Napfgespräche - Experten über Ernährung von Hunden und Katzen und smarte Supplemente

Napfgespräche - Experten über Ernährung von Hunden und Katzen und smarte Supplemente

By Joe Rahn / Sabine Thöne-GroßHealth & FitnessNutritionKids & FamilyPets & Animals
Download on the App Store

Napfgespräche - Experten über Ernährung von Hunden und Katzen und smarte Supplemente episodes

  • #105 - Hanfsamen für Hund und Katze: Was bringen sie fürs Fell?
    Linolsäure, Edestin und die Grenzen der Studienlage: Wann eine Ergänzung sinnvoll sein kann und warum stumpfes Fell zuerst Ursachenklärung braucht.
    ### Was braucht die „Baustelle Fell“?
    Keratin bildet die Haarstruktur. Dafür braucht der Körper ausreichend hochwertiges Protein und schwefelhaltige Aminosäuren. Auch Zink, Fettsäuren sowie die Pigmentbausteine Tyrosin und Phenylalanin spielen eine Rolle.
    ### Wo Hanf beitragen kann – und wo Grenzen liegen
    - **Edestin:** Das Speicherprotein im Hanfsamen liefert viele Aminosäuren. Die besprochenen Analysen zeigen jedoch Engstellen bei Tryptophan und widersprüchliche Werte für Cystein. Als alleinige Proteinquelle ist Hanf nicht geeignet.
    - **Linolsäure:** Sie ist der zentrale Ansatzpunkt für einen möglichen Beitrag zur Hautbarriere. Studien zu Linolsäure und Zink sind aber keine direkten Wirksamkeitsbelege für Hanfsamen.
    - **Omega-3:** Die pflanzliche Alpha-Linolensäure im Hanf ersetzt nicht die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA aus Fisch- oder Algenöl.
    - **Besonderheiten der Katze:** Hanf deckt wichtige Bedürfnisse wie Taurin und Arachidonsäure nicht ab.
    ### Wie belastbar sind die Aussagen zum Fell?
    Die Folge bespricht sieben kleine Fütterungsstudien mit Hunden, in denen die Fellqualität nicht gemessen wurde. Für Katzen wurden keine Fütterungsstudien mit Hanf gefunden. Persönliche Erfahrungen mit Fellveränderungen werden deshalb von der Studienlage getrennt betrachtet.
    ### Was Halter:innen zuerst prüfen sollten
    Bei stumpfem Fell zunächst Vollständigkeit und Menge der Ration prüfen; anhaltende Veränderungen, Juckreiz oder Haarausfall tierärztlich abklären lassen. Erst danach über Ergänzungen nachdenken. Zusätzliche Kalorien, die Lagerung empfindlicher Öle und die Vitamin-E-Versorgung gehören dabei mit in die Betrachtung.
    **Wichtige Abgrenzung:** Hier geht es um Samen, Samenöl und Hanfprotein – nicht um CBD-haltige Blüten- oder Blattextrakte.
    44 min
  • #104 -Das Calcium-Phosphor-Verhältnis bei Hund und Katze
    Die toxische Affäre im Napf: Warum die Knochen deiner Tiere durch eine falsche Fütterung in Gefahr sind und wie du diese lebenswichtigen Mineralien exakt bilanzierst

