Morgenimpuls

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By DOMRADIO.DEReligion & Spirituality
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Morgenimpuls episodes

  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Haben Sie die Strecke schon verlassen?
    Ich liebe es, beim Wintersport im Fernsehen zuzuschauen. Meine liebste Disziplin ist Biathlon. Dieser Wechsel aus Langlauf und Schießen, wobei die Treffer oder Nieten sich aufs Laufgeschehen auswirken: es ist immer so spannend. 
    Bei den letzten Rennen bei der Weltmeisterschaft und den letzten Weltcuprennen danach, gab es einige interessante Reaktionen zu beobachten. 
    Ein Biathlet hatte tatsächlich fünfmal nicht getroffen, hätte fünf Strafrunden laufen müssen und hatte keine Lust mehr, weiter zu laufen. Er wurde aber von seinem Team gedrängt, das Rennen zu Ende zu laufen. Ein anderer hat nach vielen Fehlschüssen tatsächlich aufgegeben und die Strecke verlassen. Und wieder eine andere hatte ebenso viele Fehlschüsse, ist im Rennen aber so über sich hinausgewachsen, dass sie noch in den Top 15 gelandet ist, was niemand für möglich gehalten hat.
    Ich finde das ein ziemlich gutes Beispiel für unser Umgehen mit der Fastenzeit. Wir sind jetzt fast auf der Hälfte der Zeit und am kommenden Sonntag ist der Sonntag Laetare – Freue Dich. 
    Wie war Ihr Rennen bisher? Haben alle Vorsätze und Überlegungen bisher ins Schwarze getroffen oder haben Sie Extrarunden gedreht? Haben Sie an den Tagen, wo Sie gegen Ihre eigenen Vorsätze schmählich verloren haben, alles hingeworfen und die Strecke verlassen? Oder sind Sie immer wieder aufgestanden und haben immer wieder neu angefangen? "Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten" - ein Wort von Katharina von Siena, ist nicht die schlechteste Beschreibung unseres Weges durch die österliche Bußzeit. 
    Aber es muss mir auch immer wieder klar sein, wofür ich diese Zeit vor Ostern nutze. Es geht um eine Umkehr: weg vom Kreisen um sich selbst und wieder hinkehren zu Gott, zu seinem Evangelium, zum Leben als Christen für die Mitmenschen und gegen Vernichtung der Schöpfung. Und selbst, wenn ich in der Zeit viele Nieten geschossen haben sollte, ist uns an Ostern der Jubel aller im Ziel garantiert.
    48 hr 20 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Nicht das schlechteste Vorbild
    Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn wird das Fest der Verkündigung gefeiert: der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde und ihr verkündete, dass sie zur Mutter des Messias, des Gottessohnes, erwählt war.
    Der Engel begrüßt Maria als die "Begnadete" – also von Gott besonders ausgewählte und darüber erschrickt sie sehr. Und sie überlegt sehr gründlich, was das denn zu bedeuten hat.
    Dann wird ihr angekündigt, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen soll, dem sie den Namen Jesus geben soll, der groß sein wird und Sohn des Höchsten genannt werden soll, der, der den Thron des Hauses David übernehmen wird und dessen Herrschaft kein Ende haben wird. Jeder von uns würde verstehen, dass sie von einer solchen Ankündigung wie erschlagen wäre und sprachlos und verwirrt und ängstlich.
    Aber Maria ist es nicht, sondern fragt in Ruhe nach, wie das geschehen soll, da sie noch nicht verheiratet ist. Der Engel erläutert ihr, dass es keine normal gezeugte Schwangerschaft nach menschlichem Maß sein wird, sondern dass der Geist Gottes mit seiner Kraft in ihr Mensch werden wird und das Kind deshalb heilig und Sohn Gottes genannt werden wird.
    Und trotz dieser Erklärung gehen der jungen Frau garantiert blitzschnell tausend Gedanken durch den Kopf. Sie weiß genau, dass sie davon kaum jemandem erzählen kann, dass sie ihren Eltern ziemlichen Kummer zumuten wird und ahnt, dass es auch ihr Josef zunächst nicht verstehen wird. Und was noch viel schlimmer ist, sie weiß genau, wenn ihre Schwangerschaft sichtbar wird, wird sie, weil sie nicht verheiratet ist, nach dem Gesetz gesteinigt, also auf sehr brutale Weise ums Leben gebracht werden.
    Und trotz all dieser schlimmen Zukunftsaussichten sagt sie dem Engel zu, dass alles nach seiner Ankündigung geschehen soll.
