Nerdfunk (MP3)

Nerdfunk (MP3)

By Matthias Schüssler, Kevin Rechsteiner, Christian SchmidTechnologyEducationCourses
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Nerdfunk (MP3) episodes

  • «Die Leute verstehen nicht mehr, wie die digitale Welt funktioniert»
    Dominik Landwehr hat sich mit Chiffriermaschinen, digitaler Kultur, Technikgeschichte und humanitärer Arbeit beschäftigt – und ist seit diesem Sommer Präsident von Wikimedia CH. Wir fragen ihn, wie diese Dinge zusammenpassen und warum er ausgerechnet jetzt Verantwortung für eines der sonderbarsten Projekte des Internets übernimmt.
    Denn Wikipedia steckt mit 25 Jahren in einer paradoxen Lage: Menschen besuchen das Online-Lexikon etwas weniger, dafür lesen KI-Systeme umso eifriger mit. ChatGPT, Gemini und Co. brauchen das von Freiwilligen zusammengetragene Wissen – könnten aber gleichzeitig dazu führen, dass immer weniger Menschen dessen Quelle sehen.
    Wir reden über Neutralität, gesellschaftliche Polarisierung und die Frage, wer eigentlich entscheidet, was als verlässliches Wissen gilt. Und natürlich über Elon Musks Grokipedia: Ist eine KI-generierte Enzyklopädie die Zukunft des Wissens – oder zeigt sie vor allem, warum die manchmal mühsamen menschlichen Streitereien auf Wikipedia unverzichtbar sind?
    32 min
  • Die Gamifzierung der Welt
    Ein Prinzip entpuppte sich als erfolgreich – vielleicht zu erfolgreich? Die Gamifzierung stammt aus der Sphäre der Videospiele und besteht aus psychologischen Mechanismen, uns bei der Stange zu halten und zu Höchstleistungen anzuspornen.
    Dieses Prinzip ist längst in andere Bereiche übergeschwappt: Wearables wie smarte Uhren belohnen uns mit «Badges», wenn wir unsere tägliche Schrittzahl erreichen. Manche Krankenkassen gamifizieren den gesunden Lebensstil mit finanziellen Boni. Sprach-Apps wie Duolingo belohnen regelmässiges Üben und Unternehmen wie Disney und Uber lassen ihre Angestellten gegeneinander antreten und belohnen das fleissigste Arbeiterbienchen mit dem Platz 1 auf dem «Leaderboard».
    Das ist aber nicht alles: Auch in der Politik wird dieses Instrument für Kampagnen eingesetzt und bei den Prognosemärkten (Prediction markets) wird es auf die Spitze getrieben: Es lässt sich auf reale Ereignisse wetten, wie auf Pferderennen. Die Risiken sind enorm, wie man in den USA sieht, wo dieser Mechanismus zu einer Art Korruptions-Gamification führt.
    Man könnte den Eindruck bekommen, dass ein unschuldiger, schöner Mechanismus nach der Logik der Märkte in ein kapitalistisches Monster verwandelt wurde. Stimmt das? Und sollten wir uns darüber ärgern – oder das vielmehr als Gelegenheit erkennen, uns gegen derlei Mechanismen zu wappnen, um uns mündig zu entscheiden, wann wir uns gamifizieren lassen und wann nicht?
    37 min
  • Vier Leute, ein paar Fresszettel und eine Exceltabelle
    Kevin unterstützt regelmässig kleinere Unternehmen bei Digitalisierung, Automatisierung und der Integration von KI. Dabei stellt er fest, dass das grösste Hindernis häufig gar nicht die Technik ist: Viele Unternehmen wissen schlicht nicht, was heute möglich ist, welche ihrer Arbeitsabläufe sich verbessern liessen und wo sie überhaupt anfangen sollen.
    Wie geht man vor, um eingespielte Routinen zu hinterfragen? Wir debattieren die Tücken der Digitalisierung anhand konkreter Beispiele: vom Reservationsbuch im Restaurant über Arbeitsrapporte im Gartenbau bis zum Excel-Chaos, bei dem vier Leute damit beschäftigt sind, Zahlen von einer Tabelle in die nächste zu übertragen. Dabei zeigt sich, dass digital nicht automatisch besser ist. Manchmal ist ein Notizzettel praktischer als eine App, und eine ausgeklügelte Software kann mehr Probleme schaffen, als sie löst.
    Auch die KI kommt zur Sprache: Sie eröffnet neue Möglichkeiten, lästige Routinearbeiten zu automatisieren, ohne dass man dafür programmieren können muss. Allerdings muss man erst einmal wissen, was sich damit alles anstellen lässt. Und Matthias berichtet von einer überraschenden Erkenntnis: Seit sein Arbeitgeber eine moderne Software zur Zeiterfassung eingeführt hat, sehnt er sich nach den guten alten Stundenblättern aus Papier zurück. Ist die künstliche Intelligenz am Ende die Rache der Digitalisierungsverweigerer?
