Morgenimpuls

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By DOMRADIO.DEReligion & Spirituality
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Morgenimpuls episodes

  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Der Rosenkranz ist kein Kampfgebet!
    Heute steht im liturgischen Kalender das Rosenkranzfest. Bei Wikipedia findet man dazu folgenden Eintrag: 
    Das Rosenkranzfest, ein Ideenfest, wurde von Papst Pius V. gestiftet, der damit seinen Dank für den Sieg der christlichen Flotte in der Seeschlacht von Lepanto 1571 ausdrücken wollte. Ein Fest zum Dank für einen Sieg war früher nicht so unüblich. 
    Ich habe zu diesem Tag eine ganz eigene Erfahrung. Der 7. Oktober war der "Tag der Republik". also der Gründungstag der DDR. Da es ein landesweiter Feiertag war, die Schulen geschlossen hatten und nicht gearbeitet wurde, konnten wir mit den Jugendleitern der Religiösen Kinderwoche an diesem Tag immer den Dankeschön-Ausflug machen. Und immer haben wir an diesem Tag unterwegs an irgendeiner Kirche oder einem schönen Platz in der Natur angehalten und zusammen den Rosenkranz gebetet. 
    Und wir haben uns damals immer lustig gemacht, dass dieser sozialistische DDR-Geburtstag an diesem kirchlichen Fest liegt. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die millionenfach gebeteten Rosenkränze dazu beigetragen haben, dass diese Diktatur schon längst Geschichte ist. 
    Aber eigentlich ist dieses Gebet alles andere als ein Kampfgebet. Einzeln oder in Gemeinschaft in Ruhe gebetet, ist es eine Betrachtung der vielen Stationen des Lebens Jesu, quasi an der Hand seiner Mutter Maria. Und es ist nicht das Herunterplappern von 55 Gebeten, sondern das einschwingen in den jeweiligen Gedanken, der betrachtet wird. 
    Als Kind bin ich dabei immer eingeschlafen, aber jetzt macht mich dieses Gebet eher sehr munter, weil ich alle Einflüsse von außen nicht mehr wahrnehme und mich mit Hilfe der einzelnen Perlen und Gesätze des Rosenkranzes eine halbe Stunde mit Jesus beschäftige. Wenn das kein Muntermacher ist!
    45 hr 50 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Bauen wir SEINE Kirche wieder auf!
    Der junge Mann hatte alles, was man sich so wünscht: einen reichen Papa, der seinen Sohn gern mit allem ausgestattet hat, was er haben wollte, eine Mutter, die ihn über alles liebte und mit ihrer Liebe die Härten des Vaters abgemildert hat, französisches und italienisches Blut in den Adern und somit eine angenehme Stimme, überschäumendes Temperament und tänzerische Begabung, eine große Clique von Jugendlichen, deren Anführer er gern war – aber er hatte keine Idee, was er mit seinem Leben machen sollte. 
    Als Tuchhändler, Kaufmann und Europareisender zu leben war irgendwie nicht seins, ein angesehener Ritter in einem großen Heer schon eher; aber eine Stimme im Inneren sagt ihm: geh nachhause, ich werde Dir sagen, was zu tun ist. 
    Ein dritter Versuch als junger Stadtbürger in den Krieg gegen die Feindesstadt Perugia zu ziehen, endete im Gefängnis und dann, wieder in Freiheit, in Depressionen und tiefste innere Verzweiflung. 
    In seiner Not brüllt er den Herrn am Kreuz in San Damiano an: "Was willst Du eigentlich von mir?" und er hört: "Bau mir meine Kirche wieder auf, siehst Du nicht, wie sie zerfällt?" Nach dem ersten Erschrecken und der ersten Verblüffung wird klar: Jetzt endlich hat er eine Idee, einen Plan, einen Auftrag für sein Leben - Kirche bauen. 
