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Johannes Dörr tauchte 2025 beim Innsbruck Alpine Trailrun Festival auf und gewann einfach mal den 110er. In seiner Wahlheimat. Gegen ziemlich schnelle Leute. Wer ihn vorher nicht auf dem Zettel hatte, durfte danach erstmal einen Stift suchen.
Mittlerweile ist einiges passiert. Johannes ist seit diesem Jahr DYNAFIT-Athlet, sein Training strukturierter und Trailrunning endgültig ein ziemlich großer Teil seines Lebens. Wobei man bei ihm den Eindruck bekommt, dass ein Longrun ungefähr denselben organisatorischen Stellenwert besitzt wie bei anderen Menschen der Gang zum Bäcker. Könnte man morgen eigentlich direkt wieder machen.
Wir sprechen darüber, wie Johannes überhaupt zum Trailrunning gekommen ist. Wie sich sein Training verändert hat und was ein Sportwissenschaftsstudium mit einem macht, wenn der eigene Körper gleichzeitig das interessanteste Versuchsobjekt ist.
Es geht um Freunde, mit denen aus ein paar Kilometern schnell ein halber Tag werden kann. Um den Trubel nach Innsbruck. Um Erwartungen, die mit Ergebnissen wachsen. Und darum, wie Johannes seinen eigenen Weg durch einen Sport findet, der plötzlich deutlich genauer hinschaut.
Ein bisschen Gegenwart gibt’s natürlich auch: Am Wochenende steht Johannes beim OTF presented by DYNAFIT am Start und wird sich den Sudelfeld Trail vornehmen. Was in seinem Fall vermutlich bedeutet, dass es für einen gemütlichen Samstag eher wenig Argumente gibt.
Wohin das alles führt? Weiß Johannes noch nicht ganz genau. Nur länger laufen dürfte ziemlich sicher Teil der Sache bleiben.
Wir sehen uns Samstag, Johannes. Vorher Sudelfeld, nachher kühles Blondes und Afterparty. Auch das ist Periodisierung.
Rosanna Buchauer war bei uns im SALTY Hub. Eine der besten Ultraläuferinnen der Welt. Vollzeitprofi. Ein Beruf, der von außen ungefähr so aussieht: Berge, Startnummern, Sponsoren, Training bei Sonnenaufgang. Tatsächlich gehört aber auch die eher unangenehme Frage dazu, ob man gerade gut genug ist, um das alles weiterhin machen zu dürfen.
Rosanna nennt es trotzdem ein Privileg. Und sorgt ziemlich bewusst dafür, dass ihr Leben nicht vollständig zwischen Longrun, Strava und Recovery-Shake stattfindet. Ein großer Teil ihres Freundeskreises hat mit Trailrunning wenig am Hut. Da geht es um normale Dinge und gelegentlich um Probleme, die sich nicht mit Carbs pro Stunde lösen lassen. Als Speakerin steht Rosanna außerdem regelmäßig in Unternehmen auf Bühnen. Ein ziemlicher Kontrast zum Ultralaufen. Und offenbar ein sehr guter.
Wir sprechen über Leistungsdruck und Fokus. Über ihre Arbeit mit einer Mentaltrainerin. Und über dieses schwer messbare Urvertrauen, dass die Dinge schon irgendwie gut werden. Nicht als Kalenderspruch. Sondern als etwas, das Rosanna hilft, wenn es darauf ankommt.
Natürlich schauen wir auch unter die Motorhaube. Rosanna trainiert mit Trainer. Wir sprechen darüber, was sich dadurch verändert hat, wie sie Rennen vorbereitet und warum man freiwillig ein Etappenrennen im Himalaya läuft. Dinge, die in gewissen Kreisen offenbar keiner weiteren Erklärung bedürfen.
Und wir sprechen über Frauen im Trailrunning. Darüber, welches Bild der Sport von ihnen zeichnet, wer dieses Bild eigentlich zeichnet und was sich noch ändern darf.
Eine Folge über Profisport, ohne den Menschen dahinter versehentlich wegzuoptimieren.
Manchmal beginnt ein gutes Gespräch mit einem Podium. Simon Krammig wurde beim The North Face Großglockner Ultra-Trail Dritter auf der Königsdistanz. So ein Ergebnis stellt man nicht beiläufig ins Regal. Das bleibt. Macht stolz. Und dürfte noch eine Weile ziemlich gut nachhallen.
Er lebt mittlerweile in Innsbruck, studiert Tourismus und läuft sehr schnell. Trotzdem wirkt er nicht wie jemand, der pausenlos irgendwohin muss. Eher wie jemand, der sich seinen Platz gesucht hat und dort erstaunlich gut angekommen ist.