    29 min
  • Terminator steht noch nicht auf der Fussmatte
    Übers Wochenende konnte man den Eindruck bekommen, die Menschheit stünde kurz vor der Auslöschung. Doch nicht die Klimakatastrophe, der mögliche Zusammenbruch der Biodiversität oder die neuen rechten Potentaten werden uns mit ihren Kriegsgelüsten vom Angesicht der Erde tilgen.
    Nein, es ist die künstliche Intelligenz, die sich angeblich kein Stück um unser Wohlergehen sorgt.
    Am Anfang stand die Warnung eines ehemaligen Forschers beim KI-Unternehmen Anthropic. Jacob Coxon schrieb auf X, dass «die Menschen, die KI entwickeln, ernsthaft glauben, dass sie uns alle bis zum Ende des Jahrzehnts töten könnte». Nicht nur Anthropic-Chef Dario Amodei stimmte zu und forderte mehr Regulierung und ein langsameres Tempo bei der Entwicklung, sondern in der Folge auch Sam Altman, Demis Hassabis und Elon Musk.
    Manche Medien sprangen freudig auf: Manche (wie die FAZ, Euronews und Watson) räumten den Untergangsprophezeiungen viel Raum ein. Andere (wie «The Guardian») stellten sich auf den Standpunkt, die «Terminator-Szenarien würden von den wirklichen Gefahren ablenken».
    Unsere These: Die Extinktionsfrage ist nicht völlig absurd – aber sie ist derzeit die am schlechtesten belegte aller grossen KI-Gefahren. Gerade deshalb lohnt sich die Frage, warum ausgerechnet sie die Debatte dominiert.
    Darüber diskutieren wir: Was sind sie denn, die wirklichen Gefahren? Was können wir dagegen tun? Und warum findet es anscheinend niemand fragwürdig bzw. scheinheilig, wenn diejenige, die die Entwicklung so rasant vorantreiben, nun so auftreten, als hätten sie nichts mit der Sache zu tun?
    32 min
  • Das T-Shirt muss noch zehn Jahre halten
    Nerds greifen angeblich einfach zum T-Shirt, das zuoberst liegt. Vielleicht ist das aber gar keine modische Bankrotterklärung, sondern eine erstaunlich effiziente Garderobenstrategie. Wir optimieren unseren Stil von Glatze bis Nerd-Socke – und entdecken nebenbei: Wer seine Kleider trägt, bis sie auseinanderfallen, ist der natürliche Feind von Fast Fashion.
    Übrigens, bei dieser Folge ist uns die Wahl des Titels besonders schwergefallen. Zur Debatte standen auch:
    Das T-Shirt muss noch zehn Jahre halten
    First in, first out im Kleiderschrank
    Ich bin der Fotograf und sehe darum so aus
    Nur das zum Überleben notwendige T-Shirt
    Gezielte Ausbrüche aus dem sicheren Korridor
    Dann scheissen dir die Hühner über die blankpolierten Schuhe
    Von der Tonne zum Modeidol
    Violett, das ist deine Farbe
    Wenn du eine Spinne tötest, bist du ein Held
    Das Äusserliche entscheidet
    Haare weg, Bart her
    Das Loch habe ich immer noch
    91-mal geflickt und immer noch top
    Der Rollkragenpulli für 700 Dollar
    Man kann nicht nicht angezogen sein
    30 min
  • Heute senden wir live aus dem Handy-Knast
    Unser neuer Assistent Ueli hat uns fast ein Dutzend Themen für die heutige Folge Patch Tuesday herausgesucht (ihr seht sie in der Themenliste in den Shownotes). Doch geschwätzig wie Kevin und Matthias sind, kamen sie nicht über die ersten drei Themen hinaus:
    Bei den Neuigkeiten, die es in die Sendung geschafft haben, dominiert der wegweisende Vergleich, den Meta mit fast allen US‑Bundesstaaten schloss. Wir diskutieren darüber, ob diese Busse und die neuen Jugendschutzmassnahmen nun tatsächlich mehr Sicherheit für die jungen Nutzerinnen und Nutzer bringen – und warum eigentlich die Erwachsenen den Risiken dieser sozialen Medien weiterhin ausgesetzt bleiben sollen.
    Wir sprechen auch über Roblox und die Frage, warum wir noch nie über diese Plattform gesprochen haben, nehmen uns den KI-Modus vor und fragen uns, warum im Zusammenhang mit den grossen KI-Konzernen eigentlich niemand das Wort «Urheberrecht» in den Mund nimmt.
    31 min
  • Kevin hat was gegen Gesellschaftsspiele
    Jasskarten mit Firmenlogo, ein zerfleddertes Uno und irgendwo ganz hinten im Schrank Monopoly: Gesellschaftsspiele wirken wie Überlebende aus einer Zeit vor Smartphone, Playstation und Netflix. Doch tot sind sie ganz und gar nicht. Hunderte neue Spiele erscheinen jedes Jahr, Catan wurde mehr als 45 Millionen Mal verkauft und auf Kickstarter werden mit explodierenden Kätzchen Millionen verdient.
