Nerdfunk (MP3)

Nerdfunk (MP3)

By Matthias Schüssler, Kevin Rechsteiner, Christian SchmidTechnologyEducationCourses
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Nerdfunk (MP3) episodes

  • Welcome to (s)hell
    Nach langen zehn Wochen taucht Digichris in der heutigen Nerdfunk-Sendung auf. Er erzählt uns (vielleicht), was er in der Abwesenheit gemacht hat, und natürlich rollen wir die wichtigsten Ereignisse in der digitalen Welt auf: Wir sprechen über das faltbare iPhone und fragen uns: Darf man das schon als Flop bezeichnen?
    Dann würdigen wir die PHP2Shell-Sicherheitslücke, bei der es der altehrwürdige Hypertext-Preprocessor sogar in die Tagesschau geschafft hat, und fragen uns: Ist das erst der Vorbote von weiterem Sicherheits-Ungemach da draussen im Web?
    Wir widmen uns dem bevorstehenden Start von GTA 6 und der französischen Datensteuer.
    39 min
  • Omas gegen Liquid Glass
    Seniorinnen und Senioren sind im Internet angekommen: Neun von zehn Menschen über 65 sind online. Trotzdem ist es für sie oft alles andere als einfach, den Alltag mittels Smartphone zu bewältigen: Wischen, scrollen, swipen, Accounts einrichten, QR-Codes scannen, Zwei-Faktor-Authentifizierung bewältigen und die Sache mit dem Online-Banking durchblicken – das kann nervenaufreibend sein.
    Das Problem ist nicht das Alter an sich: Wer nicht in den digitalen Sphären aufgewachsen ist, muss vieles lernen, was die Gen-Z mit der Muttermilch aufgesogen hat. Und ehrlich; oft versteht auch die nicht, wie Apps, Accounts, die Cloud und die lokale Datenspeicherung zusammenspielen. Und kaum hat man sich gemerkt, dass «der dritte Punkt von oben» zum Ziel führt, kommt das nächste Update und räumt alles um.
    Wir reden darüber, warum «Ich mache das schnell für dich» oft die schlechteste Form von Hilfe ist, weshalb ein normales iPhone (vielleicht) seniorentauglicher ist als ein Seniorenhandy und warum Geduld wichtiger ist als jeder Einführungskurs. Und wir fragen uns, ob ausgerechnet KI einen Teil des Problems lösen könnte: als digitaler F1-Knopf, dem man dieselbe Frage auch zum hundertsten Mal stellen darf.
    31 min
  • Software frisst ihre Kinder
    Früher brauchte es Programmierkenntnisse, Durchhaltewillen, Frustrationstoleranz und genügend Nerdtum, um sich in den Quellcode zu verbeissen und eine Anwendung zu entwickeln. Heute reicht (im Idealfall) ein locker-flockiges Gespräch mit Claude. Wenn die künstliche Intelligenz die Hauptarbeit erledigt, nennt sich das auch Vibe-Coding.
    Die Folge ist eine Flut von neuen Apps in den Stores und unzählige frisch gebackene Anbieterinnen und Anbieter, die ein Publikum für ihre Softwareprodukte suchen – denn die lassen sich nicht KI-generieren. Es sieht so aus, als würde eine goldene Ära für uns Anwenderinnen und Anwender anbrechen: Dank KI wächst die Auswahl, während die Preise sinken. Ein eindrückliches Beispiel für diese Entwicklung sind die Craft-Apps: Kopien der Anwendungen aus Microsoft Office und der Creative Suite von Adobe: kostenlose Alternativen zu Word, Excel, Powerpoint und Photoshop.
    Oder ist das alles nicht so toll? Rollt hier eine Welle von schlecht gewarteten, unsicheren und kurzlebigen Programmen heran? Und überhaupt, was heisst das längerfristig? Ist es nicht naheliegend, die Stores gleich links liegen zu lassen und sich Software exakt nach den eigenen Wünschen selbst designen zu lassen? Auch dieses Szenario der «Personal Software» steht bereits im Raum.
    33 min
  • Wie man in Dänemark Super-Admin wird
    Ein Passwort mit sechs Nullen und zwei Siebnern: Das war für Kevin einst maximale Sicherheit. Matthias hingegen fand, er schlage jedem Hacker ein Schnippchen, wenn er im Wort «Maschendrahtzaun» das T durch ein Pluszeichen ersetze. Und wer erinnert sich noch an Windows 98? Dort konnte man sich der Passworteingabe nach dem Start durch einen Klick auf den «Abbrechen»-Knopf entziehen.
    Heute rächt sich solcher Schlendrian bitter: Wir lesen, dass in Dänemark Millionen von Personendaten abhandenkamen, weil ein Administrator anscheinend das Passwort «123456» benutzte. Die Frage im Titel beantwortet sich daher einfach: Indem man das Passwort «123457» benutzt.
