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„Rage 2“ & „Days Gone“
Mit diesen Spielen gewinnen Bethesda und Sony sicher keine Innovationspreise. Wir haben bei RUSH ja erst kürzlich eine Folge zur Postapokalypse gemacht und schon wieder sind zwei Spiele erschienen, die nach dem globalen Kollaps spielen.
In „Rage 2“ kämpfen die Spielenden in alter id-Software-Manier in hektischen Feuergefechten gegen Raider und Goons, in „Days Gone“ kriegen es die Biker-Kumpel Deacon und Boozer mit Zombiehorden zu tun. Beide Spiele sind aber auf ihre Weise interessant. „Rage 2“ beeindruckt durch seine spaßigen Kämpfe, „Days Gone“ mit seiner bedrückenden Spielwelt.
Auffällig ist allerdings das rohe Auftreten der Spielfiguren. Es wird geschimpft, gebrüllt und gejohlt. Auch wenn Deacons Charakter durchaus tiefgründiger ist, als sich zu Anfang vermuten lässt, wirft das die Frage auf, wie interessant solche Alpha-Männchen noch als Hauptcharaktere großer Videospiele sind.
In den letzten Monaten fällt für solche Verhaltensweisen in den sozialen Medien vor allem ein Begriff: toxische Männlichkeit. Er meint die verschiedenen Anforderungen, die unsere Gesellschaft an Jungen und Männer stellt, zu denen sie sich verhalten müssen – und die in ihrer Konsequenz negativ sein können.
„Der Begriff ist umkämpft. Es ist nicht so, dass wir alle gesamtgesellschaftlich gesagt hätten: Das ist jetzt toxisch, wir wollen das nicht mehr. Was wir aber sehen, ist dass viele Männer sehr unfrei sind, sich zu diesen Anforderungen zu verhalten“, sagt Matthias Luterbach, er ist Männlichkeitsforscher an der Uni Basel.
Zu diesen Anforderungen können das Unterdrücken von Emotionen, das Ablehnen von Hilfe, sowie das Lösen von Problemen durch Gewaltanwendung gehören.
Was uns der Begriff „toxische Männlichkeit“ in der Betrachtung von Videospielen lehren kann, besprechen detektor.fm-Moderator Christian Eichler und Alexander Gehlsdorf von GIGA GAMES in dieser Folge RUSH.
Zeitmarken:
00:00:00 Was haben wir gespielt: Rage 2, Dragons Dogma, Baba Is You
Links:
Merkmale toxischer Männlichkeit und Lösungsvorschläge von Shepherd Bliss in der deutschen Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Toxic_masculinity
In dieser Folge „RUSH“ küren wir unsere absoluten Lieblingsspiele. Welche Games sind uns in Erinnerung geblieben? Was sagen sie über uns aus? Und: Warum legen wir mehr Wert auf Gameplay als auf eine fesselnde Story? Diese Fragen beantworten wir in der aktuellen Folge „RUSH“. Um euch nicht zu spoilern, welche Spiele in die nähere Auswahl gekommen sind, werden wir sie erst weiter unten in den Zeitmarken nennen.
Außerdem sprechen wir über „Anno 1800“ und die Frage, wieso Sklaverei im Spiel überhaupt nicht thematisiert wird. Und Christian hat einiges an Lob übrig für die beiden fantastischen Switch-Spiele „Katana Zero“ und „Cuphead“.
Die nächste Folge „RUSH“ erscheint in ungefähr zwei Wochen. Dann wird unser Thema „Games und Männlichkeit“ sein. Falls ihr männliche Gaming-Charaktere kennt, die euch so richtig nerven oder die ihr für sehr gelungen haltet, schreibt uns gerne eine Mail an [email protected].
Durch die aktuelle Folge führen Christian Eichler (@chr_eichler) von detektor.fm und Alexander Gehlsdorf (@alexgeh) von GIGA GAMES. Viel Spaß!