    In dieser Episode der Napfgespräche decken wir die komplexe und oft missverstandene Beziehung zwischen Calcium und Phosphor auf. Diese beiden Mineralstoffe sind unzertrennlich und absolut essenziell für einen gesunden Stoffwechsel, doch sobald ihr Verhältnis kippt, entsteht eine hochtoxische Dynamik für Hunde und Katzen. Es reicht bei der Fütterung nicht aus, einfach Mineralien in den Napf zu werfen; die exakte Balance ist der Schlüssel zur Gesundheit. Das lernst du in dieser Folge:Die Rolle von Calcium: Dieser Makromineralstoff ist der zentrale Baustein für Knochen und Zähne und übernimmt essenzielle Aufgaben bei der Muskelarbeit, der Nervenleitung sowie der Blutgerinnung. Die Rolle von Phosphor: Phosphor ist in jeder einzelnen Körperzelle präsent und maßgeblich am Energiestoffwechsel, am Aufbau der Zellwände und an der DNA beteiligt. Die entscheidenden Kontrollmechanismen: Vitamin D fungiert als zwingend notwendiger Kuppler, der dafür sorgt, dass Calcium und Phosphor überhaupt aus dem Darm aufgenommen werden können. Das Parathormon aus der Nebenschilddrüse agiert derweil als strenger Türsteher, der den Calciumspiegel im Blut um jeden Preis konstant hält. Die schleichende Gefahr der Dysbalance: Kommt über die Nahrung zu wenig Calcium an, wird gnadenlos der Knochen als Tresor geplündert, um den Blutspiegel aufrechtzuerhalten. Dieser Prozess bleibt bei normalen Blutbildern lange unsichtbar, was fatale Folgen für die Knochendichte hat. Spezifische Risiken je Tierart: Hunde erhalten durch gut gemeinte Extras wie Knochenzugaben und gestapelte Präparate häufig eine gefährliche Calcium-Überversorgung. Katzen hingegen leiden bei reiner Muskelfleischfütterung ohne entsprechende Zusätze extrem schnell an einem gefährlichen Calciummangel. Praktische Fütterungsstrategien: Um Mangelerscheinungen oder Überdosierungen zu vermeiden, müssen Rationen immer exakt in Gramm und niemals grob in Löffeln berechnet werden. Besonders bei wachsenden, trächtigen oder laktierenden Tieren ist die exakte Bilanzierung durch einen Profi unerlässlich, da die Toleranzgrenzen hier extrem eng sind. Zeigt dein Tier plötzliches Hinken, Lahmheit oder Bewegungsunlust, solltest du niemals blind Calciumpräparate zufüttern. In solchen Fällen ist eine tierärztliche Diagnose in Kombination mit einer professionellen Rationsüberprüfung der einzige sichere Weg. Hast du die Mineralstoffversorgung deiner Tiere schon einmal grammgenau durchrechnen lassen?

    **Faktenbox Calcium

    **Calcium — der Baustoff: rund 99 % in Knochen und Zähnen, der Rest steuert Muskel, Nerv und Gerinnung.
    Phosphor — der Allrounder: überwiegend im Knochen, außerdem in jeder Zelle (Energiestoffwechsel, Zellmembranen, Erbgut).
    Vitamin D — der Kuppler: fördert die Aufnahme beider aus dem Darm. Hund und Katze sind auf die Zufuhr über das Futter angewiesen.
    Parathormon — der Türsteher: hält das Blutcalcium konstant, notfalls auf Kosten des Knochens.
    Konsequenz: Ein normaler Blutcalciumwert beweist keine bedarfsgerechte Ration.

    **Faktenbox Rahmenwerte für das Ca-P-Verhältnis

    **Erwachsener Hund: etwa 1 : 1 bis 2 : 1 (belegt, FEDIAF).
    Wachsender Hund: Untergrenze 1 : 1, Obergrenze enger, etwa 1,6 : 1 bis 1,8 : 1 je nach Phase (plausibel — gegen FEDIAF 2025 prüfen).
    Katze: mindestens 1 : 1, im Wachstum ebenfalls enger nach oben (plausibel — Grenzwerte gegen FEDIAF 2025 prüfen).
    Praxis-Zielkorridor 1,2–1,5 : 1 ist eine Arbeitsgewohnheit, keine Leitlinie.
    Entscheidend bleiben die absoluten Mengen pro 1.000 kcal — Beispiel NRC, Welpe nach dem Absetzen: ca. 3 g Calcium und 2,5 g Phosphor pro 1.000 kcal (belegt).

