Morgenimpuls

Morgenimpuls

By DOMRADIO.DEReligion & Spirituality
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Morgenimpuls episodes

  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Auferstehung ist ein großes Wort!
    In der vergangenen Woche während einer Tagung, hat eine Schwester im Morgenlob einen wundervollen Text vorgelesen, der so voller österlicher Bilder ist, dass ich ihn gerne heute in der Frühe lesen möchte. Er heißt im niederländischen Original: Opstanding und ist von Jaap Zijlstra. 
    Ins Deutsche übersetzt von Katharina Kluitmann:
    Auferstehung
    Auferstehung ist ein großes Wort.
    Ich versuche, es kleiner zu sagen, Maßstab 1:10.000
    Auferstehung ist Wachwerden und die Drosseln rufen von den Dächern
    und die Raben von den Kanzeln: Jesus lebt!
    Auferstehung ist Luther, der nicht mehr dagegen ankam 
    und in großen Buchstaben auf seine Tafel schrieb: „vivit“ – Er lebt!
    Auferstehung ist meine Mutter, 
    totgesagt von allen möglichen Ärzten und einem rasend schlauen Professor. 
    Aber schau: Sie lebt, dreimal mehr als ein Hausspatz.
    Auferstehung ist eine Dauerwelle aus Blumen, ein Graben voll Leben. 
    Besser kein Vogel in der Hand und zehn in der Luft.
    Auferstehung ist der Grabstein von Martin Luther King und darauf die Buchstaben:
    "Gott sei Dank, ich bin endlich frei!"
    Auferstehung ist Licht, das zurückkehrt zur Sonne, 
    Regen zu den Wolken, Worte zurück in meinen Mund.
    Auferstehung ist ein Wunder, eine Verwunderung.
    Du reibst dir die Augen, es ist helllichte Nacht!
    Auferstehung ist ein Kichern von Licht. Die Augenwinkel kräuseln sich.
    Deine Augen gehen auf – und zu, von so viel Licht nach so viel Warum.
     
    46 hr 24 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Ein Papst, der bei den Menschen sein wollte
    Da ist ein Mann, der von der Kurie zum Rücktritt bewegt werden sollte, als er Kardinal in Argentinien war, weil er sich mit vollem Engagement für die Armen, die Schwachen, die Kleinen eingesetzt hat. Und dann, dann wird er zum Papst gewählt und weil ihm ein Kardinalskollege zuflüstert, er solle auch in diesem Amt die Armen nicht vergessen, wählt er den Namen Franziskus. Dieser Franziskus von Assisi war da schon 800 Jahre tot und noch kein Papst hatte es vorher gewagt, diesen Namen zu wählen. Warum eigentlich nicht? Weil dieser kleine Bruder aus Assisi ein Bruder aller Menschen sein und die Kirche reformieren wollte, aber von unten, von den Menschen aus und an der Hand der Armen.
    Zuviel Programm? Papst Franziskus hat es gewagt. Und wir wissen nur zu gut, dass er vieles angestoßen, aber nicht so viel bewegt hat, wie er gewollt hat. Dass er vieles wollte, aber von vielen Seiten bekämpft und ausgebremst wurde, in seiner eigenen Kirchenleitung, in der Kurie, in den reaktionären Kreisen. Aber was bleibt an Momenten von diesem Papst, der gestern, am Ostermontag, am Tag des Emmausevangeliums, gestorben ist? Für mich bleiben ein paar Bilder, die sich mir zutiefst eingeprägt haben:
    - die Fußwaschungen am Gründonnerstag in einem römischen Gefängnis: nicht an Kardinälen und Klerikern, sondern an Gefangenen, Männern, Frauen und Jugendlichen- seine tiefe Betroffenheit über den vieltausendfachen Missbrauch durch Kleriker der Kirche- seine machtvollen Ansprachen an die versammelten Kardinäle und die Verurteilung des Klerikalismus bei ihnen- seine, von vielfältigen Krisen und Kriegen geprägte Amtszeit- sein Lehrschreiben "Laudato si" über die Bewahrung der Schöpfung- und das Bild, das ich wohl nie vergessen werde: er, fast ganz allein auf dem riesigen Petersplatz beim Kreuzweggebet in der ersten großen Coronawelle.
    Ein Papst, der bei den Menschen sein wollte und ihre Sorgen und Nöte kannte und vor Gott gebracht hat. Unbedingt. Und noch am Ostersonntag, die Verlesung seiner eindrücklichen österlichen Friedensbotschaft und den kurzen Segen, seine Fahrt über den Petersplatz, um mitten bei den Menschen zu bleiben. Und sein Tod am frühen Morgen des zweiten Ostertages als fast greifbare Vollendung seines Lebenswerkes und Auferstehung nach all den vielen Krisen und Leiden der vielen Jahre vor Gott und für die Menschen.
