Musik-Interviews

Musik-Interviews

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Musik-Interviews episodes

  • Messer
    Nein – Messer verkörpert in diesem Fall nicht den deutschen Post-Punk, sondern es handelt sich um den US-Amerikaner Mitch Grassi, der das deutsche Wort eben so wie die Band aus Münster für sein Künstler-Alter-Ego verwendet. Als Gründungsmitglied der überaus erfolgreichen a capella Gruppe Pentatonix, hat er mit dieser bereits drei Grammys gewonnen und einige Alben aufgenommen. Als Messer widmet sich Grassi nun auch dem Elektro-Pop. Berlin bezeichnet er neben Los Angeles als sein "Home". Geboren ist Mitch Grassi in Arlington, Texas – im Norden des US-Bundesstaats, gelegen zwischen Dallas und Fort Worth. Während der Pandemie hat Grassi Bilanz gezogen und die Zeit genutzt sich kreativ auszuprobieren. Das Ergebnis: nach einer Karriere mit Pentatonix ein eigenes Projekt zu starten, um sich künstlerisch unabhängig von dem Rest der Gruppe entfalten zu können. Im Juli ist nun das erste Album von Messer erschienen, mit dem schlichten Titel "Cuts". Im studioeins stellt der US-Amerikaner daraus heute einige der Songs vor und verrät vielleicht auch genauer, wie seine besondere Beziehung zu Berlin aussieht!
    23 min
  • YAAMA
    Ikebana ist die sehr minimalistische japanische Kunst des Blumenarrangierens, um Harmonie und eine besondere Ästhetik zu erzeugen – und sie ist die Inspiration für die neueste Single von Yaama ("Ikebana Flower"), die zudem ihre aktuellen EPs "Cut" und "Continuity" nach einem japanischen Ästhetik Prinzip benannt hat. "Cut/Continuity" ("Schnitt-Kontinuität") – unter diesem Titel hat Yaama acht Songs auf zwei EPs veröffentlicht, die eine Verbundenheit zwischen Leben und Tod oder Trennung und Verbindung ausdrücken sollen und eine direkte Übersetzung aus dem Japanischen sind: Kire Tsuzuki. Wenn also in der Kunst, Dichtung, Architektur oder auch der Naturdarstellung etwas "abgeschnitten" wird, entsteht gerade durch diesen Einschnitt etwas Neues, das die Phase des Übergangs sichtbar macht. Der Übergang in der Musik von Yaama besteht vor allem aus dem Zusammenbringen unterschiedlichster Anmutungen: Beats und Synthies treffen auf Folk und Jazz wie poetische Lyrics. Sounds, die an gewissen Stellen abbrechen, Verzerrungen und dann in ihren Songs wieder zu einer Einheit zusammenfinden. Inspirieren lässt Yaama, die zuvor auch schon unter ihrem bürgerlichen Namen Mariama Ceesay Musik veröffentlicht hat, allerdings nicht nur von japanischer Ästhetik, sondern auch von dem amerikanischen Poeten schlechthin: Dylan Thomas! Unter anderem ist Yaamas Interpretation seines Gedichtes "Do not go gentle into that good night" auch auf ihrer Doppel-EP "Cut/Continuity" gelandet. Über ihre Faszination japanischer Ästhetik – und natürlich über ihre neue Musik kann Yaama heute Abend im studioeins sprechen.
    36 min
  • Coco Schumann (Wiederholung vom 8. Mai 2005)

    Jahrgang 1924, Jazzmusiker & Profigitarrist (verstorben am 28. Januar 2018)

    Mit 13 entdeckt der Berliner Heinz Jakob "Coco" Schumann den Jazz für sich, kurz darauf schwappt die Swingwelle ins Land, ausgerechnet als der Krieg schon in vollem Gange und Swing Tanzen streng verboten war. Mit 16 spielt er das erstmal öffentlich. Ein riskantes Unterfangen. Er spielt nachts heimlich in den Clubs mit Bully Buhlan und Helmut Zacharias um die Wette. 1943 wird er denunziert und kommt in Gefangenschaft. Deportation nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz und nach Dachau. Coco Schumann musiziert selbst in den Lagern, wird so zum "Ghetto-Swinger" und rettet sich so das Leben. 1945 kehrt er nach Berlin zurück, heiratet und bespielt mit seiner Jazzgitarre und neuer Band sämtliche Tanzschuppen rund um den Kurfürstendamm. Trotzdem wandert er 4 Jahre nach Ausstralien aus. Endgültig zurück im Wirtschaftswunder Berlin, jammt er mit Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie und Louis Armstrong. Kurz - er wurde der deutsche Grandmaster of Swing. 40 Jahre hat Coco Schumann über seine Erlebnisse während des Nationalsozialmus geschwiegen. In seinen Memoiren "Der Ghetto Swinger - erzählt der 80jährige Jazzmusiker, wie er Auschwitz und seine Peiniger überlebte und gab uns in der Hörbar ein paar Einblicke in sein spannendes Leben. Coco Schumann wurde 93 Jahre alt.

