Nerdfunk (m4a)

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Nerdfunk (m4a) episodes

  • Schlimmer geht in den sozialen Medien immer
    Eine erste, unmittelbare Auswirkung der Präsidentschaftswahl von letzter Woche ist eine weitere, massive Verschlechterung des Umgangstons in den sozialen Medien: Vor allem sexistische Angriffe auf Frauen haben messbar zugenommen.
    Der Chef von Twitter (X) hat seinen Kurznachrichtendienst zu einem politischen Instrument umfunktioniert und auch dank der vielseitigen Wahlkampfhilfe für die Republikaner könnte Elon Musk zu einem Berater der Trump-Regierung werden – und die Medien spekulieren schon wild, wie er diese zusätzliche Macht nutzen könnte. Eine strengere Beaufsichtigung oder Regulierung der sozialen Medien ist von den USA in den nächsten vier Jahren auf alle Fälle nicht zu erwarten.
    Das ist ein vorläufiger Tiefpunkt in einer bemerkenswerten Transformation. Ursprünglich waren die sozialen Medien ein basisdemokratisches Instrument, mit dem sich Minderheiten Gehör verschaffen konnten. Heute tragen sie zur Spaltung der Gesellschaft bei und sie sind weiterhin eine wichtige Quelle für Desinformation und Manipulation. Musk hat auf seiner Plattform selbst Falschinformationen verbreitet, und eine Nichtregierungsorganisation konnte nachweisen, dass Trump-Wahlwerbung durch den Algorithmus bevorzugt wurde.
    Wir nehmen eine Bestandsaufnahme vor: Ist jetzt ein Tiefpunkt erreicht oder läuft das aufs Ende eines verlässlichen Mediensystems zu?
    Und damit wir nicht bloss Trübsinn blasen, fragen wir uns auch: Liesse sich das Blatt noch wenden? Gibt es Raum für konstruktivere soziale Medien, für einen digitalen Austausch, der die positiven Kräfte fördert?
    37 min
  • Nochmals zehn Jahre Netflix – oder ist jetzt gut?
    2014 befanden sich die Schweizer Film- und Serienfans in gespannter Erwartung, und beim Fernsehen und den Telekom-Anbietern machte sich Nervosität breit. Netflix hatte sich angekündigt: Dieses Medienunternehmen hatte ab 1997 die Videotheken in Bedrängnis gebracht, weil es Milliarden von DVDs bequem und schnell durch die Lande schickte. Ab 2007 schaffte es die nächste Disruption: Es brachte Videos via Internet auf den heimischen Fernseher – wie Youtube, nur mit «richtigem» Content.
    Seitdem hat Youtube das klassische Fernsehen nicht überflüssig gemacht. Es ist aber nicht zu leugnen, dass sich unsere Gewohnheiten stark verändert haben: Statt wild zu zappen und uns auch mal mit einem Bud-Spencer-Film von 1960 oder einer trashigen Reality-TV-Serie zu amüsieren, erwarten wir vom Algorithmus, dass er genau die passende Serie im richtigen Moment vorschlägt. Mit Netflix haben wir das Binge-Watching gelernt und Serien gesehen, die bei SRF mutmasslich niemals programmiert worden wären.
    Doch keine Angst, das ist noch nicht das Ende der Geschichte. In einem wilden Plottwist kommt es so weit, dass Netflix heute «nicht mehr chill ist», wie «Wired» kürzlich schrieb: Ständig steigen die Preise, werden unprofitable Serien eingestampft und Nutzerinnen und Nutzer gejagt, die sich ein Abo teilen. Und da nun auch der Live-Sport und die Fernsehwerbung bei den Streaminganbietern Einzug halten, fragen wir uns: Ist das die Wiedergeburt der klassischen TV-Unterhaltung – oder wollen die Anbieter das Fernsehen, wie wir es kennen, nun endgültig aus dem Weg prügeln?
    40 min
  • Mit krummem Rücken übers Laptop gebeugt
    Gehört ein Laptop mit defektem Bildschirm zum alten Eisen? Oder lässt er sich – der Nachhaltigkeit zuliebe – weiterhin mit einem externen Bildschirm verwenden? Diese Frage von Urs gibt uns Gegelenheit, auch über die ergonomischen Belange zu diskutieren. Sprich: Wäre es nicht sowieso besser, für längere Arbeiten nicht nur einen externen Monitor, sondern auch eine Maus und eine «richtige» Tastatur zu verwenden?
