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In der aktuellen Folge von „Continent“ geht es um die Mediensituation in Italien. Golli Marboe spricht dazu unter Anderem mit dem Leiter von RAI Südtirol, mit Markus Perwanger. Das deutschsprachige Programmangebot der RAI kann man als europaweites „best practice“-Medienprojekt im Umgang mit Volksgruppen bezeichnen. Außerdem kommt der in Rom lebende und arbeitende Filmproduzent Ferdinand Dohna zu Wort. Er beschreibt die Unterschiede zwischen Fernsehalltag im deutschsprachigen zum italienischen Raum und wieviel Einfluss da immer noch von Silvio Berlusconi ausgeht.
RESOUND bedeutet vieles: Suche nach dem ursprünglichen Klang eines jeden Werks. Aufführung auf den Instrumenten, in den Orchesterbesetzungen, auch in den Konzerträumen der Entstehungszeit, aber natürlich Interpretation durch uns heutige Menschen in all unserer subjektiv persönlichen Deutung.
Schon ab 1990 hat Martin Haselböck mit seinem Orchester Wiener Akademie die großartigen Werke des österreichischen Barock unter dem Titel MUSICA IMPERIALIS in der Wiener Hofmusikkapelle (dem Ort ihrer Uraufführung) eingespielt. Diese Aufnahmen sind nun remastered in einer großangelegten CD-Edition neu erschienen. In den heurigen RESOUND-Sendungen werden sie – gemeinsam mit Liszt und Beethoven – das Programm des Jahres bestimmen.
In der ersten Sendung steht mit Musik von Johann Heinrich Schmelzer, Heinrich Ignaz Franz Biber und Johann Kaspar Kerll österreichischer Barock im Mittelpunkt.
Im Oktober 2021 hatte Benjamin Brittens „Peter Grimes“ im Theater an der Wien großen Erfolg. Gestern nahm die Staatsoper die Christibe Mielitz-Inszenierung aus dem vorigen Jahrhundert (Premiere 12.2.1996) wieder in den Spielplan auf. Von der Oktober-Premiere an der linken Wienzeile war Richard Schmitz begeistert. Wie war es gestern am Ring?
Die Inszenierung von Christine Mielitz widmet sich vor allem der Charakterisierung der vielen Figuren, vor allem der des Peter Grimes. Die Kostüme unterstützen das sehr gut. Das Bühnenbild stört nicht. Auch in der Wiener Staatsoper stand daher der Sänger der Titelrolle im Mittelpunkt. Jonas Kaufmann legte den Peter Grimes grundlegend anders an. Da war kein dumpfer Gewaltmensch zu sehen, sondern ein vom Pech verfolgter sentimentaler, im Grunde gutmütiger Fischer, der für seine Heirat Geld scheffeln wollte und in der Dorfgemeinschaft aneckt. Diese Charakterambivalenz erfüllt Jonas Kaufmann mit all seinen künstlerischen Ausdrucksfacetten. Da gibt es herbe Töne, aber auch lyrische Legatobögen, klare Spitzentöne und verhaltenes Piano. Lise Davidsen als Ellen Orford kann da mit ihrer großen, noch ungeschliffenen Stimme nicht ganz mithalten. Wenn sie an der Differenzierung ihres Ausdrucks arbeitet, wird das noch eine der ganz Großen des Sopranfaches. Eine verhuschte Dorfschullehrerin ist sie natürlich nicht. Bryn Terfel als Balstrode zur Verfügung zu haben, ist ein großes Glück. Die unverrückbare Treue dieser Figur wird da deutlich. Auch die anderen Rollen haben bei Christine Mielitz eigene Charakterisierungen, die etwa Thomas Ebenstein als betrunkener Sektierer und Stephanie Houtzeel als kapriziöse, drogensüchtige Sedley voll ausspielen. Auch die anderen, Wolfgang Bankl, Noa Beinart, Ileana Tonca und Aurora Marthens als ungleiches Nichtenpaar, Carlos Osuna geben ihren Rollen ein eigenes Profil. Die Feinheiten des Feministinnenquartetts kommen vor dem Vorhang besonders intensiv zur Geltung. Die Widersprüchlichkeit der Haltung der Dorfbevölkerung wird durch den exzellenten Chor klar zum Ausdruck gebracht. Zurecht wurden auch Simone Young und das Staatsopernorchester am Ende bejubelt. benjamin Brittens Zwischenspiele, die richtige Klangjuwele sind, konnte man ohne Ablenkung genießen. Philharmonische Höhepunkte. Jonas Kaufmann hat seinen Fans bewiesen, dass er auch aus komplexeren Opernrollen menschliche Figuren machen kann.
