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Buchautor Linus Giese spricht über Lust und Leid an der Aufklärung über geschlechtliche Vielfalt, Faulheit und Voyeurismus bei cis Menschen sowie angebliche "Transgenderpropaganda" in Kitas.
Im Podcast geht es auch über die frustrierende Tatsache, dass über trans Menschen so viel Unsinn erzählt und geschrieben wird. "Ein großer Teil der Gesellschaft kennt sich gar nicht aus", konstatiert Giese und berichtet etwa von hochpeinlichen Messages, die er auf Planetromeo bekommt. Er ist es leid, ständig den Aufklärer zu geben, obwohl er es mit seinem Buch ja dennoch tut. "Trans Menschen müssen nicht ihre Existenz erklären", reagiert er auf dumme Fragen, über die sich jede*r im Internet informieren kann. Dass cis Menschen einfach nicht dazuzulernen wollen, nennt er sehr treffend "Faulheit und Voyeurismus".
Im Gespräch mit Johannes Kram geht es natürlich auch um die Geschichte des Starbucks-Bechers, der das Buchcover ziert, Hass in sozialen Medien, Transfeindlichkeit in der LGBTI-Community und die angebliche "Transgenderpropaganda" in Kitas, die die FAZ im vergangenen Monat erfunden hat. Zum Umgang mit trans Kids hat Linus Giese eine klare Haltung: "Ich bin ein ganz großer Verfechter davon, Kindern zuzugestehen, Dinge ausprobieren zu dürfen und zu gucken, wohin es geht. Ich glaube, dass da kein gesellschaftlicher Schaden entsteht."
Websites zu Themen, die in der Folge angesprochen werden:
Begriffsklärung auf der Website von Transinterqueer e.V.
Über den Kampf der FAZ gegen angebliche "Transpropaganda"
Die Ex-Rapperin Sookee spricht über ihren Ausstieg aus dem Hiphop vor einem Jahr, ihre neuen Kinderlieder, Bushidos Homofeindlichkeit und ihre scharfe Kritik am Berliner CSD-Verein. Es war ein Paukenschlag. Nach 15 Jahren auf der Bühne verkündete Sookee Ende letzten Jahres nicht nur das Ende ihrer Rap-Karriere, sondern überraschte ihre Fans auch mit einem völlig unerwarteten Metierwechsel: Unter dem neuen Künstlernamen Sukini veröffentlichte die Queerfeministin ein Album ausschließlich mit Kinderliedern, "Schmetterlingskacke" lautet der schöne Titel (queer.de berichtete). Warum sie dem Hiphop den Rücken kehrte – und dass sie unverändert für Gerechtigkeit und Veränderung glüht, erfahren wir im neuen Queerkram-Podcast von Johannes Kram.Sie habe nicht mehr mitspielen wollen in der kommerziellen Musikindustrie, sagt Sookee, die "kapitalistische Verwertungslogik" habe sich immer weniger mit ihren Idealen vereinbaren lassen. Der Abschied sei ihr nicht so schwergefallen, weil sie eines ihrer großen Ziele erreicht habe. "Es wurde Öffentlichkeit für queerfeministische Anliegen im Hiphop geschaffen", so die Pionierin, die im Gespräch stolz viele junge Rapperinnen aufzählt, die heute ihren Fußstapfen folgen.
Doch das sind nicht die einzigen Gründe für ihren Ausstieg: In einer sympathischen "Transparenzoffensive" berichtet Sookee über ihr "Helfersyndrom". Sie habe bei Anfragen nie nein sagen können und sich damit selbst überfordert. Auch reflektiert sie über ihre schweren Depressionen und Alkoholmissbrauch als eine Folge ihrer Rap-Karriere. Nun sei sie seit zwei Jahren trocken.
Im Podcast – dem längsten der Queerkram-Geschichte – geht es aber nicht nur um ihre Vergangenheit, sondern auch um viele aktuelle Themen. Im Gespräch mit Johannes Kram zeigt sich Sookie, die germanistische Linguistik und Gender Studies studierte, als hochintelligente Beobachterin und Aktivistin, die den rechten Kampfbegriff der "Frühsexualisierung" ebenso auseinandernimmt wie das bewusste Kokettieren mit Queerfeindlichkeit bei Bushido und Co.
Auch der queeren Community hält sie den Spiegel vor: "Wegducken hilft nicht", kritisiert Sookee den Umgang mit Rassismus – und fordert in diesem Zusammenhang einen personellen Neuanfang beim Berliner CSD-Verein. Unter dem Motto "Wir machen Platz" sollte das Orgateam im nächsten Jahr zu 80 Prozent aus People of Color bestehen. Sie glaube fest daran: Mit diesem radikalen Schnitt könne sich eine "rassistisch sozialisierte und agierende Community" erneuern.
