sauber drauf!

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  • Psychedelika und Therapie: Interview mit Dr. med. Andrea Jungaberle – sauberdrauf! Folge 23 – der Mindzone-Podcast
    In der aktuellen Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ sprechen wir mit Dr. med. Andrea Jungaberle über ein Thema, das derzeit viel Aufmerksamkeit erhält: Psychedelika und ihr Einsatz außerhalb des klassischen Freizeitkonsums.

    Immer häufiger begegnen einem Angebote für sogenannte Psychedelic Retreats. Gleichzeitig berichten Medien über vielversprechende Forschung zur substanzgestützten Psychotherapie, und viele Menschen schildern persönliche Erfahrungen mit psychoaktiven Substanzen zur Bewältigung psychischer Belastungen oder zur persönlichen Weiterentwicklung.

    Doch wo liegen die Unterschiede zwischen Retreats, Selbstmedikation und einer medizinisch begleiteten Therapie? Welche Chancen zeigen aktuelle Forschungsergebnisse – und wo beginnen die Risiken?

    Gemeinsam ordnen wir die aktuellen Entwicklungen wissenschaftlich ein und sprechen darüber, weshalb professionelle Begleitung, eine sorgfältige Vorbereitung und eine strukturierte Integration der Erfahrungen entscheidende Bestandteile eines verantwortungsvollen Umgangs sein können.

    Unsere Gesprächspartnerin

    Dr. med. Andrea Jungaberle ist ärztliche Psychotherapeutin sowie Fachärztin für Anästhesiologie und Notfallmedizin. Sie ist Mitgründerin der MIND Foundation und Chefärztin der OVID Clinic Berlin. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit der therapeutischen Nutzung veränderter Bewusstseinszustände und begleitet Forschung sowie klinische Anwendungen im Bereich der substanzgestützten Psychotherapie.

    Weitere Informationen

    OVID Clinic Berlin

    • https://www.ovid-clinics.com
    • https://www.instagram.com/ovid_clinics/
    • MIND Foundation

      • https://www.mind-foundation.org
      • EPISODE-Studie (Psilocybin bei Depressionen)

        • https://www.zi-mannheim.de/forschung/abteilungen-ags-institute/molekulares-neuroimaging/episode-psilocybin-depressionsstudie.html
        • Psychedelic Retreats

          Immer mehr kommerzielle Anbieter werben mit Retreats, bei denen psychoaktive Substanzen zur Persönlichkeitsentwicklung oder zur Bewältigung psychischer Belastungen eingesetzt werden. Doch nicht jedes Angebot erfüllt medizinische oder therapeutische Qualitätsstandards.

          Im Podcast sprechen wir unter anderem darüber:

          • Was Psychedelic Retreats eigentlich sind
          • Wer solche Angebote nutzt und welche Erwartungen Teilnehmende mitbringen
          • Welche Substanzen dort eingesetzt werden
          • Welche Risiken entstehen können, wenn fachliche Standards fehlen
          • Welche Fragen sich Interessierte vor einer Teilnahme unbedingt stellen sollten
          • Selbstmedikation mit psychoaktiven Substanzen

            Manche Menschen berichten, dass ihnen psychoaktive Substanzen kurzfristig helfen, besser mit Stress, Ängsten oder depressiven Verstimmungen umzugehen. Genau hier beginnt jedoch häufig der Übergang zur Selbstmedikation.

            Wir sprechen darüber:

            • Warum solche Erfahrungen subjektiv als hilfreich erlebt werden können
            • Wo die Grenzen zwischen Selbstmedikation und Therapie verlaufen
            • Welche Risiken entstehen, wenn Konsum zur Bewältigung psychischer Probleme eingesetzt wird
            • Warum Erkenntnisse aus klinischen Studien nicht auf den Eigenkonsum übertragbar sind
            • Klinische substanzgestützte Psychotherapie

              Die Forschung zur substanzgestützten Psychotherapie hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Doch wie läuft eine solche Behandlung tatsächlich ab?

              Im Gespräch erfahrt ihr unter anderem:

              • Wie substanzgestützte Psychotherapie funktioniert
              • Welche Rolle Ketamin, Psilocybin, LSD und MDMA in Forschung und Behandlung spielen
              • Warum Vorbereitung und Integration zentrale Bestandteile der Therapie sind
              • Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen
              • Für wen diese Behandlungsform geeignet sein kann – und für wen nicht
              • Infos vom Infostand mit Manuel: Älter werden und Substanzkonsum

                Die Partyszene wird zunehmend vielfältiger – auch hinsichtlich des Alters ihrer Besucherinnen und Besucher. Viele Menschen konsumieren auch mit 40, 50 oder 60 Jahren noch Alkohol oder andere psychoaktive Substanzen, sei es auf Festivals, in Clubs oder bei privaten Feiern. Gleichzeitig verändern sich mit zunehmendem Alter Körper, Alltag und häufig auch die Motive für den Konsum.

                Im zweiten Teil unseres Formats „Infos vom Infostand“ spricht Manuel darüber, welche Auswirkungen das Älterwerden auf den Konsum psychoaktiver Substanzen haben kann. Dabei geht es um körperliche Veränderungen, mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten und Vorerkrankungen sowie um die Frage, woran sich erkennen lässt, wenn aus gelegentlichem Konsum ein problematisches Konsummuster wird.

                Das erwartet euch:
                • Der Körper verändert sich
                • Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Regeneration und viele Substanzen werden langsamer abgebaut. Mischkonsum kann die körperliche Belastung zusätzlich erhöhen.
                • Medikamente und Wechselwirkungen
                • Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte mögliche Wechselwirkungen mit psychoaktiven Substanzen besonders beachten.
                • Toleranz entwickelt sich
                • Langjähriger Konsum kann zu einer höheren Toleranz führen. Nach einer Konsumpause kann diese jedoch wieder deutlich sinken.
                • Konsum regelmäßig hinterfragen
                • Warum konsumiere ich? Ist die Dosis noch passend? Eine regelmäßige Konsumreflexion hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen.
                • Safer Use gewinnt an Bedeutung
                • Angepasste Dosierungen, der Verzicht auf Mischkonsum und besondere Vorsicht bei Stimulanzien werden mit zunehmendem Alter immer wichtiger, da Herz und Kreislauf stärker belastet werden können.

                   

                  Unterstützung & Beratung

                  Wenn ihr euch beim Thema Konsum unsicher fühlt oder professionelle Unterstützung möchtet, nutzt unsere kostenlose und anonyme Onlineberatung:

                  https://mindzone.info/beratung/drogenberatung/

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                    Wichtiger Hinweis:

                    Die Inhalte dieses Podcasts stellen keine Anleitung zum Substanzkonsum dar und sollen nicht zum Konsum motivieren. Sie dienen der Information, der wissenschaftlichen Einordnung und der Selbstreflexion sowie der Förderung eines möglichst risikoarmen Umgangs mit psychoaktiven Substanzen.

                     

                    Das Transcript der Podcast Folge zum lesen

                     

                    Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dienen zur Informationsgewinnung und Weitergabe.

                    Ja, liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zu einem neuen Mindzone Podcast mit dem Namen Sauber drauf. Schön, dass ihr eingeschaltet habt und an dem Thema interessiert seid.

                    In dieser Folge spreche ich mit Frau Dr. Andrea Jungaberle über psychedelika gestützte Therapie.

                    Wir gucken uns kommerzielle Retreats an, Selbstmedikation und klinische Therapie.

                    Hallo Andrea, schön, dass du da bist. Danke für deine Zeit.

                    Ja, danke für die Einladung.
                    Super.

                    Andrea, du bist ärztliche Psychotherapeutin und Fachärztin für Anästhesie und Notfallmedizin. Du bist Mitbegründerin der Mind Foundation und bist Chefärztin der klinischen Partnerorganisation, die Ovid Klinik Berlin.