    Erst baut er die steinernen kleinen Kapellen und Kirchen ringsum auf und merkt später: Nein, es geht nicht um einen Kirchbauverein, es geht um alle Getauften, die in Wirklichkeit die Kirche Gottes sind. Und er lebt und betet und arbeitet und singt und leidet und pflegt Aussätzige und immer mehr Brüder kommen dazu. Und immer mehr Menschen spüren durch ihn ihren Auftrag: Baue meine Kirche wieder auf! 
    Das ist es, was uns Franziskus von Assisi, dessen Fest wir weltweit am Samstag gefeiert haben, mit auf den Weg und auch heute mit in den Tag gibt: Da, wo Du lebst, da, wo Du arbeitest, da, wo Gott Dich hingestellt hat: baue seine Kirche wieder auf! Und vergiss nicht zu singen und den Schöpfer für seine Geschöpfe zu danken. 
    51 hr 57 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Tränen und Dankbarkeit am Tag der Deutschen Einheit
    Heute ist für mich ein wirklich großer Feiertag. Der Tag der Deutschen Einheit ist sosehr mit meinem Leben, meiner Biografie verbunden, dass ich gar nicht anders kann, als ihn heute mit Ihnen zu bedenken und ins Gebet zu nehmen. Und wir werden das den ganzen Tag in unseren Gebeten und Gottesdiensten heute tun, und im schon traditionellen Glas Sekt um 11 Uhr und "Einigkeit und Recht und Freiheit" singen, wobei mir immer, immer die Tränen kommen, jedes Jahr. Und ich werde immer wieder betonen, dass ich so dankbar bin über diese verwirrende Zeit vor 1989 und das Durcheinander danach, über all die Dinge, die niemand ahnen konnte und auch alle Sachen, die falsch gemacht worden sind. Es gab eben keine Blaupause für die Wiedervereinigung eines geteilten Landes. 
    Die Gemeinschaft der Weltkirche und das Wissen, dass Gott alle Dinge zum Guten wenden kann, hat unendlich vielen Menschen über die schlimmen Jahrzehnte der DDR, Mut und Kraft gegeben. 
    Die Fürbitte für die Einheit des Landes, die Freiheit der Kirche und den Frieden in der Welt, wurde bei jedem großen Gottesdienst und bei jeder Wallfahrt gebetet. Und dann kamen die Montagsgebete, die Demonstrationen und die Gewaltlosigkeit der Menschen und eine Einsicht, die sehr spät aber sehr eindrücklich kam. Der langjährige Chef der Staatssicherheit, Erich Mielke, hat in einem Prozess sehr irritiert zu Protokoll gegeben: "Wir waren auf alles vorbereitet, nur nicht auf Kerzen und Gebete" Kerzen und Gebete sind viel mehr, als wir oft selbst denken und für wichtig halten. Trauen wir uns immer wieder, alle unsere Anliegen vor Gott zu bringen und nicht zu resignieren, wenn es in Kirche und Gesellschaft schwierig und oft nahezu unmöglich ist. Und wenn Sie mögen, kommen Sie heute Abend um 17.30 Uhr zum "Transitus" in die Mutterhauskirche in Olpe, wo wir des Sterbens des Heiligen Franziskus gedenken und mit Kerzen und Gebeten für Kirche und Gesellschaft und den Frieden in der Welt beten werden.
    47 hr 47 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Seien wir Schutzengel füreinander!
    Gleich sitzen wir wieder im Bus und starten die letzte Heimreise-Etappe unserer Pilgerfahrt nach Assisi und Umgebung, wo wir Franziskus und Klara und Carlo Acutis ein bisschen näher kennengelernt, Land und Leute erlebt und auch italienische Lebensart genossen haben. Und wir hoffen alle, gut und behütet nach Hause nach Olpe und Umgebung zu kommen. Mögen Schutzengel uns begleiten und hoffen wir auch, dass unser Busfahrer nicht schneller fährt, als unsere Schutzengel fliegen können, wie man schonmal salopp sagt. Eine Mitpilgerin wollte dieser Tage noch einen kleinen Schutzengel kaufen als Symbol für alle Gebete und Wünsche, die sie ihrer Tochter mitgeben möchte, die in den nächsten Tagen eine sehr weite Reise antreten wird.Die Schutzengel sind aber nicht nur ein netter Aspekt der Volksfrömmigkeit und des naiven, kleinen Kinderglaubens, dass ein Engelchen uns behüten könnte. Es ist ein starkes Bild für Gottes große Sorge um uns und auch eine strenge Ermahnung. In unserer heutigen Lesung aus dem Propheten Ezechiel heißt es"Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. Achte auf ihn und hör auf seine Stimme! Widersetz dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt; denn in ihm ist mein Name gegenwärtig." 