Im Podcast – dem längsten der Queerkram-Geschichte – geht es aber nicht nur um ihre Vergangenheit, sondern auch um viele aktuelle Themen. Im Gespräch mit Johannes Kram zeigt sich Sookie, die germanistische Linguistik und Gender Studies studierte, als hochintelligente Beobachterin und Aktivistin, die den rechten Kampfbegriff der "Frühsexualisierung" ebenso auseinandernimmt wie das bewusste Kokettieren mit Queerfeindlichkeit bei Bushido und Co.
Auch der queeren Community hält sie den Spiegel vor: "Wegducken hilft nicht", kritisiert Sookee den Umgang mit Rassismus – und fordert in diesem Zusammenhang einen personellen Neuanfang beim Berliner CSD-Verein. Unter dem Motto "Wir machen Platz" sollte das Orgateam im nächsten Jahr zu 80 Prozent aus People of Color bestehen. Sie glaube fest daran: Mit diesem radikalen Schnitt könne sich eine "rassistisch sozialisierte und agierende Community" erneuern.
Micha Schulze, queer.de 12.09.2020
Infos und Links zu den im Podcast besprochenen Themen:
Sukini
Video "Prinzessin Peach"
Video "Meine Mamas"
Hier die von Sookee genannten Hiphop Heads:
Sir Mantis
Finna
Haszcara
Presslufthanna
MC Ellebogen
Plaeikke
Faulenz*A
Nifty MC
mino.Riot
Ebow
Esrap
Zur Diskussion über die Rassismusvorwürfe zu Nina Queer und den CSD-Berlin im Nollendorfblog:
Geplante Berliner CSD-Künstlerin will Nollendorfblog verklagen und belügt Fans
Berliner CSD-Vorstände relativieren Rassismus
Nina Queer entschuldigt sich für rassistisches Posting und fällt Berliner CSD-Vorständen in den Rücken
BBQ Podcast
Hier ist der Link zur Folge des BBQ-Podcasts – "Der Black Brown Queere Podcast", die von Sookee erwähnt wurde.
Die Diskriminierung und Verfolgung in anderen Ländern mache die langjährige TAZ- und Deutsche-Welle-Chefin oft "wütend" und "total traurig". "Aber am Ende komme ich zurück, und es bestärkt mich in dem Auftrag, den wir haben und den wir als Deutsche Welle international ausführen können."
Als offen lesbische Senderchefin sorgt die Journalistin weltweit für Aufsehen, wird deshalb angegriffen, dient aber auch gerade jungen Queers als Vorbild. Nicht alle Erwartungen kann sie erfüllen. Offen spricht Pohl im Podcast über Schuldgefühle nach Interviews mit LGBTI-feindlichen Staatschefs wie Pakistans Ministerpräsident Imran Khan: "Ich fühle mich hinterher immer irgendwie dreckig, dass ich mich nicht hingestellt und gesagt habe: 'Und übrigens, ich bin lesbisch, und ich finde es schlimm und verachte dich dafür, dass du mich verachtest'."
In knapp einer Stunde geht es in dem spannenden Gespräch auf hohem Niveau außerdem um den richtigen Umgang mit Verschwörungstheoretikerinnen und rechten Populistinnen, um Journalismus mit Haltung, um Pohl Überraschung für AfD-Fraktionschef Alexander Gauland, um den bevorstehenden US-Wahlkampf und warum sie Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Rosengarten des Weißen Hauses keine Frage stellen würde.
queer.de 18.05.2010
Hier das in der Folge angesprochenen Afrika-Projekt "The 77 Percent" von DW-TV
Stephanie Kuhnen, ehemalige Chefredakteurin von "L-Mag", Herausgeberin des wichtigen Buches "Lesben raus!" und aktuelle Leiterin des Projekts "Lesbisch.Sichtbar.Berlin", ist zusammen mit der preisgekrönten Buzzfeed-Journalistin Juliane Löffler – der einzigen offiziellen LGBTI-Redakteurin eines nicht-queeren Mediums – zu Gast im vierten QUEERKRAM-Podcast von Johannes Kram.
Links zu Themen der Folge:
Stephanies Buch "Lesben raus!"
Julianes Recherche zur Gesundheitsversorgung
Johannes Blogbeitrag zu digitalen CSDs:
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