Museumsradio Lübeck -  so vielfältig wie die Lübecker Museen

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Museumsradio Lübeck - so vielfältig wie die Lübecker Museen episodes

  • Martin Streit über seine Camera obscura vor dem Holstentor
    Die begehbare Camera obscura vor dem Holstentor ist eröffnet. Im Gespräch mit Besuchern erläutert der Künstler Martin Streit das permanent neu entstehende Bild vom Holstentor: „Mit jeder Tageszeit und bei jedem Wetterwechsel ändert es sich. Es ist unglaublich reich an Farbigkeit und Form.“ Für den Künstler ist das Holstentor zwar ein abgedroschenes Motiv, doch wert, dass man da wieder genauer hinschaue. Durch den Bezug der minimalistischen Container wirke das monumentale Bauwerk noch größer und seine Kamera noch kleiner. Jeder Besucher stehe in einer Filmbox und sei dafür zuständig, das mit seiner Platine zu lesen und abzuspeichern.
    Parallel dazu zeigt das St. Annen Museum weitere Werke des Kölner Künstlers - neben Malerei auch Bilder, die er auf Reisen mit einer kleinen Camera obscura aufgenommen hat.
    14 min
  • Das Holstentor steht Kopf. Camera obscura und Werke Martin Streits vor dem Holstentor und im St. Annen-Museum
    Gespräch mit Dr. Täube, Museumsleiterin St. Annen-Museum
    Auf der Wiese vor dem berühmten Holstentor stehen derzeit zwei große Container, die neugierig machen. Wer sie betritt, befindet sich im Bauch einer riesigen Camera obscura. Sie stellt Lübecks Wahrzeichen, das Holstentor, auf den Kopf - zusammen mit allen Menschen, Hunden oder Fahrrädern, die in dieser Sekunde im Außenraum vorübergehen.
    Die begehbare Camera obscura ist ein Werk des zeitgenössischen Kölner Künstlers Martin Streit. Ihm wird derzeit im St. Annen-Museum eine Ausstellung mit gemalten wie fotografierten Bildern gewidmet. Ausgewählt hat den 1963 geborenen Streit Museumsleiterin Dr. Dagmar Täube. Sie schätzt es, wie der Künstler das Spiel mit unserer Wahrnehmung in Frage stelle. Als Betrachter müsse man sich in der begehbaren Camera obscura bis zu fünf Minuten Zeit lassen, bevor die Augen das Bild erkennen können. Seit der Antike ist diese Art der Fotografie bekannt und hat später auch Maler wie Vermeer inspiriert.
    23 min
  • Ausstellung: Heilige Zeichen - Brisante Objekte. Religiöse Vielfalt in Afrika
    Interview mit Dr Lars Frühsorge, Leiter der Völkerkundesammlung Lübeck
    „Christliche Missionare konnten die Vielschichtigkeit der afrikanischen Religionen nicht begreifen“, erzählt Dr. Lars Frühsorge, Leiter der Völkerkundesammlung Lübeck im Gespräch. Das präge bis heute unser europäisches Bild von Afrika. So sehen wir den Voodoo Glauben als etwas Negatives und verbinden ihn mit schwarzer Magie. An solchen Vorurteilen möchte das Museum arbeiten. Die Ausstellung „Heilige Zeichen - Brisante Objekte“ bezeugt die Fülle afrikanischer Religionen: Geisterglaube und Ahnenverehrung, Maskentanz und Reliquienkult gehören ebenso dazu wie jüdische und islamische Traditionen. Auch das frühe Christentum verbreitete sich bereits im 4. Jahrhundert in Äthiopien. Als dort die spektakulären Felsenkirchen in Lalibela entstanden, seien in Lübeck gerade mal die ersten bescheidenen Steinkirchen erbaut worden, so der Ethnologe Lars Frühsorge. Parallel zur Ausstellung initiiert das Webprojekt „Afrika in Lübeck“ eine neue Form der Museumsarbeit. Bürger können eigene Beiträge hochladen, nach dem Motto, wieviel Afrika steckt in Lübeck.
    29 min
  • Female View. Modefotografinnen von der Moderne bis zum Digitalen Zeitalter
    Interview Dr. Mählmann / Kunsthalle St Annen
