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Der hat doch nicht…? Doch hat er! 27. Juni 1994, Stefan Effenberg zeigt deutschen Fans den Mittelfinger. Die verheißungsvolle Karriere im DFB-Dress von jetzt auf gleich futsch. Brüderlich mit Herz und „Hand“? Fußballerisch fehlinterpretiert. Der Skandal der WM in den USA. Zumindest bis zum peinlichen Aus gegen Bulgarien. „Lächerlich“ kommentierte der Übeltäter selbst und blieb einfach stur am Hotelpool sitzen. Später sollte Effenberg mit dem FC Bayern Europa erobern, über seine obszöne Geste spricht der Mann der klaren Worte bis heute nur ungern. Wir nicht, Freunde der Sonne - Nachholspiel legt den Finger in die Wunde.
Brütende Hitze, kaum Luft, gigantischer Kampf - 120 Minuten. Über 100 000 Zuschauer im Stadion, Millionen Deutsche mitten in der Nacht vor den Fernsehgeräten - 120 Minuten. Ein erst genervter, dann müder Radio-Kommentator Kurt Brumme, 120 Minuten. Müller, Seeler, Boninsegna, Rivera - Legenden, ein Leben lang. Deutschland gegen Italien, der 17. Juni 1970, WM-Halbfinale in Mexiko-Stadt. Mythos, ein Fußballspiel wie ein Geschichtsbuch, nicht wahr Oliver Wurm? Der Journalist und Verleger stellt uns sein neustes Werk vor. Nachholspiel heizt das Aztekenstadion nochmal auf und ja, Nachbarsjunge Lucas Vogelsang linst auch wieder über den Gartenzaun.
Am 12. Juni 1976 schrieb Ibrahim Sunday aus Ghana als erster Afrikaner der Bundesliga Geschichte. Er hatte es nicht leicht, Fußball-Deutschland war noch nicht so weit. Nationalspieler hießen lange Franz, Gerd oder Manfred. Weißes Trikot, weiße Hautfarbe. Erwin Kostedde, Deutscher, wurde als erster dunkelhäutiger DFB-Star „brauner Bomber“ genannt. Jimmy Hartwig, ebenfalls mit dem Adler auf der Brust, als "Negerschwein" beleidigt. Über den in Bonn geborenen Anthony Baffoe ist man 1989 im Sportstudio erstaunt, wie gut er doch Deutsch spricht. Traurig, aber wahr. Asamoah, Boateng, Sané - Rassismus ist immer da gewesen, war nie weg. Nachholspiel will nichts verschweigen und legt den Finger in die Wunde.
"Weiter, immer weiter" – wenn im Mai 2001 der mit Adrenalin vollgepumpte Oliver Kahn den Freistoß in Hamburg geschossen hätte, wäre der Ball heute noch unterwegs und Schalke 04 im Fußballhimmel. Doch es kam anders(son) und Königsblau purzelte nach einem vierminütigen Traum wieder von der rosaroten Wolke. "Meistermacher" Rollo Fuhrmann hatte sich verplappert und Sky-Reporter Dirk große Schlarmann eine Beerdigung unter Feuerwerk erlebt. Nachholspiel mit zwei Perspektiven von zwei großartigen Geschichtenerzählern.
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