                    Deine Arbeitsschwerpunkte liegen auf der therapeutischen Nutzung veränderter Bewusstseinszustände, Integration psychedelischer Erfahrungen sowie Fragen rund um Tod und Sterben. Seit vielen Jahren begleitest du Workshops und Forschungsprojekte im Bereich psychedelische Therapie und du bist unter anderem Teil des Episodenstudienteams zu Psilocybin bei Depressionen.
                    Und du bist Yogalehrerin und hast kürzlich ein Buch mit dem Titel Yoga, LSD veröffentlicht.
                    Habe ich auch schon reingelesen, also kann ich nur empfehlen.
                    Und ich verlinke euch zuhörenden auf jeden Fall interessante Sachen und Kontaktmöglichkeiten, auch zur Ovid Klinik und zu dem Buch und ja, jetzt sprechen wir über das Thema. Danke für deine Zeit, wie gesagt.
                    Und ich bin wirklich sehr interessiert an deinem Wissen.
                    Wird an dem Punkt einmal ganz danke, ich würde einmal ganz kurz ergänzen, dass ich Teil des Episodenstudienteams war. Die ist ja abgeschlossen, die Daten sind veröffentlicht. Das heißt, wir haben quasi da diesen Datensatz aus 144 Therapien mit Psilocybin anhäufen dürfen, den wir jetzt wissenschaftlich abarbeiten.
                    Aber dass das Team ist quasi damit in ein reines Forschungsteam übergegangen mittlerweile, ne? Also Veröffentlichungsteam.
                    Das Langzeitpaper, was sehr wichtig ist, weil es quasi die größte Nachbeobachtung einer solchen Studiengruppe über 12 Monate ist, ist jetzt gerade in der Vorveröffentlichung.
                    Und was auch sehr spannend sein wird, wir haben sehr sehr viele qualitative Interviews geführt in dieser Arbeitsgruppe, das heißt, wir haben mit vielen der Patienten nicht nur uns Fragebögen angeguckt, wie hat sich so ein Depressionsscore verändert, sondern wirklich auch in die Tiefe nachgefragt. Was hat das in der Lebensqualität getan, wie hast du das erlebt und so weiter? Und das ist auch in der Vorbereitung für die Veröffentlichung.
                    Okay.
                    Danke schön, das werde ich auch mit anhängen.
                    Ja, jetzt schauen wir uns unterschiedliche Wege an, auf den Menschen versuchen durch Substanzkonsum oder Einsatz einer psychoaktiven Substanz etwas in ihrem Leben zu verändern.
                    natürlich meistens zum Positiven.
                    Oft ist es einfach zur Bewältigung von Belastungen, zur persönlichen Weiterentwicklung oder einfach aus Neugier.
                    Jeder Mensch hat da seine eigenen Motivationen und es gibt ganz viele Gründe, warum Menschen so psychoaktive Substanzen ausprobieren oder sich da Heilung erhoffen.
                    Wir schauen uns einfach an, wo die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Settings, die ich vorher angesprochen habe, bestehen.
                    Und ich steige ein mit den Psychedelic Retreats.
                    da gibt’s seit einiger Zeit seriös aussehende Webseiten, die dann quasi den Zugang ermöglichen, dass man sich anmelden kann.
                    Das findet in Deutschland oder auch im Ausland statt, wo vielleicht die rechtliche Lage dann noch mal ein bisschen anders ist.
                    Und was halt auffällt, ja, dass diese Webseiten halt teilweise auch so unregulierte psychoaktive Stoffe mit anbieten, also, dass da quasi gleich ein Shop verlinkt ist.
                    Und ja, das hat uns natürlich skeptisch gemacht, aber ich wollte jetzt auf jeden Fall mal deine Einschätzung dazu hören.
                    Was sind denn genau diese Psychedelic Retreats?
                    Workshops, Retreats, Wochenendveranstaltungen, wo Menschen sich treffen, um angeleitet, begleitet in einer Gruppe eine psychedelische Substanz auszuprobieren zu konsumieren.
                    Die gibt’s schon länger.
                    Es ist so ein bisschen auch im Boden geschossen, es gab erst die klassischen Pilz und Trüffel Retreats in in Holland, Europaweit seit ca. 15 Jahren sehr verbreitet auch Ayahuasca Gruppen, wo Menschen sich treffen zum Teil in schamanischen, neoschamanischen
                    Settings, aber auch wirklich ein Selbsterfahrungsetting oder eben auch das, was du so ein bisschen auch anspielst, sind ja oft Gruppierungen, die solche Erfahrungen anbieten mit neuen psychoaktiven Substanzen, also welchen, die noch nicht gesetzlich quasi reguliert worden sind.
                    Das sind z.B. die LSD oder die Psilocybin Derivate.
                    Und also mir ist ganz wichtig, dass da keine Verwechslung aufkommt.
                    Also ein Wochenende Retreat mit einem Psychedelikum ist keine psychedelische Psychotherapie.
                    Und es ist auch so, dass also das legalste in Anführungsstrichen, was man machen kann, wäre ein Trüffel Retreat in Holland, weil dort die Substanz ja in Form von Truffel nach wie vor freigegeben ist juristisch.
                    Diese neuen psychoaktiven Substanzen, auch wenn die als legal beworben werden hier in Deutschland, sind nicht zum Konsum von Menschen freigegeben, die sind als Forschungschemikalien legal, das ist so ein Loophole, das gerne genommen wird, so ein Graubereich.
                    Und wir haben dann eine Situation, wo ich es gibt auch Menschen, die die sehr wohlmeinend sind und die wirklich glauben, damit etwas Gutes und wertvolles für die Menschen zu tun, die diese Substanz Erfahrung machen, aber wo eben auch oft Menschen zusammenkommen, die
                    sehr tief in den in den Kruger Kurve hängen, also wenig Erfahrung haben, aber sehr sehr davon überzeugt sind, dass sie genau wissen, was sie machen, dann auch Menschen Substanzen geben, die vielleicht nicht psychisch stabil sind.
                    Also die Version Retreats screen vor, die lehnen auch Menschen ab mit der psychischen Erkrankung.
                    Und auch in Holland ist es so, dass es nicht erlaubt ist, psychedelische Psychotherapie zu machen, auch nicht mit den legalen Trüffeln. Da hat z.B. gerade jetzt auch vor einigen Wochen oder Monaten eine Psychotherapeutin ihre Lizenz entzogen bekommen, weil sie zugelassen hat, dass eine Patientin, bevor sie zu in die Therapie gekommen ist, solche Pilze eingenommen hat.
                    Das geht also alles nicht.
                    Diese Retreats, die angeboten werden, haben oft
                    also die gibt es von relativ billig, wenn ich sage, relativ billig, auch da sprechen wir von 2000 bis 2500 € für ein Wochenende bis auf Luxus Retreats, die dann auch mal 20.000 € kosten mit
                    keine Ahnung, ähm Super Organic Kitchen gelegen irgendwo am Meer mit extra Masseuse und ich weiß nicht was, also wo quasi so dieses auch so ein Luxussegment gibt es auch bedient wird.
                    Und das Ganze gibt es schlussendlich weltweit, also von Leuten, die eben diese NPS Substanzen in Deutschland anwenden, bis hin zu Menschen, die in in Albanien, da sind Pilze legal, aber auch Jamaica diese Workshops anbieten oder eben für Ayahuasca und andere indigene Substanzen oder eben eben weiter ins Ausland gehen.
                    Mhm.
                    Und was bewegt jetzt Leute so viel Geld in die Hand zu nehmen und damit zu machen?
                    Also die Motive sind vielfältig und die reichen von mittlerweile zum Teil Fomo, meine Kumpels haben das allgemacht, ich muss es auch mal ausprobieren, über ein echtes Interesse an Weiterentwicklung der eigenen Perspektive, Weltanschauung, Persönlichkeit über
                    Ideen von Loteity, also das ist zur Langlebigkeit beitragen könnte, bis hin zu Luxus Spa oder auch eben Heilungsfantasien, dass ich mache jetzt einmal Psilocybin und dann ist mein meine existenzielle Langeweile mit meinem Bänkerleben verschwunden.
                    Ja.
                    Und da gibt es es ganz ganz viele Motive und es gibt durchaus Menschen, die in diesen Settings und in diesen Rahmen sehr sehr gute Erfahrungen machen, aber eben auch Menschen, die sehr schwierige Erfahrungen machen
                    und die Gefahr besteht eben.
                    Mhm.