    27 min
  • #103 - Calcium beim BARFen: Wenn gute Absicht schief geht
    Warum Welpen, Kitten und trächtige Tiere keine Extraportion brauchen

    In dieser Folge,

    #103 - Calcium beim BARFen: Wenn gute Absicht schief geht,

    sprechen wir darüber, warum Calcium in der Fütterung oft falsch eingeschätzt wird. Ausgangspunkt ist die Frage, ob „mehr hilft mehr“ gilt. Wir erklären, dass das bei erwachsenen Tieren zwar oft weniger problematisch ist, bei Welpen, Kitten sowie trächtigen und säugenden Tieren aber schnell kritisch werden kann.Wir zeigen, dass nicht nur die Calcium-Menge zählt, sondern die gesamte Tagesration mit Calcium und Phosphor. Bei Fertigfutter wird diese Berechnung vorab gemacht, beim Barfen liegt die Verantwortung für die Planung bei uns selbst. Gerade bei jungen Tieren, großen Rassen und in Wachstumsphasen ist eine genaue Berechnung wichtig, weil sich Fehler später schwerer korrigieren lassen.Für Hunde nennen wir typische Fehlerquellen: Knochen werden nach Prozenten statt nach Mineralstoffgehalt eingeplant, Erwachsenenrationen werden einfach verkleinert übernommen, Eierschalenpulver wird ungenau mit dem Löffel dosiert, mehrere Calciumquellen werden addiert, ohne sie zu bilanzieren, und die Ration wird im Wachstum nicht angepasst. Auch eine zu hohe Energiezufuhr kann das Wachstum und damit die Belastung des Skeletts beeinflussen.Bei Katzen ist der klassische Fehler oft das Gegenteil: zu wenig Calcium bei reinen Fleischrationen. Wenn keine Knochen gefüttert werden, muss die Calciumquelle sehr genau dosiert werden. Für Kitten gilt ebenfalls, dass das Präparat zur gesamten Ration und zur jeweiligen Wachstumsphase passen muss.Bei Trächtigkeit und Laktation betonen wir, dass nicht automatisch Calcium ergänzt werden sollte. Entscheidend ist eine vollständige, bedarfsdeckende Ration. Bei säugenden Tieren sind Warnzeichen wie Zittern, Unruhe, steifer Gang, Krämpfe, Schwäche oder Futterverweigerung sofort tierärztlich abzuklären.Zum Schluss ordnen wir Calciumquellen ein: rohe fleischige Knochen und Knochenmehl liefern Calcium und Phosphor, Eierschalenpulver, Calciumcarbonat und Algenkalk liefern vor allem Calcium. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist dabei nur eine Kontrollgröße; wichtig bleiben die absoluten Mengen und die passende Ration für die Lebensphase.

    25 min
  • #102 - Darmgesundheit bei Hund & Katze: Mikrobiom, BARF-Mythen & Probiotika
    Wissenschaft statt Werbeversprechen: Was Rohfütterung wirklich mit der Darmflora macht, warum der Dysbiose-Index oft falsch verstanden wird und wann Probiotika wirklich helfen.

    In dieser Folge der Napfgespräche räumen Joe und Sabine mit den weitverbreiteten Werbemythen rund um Darmgesundheit, Probiotika und Rohfütterung auf. Anhand aktueller Studiendaten der letzten acht Jahre wird differenziert aufgeschlüsselt, was Begriffe wie Darmflora, Mikrobiom und Metabolom in der Praxis bedeuten: Während das Mikrobiom die Gesamtheit aller Mikroorganismen inklusive ihres genetischen Materials beschreibt, umfasst das Metabolom die entscheidenden Stoffwechselprodukte wie kurzkettige Fettsäuren (etwa Butyrat als Energielieferant der Darmschleimhaut).

    Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen eindeutig, dass eine Rohfütterung das Mikrobiom messbar verändert. Bakteriengruppen wie Fusobakterien, Proteobakterien und Clostridium perfringens nehmen zu, während kohlenhydratabbauende Stämme sinken. Diese Verschiebung ist jedoch nicht automatisch als krankhaft zu werten, sondern stellt primär eine funktionelle Stoffwechselanpassung an eine protein- und fettreiche Ration dar. In diesem Kontext wird auch der Dysbiose-Index beleuchtet: Ursprünglich als diagnostisches Werkzeug für chronisch darmkranke Hunde entwickelt, schlägt dieser Rechenwert bei gesunden, gebarften Hunden oft futterbedingt aus. Halter sollten Tierärzten daher vor einer Kotuntersuchung stets die genaue Fütterungsmethode mitteilen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

    Neben der Bakterienzusammensetzung steht die Nährstoffabdeckung im Fokus. Bei unberechneten Rationen drohen Mängel, allen voran bei Jod. Da der Jodgehalt in Seealgenmehl (Ascophyllum nodosum) stark schwankt, sollten Rationen präzise kalkuliert und analysiert werden, bevor auffällige Schilddrüsenwerte voreilig mit Medikamenten statt einer Futteranpassung behandelt werden. Zudem wird betont, dass Katzen als obligate Karnivoren mit deutlich kürzerer Darmpassage nicht wie kleine Hunde behandelt werden dürfen; bei ihnen steht die zuverlässige Deckung essenzieller Nährstoffe wie Taurin, Vitamin A und Arachidonsäure stets an erster Stelle vor isolierten Mikrobiom-Experimenten.

    Beim Einsatz von Probiotika und Synbiotika trennt die Studienlage klar zwischen Nutzen und Marketing: Bei akutem Durchfall verkürzen gezielte Stämme die Krankheitsdauer signifikant von durchschnittlich 47 auf 32 Stunden, und auch präventiv bei Stress oder Umzügen reduzieren sie das Durchfallrisiko spürbar. Bei chronischen Darmerkrankungen (IBD) ersetzen sie hingegen keinesfalls eine fundierte tierärztliche Ursachendiagnostik. Beim Kauf sollte stets auf die genaue Stammnummer geachtet werden (z. B. bei Enterococcus faecium). Abschließend thematisieren Joe und Sabine die Küchenhygiene im Umgang mit Rohfleisch zum Schutz vor multiresistenten Keimen sowie schonende Alternativen wie Sous-vide-Garung oder Brüh-BARF für Haushalte mit immungeschwächten Personen.

    29 min
  • #101 - Welche Nahrungsergänzung braucht ein gebarfter Hund?

    0:03 Ergänzungen beim BARF

    2:24 Die Basis der Ration
    7:21 Bedarf und Nährstofftabellen
    11:37 Beispiel für eine BARF-Ration
    16:18 Energie und Bedarfsrechnung
    19:52 Wann Ergänzen sinnvoll ist
    25:50 Typische Supplement-Fehler
    32:27 Sinnvolle Ergänzungen
    35:39 Häufige Denkfehler
    37:58 Die wichtigsten Erkenntnisse