    In dieser Folge setzen wir bei den unschuldigen Zeiten in den 1990er-Jahren an und unternehmen eine Zeitreise durch die Geschichte der Passwortsicherheit: von den ersten Mailkonten und Excel-Listen voller Zugangsdaten über immer absurdere Passwortregeln bis zu Passwortmanagern und Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wir erinnern uns an die Papierlisten der Banken, erklären, weshalb auch ein sechsstelliger Sicherheitscode vor Phishing nicht unbedingt schützt, und diskutieren den ewigen Konflikt zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit.
    Zum Schluss blicken wir in eine Zukunft, in der wir uns keine Passwörter mehr ausdenken müssen. Fingerabdruck, Gesichtserkennung, «Windows Hello» und Passkeys versprechen mehr Sicherheit bei weniger Aufwand. Verspricht das maximalen Komfort bei maximaler Sicherheit? Wir bleiben skeptisch.
    31 min
  • «Die Leute verstehen nicht mehr, wie die digitale Welt funktioniert»
    Dominik Landwehr hat sich mit Chiffriermaschinen, digitaler Kultur, Technikgeschichte und humanitärer Arbeit beschäftigt – und ist seit diesem Sommer Präsident von Wikimedia CH. Wir fragen ihn, wie diese Dinge zusammenpassen und warum er ausgerechnet jetzt Verantwortung für eines der sonderbarsten Projekte des Internets übernimmt.
    Denn Wikipedia steckt mit 25 Jahren in einer paradoxen Lage: Menschen besuchen das Online-Lexikon etwas weniger, dafür lesen KI-Systeme umso eifriger mit. ChatGPT, Gemini und Co. brauchen das von Freiwilligen zusammengetragene Wissen – könnten aber gleichzeitig dazu führen, dass immer weniger Menschen dessen Quelle sehen.
    Wir reden über Neutralität, gesellschaftliche Polarisierung und die Frage, wer eigentlich entscheidet, was als verlässliches Wissen gilt. Und natürlich über Elon Musks Grokipedia: Ist eine KI-generierte Enzyklopädie die Zukunft des Wissens – oder zeigt sie vor allem, warum die manchmal mühsamen menschlichen Streitereien auf Wikipedia unverzichtbar sind?
    32 min
  • Die Gamifzierung der Welt
    Ein Prinzip entpuppte sich als erfolgreich – vielleicht zu erfolgreich? Die Gamifzierung stammt aus der Sphäre der Videospiele und besteht aus psychologischen Mechanismen, uns bei der Stange zu halten und zu Höchstleistungen anzuspornen.
    Dieses Prinzip ist längst in andere Bereiche übergeschwappt: Wearables wie smarte Uhren belohnen uns mit «Badges», wenn wir unsere tägliche Schrittzahl erreichen. Manche Krankenkassen gamifizieren den gesunden Lebensstil mit finanziellen Boni. Sprach-Apps wie Duolingo belohnen regelmässiges Üben und Unternehmen wie Disney und Uber lassen ihre Angestellten gegeneinander antreten und belohnen das fleissigste Arbeiterbienchen mit dem Platz 1 auf dem «Leaderboard».
    Das ist aber nicht alles: Auch in der Politik wird dieses Instrument für Kampagnen eingesetzt und bei den Prognosemärkten (Prediction markets) wird es auf die Spitze getrieben: Es lässt sich auf reale Ereignisse wetten, wie auf Pferderennen. Die Risiken sind enorm, wie man in den USA sieht, wo dieser Mechanismus zu einer Art Korruptions-Gamification führt.
    Man könnte den Eindruck bekommen, dass ein unschuldiger, schöner Mechanismus nach der Logik der Märkte in ein kapitalistisches Monster verwandelt wurde. Stimmt das? Und sollten wir uns darüber ärgern – oder das vielmehr als Gelegenheit erkennen, uns gegen derlei Mechanismen zu wappnen, um uns mündig zu entscheiden, wann wir uns gamifizieren lassen und wann nicht?
    37 min
  • Vier Leute, ein paar Fresszettel und eine Exceltabelle
    Kevin unterstützt regelmässig kleinere Unternehmen bei Digitalisierung, Automatisierung und der Integration von KI. Dabei stellt er fest, dass das grösste Hindernis häufig gar nicht die Technik ist: Viele Unternehmen wissen schlicht nicht, was heute möglich ist, welche ihrer Arbeitsabläufe sich verbessern liessen und wo sie überhaupt anfangen sollen.
    Wie geht man vor, um eingespielte Routinen zu hinterfragen? Wir debattieren die Tücken der Digitalisierung anhand konkreter Beispiele: vom Reservationsbuch im Restaurant über Arbeitsrapporte im Gartenbau bis zum Excel-Chaos, bei dem vier Leute damit beschäftigt sind, Zahlen von einer Tabelle in die nächste zu übertragen. Dabei zeigt sich, dass digital nicht automatisch besser ist. Manchmal ist ein Notizzettel praktischer als eine App, und eine ausgeklügelte Software kann mehr Probleme schaffen, als sie löst.
