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Percival Everett hat für seinen neuen Roman „James“ die berühmte Abenteuergeschichte von Mark Twain für seine Zwecke umgewandelt. Er stellt die schwarze Figur Jim in den Mittelpunkt, zeigt was der alles daran setzt, um frei zu werden und erzählt konsequent aus der Perspektive des Schwarzen. Eine aufregende Uminterpretation, nicht weniger spannend als das Vorbild.
Ich glaube, das meiste, was ich über Sklaverei und ihre Folgen weiß, habe ich aus Romanen und Filmen erfahren. „James“ ist eine Auffrischung all dessen auf der Höhe unserer Zeit. Percival Everett weicht vom Plot der Twainschen Geschichte ab und erfindet Szenen, die man nicht vergisst. Wenn entdeckt wird, dass ein Kumpel für James einen Bleistift entwendet hat und dafür mit seinem Leben bezahlt etwa. Oder- einer der Höhepunkte des Romans und nicht ohne Ironie - wenn James als Tenor aufgenommen wird in eine Minstrel- Band. Pikantes Detail: Die Bandmitglieder sind Weiße, die sich für ihre Auftritte schwarz schminken. Blackfacing um als authentisch zu gelten, kulturelle Aneignung der schwarzen Musik …die aktuellen Debatten lässt Percival Everett hier süffisant mitschwingen. Auch James wird zusätzlich geschminkt, damit er sich nicht von den anderen unterscheidet. Doch als die Band verfolgt wird, ist er in doppelter Gefahr ein Schwarzer, der sich unter Weiße mischt- welche Durchtriebenheit.
By MichaelsbundPercival Everett hat für seinen neuen Roman „James“ die berühmte Abenteuergeschichte von Mark Twain für seine Zwecke umgewandelt. Er stellt die schwarze Figur Jim in den Mittelpunkt, zeigt was der alles daran setzt, um frei zu werden und erzählt konsequent aus der Perspektive des Schwarzen. Eine aufregende Uminterpretation, nicht weniger spannend als das Vorbild.
Ich glaube, das meiste, was ich über Sklaverei und ihre Folgen weiß, habe ich aus Romanen und Filmen erfahren. „James“ ist eine Auffrischung all dessen auf der Höhe unserer Zeit. Percival Everett weicht vom Plot der Twainschen Geschichte ab und erfindet Szenen, die man nicht vergisst. Wenn entdeckt wird, dass ein Kumpel für James einen Bleistift entwendet hat und dafür mit seinem Leben bezahlt etwa. Oder- einer der Höhepunkte des Romans und nicht ohne Ironie - wenn James als Tenor aufgenommen wird in eine Minstrel- Band. Pikantes Detail: Die Bandmitglieder sind Weiße, die sich für ihre Auftritte schwarz schminken. Blackfacing um als authentisch zu gelten, kulturelle Aneignung der schwarzen Musik …die aktuellen Debatten lässt Percival Everett hier süffisant mitschwingen. Auch James wird zusätzlich geschminkt, damit er sich nicht von den anderen unterscheidet. Doch als die Band verfolgt wird, ist er in doppelter Gefahr ein Schwarzer, der sich unter Weiße mischt- welche Durchtriebenheit.

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