In dieser Episode sprechen wir mit ihm über Entscheidungen. Über Kurswechsel. Über Umwege, die sich später als ziemlich brauchbar herausstellen. Über die Freiheit, das eigene Leben nicht nach fremden Erwartungen einzurichten. Und über die Suche nach Glück, ohne daraus gleich ein Projekt mit Meilensteinen zu machen.
Natürlich geht es auch ums Trailrunning. Um Training. Um Routinen. Um das, was Simon vorwärtsbringt. Aber ebenso um das, was ihm der Sport zurückgibt. Freiheit. Ruhe. Und gute Gründe, gesellschaftliche Vorstellungen gelegentlich einfach am nächsten Abzweig stehen zu lassen.
Was hängen bleibt: Simon weiß nicht immer genau, wohin es geht. Aber ziemlich gut, warum er losläuft.
Während wir diese Zeilen schreiben, wird in Zell am See-Kaprun gerade fast alles gleichzeitig fertig. Jemand sortiert Startnummern nach Nachnamen, jemand anders sucht seit zwanzig Minuten denselben Kabelbinder. Verpflegungskisten wandern von A nach B und kurz darauf wieder zurück. Ein Streckenposten fehlt noch in einer Excel-Liste, irgendwo piept ein Funkgerät, und mindestens ein Banner hängt bereits perfekt, nur leider am falschen Ort. Ganz normaler Ausnahmezustand.
Mitten im Aufbau haben wir uns drei Menschen geschnappt, ohne die der The North Face Großglockner Ultra-Trail heute nicht das wäre, was er ist. Lisa Loferer kennt den GGUT aus Sicht einer Gastgeberin. Als Geschäftsführerin von Zell am See-Kaprun Tourismus. Und als jemand, der selbst lieber in Trailrunning-Schuhen unterwegs ist als in Besprechungsräumen.
Johannes Überbacher begleitet den Sport seit Jahren. Nicht nur als Brand Manager von The North Face DACH, sondern als einer, der die deutschsprachige Trailrunning-Szene mit aufgebaut hat. Lange bevor sie überhaupt Szene genannt wurde.
Und Markus Amon? Der hat beim GGUT schon so ziemlich alles gemacht. Er gewann die erste Ausgabe, kennt das Rennen seit seinen Anfängen und trägt heute als Race Director eine Verantwortung, die deutlich über Streckenprofile und Startzeiten hinausgeht. Wenn am Berg das Wetter kippt, Wege gesperrt werden oder Entscheidungen schnell fallen müssen, landet vieles bei ihm. Klingt weniger romantisch. Ist aber der wichtigste Job des Wochenendes.
Wir sprechen darüber, warum Menschen so viel Zeit, Energie und Herzblut in ein Rennen stecken. Was sich im Trailrunning verändert hat. Was besser geworden ist. Was schwieriger. Und warum ein gutes
Event meistens schon lange vor dem Startschuss beginnt.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ein Rennen nie nur aus Kilometern und Höhenmetern besteht. Sondern aus vielen Menschen, die sich darum kümmern, dass andere für einen Tag einfach nur laufen dürfen.
Es gibt Menschen, die werden im Internet ständig gesehen. Und dann gibt es die Person dahinter. Genau dort wollten wir mit Ida-Sophie Hegemann hin.
Niclas Bock war schon vieles. Profi-Triathlet. Podcaster. Moderator. Medienmensch. Einer, der wahrscheinlich mehr Wettkampfverpflegung konsumiert hat als der durchschnittliche Mensch Nudeln. Und trotzdem hatten wir während unserem Gespräch nie das Gefühl, mit jemandem zu sprechen, der sich über Leistung definiert.
Manche Familienrituale entstehen im Urlaub und verschwinden danach still. Manche setzen sich fest. Und manche fangen damit an, dass jemand einfach ein Jahr lang jeden Tag losläuft. Mit dem Papa.
Bei Clara Carste ist genau das passiert. Aus dem Jahr wurde eine Gewohnheit. Aus der Gewohnheit eine Marathonliste. Die arbeiten die beiden jetzt gemeinsam ab. Klingt nach Plan. War aber keiner.
Wir haben sie im Norrøna Store in München getroffen. Draußen Stadt. Drinnen Berge im Kopf. Clara ist Sportwissenschaftlerin. Weiß also, wie Training theoretisch funktioniert. Und entscheidet sich trotzdem oft für die einfache Variante: rausgehen und schauen, was passiert.
Vom DYNAFIT Trail Hero ins Athletenteam ging das fast nebenbei. Jedenfalls wirkt es so. Wer genauer hinschaut, merkt: Das kommt nicht von ungefähr. Da ist Konstanz. Da ist Gefühl. Und da ist jemand, der ziemlich genau weiß, warum sie das macht.