    62 hr 14 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / "Wer an mich glaubt, der wird…?"
    Gibt es einen wunderbareren Jubel? Geht es schöner als heute? "Christ ist erstanden, von der Marter alle, halleluja" gesegnete, frohe und hallelujavolle Ostern wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.
    Es gibt die vielen wunderbaren Ostergeschichten aus der Bibel. Aber heute früh möchte ich Ihnen eine andere wundervolle Ostergeschichte erzählen:
    Eine Lehrerin geht mit ihrer Schulklasse zum örtlichen Friedhof, um über das Thema Sterben, Tod und Beerdigungskultur zu reden und das Ganze ein bisschen anschaulich zu machen. Der Eingang zum Friedhof hat einen schon ziemlich verwitterten Torbogen auf dem noch lesbar ist: "Wer an mich glaubt, der wird l…" Der Rest dieses Wortes nach dem "L" ist nicht mehr zu erkennen. So fragt die Lehrerin ihre Klasse: Was glaubt ihr, was da steht, welches Wort muss dahin? "Wer an mich glaubt, der wird l…"
    Und nach einer kleinen Weile sagt der Erste: laufen. Wer an mich glaubt, der wird laufen! Und dann sprudelte es auch aus den anderen Kindern heraus: lachen, liebhaben, loben, lernen, loslassen, läuten….
    Ja, genau: wer an mich glaubt, der wird laufen, loslaufen wie Maria von Magdala und die Jünger und nicht mehr am Platz hocken bleiben. Der muss davon erzählen und mit seinem Tun den anderen klar machen, dass er an die Auferstehung Jesu glaubt und diesen Glauben wirklich leben.
    Wer an mich glaubt, der wird lachen. Ja, er wird lachen, weil nicht der Tod und das Trauern und Weinen das letzte Wort hat, sondern das Leben und das Lachen, das über den Tod hinausreicht und dem der ewige Tod nichts anhaben kann.
    Wer an mich glaubt, der wird liebhaben, weil ich dann reif bin für die Liebe, die niemals mehr vergeht und genau weiß, dass sie im Tod nicht endet. Und weil ich mich unendlich geliebt weiß, kann auch ich immer neu lieben.
    Wer an mich glaubt, der wird loben, und halleluja singen, weil er weiß, wem er alles Leben verdankt und alle Liebe und alles neue Beginnen.
    Wer an mich glaubt der wird lernen, wie das alles geht: das Vertrauen in die gute Schöpfung, das Hoffen auf die unendliche Liebe, das Glauben an das unendliche Leben.
    Wer an mich glaubt, der wird loslassen: alle Vorurteile, alle Ängste, alle "das geht doch gar nicht" Worte.
    Wer an mich glaubt, der wird läuten. Der wird das Festtagsgeläut im Kirchturm anwerfen und immer länger, immer mehr, immer voller, alle Glocken läuten lassen, damit es alle hören: Christus ist auferstanden von den Toten. Halleluja.
    Und wenn dann alle diese Worte mit L zusammengefasst werden, dann ergibt sich von selbst das Wort, das über dem Torbogen noch fehlte: Leben. Christus sagt: Wer an mich glaubt, der wird leben. 
    60 hr 34 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Höhepunkt des Weihnachtsfestes
    Der Karfreitag ist der Höhepunkt des Weihnachtsfestes. Ja wirklich, auch wenn es so unglaublich unglaublich klingt. Der herunter gekommene Gott ist der mit uns bis ans Kreuz gehende Gott. Ein Aspekt der Kreuzestheologie ist über Jahrhunderte sehr vernachlässigt worden: der kreuztragende Jesus, der an der Seite der kreuztragenden Menschen geht. Kreuze tragen die Menschen, seit es Menschen gibt.
    Jesus nimmt also sein Kreuz und geht meinen Kreuzweg mit. DAS Wort der Passion Jesu heißt: mit! Der mit uns verurteilt worden ist, der mit uns gegeißelt worden ist, der mit uns mit Dornen gekrönt worden ist, der mit uns das schwere Kreuz getragen hat, der mit uns am Kreuz gestorben ist. Und weil Jesus alles Leid mit uns getragen hat, kann uns selbst unser Leid als eine Spur der Anwesenheit Gottes in unserem, meinen Leben sichtbar, erfahrbar werden.