    Playlist:

    Coco Schumann Quartett - Georgia on my Mind (Live)
    Coco Schumann - Exotique 1963
    Louis Armstrong - I've got the World on a String
    Coco Schumann & Toots Thielemans - Caravan
    Helmut Zacharias - Swing 48
    Coco Schumann y su combo - Senorita de la Mambo

    Diese Podcast-Episode steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-NC-ND 4.0.

    1 hr 7 min
  • RICHTERWAHL | “WATCHING YOU” ALEX KARP | WHATSAPP

    (00:00) INTRO: Verzicht auf Richterwahl - Collage | (01:31) RICHTERWAHL: Verzicht nach Medienkampagne - Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof | (15:29) DOKU-TIPP: “Watching You - Die Welt von Palantir und Alex Karp” - Klaus Stern | (21:04) WHATSAPP: "Breaking News und Emotionen” - Michael Meyer | (42:22) BONUS: Staatstrojaner: Mit Schadsoftware Schaden abwehren? - Sandro Gaycken - Andreas Bogk - 15.10.2011 | (57:30) BONUS: eMail war gestern - WhatsApp ist morgen? - Daniel Fiene - 06.02.2016 || Jörg Wagner

    1 hr 9 min
  • Wendy Moore
    Die sogenannten "Ghosties" bilden eine ganz besonders enge Community um die Niederländerin Wendy Moore. Moore beschreibt selbst, dass ihre Ghosties ihr das Gefühl geben, weniger unsichtbar zu sein – und hat gleich einen eigenen Club gegründet. Um neue Mitglieder wirbt die Singer-Songwriterin heute mit aktuellen Songs im studioeins! Aufbruch und Empowerment – Wendy Moore beschreibt ihre Musik als Zufluchtsort "für Träumer" und orientiert sich dabei musikalisch an Paramore oder auch Avril Lavigne. Zuhause an der Nordseeküste in Zandvoort, hat sie eigentlich mal als Kind die Karriere einer Dressurreiterin einschlagen wollen, verbrachte als Teenie allerdings dann noch mehr Zeit mit ihrer Gitarre und schon offenbarte sich ein anderer Karriereweg. Heute hat Wendy Moore bereits ihr eigenes Label ("Moore Music Studio") gegründet, um unabhängiger agieren zu können. Im Juli hat sie ihre erste eigene, intime Headliner-Show im Konzert- und Kulturzentrum Cinetol Amsterdam gespielt und kommt nun nach Berlin, um auch im studioeins ihre aktuelle EP "Tangled Wiring" live vorzustellen!
    26 min
  • Marie Bothmer

    Als hätte sie schon vorher von unserem Sommersonntag der "Ein-Wort-Songs" gewusst! Marie Bothmer liebt offenbar derartige Titel, besteht doch ihr aktuelles Album fast ausschließlich aus Songs benannt mit eben nur einem Wort. Lediglich der "Taxi Driver" bildet die Ausnahme zwischen Liedern wie "Ego", "Sweetspot" oder "Luftmatratze".

    Mit "Swimmingpool" hat Marie Bothmer 2021 ihren bislang größten Hit gelandet und perfektioniert seither immer weiter ihren eigenen Sound: deutschsprachige Popmusik mit akustischen Instrumenten wie elektronischen Sounds, bei denen sich die Beats zwischen treibend und sanft hin- und her bewegen. Während sie seit mehr als zehn Jahren Musik macht, ist in diesem Jahr nun der Zeitpunkt für ihr Debütalbum gekommen: "Geb dir alles, stimmt so". Im weitesten Sinn verhandelt Bothmer darauf das Leben aus ihrer Sicht in der Großstadt – und bringt in einer generationen-gefilterten Momentaufnahme Themen wie Selbstfindung, Liebe, Einsamkeit, Feiern und Heartbreak zusammen.

    In fast allen Liedern herrscht textlich ein leicht melancholischer Unterton. Marie Bothmer reflektiert mit besonderer Offenheit schwierige Beziehungen und Vereinbarungen im Musikbusiness, das eigene Selbstwertgefühl sowie ihr eigenes schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater. Musikalisch überwiegt letztlich das Aufbauende: energetischer Dance-Pop und Club-Vibes treffen auf Bothmers Singer-Songwriter-Skills und manchmal klingt ein Hauch 90er-Jahre-Hip-Hop durch.

