mehr deutlich machen und nicht nur das Evangelium vom Fest vorlesen und darüber predigen, sondern er möchte es sehen und spüren und erleben. Also bittet er einen Bekannten, ihm in Greccio alles vorzubereiten mit Ochs und Esel und Schafen und den Hirten aus der Umgebung. Und sie singen und beten und hören das wunderbare Evangelium und Franziskus predigt selbst so ergriffen, dass die Leute fast fühlen können, wie das schlafende Kind in der Krippe lebendig wird. Und es ist ein Sinnbild dafür, dass der Glaube an die Gegenwart des neugeborenen Gottessohnes in den Herzen der Menschen wieder erwacht ist.
    Diese Feier war genau vor 800 Jahren, an Weihnachten 1223 in Greccio, der Einsiedelei im Rietital. Und wie bei jeder Fahrt nach Assisi haben wir auch im September mit den Frauen eine Fahrt dorthin gemacht. Wir haben gehört und geschaut, die alten Texte gelesen und Lieder gesungen, die genau das zum Inhalt haben: "Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein" Und es ging nicht um rührseliges Feiern und Erinnern. Es ging um das Erkennen, dass dieser Gott nicht der strenge, strafende Richtergott ist, der hoch oben in der Ferne thront, sondern der liebende Vater, der seinen eigenen Sohn sendet, damit wir wieder klarkriegen, dass wir geliebte Kinder dieses Gottes sind. Und dann haben wir ein Lied gesungen, dass ich gerade erst entdeckt hatte. Es hat auf die Melodie "Großer Gott wir loben Dich" einen ganz anderen Text, den Pfarrer Ueli Greminger geschrieben hat. Da heißt es:
    "Kleiner Gott, wir lieben dich. Kind, uns rührt das Schwache, Zarte.
    Wieder zeigt an Weihnacht sich: Weiches bricht das Starke, Harte.
    Klein fängst du auf Erden an, dass der Mensch dich lieben kann.
    Gott zeigt sich als Menschenkind, denn wir fürchten seine Größe.
    Weil wir eingeschüchtert sind, zeigt sich Gott in seiner Blöße.
    Und er zittert und er friert, dass der Mensch die Angst verliert.
    Kleiner Gott, dich lieben wir. Klein ist noch dein Reich auf Erden.
    Schwache Menschen dienen dir, und dein Reich wird grösser werden.
    Friede sei in diesem Haus und dring in die Welt hinaus."
    56 hr 40 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Überraschungen aus der Bibel
    Gar nicht so selten passiert es mir, dass mich Texte aus der Bibel überraschen. Nicht weil sie so fremd oder völlig entfernt von unserem Denken und Tun sind, sondern so nah dran. Die heutige Lesung ist aus dem Buch Tobit aus dem Alten Testament und wahrscheinlich zwischen dem dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus geschrieben worden, also ist es ungefähr 2.200 Jahre alt. Aber wenn ich das lese, scheint es mir aus einer Anweisung für Mitarbeiter zu stammen, die in kirchlichen oder anderen religiösen Unternehmen arbeiten.
    Da heißt es also: "Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen nicht zu! Gib dem Hungrigen von deinem Brot und dem Nackten von deinen Kleidern. Such nur bei Verständigen Rat; einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht! Preise Gott, den Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, dass dein Weg geradeaus führt und dass alles, was du tust und planst, ein gutes Ende nimmt."
    Das ist wirklich sehr deutlich. Wenn mir also verhasst ist, Hass und Hetze in den Medien zu lesen, dann schreibe und verbreite ich keinen Hass. Wenn mir Unpünktlichkeit verhasst ist, bin ich selbst immer pünktlich. Wenn mir Lieblosigkeit verhasst ist, bleibe ich selbst liebevoll, auch wenn es mal schwerfällt. Ich merke, dass ich hier unendlich viele Beispiele finde. Sie wahrscheinlich auch. Den Hungrigen zu geben und die Nackten zu bekleiden, scheint mir so selbstverständlich auch heute zu sein, dass ich nur immer mal auch dran denken muss, es ganz praktisch bei den großen Hilfswerken auch zu tun.
    Und dann dieser sehr weise Rat: "Such nur bei Verständigen Rat; einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht!" Sich mit anderen zu wichtigen Fragen auszutauschen, ist nicht so fremd, aber brauchbare Ratschläge auch anzunehmen, fällt vielfach schwer, weil wir oft nicht genau unterscheiden können, was wirklich gute und brauchbare Ratschläge sind. Und da scheint mir der letzte Satz der Schlüssel zu sein: "Preise Gott, den Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, dass dein Weg geradeaus führt und dass alles, was du tust und planst, ein gutes Ende nimmt."
    Was ich mit und vor Gott bedenke und überlege, geht über meine eigenen Möglichkeiten hinaus und erweitert Herz und Horizont. Gute Tipps von Tobit also!
    52 hr 14 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…