                    Und werden die Leute da mit bestimmten Versprechungen konfrontiert im Vorfeld, dass das z.B. dann eine gute Erfahrung wird oder dass es sie auch auf ihrem Weg weiterbringt und so
                    oder wird es wird es offen gelassen?
                    Also, was sehr oft passiert ist, dass diese Workshop Anbieter sehr unseriös Forschungsergebnisse für sich vereinnahmen und sagen, z.B. die die Wissenschaft, der die das Wissenschaft, das große ominöse Konstrukt, die Wissenschaft hat festgestellt, Psilocybin hilft gegen Depression.
                    Also, wenn du mal vielleicht drauf bist, komm doch zu uns, wir machen das, aber PS, wir machen keine Therapie bei Depressiven. Also da werden quasi Forschungsergebnisse vereinnahmt, dachinfektius dargestellt und über die Risiken wird selten gesprochen.
                    Also ich glaube nicht, dass ein seriöser Seminaranbieter mit mit einem Heilsversprechen oder auch nur einem Versprechen auf eine hundertprozentig gute Zeit um die Ecke kommt. Psychedelische Erfahrung können immer auch sehr schwierig sein.
                    Aber es wird schon aggressiv geworden, das ist ein sehr kompetitiver Markt, da wird viel Geld umgesetzt, auch mit Home Kits, dass die Leute dann für Mikrodosing, was weiß ich, dann noch 500 € da lassen sollten, nehmen drei Monate Mikrodosing Kit mit nach Hause und so.
                    Also das ist alles schon sehr auch durchkommerzialisiert. Es gibt auch ein paar andere Anbieter, das sind oft die, die länger am Markt sind, die mit viel Herzblut dabei sind und es ist wirklich sehr ernsthaft betreiben.
                    Aber es gibt eben auch, also du hast angesprochen, die Anbieter, bei denen quasi aus dem Retreat Angebot ein Shop hervorgegangen ist, es gibt aber auch Anbieter, wo aus dem Shop ein Retreat Angebot hervorgegangen ist.
                    Und das sind meistens die, wo ich noch vorsichtiger wäre.
                    Okay.
                    Und mir ist auch aufgefallen, wenn man so ein bisschen vergleicht, was alles gibt, dass da die Ausschlusskriterien, also dass da wenig Ausschlusskriterien benannt werden,
                    weil es ist ja bekanntermaßen nicht so sinnvoll, wenn man jetzt psychische Vorerkrankungen oder Vorbelastungen in der Familie hat oder so,
                    dass man dann solche Substanzen konsumiert, da muss man extrem vorsichtig sein.
                    Und es ja, es erscheint schon so, als ob da wirklich einfach das Ganze sehr positiv dargestellt wird und ähm so nach dem Motto, jede Person kann da mitmachen.
                    Und ähm sind die Hürden dann auch wirklich so niedrig oder haben übernehmen die schon so eine Verantwortung to say, okay, wir fragen so ein paar Sachen ab
                    und bereiten dich auch drauf vor in einem Vorbereitungskurs oder werden die Leute auch danach begleitet?
                    Also, das ist extrem unterschiedlich. Da kann man auch bald wirklich nicht alle über einen Kamm scheren. Also es gibt Anbieter, die sehr seriös versuchen umzusetzen,
                    die wirklich lange Vorgespräche führen, die wirklich quasi jeden einzelnen möglichen Teilnehmer in in einem Gespräche wickeln,
                    gucken, okay, ist der potentiell gefährdet durch diese Form von Anwendung.
                    Es gibt aber auch natürlich die, die ihre Bruder einfach voll kriegen wollen, also auch so die Größe der Veranstaltung ist immer so ein bisschen eine Frage, also wenn da 10, 15 Teilnehmer angesprochen werden, ist es was ganz anderes, als wenn da große Räume mit bis zu 40 Menschen bespielt werden.
                    Und da muss man einfach auch aus seinem Bauchgefühl hören. Und es muss einem bewusst sein, dass auch nicht jeder, der so ein Retreat anbietet, das zwingend aus reiner Menschenfreundlichkeit tut, sondern das sind handfeste finanzielle Interessen dahinter
                    und auch zum Teil Leute in eine Form von Abhängigkeit zu bringen, indem man sie dazu kriegt, eben immer wieder zu kommen.
                    Ah, okay.
                    Ah, ich dachte das ist
                    Denn bei so einem äh bei so einem hohen Betrag, den man da zahlt, dachte ich, das ist so eine einmalige Sache und dann haben die Personen die Erfahrung ihres Lebens gemacht so ungefähr und ähm
                    dann wars das, aber es ist sehr interessant, dass du da davon ausgehst, dass da viele dann auch wiederkommen.
                    Definitiv. Und natürlich ist das viel Geld, aber wir haben ja in in Deutschland, Europa
                    und in der ganzen westlichen Welt eine durchaus finanziell gut aufgestellte Millenial Mittelschicht, sage ich mal,
                    die die sich dann, also ob die nun 2500 € für ein Wellness Retreat irgendwo ausgeben oder für ein Psilocybin Retreat ausgeben, das ist den dann auch egal.
                    Ja.
                    Das heißt, du sagst, das sind eher Personen, die schon fest im Leben stehen,
                    die schon beruflich tätig sind, die schon vielleicht ein bisschen bisschen älter sind und jetzt eher nicht so die Jungen,
                    die, sage ich mal, ja, in Ausbildung stecken oder im Studium oder so.
                    Also, ich sag mal so, wenn jemand eine Erfahrung mit einer psychischen Substanz machen will, muss er nicht auf so ein Retreat fahren.
                    Mhm.
                    Ja.
                    Ne? Also, wir haben ja gerade schon festgestellt, dass selbst die Retreatanbieter schon Oramas im Großpark Blätter verkaufen und Pilze verkaufen.
                    Und mittlerweile ist es ja so, dass wenn jemand an eine solche Substanz kommen möchte, dann dann dann dann schaffen die das auch.
                    Auch auf dem Graumarkt, sage ich mal, bewusst, in dem eben diese NPS gehandelt werden.
                    Also die wenigsten jungen Menschen machen ihre ersten Erfahrungen auf so einem teuren Retreat, die machen das auf einer Party, auf einem Rave
                    oder irgendwo, keine Ahnung, in Heidelberg auf der Nackewiese mit ihren Kumpels.
                    Ja.
                    an einem Samstagabend.
                    Ja.
                    Ja, gehen wir doch noch mal auf die Substanzen ein. Wir haben ja schon so von diesen ich sag mal noch legalen Derivaten gesprochen.
                    Ähm wie ist es denn jetzt wirklich fachlich einzuordnen? Also da gibt’s ja verschiedene Perspektiven,
                    die man da beachten sollte.
                    Fassen einfach bitte noch mal kurz zusammen, welche Risiken da trotz dieser zeitweisen Legalität entstehen.
                    Also viele wissen das, aber es ist glaube ich noch mal wichtig, das zusammenzufassen.
                    Also das Entscheidende ist, für die Toxizität einer Substanz ist nicht entscheidend, ob sie legal oder illegal gehandelt wird.
                    Ja.
                    Die toxische Substanz, die legal gehandelt wird, ist Alkohol.
                    Mhm.
                    Punkt.
                    Und bei den neuen psychoaktiven Substanzen ist es eben so, dass wir also in Großbritannien gibt es ein Gesetz, das quasi eine ganze Substanzfamilie verbietet.
                    Da heißt es dann jedes Trüptamin oder jedes Zeltamin, also das diese Substanzklassen, zu denen Psilocybin und z.B. LSD gehören, die werden on Block verboten.
                    Und alles, was man aus dem Grundgerüst bastelt, bleibt verboten, der ist verboten. In Deutschland ist es so, dass
                    quasi wir ein Katz-und-Maus-Spiel haben, weil die Labore immer neue Derivate, also Abwandlungen chemischer Art vom Hauptmolekül entwickeln.
                    Das Hauptmolekül war jetzt über lange Jahre das in den chemischen Substanzen ist LSD.
                    Bei Psilocybin dadurch, dass es auch Trüffel und so weiter gibt, lohnt es nicht so ganz. Trüffel kann man also Pilze kann man auch selber züchten. Das sind alles Sachen, da da braucht man diese so.
                    Klar gibt’s die auch mal diese Derivate, aber ist nicht so viel bei den Katinonen gibt’s auch eine ganze ganze Reihe an Substanzen,