Zeitmarken
00:02:00 – Anno 1800
Zeitmarken:
00:00:00 – Was haben wir gespielt? Devil May Cry 5, Baba Is You, Anthem, Trials Rising, Ape Out, Destiny 2 und Dark Souls
Wie immer sprechen wir am Anfang der Folge über aktuelle Releases. Diesmal geht es um Ubisofts Loot-Shooter „The Division 2“ und den neusten Teil der Geschicklichkeits-Motorrad-Reihe Trials, nämlich „Rising“.
Falls ihr das Spiel für die Nintendo Switch gewinnen wollt: Schreibt uns eine Mail mit Verbesserungsvorschlägen für unseren Podcast an [email protected] (Betreff: Trials).
Außerdem ist Alex endlich dem Dark Souls-Fieber erlegen und Christian kritisiert das viel gelobte „Devil May Cry 5“. Und da die letzte Folge so lange her ist, müssen wir auch noch über die Indie-Hits „Ape Out“ und „Baba Is You“ sprechen sowie nochmal fix „Anthem“ mit „Destiny 2“ vergleichen.
Unser eigentliches Thema dieser Folge sind aber politische Spiele. „The Division 2“, das im Washington DC nach dem Ausbruch eines Virus spielt, bedient sich ganz klar eines politisch aufgeladenen Settings. Trotzdem streiten die Entwickler genau das immer wieder ab. Rainer Sigl von Standard hat darüber einen Artikel bei Grimme Game geschrieben, indem er dieses Verhalten kritisiert. Der Entwickler Wolfgang Walk vom Gamespodcast hat ihm darauf geantwortet. In unserem Beitrag über politische Spiele kommen beide zu Wort sowie Michael Schulze von Glaßer vom YouTube-Kanal „Games’n’Politics“.
Christian stellt in dieser Folge außerdem seine Idee vor, die politische Aussage von Games zu analysieren, indem man Videospiele als philosophische Argumente bestehend aus Prämissen, Schlussregel und Konklusion begreift. So können auch implizit-politische Aussagen sichtbar werden.
Und wir freuen sehr darüber, die Frage nach politischen Spielen direkt mit einem Entwickler debattieren zu können: Hans Böhme von der bilduntonfabrik besucht uns. Die btf produziert zum Beispiel die Fernsehshows „Schulz & Böhmermann“ und das „Neo-Magazin Royale“. Gerade ist mit dem Point-and-Click-Adventure „Trüberbook“ ihr erstes großes Spiel erschienen, das sowohl Twin Peaks referenziert als auch Begriffe von Heimat diskutiert.
Durch den Podcast führen detektor.fm-Moderator Christian Eichler und Alexander Gehlsdorf von GIGA GAMES.
Musik: Ape Out-Trailer (YouTube), Trüberbrook-Trailer (YouTube), Scott Buckley – „Red“, „Computations in a Snow Storm“ und „Venom“ (Lizenzen).
Korrektur: Rainer Sigls Artikel heißt „Der Mythos vom unpolitischen Spiel“.
Liebe RUSH-Fans,
da wir uns gerade in einer kurzen Umplanungsphase befinden und ich aus familiären Gründen Anfang des Jahres nicht im Büro war, erwartet euch die nächste reguläre Folge Ende Januar. Ihr müsst aber nicht ohne RUSH auskommen, denn ich habe eine sehr spannende Diskussion geführt. Zusammen mit Nicolas Freund von der SZ und Rainer Sigl vom Standard, habe ich darüber diskutiert, warum Spiele so selten in der Öffentlichkeit besprochen werden. Nicolas sagt, das liegt daran, dass wir ihre Autoren und Autorinnen nicht kennen. Rainer meint: Das Feuilleton ist Schuld. Viel Spaß mit der Diskussion und bis zum nächsten Mal. Dann auch wieder mit GIGA GAMES, versprochen!
Christian
(Foto: Robyn Beck | AFP)
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