Ortsgeschichten

Ortsgeschichten

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Ortsgeschichten episodes

  • Drogen im Altenburger Land
    Drogen… ein berauschender Name. Kann man in dem kleinen Ortsteil von Schmölln im Landkreis Altenburger Land in Thüringen etwa offiziell Drogen kaufen? Gibt es hier vielleicht Mohnfelder für die Herstellung von Heroin?
    Oder… Werden die ca. 130 Bürger von Drogen täglich betäubt?
    Nein, der Ort mit dem suchtvollen Ortsnamen Drogen hat damit nichts am Hut.
    Im Mittelalter hat sich ein gewisser Dorgan in dem Flecken niedergelassen. Er war der 1. Siedler und gab dem Ort auch gleiche seinen Namen nämlich Drogan!
    Über die Jahrhunderte wurde dann in der Überlieferung aus dem Buchstaben A in Drogan einfach ein E. und aus Drogan wurde Drogen.
    Der ungewöhnliche Ortsname sorgt in Drogen immer wieder dafür, dass hier die Ortschilder geklaut werden.
    2 min
  • Meinkot im Landkreis Helmstedt
    Die Erklärung für diesen Ort in Niedersachsen ist ganz einfach. Meinkot geht auf den ursprünglichen Namen "Meinekarte", in unserem Fall zusammen geschrieben, zurück.
    Karte ist ein altes deutsches Wort für Bütte. Daraus wurde zunächst "Meinekotte" und letztlich "Meinkot". Bei seiner ersten Erwähnung im Jahr 1145 trug der Ort noch den Namen "Meinkoten".
    Wie dem auch sei: Vor einigen Namen wurde der Toilettenpapierhersteller bess auf den Ortsnamen aufmerksam, und benutzte ihn in einem Werbespot. Die bess-Klopapierwerbung hat den Ort "Meinkot" weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt gemacht.
    Dennoch fanden einige Bewohner und vor allem auch der Bürgermeister dies überhaupt nicht witzig. Der Klopapierhersteller musste sich entschuldigen ud scenkte den Meinkoter Vereinen einen 1-jährigen Vorrat an Toilettenpapier.
    Also kein Griff ins Klo sondern ein echter Glücksgriff für die Meinkoter.
    2 min
  • Arendsee in der Altmark
    Als vor vielen hundert Jahren die kleine Stadt Arendsee erbaut war und damals noch keinen Namen hatte, wohnte direkt am See der Müller Arend. Er war nicht nur als fleißiger Müller ein angesehener Bürger der Stadt, sondern er war auch der Medizin ein wenig kundig.
    Eines Tages wurde Müller Arend bei einem grausigen Unwetter zu einer Kranken gerufen. Seine Frau begleitete ihn. Bei Blitz und Donner und peitschendem Regen bebte plötzlich die Erde und die Müllerin schrie ihrem Mann mit Entsetzem zu: "Arend, seh!"
    Krachend stürzte die Mühle in die Fluten. Schon Tage zuvor hatte es stark geregnet und gestürmt. Das gesamte Erdreich war eingestürzt und hat den jetzigen großen See - den Arendsee - hinterlassen.
    Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Seit dieser Zeit heißt die Stadt Arendsee. So die Sage.
    Tatsächlich wurden in den 1980er Jahren riesige Mühlsteine auf dem Grund des Arendsee gefunden. Die Ursache für den Einsturz ist eindeutig geklärt worden.
    Unter dem See gibt es nämlich Gips- und Salz-Vorräte. Durch Ausschlemmungen über die Jahrhunderte hinweg entstanden riesige Hohlräume, sogenannte Dome.
    Irgendwann nach heftigen Regenfällen geben diese Dome nach wie auch bei dem vorläufig letzten Einsturz im Jahre 1685.