                    die auch in diese Kategorie fallen, von der wird dann was verboten und das nächste wird entwickelt.
                    Also, wenn 4MC weg ist, kommt 3MC, das ist ein das sind Prozesse, die sind sind einfach auch eingespielt.
                    Seit etwa 15 Jahren, ich erinnere mich drauf mit dem 1PLSD, das erste legale LSD Derivat in Europa verkauft wurde, das war noch von David Nichols an der Purdue University entwickelt worden.
                    Und da war z.B. wirklich klar, weil der es wirklich erforscht hat, dass das auch zu in Anführungsstrichen echt dem LSD runterverstoffwechselt wird.
                    Ja.
                    Bei manchen anderen Substanzen könnte ich dir gar nicht sagen, die es jetzt da gibt, ich weiß gar nicht, mit welcher Buchstabenreihe wir teils sind.
                    Es gab ja 1FE und 1FE LSD und 1BP LSD sind gerade legalen.
                    Ja.
                    Genau, und wir haben uns da schon hingearbeitet, quasi das ganze Alphabet einmal entlang und wie genau das verstoffwechselt wird, was dabei rauskommt, die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Echter Wirkung eben auch in was LSD nah ist auf jeden Fall mit LSD sprechen, ist das klassische LSD 25
                    das das das Aber hoff man LSD verstoffwechselt wird ist ist ist wahrscheinlich, aber wahrscheinlich gibt es auch in den nächsten Fällen wirklich wirklich dazu die Laboranalysen.
                    Mhm.
                    Also, was man sagen muss, wenn diese Substanzen wirklich gefährlich wären, wirklich nierentoxisch, lebertoxisch, wenn die zu Ursprungreaktionen führen würden zu vermehrt hochgradig vermehrt Psychosen oder sowas, dann hätten wir das gemerkt.
                    Weil dann hätten wir auf den Festivals andere Probleme, dann hätten wir in den Notaufnahmen andere Probleme, aber es ist trotzdem nicht harmlos.
                    Also, gerade was du angesprochen hast, wenn Menschen eine familiäre Vorbelastung haben für psychische Erkrankung und da sind gerade alles was quasi psychotisch macht, was mit Schizophrenie zu tun hat, alles was auflockert,
                    also Substanzen, die die wirbeln ja durcheinander und wenn davon selbst Unruhe durcheinander ist, kann es zu viel werden und dann können Leute eben in durch psychotische Leben reinkippen.
                    Das gleiche gilt für bipolare Störungen, also wenn Leute wechseln zwischen Manie und Depression, kann das sehr sehr stark oder kann das ausgelöst werden durch eine sonder Substanz.
                    Und natürlich, gerade wenn das Umfeld nicht stimmt, wenn ein Missbrauchkonsum stattfindet oder wenn gar Leute, weil sie finden, dass es witzig ist, das auf einer Party zu machen, bis spikes werden mit so einer Substanz, dann kann das auch zu sehr sehr unangenehmen Erfahrungen führen.
                    Sehr angstbesetzt sein und kann auch zu traumatischen Assonstörungen führen.
                    Ja, das hört sich wirklich schlimm an, ja.
                    Mhm.
                    Also, ich meine, das ist also ich ich stelle es ist ja nichts Unbekanntes, aber dass Leute was in den Drink getan wird, weil irgendjemand das witzig findet und dann jemand plötzlich anfängt zu halluzinieren und weiß nicht warum, das ist eine Situation, die möchte ich persönlich nicht erleben, auch wenn ich es wahrscheinlich ordnen könnte.
                    Aber gerade Menschen, die keinerlei Erfahrung haben, sind dann halt maximal konfrontiert zum Teil.
                    Mhm.
                    Kommt nicht so häufig vor, aber gerade bei diesen legalen Derivaten ist das schon mal vorstellbar, ne?
                    Ja.
                    Und ähm macht’s nicht auch was, wenn ich jetzt an so einem Retreat teilnehme mit mir, dass ich eine Substanz konsumiere, wo ich weiß, dass die überhaupt nicht äh nachhaltig erforscht wurde, also das macht doch
                    bei LSD is ja oder Psilocybin oder so is ja Drugset und Setting extrem wichtig.
                    Also ist bei psychedelischen Substanzen besonders zu beachten und eine gute Vorbereitung sorgt einfach dafür, dass man mit höherer Wahrscheinlichkeit einen guten Trip hat und wenn da Sachen schief gehen oder man sich eben nicht gut vorbereitet, das Umfeld nicht passt
                    oder auch vielleicht die Substanz irgendwie bisschen schräg ist oder vielleicht falsch dosiert wird,
                    weil man vielleicht gar nicht so richtig weiß, wie viel ist auf so einem Trip drauf, weil da gibt’s ja auch immer wieder Schwankungen und so.
                    Ähm also, ich glaube, dass das echt ein Zusammenspiel sein kann, was dann wirklich auch schon im Vorfeld zu einer Unsicherheit führt und was dann natürlich auch diese positive Erfahrung, die man ja machen möchte, eher vielleicht so ein bisschen in weitere Ferne rücken lässt, oder?
                    Also, verrückterweise ist die Wahrscheinlichkeit, dass man die Dosis bekommt, von der man denkt, dass sie sie bekommt, bei den legalen NPS höher als bei
                    Ja. Schwarzer Marktstraße.
                    Ähm, unter, weil die halt unter anderen Bedingungen mit großen Laboren z.B. in Holland hergestellt worden sind.
                    Und die können sich quasi leisten, das sehr sauber zu machen. Also wenn man so ein Pellet bekommt, steht drauf oder man kriegt gesagt, dass 125 Mikrogramm von dem LSD Derivat ist das auch sein.
                    Also die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch, anders als bei Schmerzmarkttröppel und so weiter,
                    wo man wirklich auf gar nicht weiß, was man in der Hand hat.
                    Ähm
                    also viele der Retreat, also wenn wenn ein Mensch in einem Retreat geht, macht er sich ja schon viel Mühe. Also jemand, der sich auf der Couch zu Hause einrollt und das dort selber alleine versucht, die Wahrscheinlichkeit, dass
                    allein diese Vorüberlegung, jetzt gehe ich dahin, sich zu beschäftigen damit, mit den Menschen vor Ort zu sprechen, die sich oft auch viel Mühe geben, das gut zu gestalten, ist jetzt nicht unbedingt die Voraussetzung dafür,
                    dass es super schlecht läuft.
                    Und auf der anderen Seite, wenn es schlecht läuft, hat man im Regelfall eben keinen Therapeuten oder keinen Arzt vor Ort, weil die sich natürlich in der ganz schwierigen Situation befinden.
                    Also, wenn jemand, der eine Approbation als Arzt oder Psychotherapeut hat, so etwas begleitet, macht er was illegales, was verbotenes.
                    Ja.
                    Und das muss denjenigen auch klar sein. Da gehen einige Kolleginnen relativ locker mit um und sagen, na ja, wird schon nichts passieren, also mir wäre, also ich wage meine Approbation als Ärztin, die würde ich gerne behalten.
                    Ich würde mich also niemals in die Nähe von etwas begeben, was das gefährden könnte und da ist schon auch relativ viel Naivität unterwegs und auf der anderen Seite hat man dann eben das Problem, dass wenn da in Anführungsstrichen kein Profi vor Ort ist
                    und jemand hat eine sehr schwierige Erkrankung, hat vielleicht eine traumatische Reaktivierung von der Erinnerung, die verdrängt waren oder kommt in einen in einen emotionalen Ausnahmezustand mit viel Angst, mit viel Panik,
                    das kann dann schon unangenehm sein und kann auch schwierig zu steuern sein und oft sind halt eben Leinen dazu auch nicht adäquat in der Lage.
                    Ja.
                    Und ähm wenn jetzt auf so einer Webseite ich mich informiere und da beispielsweise steht, es ist medizinisches Fachpersonal vor Ort,
                    kann ich dann davon ausgehen, dass das auch so ist oder eher nicht?
                    Also, ich würde noch mal genauer nachfragen, was das heißt.
                    Also jede Fußpflegerin ist medizinisches Fachpersonal.
                    Hm.
                    Okay.
                    Ja, okay.
                    Sorry, also dann, ne, also
                    Mhm.