    Wenn es dieses Fest über die Jahrhunderte geschafft hat, den Glaubenden deutlich zu machen, dass ihr Gott sie nicht allein lässt und ihnen seine Engel zum Schutz zur Seite stellt, dann kann ich auch einer Engelverehrung etwas abgewinnen, die ja dann eigentlich eine Form von Dankbarkeit gegenüber Gott und seinem Schutz und Segen ist. Aber ich kann auch dem Gedanken etwas abgewinnen, dass Gott uns füreinander als Schutzengel auswählt und uns den Auftrag gibt, dass wir aufeinander achten und einander schützen, in welcher Form auch immer.
    46 hr 40 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Mit Gott im Fahrstuhl
    "Ich bin viel zu schwach, um aus eigener Kraft, den Weg zu Gott zu schaffen. Ich denke, ich werde den Aufzug nehmen - die Liebe zu Gott ist der schnellste und sicherste Aufzug" und "ich will im Herzen der Kirche die Liebe sein". Das sind zwei zwei Sprüche, die von der Heiligen Theresia von Lisieux stammen, oder ihr zugeschrieben werden. 
    Dass sich jemand zu schwach, zu kraftlos, zu klein und unbedeutend fühlt, um eine große Aufgabe zu schaffen, das kann ich gut nachempfinden. Aber dann zu sagen: Ich nehme den Aufzug, das finde ich echt witzig und so genial einfach. Aber selbst ihre Mitschwestern im Karmel von Lisieux haben nicht verstanden, dass diese so einfache, kleine, liebenswürdige Schwester jeden Tag sehr hart daran gearbeitet hat, diesen "Aufzug der Liebe" zu nehmen. Als sie schon schwer krank war, und im Auftrag der Priorin ihren Lebensweg in einem Büchlein zusammenfassen sollte, hat Theresia das getan. Nachdem die Priorin es gelesen hatte, meinte sie: "Es sei ja lieb und nett, aber man brauche doch etwas Ernsthaftes."
    Auch sie hatte nicht verstanden, dass die täglichen kleinen Dinge, die in Liebe und Freundlichkeit getan werden, ein viel größerer Schatz sind, als tausend wortgewandte theologische Abhandlungen über die Liebe Gottes. In der heutigen Lesung aus dem Hohenlied der Liebe im Alten Testament heißt es: "Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen, auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn."Die täglichen Dinge in Liebe tun, das hat Theresia von Lisieux als ihren kleinen Weg verstanden. Und jeder von uns die schon mal versucht hat, die eigene Ungeduld zu zügeln, die Schwächen der Mitmenschen oder des Chefs und die Marotten der eigenen Familie zu tragen und mit Liebe und Einsatz alles zu tun, was dran ist, kann sehr gut verstehen, dass es echte und harte Arbeit ist. "Ich bin viel zu schwach, um aus eigener Kraft, den Weg zu Gott zu schaffen. Ich denke, ich werde den Aufzug nehmen - die Liebe zu Gott ist der schnellste und sicherste Aufzug". Das ist ein guter Tipp für alles, was heute zu tun ist. 
    52 hr 14 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Was ist Ihnen heilig?
    Gestern haben wir das Fest der heiligen Erzengel Gabriel, Michael und Rafael gefeiert und uns erinnert, dass sie als Boten Gottes für uns sichtbar, hörbar und erfahrbar werden können durch Menschen, die uns zur Seite gestellt sind. 