    Das macht wiederum uns sprachlos, weil wir ein so anderes Marienbild im Kopf haben, dass über die Jahrhunderte gepredigt und verkündet worden ist. Sie ist also auf keinen Fall die liebe und brave, demütige und fromme Ja-Sagerin, die ja eigentlich keine Wahl hat. Nein, sie ist eine starke Frau, die tatsächlich mehr den Ankündigungen und Zumutungen dieses Gottes vertraut als den Katastrophen, die das für ihr eigenes Leben mit sich bringen könnte. Und viele von uns, die die vielen schlimmen Episoden aus dem Leben Marias kennen, ahnen das auch. Und "Magd des Herrn" heißt in diesem Fall, dass sie ihr Leben auf die Zusagen Gottes setzen will, egal was kommt.
    Das ist nicht das schlechteste Vorbild.
    56 hr 57 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Wenn Reden zu wenig ist
    Wir haben gestern mit dem dritten Fastensonntag die nächste Phase der Fastenzeit begonnen. Diese Zeit ist immer wieder die besondere Zeit, um auf Grundlagen unseres Handelns als Christen zu schauen. 
    Barmherzigkeit als das etwas aus der Mode gekommene Wort - für dieses Handeln wird am deutlichsten im Matthäusevangelium beschrieben. Da heißt es: "Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mir Kleider gegeben. Ich war krank, und ihr habt mich besucht. Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen."
    Aus diesem Text haben sich von Anfang des Christentums her die sieben leiblichen Werke entlehnt. Das ist das ganze Hilfs-Spektrum unseres Lebens, wenn wir in Not sind: 
    - wer hungert, braucht keine frommen Worte und guten Trost, sondern Essen, 
    - wer durstig ist, braucht keine Lebensberatung, sondern genug zu trinken für Leib und Seele,
    - wer in der Fremde strandet, braucht keine Unterrichtsstunden über die Vorzüge des Landes, sondern Unterkunft und Aufnahme, 
    - wer nackt ist, braucht keine moralischen Vorträge, sondern passende Kleidung, 
    - wer krank ist, braucht erstmal keine Lehrfilme über Gesundheitsberatung, sondern Pflege, Hilfe und Medikamente, 
    - wer im Gefängnis sitzt, braucht keine erhobenen Zeigefinger, sondern Besuch und Kontakt und Beziehung,
    - und für die Toten braucht es eine würdevolle Begleitung auf dem berühmten letzten Weg, weil er und sie niemals ihre Würde verlieren.
    Bei den sieben leiblichen Werken der Barmherzigkeit wird ganz leicht ganz deutlich: nicht reden, sondern tun ist dran und erste Hilfe zum Leben und Überleben.
    45 hr
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Mit wenig viel erreichen!
    Auf dem Weg nach Bonn mit dem Auto habe ich ziemlich gut in der Zeit gelegen und war schon vorfreudig, dass ich zu meinem Termin überpünktlich da sein würde. Mein Navi hat mir noch 15 Kilometer angezeigt. Für diese 15 Kilometer habe ich dann aber 30 Minuten gebraucht. Und hinter mir, ein riesig wirkender LKW, der bei jedem Bremsmanöver gefühlt auf mein kleines Auto aufgefahren ist.
    Und ich hatte die Hoffnung, dass sein Fahrer munter und ausgeschlafen ist und mit voller Konzentration dieses nervige Stopp and Go fahren kann. Dann ist er abgebogen und eine junge Frau mit Kopftuch in einem Kleinwagen fährt jetzt hinter mir. Und immer wenn ich aufschaue und sie im Spiegel sehe, lächelt sie und nickt mir zu. Ich lächle zurück und wir spielen dieses Freundlichkeitsspiel solange, bis ich abbiegen muss. Ein bisschen war es wie ein verschmitztes: wir Schleierträgerinnen achten aufeinander. Manchmal hängt tatsächlich das eigene Wohl oder Wehe und das der Menschen an unserem Weg, an ganz alltäglichen Dingen: ausgeschlafene und muntere Verkehrsteilnehmer, ein freundliches Lächeln und ein aufmunterndes Nicken. Der oft so hektische Straßenverkehr und Berufs– und Lebensalltag sind für niemanden immer besonders leicht. Aber es trotzdem relativ leicht, sich gegenseitig die Last leichter zu machen, sie tragen zu helfen. Das erscheint so easy und mancher denkt jetzt vielleicht: dass es doch eher die großen und heroischen Entschlüsse und Taten sind, die einem Menschen das Leben retten, eine Kirche zur Umkehr zwingen, einer Gesellschaft den Ruck zum Guten verordnen. 