PS: Ich bin froh, dass meine Frau und ich das erleben konnten. Noch am Nachmittag war das gar nicht so sicher. Unsere PCR-Tests sind erst nach 36 Stunden während der Vorstellung eingetroffen. Erfreulicherweise wurde ein aktueller Antigen-Test akzeptiert.
Es war ein großer Opernabend, der der Wiener Staatsoper und seinem jubelnden Publikum alle Ehre macht.
Wertnote: 9,3/10 Punkten!
Im Jänner 2021 hätte die Produktion des Musicals „Miss Saigon“ Premiere im renovierten Raimund Theater feiern sollen. Doch Pandemie bedingt gab es mehrere Verschiebungen. Gestern, am 23. Jänner, ein Jahr später, war es endlich soweit. Die radio klassik Stephansdom Musical-Expertin Lilo Bellotto berichtet:
Miss Saigon ist ein opernhaft arrangiertes Schicksals-Drama, gehört zu den erfolgreichsten Produktionen seines Genres und erhielt viele renommierte Preise. Die aktuelle Neuinszenierung von Regisseur Laurence Connor ist nach London und New York nun in Wien zu sehen. Für die neue deutsche Fassung zeichnet textlich ein großer Könner verantwortlich, Michael Kunze. „Miss Saigon“ hat die gleiche Geschichte wie die Oper „Madama Butterfly“ von Giacomo Puccini, dazu kommt die Mischung aus der ergreifenden Musik von Claude-Michel Schönberg, gekonnter Choreographie und Lichtregie. Eindrucksvoll die Bühnentechnik: im 2. Akt kreist ein Hubschrauber akustisch über den Zuschauerinnen und Zuschauern und landet tatsächlich visuell auf offener Bühne, um in letzter Minute GIs in ihre Heimat Amerika zu fliegen. Zu sehen ist hier das legendär gewordene Ende des Vietnamkriegs: 1975 evakuierten Hubschrauber am 30. April die letzten Amerikaner vom Dach der Botschaft. Die dramatische Liebesgeschichte zwischen dem 17-jährigen vietnamesischen Mädchen Kim und dem GI Chris spielt in den letzten Wochen dieses Krieges in Saigon. Sie begegnen einander im Treiben der Bar „Dreamland“, verlieben sich, und sehen eine gemeinsame Zukunft in Amerika. Kurze Zeit später werden sie getrennt. Die Geschichte nimmt ein tragisches Ende wie in Puccinis Oper „Madama Butterfly“.
Die Solistinnen und Solisten sind stimmlich und darstellerisch ausgezeichnet: Christian Ray Marbella in der schillernden Figur des Barbesitzers, genannt „Engineer“, die sich durch das ganze Stück zieht. Berührend Vanessa Heinz als junge Kim, überzeugend in seinem Zwiespalt Oedo Kuipers als Chris und glaubhaft Abla Alaoui als seine Frau Ellen. Perfekt James Park als zurückgewiesener Verehrer Thuy, Gino Emnes als Chris Freund John und ebenso das gesamte Ensemble.
Intendant Christian Struppek hat mit „Miss Saigon“ im Raimundtheater nicht nur einen eindrucksvollen Abend geboten, sondern auch eine großartige Show. Das Publikum gab Standing Ovations.
Wer morgens in Wien den Donaukanal entlangspaziert, der entdeckt dort auch im Winter einen Schwimmer: Josef Köberl nutzt den Weg ins Büro fürs sportliche Training. Der 45-Jährige ist leidenschaftlicher Eisschwimmer. Aufgewachsen ist er im Salzkammergut, vor der Haustür lag der Grundlsee.
2015 durchschwamm er in 14,21 Stunden den Ärmelkanal. Zwei Stunden, 30 Minuten und 53 Sekunden verbrachte er 2020 in einer Eisbox. Und in 38 Minuten und 32 Sekunden durchkämmte er 2021 das Wasser einer Gletscherspalte in Hintertux.