                    Was bedeutet das?
                    Und auch welche Verantwortung übernehmen die?
                    Also ich würde eher fragen, was ist der Notfallplan?
                    Zu welchem Zeitpunkt ruft ihr den Rettungswagen?
                    Wenn die sagen, aber würden wir gar nicht machen, weil dann das das ist ja für uns ganz schwierig, dann würde ich sagen, okay, gut, dass dann komme ich nicht zu euch.
                    Ja.
                    Also, dass das die war so ein ein ein eine eine Rückfallenebene von Hilfe, die man sich dann holt, die wirklich mit Equipment kommt, weil die gesagt ein Arzt oder auch ein Psychotherapeut,
                    der sowas vor Ort betreut, bewegt sich hart an der Grenze da zu sein, willst du das auch abgeben zu dürfen?
                    Mhm.
                    Ja, gibt’s noch weitere Fragen, die sich Leute stellen sollten, bevor sie an sowas teilnehmen?
                    Ganz, ganz viele.
                    Also erstens mal wirklich auch zu fragen, wie geht ihr denn damit um, wenn jemand eine psychische Erkrankung hat und ihr bekommt das mit?
                    Ne?
                    Also das ist so diese dieses so diese ist diese Due Diligence da, dass man wirklich nicht illegale Therapie macht.
                    Ähm, wo ist das denn und wo ist denn das nächste Krankenhaus, falls was wäre?
                    Mhm.
                    Und wenn die dann schon sagen, ach, das wissen wir gar nicht, dann habt ihr schon mal die Gewissheit, dass sich jemand nicht überlegt hat, was für ein Notfall passieren soll.
                    Ähm, also ich habe auch von Fällen gehört, wo dann Menschen auf einer einem solchen Workshop Retreat waren, ein Mitreisender entwickelt eine Psychose und die Reaktion des Teams vor Ort ist nicht in Wirklichkeit in die Psychiatrie zu bringen, als am nächsten Tag klar ist, der klart nicht wieder auf.
                    Der ist nicht nicht nur im Rahmen der Erfahrung verschoben, sondern der ist psychotisch, dass äh da zwei der der Facilitator diese Person mit nach Hause genommen haben,
                    was ja letztendlich eine Entführung ist, wenn man richtig drauf guckt und erst nach drei Tagen auf die Idee gekommen sind, mit dieser Person ins Krankenhaus zu fahren.
                    Also, das sind so Sachen, da sollte man schon mal nachfragen, auch mal nachfragen, wo kommt die Substanz her, was wisst ihr über die Substanz?
                    Und wenn jemand sagt, ja, ja, ist 100% legal, also das ist schon mal definitiv in Deutschland nicht richtig, also der auf die Frage, wie wird mit diesem
                    halbseitigen Status, dass die Substanzen zwar als Forschungschemikalien zugelassen sind, aber nicht für den menschlichen Konsum zugelassen sind, umgegangen.
                    Weil mal sich klar zu machen, da hat keiner eine Haftpflicht.
                    Mhm.
                    Also, wenn dir was passiert, bist du dran.
                    Ja.
                    Also man ist komplett für sich selbst verantwortlich. Die nehmen sich ja auch so ein bisschen aus der Verantwortung, indem sie sagen,
                    wir stellen euch die Substanz vorher zur Verfügung und ihr müsst die dann auch mitbringen und konsumiert die dann selber.
                    Ähm, ich habe auch davon von Sachen gehört, dass dann ähm gesagt wird, ja, also erfahrene Leute, die können auch gleich zwei nehmen, so nach dem Motto,
                    genau, und dass das auch in so Gruppensettings stattfindet, also
                    äh ich finde es, glaube ich, extrem anstrengend, wenn da schon allein 15 andere Personen sind, die auf einer hochdosierten psychedelischen Substanz sind
                    ähm und da alle ihre Reise äh machen, sage ich mal und äh also, ich glaube, dass das schon auch ganz schön anstrengend werden kann und ähm
                    ja.
                    Wobei man sagen muss, 15 ist noch eine kleine Gruppe.
                    Und wenn man in schamanische Kontexte geht, werden auch da 10 15 Leute zusammensetzen.
                    Nur für mich schwierig wird, wenn es zur Massenabfertigung kommt.
                    Ja.
                    Also, wenn wirklich 30, 40, 50 Leute plötzlich in so einem Setting ist, also das ist sowas, da wäre ich extrem vorsichtig.
                    Mhm.
                    Ähm ist es jetzt aus deiner Sicht denkbar, dass sich so Retreats in Zukunft, weil die ja natürlich auch äh sich Sachen anschauen, sich weiter,
                    also sie wollen ja auch Credibility haben, dass die Leute da auch kommen, ähm dass sich sowas weiter professionalisiert und und positiv auch weiterentwickelt,
                    dass man vielleicht auch irgendwann sagen kann, ähm ja, unter bestimmten Voraussetzungen kann man sowas mal machen oder so?
                    Also, ich sag mal so,
                    die Leute machen das ja und das kann man nicht nur machen, Leute tun es schon.
                    Und ich würde mich auch, ich bin niemand, der predigt, diese Form von Substanzen sollte nur in rein durchstrukturierten, medizinisierten Settings von Menschen mit psychischen Erkrankungen eingenommen werden.
                    Da bin ich weit von entfernt.
                    Ich sehe durchaus einen Mehrwert darin, gute, getragene psychedelische Erfahrungen als Erfahrungswerkzeuge für sich selber in den Lebenslauf zu integrieren.
                    Das muss nicht 500 mal sein.
                    Mhm.
                    Ne? Also, da da gilt die gute alte Regel, lerne das, was zu lernen ist und danach ist dann vielleicht auch gut.
                    Ja.
                    Oder um es mit einem Wort zu formulieren, if you got the message hang up the phone.
                    Mhm.
                    Ja.
                    Also, das ist, was ich so ein bisschen schwierig finde, ist, wenn quasi da so eine so ein Hype Tourismus entsteht, wenn Menschen erzählen, sie waren schon 300 mal Ayahuasca trinken.
                    Also, da ist dann sowas von einer einer einer Sinnentleerung, was was kann da wirklich noch mitgenommen werden und was zur Hölle ist alles nicht gelernt worden,
                    dass man 300 Sitzungen zu glauben macht braucht.
                    Aber die das eigene Bewusstsein zu erweitern, den eigenen Horizont zu erweitern, die psychedelischen Raum für sich selber kennen und ausschöpfen zu lernen, das kann super wertvoll sein und das muss nicht bei gesunden Menschen zwingend in einem rein medizinischen Setting passieren.
                    Aber ich störe mich daran, wenn Sachen, die nun mal nicht legal sind, als pseudolegale Leuten verkauft werden und zwar so, dass die Menschen gar nicht mitbekommen, dass das, was sie dort tun, eigentlich illegal ist.
                    Mhm.
                    Damit habe ich ein Problem.
                    Ja.
                    Und äh ich denke, der Weg müsste ein anderer sein. Idealerweise sollte es zu einer Legalisierung der gut erforschten Hauptsubstanzen kommen. Ich sag mal Psilocybin und LSD und vielleicht noch MDMA.
                    Gut erforschte Hauptsubstanzen, Toxizitäten sind klar, Anwendungs Limitationen sind klar, Dosen sind klar und dass die quasi über spezialgeschmiste Apotheken
                    ähnlich z.B. nach Erwerben von einem Wissensführerschein von erwachsenen Menschen über 1245 mal im Jahr erworben werden können
                    und dann z.B. in bestimmten Zentren, wo solche Erfahrungen dann ermöglicht werden,
                    dann auch gemacht werden können. Also, da wäre ich voll dafür.
                    Ich habe ein Problem damit, dieses Feld den dreisesten zu überlassen, die sich am weitesten weg weg bewegen von dem, was quasi äh abgesichert ist,
                    indem sie eben sagen, ja, wir machen das hier äh ohne Ausbildung im Untergrund mit der Substanz, die wir halt gerade kriegen können und wir übernehmen keine Verantwortung für das, was da rauskommt.
                    Also, wenn man das so machen, wie jetzt gerade passiert, genau das, ne?
                    And that’s it.

