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Ruhepol Folge 100
Albert Camus’ „Die Pest“ – Vom Absurden und der Entscheidung, menschlich zu bleiben
Was bleibt vom Menschen, wenn die gewohnte Ordnung zerfällt?
Albert Camus’ 1947 erschienener Roman Die Pest erzählt von einer Epidemie in der algerischen Stadt Oran. Doch die Krankheit bildet nur die sichtbare Ebene einer Erzählung, die weit darüber hinausweist.
Camus schreibt über das Absurde: über den menschlichen Wunsch nach Sinn und eine Welt, die keine verlässlichen Antworten gibt. Über Krankheit und Tod, Freiheit und Verantwortung, Verdrängung und Widerstand. Und über die Frage, weshalb wir solidarisch handeln sollten, obwohl uns niemand verspricht, dass das Gute am Ende gewinnt.
Die Pest lässt sich zugleich als politische Allegorie auf Faschismus, Besatzung und die Erfahrung des Widerstands lesen. Camus, selbst während des Zweiten Weltkriegs im französischen Widerstand aktiv, beschreibt eine Gesellschaft im Ausnahmezustand: Einige verdrängen die Gefahr, andere arrangieren sich mit ihr, manche profitieren – und andere entscheiden sich, ihr entgegenzutreten.
Im Mittelpunkt steht dabei keine heroische Erlösung, sondern eine bemerkenswert nüchterne Form von Menschlichkeit: helfen, weil ein anderer Mensch Hilfe braucht. Handeln, obwohl der Ausgang ungewiss ist.
In dieser Folge von RUHEPOL geht es deshalb auch um eine andere Vorstellung von innerer Balance. Nicht als Zustand vollkommener Harmonie, sondern als Haltung gegenüber einer Welt, die widersprüchlich und nicht vollständig kontrollierbar bleibt.
Vielleicht liegt darin die bleibende Aktualität Camus’: Die Welt garantiert uns weder Gerechtigkeit noch Sicherheit oder Sinn. Aber sie nimmt uns damit nicht die Verantwortung für unsere Entscheidungen.
Wenn wir nicht bestimmen können, was uns widerfährt – können wir dennoch entscheiden, wer wir sein wollen, wenn es geschieht?
Eine Folge über Albert Camus, das Absurde, Solidarität, Widerstand und die schwierige Kunst, in einer unberechenbaren Welt menschlich zu bleiben.
RUHEPOL – Dein Podcast für Inspiration und innere Balance.
RUHEPOL Folge 99
Einsam-Macher
Einsamkeit ist mehr als das Fehlen persönlicher Beziehungen. Sie kann dort entstehen, wo Menschen das Gefühl verlieren, gesellschaftlich dazuzugehören, gehört zu werden oder überhaupt noch eine Rolle zu spielen.
In dieser Folge von RUHEPOL richtet Ines Georgescu den Blick deshalb auf eine oft übersehene Dimension von Einsamkeit: ihre gesellschaftlichen und politischen Ursachen.
Welche Folgen haben politische Entscheidungen für unseren sozialen Alltag? Was geschieht, wenn Chancengleichheit im Erwachsenenleben zur Theorie wird, wirtschaftliche Unterschiede zunehmend über gesellschaftliche Teilhabe entscheiden und politische Debatten Menschen eher in Lager aufteilen, als miteinander ins Gespräch zu bringen?
Auch der wachsende Zuspruch für politische Angebote jenseits der traditionellen Mitte wird dabei als gesellschaftliches Signal betrachtet: Was steckt hinter dem Gefühl, von bestehenden Strukturen nicht mehr ausreichend gesehen oder vertreten zu werden? Und wann wird aus politischer Polarisierung soziale Entfremdung?
Die Folge führt von Chancengleichheit und sozialer Ungleichheit über Zugehörigkeit und gesellschaftliche Isolation bis zu einer grundlegenden Frage:
Was hält eine Gesellschaft eigentlich zusammen?
Denn Politik lässt sich nicht ausschließlich an Wirtschaftsdaten, Haushalten, Wohnungszahlen oder Statistiken messen. Ihre Wirkung zeigt sich auch darin, ob Menschen Zugang zu gesellschaftlichem Leben finden, ob Begegnung möglich bleibt und ob sie die Erfahrung machen: Ich gehöre dazu.