Hunderte Menschen hat Josef Köberl mittlerweile außerdem bereits ins kalte Wasser begleitet. „Ich möchte das jeden erleben lassen.“
Doch warum zieht es einen überhaupt hinein, ins eisige Nass?
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 23. Jänner 2022.
Lukas 1, 1-4 + 4, 14-21
Heute geht es um den Anfang, in zweifacher Hinsicht: um den Anfang des Lukasevangeliums und um den Anfang des öffentlichen Lebens Jesu. Es ist immer interessant, nachzuforschen, wie etwas anfing, eine Liebesbeziehung, eine Berufslaufbahn, eine politische Entwicklung. Oft hilft es, spätere Situationen besser zu verstehen.
Gestern wurde an der Wiener Staatsoper Peter Iljitsch Tschaikowskys „Pique Dame“ in der Inszenierung von Vera Nemirova wieder aufgenommen. radio klassik Stephansdom Opernexperte Richard Schmitz war auch diesmal wieder dabei.
Die Premiere war im Oktober 2007 und hat sich im Repertoire bis 2015 gehalten. Damals sangen Martina Serafin und Neil Shicoff das Liebespaar, Seiji Ozawa hat dirigiert. Das war gestern ein packender unsentimentaler Tschaikowsky. Valery Gergiev ist im russischen Repertoire authentisch. Spannend wurde es erst nach der Pause, da kamen auch die Sängerinnen und Sänger besser in Fahrt. Wendepunkt war der Monolog der Gräfin. Nicht zu Unrecht stellt sie fest: „Was ist das für eine Welt! Die können sich nicht einmal amüsieren.“ Olga Borodina macht mit eindringlichen Pianomelismen und mit herrischen Befehlen viele ihrer Vorgängerinnen in dieser Rolle vergessen. Elena Guseva kann aus der Lisa kein unschuldiges junges Mädchen machen; aber sie bewältigt die Partie mit Anstand. Ihre Arie erntet Szenenapplaus. Ihr geliebter Hermann ist ja nicht gerade ein Sympathieträger. Da ist es zu akzeptieren, dass er keine schöne Stimme hat. Die manische Spielsucht in den letzten Szenen geraten deshalb dramatisch und glaubwürdig. Fürst Jeletzki Boris Pinkhasovich begeistert mit seiner Arie das Publikum. Das übrige Ensemble sorgte für einen gelungenen Ablauf des Abends. Vera Nemirovas Regie hat ihre Repertoiretauglichkeit ja schon bewiesen. Die immer noch üblichen Tricks, wie Sopranistin bloßfüßig im Negligé oder Transgenderfiguren in den Tanzszenen regen heute niemanden mehr sonderlich auf. Auch dass sich Lisa nicht in die Newa stürzt sondern in ein Meer von Regenschirmen ist nicht mehr bemerkenswert. Im ersten Bild geht die wunderbare Frühlingsmusik von Tschaikowsky im Schlafsaal eines Kinderinternats vollkommen unter. Enttäuschend nach wie vor das Einheitsbühnenbild von Johannes Leiacker und die Kostüme von Marie-Luise Strandt.
Es ist zu erwarten, dass in den Folgevorstellungen nicht nur der Chor und das Staatsopernorchester schon in den ersten drei Bildern zu Hochform auflaufen, sondern auch die Solisten auch vor der Pause ihre Qualitäten ausspielen.
Herzlicher Applaus, der aus Gründen der Sperrstunde durch das Senken des Vorhanges verkürzt wurde..
Wertnote: 7,9/10 Punkten
2008 inszenierte Martin Kušej, nun mehr Burgtheaterdirektor, Igor Strawinskys The Rake’s Progress im Theater an der Wien. Am Ende der Direktion von Roland Geyer stand gestern Giacomo Puccinis Allzeit-Hit Tosca in Kušejs Lesart zur Premiere bereit. Das Publikum war gespannt. Musikchefin Ursula Magnes ebenso.