    Wir behandeln auch Evas Frage, die wissen möchte, wie sie ihre eingescannten Dokumente am einfachsten automatisch verarbeitet: Es geht um die richtige Benennung, die Texterkennung und die Organisation am iPad.
    Willi schliesslich möchte Notion nutzen, ist aber von den Nutzungsbestimmungen irritiert. Wie kann es sein, dass dieser Webdienst derart weitreichende Befugnisse von ihm verlangt? Soll er sich darauf einlassen, oder geht er ein unkalkulierbares Risiko ein?
    35 min
  • Jetzt muss ChatGPT beweisen, was er drauf hat
    Auf die Gefahr hin, mit der heutigen Sendung eine grosse Bruchlandung hinzulegen, wagen wir ein Experiment: Wir wollen nämlich herausfinden, ob wir dank der künstlichen Intelligenz die Welt besser verstehen: Es geht weniger um die ganz grossen Mysterien – die Weltformel, den Sinn des Lebens, die Entstehung des Universums oder die Vermutung, dass wir alle in der Matrix leben –, sondern viel mehr um die kleinen Dinge, die uns teilweise schon seit Jahren beschäftigen. Was ist der Unterschied zwischen einer Insel und einem Kontinent? Was wäre passiert, wenn Wilhelm Tell danebengeschossen hätte? Wie tanzt man zu «Purple Rain»?
    Kann uns ChatGPT mit seiner Schlagfertigkeit verblüffen? Oder zeigt sich die künstliche Intelligenz als dröger Spielverderber, dem es an Wissen und Erfahrung fehlt und der keinen Sinn für Humor und kreative Fehlinterpretationen hat? Ein Live-Experiment mit ungewissem Ausgang!
    35 min
  • Google unter die Spaltaxt?
    Google hat in einem Kartellverfahren in den USA verloren. Das Bundesgericht in Washington hat in einem wegweisenden Urteil festgestellt, dass der Konzern mit seiner Suchmaschine ein illegales Monopol innehat. Die Wettbewerbshüter haben diverse Möglichkeiten vorgeschlagen, wie dieser Zustand beendet werden kann. Zu den harmlosen Massnahmen, die das Gericht anordnen könnte, zählt eine Anpassung des Geschäftsgebarens. Eine radikale Forderung lautet auf Zerschlagung des Suchmaschinenkonzerns.
    Natürlich schöpft Google die Möglichkeiten aus, diesem möglicherweise drakonischen Schicksal zu entgehen. Das soll uns aber nicht daran hindern, schon heute darüber zu diskutieren, was aus Sicht der Kundinnen und Kunden der beste Weg wäre: Würden wir von einer Aufspaltung profitieren? Oder müssten wir, wie Google droht, mit Preiserhöhungen bei Android und bei Online-Dienstleistungen rechnen, die der Konzern querfinanziert?
    Und wenn wir schon dabei sind: Sollten wir nicht auch Apple, Microsoft, Amazon und Facebook aufspalten?
    49 min
  • Ode (oder Hasstirade) für Word
    Word ist eines der verlässlichsten Standbeine in der Softwarewelt überhaupt. Es feiert in ein paar Tagen (am 25. Oktober 1983) seinen 41. Geburtstag. Oder auch nicht, denn gemäss einer anderen Quelle hat das Fest schon stattgefunden (29. September 1983).
    Aber auch wenn wir Words Alter nicht auf den Tag genau kennen, ist eines klar: Viele von uns nutzen diese Textverarbeitung seit Jahren oder Jahrzehnten. Die Oberfläche hat sich über die Jahre gewandelt – die grösste Veränderung kam mit Office 2007, als Microsoft das Menüband alias «Ribbon» einführte – doch im Kern funktioniert Word noch immer wie damals. Diese Software beweist eine eindrückliche Konstanz.