    In dieser Folge sprechen wir darüber, wann Nahrungsergänzungen beim Barfen wirklich sinnvoll sind und wann eine gut geplante Ration bereits ausreicht. Wir ordnen ein, dass Ergänzungen nicht grundsätzlich abgelehnt werden, sondern gezielt und bedarfsgerecht eingesetzt werden sollen.Wir erklären, was eine ausgewogene BARF-Ration schon abdeckt: Energie, Protein, Aminosäuren, Fett, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Dazu gehören abwechslungsreiche Fleischsorten, Innereien, Calcium über Knochen oder Ersatz sowie ein passender Fettanteil. Ohne diese Basis entstehen häufig Nährstofflücken.Ein Schwerpunkt liegt auf typischen kritischen Nährstoffen wie Omega-3, Jod, Vitamin D und Calcium. Wir betonen, dass Muskelfleisch diese Stoffe meist nicht ausreichend liefert und dass insbesondere knochenfreie Fütterung, zu viel Leber oder eine unausgewogene Ölzufuhr Probleme machen können. Als Hilfen nennen wir auch FEDIAF-Tabellen und die Bedeutung genauer Berechnung.Wir gehen außerdem darauf ein, wann Ergänzungen besonders sinnvoll sind: bei Welpen, trächtigen und säugenden Hündinnen, Senioren, Sporthunden, kranken Tieren oder bei klaren Lücken in der Ration. Ergänzungen sollen sich an der konkreten Fütterung und am Bedarf des einzelnen Hundes orientieren, nicht an pauschalen Empfehlungen.Zum Schluss besprechen wir typische Denkfehler, etwa „einfach alles ergänzen“, „natürlich heißt automatisch vollständig“ oder „mehr Präparate bedeuten bessere Versorgung“. Wir fassen zusammen, dass erst die Basis stimmen muss und anschließend nur gezielt ergänzt werden sollte.

    Meisterbarf: Mit dem Code NAPF10 einen Neukundenvorteil erhalten

    Canina.de

    42 min
  • #100 - BARF Ernährung mit Meisterbarf Florian Kellner und Dr med vet Astrid Dahl
    Tierärztliche Expertise vs. Marketing-Versprechen: Wie echte BARF-Qualität, Keimsicherheit und bedarfsgerechte Rezepturen entstehen

    Themen der Folge:

    Marketing vs. Fachverstand: Was hinter Phrasen wie „tierärztlich begleitet“ steckt und warum fundierte Rationsberechnungen im Tiermedizinstudium oft nur ein Randthema sind.

    Hygienekonzepte & HACCP-Standards: Welche Sicherheitsmaßnahmen in der Produktion Keim- und Kreuzkontaminationen verhindern und wie Halter zu Hause richtig mit frischer Rohware umgehen.

    Wissenschaftliche Rationsberechnung: Der Weg von der Weende-Analyse über Nährstofftoleranzen bis zur fertigen Rezeptur nach FEDIAF-Richtlinien für Hund und Katze.

    Gezielte Ernährung bei Krankheiten: Warum echte Monoproteine ohne versteckte Fette oder Pansen für Allergiker essenziell sind und weshalb Pferdeinnereien wegen hoher Kadmiumbelastung gemieden werden sollten.

    Gegarter BARF (Sous-Vide & Brühbarf): Eine magenschonende Alternative für Patienten mit IBD, Bauchspeicheldrüsenproblemen oder Resorptionsstörungen.

    Gäste dieser Episode:

    Florian Kellner: Mitbegründer und Geschäftsführer von Meisterbarf

    Dr. med. vet. Astrid Dahl: Tiermedizinerin & Spezialistin für individuelle Ernährungs- und FutterrezepturenBARF, Hundeernährung, Katzenbarf, Meisterbarf, Tiergesundheit, Monoprotein, Futterallergie Hund, HACCP Hygiene, Rationsberechnung, Ernährungsberatung Hund

    52 min
  • #99 - Ausschlussdiät & BARF: Volle Kontrolle im Napf zurückgewinnen!
    Wie du mit Monoprotein & zielgerichteter Fütterung Allergien entlarvst – und warum rechtliche Lücken bei Hydrolysaten oft die Diät ruinieren.

    „Wer die Kontrolle über die Zutaten hat, hat den Schlüssel zur Gesundheit seines Tieres in der Hand.“

    Eine Futtermittelallergie ist reine Detektivarbeit. Viele Fertigfutter versprechen zwar Linderung, enthalten aber oft versteckte Pflanzeneiweiße, ungenaue Aromen oder leiden unter Kreuzkontamination in der Produktion. In dieser Episode nehmen wir das Thema BARF bei der Ausschlussdiät unter die Lupe und erklären, worauf es wirklich ankommt.

