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Der Radverkehr gewinnt auch bei größeren Entfernungen und topographisch schwierigeren Ausgangslagen zunehmend an Relevanz. Zudem ist das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung einem steten Wandel unterworfen. Auch bislang nicht radaffine Personen finden nicht zuletzt durch die Etablierung von Pedelecs und E-Bikes Gefallen am Verkehrsmittel Rad. Daher verschieben sich auch die Anforderungen an die Radverkehrsinfrastruktur. Hier können Radschnellverbindungen (Radschnellwege) als zügig befahrbare und umwegarme Routen eine wichtige Rolle spielen.
Ziel des Projektes ist es, Erkenntnisse und Erfahrungen zu Radschnellverbindungen zu sammeln und aufzubereiten. Diese werden entsprechenden Akteuren und Interessensgruppen im Land wie z.B. Kommunen, Landkreisen, Verbänden und Planern für die praktische Arbeit zur Verfügung gestellt, um die Umsetzung von Radschnellverbindungen zu beschleunigen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Erfahrungen aus anderen Ländern, in denen Radschnellverbindungen schon länger erfolgreich im Einsatz sind (z.B. in den Niederlanden oder Dänemark).
VCD Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Institut für Verkehrswesen (IfV)
24 Monate
Zum Abschluss wird am Freitag, 29. Juni 2018 eine eintägige Landeskonferenz Radschnellverbindungen Baden-Württemberg organisiert. Diese wird gemeinsam vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und dem VCD veranstaltet.
Seit wenigen Jahren bringen Verkehrsexperten und Stadtplaner immer wieder den Vorschlag ein, punktuell Luftseilbahnen zur Lösung bestimmter innerstädtischer Verkehrsprobleme heranzuziehen, weil sie einen Beitrag zu nachhaltigerer Mobilität leisten können. Luftseilbahnen lassen sich in den bestehenden ÖPNV integrieren und die Kabinen können problemlos so konzipiert werden, dass sie Barrierefreiheit und Fahrradmitnahme ermöglichen. Sie sind sparsam im Flächenverbrauch und tragen zu geringeren C02-und Luftschadstoffemissionen des Verkehrssektors und verringerter Lärmbelastung bei.
In zahlreichen Städten weltweit werden Luftseilbahnen bereits innerstädtisch eingesetzt, in Deutschland bleibt es aber oft nur bei einer Idee. In Baden-Württemberg werden bisher keine Luftseilbahnen als Bestandteil des ÖPNV eingesetzt. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl dieser Projektideen allerdings deutlich erhöht. Trotz technisch voll ausgereifter Systeme stoßen neue Projekte in Deutschland teilweise auf erhebliche Widerstände in der Bevölkerung und unter professionellen Akteuren, die eine Realisierung derartiger Vorhaben verhindern.
Karlsruher Institut für Technologie
Karlsruher Institut für Technologie
27 Monate
Im Rahmen dieses Projekts soll der verkehrswissenschaftliche Nachweis über die Verlagerung von Personenkilometern vom Pkw auf den ÖPNV oder deren Vermeidung durch neue StVO-konforme elektrifizierte Faltroller (TrottiElec) – ohne dabei Fußgängerstrecken zu kannibalisieren – geführt werden. Elektrifizierte Faltroller stellen Schlüsselelemente für geschlossene Wegeketten dar. Für eine anspruchsvolle Topografie in Verbindung mit den Restriktionen für Fahrräder im ÖV stellen diese Faltroller einen erheblichen Mehr- und Spaßwert für die „last miles“ dar. Der Forschungsverbund „TrottiElec“ der Hochschulen Esslingen und Stuttgart hat leichte praxisreife Prototypen entwickelt, vom TÜV-Süd positiv begutachten lassen und ein Konzept für die verkehrliche Bewertung eines Flottenversuches entworfen. Die in diesem Projekt mittels zeitlich befristeter Sonderzulassung geplanten legalen Flottenversuche auf öffentlichen Wegen stellen ein Alleinstellungsmerkmal dar. Im ersten Projektjahr soll ein Flottenversuch in Esslingen/Stuttgart durchgeführt werden (ca. 25 Fahrzeuge) und im zweiten Projektjahr auf Verleihstationen und ländliche Gebiete ausgeweitet werden (weitere 25 Fahrzeuge). Die E-ULV werden an geeignete Probanten für die regelmäßige Nutzung überlassen. Die Bewegungen werden aufgezeichnet und für die verkehrliche Bewertung aufbereitet. Zugleich wird die Akzeptanz der anderen Verkehrsteilnehmer ermittelt.
