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Professor Wolf Mutschler war bis 2014 Direktor der Klinik für Unfallchirurgie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU). Er engagiert sich auch bei den Swimming Doctors, die in Myanmar von einem schwimmenden Krankenhaus aus medizinische Hilfe leisten (https://www.stiftunglife.de/myanmar/swimming-doctors.html).
In dieser Episode geht es um Knochenbrüche im Laufe der Menschheitsgeschichte. Die heutzutage rasche und selbstverständliche Versorgung von Knochenbrüchen ist eine wesentliche Errungenschaft der modernen Medizin. Früher war ein Knochenbruch gleichzusetzen mit langer oder sogar dauerhafter Behinderung und Schmerzen. Heute ist die fast immer gelingende Wiederherstellung der Funktion und Schmerzfreiheit die Norm.
Viele Meilensteine wie Basishygiene, Röntgenstrahlen, Gips, Schockraumversorgung oder auch Narkose haben dies erst ermöglicht.
Dennoch sollten Brüche bei "Bagatelltrauma" (also Sturz aus stehender Höhe oder weniger) ernst genommen werden, denn sie können auf eine Osteoporose hinweisen, die medikamentös behandelt werden sollte. Ein klassischer solcher "Hinweisbruch" ist die Radiusfraktur, der Unterarmbruch.
Meilensteine in der Versorgung von Knochenbrüchen:
Röntgenstrahlen: 1895 von Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg entdeckt.
Narkose/Anästhesie: 1844 erste Lachgasnarkose, 1846 erste Äther-Narkose
Erste Erwähnung von Gummihandschuhen:
Professor Bente Langdahl ist eine international hoch renommierte Forscherin im Bereich der Osteoporose. Sie ist Endokrinologin und klinische Professorin an der Universitätsklinik in Aarhus, Dänemark.
In dieser (englischen) Episode geht es um das neueste Knochenmedikament Romosozumab (Evenity, UCB).
Es ist das erste Medikamente, das eine "duale" Wirkung hat (also eine gleichzeitig knochenaufbauende und abbauhemmende).
Dieses ist neben Denosumab erst der zweite Antikörper, der für die Behandlung der Osteoporose zugelassen ist.
Es wird bei schwerer Osteoporose eingesetzt, wirkt sehr schnell und muss einmal monatlich über 12 Monate gespritzt werden. Als Anschlusstherapie muss danach eine "antiresorptive" (abbauhemmende) Therapie verabreicht werden.
Neben Wirkung und Geschichte der Entwicklung dieser neuen, starken Substanz geht es auch um Vorsichtsmassnahmen bei der Verwendung.
Links:
Weitere deutschsprachige Informationen zu Romosozumab:
https://www.gesundheitsinformation.de/romosozumab-evenity-bei-osteoporose.html
https://www.iqwig.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detailseite_9941.html#:~:text=Romosozumab%20ist%20ein%20knochenbildender%20monoklonaler,f%C3%BCr%20Knochenbr%C3%BCche%20(Frakturen)%20besteht.
Prof. Dr. Hans Peter Dimai ist Internist, Geriater und Osteologie an der klinischen Abteilung für Endokrinologie & Diabetologie, ehem. Vizerektor und Stellvertretender Leiter der Ethikkommission an der Meduni Graz. Er ist auch past president der ÖGKM und wissenschaftlicher Beirat der IOF (International Osteoporosis Foundation).
Prof. Dimai ist seit vielen Jahren aktiv in der Forschung tätig, insbesondere auch international - das große EU Projekt PocOsteo etwa wurde erst kürzlich abgeschlossen, hier geht es darum, aus einem Tropfen Blut in einer Ordination viele wichtige Blutmarker inklusive genetische Marker zu messen, um Diagnostik und Therapie zu verbessern.
https://pocosteo.mijnweblayout.be/
In dieser Folge wird die Epidemiologie der Osteoporose behandelt, v.a. die österreichischen Zahlen zu Verbreitung und (Nicht-)Behandlung der Osteoporose.
Unter diesem Link findet man kurze und detaillierte Infos zu Scope 2021 mit international vergleichbaren Zahlen zur Osteoporose:
https://www.osteoporosis.foundation/scope-2021
Teriparatid ist dem Nebenschilddrüsenhormon sehr ähnlich. Es ist ein besonderes Osteoporosemedikament, weil es einen echten Knochenaufbau bewirkt. Es muss jedoch 2 Jahre lang selbst jeden Tag gespritzt werden. In dieser Folge geht es darum, wer es bekommen sollte, wie es wirkt und wie es danach weitergeht.
Astrid Fahrleitner-Pammer ist seit 2022 Präsidentin der ÖGKM und in eigener Praxis in Graz tätig, 2019 wurde ihr die Titularprofessur vom Bundesministerium für Gesundheit verliehen. www.knochenwelt.at
Die Nebennieren produzieren verschiedene Hormone, bei einem Zuviel an Cortisol gibt es ein deutlich erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Gutartige Knötchen an der Nebenniere, die zufälligerweise bei bildgebenden Verfahren diagnostiziert werden, sind relativ häufig - man nennt sie Inzidentalome. In der weiteren Abklärung geht es darum, ob diese Hormone produzieren und ob sie allenfalls auch bösartig sein könnten, was nur sehr selten der Fall ist.
Prof. Dr. Michael Krebs ist Internist und Endokrinologe am AKH / Meduni Wien an der Abteilung für Endokrinologie (Hormonerkrankungen).
Die Geriatrie, oder auch Altersmedizin oder Altersheilkunde, beschäftigt sich mit Krankheiten des alternden Menschen, häufig kommen hier mehrere Erkrankungen und in Folge auch verschiedene Medikamente zusammen.