    Die Highlights dieser Episode:

    Die Monoprotein-Falle: Warum viele Fertigmenüs zwar als „Reines Fleisch“ vermarktet werden, aber trotzdem allergieauslösende pflanzliche Proteine (z. B. Erbsen-, Kartoffel- oder Sojaeiweiß) enthalten.

    Das Beutetier-Prinzip: Wie eine echte Monoprotein-Ration aus Muskelfleisch, Innereien und Knochen derselben Tierart aufgebaut sein muss, um Nährstoffmängel zu vermeiden.

    Kreuzkontaminationen erklärt: Warum Produktionsanlagen ohne strikte Trennung selbst das beste Futter für Allergiker entwerten können.

    Konsequenz bei Leckerlis: Weshalb die lieb gemeinte Belohnung zwischendurch oft der häufigste Grund für das Scheitern einer Diät ist.

    Gegartes Frischfutter (Sous-vide): Die perfekte Alternative für Senioren oder sensible Magen-Darm-Trakte.

    Zwischen den Zeilen: Das Hydrolysat-Paradoxon

    In unserer beliebten Rubrik werfen wir einen Blick hinter die Kulissen der Futterindustrie:

    Die rechtliche Lücke: Das Gesetz schreibt für „hydrolysiertes Protein“ keine maximale Peptidlänge vor.

    Marketing vs. Realität: Ein Hersteller darf ein Eiweiß als „hydrolysiert“ deklarieren, selbst wenn die Bruchstücke noch zu groß sind und vom Immunsystem des Hundes weiterhin als Allergen erkannt werden.

    Der 3-Fragen-Schnellcheck vor dem Futterregal:

    Steht explizit „Diätfuttermittel“ mit einer angegebenen Fütterungsdauer (3–8 Wochen) drauf? („Hypoallergen“ allein ist nur Marketing!)

    Handelt es sich zu 100 % um eine einzige, für deinen Hund völlig NEUE tierische Proteinquelle?

    Sind sämtliche pflanzlichen Proteine und schwammigen Begriffe („tierische Nebenerzeugnisse“, „Aromen“) ausgeschlossen?

    Rabattcode & Links zur Sendung

    Meisterbarf: Hochwertige Monoprotein-Komponenten, Reinfleischdosen und gegarte Frischemenüs findest du bei Meisterbarf.

    Euer Rabattcode: Mit dem Code NAPF10 erhaltet ihr einen Erstbesteller-Rabatt beim Einkauf!

    Fragen oder Feedback? Schreibt uns direkt an [email protected].

    Wichtiger Hinweis: Eine Ausschlussdiät ist eine medizinisch-diätetische Maßnahme. Bitte führe sie bei chronischen Beschwerden oder Welpen immer in fachlicher Begleitung (z. B. durch deinen Ernährungsberater oder Tierarzt) durch!

    28 min
  • #98 - Die Ausschlussdiät-Falle: Warum „hypoallergenes“ Hundefutter oft versagt
    Zwischen Marketing-Mythen, stumpfem Fell und versteckten Proteinen – So gelingt die Allergie-Suche beim Hund wirklich.

    Wenn der Hund sich monatelang wund kratzt, liegen die Nerven von Halterinnen und Haltern blank. Endlich gibt es vom Tierarzt den Verdacht: Futtermittelallergie. Doch der Weg zur Besserung gleicht im Futter-Dschungel oft einem Spießrutenlauf. In dieser Episode gehen wir der Sache wissenschaftlich auf den Grund und zeigen dir, wo die Werbeversprechen der Hersteller aufhören und echte Diätetik anfängt.

    Das erwartet dich in dieser Folge:

    Der Mythos „Hypoallergen“: Warum der Begriff rechtlich kein Qualitätssiegel, sondern reine Marketing-Sprache ist – und was der Unterschied zu einem echten, gesetzlich geregelten „Diätfuttermittel“ (nach EU-Verordnung 767/2009) ist.