    Und warum tut Jesus das? Es gibt nur eine mögliche Antwort: aus Liebe. Weil er liebt. Jesus weicht dem Kreuz nicht aus, sondern er sagt: Ich liebe euch so sehr, dass ich ganz bis nach unten absteige, um bei euch zu bleiben bis ins Letzte. Die Last des Leidens bleibt, aber sie wird leichter zu tragen, weil einer mit uns trägt, der der Sohn Gottes ist. Wir finden ihn also an unserer Seite, wann immer uns das Leben und Leiden schwer ist. Alle unsere Kreuze können uns, in allem Schmerz und Leid beständig erinnern: Du bist geliebt.
    Die Karfreitagsliturgie lässt einen oft unzufrieden zurück. Denn sie betont den Schmerz und die Angst, die Jesus durchlitten hat. Und das ist wichtig, denn ohne diesen Karfreitag wäre Ostern nicht denkbar. Aber wir wissen auch am Ende des Karfreitags: Ostern wird kommen. Der Tod hat nicht das letzte Wort, egal was passiert. Und diese Gewissheit wünsche ich Ihnen: dass Gott da ist auch in allem Leiden, in allem Schrecken, der auch hier und heute passiert. Dass er dort ist, wo man ihn am wenigsten erwartet.
    52 hr 47 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Nur aus reiner Liebe
    Mit dem Gründonnerstag beginnen die drei heiligen Tage, die eigentlich ein einziger Tag sind. Und dieser Gründonnerstag hat es wirklich in sich: ein Mahl, also ein festliches Essen Jesu mit seinen Getreuen, Jüngern und Jüngerinnen, ein Sklavendienst mit der Fußwaschung, der zunächst dazu da ist, die dreckigen Füße zu säubern, und der Verrat durch Judas, einen seiner Freunde.
    Die Jünger merken ziemlich schnell, dass dieses Abendessen anders ist als die vielen vorher. Wir sagen heute, er setzt die Eucharistie ein. Aber das ahnen seine Mitfeiernden noch nicht, weil dieser Einsatz erst wirksam wird durch den Tod Jesu. Und mittendrin im emotional aufgeladenen Geschehen steht Jesus auf und geht herum und wäscht seinen Jüngern die Füße – nicht den Kopf, wozu er oft genug allen Grund gehabt hat. Und er gibt genau zu diesem Akt eine sehr konkrete Anweisung: "Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe Euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr genau so handelt!" – Und trotz alledem geht Judas weg und verrät ihn, seinen Meister. Verstehen Sie das? Ich nicht.
    Heute Nachmittag werden in unserer Mutterhauskirche hier in Olpe die Brote gesegnet, die in allen 22 Kinderheimgruppen unseres Josefshauses zum Abendessen gegessen werden. Und aus allen Gruppen, die oft weit verstreut in den Dörfern leben, werden Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter kommen. Und selbst die Kinder, die meist aus schwierigen und belasteten Familiensituationen kommen, spüren deutlich, dass dieser Abend, dieses Brot und dann dieses Abendessen zusammen etwas Besonderes ist und irgendwie geheimnisvoll – um Gottes und seiner Menschen Willen. Aus Liebe, nur aus reiner Liebe.
    45 hr 34 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Sind wir Brüller oder schweigende Mehrheit?
    In einem Fernsehgottesdienst am Palmsonntag ging es mir durch und durch. Die Passion, also die Leidensgeschichte Jesu, wird üblicherweise von drei Personen gelesen: ein Erzähler, ein verschiedene Personen Lesender und der, der den Jesus liest. Aber hier war es anders. Sehr viel mehr Menschen in der voll besetzten Kirche haben die Texte gesprochen und Teile des Chores und aus den Mitfeiernden in den Bänken haben die Szenen betont, die das Volk betreffen. Und diese massenhaften Rufe des Volkes gingen mir durch Mark und Bein. Es hat eine andere Bedeutung, ob ein guter Vorleser betont "Kreuzige, kreuzige ihn" liest oder viele Leute diesen Ruf tatsächlich schreien und brüllen.
    Klar weiß ich mit Verstand und biblischem Wissen, dass die Leute in Jerusalem ein paar Tage vorher "Hosanna dem Sohne Davids" gerufen haben, als Jesus in die Stadt gekommen ist, und jetzt mit Gebrüll verlangen, dass er gekreuzigt wird. Aber diese Szene in einer Kirche mit heutigen Menschen zu hören und zu erleben, war etwas völlig anderes. Und ein relativ banaler Satz beendete diese Szene, die wir alle kennen und lautet: "Und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch." – Und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch. Das kennen wir leider gelegentlich selber. Die Lauten, die Brüller, die Schreier setzen sich durch.
