Interpreten: Jermaine Sprosse
Nachdem sich der Basler Pianist Jermaine
Sprosse bisher eingehend mit der Klaviermusik von Carl Philipp Emmanuel Bach
und dessen Umfeld beschäftigt hat, ist es auf seinem aktuellen Album das
Klavierwerk eines anderen großen Bachsohnes, nämlich Johann Christoph Friedrich
Bach. Michael Gmasz verrät wieder mehr über unsere CD der Woche.
dem Komponisten Johann Sebastian Bach 20 Kinder mit seinen beiden Ehefrauen
beschieden, wobei etwa die Hälfte noch vor dem dritten Lebensjahr verstorben
ist. Von elf Söhnen erreichten sechs das Erwachsenenalter und davon wurden
wiederum vier ebenfalls Komponisten von Weltrang. Wilhelm Friedemann, auch „Dresdener
Bach“ genannt, Carl Philipp Emanuel, der „Hamburger Bach“, Johann Christian,
auch als „Mailänder Bach“ oder „Londoner Bach“ bezeichnet und schlussendlich unser
heutiger CD der Woche Bach, Johann Christoph Friedrich, der sogenannte „Bückeburger
schweizer Pianist Jermaine Sprosse hat sich akribisch mit Leben und Werk des „Concertmeisters
zu Bückeburg“ auseinandergesetzt, hat sowohl Noten als auch biographische
Quellen studiert und ist mit diesem Album zu einem ausgesprochen
facettenreichen Ergebnis gekommen. Sprosse spielt dabei einen Johann Haselmann
Hammerflügel von 1805 aus der Sammlung Romeo Ciuffa, der es ihm erlaubt, die
Musik aus der späten Schaffensphase Johann Christoph Friedrich Bachs mit all
ihren Ausdrucksformen, Affekten und stilistischen Nuancen möglichst original ins
Heute zu transferieren. Inklusive einer kleinen, aber feinen selbstkomponierten
Fantasie mit dem Titel J.C.F. Bachs Empfindungen, um sich auch auf die Spuren
des nicht in Noten überlieferten Improvisators zu machen. Ein rundum
gelungenes, mit vielen wissenswerten Informationen aufbereitetes, Album, das
uns den in unseren Breiten eher unbekannteren „Bachsohn“ Johann Christoph
Friedrich ein wenig näherbringt. (mg)