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Eigentlich ist Luka Lenzin Comiczeichner:in und Musiker:in. Luka hat aber auch einige Jahre in einer Hamburger Drogenberatungsstelle gearbeitet. Diese Arbeit war so eindrücklich, dass Luka beschloss, einen Comic über die Erfahrungen dort zu zeichnen.
Das Comic Nadel und Folie
Mehr über Lukas künstlerische Arbeit findet ihr hier
Egal ob Psychotherapie, bestimmte medizinische Behandlungen oder Angebote der Wohnungslosenhilfe: Oft sind diese Angebote an eine Bedingung geknüpft – dass die Person, die sie in Anspruch nehmen möchte, keine Drogen mehr konsumiert. Abstinenz wird zur Voraussetzung für jegliche Unterstützung und führt oft genug dazu, dass es schlussendlich keine Hilfe gibt. Dieses Primat der Abstinenz lässt außer Acht, dass die Abhängigkeit für den Menschen, der Hilfe sucht, oft nicht das Problem ist, das er lösen möchte, findet Bina. Sie arbeitet bei Vision e.V.. Der Kölner Verein setzt sich für ein "selbstbestimmtes Leben mit Drogen ohne Vorleistungen (etwa den Willen zur Abstinenz oder angepasstes Verhalten, um gesellschaftliches Wohlwollen zu erreichen)" ein.
Zum Ende der 1930er Jahre galt es als Wundermittel bei jeglicher Indikation: Pervitin. Es kam in der Geburtsmedizin zum Einsatz, wurde zur Leistungssteigerung, aber auch bei Depressionen verschrieben und war in Deutschland nach seiner Patentierung 1937 zunächst in der Apotheke frei verkäuflich.
In der Folge ist Tilman Holzer zu Gast. In seiner Doktorarbeit "Die Geburt der Drogenpolitik aus dem Geist der Rassenhygiene" hat er unter anderem die Rolle von Pervitin im Zweiten Weltkrieg und für die Zivilbevölkerung im nationalsozialistischen Deutschland untersucht.
Die Cannabis-Legalisierung wurde groß angekündigt, doch übrig geblieben ist von den großen Plänen ein Minimum: Fürs Erste soll Cannabis nur in einigen Modellregionen legal erhältlich sein. Zweifel an einer umfassenden Legalisierung kamen nicht nur von oppositionellen Parteien, sondern auch aus Nachbarstaaten wie Frankreich. Eine einheitliche Drogenpolitik gibt es schließlich in Europa nicht – im Gegenteil. Zuweilen liegen die Vorstellungen weit auseinander, von extrem restriktiv bis liberal. Das erschwert Legalisierungsvorhaben und einen legalen Warentransport erheblich. Zu Gast ist Maximilian Funke. Er ist Politikwissenschaftler und untersucht, welches Amt und welches Ministerium für die Drogenpolitik eines Landes zuständig ist und wie welchen Einfluss das auf die Richtung der Drogenpolitik hat.
Der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno sagte über Freud, dass er der einzig wahre Psychologe gewesen sei. Sicher ist jedenfalls, dass er der erste war, der die Seele aus naturwissenschaftlicher Perspektive ergründet hat und dass Psychologie auch heute noch auf den Erkenntnissen Freuds fußt. Ihre Zwecke und Ziele, die Gesellschaft und auch Therapieformen haben sich allerdings seit Freud stark verändert. In dieser Folge gehen wir zurück zu den Anfängen, klären die Grundannahmen Freuds, was seine Forschung uns heute noch sagen kann und was Gast Stefan Hain über die meiste Psychologie heute denkt.
Stefan Hain hat Psychologie in Frankfurt a.M. und Berlin studiert und arbeitet in der Suchthilfe. Für die Platypus Review schreibt er regelmäßig Artikel über marxistische Fragestellungen. Der in der Folge erwähnte und besprochene Artikel heißt "Psychoanalyse und Marxismus".
Amanda ist 50 Jahre alt und seit etwa 20 Jahren alkoholabhängig. Alkohol war stets ihr Ventil, um mit unverarbeiteten Traumata, Angststörungen und immer wiederkehrenden Depressionen umzugehen. Nur wenn sie trank, funktionierte sie überhaupt. Unzählige Klinikaufenthalte und Therapieversuche konnten ihr in den vergangenen Jahren nicht helfen. Seit April 2022 ist sie im Schmerzzentrum von Livia Granata in Zürich in Behandlung. Dort bekommt sie Psilocybin vor allem gegen die Alkoholabhängigkeit – und ist seit ihrer ersten Session abstinent.
Ich habe Amanda zusammen mit ihrem Mann Tim und Dr. Livia Granata Anfang Dezember 2022 im Schmerzzentrum getroffen. Seit etwa einem Jahr kann Livia Granata dort Psychedelika an Schmerzpatienten abgeben, aber auch an Menschen mit Alkoholabhängigkeit. In dieser Folge hört ihr Amandas Geschichte und was sich seit der Therapie mit Psilocybin für sie verändert hat.
Hier findet ihr die Studie, die Livia Granata erwähnt. Für noch mehr Hintergrundinformationen könnt ihr auch in diesem Podcast etwas zurückgehen: In der Folge Streichzug gegen König Alkohol hat Psychopharmakologe Marcus Meinhardt bereits über die Wirkmechanismen von Psilocybin bei Alkoholabhängigkeit gesprochen.
Seit zehn Jahren leidet Barbara an Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Letzteres wurde erst nach sechs Jahren diagnostiziert, denn die Krankheit ist selten und wird oft erst spät erkannt. Die klassischen Therapien haben bei ihr kaum angeschlagen. Im Sommer 2022 hat sie es schließlich im Schmerzzentrum von Livia Granata in Zürich mit LSD- und Psilocybin-Sessions probiert.
In dieser Folge erfahrt ihr, was Cluster-Kopfschmerzen eigentlich sind, warum Psychedelika dagegen helfen könnten, wie eine Behandlung mit Psilocybin aussieht und was sich für Barbara seitdem verändert hat.
In dieser und in den kommenden zwei Folgen geht es um Psychedelika und ihren Einsatz in verschiedenen Therapiekontexten. Zunächst beschäftigen wir uns mit den Grundlagen im Gehirn: Wie entstehen Emotionen? Was bedeutet Emotionsregulation? Erst dann können wir verstehen, wo Psychedelika ansetzen und warum sie zum Beispiel in der Psychotherapie eingesetzt werden können.
Zu Gast ist Uwe Herwig. Er ist Medizinischer Direktor am Zentrum für Psychiatrie am Krankenhaus Reichenau und Vorsitzender der > > Deutschen Gesellschaft für Psychedelische Forschung und Therapie e.V.. Zuvor war er jahrelang Chefarzt an der Psychiatrischen Klinik in Zürich, wo er die Arbeitsgruppe Emotionsregulation gründete.
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