    Auch die KI kommt zur Sprache: Sie eröffnet neue Möglichkeiten, lästige Routinearbeiten zu automatisieren, ohne dass man dafür programmieren können muss. Allerdings muss man erst einmal wissen, was sich damit alles anstellen lässt. Und Matthias berichtet von einer überraschenden Erkenntnis: Seit sein Arbeitgeber eine moderne Software zur Zeiterfassung eingeführt hat, sehnt er sich nach den guten alten Stundenblättern aus Papier zurück. Ist die künstliche Intelligenz am Ende die Rache der Digitalisierungsverweigerer?
    29 min
  • Terminator steht noch nicht auf der Fussmatte
    Übers Wochenende konnte man den Eindruck bekommen, die Menschheit stünde kurz vor der Auslöschung. Doch nicht die Klimakatastrophe, der mögliche Zusammenbruch der Biodiversität oder die neuen rechten Potentaten werden uns mit ihren Kriegsgelüsten vom Angesicht der Erde tilgen.
    Nein, es ist die künstliche Intelligenz, die sich angeblich kein Stück um unser Wohlergehen sorgt.
    Am Anfang stand die Warnung eines ehemaligen Forschers beim KI-Unternehmen Anthropic. Jacob Coxon schrieb auf X, dass «die Menschen, die KI entwickeln, ernsthaft glauben, dass sie uns alle bis zum Ende des Jahrzehnts töten könnte». Nicht nur Anthropic-Chef Dario Amodei stimmte zu und forderte mehr Regulierung und ein langsameres Tempo bei der Entwicklung, sondern in der Folge auch Sam Altman, Demis Hassabis und Elon Musk.
    Manche Medien sprangen freudig auf: Manche (wie die FAZ, Euronews und Watson) räumten den Untergangsprophezeiungen viel Raum ein. Andere (wie «The Guardian») stellten sich auf den Standpunkt, die «Terminator-Szenarien würden von den wirklichen Gefahren ablenken».
    Unsere These: Die Extinktionsfrage ist nicht völlig absurd – aber sie ist derzeit die am schlechtesten belegte aller grossen KI-Gefahren. Gerade deshalb lohnt sich die Frage, warum ausgerechnet sie die Debatte dominiert.
    Darüber diskutieren wir: Was sind sie denn, die wirklichen Gefahren? Was können wir dagegen tun? Und warum findet es anscheinend niemand fragwürdig bzw. scheinheilig, wenn diejenige, die die Entwicklung so rasant vorantreiben, nun so auftreten, als hätten sie nichts mit der Sache zu tun?
    32 min
  • Das T-Shirt muss noch zehn Jahre halten
    Nerds greifen angeblich einfach zum T-Shirt, das zuoberst liegt. Vielleicht ist das aber gar keine modische Bankrotterklärung, sondern eine erstaunlich effiziente Garderobenstrategie. Wir optimieren unseren Stil von Glatze bis Nerd-Socke – und entdecken nebenbei: Wer seine Kleider trägt, bis sie auseinanderfallen, ist der natürliche Feind von Fast Fashion.
    Übrigens, bei dieser Folge ist uns die Wahl des Titels besonders schwergefallen. Zur Debatte standen auch:
    Das T-Shirt muss noch zehn Jahre halten
    First in, first out im Kleiderschrank
    Ich bin der Fotograf und sehe darum so aus
    Nur das zum Überleben notwendige T-Shirt
    Gezielte Ausbrüche aus dem sicheren Korridor
    Dann scheissen dir die Hühner über die blankpolierten Schuhe
    Von der Tonne zum Modeidol
    Violett, das ist deine Farbe
    Wenn du eine Spinne tötest, bist du ein Held
    Das Äusserliche entscheidet
    Haare weg, Bart her
    Das Loch habe ich immer noch
    91-mal geflickt und immer noch top
    Der Rollkragenpulli für 700 Dollar
    Man kann nicht nicht angezogen sein
    30 min
  • Heute senden wir live aus dem Handy-Knast
    Unser neuer Assistent Ueli hat uns fast ein Dutzend Themen für die heutige Folge Patch Tuesday herausgesucht (ihr seht sie in der Themenliste in den Shownotes). Doch geschwätzig wie Kevin und Matthias sind, kamen sie nicht über die ersten drei Themen hinaus:
    Bei den Neuigkeiten, die es in die Sendung geschafft haben, dominiert der wegweisende Vergleich, den Meta mit fast allen US‑Bundesstaaten schloss. Wir diskutieren darüber, ob diese Busse und die neuen Jugendschutzmassnahmen nun tatsächlich mehr Sicherheit für die jungen Nutzerinnen und Nutzer bringen – und warum eigentlich die Erwachsenen den Risiken dieser sozialen Medien weiterhin ausgesetzt bleiben sollen.
    Wir sprechen auch über Roblox und die Frage, warum wir noch nie über diese Plattform gesprochen haben, nehmen uns den KI-Modus vor und fragen uns, warum im Zusammenhang mit den grossen KI-Konzernen eigentlich niemand das Wort «Urheberrecht» in den Mund nimmt.
    31 min

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