    Das Türsteher-Prinzip im Immunsystem: Wie hydrolysiertes Futter funktioniert, indem Proteine so klein geschnitten werden, dass das Immunsystem sie nicht mehr erkennt.

    Die Nebenwirkung auf das Fell: Warum hydrolysiertes Futter zu einer unerwarteten Farbveränderung (z. B. Rotstich bei dunklem Fell) und Stumpfheit führen kann – Stichwort: Mangel an den Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin sowie Spurenelementen wie Kupfer und Zink.

    Die Monoprotein-Sackgasse: Warum „Single Protein“ laut Studien in bis zu 80 % der Fälle durch unsaubere Produktionsketten mit Fremd-Proteinen (wie Rind oder Huhn) verunreinigt ist.

    Echte Detektivarbeit: Warum Bluttests bei Futtermittelallergien oft nicht aussagekräftig sind und warum eine saubere Ausschlussdiät über 6 bis 8 Wochen die einzige verlässliche Methode bleibt.

    Links & Ressourcen zur Folge:

    EU-Futtermittelverordnung 767/2009: Der rechtliche Hintergrund zu Kennzeichnung und Werbeversprechen.

    Fütterungsstudien (u.a. an Labrador Retrievern): Zum Einfluss von Phenylalanin und Tyrosin auf die Pigmentierung von dunklem Fell.

    Ausblick auf die nächste Folge: Warum BARF oder selbstgekochte Rationen mit einer völlig neuen Proteinquelle (Novel Protein) oft der sicherere Weg aus der Allergie-Krise sind.

    Tritt unserer Community bei, teile deine Erfahrungen mit der Ausschlussdiät unter dem Hashtag #HundeAllergieDetektive und lass uns gerne eine Bewertung da!

    31 min
  • #97 - Futterdeklaration lesen: was wirklich im Napf steckt
    Etiketten lesen, Marketing von Nährstoff unterscheiden – für Hund und Katze.
    Dreh die Dose um: Was wirklich im Napf steckt

    Wir sind ein Barf-Podcast – und sezieren heute eine ganze Folge lang Dose und Tüte. Warum? Weil du die Alternative erst verstehst, wenn du das Original kennst. Sabine und Joe nehmen Hunde- und Katzenfutter auseinander: gleiche Werberegeln, zwei sehr verschiedene Tiere.

    Du erfährst:

    warum Alleinfuttermittel eine Zulassungskategorie ist und kein Versprechen, dass jeder Nährwert sauber beim Bedarf liegtwie du den Kohlenhydratanteil selbst ausrechnest – die Zahl, die auf dem Pflichtkasten fehlt: 100 − (Rohprotein + Rohfett + Rohasche + Feuchtigkeit)
    den Unterschied zwischen offener, halboffener und geschlossener Deklaration – und warum „je offener, desto besser" deine Faustregel ist worin sich Hund (anpassungsfähiger Allesfresser) und Katze (obligater Carnivore, zwingend auf Taurin angewiesen) wirklich unterscheiden
    die Wort-Tricks: „mit Huhn" (4 %) vs. „Hühnerfleisch" (25 %), „frisches Fleisch" vs. getrocknetes Fleisch und die Sache mit dem Wasser im Ranking warum Diät- und „Medizinalfutter" oft dieselben Inhaltsstoffe haben wie normales Futter – und was hinter dem Tierarzt-Code steckt
    worauf du beim Health Claim Index und bei „Ohne"-Versprechen achten solltest
    warum selbst Single-Protein-Diäten für die Allergiediagnostik durch Fremdproteine untauglich werden können und warum Barf kein Freifahrtschein ist: ohne Bedarfswissen drohen Mängel

    Die Faustfrage am Regal: Traust du der Vorderseite oder der Rückseite? Ist die Deklaration offen genug, dass du überhaupt etwas siehst? Und liefert der Hersteller Transparenz, wenn du nachfragst?

    Wenn dir die Folge geholfen hat, gib sie an jemanden weiter, der gerade ratlos vor dem Futterregal steht.