    Diese Ausstellung ist lange überfällig: Sie spezialisiert sich ausschließlich auf Fotografinnen, die seit den 1930er-Jahren bis heute Mode fotografiert haben. Darunter sind bekannte Größen wie Lee Miller, Alice Springs, Ellen von Unwerth oder Bettina Rheims.
    Während im 20. Jahrhundert Hochglanzmagazine wie Vogue und Harpers Bazaar die Trends setzten, ist die mediale Vielfalt heute breiter. Influencerinnen inszenieren sich selbst und Fotografinnen übernehmen in den sozialen Medien die Deutungshoheit über ihre Bilder. High Fashion und Mode von der Strasse vermischen sich.
    Im Interview erläutert Museumsleiterin Dr. Antje-Britt Mählmann, dass es ihr eine Herzensangelengenheit war, eine große Auswahl dieser „unfassbar schönen Bilder“ zu versammeln. Gleichzeitig sei es ein politisches Statement, solange in der Kunst- und Modebranche Fotografien von Männern bevorzugt veröffentlicht werden.
    Wie sich der „weibliche“ Blick in der Modefotografie inszeniert und ob er sich bisweilen gar nicht vom „männlichen“ unterscheidet, können die BesucherInnen bis zum 3. Julio 2022 im St. Annen Museum Lübeck selbst entdecken.
    25 min
  • Günter Grass-Haus: neue Dauerausstellung
    Interview zum 20jährigen Jubiläum
    Es scheint, dass die Ratten von Günter Grass tatsächlich seine Bücher verlassen haben und nun das Museum erobern. Für diesen Effekt sorgen Hypeboxen, die viele Tierskulpturen des bildenden Künstler digital animieren. Die neue Dauerausstellung im Günter Grass-Haus arbeitet digital, verzichtet auf lange Wandtexte und setzt gleichzeitig auf Originale. Dazu zählen bislang nie gezeigte Zeichnungen oder die Olivetti Reiseschreibmaschine des Schriftstellers. Mit der Neugestaltung möchte Museumsleiter Dr. Thomsa „die Aura des Ortes stärken" und zeigen, wie sich die Oberfläche des Butts anfühle oder wie porös das Papier der Nobelpreisurkunde inzwischen sei. Anlass ist das 20jährige Jubiläum des Hauses, zu dem auch Bela B, Schlagzeuger der „Ärzte", mit Oskar Matzerath gegen Rechts trommelt. Wie Günter Grass das alles gefunden hätte - davon erzählen Jörg-Philipp Thomsa und Co-Kurator Julius Barthold.
    28 min
  • Ausstellung: Macht und Magie - Tiere in den afrikanischen Kulturen
    Interview mit Dr. Lars Frühsorge, Leiter der Völkerkundesammlung
    Welche Überraschung: Tierskulpturen aus 13 afrikanischen Ländern, die noch nie ausgestellt waren. In ihrer Schönheit bilden sie den Kern der Schau „Macht und Magie. Tiere in den afrikanischen Kulturen“ der Völkerkundesammlung Lübeck. Ursprünglich verwandelten die Tiermasken im Tanz ihre Träger in Antilopen, Jaguare oder Haifische. Dabei verschwammen die Grenzen zwischen Tier- und Menschenwelt. Welches Verhältnis prägt heute das Zusammenleben beider Lebewesen? Stößt dem Menschen zu, was immer dem Tier zustößt? Dienen Tiermasken inzwischen nur noch dem Safari-Tourismus? Wie hat sich der Blick auf Afrika gewandelt zwischen Filmen wie „Tarzan“ (1932) und „Black Panther“ (2018)? Warum engagieren sich Afrikaner längst bei Fridays for Future? Und woher stammen die Löwen, die im Lübecker Rathaus 400 Jahre lang als Präparate für Aufsehen sorgten? Darüber erzählt Dr. Lars Frühsorge, Leiter der Völkerkundesammlung Lübeck, in diesem Interview. Er konfrontiert uns mit einen Kontinent, der anders ist als unsere eurozentristische Perspektive zulässt: „Wir sollten die Bilder von Afrika in unseren Köpfen hinterfragen“.
    Die Ausstellung dazu läuft noch bis 29.05.2022 im Museum für Natur und Umwelt
    26 min

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