    Ich bin seit einigen Tagen mit 25 Frauen in Assisi, der Stadt der Heiligen Klara und des Heiligen Franziskus. Heute gehen wir in den unteren Stadtteil der Santa Maria degli Angeli heißt, also der Heiligen Maria von den Engeln geweiht ist. Über dieses Städtchen ragt weit heraus die Basilika, die Namensgeberin, mit ihrer riesigen Kuppel. 
    Zur Zeit des Franziskus war dort unten ein sumpfiger Wald und einige sehr kleine Kapellen, die den Benediktinern unterstellt waren. Eine dieser Kapellen wurde zum Startort der kleinen Gemeinschaft der Brüder des Franziskus, die dort unter anderem, das Evangelium gehört hatten wo es heißt: "Nehmt nichts mit auf den Weg, kein Geld, kein zweites Hemd, keinen Wanderstab und an den Füßen nur Sandalen" und schnell erkannt hatte, dass es das ist, was sie leben wollen. Und dieses kleine Fleckchen Erde – Portiunkula genannt – wurde zur Herzkammer, zur Mitte, des immer größer werdenden Ordens. Um diese Herzkammer, oder auch kostbare Perle zu schützen, und den immer mehr werdenden Pilgerscharen Raum zu bieten, wurde ab 1569 in ungefähr 110 Jahren, die große Basilika über der kleinen Kapelle gebaut. Dort treffen sich die Brüder zu Versammlungen und Kapiteln. Und dieser Ort hat noch eine andere Bedeutung. Am 3. Oktober 1226 ist dort, umgeben von seinen Brüdern der Heilige Franziskus gestorben. 
    Der Gedanke, das, was mir wichtig und wertvoll ist, zu schützen und zu ummanteln, gefällt mir sehr gut. Und daraus ergibt sich für mich gleich die Frage, was ist mir denn so wertvoll und wichtig, dass ich es schützen möchte. Dieser Tage schrieb mir eine Frau, dass sie zu religiösen Fragen in den sozialen Medien keine Kommentare mehr liest. Diese seien oft so dumm, so verletzend und gegen alles Christliche gewandt, dass sie nicht mehr ertragen möchte, dass ihr, wie sie sagt, heiliges Gut, beschmutzt und bepöbelt wird. Und seit sie das alles nicht mehr liest, spürt sie mehr innere Ruhe und Frieden. Was ist für Sie heute das Heilige, das Wichtige und Wertvolle in Ihrem Herzen, dass Sie behüten und beschützen möchten?
    56 hr 24 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Gott ist ein Gott des Lebens
    Heute feiern wir mit der Kirche des Himmels das Fest der heiligen Erzengel. Eine Umfrage zeigt, dass viele Menschen an die Gegenwart von Engeln glauben – weil sie Dinge erlebt haben, die zwischen Himmel und Erde passieren, die wir mit unserem naturwissenschaftlich geprägten Verstand nicht ergründen können.
    Der Erzengel Michael stellt uns quasi die Frage: Wer ist wie Gott? Und da gibt es im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht so wenige, die sich selbst für Gott gehalten haben und dann aber die Menschen ins Unglück gestürzt haben. Die Frage danach, wer Gott für mich ist, sortiert die Verhältnisse neu: Dieser Gott will Leben in Fülle für alle, und nicht Menschen, die sich als kleine oder große Götter aufspielen.
    Der Erzengel Gabriel weiß: Meine Kraft ist Gott – und bringt deshalb nicht seine Ideen und Podcasts, sondern Gottes Wort und Botschaft zu den Menschen. "Meine Kraft ist Gott!" – Das hat auch Maria verstanden, als Gabriel sie bat, die Mutter Jesu zu werden. "Wer bin ich, dass du mich fragst?", hat sie erschrocken gemeint. Und dann doch zugestimmt – im Vertrauen auf diese Kraft Gottes. Gabriel, der Bote Gottes, hat diese Botschaft für uns: Du darfst darauf vertrauen, dass Gott deine Kraft ist, wenn du dich einsetzt für Veränderungen.
