radio klassik Stephansdom - kurz & knackig

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radio klassik Stephansdom - kurz & knackig episodes

  • Bösendorfer Klaviermanufaktur: Rastenbau

    Besuch in der Bösendorfer Klaviermanufaktur. Seit 1828 besteht diese Wiener Klavierbautradition und seit 1973 wird in Wiener Neustadt produziert. Es führt uns Produktionsleiter Ferdinand Bräu durch die Manufaktur und erklärt uns, wie ein Bösendorfer-Flügel entsteht. Wir widmen uns dem Rastenbau.

    2 min
  • Bösendorfer Klaviermanufaktur: Holz

    Besuch in der Bösendorfer Klaviermanufaktur. Seit 1828 besteht diese Wiener Klavierbautradition und seit 1973 wird in Wiener Neustadt produziert. Es führt uns Produktionsleiter Ferdinand Bräu durch die Manufaktur und erklärt uns, wie ein Bösendorfer-Flügel entsteht. Zu Beginn dreht sich alles um das Thema Holz.

    2 min
  • Aus dem Kulturforum Kiew

    Im aktuellen Auslandskulturjournal kommt Ulf Hausbrandt zu Wort, der in den vergangenen Wochen an der ukrainisch-polnischen Grenze war. Er ist Leiter des Österreichischen Kulturforums in Kiew.

    6 min
  • La Cage aux Folles

    Gestern hatte an der Wiener Volksoper das Musical „La Cage aux Folles“ von Jerry Herman Premiere. Unser Musiktheaterliebhaber Richard Schmitz berichtet.

    „La Cage aux Folles“ kann man als Narrenkäfig übersetzen, der oft verwendete Titel „Ein Käfig voller Narren“ führt etwas in die Irre. Schließlich geht es um die Überwindung von Vorurteilen und um Toleranz. Das homosexuelle Paar George und Albin hat Jean-Michel, den Sohn von George aus einer früheren Beziehung, aufgezogen. Als sich dieser ausgerechnet in die Tochter eines politisch aktiven Schwulenhassers verliebt, kommt es zu Verwicklungen als die beiden Familien zum ersten Mal aufeinandertreffen. Zuletzt muss der sture Vater doch nachgeben und der Hochzeit seiner Tochter zustimmen. Melissa King inszeniert das zurückhaltend und das ist gut so. In einer Zeit in der LGBTIQ+ (das ist die Aufzählung von Minderheiten, die nicht heterosexuell ausgerichtet sind) heiß diskutiert wird, sollte das primitive Lachen über Schwulenwitze vorbei sein. Drew Sarich ist in Wien aus vielen Musicalproduktionen im Ronacher bekannt. Er spielt den Albin überzeugend, für seine Auftritte als Drag-Queen Zaza hat er erfolgreich bei seiner Frau das Gehen und Tanzen in Stöckelschuhen gelernt. Das Schwanken in seiner Liebe zu seinem Partner Albin und seinem Sohn Jean-Michel bewältigt Viktor Gernot mit Bravour. Seine feine Ironie, die ich an ihm so liebe, kann er in dieser Rolle leider nicht ausspielen. Oliver Liebl und Juliette Khalil sind das junge Paar. Die undankbare Rolle des politisch illiberalen Vaters spielt Hausherr Robert Meyer. Viele Pointen hat er da nicht. Das Ensemble der Wiener Volksoper singt und tanzt sich durch die tumultöse Handlung. Bühnenbild und Kostüme sind trashig und entsprechen so dem Gesamtbild. Das soll nicht heißen, dass sie auf den Müllhaufen gehören, sondern darauf hindeuten, dass die Wiederverwertung im Vordergrund steht. Das Orchester unter der Leitung von Lorenz C. Aichner bemüht sich um die schwungvolle aber wenig einfallsreiche Musik.

    Es war ein vergnüglicher Abend von hoher Professionalität, der auch zum Nachdenken anregt. Karl-Heinz Hackl und Frank Hoffmann haben sich seinerzeit viel „tuntiger“ verhalten und wären heute wohl peinlich. Für die herzlichen Lacher musste sich weder man noch frau nachher genieren. Das Premierenpublikum war begeistert.

    Wertnote: 8,7/10 Punkten

    4 min
  • Martina Schloffer

    Sie weiß, wie es sich anfühlt, in einem Kriegsgebiet aufzuwachen. Sie weiß, wie man sich zu verhalten hat, wenn geschossen wird. Und wo die Grenze liegt, zwischen der Hilfe für andere und dem Selbstschutz. Martina Schloffer arbeitet seit über 25 Jahren für das Österreichische Rote Kreuz. Ihren ersten internationalen Einsatz hatte sie im Kosovo-Krieg 1999. Nachhaltig und tiefgehend geprägt hat sie ihre Hilfs-Tätigkeit im Irak-Krieg 2003. Auch im Libanon und in Eritrea hat sie in Konfliktgebieten humanitäre Hilfe geleistet. Und immer wieder war Martina Schloffer auch im Krisenmanagement nach Naturkatastrophen tätig: in Haiti nach dem Erdbeben, nach dem Tsunami auf Sri Lanka oder dem Taifun auf den Philippinen. „Man stumpft nicht ab, im Gegenteil – heute geht mir jedes Einzelschicksal noch näher als in meinen Anfangsjahren.“

    Heute ist Martina Schloffer stellvertretende Leiterin des Bereiches Einsatz und internationale Zusammenarbeit beim Österreichischen Roten Kreuz. Unermüdlich setzt sie auf ihren Glauben an das Gute – auch im Ukraine-Krieg: „Man darf angesichts der großen Probleme, die wir sehen, nicht verzweifeln. Jeder von uns kann im Kleinen einen Unterschied machen. Jeden Tag.“

    26 min
  • Evangelium, 27. März 2022

    Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 27. März 2022.