    In unseren derzeitigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen sagen Kenner der Szene: Die laute Minderheit prägt die Debatte. Und was ist mit der schweigenden Mehrheit? Was ist mit denen, die sich das Ganze aus sicherer Entfernung anschauen und erst mal abwarten? Sind wir Brüller oder schweigende Mehrheit des Geschehens um Jesus und um Jesus und seine Kirche heute? Sind wir in dieser Karwoche Menschen, die nur die Inhaltsangabe der Leidensgeschichte Jesu lesen und dann erst mal abwarten? Oder gehen wir mit ihm mit?
    49 hr 27 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Ein herrlicher Versprecher
    Wir haben in den Laudes bei uns im Konvent ziemlich regelmäßige Mitbeter, die uns unterstützen. An einem Morgen, beim Canticum, hat einer der Beter mit kräftiger Stimme und aus vollem Brustton einen herrlichen Versprecher gehabt. Eigentlich heißt dieser Vers: "Gepriesen sei dein heiliger, herrlicher Name, gerühmt und verherrlich in Ewigkeit" und er hat gebetet: "Gepriesen sei dein heiliger herzlicher Name".
    Wer schon so viele Jahrzehnte die Tagzeiten mit Laudes, Sext, Vesper und Komplet betet, kennt vieles auswendig und wenn es dem normalen Klang des Textes entlanggeht, klingt es im Inneren normal weiter. Sowie aber ein Versprecher kommt, was einfach passiert und auch nicht schlimm ist, fällt es meistens auf. Ich musste schmunzeln und fand dieses andere Wort so schön. Um aber nicht aus dem Takt zu kommen, konnte ich erst später nochmal schauen. Statt "herrlicher Name" war "herzlicher Name" gebetet worden. Dieser Gesang aus dem Buch Daniel ist mindestens 150 vor Christus ins Buch eingefügt worden und besingt das Lob des großen Gottes durch die drei Jünglinge, die aus dem Feuerofen gerettet worden sind.
    Wenn der Herr unser Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde, dessen Lob hier gesungen wird, kein Herz für seine Menschen hätte, wäre er ein Dämon oder ein Abgott. Und er hätte nicht, um seine Menschen wieder zur Umkehr zu bewegen, seinen eigenen Sohn in die Welt geschickt, um seine BARM-HERZ-IGKEIT deutlich zu machen. "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer", also ein gütiges, warmes, liebevolles Herz zeigen, damit wir verstehen, warum Gott die Liebe und die Güte in Person ist. Diese Feier der Heiligen Woche, in die wir am Sonntag gestartet sind, ist eine Festwoche der Herzlichkeit Gottes zu uns, seinen Menschen.
    Gut, dass unser Mitbeter diesen schönen Versprecher hatte: "Gepriesen sei dein heiliger herzlicher Name" und mir das noch einmal klarer geworden ist.
    48 hr 4 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Versöhnen statt Spalten
    Seit vielen Jahren gibt es hier in Olpe eine richtig gute Erfindung. Die "Nacht der Versöhnung". Immer am Montag vor dem Heiligen Abend vor Weihnachten und am Montag der Karwoche, also heute, findet dieser besondere Abend statt. Erfunden und begonnen wurde die Reihe bei den Pallottinern in Olpe und später bei uns im Mutterhaus. In diesem Jahr ist das Thema aktueller denn je: "Versöhnen statt Spalten" Aktuell hat man ja an vielen Stellen in der großen Politik und im normalen Alltagsgeschehen den Eindruck, dass Meinungen und Fronten sich verhärten, der Umgangston aggressiver wird und die Differenzen mehr im Fokus stehen als die Gemeinsamkeiten.
    Die Nacht der Versöhnung lädt ein, die Blickrichtung zu wechseln, zu schauen, wo man auf andere zugehen kann, an welchen Stellen man das Gespräch suchen und versuchen kann, die Position des anderen zu verstehen, ohne sich ihr anschließen zu müssen. Und gleichzeitig selbst bereit zu sein, die Hand, die jemand anderes mir reicht, zu ergreifen, das Gesprächsangebot zu nutzen, nicht mehr kompromisslos auf der eigenen Sichtweise zu beharren und nur die persönlichen Interessen in den Mittelpunkt zu stellen.
    Nach dem Bußgottesdienst um 19.30 Uhr, der immer wirklich unter die Haut geht, gibt es die Möglichkeit, einen Einzelsegen zu empfangen oder ein Beicht- oder Lebensgespräch zu führen. Bei Tee und Gebäck sind dann alle Teilnehmenden eingeladen miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Vielleicht ist das eine gute Idee für die eine oder den anderen von Ihnen, die Karwoche mit diesem besonderen Abend zu beginnen. 