    Ich merke, dass es eher die vielen täglichen kleinen Taten und Gelegenheiten sind, die einander spürbar helfen und die Last des Lebens leichter machen. "Einer trage des Anderen Last" so erfüllt ihr Christi Gebot.
    45 hr 17 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Auf Felsen gebaut
    Gestern haben wir ein großes Fest gefeiert. Am Fest des heiligen Josef haben wir hier in Olpe nach vier Jahren Bauzeit die neugestalteten Räume unseres Mutterhauses gesegnet. Mit einem Wortgottesdienst in der Mutterhauskirche mit allen Schwestern, den Vertretern der vielen Baufirmen und Gewerke und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer gemeinnützigen Gesellschaft, die die Werke unserer Ordensgemeinschaft weiterführen und immer weiter ausbauen.
    Das Evangelium, das wir ausgesucht hatten, war das Gleichnis vom klugen Bauherrn, der den Boden tief aushebt und das Fundament auf den Felsen setzt. Und als Sturm und Fluten kamen, konnten sie dem Haus nichts anhaben, weil es auf einen Felsen gebaut war. Beim Zuhören fiel mir natürlich ein, dass ich mal mit einem Hausmeister bis in den tiefsten Keller geklettert bin, weil er mir zeigen wollte, dass das Mutterhaus tatsächlich auf Fels gebaut ist.
    Was ist bei uns, bei mir, bei Ihnen auf Felsen gebaut? Ist unser Christsein, unser Getauftsein, unser Katholischsein standsicher und felsenfest gebaut? Und worauf? Auf gute Traditionen oder auf gute Erziehung zuhause oder auf gemeinsames Begehen aller Feste und Feiern unserer Kirche? Oder ist es tatsächlich auf Jesus Christus gebaut. Auf seine gute Botschaft vom liebenden Gott, der uns durchs Leben begleitet und leitet und in allen Höhen und Tiefen mit uns unterwegs ist? Ich hoffe es für mich und Sie und uns alle sehr. Und dann können die Stürme, die uns zur Zeit bewegen, die Krisen und Kriege um uns in der Welt toben, wir werden nicht untergehen und das Haus unseres Glaubens wird nicht einstürzen.
    Nach dem Wortgottesdienst sind wir in zwei großen Prozessionen durchs Haus gezogen und haben die neuen Räume gesegnet, bestaunt und angeschaut und danach – nach gut katholischer Art – mit allen zusammen im großen Speisesaal gegessen und getrunken, weil Speise und Trank Gottes Gabe ist und Leib und Seele zusammenhält.
    49 hr 10 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Wenn der heilige Josef sich um die Rechnung kümmert
    Heute feiern wir mit der Kirche das Fest des Heiligen Josef. Viele Ordensgemeinschaften stehen unter seinem Patronat und ich habe hier eine der vielen überlieferten Geschichten unserer Schwestern, die das unglaubliche Vertrauen unserer Gründerin in den Heiligen Josef so schön beschreibt.eute Mutter Theresia Bonzel begann mit ihren Schwestern das Mutterhaus zu bauen, in dem ein Waisenhaus, eine Kirche, das Noviziat und ein Exerzitienhaus untergebracht werden sollte. Der Bau begann, aber die Bauarbeiten waren teuer und manchmal wusste sie nicht, wie sie die Rechnungen bezahlen sollte. Mutter Theresia hatte ein großes Vertrauen zum heiligen Josef, der ja von Beruf Zimmermann gewesen war. Also betete sie immer wieder und bat ihn um seine Hilfe. Eines Tages, als mal wieder kein Geld in der Kasse, aber eine hohe Baurechnung zu bezahlen war, hatte sie keine Idee, was sie machen sollte. Sie nahm die Rechnung, ging zur Statue des Hl. Josef in der Kirche, schob die Rechnung unter den Sockel und bat ihn, sich um die Rechnung zu kümmern. Und schon hatte sie das Anliegen vergessen und sich anderen aktuellen Problemen zugewandt. 
    Am nächsten Tag kam ein Mann und gab, ohne seinen Namen und seine Adresse zu verraten einen Umschlag ab und sagte, man sollte den Umschlag Mutter Theresia geben. Sie bekam also den Umschlag, schaute hinein und fand genau den Betrag den sie brauchte, um die Rechnung zu bezahlen. In großer Dankbarkeit bestimmte sie dann, dass alle Schwestern in ihrem Namen den hl. Josef tragen sollten. Und so heiße auch ich heute: Sr. Maria Katharina vom heiligen Josef. Wenn wir diese schöne Begebenheit erzählen, weiß man immer genau, was die meisten denken: "Oh, klappt das heute auch noch?" Und dann antworte ich manchmal: Wenn Ihr Vertrauen in die Hilfe des Heiligen Josef so groß ist, wie das unserer Gründerin, dann könnte es klappen.
