Eine Essstörung ist nicht „unbedingt“ auf den ersten Blick „sichtbar“.
Ich litt knapp 25 Jahre unter allen möglichen Formen der Essstörung.
Ich bin morgens aufgewacht und habe bereits angefangen, die anstehenden Kalorien zu zählen, die mich über den Tag erwarten könnten. Ich hatte Fressanfälle, unzählige Verbote, ständiges Kopfkino und Sport war nur dazu da, um dass Essen zu kompensieren.
Eine Essstörung hätte ich mir nie eingestanden, denn in meiner Wahrnehmung war ich noch viel zu dick, viel zu undiszipliniert und habe es in meinen Augen gar nicht verdient, mir diese „Krankheit“ zuzugestehen. Denn ja, auch hier gab ich mir die eigene Härte: Du hast es dir noch gar nicht verdient, um Hilfe zu bitten.
Zudem hatte ich „es“ oder mich, ja auch unter Kontrolle.
Alles war für mich irgendwie „normal“ geworden - es war normal einen inneren Kampf zu führen.
Es war normal geworden, sich abzulehnen, voller Selbsthass zu sein, Schuldgefühle zu haben, ständig ans Essen zu denken.
Erst als ich müde wurde, müde von meinem eigenen Kampf gegen mich selbst, habe ich mich auf den Weg meiner eigenen inneren Heilung gemacht und durfte entdecken oder eher auf-decken, dass ganz andere alte Themen hinter meinem „antrainierten“ Essverhalten steckten. Und erst da, habe ich es mir gestattet, mir zu helfen und auch Hilfe zu bitten.
Lasse es nicht erst soweit kommen. Gestatte es dir selbst, Hilfe anzunehmen, Hilfe zu holen und Dich zu heilen.
Nein, Du musst nicht erst ganz am Boden liegen, um in die Heilung zu kommen.
Nein, Du musst nicht erst Jahre „leiden“, um um Hilfe zu bitten.
DU hast jeden Tag die MACHT, etwas zu verändern.
Komme zurück in Deine Selbstermächtigung! In Deine VERANTWORTUNG und hole dir Hilfe, wenn du das Gefühl hast, Du möchtest Deinen Weg nicht alleine gehen.
Um Hilfe zu bitten ist MUTIG!
Und gemeinsam geht man immer so viel weiter, als alleine.
Hole Dir was Du brauchst, um vollkommen zu heilen!
In Liebe, Deine Olivia