    Darum ist eine Ode angebracht: Vor allem Kevin will Word als treues Arbeitsinstrument preisen, auf das (naja, fast) immer Verlass war. Aber keine Angst – wir werden nicht die nostalgische Verklärung pflegen. Denn in unserem Team gibt es auch einen, der Word in die Wüste geschickt hat und auch heute noch bereit ist, Microsoft alle Verfehlungen vorzuhalten, an denen dieses Programm schuld ist: An Tabulator-Exzessen, mit Leerzeichen zugemüllten Dokumenten, Formatexzessen und Formatierungshöllen – und an der Bloatware, wie sie im Buch steht.
    Also, eine Sendung mit ungewissem Ausgang. Vielleicht wirds es eine Ode. Vielleicht aber auch eine bittere Abrechnung.
    35 min
  • Weniger Orientierungssinn als Bing hat niemand
    Es ist brandneu und verursacht schon Ärger: Matthias stellt uns eine Frage zum neuen Mac-Betriebssystem Sequoia. Andreas fragt sich, ob er oder Microsoft auf dem Schlauch steht: Er wollte einige Empfehlungen zu Klassik-Konzerten in der Nähe seines Wohnorts und wäre von der Bing-KI schulterzuckend nach Ulm und München geschickt worden. Da schwingt natürlich die Frage mit, ob wir der künstlichen Intelligenz überhaupt über den Weg trauen sollten, wenn sie bei so alltäglichen Anliegen schon aus der Fassung gerät.
    Und Reto überdenkt seine Datensicherungsstrategie. Denn: Ist es klug, alle Daten auf Apples Server zu schieben, ohne die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der iCloud-Zugang auch abhandenkommen kann? Was wäre eine bessere Methode?
    38 min
  • Das Popcorn fliegt höher als auch schon
    Lange Jahre schien es, als würde das Kino im Schatten der Streamingdienste verkümmern – altmodisch und immer auf die ewig gleichen Blockbuster-Erzählmuster getrimmt. Doch nun scheint sich der Wind zu drehen: Nach der Pandemie und dem Boom der Streamingplattformen wollen die Leute wieder mehr Gemeinschaftserlebnis und weniger einsame Momente vor dem Bildschirm. Ist das bloss ein temporäres Aufflackern – oder nachhaltig und ein Zeichen dafür, dass sich nach zehn Jahren Netflix in der Schweiz die Mediennutzung ausdifferenziert hat? Der Kino-Experte des Nerdfunks, Kevin Rechsteiner, gibt Auskunft.
    35 min
  • Das Ende der Einsamkeit dank KI?
    Flirten oder gar Sexting mit der KI? Die künstliche Intelligenz lässt sich nicht nur zur Recherche und Informationsvermittlung einsetzen. Und so widersinnig das auch klingt, sie kann auch zwischenmenschlich mit uns agieren: Wir können uns mit Chatbots über Gott und die Welt plaudern, uns aufmuntern oder coachen lassen oder uns in virtuellen Rollenspielen engagieren. Und es existieren auch Apps fürs Flirten und für die Erschaffung digitaler Gefährten.
    Ist das die Chance auf eine neue Form der Mensch-Maschine-Interaktion? Ist es eine schöne Möglichkeit, uns die Zeit zu vertreiben – und muss dank KI niemand mehr an Einsamkeit leiden? Oder ist die KI eine Bedrohung für die Gesellschaft, weil sich einige Leute in eine verquere Parallelwelt verabschieden, dort vielleicht auf den Geschmack der virtuellen Sklavenhaltung kommen und so die echte Menschlichkeit verloren geht?
    36 min
  • Wenn Menschen in Shitstorms abgeurteilt werden
    In den sozialen Medien werden Leute ohne Recht auf Verteidigung oder Anhörung abgeurteilt – und ob die Strafe im Verhältnis zum Vergehen angemessen ist, spielt auch fast keine Rolle. Und wer – zum Beispiel als junge, aufmüpfige Frau – anderen schon vorher ein Dorn im Auge war, hat mit besonders heftigen Sanktionen zu rechnen.
    Wir nehmen die beiden grossen Shitstorms der letzten Tage zum Anlass, über die Empörung im Netz zu sprechen. Was haben die Fälle von Sanija Ameti und Luke Mockridge gemeinsam? In welchen Aspekten unterscheiden sie sich? Und gibt es einen Weg zu einer vernünftigen Diskussionskultur, bei der die Entgleisungen klar benannt und sachlich gekontert werden – ohne gleich den Kopf oder zumindest die Entlassung der Leute zu fordern?
    35 min

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