    40 hr 34 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Eine einzige Enttäuschung?
    Du bist eine einzige Enttäuschung! Haben Sie so einen harten Satz schon einmal persönlich gehört? Hoffentlich nicht! Vielleicht kennen Sie ihn aus dem Kino. Vorzugsweise in Hollywood-Filmen oder Serien geht es immer wieder um Familien-Konflikte, etwa dass der überstrenge Vater seine Erwartungen im Sohn nicht erfüllt sieht oder die Tochter nicht so wird, wie sich das die Eltern erhoffen. 
    Natürlich werden Menschen auch jenseits von Hollywood im echten Leben mit Enttäuschungen konfrontiert. Das eigene Leben verläuft nicht so wie erhofft, die Beziehung zerbricht, der Job ist langweilig und irgendwann fragt man sich: Soll das jetzt alles gewesen sein? Wenn andere von uns oder wir von uns selbst enttäuscht sind: Wie können wir damit umgehen?
    Die derzeitige Fastenzeit läuft gerade auch auf eine riesige Enttäuschung zu: vor Ostern ist der Karfreitag. Der ist die absolute Enttäuschung. Jesus – eben noch als König gefeiert – stirbt am Kreuz. Für seine Jünger muss das eine unfassbare Enttäuschung gewesen sein. Nicht umsonst ist Jesus im Tod auf Golgatha fast allein, von den meisten verlassen. 
    Doch Gott schafft es, dass aus dem vermeintlichen Versagen der Sieg über den Tod wird, dass das, was vorher so sinnlos erschien, nämlich der Tod von Jesus Christus, buchstäblich in einem neuen Licht erscheint.
    Wir sollten nicht erwarten, dass Gott in unser Leben auf dramatische Weise eingreift und sich plötzlich doch alle gescheiterten Hoffnungen erfüllen. Aber wir haben die Zusage, dass Gott immer bei uns ist, auch in unserem Scheitern. 
    Und vielleicht kann uns diese feste Zusage Gottes an uns die nötige Gelassenheit geben, auch mit Enttäuschungen umzugehen. Denn wir wissen: Ob erfolgreich oder nicht, Gott bleibt bei uns. Immer!
    43 hr 20 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Schweigen wir uns wieder zusammen?
    Vor einiger Zeit ist mir ein Text von Lothar Zenetti in die Hände gefallen. Darin heißt es: "Wir reden. Wir reden dauernd aneinander vorbei. Wir reden. Wir reden uns immer weiter auseinander. Vielleicht schweigen wir uns wieder zusammen."
    Aneinander vorbeireden geht ganz schnell. Es soll ja auch Menschen geben, die gleichzeitig miteinander reden, ohne sich wirklich zuzuhören. Und meist bleibt es dann bei ganz belanglosem Zeug. Hauptsache, es plätschert. Und so kann man sich dabei auch auseinanderreden und hat sich eigentlich nichts zu sagen. Solche Oberflächlichkeiten sorgen leider dafür, dass ich meinen Nächsten, mein Gegenüber nicht wirklich ernst nehme, indem ich ihn oder sie mit abgedroschenen Phrasen abspeise. 
    Zeit für ein Gespräch, das wirklich manchmal eine Herausforderung und sicherlich nicht bei jeder Person, die etwas von mir will, gleich einfach ist. Aber ist Schweigen dann die richtige Medizin? Reden ist zwar Silber und Schweigen Gold, aber gilt das auch, wenn man sich am Ende nichts mehr zu sagen hat? Lothar Zenetti setzt ja deshalb auch ein "Vielleicht" vor diese Vorstellung, dass Schweigen wieder zusammenführen kann. Aber nur Schweigen, das stelle ich mir schwierig vor. Vielleicht sollte man den letzten Satz mit einem wenn und ein paar Punkten ergänzen. Ich würde dann ergänzen: wenn wir uns stattdessen ein Lächeln schenken, wenn wir uns gegenseitig Wünsche von den Augen ablesen oder wenn wir einfach fragen: "Wo kann ich dir helfen?" – Statt also mein Gegenüber mit belanglosen Worten zuzuschwallen, könnte doch ein einziger ernstgemeinter Satz oder eine ernstgemeinte Geste viel mehr Mitmenschlichkeit und Zuneigung ausdrücken. Dann kann man sich auch wieder zusammenschweigen.
    46 hr 24 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…