    Und Rafael hat durch die Bedeutung seines Namens einen Zuspruch an uns: "Gott heilt!" Bei Darstellungen dieses Erzengels findet sich manchmal die lateinische Inschrift: "Medicina Dei" – Gott hat eine Medizin für uns. Er ist der Arzt, der uns heilen kann von unseren Süchten, der uns befreien kann von unseren Abhängigkeiten, der uns helfen kann, Egoismus und Selbstsucht zu überwinden.
    Dieser Erzengeltag, ein ganz normaler Montag heute eigentlich, kennt noch einen Brauch, den mir als Kind mein Opa noch erzählt hat: Alles, was an diesem Tag noch auf den Feldern und an den Bäumen ist, gehört den Armen. Alles, was bis dahin nicht geerntet und eingeholt worden ist, darf von denen genommen werden, die es nötig brauchen. Ein sehr schöner, sehr starker Brauch, um deutlich zu machen, dass dieser Gott ein Gott des Lebens ist, der uns Kraft gibt und uns heilsam zur Seite steht.
    52 hr 14 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Leben im Dienst an den Anderen
    Wenn ich zu manchen Texten und Quellen zu Namen und Ursprüngen nochmal sichergehen will, schaue ich im Internet nach. Und da kann ich eingeben, was ich will, die Suchmaschine bietet mir immer zuerst an, dass ich das Eingegebene kaufen kann. Im Allgemeinen ist das Unfug und ich scrolle weiter auf der Suche nach einem richtigen Hinweis.
    Bei Cosmas und Damian, den heiligen Märtyrern des heutigen Tages, ist das nochmal mehr daneben. Beide waren christliche Ärzte im 3. Jahrhundert und haben ihre Patienten, ob reich oder arm, immer kostenlos behandelt und viele von ihnen geheilt. Und die Legenden sagen, dass sie durch ihr Tun und ihre Bescheidenheit viele Menschen zum Christentum bewegt haben. Die Beiden sind die Stadtpatrone der Stadt Essen, also die Vorbilder für die vielen ausländischen Mitarbeiter, die es im Ruhrgebiet schon immer gab.
    Die bekannteste Kirche ist San Damiano in Assisi, wo der heilige Franziskus sein ganz spezielles Berufungserlebnis hatte und wo wir heute hinwandern werden, um ihm und uns selbst ein wenig auf die Spur zu kommen. Und so gibt es in der franziskanischen Welt unzählig viele Kirchen und Konvente, die diesen Namen San Damiano tragen. Auch für unser Haus in Olpe und den Konvent haben wir diesen Namen ausgesucht und denken oft nur zufällig, wie heute, an den eigentlichen Namensgeber.
    Ein bisschen ist es doch typisch für die heiligen Ärztebrüder. Sie treten durch ihr bescheidenes Leben und Sterben für ihren Glauben, durch ihre ärztliche Kunst und ihr Eintreten für Christus völlig hinter ihren eigenen Ruhm zurück. Unendlich vielen Christen ging und geht es heute nicht anders: Sie leben und arbeiten ganz normal in ihrem Alltag, ihrem Beruf und ihrem Engagement und geben damit ihrem Glauben Hand und Fuß. Und nur selten wird eine oder einer von ihnen so bekannt, dass es als Vorbild für andere taugt. Und doch geschieht es immer wieder, weil Menschen in der Umgebung ein sicheres Gespür dafür haben, wer sein Leben im Dienst an den Anderen lebt.
    46 hr 57 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Miteinander und füreinander
    Ein sehr erfolgreicher Mann heiratet ein sehr junges Mädchen und gründet Hof und Familie. Er ist als Ratsherr und Richter viel unterwegs, muss auch als Soldat seinem Kanton dienen und überlässt seiner jungen Frau immer mehr Aufgaben in Feld und Landwirtschaft mit Vieh und Dienstleuten. Sie bekommen zehn Kinder und leben 18 Jahre in glücklicher Ehe. Alles in bester Ordnung also.