Eine Folge über Politik – aber vor allem über Menschen. Über Zugehörigkeit, Entfremdung und die gesellschaftlichen Bedingungen.
RUHEPOL – Dein Podcast für Inspiration und innere Balance
🎙️ Ruhepol Folge 98
Wahrer Luxus ist Zeit
💖 Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
Was bedeutet Luxus heute eigentlich?
Ein besonderes Hotel, eine weite Reise, Mode, Schmuck oder ein schönes Zuhause können unser Leben bereichern. Doch vielleicht gibt es einen Luxus, der zunehmend kostbarer wird und sich trotzdem nicht einfach kaufen lässt: die Freiheit, über die eigene Zeit bestimmen zu können.
Ein Morgen ohne Wecker. Ein Nachmittag ohne Termine. Ein Spaziergang ohne Ziel. Ein Kaffee, bei dem wir nicht auf die Uhr schauen. Oder die Freiheit, einen Anruf auch einmal nicht anzunehmen.
In dieser Folge von Ruhepol geht es um Zeitautonomie und eine neue Vorstellung von Wohlstand. Denn in einer Welt permanenter Erreichbarkeit kann gerade das Nicht-Verplant-Sein zu etwas Besonderem werden.
Wir sprechen darüber, warum Beschäftigtsein lange als Statussymbol galt, weshalb freie Zeit etwas anderes ist als selbstbestimmte Zeit und warum wir inzwischen sogar unsere Erholung häufig optimieren.
Und wir stellen eine vielleicht unbequeme Frage: Wie viel unseres Lebens gehört eigentlich noch uns selbst?
Denn Geld und Besitz verlieren für manche Menschen einen Teil ihrer beeindruckenden Wirkung, wenn sie erkennen, dass ein anderer Wert viel schwieriger zu bekommen ist: die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie man seine begrenzte Lebenszeit verbringt.
🌿 In dieser Folge:
• Warum sich unsere Vorstellung von Luxus verändert
📚 Buchtipps zur Folge
Seneca – „Von der Kürze des Lebens“
Oliver Burkeman – „4000 Wochen: Das Leben ist zu kurz für Zeitmanagement“
Jenny Odell – „Nichts tun“
Erling Kagge – „Stille. Ein Wegweiser“
✨ Gedanke zum Mitnehmen
Vielleicht sollten wir Wohlstand gelegentlich auch mal anders messen.
Nicht nur:
Was kann ich mir leisten ?
Sondern:
Wie frei kann ich über meine Zeit entscheiden?
Denn wir können Geld verdienen, Dinge besitzen und Termine organisieren. Aber die Stunden eines vergangenen Tages bekommen wir nicht zurück.
Vielleicht ist deshalb ein leerer Platz im Kalender manchmal wertvoller als ein weiterer Termin.
💖 Danke, dass ihr bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance dabei seid.
Vielleicht schenkt ihr euch heute etwas, das keinen Preis braucht: eine Stunde, die niemandem gehört außer euch selbst.
Denn manchmal ist der größte Luxus nicht das, was wir besitzen.
Sondern der Moment, in dem unsere begrenzte Zeit auf Erden wieder uns gehört.
🎙️ Ruhepol – Folge 97
Rückenschmerzen? Spazieren wir sie weg!
💖 Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
Wenn der Rücken schmerzt, möchten wir uns häufig möglichst wenig bewegen. Doch gerade bei vielen alltäglichen, unspezifischen Rückenbeschwerden kann regelmäßige Bewegung ein wichtiger Teil des Umgangs mit den Beschwerden sein. Und dafür braucht es nicht unbedingt Fitnessstudio, komplizierte Übungen oder sportliche Höchstleistungen.
Manchmal reicht der erste Schritt vor die eigene Haustür.
In dieser Folge geht es darum, warum Spazierengehen unserem Rücken guttun kann, weshalb wir uns nicht von der berühmten 10.000-Schritte-Marke unter Druck setzen lassen sollten und wie aus regelmäßiger Bewegung ein kleines Ritual für Körper und Seele werden kann.