Hochschule Esslingen
Hochschule für Technik
24 Monate
Die barrierefreie Zwei-Sinne-Fahrgastinformation
Im Bereich der Barrierefreiheit des ÖPNV konnten in den letzten Jahren vielfältige Fortschritte erzielt werden. Dabei standen allerdings häufig die Belange von mobilitätseingeschränkten Fahrgästen im Vordergrund, während die Belange von Menschen mit Wahrnehmungseinschränkungen nicht voll zur Geltung kamen. Besonders betroffen sind dabei Sehbehinderte und Blinde, die nicht oder nur mit Hilfsmitteln in der Lage sind, z. B. Fahrplanaushänge oder Netzpläne zu erfassen.
Diese Kommunikationsbarrieren werden insbesondere bei der zunehmenden Verbreitung von Echtzeit-Fahrgastinformationen deutlich. Die Echtzeitinformationen werden auf den Anzeigern in Bahnhöfen und Haltestellen visuell dargestellt und sind im Internet oder per App abrufbar. Diese Darstellungsformen erschweren Sehbehinderten und Blinden die Nutzung und führen zu Zugangshemmnissen und Unsicherheiten bei der Benutzung des ÖPNV.
Ziel des Projektes Sinn² ist es daher, landesweit eine barrierefreie sowie echtzeitfähige Fahrgastinformation für blinde und sehbehinderte Personen zur Verfügung zu stellen, um für diese den ÖPNV zuverlässiger und attraktiver zu gestalten. Um dies zu ermöglichen, wird im Projekt eine Fahrgastinformation in Form einer App für Smartphones realisiert, welche insbesondere hinsichtlich der Bedienung speziell auf die Bedürfnisse der genannten Zielgruppen abgestimmt ist.
Dadurch lassen sich zeitintensive sowie kostspielige Maßnahmen an der Infrastruktur der Haltestellen (z. B. Ausstattung mit DFI-Anzeigern, die zusätzliche akustische Informationen zur Verfügung stellen) und eventuell auch in den Fahrzeugen vermeiden. In Folge dessen lässt sich die barrierefreie sowie echtzeitfähige Fahrgastinformation ohne nennenswerten Mehraufwand großflächig verbreiten – auch in ländlichen Regionen mit geringem Fahrgastaufkommen.
Das Projekt ist auf eine Laufzeit von zwei Jahren ausgelegt.
Verkehrswissenschaftliches Institut Stuttgart GmbH (VWI)
Universität Stuttgart
Institut für angewandte Sozialwissenschaften
–
24 Monate
Ergebnisse aus der laufenden Begleitforschung zu Car2go in Köln und Stuttgart.
Was beeinflusst das Radfahren, und wie werden Menschen zu Radfahrern – Untersuchungen zur Fahrradnutzung und der Rolle des Fahrrads auf Grundlage der Daten des Deutschen Mobilitätspanels
Baden-Württemberg ist auf dem Weg, in den nächsten Jahren zur Pionierregion für nachhaltige Mobilität zu werden. Mit der Kampagne „Neue Mobilität bewegt nachhaltig“ stellt sich das Land Baden-Württemberg den Hausforderungen der Zukunft und hat sich hierfür im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeitsstrategie für den Mobilitätsbereich klare Ziele gesetzt. Hierzu zählen unter anderem die Minderung der CO2-Emissionen des Verkehrs um 20 % bis 2020 bzw. um 40 % bis 2030 oder auch die Erhöhung der Personenkilometer des ÖPNV-Verkehrs bis 2020 um 50 % und bis 2030 um 100 % gegenüber dem Jahr 2004. Die weiteren Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg aus dem Mobilitätsbereich finden Sie hier.
Einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele kann die Nutzung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Umsetzung in die Praxis leisten. Folgerichtig hat das Ministerium für Infrastruktur und Verkehr mit seinem Projekt „Nachhaltig mobil: Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis“ die Rolle des Impulsgebers übernommen, um die vorhandenen Potenziale hierfür bestmöglich zu erschließen.
Ein erster Meilenstein war eine Fachkonferenz am 25. Februar 2015, zu der das Ministerium Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft und der öffentlichen Verwaltung zu einem intensiven Austausch nach Stuttgart eingeladen hat. Auf der Fachkonferenz sollte das vorhandene Know-How zusammengeführt und bekannt gemacht werden. Das Themenspektrum wurde mit fachlicher Begutachtung auf Basis eines Themenaufrufs bei wissenschaftlichen Institutionen ausgewählt. An unterschiedlichen Thementischen bestand die Gelegenheit zur vertieften Diskussion und zum Austausch mit dem Plenum.
Außerdem rief das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg im Mai 2015 ein Förderprogramm für Projekte mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren ins Leben. Informationen über das Förderprogramm finden Sie hier.
Holger Klein im Gespräch mit…
… Winfried Hermann
und Christoph Erdmenger
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