Prim. Dr. Peter Bernecker ist Ärztlicher Direktor im Pflegewohnhaus Leopoldstadt in Wien, einer Pflegeanstalt für chronisch Kranke.
In dieser Folge geht es um Besonderheiten in der Behanldung des älteren Menschen in Bezug auf die Osteoporose.
Gesunde Ernährung bei Knochenerkrankungen ist sehr wichtig, es geht insbesondere um Calcium, Eiweiss und Vitamin D. Auch bestimmte Ernährungsformen und Erkrankungen wie Diabetes, Anorexie oder Zöliakie können das Knochenbruchrisiko ungünstig beeinflussen.
"Für die Osteoporose hat eine gesunde Ernährung mit genug Calcium, Vitamin D und Eiweiß einen wichtigen Stellenwert. Eine ungünstige Ernährung kann das Knochenbruchrisiko erhöhen. Calcium aus der Ernährung kommt vor allem aus Milchprodukten, für die Gesamtbevölkerung werden zumindest 2 Milchprodukte täglich empfohlen. Alternativ können Broccoli, Grünkohl, Sesam oder Mineralwässer helfen, den Calciumbedarf zu decken. Eine Studie aus dem Jahr 2021 konnte zeigen, dass ein zusätzliches tägliches Milchprodukt das Knochenbruchrisiko bei Altersheimbewohner*innen deutlich reduzieren kann. Wenn die Ziele von 1000mg Calcium täglich und ca. 1g Eiweiß pro kilogramm Körpergewicht täglich nicht erreicht werden können, sind Nahrungsergänzungen sinnvoll."
Daniel Arian Kraus ist Internistischer Assistenzarzt am Hanusch Krankenhaus der OEGK in Wien und Forscher am Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie. Er macht seinen PhD an der Med Uni Wien im Bereich Musculoskeletal and Dental Health bei Prof. Peter Pietschmann.
BMJ 2021, Iuliano S. et al.: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34670754
https://osteologie.lbg.ac.at
In dieser Folge geht es um seltene Knochenerkrankungen, deren Diagnostik, Therapie und Prognose.
"Es gibt mehrere hundert seltene Knochenerkrankungen, die häufigsten sind die verschiedenen Typen der Glasknochenerkrankungen, Phosphatstoffwechselstörungen und die Hypophosphatasie. Es gibt auch eine hohe Dunkelziffer. Symptome sind sehr unterschiedlich, die Betroffenen werden meistens im Kindesalter erkannt, bei häufigen Knochenbrüchen im Erwachsenenalter sollte jedoch auch danach gesucht werden. Oft haben wir keine spezifische Behandlung, wir müssen uns daher Osteoporosemedikamente "ausborgen". Für schwere Fälle gibt es mittlerweile für den Phosphatdiabetes eine spezifische Antikörpertherapie, bei der Hypophosphatasie ist eine Enzymsubstitution möglich."
Assoz. Prof. Dr. Roland Kocijan ist Internist mit Spezialisierung für Knochen- und Gelenkserkrankungen am Hanusch Krankenhaus der OEGK in Wien. Er forscht am Ludwig Boltzmann Institut für Osteologie und am Vienna Bone & Growth Centre, das 2020 vom AKH Wien und dem Krankenhaus Speising für seltene Knochenerkrankungen gegründet wurde (http://www.vbgc.at).
In dieser Folge geht es um die Rachitis - wie häufig ist sie, wer ist betroffen, welche Ursachen gibt es und wie sieht die Behandlung aus.
"Die Rachitis ist eine Veränderung an den Wachstumsfugen, verursacht durch eine Störung im Mineralhaushalt. Besonders das Wachstum der Beine ist betroffen, oft kommt es zu Schmerzen und muskulärer Schwäche. Die Rachitis muss man ernst nehmen und gut behandeln. Sie ist eine häufige Erkrankung in der Kinderheilkunde, wir haben aber keine genauen Zahlen. Es gibt Risikofaktoren wie vegane oder milchproduktarme Ernährung oder wenig Zeit im Freien zu verbringen. In den letzten Jahren sehen wir mehr Kinder und Jugendliche mit Vitamin D Mangel-Rachitis, unter anderem durch die Migration aus dem Nahen Osten oder auch der Ukraine. Neben der häufigsten Form, der Vitamin D-Mangel-Rachitis, gibt es auch seltenere genetische Formen, die am besten an einem spezialisierten Zentrum abgeklärt werden sollten."
Dr. Adalbert Raimann ist Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde an der Med Uni Wien/am AKH an der Kinderklinik. Er ist spezialisiert auf pädiatrische Hormonerkrankungen und Knochenstoffwechselerkrankungen. Er forscht am Vienna Bone and Growth Center.
"Beckenbrüche gehören zu den schwerwiegenden osteoporotischen Brüchen, sie betreffen vor allem über 80jährige und gehen mit einem erhöhten Risiko einher, im Jahr darauf zu versterben. Das entscheidende für die Prognose ist das Wiedererreichen der Selbständigkeit und Mobilität. Häufig besteht begleitend auch ein schwerer Vitamin D Mangel, der behandelt werden muss. Die meisten dieser Beckenbrüche kann man konservativ/ohne Operation behandeln, bei instabilen Brüchen kann eine minimal-invasive Operation notwendig sein. Besonders wichtig ist aber auch, die zugrunde liegende Osteoporose gut zu behandeln."
In dieser Folge geht es um osteoporotische Beckenbrüche - wer bekommt sie, wie sind Symptome, Diagnostik und Behandlung. Weiters geht es darum, was man selbst tun kann, um danach wieder auf die Beine zu kommen.
Dr. Ulla Stumpf ist Unfallchirurgin am MUM, dem Muskuloskelettalen Universitätszentrum München. Sie ist Oberärztin und leitet die Klinische Osteologie.
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