Wir schauen darauf, was langes Sitzen mit unserem Körper macht, warum eine natürliche Aufrichtung beim Gehen wichtig ist und wie bereits kleinere Spaziergänge mehr Bewegung in unseren Alltag bringen können.
Außerdem geht es um Nordic Walking als Ganzkörperbewegung, um Spaziergänge im Wald und um die wohltuende Verbindung zwischen körperlicher Aktivität und mentaler Auszeit.
Denn Bewegung muss keine weitere Aufgabe auf unserer To-do-Liste sein. Ein Spaziergang darf eine Pause sein. Zeit zum Nachdenken. Ein Treffen mit einem lieben Menschen. Eine Runde durch den Park oder Wald. Oder einfach eine halbe Stunde, in der das Smartphone einmal in der Tasche bleibt.
🌿 In dieser Folge:
• Warum unser Rücken regelmäßige Bewegung braucht
📚 Buchtipps zur Folge
Dr. Stuart McGill – „Rücken-Reparatur“
Kelly & Juliet Starrett – „Built to Move“
Shane O’Mara – „Das Glück des Gehens“
Erling Kagge – „Gehen. Weiter gehen“
✨ Gedanke zum Mitnehmen
Vielleicht muss Bewegung gar nicht kompliziert sein.
Schuhe an. Jacke über. Handy in die Tasche – und losgehen.
Nicht für irgendeine Zahl auf dem Display, sondern für unseren Rücken, unseren Kreislauf, unseren Kopf und für dieses besondere Gefühl, nach einem Spaziergang wieder ein bisschen mehr bei uns selbst angekommen zu sein.
⚕️ Hinweis: Diese Folge dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung oder Diagnose. Neue, starke oder anhaltende Rückenschmerzen sowie neurologische Symptome sollten medizinisch abgeklärt werden.
💖 Danke, dass ihr bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance dabei seid.
Ruhepol Folge 96
💖 Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
„Eigentlich bin ich gar nicht so gut.“
Solche Gedanken können selbst Menschen begleiten, die längst erfolgreich sind, Erfahrung besitzen und von anderen für ihre Fähigkeiten geschätzt werden.
Dahinter kann das sogenannte Impostor-Phänomen stecken – häufig auch Hochstapler-Syndrom genannt. Der Begriff geht auf die Psychologinnen Pauline Rose Clance und Suzanne Imes zurück, die das Phänomen bereits 1978 wissenschaftlich beschrieben haben.
In dieser Folge von Ruhepol geht es darum, warum wir manchmal Schwierigkeiten haben, unsere eigenen Leistungen anzuerkennen. Warum schreiben wir Erfolge dem Glück, Zufall oder den Umständen zu, während wir Fehler sofort als Beweis für die eigene Unzulänglichkeit betrachten?
Wir sprechen über Selbstzweifel und Perfektionismus, über die Angst, den Erwartungen anderer nicht gerecht zu werden, und über diesen merkwürdigen inneren Widerspruch: Andere sehen unsere Kompetenz – nur wir selbst können sie manchmal nicht erkennen.
Das Impostor-Phänomen ist dabei keine Frage tatsächlicher Fähigkeiten. Gerade Menschen, die objektiv Erfolge vorweisen können, können trotzdem das Gefühl haben, ihre Position oder Anerkennung eigentlich nicht verdient zu haben.
🌿 In dieser Folge geht es um:
• Was hinter dem Impostor-Phänomen steckt
📚 Buchtipps zur Folge
Valerie Young – „The Secret Thoughts of Successful Women“
Pauline Rose Clance – „The Impostor Phenomenon“
Kevin Cokley (Hrsg.) – „The Impostor Phenomenon: Psychological Research, Theory, and Interventions“
💖 Danke, dass ihr bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance dabei seid.
Und vielleicht nehmt ihr heute eine kleine Frage mit:
Welchen Erfolg in eurem Leben habt ihr bisher dem Glück zugeschrieben, obwohl er eigentlich auch etwas mit eurem eigenen Können zu tun hatte?