                     

                     

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                    Der Beitrag Psychedelika und Therapie: Interview mit Dr. med. Andrea Jungaberle – sauberdrauf! Folge 23 – der Mindzone-Podcast erschien zuerst auf sauber drauf! mindzone.info.

                    1 hr 10 min
                  • Cannabis und Psychosen: Interview mit Dr. med. Sophie Greiner u. Ayla Fickler – sauberdrauf! Folge 22 – der Mindzone-Podcast
                    Cannabis und Psychosen – Interview mit Dr. med. Sophie Greiner und Sozialarbeiterin Ayla Fickler vom Projekt CaP

                    In der 22. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ befassen wir uns mit dem Thema „Cannabis und Psychosen“. Zu Gast sind Dr. med. Sophie Greiner und Ayla Fickler, die gemeinsam im Präventions- und Behandlungsprojekt CaP in Augsburg arbeiten.

                    Cannabis ist – gerade seit der Teillegalisierung – eine der am häufigsten konsumierten Substanzen unter jungen Menschen. Neben als angenehm empfundenen Wirkungen, kann der Konsum jedoch auch mit ernsthaften Risiken verbunden sein. Eine Cannabis-induzierte Psychose zählt dabei zu den schwerwiegendsten möglichen Folgen.

                    Doch was genau ist eine Psychose eigentlich? Wie unterscheidet sie sich von Angstzuständen, Panikattacken oder sogenannten „Bad Trips“? Und welche Rolle spielen THC-Gehalt, Konsummuster und individuelle Risikofaktoren? Diesen Fragen gehen wir im Gespräch praxisnah und verständlich nach.

                    Über die Gesprächspartnerinnen

                    Dr. med. Sophie-Kathrin Greiner ist Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Bezirkskliniken Schwaben am Standort BKH Augsburg.

                    Ayla Fickler ist Sozialarbeiterin bei Condrobs in Augsburg.

                    CaP – Cannabis & Psychose

                    CaP ist ein spezialisiertes Präventions- und Unterstützungsangebot für junge Menschen (18 -30 Jahre ) mit Cannabiskonsum und psychotischem Erleben sowie deren Angehörige.

                    Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (BKH Augsburg) und Condrobs Augsburg und wird durch die Robert-Vogel-Stiftung gefördert.

                    Weitere Infos zu CaP:
                    • https://www.condrobs.de/einrichtungen/cap/
                    • https://www.bezirkskliniken-schwaben.de/fileadmin/Daten/PDFs/Kliniken/BKH_Augsburg/CaP_Flyer_2021.pdf

                    • Anmeldung und Informationen:

                      Jeden Dienstag telefonisch zwischen 10-11 Uhr unter Tel.: 0821-4803138 oder per Mail: [email protected]

                      Psychose – Definition & Symptome
                      • Was versteht man unter einer Psychose?
                      • Wie erleben Betroffene eine psychotische Episode?
                      • Welche Symptome sind typisch?
                      • Cannabis als möglicher Auslöser
                        • Was passiert im Gehirn, wenn THC konsumiert wird?
                        • Welche Rolle spielen THC-Gehalt, Konsumfrequenz, genetische Prädisposition (Veranlagung) und Konsummuster?
                        • Weitere Risikofaktoren: früher Konsumeinstieg, Stress, Mischkonsum, psychische Vorbelastungen
                        • Kann sich eine Psychose zurückbilden, wenn der Konsum frühzeitig beendet wird?
                        • Früherkennung & Warnsignale
                          • Woran lassen sich erste Anzeichen einer beginnenden Psychose erkennen?
                          • Worauf sollten Freundeskreis, Eltern oder Fachkräfte achten?
                          • Wann ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen?
                          • Behandlung & Genesung
                            • Wie verläuft die Behandlung einer cannabisinduzierten Psychose?
                            • Was können Betroffene selbst zur Stabilisierung beitragen?
                            • Wie wirkt sich der Konsum psychoaktiver Substanzen gemeinsam mit einer antipsychotischen Medikamenteneinnahme aus?
                            • Muss der Konsum immer ganz eingestellt werden?
                            • Ist späterer Cannabiskonsum grundsätzlich ausgeschlossen?
                            • Hilfe & Unterstützung

                              Bei akuten psychischen Krisen oder dem Verdacht auf eine drogeninduzierte Psychose gibt es rund um die Uhr Unterstützung beim Krisendienste Bayern:

                              https://www.krisendienste.bayern

                              0800 / 655 3000

                              Alternativ könnt ihr euch auch an eine Suchtberatungsstelle oder ein Krankenhaus in eurer Nähe wenden.

                              Infos vom Infostand: Wie den eigenen Substanzkonsum einordnen?

                              In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit Alexa direkt vom Mindzone-Infostand über eine Frage, die viele junge Menschen beschäftigt: Ab wann ist Substanzkonsum noch „im Rahmen“ – und wann sollte man genauer hinschauen?

                              Viele junge Menschen konsumieren auf Partys Alkohol oder andere Substanzen. Der Übergang von gelegentlichem Feiern hin zu problematischem Konsum ist dabei oft fließend. Dieses Gespräch soll helfen, den eigenen Konsum besser einzuordnen, Warnsignale zu erkennen und zu wissen, welche ersten Schritte bei Problemen entlasten können.

                              Inhalte des Gesprächs:
                              • Gelegentlicher Konsum
                              • Ab wann ist Konsum noch Teil des Feierns – und wann sollte man bei sich selbst aufmerksam werden?
                              • Veränderungen im Alltag erkennen
                              • Woran merkt man, dass Konsum nicht mehr nur Spaß ist, sondern den Lebensalltag belastet?
                              • Der Weg Richtung Abhängigkeit
                              • Welche typischen Zwischenstufen gibt es, bevor eine Abhängigkeit entsteht?
                              • Klare Warnsignale
                              • Welche Anzeichen auf problematischen Substanzkonsum oder eine Abhängigkeit hindeuten können?
                              • Stabilisierende Strategien und Grenzen
                              • Was tun, wenn sich der Konsum nicht mehr gut anfühlt – ohne sofort Angst vor Therapie oder kompletter Abstinenz zu haben?
                                Unterstützung & Beratung

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                                  Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.

