Was macht aus einer Gruppe von Menschen eigentlich eine Gemeinschaft?
Und was wäre, wenn wir Schule nicht nur als einen Ort betrachten würden, an dem Kinder Mathematik, Deutsch oder Englisch lernen – sondern auch als einen Ort, an dem sie lernen, miteinander zu leben?
Ich spreche über Gemeinschaft, Familie, Zugehörigkeit und Verantwortung und darüber, welche Bedeutung all das für unsere Schulklassen haben kann.
Ausgangspunkt ist unter anderem der hawaiianische Begriff ʻOhana, der mit Familie und verwandtschaftlicher Verbundenheit verbunden ist. Von dort führt uns die Folge in die Schule und zu einer zentralen Frage:
Was braucht es, damit aus 25 einzelnen Kindern tatsächlich ein Wir entsteht?
Dabei schauen wir auch auf das Thema Mobbing und Ausgrenzung. Denn Mobbing ist nicht nur eine Angelegenheit zwischen einem Kind, das mobbt, und einem Kind, das betroffen ist. Es entwickelt sich innerhalb von Gruppen – dort, wo andere mitmachen, lachen, schweigen, wegsehen oder sich trauen einzugreifen. Auch das Berliner Familienportal betont die Bedeutung des Umfelds und des frühzeitigen Eingreifens.
Wir richten den Blick deshalb auch auf die Situation an Berliner Schulen und fragen nicht nur: Wie reagieren wir, wenn Konflikte und Gewalt bereits entstanden sind? Sondern vielmehr: Wie können Beziehung, Zugehörigkeit, Partizipation und gemeinsame Verantwortung präventiv gestärkt werden?
Anschließend reisen wir gedanklich nach Japan und schauen darauf, was es bedeuten kann, wenn Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihren gemeinsamen Schulalltag übernehmen – beispielsweise durch Klassendienste, gemeinsames Aufräumen oder das Verteilen des Schulessens.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, andere Länder zu idealisieren.
Denn ein starkes Wir kann verbinden – es kann aber auch Konformitätsdruck erzeugen.
Deshalb lautet eine der wichtigsten Fragen dieser Folge:
Wie schaffen wir Gemeinschaft, ohne Individualität aufzugeben?
Auch der Blick nach Finnland und in nordische Bildungssysteme eröffnet weitere Perspektiven auf Wohlbefinden, Prävention, Beteiligung und Schulgemeinschaft.
Am Ende kehren wir zurück nach Deutschland und Berlin und fragen ganz konkret:
Wie können Eltern, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Schulen dazu beitragen, dass Kinder erleben:
Ich gehöre dazu.Ich werde gesehen.Mein Beitrag zählt.Und wenn jemand ausgeschlossen wird, geht mich das etwas an.
Denn vielleicht müssen wir in der Bildungsdebatte nicht nur darüber sprechen, was Kinder lernen sollen.
Wir sollten auch darüber sprechen, wie Kinder miteinander leben lernen.
Eine starke Gemeinschaft bedeutet dabei nicht:
Wir sind alle gleich.
Sondern:
Wir sind unterschiedlich – und trotzdem gehören wir zusammen.
Für Workshops, Fortbildungen, Mediation, Supervision, Coaching, Beratung und Kooperationen begleite ich Schulen, pädagogische Einrichtungen, Teams und Organisationen kultursensibel und diskriminierungssensibel – online und in Präsenz.
Mehr über meine Arbeit findet ihr auf www.kulturklarheit.de.
Kulturklarheit – verstehen, verbinden, gestalten.