Bis zum nächsten Mal bei Ruhepol.
🎙️ Ruhepol Folge 94
Warum mehrere berufliche Standbeine Freiheit und Sicherheit schaffen können
💖 Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
Ein Beruf, ein Arbeitgeber, ein Einkommen – lange galt genau das als Inbegriff beruflicher Sicherheit. Doch die Arbeitswelt verändert sich. Unternehmen werden umstrukturiert, Berufsbilder wandeln sich und gleichzeitig entdecken immer mehr Menschen, dass sie sich beruflich nicht auf eine einzige Rolle festlegen möchten.
In dieser Folge sprechen wir über Portfolio-Karrieren und mehrere berufliche Standbeine. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Jobs gleichzeitig zu machen oder jede freie Minute in Arbeit zu verwandeln. Vielmehr geht es um die Frage, wie unterschiedliche Fähigkeiten, Interessen und Einkommensquellen sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Vielleicht bietet eine Tätigkeit finanzielle Stabilität, während eine andere Raum für Kreativität schafft. Vielleicht entsteht aus einem persönlichen Interesse langsam ein zweites berufliches Standbein. Und vielleicht entwickelt sich daraus irgendwann eine ganz eigene berufliche Mischung, die sich mit einer einzigen Berufsbezeichnung gar nicht mehr beschreiben lässt.
Wir sprechen darüber,
• warum auch ein einzelner vermeintlich sicherer Arbeitsplatz Abhängigkeiten mit sich bringt
Denn berufliche Unabhängigkeit bedeutet nicht, permanent produktiv zu sein. Nicht jede Leidenschaft muss zum Business werden und nicht jede freie Stunde muss Geld verdienen.
Vielleicht liegt die Zukunft der Arbeit weniger in der klassischen Karriereleiter und stärker darin, sich ein Berufsleben zusammenzustellen, das zur eigenen Persönlichkeit und Lebensphase passt.
📚 Buchtipps zur Folge
Charles Handy – The Age of Unreason
Marci Alboher – One Person/Multiple Careers
Emilie Wapnick – How to Be Everything
Barbara Sher – Refuse to Choose!
Cal Newport – Slow Productivity
✨ Gedanke zum Mitnehmen
Ein erfülltes Berufsleben muss nicht aus einem einzigen Weg bestehen. Manchmal entsteht gerade aus der eigenen Mischung etwas ganz Besonderes.
🎧 Ruhepol – dein Podcast für Inspiration und innere Balance.
Bis zur nächsten Folge. 💖
🎙️ Ruhepol Folge 93
Yoga Nidra: Tief entspannen, ohne schlafen zu müssen
💖 Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
Der Körper ist müde, aber der Kopf läuft weiter. Gedanken springen, der Tag klingt nach und selbst im Bett fällt es manchmal schwer, wirklich zur Ruhe zu kommen.
In dieser Folge widmen wir uns Yoga Nidra, einer geführten Praxis tiefer Entspannung, die häufig als „Yoga-Schlaf“ bezeichnet wird. Dabei geht es nicht darum, einschlafen zu müssen. Stattdessen darf der Körper immer ruhiger werden, während die Aufmerksamkeit sanft durch verschiedene Wahrnehmungen geführt wird.
Nach einer kurzen Einführung beginnt eine gemeinsame Yoga-Nidra-Praxis: Wir richten die Aufmerksamkeit nacheinander auf einzelne Bereiche des Körpers, beobachten den Atem und lassen innere Bilder entstehen. Dazu kommt das Sankalpa – ein kurzer, positiv formulierter innerer Entschluss, der die Praxis begleitet.
✨ In dieser Folge:
• Was Yoga Nidra eigentlich bedeutet
Diese Folge hörst du am besten im Liegen an einem ruhigen Ort, an dem du für eine Weile ungestört bist.
⚠️ Wichtig: Bitte höre die geführte Praxis nicht beim Autofahren oder bei Tätigkeiten, die deine volle Aufmerksamkeit erfordern.