    Lukas 15, 1-32

    Zweifellos ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn das schönste und  berührendste Gleichnis Jesu. Es ist meisterhaft erzählt, spannend vom  ersten bis zum letzten Wort. Die Geschichte ist bekannt: Der jüngere von zwei Söhnen fordert vom Vater die Auszahlung seines Erbteils. Der Vater  gibt dieser eigentlich unverschämten Forderung nach und zahlt ihn aus. Bald hat der Sohn sein Erbteil in einem fernen Land verschleudert und  gerät in große Not. Da besinnt er sich. Es ist noch keine echte Reue,  sondern die praktische Überlegung: Zu Hause gibt es wenigstens etwas zu essen!

    12 min
  • Simon Stone: Wozzeck

    Gestern konnte an der Wiener Staatsoper Alban Bergs „Wozzeck“ ohne Probleme über die Bühne gehen. Mit Spannung wurde das Debüt von Christian Gerhaher in der Titelrolle  erwartet. Der radio klassik Stephansdom Opernliebhaber Richard Schmitz berichtet.

    Simon Stone erklärt in seinem Interview im Programmheft Wozzeck eindeutig zum Frauenmörder. Da hat er georg Büchner und seine Intention nicht verstanden. Da geht es um die Frage der Verurteilung eines geistesgestörten Täters und um die Frage, ob er zurechnungsfähig gewesen sei. Georg Büchner hat ja eine jahrzehntelange Diskussion ausgelöst, die zu unserem heutigen humanen Strafrecht geführt hat. Für Simon Stone ist er lediglich ein „sonderbarer Mensch“, der uns täglich begegnen kann. Aus diesem Missverständnis muss Christian Gerhaher einen unbeholfenen Loser gestalten. Die Szenen des Wahnsinns werden nicht herausgearbeitet. Die Demütigungen sind bis auf die Doktorstelle kaum wahrnehmbar. Vor allem die verbalen werden von den Sängern kaum pointiert. Da muss man sich aufs Mitlesen konzentrieren. Großartig ist die Drehbühne von Bob Cousins. Da gibt es herrliche Ideen, etwa wenn das Gespräch zwischen Wozzek und Andres beim Anstellen im Arbeitsamt stattfindet. Oder wenn Doktor und Hauptmann Wozzeck in einem Fitnessstudio über den Seitensprung seiner Marie informieren. Stimmiger sind die Obdachlosen in der U-Bahnstation Simmering. Weniger schlüssig scheint, dass Marie und Wozzeck trotz ihrer Armut in einer 4-Zimmer Wohnung mit Bad, Kinderzimmer, Eiskasten und Wäschetrockner hausen. Die Armut besteht offenbar darin, dass sie keinen Fernseher haben. Auch warum Wozzecks Leiche in den Bühnenhimmel emporschwebt, bleibt unbegreiflich. Die Kostüme von Alice Babidge & Fauve Ryckebusch sind unauffällig. Nur in der Kneipenszene tragen alle Tierkostüme. Warum?

    Christian Gerhaher versucht mit seinen stimmlichen Mitteln und seiner Ausdrucksfähigkeit den Menschen Woyzeck zu gestalten. Das ist imponierend! Auch Anja Kampe singt die Marie mit vollem Einsatz, lässt aber kalt. Am ehesten gelingt noch die liebende Mutter. Jörg Schneider als Hauptmann flieht allzu oft ins Falsett. Dmitry Belosselsky sollte ebenfalls deutlicher akzentuieren. Sean Panikkar ist verlässlich, nicht mehr. An Max Lorenz in dieser Rolle an Karl Dönch oder Peter Klein in den anderen, darf man gar nicht denken. Die haben gewusst, dass sie einen Büchner-Text singen. Auch Philippe Jordan weiß um die Bedeutung dieser exemplarischen Oper und führt das Staatsopernorchester durch Dramatik und Lyrik.

    Bemerkenswerterweise wurde der durchaus freundliche Schlussapplaus durch Senken des schwarzen Vorhangs künstlich verkürzt. Die Inszenierung hat den Woyzeck von Georg Büchner missverstanden. Hat kaum provoziert und daher nur wenige Pfiffe geerntet. Zum Nachdenken über soziale Demütigung und Femizid hat sie nicht angeregt. Die Überführung in die Gegenwart ist für mich, Richard Schmitz, leider misslungen.

    Eine vergebene Chance für eine wichtige Wiener Oper.

    Wertnote: 7,8/10 Punkten

    4 min

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