    Kevin mag Gesellschaftsspiele trotzdem nicht. Dummerweise hat er nun selbst eines erfunden. Grund genug, mit Matthias zu klären, wie viel Glück ein gutes Spiel braucht, wo der Jass zwischen «Mensch ärgere dich nicht» und Schach einzuordnen ist, wie lange ein Spieleabend dauern darf und warum ausgerechnet die Digitalisierung den analogen Spielen neues Leben eingehaucht hat.
    37 min
  • Die Rechnung ohne den Werbewirt gemacht
    War das klug? Ungefähr das halbe Internet – grob geschätzt – basiert auf Werbung und ist somit auf Sand gebaut. Was, wenn alles ins Rutschen kommt?
    Man könnte den Eindruck erhalten, dass genau das derzeit passiert. Die Werbeausgaben steigen zwar auch 2026 weiter, doch immer mehr Geld landet bei Google, Meta, Amazon und den grossen Plattformen, statt bei den lokalen, regionalen und nationalen Medien, den Blogs und unabhängigen Inhaltsanbietern.
    Wir diskutieren, was es heisst, wenn dadurch inhaltliche Vielfalt verloren geht und – womöglich – Click- und Ragebait die Oberhand gewinnen. Wir fragen, wohin die Hyperpersonalisierung in der Werbung führen wird. Mutmasslich nämlich zu einem Verlust an Kontrolle und zu massgeschneiderten «Empfehlungen», die kaum mehr als kommerziell erkennbar sind.
    Und: Was könnten wir tun, um gegenzusteuern? Sollen wir zähneknirschend unseren Werbeblocker abschalten oder hie und da einen bezahlten Newsletter abonnieren?
    37 min
  • Die Zukunft ist so strahlend, dass wir die Sonnenbrille aufsetzen müssen
    Der Auftrag nach unserer 800. Sendung ist klar: Wir brauchen neuen Optimismus und frischen Zukunftsglaube.
    Darum stellen wir uns die Frage: Welche Technologien stehen in den Startlöchern, die den Lauf der Menschheit in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten in eine neue – nämlich bessere – Richtung lenken könnten?
    Wir unternehmen diesen Blick in die Zukunft nicht blauäugig. Die KI lehrt uns derzeit, dass selbst eine Technologie mit riesigem Potenzial nicht automatisch zum Nutzen aller eingesetzt wird. Nein, natürlich handeln manche Unternehmen ohne Rücksicht und Verantwortung, um sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Es gibt Oligarchen, die dank der neuen Möglichkeiten auch ihre politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen durchdrücken wollen. Neue Erfindungen können leicht zu einer Waffe im Kampf der Systeme werden. Und schliesslich müssen Gesellschaften, Arbeitsmärkte und wir alle die Veränderungen verkraften, die der Wandel mit sich bringt.
    Diesen berechtigten Einwänden zum Trotz bringen wir heute einen Toast auf den Fortschritt aus: auf die Genschere, die KI in der Medizin, die CO₂-Abscheidung als Mittel gegen den Klimawandel, die Fusionsenergie, neue Batterien und Nanobots, die uns von innen reparieren. Und hat jemand Quantencomputer gesagt?
    Und ja, natürlich ist es völlig unmöglich, all diesen wissenschaftlichen Feldern in einer Sendung gerecht zu werden. Weil uns das völlig bewusst ist, setzen wir noch einen drauf und liefern in den Shownotes nebst vielen Links zu den Themenfeldern auch knapp zwei Dutzend Kurztipps für Bücher, in denen der Fortschritt nicht unkritisch, aber dennoch positiv besprochen wird.
    PS: Der Titel der heutigen Sendung ist natürlich eine Anspielung an «The Future’s So Bright, I Gotta Wear Shades» von Timbuk 3 von 1986. Und ja, wir wissen um die Ironie in diesem Song.
    32 min
  • Wir kämpfen gegen das Thermal Throttling im Hirn
    Es ist, als würden wir in einem ungekühlten Rechenzentrum vor uns hin schmachten. Die Hitzewelle lässt auch uns Nerds nicht kalt (und ja, Matthias wollte diese Formulierung schon immer mal in diesem Kontext verwenden).
    Wir sprechen daher über das Wetter und/oder das Klima und darüber, was die digitale Sphäre und die KI damit zu tun haben. Wir geben Hilfestellung, wie man dafür sorgt, dass Handy und Smartphone nicht durchglühen respektive dahinschmelzen, und wir nehmen die Gelegenheit wahr, darzulegen, wie man die technischen Mittel verantwortungsbewusst, d.h. nicht verschwenderisch anwendet.
    35 min

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