    **Der Kohlenhydrat-Check (zum Nachrechnen)

    **Formel: 100 − (Rohprotein + Rohfett + Rohasche + Feuchtigkeit) ≈ Kohlenhydrate
    Beispiel: 100 − (20 + 10 + 7 + 8) = 55 % Kohlenhydrate
    Diese Zahl steht fast nie direkt auf der Packung – du bildest sie selbst.
    Katze: kaum Kohlenhydratbedarf – hoher Anteil besonders heikel. Hund: toleranter, aber „kann verwerten“ ≠ „braucht so viel“.

    **Äpfel mit Birnen? Trocken und Nass vergleichbar machen

    **Zutaten werden nach Gewicht inklusive Wasser gelistet – „frisch“ bringt viel Wasser mit.
    Nassfutter hat ~75–80 % Wasser, Trockenfutter nur ~8–10 %.
    Fairer Vergleich: auf die Trockensubstanz umrechnen (Wasser herausrechnen), sonst vergleicht man Wassergehalte statt Nährstoffe.
    Katze: der hohe Wasseranteil im Nassfutter hilft den Harnwegen – ein echter Pluspunkt für Stubentiger.

    Hinweis: Diese Folge ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Allergiediagnostik, akuten Beschwerden oder Erkrankungen bitte tierärztlich abklären oder eine fundierte Ernährungsberatung hinzuziehen.

    https://www.meisterbarf.de/

    CANINA Barfers Öl

    CANINA Barfers Best

    50 min
  • #96 - Herstellungsverfahren: Die Physik hinter dem Futter - Warum der Prozess die Biologie bestimmt
    Von Extrudern, Autoklaven und Rohkost – Wie das Herstellungsverfahren die Verdauung deines Hundes beeinflusst.

    In dieser Folge der Napfgespräche tauchen Joe und Sabine tief in die Physik und Biochemie der Futterherstellung ein. Denn die Zutatenliste ist oft nur die halbe Wahrheit – wie die Nährstoffe im Darm ankommen, entscheidet allein der Herstellungsprozess.

    **Themen dieser Folge:

    **• Der Platzhirsch Extrusion: Was passiert mit Fleisch und Stärke unter massivem Druck und Hitze im Trockenfutter? (Stichwort: Gelatinisierung und der Blutzucker-Crash).
    • Das Dilemma der Futterkonserve: Warum Nassfutter durch das Autoklavieren zwar jahrelang hält, aber im Dickdarm für übelriechende Überraschungen sorgen kann (Die Maillard-Reaktion & AGEs).
    • Biochemische Fallen beim Barfen: Warum rohes Gemüse ohne die physikalische Komponente der Hitze die Verdauung belasten kann.
    • Das physiologische Optimum: Warum schonendes Garen (z.B. die Sous-Vide-Methode) das Beste aus allen Welten vereint.
    • Die Do-it-yourself-Formel: So errechnest du den tatsächlichen Kohlenhydratanteil (NFE) im Futter deines Hundes in der Trockensubstanz.

    **Exklusiver Rabatt für unsere Hörer:

    **Möchtest du die schonend Sous-Vide gegarten Produkte von Meisterbarf testen? Mit dem Gutscheincode Napf10 sparst du bei deiner Bestellung auf meisterbarf.de und machst das Probieren ein bisschen günstiger.

    CANINA Barfer’s Best

    CANINA Marine Ölmischung Premium
    Kontakt & Feedback:
    Habt ihr Fragen oder Feedback zur Folge? Schreibt uns in die Kommentare oder sendet eine E-Mail an: [email protected].

    25 min

About Napfgespräche - Experten über Ernährung von Hunden und Katzen und smarte Supplemente

From the publisher's feed

Die Experten für Ernährung und Supplemente für Hunde und Katzen. Rohfütterung, pur und einfach - das ist die Idee hinter dem Petcast. Wenn es um die Ernährung von Haustieren geht, entscheiden sich…