    Aber dann wird der Mann immer unruhiger, immer verschlossener, seiner Frau immer fremder. Er betet und fastet viel und berät sich mit einem Freund. Und dann geht er zu seiner Frau und bittet sie, ihm ein zweites Mal ihr Ja zu geben. Beim ersten Mal bei ihrer Hochzeit und nun ein zweites Mal, um von ihr weg zu gehen und Gott zu dienen. Und nach langen Wochen gibt seine Frau Dorothea ihm, dem geliebten Nikolaus von der Flüe, ihr großes JA zu seinem neuen Weg.
    Durch ihren Verzicht und ihr jetzt wirklich schwierigeres Leben wird sein neues Leben möglich. Er wird zum Einsiedler und gleichzeitig Berater vieler Menschen. Er, der jetzt wieder ausgeglichen und froh leben kann, wird zum großen Friedensstifter der Schweiz, zu ihrem Patron und zum großen Vorbild. 
    Der Weg dieser beiden Menschen ist sehr ungewöhnlich und beide sind nur miteinander und füreinander zu denken. In einer Bronzeplastik werden beide, Nikolaus und Dorothea, gezeigt, wie sie das Radbild halten und darin verbunden sind. In diesem Radbild weisen Strahlen den Weg in die Mitte und damit auf den Grund aller Dinge. Gleichzeitig führen sie in die Weite, hinein in Aktion und Engagement. Nikolaus hat die beiden Dimensionen dieses Bildes gelebt und seine Frau Dorothea auf ganz andere Weise ebenso.
    44 hr 44 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Zeichen der absoluten Nähe
    Wir sind mit 25 Frauen auf dem Weg nach Assisi. Wir haben am Brenner übernachtet und fahren nachher, nach dem Frühstück weiter nach Italien zum La Verna. Wir beginnen mit der Fahrt und dem Lebenslauf des Franziskus quasi von seinem Ende her. Auf La Verna, dem Berg, auf dem er die Wundmale bekommen hat, die ihn Christus ähnlich gemacht haben. Aber das Geschehen dahinter war sehr dramatisch.
    Nach vielen Jahren mit seiner Brüdergemeinschaft spürt Franziskus, wie sich seine Brüder immer mehr von seinem Ideal entfernen und oft gar nicht mehr verstehen, warum ihm die Armut, der Gehorsam und die Ehelosigkeit so wichtig sind. Und da kommen ihm Zweifel und sie wachsen so sehr an, dass er sogar an seinem Glauben an Jesus Christus zweifelt und nicht mehr weiß, ob sein Leben in dessen Nachfolge überhaupt Sinn hat und hatte und er bittet ihn um ein Zeichen. Und es wird ihm gewährt. Mit den Wunden an Händen und Füßen und in seiner Seite hat er die letzten zwei Jahre gelebt und sie so versteckt, dass sie niemand zu Gesicht bekommen hat. Erst bei seinem Sterben wurden diese Stigmatisierung mit den Zeichen des gekreuzigten Christus deutlich.
    Ich denke und weiß, dass jede und jeder von uns gezeichnet ist und Wundmale trägt. Wunden, die das Leben geschlagen hat. Ganz reale Wunden durch Unfälle im Haushalt, beim Sport, in der Freizeit, im Straßenverkehr. Aber die meisten von uns haben innere Wunden, durch Ereignisse in Kindheit und Jugend, zugefügt durch Menschen und Situationen. Und manchmal dauert es sehr lange, bis sie angenommen, bearbeitet, geheilt und im vollen Sinn des Wortes überwunden werden können.
    Bei Franziskus war es anders. Er war so geprägt vom Leiden an seiner Gemeinschaft, dass er von Christus ein Zeichen erbeten hat, dass er noch auf dem richtigen Weg ist. Und die Wunden waren für Ihn das Zeichen der absoluten Nähe zu dem, den seine Seele immer geliebt hat – Christus.
    48 hr 4 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…