Gradmesser

Raus aus Russlands Gas - aber wie?


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Deutschland setzte bei der Energiewende voll auf russisches Gas. Nach Putins Angriff auf die Ukraine ist das hinfällig. Über fossile Abhängigkeiten und Alternativen.

Deutschlands wichtigster Importpartner für Öl, Steinkohle und vor allem Erdgas ist – Russland. Rund 57 Prozent des hierzulande verwendeten Gases kommt aus russischen Quellen, Gas deckt insgesamt ein Viertel des deutschen Energiebedarfes. Für die kommenden Jahre hätte das noch mehr werden können, denn Erdgas hat bisher in den deutschen Plänen zur Energiewende eine entscheidende Rolle als Brückentechnologie eingenommen. Zumindest, bis Wladimir Putin am 24. Februar einen brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hat.

EU und USA haben inzwischen weitreichende Sanktionen gegen Russland und die russische Führung erlassen. Ausgespart aber bleibt das Öl- und Gasgeschäft. Auch die Gazprom-Bank ist nicht, wie andere russische Banken, vom internationalen Zahlungssystem Swift ausgeschlossen, so dass zum Beispiel Deutschland weiter für Gas und Öl aus Russland zahlen kann. Mindestens indirekt wird dadurch auch der russische Krieg gegen die Ukraine finanziert. Auch deshalb werden Forderungen laut, jetzt möglichst schnell aus dem russischen Gas „auszusteigen“. Andererseits könnte auch Wladimir Putin selbst beschließen, die Lieferungen einzustellen.
So oder so fragt sich: Kommt Deutschland, kommt die EU los von russischem Gas – und wie sieht es mit der Energiewende aus? Antworten darauf hat im Podcast Andreas Löschel. Andreas Löschel ist Leitautor des Weltklimarates, Professor für Umweltökonomik und Nachhaltigkeit in Bochum. Und – besonders spannend in diesen Zeiten – er leitet die Expertenkommission "Energie der Zukunft" der Bundesregierung.
Das größte Problem der fossilen Energieträger wie Erdgas, Öl und Kohle ist aber unabhängig von deren Herkunft die Unmengen an Treibhausgasen, die bei Förderung und Verbrauch entstehen. Wie lebensbedrohlich die durch die immer weiter steigenden CO2- und Methan-Emissionen weiter voranschreitenden Klimakrise bereits ist, hat der Weltklimarat am 28. Februar im zweiten Teil des sechsten IPCC-Sachstandsberichts dargelegt.
Hans-Otto Pörtner, Ko-Vorsitzender der IPCC-Arbeitsgruppe und Meeresbiologe am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, geht im Podcast auf die aktuelle Emissionsentwicklung ein.
Fragen, Kritik oder Anregungen könnt Ihr gerne an [email protected] schicken. Wir freuen uns darauf.

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