                                  Das Transcript der Podcast Folge zum lesen

                                  Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.

                                  Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dienen zur Informationsgewinnung und Weitergabe.
                                  Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zur neuen Podcastfolge des MindZone Podcasts „sauber drauf!“.
                                  Heute sprechen wir über das Thema Cannabis und Psychosen.
                                  Dazu habe ich Frau Doktor Med. Sophie Greiner, Oberärztin der Uni Augsburg am BKH zu Gast
                                  und Ayla Fickler, Mitarbeiterin bei Condrobs, Sozialarbeiterin und sie leitet auch das betreute Wohnen für Suchtkranke.
                                  Herzlich willkommen, hallo! Schön, dass ihr da seid.
                                  Hallo!
                                  Super! Schön, dass ihr den Weg in unser Büro gefunden habt, dass ihr auch Zeit habt, eure wertvolle Zeit für den Podcast hier opfert.
                                  Und ich bin sehr gespannt auf die Aufnahme. Es wird, glaube ich, ein sehr interessantes Gespräch.
                                  Das Thema ist sehr aktuell. Cannabis wurde ja entkriminalisiert, dadurch ist auch mehr Gespräch darüber.
                                  Es sind viele Fragen offen. Aufklärung ist extrem wichtig aus unserer Sicht.
                                  Und wir versuchen damit, dieser Folge auch unserem Teil zu beizutragen.
                                  Bei jungen Menschen, die Partydrogen konsumieren, ist Cannabis mit die am häufigsten oder zweithäufigsten konsumierte Substanz direkt nach Alkohol.
                                  Der Hauptwirkstoff THC kann zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden.
                                  Es gibt eine angenehm empfundene Wirkung.
                                  Es kann aber auch unter Umständen zu unerwünschten Nebenwirkungen und negativen Langzeitfolgen kommen.
                                  Und also der Worst Case, der in den Augen vieler Betroffener oder auch Cannabis Konsumierender passieren kann, ist eben eine Psychose zu erleiden.
                                  Und darüber wollen wir heute sprechen, um dem Ganzen auch so ein bisschen das Stigma vielleicht zu nehmen oder einfach auch ein bisschen Informationen dazu vermitteln.
                                  Und ja, dafür habe ich einige Fragen mitgebracht.
                                  Gerne würde ich aber zur Einleitung noch was über euer gemeinsames Projekt erfahren.
                                  Ihr seid aus Augsburg und da gibt es ein Projekt, das nennt sich CAP.
                                  Das ist ein Präventionsprojekt für junge Menschen mit Cannabis Konsum und psychotischem Erleben.
                                  Das ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und Condrobs Augsburg.
                                  Ihr habt ein vielfältiges Unterstützungs- und Therapieangebot und begleitet Menschen, die eine Psychose erleiden und auch deren Angehörige.
                                  Gefördert werdet ihr durch die Robert Vogel Stiftung oder das Projekt wird darüber gefördert.
                                  Seit wann gibt es dieses Angebot und was war der Grund, warum es ins Leben gerufen wurde?
                                  Noch eine kurze Anmerkung für die Zuhörenden.
                                  Die erste Stimme, die ihr hört, ist die von Frau Dr. Greiner.
                                  Ja, das kann ich gerne mal beantworten.
                                  Also seit 2021 gibt es CAP.
                                  Wir sagen CAP, manche sagen CAP.
                                  Mittlerweile ist die auch Sprache so ein bisschen jedem freigestellt, glaube ich.
                                  Das war jetzt noch deutlich vor der Legalisierung, aber es hat sich einfach schon abgezeichnet, dass Cannabis und Psychose viel miteinander zu tun haben.
                                  Ich komme eher so eigentlich gar nicht so aus dem Suchtbereich, sondern war als Psychiaterin viel in dem Feld Früherkennung von psychischen Erkrankungen tätig.
                                  Vor allem Früherkennung von Psychosen, weil die kommen mit so schleichenden, nicht ganz so starken Symptomen.
                                  Kann man es manchmal schon merken, dass da eine Psychose ist.
                                  Und ganz viele konsumieren eben im Vorfeld Cannabis.
                                  Und so war es einfach der Wunsch von der Klinik und auch der Robert Vogel Stiftung, dass Cannabis und Psychose gemeinsam gedacht werden sollen.
                                  Und zwar gibt es viele Patienten, wenn sie zum Beispiel psychotisch sind, die dann durchs Raster fallen, weil Suchtberatungsstellen überfordert sind oder sich vielleicht nicht ganz firm fühlen mit psychotischen Patienten.
                                  Und auf der anderen Seite gibt es leider auch einen psychiatrisch-psychotherapeutischen System, dass die Behandler*innen voraussetzen, dass zum Beispiel jemand abstinent ist, bevor eine Psychotherapie begonnen werden kann.
                                  Und wir dachten, das kann es ja nicht sein.
                                  Die Patient*innen, die sind eigentlich ganz besonders gefährdet.
                                  Die brauchen doch eine intensivere Behandlung.
                                  Die dürfen nicht durchs Raster fallen, weil das sind die, die vielleicht sonst sehr schwer krank werden.
                                  Deswegen, wir denken beides zusammen.
                                  Wir wollen da Patient*innen auf Augenhöhe begegnen.
                                  Deswegen ist es bei uns auch so, Abstinenz ist keine Voraussetzung, sondern wir fördern eigentlich die eigene Entscheidung, wie mit dem Konsum umgegangen werden soll.
                                  Ob jemand den Konsum reduzieren möchte, ob jemand abstinent werden möchte.
                                  Und wir behandeln halt gleichzeitig die psychische Erkrankung mit für junge Menschen aktuell zwischen 18 und 30 Jahren.
                                  Und ja, mal als kleiner Blick in die Zukunft, es soll auch ausgeweitet werden auf den Transitionsbereich, das heißt auch für Jugendliche weiterentwickelt werden.
                                  Okay, das ist dann ab 14 Jahren?
                                  Ab 15 wahrscheinlich, ja.
                                  Okay, da ist auch ein Bedarf da?
                                  Ja, da ist auf jeden Fall ein Bedarf da, insbesondere was den Cannabiskonsum betrifft.
                                  Da geht es noch nicht so ganz um die vollentwickelte Psychose, aber schon um auch psychische Auffälligkeiten, um vielleicht Ängste, um depressive Symptome, um so auch ein bisschen die Selbstbehandlung damit.
                                  Auch sehr viel um besorgte Eltern.
                                  Wie wirkt sich sozusagen Cannabis auf mein Kind aus, insbesondere wenn es vielleicht schon psychische Auffälligkeiten bestehen?
                                  Und euer Team bei der CAP ist aus dir als Sozialarbeiterin und euch oder dir als Ärzten und deinem Team.
                                  Und sind da noch andere Stellen mit?
                                  Genau, also ich bin Sozialpädagogin im CAP-Projekt, ich habe noch eine Kollegin, die auch mit mir im Sozialdienst arbeitet.
                                  Zusätzlich haben wir immer eine Psychotherapeutin und Psychiater*innen, die da arbeiten.
                                  Aktuell ist die Stelle auf zwei Personen aufgeteilt, die Psychiater*innen-Stelle.
                                  Genau, und so arbeiten wir einfach ganz gut in einem interdisziplinären Team und haben von jedem Blickwinkel sozusagen auf den Patienten.
                                  Genau.
                                  Genau, und was vielleicht auch besonders ist bei uns, die Patienten bekommen das Angebot von Einzel- und Gruppentherapien.
                                  Ein bisschen Voraussetzung ist, dass sie psychiatrisch auch gesehen werden, weil das eben bei uns eine Ambulanz ist.