Tosca. Dazu haben viele Opernfreundinnen und -freunde ähnlich wie bei Carmen oder Aida eine gewisse Vorstellung oder zumindest lieb gewonnene Erinnerungen an vergangene Opernaufführungen, fein sortiert im Karteikästchen des Erlebten. Tja, diese Tosca von Puccini nach dem Drama von Victorien Sardou – was bleibt, wenn der Regisseur die Kirche als Ort, den Palazzo Farnese und die Engelsburg in Rom mit Dauerschnee, einem zentralen Kreuzes- und Schmerzensbaum mit zerstückeltem Opfer samt Marterl, und einen Wohnwagen bespielt? Was bleibt im Stück? Kälte, Gewalt, Eifersucht, Macht, sexuelle Bedrängnis, Religion und das heutige Leben mit Kapitolstürmern, Querdenkern, Polizeigewalt und dazwischen eingequetscht zwei Künstler: der Maler Mario Cavaradossi und die Sängerin Floria Tosca.
Damit ist das Publikum zwei intensive Stunden ohne Pause konfrontiert. Mit der punktgenauen, nie zögerlichen Musik Puccinis ergibt das eine Hochschaubahn der Gefühle und innerer Gedankenwelt. Keiner der drei Protagonisten entkommt seinem Schicksal: Der Maler ermalt keine Freiheit, die Sängerin ersingt keine Liebe und der Polizeichef verfehlt trotz sadistischer Machtausübung sein Ziel. Ein brutales Kammerspiel, in dem Martin Kušej diese Gewalt mit Versatzstücken wie fliegenden Körperteilen und sehr zupackendem Schauspiel vor Augen führt.
Dazu braucht es ein Ensemble, das das auch kann! Kristine Opolais ist eine erfahrene Tosca. Sie genießt es sichtlich an ihre Grenzen zu gehen; stimmlich wie darstellerisch. Im Gegensatz zum Original, wird sie am Ende durch die Gräfin Attavanti, dargestellt durch die Schauspielerin Sophie Aujesky, erschossen. Wohl auch mangels Engelsburg, um in den Tiber zu springen… Getötet vom Gift der Eifersucht, das Polizeichef Scarpia geschickt verstreut. Ihr „Vissi d’arte, vissi d’amore“ wird zur verzweifelten Anklage zwischen Scarpia und Gott. Der junge chilenische Tenor Jonathan Tetelman lockte wohl einige prominente Operndirektoren ins Theater an der Wien. So kraftvoll, geradezu strotzend hat man „Recondita armonia“ schon lange nicht mehr gehört. Und im Wechselspiel mit dem Soloklarinettisten des RSO Wien gelang auch „E lucevan le stelle“ ausgesungen und stark. Kein Hauch der Erinnerung – vielmehr Höhe und Kraft in der Tenorstimme wie es die Rolle verlangt.
Gábor Bretz unschuldig schick elegant in weiß gekleidet sang einen zutiefst unsympathischen, heimtückischen Polizeichef Scarpia. Eine tolle Leistung. Marc Albrecht hat das Dirigat in der Probenarbeit relativ spät vom erkrankten Ingo Metzmacher übernommen. Da ist in den fünf Folgevorstellungen sicher noch einiges an musikalischen Feinheiten drin. Die Schnellkraft der Partitur Puccinis ist gegeben. Sie schrammt an genialer Filmmusik und weist damit anno 1900 weit in die Zukunft. Das Publikum beklatschte die Sänger und Musiker. Gestärktes Buh für Martin Kušej. Fazit: unbedingt anschauen.
Der Wiener Rabbiner im Porträt. Eine Sendung anlässlich des Tags des Judentums. In der Sendung geht es um seine Tätigkeit für die Wiener jüdische Gemeinde, aber auch über Antisemitismus in der Gesellschaft, sowie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Christentum und Judentum.
Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 16. Jänner 2022.
Johannes 2,1-11
Die Hochzeit ist nach wie vor das große „Event“. Da hat sich nicht viel geändert seit der Zeit Jesu. Sie wird gründlich und genau vorbereitet. Heute gibt es professionelle „Hochzeitsplaner“, die eigens dafür ausgebildet sind. Schon zur Zeit Jesu war es üblich, dass jemand für das Hochzeitsmahl und seine Gestaltung verantwortlich war. Hochzeit ist ein einzigartiges Ereignis im Leben zweier Menschen.
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