Wir reden über dieses eine Jahr. Über Laufen mit dem Papa. Über Wettkämpfe, bei denen sie gern schaut, was geht. Nicht verbissen, aber auch nicht zufällig. Über Skitouren und Hochtouren und dieses permanente Draußensein, das bei ihr kein Ausgleich ist, sondern einfach dazugehört.
Was bleibt: Clara hat Spaß. Und meint das ernst.
Kurze Vorbemerkung: Dominik Hartmann ist unser Race Director, Mitgründer und der Grund, warum wir beim Schreiben dieser Zeilen nicht einmal versuchen, neutral zu klingen.
Er war Freeskier, bevor er Race Director war. Davor mit Hilux und Skiern durch Zentralasien. Dazwischen hat er Salsa tanzen gelernt. Und irgendwann hat er den Chiemgau Trail Run gestartet, zu einer Zeit, als Kilian noch in Spandex unterwegs war und Trailrunning hier eher Fragezeichen als Szene. Unsere erste Reaktion damals: Trailrunning. Wie bitte?
Tage vor dem ersten CTR stand er noch mit der Lawinenschaufel im Hang. Schnee und Eis raus, per Hand, mit einer Handvoll Helfer:innen. Sally war dabei. An der Stelle: Danke, Sally.
In dieser Episode geht es genau um diesen Weg. Von Backside 360s und Zentralasien hin zu Verantwortung, Events und SALTY. Vom Selbermachen zum Loslassen. Vom Draußensein zum Überblick.
Wir sprechen über Ideen, die erstmal nach Hirnpfürzen klingen. Und manchmal genau deshalb funktionieren. Über das, was ein Event heute ausmacht. Und warum sich vieles verändert hat. Aber nicht alles.
Die Beschreibung ist nicht unvoreingenommen. Das Gespräch war es auch nicht. Macht es vielleicht besser.
Manche posten ihr Frühstück. Johannes isst es. Trockene Haferflocken. Manchmal mit Milch. Manchmal ohne Milch. Meistens mit mehr Konsequenz, als andere ihre Wochenziele formulieren.
Wir wollten wissen: Wer ist dieser Typ, der auch beim diesjährigen OTF den Vogel abgeschossen hat? Der danach weiter Rennen gewinnt und brachiale FKTs sammelt, als wären es Panini-Sticker. Wie trainiert er? Was trainiert? Wo trainiert er? Warum eigentlich? Wo eigentlich? Und vor allem: Warum wirkt das alles so unaufgeregt?
Wir haben viel gefragt. Er hat ruhig geantwortet. Es war kurzweilig. Unterhaltsam. Ohne große Pose. Ohne Pathos. Was wir gelernt haben: Der Typ ist real. Johannes ist nicht nur Ausnahmesportler. Er ist vor allem ein richtig guter Kerl. Einer, der lieber macht als redet. Der Leistung bringt, aber nicht daraus lebt.
Nachdem er mit seiner Reggaeton-Karre vom Hof gerollt ist, standen die beiden Stefans noch ein paar Minuten im Regen vorm HUB. Einfach so. Ziemlich geflasht. Passiert uns nicht mehr oft. Diesmal schon. Der Hype? Echt. Und absolut verdient. Morgen gibt’s wieder Haferflocken. Oder ein Ei. Je nachdem, was der Kühlschrank hergibt.
Manche Menschen laufen, um den Kopf auszuschalten. Jojo Ehrenklau läuft, um ihn besser zu verstehen. Und manchmal einfach, weil’s draußen schöner ist als drin.
Wir haben uns für Folge 32 mit ihr zusammengesetzt. Irgendwo zwischen Farchanter Bergblick und Gedankenflimmern. Jojo ist Zahnärztin, erfolgreiche Trailrunnerin, ADHSlerin, FKTlerin, DNFlerin und vor allem: ziemlich bei sich. Nicht immer, aber immer öfter.
Es geht um das, was zwischen den Platzierungen liegt. Um das Training mit ruhiger Musik. Um das Nicht-Erkennen von Gesichtern auf Events. Und um das gute Gefühl, wenn man trotzdem auftaucht.
Wir sprechen über ihr DNF beim Transgrancanaria. Und was man aus sowas mitnimmt, außer müden Beinen und unbeantworteten Fragen. Über den Watzmann, der gut lief. Und übers Trailrunning, das für Jojo kein Ziel ist, sondern ein Zustand.
Nicht jede Geschichte braucht einen krassen Plot. Manchmal reicht eine Perspektive, die ehrlich ist. Und klug. Und ziemlich erfrischend.
Jojo erzählt, wir hören zu. Und merken: Es geht nicht ums Gewinnen. Es geht ums Dranbleiben.
Und darum, dass man sich nicht immer alles merken muss. Nur das Wichtige.
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