    45 hr 50 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Gottesdienst - gar nicht langweilig!
    Am Sonntag war das Hochamt in unserer Pfarrkirche außergewöhnlich gut besucht. Das hatte mehrere Gründe: In den geprägten Zeiten gehen doch mehr Menschen zum Gottesdienst als im normalen Kirchenjahr. Im Gottesdienst wurde an verschiedene kürzlich verstorbene Gemeindemitglieder gedacht und für sie gebetet und somit waren viele Angehörige da. Und der dritte und sehr schöne Grund war die Vorstellung der diesjährigen Erstkommunionkinder, die oft mit Eltern, Geschwistern und "Omma und Oppa", wie man hier sagt, gekommen waren.
    So ein wenig sind es also Wegmarken, die uns auffordern zum Gottesdienst zu kommen: die Fastenzeit mit ihrer Vorbereitung auf Ostern, der Tod naher Angehöriger und den Trost, den gemeinsames Beten und Gedenken stiftet, und die Vorbereitung auf die Erstkommunion, die Vielen ein guter Grund ist, mit der Familie zusammen in die Kirche zu kommen. Es scheint mir, dass diese drei Gründe gute Hoffnungszeichen in unserem Heiligen Jahr der Hoffnung sind. Vorbereitung auf Ostern und Ernstnehmen der Österlichen Bußzeit, Gedenken der Toten und gegenseitiger Trost und Zuspruch und die Erinnerung an die eigene Erstkommunion und die Hoffnung, dass diese Kinder das Sakrament und seine wunderbare Gabe irgendwann für sich entdecken und im Beispiel der Eltern und der vielen Menschen in der Kirche eine gute Wegmarkierung erleben.
    Vor uns in der Bank saß eine Familie mit zwei Kindern und das jüngere Mädchen hatte immer wieder Fragen an die Mama. Und diese hat leise und geduldig erklärt und nur manchmal das Kleine gemahnt, leise zu fragen. Und erst kurz nach der Wandlung hat die Kleine das Malheft und die Stifte ausgepackt, weil ihr langweilig war. Aber sie hat sie nicht gebraucht, weil alle Kinder zum Vaterunser nach vorne gerufen wurden und sie mit dem großen Bruder und dem Teddy im Arm zum Altar gegangen ist und dann noch der Gang zum Segen mit Mama und Papa dran war. Und auf dem Rückweg zur Bank hatte ich meine Freude an ihrem Strahlen und dem begeisterten Hopsen.
    Gottesdienst war auf einmal gar nicht mehr langweilig.
    46 hr 24 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer
    Zur Fastenzeit gehören ja schon immer die guten Werke, um dem Nächsten in Notsituationen beizustehen und in der Not ganz konkret zu helfen, soweit es die eigenen Möglichkeiten zulassen. Ein Exerzitienmeister hat mir einmal sehr die Augen geöffnet, als er in seinen Vorträgen klargemacht hat, dass Barmherzigkeit DAS Wort in der Bibel ist. Unsere christliche Tradition kennt je sieben leibliche und geistige Werke der Barmherzigkeit, die von ihren Ursprüngen an als Hilfe gegen existentielle und situationsbedingte Nöte zu verstehen sind. Die Aufzählung von Werken der Barmherzigkeit jedoch ist sehr viel älter als das Christentum: Schon die alten Ägypter kannten sie und im Alten Testament finden sich an vielen Stellen Beispiele für barmherzige Werke.
    Ich habe Lust, mit Ihnen in den nächsten Wochen immer mal wieder auf diese Werke der Barmherzigkeit zu schauen und konkret zu überlegen, was sie für mich und für Sie vielleicht heute bedeuten können. Der Kirchenvater Augustinus hat schon im 5. Jahrhundert gelehrt, dass alle Werke, die wir tun wollen, der jeweiligen aktuellen Not angepasst werden müssen. 
    Barmherzig kann die oder der sein, der es schon selbst erlebt hat. Dass da jemand mir Gutes getan, gesagt, gemailt, gemacht hat. "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer", könnte vielleicht über unserem Montag stehen. Statt eines klug ausgedachten Fastenopfers heute mal barmherzig sein zu einer Mitschwester, die mich nervt, zu einem Arbeitskollegen, der wieder zu spät kommt, zum Teenager, der wieder den ganzen Tag am Smartphone daddelt, mit der Oma, die jeden Tag anruft und ein langes Gespräch will.
    Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.
    46 hr 24 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Verzicht wertet das Schöne neu auf
    Gestern habe ich mit Ihnen die drei ersten Strophen eines Fastenzeithymnus bedacht. Bleibt heute noch die vierte und letzte Strophe. Sie heißt:
    Lasst uns loben den Herrn, lieben die Werke die er schuf,froh erwarten den Tag, der die Verheißung uns erfüllt.Dem Vater, dem Sohne, dem Geist sei die Ehre. Amen.
    In den ersten Strophen ging es um den Verzicht und die Ermahnungen der Schrift, diese gute Zeit der Gnade nicht zu verpassen. Verzicht dient aber der Freude, sonst dient er zu nichts! Gibt es eine sinnvollere Begründung für Verzicht?
    Frühere Zeiten haben Verzicht oft als Weltverachtung und Verneinen des Schönen in der Welt gedeutet. Aber das kann gar nicht sein: Der Verzicht ist freiwilliges Tun, weil ich den Wert der Dinge, die uns von Gott gegeben worden sind, neu schätzen lernen möchte. Wir gewöhnen uns so schnell an das Schöne und Wertvolle. Der Verzicht wertet das Schöne neu auf. Der Verzicht zeigt uns neu den Wert auch der kleinen Dinge und Geschöpfe, der Blumen, der Vögel, der Sonnenstrahlen auf unserer Haut, der Musik aus dem Radio, dem freundlichen Gruß des Briefträgers. Der Verzicht ermöglicht auch die Besinnung auf das Wesentliche: Brauche ich wirklich alles, was ich habe oder sollte ich mal entrümpeln und verschenken, was ich schon lange nicht mehr brauche?
    Und dann stellt sich daraus die Frage: Was hilft mir von all diesen Verzichtsleistungen, dass ich mich für Gottes Gegenwart öffnen kann?
    45 hr 50 min
  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina / Aufbrechender Frühling
    In der Fastenzeit gibt es sehr schöne Hymnen für die einzelnen Gebetszeiten. Mein liebster Hymnus heißt so:
    "Hört die Mahnung der Schrift, jetzt ist die Zeit der Gnade da.Paulus sagt uns das Wort: Jetzt ist die Stunde unseres Heils, empfangt nicht vergeblich die göttliche Gnade.Maßvoll lebe der Leib, wachsam und lauter sei der Geist, dass der Weg dieser ZeitDurchgang zur Auferstehung sei. Die Erde zu heilen schuf Gott diese Tage.Zeichen schauen wir nun, irdisches wird zum Bilde hier. Denn das kreisende Jahrlässt nach des Winters Frost und Nacht den Frühling die Erde für Ostern bereiten."
    Das ist das Schöne hier in Europa, dass wir den Wechsel der Jahreszeiten so live und in Farbe immer neu erleben können. Unsere brasilianischen Mitschwestern mögen die Kälte und Nässe hier auch nicht besonders gern, aber wenn es dann von Tag zu Tag heller wird, die ersten Narzissen und Tulpen selbst hier im Sauerland schon blühen und die Birnbäume in unserem Garten schon Knospen treiben, das lieben sie auch sehr.
    Und den Vergleich, den die letzte Strophe zu den ersten beiden Strophen zieht, finde ich wunderbar ermutigend: Wenn Du also die Mahnung der Schrift hörst, dass die Zeit der Gnade da ist. Wenn Du glaubst, dass jetzt die Stunde des Heils kommt. Wenn dich aufschreckt zu lesen: Empfangt nicht vergebens die göttliche Gnade. Wenn Du dann versuchst, maßvoll dem Leib zu geben was er braucht. Wenn Du geistvoll wach und lebendig lebst, wenn du der Zusage traust, dass der Weg dieser Zeit, Durchgang zur Auferstehung ist und wenn Du Dir glaubend vorstellen kannst, dass Gott diese Tage der Fastenzeit gegeben hat, um die Erde zu heilen. Dann ist es wunderbar poetisch, unsere Mühen und unseren Verzicht, unsere Umkehr zu Gott, zu den Mitmenschen und zur Schöpfung mit dem aufbrechenden Frühling zu vergleichen: "Denn das kreisende Jahr lässt nach des Winters Frost und Nacht den Frühling die Erde für Ostern bereiten!" – Eine wunderbare Zusage für heute.
    48 hr 4 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…