📚 Buchtipps
Richard Miller – „Yoga Nidra“
Swami Satyananda Saraswati – „Yoga Nidra“
Jon Kabat-Zinn – „Gesund durch Meditation“
Thich Nhat Hanh – „Das Wunder der Achtsamkeit“
🌙 Ruhe muss nicht bedeuten, dass kein Gedanke mehr da ist. Manchmal reicht es, den Gedanken für einen Moment nicht mehr hinterherzulaufen.
💖 Danke, dass du heute bei Ruhepol dabei warst.
Wenn dir diese Yoga-Nidra-Praxis guttut, kannst du die Folge jederzeit wiederholen – am Abend, während einer ruhigen Auszeit oder an einem Tag, an dem dein Kopf einfach nicht abschalten möchte.
🎧 Ruhepol – dein Podcast für Inspiration und innere Balance.
Ruhepol Folge 92
🎙️ Selbstzweifel sind keine Wahrheit
Warum wir an uns zweifeln, obwohl wir längst genug können
💖 Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
Selbstzweifel können erstaunlich überzeugend sein. Selbst dann, wenn unsere Erfahrungen längst zeigen, dass wir kompetent sind, Herausforderungen bewältigen können und schon vieles geschafft haben.
Doch ein Zweifel ist noch kein Beweis.
In dieser Folge geht es darum, warum Unsicherheit nicht automatisch mangelnde Kompetenz bedeutet – und weshalb Selbstvertrauen nicht darin besteht, niemals an sich zu zweifeln.
Wir sprechen darüber, warum gerade reflektierte Menschen ihre Fähigkeiten häufig besonders kritisch betrachten, weshalb wir unser eigenes Innenleben mit der scheinbar souveränen Außendarstellung anderer vergleichen und was die „Illusion of Transparency“ damit zu tun hat.
Außerdem schauen wir auf das Impostor-Phänomen: Warum können selbst erfolgreiche Menschen das Gefühl haben, ihren Erfolg eigentlich nicht verdient zu haben? Warum schreiben wir Erfolge manchmal dem Glück zu, während wir Fehler sofort als Beweis gegen uns selbst verwenden?
Ein zentraler Gedanke dieser Folge lautet:
Gefühle sind real – aber sie sind nicht automatisch Fakten.
Selbstzweifel können wertvolle Hinweise geben. Sie können uns dazu bringen, genauer hinzusehen, uns vorzubereiten oder etwas dazuzulernen. Problematisch werden sie dort, wo aus Selbstreflexion Selbstabwertung wird.
Vielleicht müssen wir deshalb gar nicht darauf warten, dass unsere Zweifel irgendwann vollständig verschwinden. Vielleicht entsteht Selbstvertrauen vielmehr dadurch, dass wir handeln, obwohl noch nicht alles sicher ist.
Denn manchmal kommt das Vertrauen nicht vor dem ersten Schritt.
Es entsteht unterwegs.
🎧 In dieser Folge erfährst du unter anderem:
• warum Selbstzweifel nicht automatisch etwas über deine Fähigkeiten aussagen
💭 Impuls der Folge
Gibt es etwas, das du nicht deshalb aufschiebst, weil es tatsächlich unmöglich ist – sondern weil du darauf wartest, dich vollkommen sicher zu fühlen?
Selbstzweifel dürfen mitfahren. Aber das Steuer behalten wir selbst.
💖 Danke, dass du bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance dabei bist.
Bis zur nächsten Folge. 🎙️✨
Ruhepol Folge 91 –
Willkommen bei Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance.
Manchmal genügt ein einziger Satz, eine Zurückweisung oder fehlende Anerkennung – und etwas trifft uns tiefer, als wir erwartet hätten.
In dieser Folge geht es um Kränkungen und ihre psychologische Wirkung: Warum können sie uns noch lange beschäftigen? Weshalb reagieren wir mit Wut, Rückzug oder scheinbarer Gleichgültigkeit? Und warum treffen uns Verletzungen durch Menschen, die uns wichtig sind, besonders stark?
Wir schauen darauf, was hinter einer Kränkung liegen kann – von unserem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Wertschätzung bis zu früheren Erfahrungen von Ablehnung oder Beschämung, die durch eine aktuelle Situation wieder berührt werden können.