    21 min
  • Headjet
    Headjet sind die vier Freunde Leon, Calle, Matteo und Lenny. Vor etwa drei Jahren haben sie ihre ersten Songs rausgebracht und sind seitdem durch Deutschland und Österreich getourt. Ein Konzert in der Berliner U-Bahn war auch dabei. Einordnen kann man die "neue" Berliner Band irgendwo zwischen Bilderbuch, den Strokes oder auch Pulp, sagen manche. Am besten überzeugen sie sich selbst.
    15 min
  • Ekowmania
    Ekow Alabi Savage aka Ekowmania zählt zu den bedeutendsten lebenden Interpreten westafrikanischer Rhythmen am Schlagzeug. Mit über 50 Jahren Erfahrung als Musiker, Sänger, Komponist und Perkussionist aus Ghana, hat er mit Legenden wie Ziggy Marley oder Manu Dibango zusammengearbeitet.
    Im Genre "Highlife" verschmelzen traditionelle westafrikanische Rhythmen und Melodien mit europäischen Musikstilen, insbesondere mit Jazz. Highlife ist Musikrichtung und Tanzstil, und hat sich seit den 20er Jahren vor allem in Ghana und Sierra Leone ausgebreitet – und von da aus immer weiter. Ekowmania und seine in Berlin gegründete Band The Rhythmers verbinden nun die eher klassischen Elemente des Highlife mit wiederum weiteren modernen Einflüssen aus Soukous, Salsa, Afrobeat und Funk.
    2025 ist die Debüt-EP "Ekowmania & The Rhythmers" erschienen und präsentiert in den insgesamt vier Tracks den energiegeladenen Sound, der zum Ziel hat auch hier den traditionellen Highlife-Sound weiterzutragen. Lebhafte Vibes nehmen also das studioeins ein, wenn Ekowmania gemeinsam mit Djatou Toure, Nick Morrison, Trigo Santana und Mauricio Fleury die Bühne betreten.
    39 min
  • Marlena Käthe
    Als Support für Hundreds oder auch Fortuna Ehrenfeld ist Marlena Käthe schon vor einiger Zeit aufgefallen. Vor allem aber natürlich, weil Marlena Käthe auf so erzählerisch schöne Weise Themen der Identität in ihrem intimen Songwriting aufgreift. Nachdem sie sich zunächst mit der Idee der Kernfamilie beschäftigt hat, handeln ihre aktuellen Songs vom Leben aus einer explizit weiblichen Perspektive. AMOR" ist eine Konzept-EP, auf der Marlena Käthe auf Deutsch wie Englisch dem Hadern sowie der Akzeptanz mit einer weiblichen Identität begegnet. "I was raised to keep myself small" singt sie im Song "Would I Be A Woman" und fragt was eine Frau eigentlich wäre – ohne einen Mann. Die insgesamt fünf Stücke können in ihrer Abfolge wie ein Drama gehört werden. Es beginnt mit der "Arena", in der Marlena Käthe das Setting klarstellt, in dem sich ihre Lieder bewegen. Eine Kampfarena, wo hinter den Toren immer wieder neue Herausforderungen warten, die letztlich in den Innenraum gelangen und dort im Kampf aufeinandertreffen. Die sinnbildliche Auseinandersetzung, was es eigentlich alles bedeutet eine Frau zu sein, wird untermalt von einem trommelnden Beat, Rhythmus-definierenden Synthesizern oder einer zurückhaltenden Gitarre. Marlena Käthe navigiert mit "AMOR" erneut sicher und mit einem hohen künstlerischen, ästhetischen Anspruch zwischen Träumerei und Realismus. Wir freuen uns, wenn sie heute mit Synthies und Gitarre auf der Bühne im studioeins ihre neuen Songs präsentiert!
    36 min
  • Borlinghaus
    Schmerzhafte Gefühle zulassen. Diese Ambition verpackt borlinghaus in einen soften Dark Pop, um ihr gerecht zu werden. Das Resultat: eine erste EP mit fünf Liedern, die neben der sanften Stimme von Charlotte Borlinghaus und ebenso sanften Gitarrenklängen mit verzerrten Drums und Bässen spielt. Die britische Musikerin Birdy sei für sie eine ihrer größten Inspirationen, denn durch Birdy habe borlinghaus ihre Liebe für sanfte, eindringliche Popmusik entdeckt. Seit sie selbst 14 Jahre alt ist, widmet sie sich dem Texten ihrer eigenen Songs. Ihre vielleicht größte eigene Angst ist das Gefühl einer inneren Leere. Mit ihrer Musik will sie diesen dunklen Gedanken daher etwas entgegensetzen. Ihre Songs drehen sich also vorrangig um das eigene Gefühlsleben, die Beziehungen, die vielleicht schon längst vergangen sind oder man sich bereit macht für eine neue Liebe. So singt borlinghaus zum Beispiel davon, wie man in der Nacht aufwacht, weil man Schuldgefühle hat und wie erleichternd es sein kann, diese abzulegen ("Alles Lügen"); oder von dem Gefrierpunkt der Liebe im Song "Antarktis": "Du bist perfekt – nur das Eis bleibt da – wir sind in der Antarktis – wo unsere Hände niemals warm sind – können wir uns nicht mehr spüren."
    26 min

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