Wie man Vertrauen schafft und Widerstand reduziert - Relationales Leadership
Führung wird oft dort gesucht, wo sie am leichtesten sichtbar ist: bei der Person an der Spitze.
Wir betrachten ihren Führungsstil, ihre Persönlichkeit, ihre Entscheidungen und ihre kommunikativen Fähigkeiten.
Doch dieser Blick greift zu kurz.
Gerade in komplexen Organisationen entsteht Führung nicht allein durch das, was eine Führungskraft tut. Sie entsteht auch durch das, was zwischen den Beteiligten passiert.
Ich arbeite seit jeher mit diesem Ansatz. Deshalb habe ich eine aktuelle Studie zum Anlass genommen, in Folge 25 von „Potential Unleashed - Warum es die kleinen Schritte so in sich haben“ über Relationales Leadership zu sprechen.
Natalya Sergeeva und Johan Ninan haben für ihre Studie narrative Interviews mit 20 CEOs aus dem britischen Bau- und Infrastruktursektor ausgewertet und untersucht, wie Führung in projektbasierten Organisationen tatsächlich praktiziert wird.
Die Studie identifiziert vier relationale Führungsprozesse:
Storytelling
Welche Geschichten werden in einer Organisation erzählt? Welche Erfahrungen prägen die gemeinsame Wahrnehmung? Und wann werden alte Erfolgsgeschichten zu alten Lösungen für neue Probleme?
Führung besitzt immer auch eine darstellende Komponente. Doch was geschieht, wenn die professionelle Rolle, das innere Erleben und das beobachtbare Verhalten nicht mehr zusammenpassen?
Eine Vision ist mehr als ein Zielbild auf einer Präsentationsfolie. Sie muss eine Zukunft erzeugen, in der Menschen sich selbst, ihre Aufgabe und ihren Beitrag erkennen können.
Einfluss entsteht nicht nur durch Hierarchie. Er entsteht durch Glaubwürdigkeit, Beziehung, persönliche Kommunikation und erlebte Konsistenz.
Verbunden werden diese Prozesse durch Teaming.
Teaming beschreibt nicht den statischen Zustand eines Teams, sondern die fortlaufende Leistung, sich zu koordinieren, Wissen zu verbinden, Unterschiede auszuhandeln und gemeinsam handlungsfähig zu bleiben.
In dieser Folge erfahren Sie:
– warum Führung kein isoliertes Persönlichkeitsmerkmal ist,
– wie Geschichten die Wahrnehmung eines gesamten Systems beeinflussen,
– warum alte Führungserfahrungen neue Lösungen verhindern können,
– weshalb Inkongruenz zwischen Worten, Gesicht und Verhalten Unsicherheit erzeugt,
– wie Visionen über Beziehung und Bedeutung wirksam werden,
– woran sich Einfluss von Manipulation unterscheidet,
– warum Teaming das verbindende Zentrum relationaler Führung ist,
– und weshalb Führung nicht nur von der Person an der Spitze, sondern von der Qualität des gesamten Beziehungsnetzwerks abhängt.
Drei Fragen begleiten dich durch die Folge:
Welche Geschichten dominieren dein System?
Wie kongruent wirkst du auf andere?
Und wo entsteht relationale Führung in deiner Organisation tatsächlich?
Wissenschaftliche Grundlagen:
Natalya Sergeeva und Johan Ninan:
A Narrative-Based Relational Leadership: Insights from UK CEOs of Project-Based Organisations.
Relational Leadership Theory: Exploring the Social Processes of Leadership and Organizing.
Ann L. Cunliffe und Matthew Eriksen:
Teaming: How Organizations Learn, Innovate, and Compete in the Knowledge Economy.
Natalya Sergeeva und Duygu Kortantamer:
Enriching the Concept of Authentic Leadership in Project-Based Organisations Through the Lens of Life-Stories and Self-Identities.
„Potential Unleashed - Warum es die kleinen Schritte so in sich haben“ beleuchtet die psychologischen und relationalen Dynamiken hinter Führung, Entscheidungen und Veränderung.
Es geht um die Muster, die im Hintergrund wirken – und darüber entscheiden, ob Menschen, Beziehungen und Organisationen ihr Potenzial tatsächlich entfalten können.
Wenn dich diese Folge weiterdenken lässt, hier mein Buchtipp:
Deine Reise zur wahren inneren Freiheit – von Regina Reitinger
Ein persönlicher und zugleich systemischer Blick auf Bindung, Prägung und Selbstführung.
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„Potential Unleashed – Warum es die kleinen Schritte so in sich haben.“