    Arendsee ist heute ein staatlich anerkannter Luftkurort inmitten weiter Kiefernwälder.
    3 min
  • Lederhose in Thüringen
    Der ungewöhliche Ortsname geht NICHT auf das schicke Trachtenstück zurück, sondern auf das slawische Volk der Sorben. Und er kommt von dem Personennamen Ledoratz oder Ladoratz - der war nämlich ein sorbischer Fürst. Von Fürst Ledoratz leitet sich das Wort "Leder" ab.
    Der zweite Teil des Ortsnamens kommt von einem Gericht. Nicht von einer Speise, sondern vom Rechtgericht, das es damals gab. Ein dreibeiniger Hase war das Wappentier des Gerichts.
    Aus dem Hasen und dem Namen des Fürsten Ledoratz setzte sich der Ortsname zusammen. Denn eigentlich hieß der Ort Lederhase, im thüringischen Dialekt wurde daraus dann "Lederhose".
    2 min
  • Pissen im Saalekreis
    Pissen - ein kleiner Ortsteil von Leuna mit 11 Einwohner, dessen Ortseingangsschild wegen des ungewöhnlichen Ortsnamens schon mehrfach geklaut wurde. Woher hat er seinen besonderen Namen?
    Um den Raum Leuna war früher eine sehr wasserreiche Gegend mit vielen Teichen. In den Teichen schwammen natürlich Fische. Und Fische heißen auf Latein: Pisces.
    Aus "Pisces" ist im Jahre 981 dann "Pissen" geworden. Eine ganz einfache Erklärung für einen ganz außergewöhnlichen Ortsnamen in Sachsen-Anhalt.
    2 min
  • Oberkaka im Burgenlandkreis
    Oberkaka klingt, als hätte der Ort etwas mit Gülle oder Fäkalien zu tun.
    Nein, natürlich nicht. Der Ursprung für den sehr ungewöhnlichen Ortsnamen liegt im 7. Jahrhundert, als das slawische Volk der Wenden sich in dem Ort niederließ.
    Wegen der sanften Hügel nannten sie ihren Ort "Jes de gei", was soviel bedeutet, wie "in den Hang gebautes Dorf". Später nannte man in der mündlichen Überlieferung den Ort nur noch "de gei", woraus sich erst "gaja" und dann in der lateinischen Schreibweise "Chaka" entwickelte und in der Umgangssprache zu "Kacka" wurde.
    Und letztendlich zu "Oberkaka" und "Unterkaka".
    Die Bewohner von Ober- und Unterkaka nennen sich übrigens "Oberkakschen" oder "Kakschen".
    2 min
  • Hundeluft im Landkreis Wittenberg
    Hundeluft ist ein Stadtteil von Coswig im Landkreis Wittenberg.
    Hundeluft ist ein sehr lustiger Ortsname. Wohnen etwa in dem 260-Seelen-Dorf mehr Hunde als Menschen? Oder riecht es hier etwas nach Hund?
    Nein, denn es steckt eine sehr interessante Geschichte hinter diesem Ortsnamen.
    In dem kleinen Ort an der Rossel steht eine alte Burgruine aus dem 13. Jahrhundert. Die Burgherren hatten damals viele Hunde und gingen mit den Hunden gerne zur Jagd und riefen dann: "Hunde, lauft!"
    So haben sie für den skurilen Ortsnamen gesorgt. Aus "Hunde, lauft" entstand mit der Zeit "Hundeluft".
    Auch heute sind die Bürger aus Hundeluft noch echte Hundefans, denn sie treffen sich regelmäßig mit ihren Vierbeinern auf dem Sportplatz ihrer Gemeinde Hundeluft.
    2 min

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Marina Lehmbruch kennt sich aus - Ihr kennt Sie vielleicht, wenn Ihr schon einmal bei radio SAW angerufen habt. Am Serviceplatz ist sie oft die nette Stimme, die Eure Meldungen entgegen nimmt und auf (fast) alle Fragen eine Antwort hat.