Was konstant bleibt, wann, wo und warum Neues beginnt und das Alte verändert, ist das Hauptinteresse von Karl Müller: in der Literaturgeschichte, der Gesellschaft und beim Individuum. Die Vergangenheit ist nicht vergangen, sie bleibt präsent in neuen Zusammenhängen. Er wuchs in bäuerlich-proletarisch-kleinbürgerlichem Milieu auf und übernahm stellvertretend für seinen Vater die Rolle des "Gelehrten" in der Familie. Früh wurde für ihn Literatur ein Guckloch in die Welt, früh begriff er, dass Populär- und Volkskultur sowie sogenannte Hochkultur verschiedene Seiten eines Ganzen sind, eine Erkenntnis, die bis heute in seine Forschung und Lehre einfließt.