Außerdem geht es um die Frage, wie aus einer einmaligen Verletzung durch Grübeln eine immer wiederkehrende innere Geschichte werden kann.
Mit einem Blick auf den Stoiker Epiktet sprechen wir darüber, was wir tatsächlich beeinflussen können: nicht immer das Verhalten oder Urteil anderer Menschen – aber den Stellenwert, den wir diesem Urteil für unser eigenes Selbstbild geben.
In dieser Folge:
Denn Loslassen bedeutet nicht vergessen. Es bedeutet auch nicht, das Geschehene gutzuheißen. Es bedeutet, einer vergangenen Verletzung nicht länger mehr Raum in unserem heutigen Leben zu geben, als sie verdient.
Vielleicht besteht innere Freiheit nicht darin, unverwundbar zu werden – sondern darin, verletzt werden zu können, ohne die Verletzung zur eigenen Identität werden zu lassen.
📚Buchtipps
Bärbel Wardetzki – „Ohrfeige für die Seele“
Stefanie Stahl – „Das Kind in dir muss Heimat finden“
Epiktet – „Handbüchlein der Moral“ / „Encheiridion“
Brené Brown – „Verletzlichkeit macht stark“
Danke, dass ihr wieder bei Ruhepol dabei seid. 🌸
Passt gut auf euch auf und bewahrt euren eigenen Wert – auch dort, wo andere ihn vielleicht nicht erkennen.
Bis zur nächsten Folge von Ruhepol.
Ruhepol Folge 90
Können wir die Vergangenheit anderer in uns tragen?
Manche Erinnerungen fühlen sich vollkommen vertraut an – obwohl wir vielleicht gar nicht sicher wissen, ob wir das Erlebte selbst gesehen haben, ob es uns erzählt wurde oder ob sich aus Fotos, Geschichten und Vorstellungen irgendwann ein eigenes inneres Bild entwickelt hat.
In dieser Folge von Ruhepol – deinem Podcast für Inspiration und innere Balance geht es um die faszinierende Grenze zwischen Erinnern, Vorstellen und Weitergeben.
Wir schauen darauf, warum unser Gedächtnis kein unveränderliches Archiv ist, sondern Erinnerungen immer wieder rekonstruiert. Dabei geht es um False Memories, um die Frage nach der Quelle unserer Erinnerungen und um Familiengeschichten, die über Generationen hinweg Teil unserer eigenen inneren Welt werden können.
Ein besonderer Blick gilt dem von Marianne Hirsch geprägten Konzept der Postmemory: Wie können Erlebnisse früherer Generationen durch Erzählungen, Fotografien, Verhaltensweisen und Schweigen so präsent werden, dass sie sich für Nachkommen beinahe wie eigene Erinnerungen anfühlen?
Außerdem geht es um die Epigenetik und die spannende, aber wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärte Frage, ob extreme Erfahrungen früherer Generationen biologische Spuren bei nachfolgenden Generationen hinterlassen können.
Wichtig dabei: Konkrete Erinnerungen werden nicht genetisch vererbt. Vergangenheit kann uns jedoch auf vielen anderen Wegen erreichen – über Familie, Beziehungen, Ängste, Rituale, Erzählungen und die Bilder, die wir daraus erschaffen.
📚 Buchtipps
Marianne Hirsch – The Generation of Postmemory: Writing and Visual Culture After the Holocaust
Elizabeth F. Loftus & Katherine Ketcham – The Myth of Repressed Memory
Daniel L. Schacter – The Seven Sins of Memory
Mark Wolynn – It Didn’t Start with You
💭 Impuls der Folge
Welche deiner frühesten Erinnerungen stammen wirklich aus deinem eigenen Erleben? Welche kennst du vielleicht aus Fotos oder Erzählungen? Und welche Geschichte deiner Familie ist dir so vertraut geworden, dass du beinahe das Gefühl hast, selbst dabei gewesen zu sein?
Vielleicht ist Erinnerung weniger ein persönliches Archiv als ein Geflecht aus Erlebtem, Erzähltem, Vorgestelltem und Weitergegebenem.
🎧 Ruhepol – dein Podcast für Inspiration und innere Balance
Bis zur nächsten Folge.
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