                                  Aber ansonsten können die sich eigentlich selber wählen, welche Therapien sie wahrnehmen wollen,
                                  zu welchen Fachdisziplinen sie gehen wollen und auch wie lange sie daran teilnehmen möchten.
                                  Okay, das klingt ja, als ob ihr so ein bisschen auch wie wir akzeptierend arbeitet und auch versucht den Leuten so ein bisschen die Kontrolle auch zu lassen, wie sie ihren Aufenthalter gestalten.
                                  Genau, ich denke, das ist ja auch das Thema Augen auf Augenhöhe mit den Klient*innen zu arbeiten.
                                  Wir versuchen da einfach zu schauen, da wirklich auch zu gucken, was brauchen die einzelnen Klient*innen, wo brauchen die gerade Unterstützung.
                                  Wir versuchen die oft auch an jede Disziplin einmal anzubinden, dass sie uns kennen, dass sie wissen, okay, da kann ich vielleicht hinkommen, wenn mal wieder irgendwie ein Thema in der Sozialberatung wäre,
                                  wenn ich eine Wohnung suche, wenn ich Gelder brauche, wenn irgendwas ist.
                                  Aber auch, dass sie wissen, okay, ich muss da nicht dauerhaft hingehen.
                                  Ich darf sagen, okay, ich komme jetzt drei Mal zu dir und dann möchte ich gerade erst mal nicht mehr.
                                  Ich möchte zu den Gruppenangeboten kommen, die sind auch alle freiwillig, also da ist keine davon verpflichten und ich glaube, das ist auch ganz wichtig.
                                  Wir fördern ja, dass sie selbstständig sind, dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen, dass sie versuchen, rauszufinden, wo geht es hin, was brauche ich gerade, wo brauche ich Unterstützung.
                                  Und in unserem Konzept funktioniert das, glaube ich, am besten, wenn wir ihnen auch einfach da die Entscheidung lassen, was gerade aktuell ihre Anliegen sind und ihr Bedarf ist.
                                  Genau, es gibt so eine Grenze, die für uns schon noch wichtig ist und zwar wir haben schon den Schwerpunkt auf Cannabis und Psychose.
                                  Viele bei uns haben natürlich auch schon mal einen Probierkonsum von anderen Substanzen gehabt oder auch gerade im Vorfall der Psychose ist häufig der Mischkonsum erstmal auslössend gewesen.
                                  Aber wenn wirklich eine Abhängigkeit besteht von einer anderen Substanz oder von vielen anderen Substanzen, dann kommen wir mit unserem Konzept,
                                  einfach weil wir so diese Cannabisbrille die ganze Zeit aufhaben, ein bisschen einfach an unsere Grenzen und dann haben wir auch ganz tolle Partner in der Stadt von der Drogenhilfe Schwaben, Caritas,
                                  die uns da eben unterstützen oder auch in der Klinik. Das ist wichtig, genauso wenn zum Beispiel jemand Cannabis abhängig war und davon abstinent wird und dann aber eine Suchtverlagerung hinlegt.
                                  Sowas gibt es ja leider auch. Meistens geht es dann Richtung Alkohol, weil Alkohol so verfügbar und auch so eigentlich gar nicht reguliert ist.
                                  Und da müssen wir dann auch immer aufpassen, dass die Patient*innen, die Klient*innen das richtige Therapieangebot bekommen.
                                  Okay, das klingt herausfordernd und spannend, auf jeden Fall, vielfältig.
                                  Also Spaß macht es auf jeden Fall. Ich glaube, allen auch unseren Tee enthüllen.
                                  Jetzt würde mich noch interessieren, ich kann mir vorstellen, dass jemand, eine Person, die wirklich so richtig in der Psychose ist, dass die vielleicht auch gar nicht so wirklich erkennt,
                                  dass jetzt, also wie werden denn die Leute überhaupt aufmerksamer auf euer Angebot? Also werden die von der Polizei gebracht oder von Angehörigen oder kommen die selber, weil die im Internet gucken?
                                  Ja. Okay, dann ich beginne mal sozusagen. Also es gibt unterschiedliche Anlaufstellen, wie man zu uns kommen kann.
                                  Jetzt speziell diejenigen, die richtig in, also wir sind ja ein rein ambulantes Angebot.
                                  Da kommen natürlich viele, die vorher psychiatrisch stationär in der Klinik waren und die dann schon behandelt sind und die entweder entlassen werden wollen
                                  oder die einfach auch bereit sind, wo man sagt, jetzt gibt es eine Entlassung, dass wir sozusagen das Anschlussangebot sind.
                                  Es gibt aber natürlich auch diejenigen, die vielleicht noch gar nicht in die Klinik kommen, wo aber die Angehörigen merken, irgendwas stimmt nicht.
                                  Mit meinem Sohn, der zieht sich jetzt nur noch zurück, der kifft wahnsinnig viel, der Tag-Nacht-Rhythmus hat sich komplett umgekehrt, der kommt nicht mehr in seine Ausbildung zurecht.
                                  Es kommt ständig zu Missverständnissen, weil irgendwie wird das, was man sagt, anders verarbeitet, der ist nur noch in seinen eigenen Gedanken.
                                  Und dann haben wir eben auch das Konzept und ich glaube auch, weil wir eben stiftungsgefördert sind, können wir das machen, dass wir erstmal nur die Angehörigen zum Beispiel beraten
                                  und erstmal zum Umgang beraten. Was macht man dann, wenn jemand eine Psychose hat?
                                  Und dann, wenn die dann Firma sind, dann bringen die teilweise die Klient*innen mit.
                                  Und natürlich auch so ein Podcast wie hier oder generell Informationen führt auch dazu, dass vielleicht dann jemand sagt, ah stimmt, ich hab da was, vielleicht traue ich mich vorzustellen.
                                  Wir haben eine E-Mail-Adresse, da kann man einfach hinschreiben. Wir haben eine Telefonsprechstunde immer Dienstags, da kann man anrufen und dann kriegt man einen Termin.
                                  Super, ich pack euch zuhörenden die Kontaktdaten mit in die Show Notes.
                                  Könnt ihr gerne dann reinschauen, auch wenn euch das Projekt nochmal genauer interessiert.
                                  Viele fragen sich jetzt wahrscheinlich schon, die zuhören, wie ist denn überhaupt so eine Psychose definiert?
                                  Also was grenzt denn eine Psychose von „Ich bin einfach nur super high“ ab?
                                  Genau, das würde ich jetzt auch nochmal aus der medizinischen Erwarte beantworten.
                                  Also ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man den Begriff der Psychose richtig definiert, weil der wird auch in der Gesellschaft, der ist ja total psychotisch, auch manchmal so ein bisschen fälschlich, genauso wie „oh, die ist total schizophren“ verwendet.
                                  Wir in der Medizin oder in der Psychiatrie oder in dem Versorgungssystem verstehen darunter, was ziemlich definiert ist.
                                  Und zwar sind das Menschen, die vor allen Dingen, wenn man Sinnestäuschungen hat, üblicherweise sind das Stimmen, die man hört.
                                  Zum Beispiel Stimmen, die Kommentare überein machen, auch Stimmen, die einem Dinge befehlen. Häufig sind es mehrere Stimmen auch, die man hört.
                                  Dann kann ein Wahn dazu kommen, das sind zum Beispiel paranoide Wahninhalte, zum Beispiel, dass man sich verfolgt fühlt von der Polizei.
                                  Das kann ganz krasse Dynamiken annehmen. Also ich hatte auch schon mal eine Person behandelt, die dann wirklich angefangen hat, im Keller einen Tunnel sich zu graben, falls jemand kommen sollte, dass man irgendwie einen Fluchtweg hat.
                                  Und dann gibt es auch noch sogenannte Ich-Störungen. Das ist einfach, wenn so die Grenze zwischen dem eigenen Ich und der Umwelt beginnt, sich aufzulösen.
                                  Wenn man dann zum Beispiel das Gefühl hat, ich denke überhaupt nicht mehr meine eigenen Gedanken oder meine Gedanken könnten irgendwie gelesen werden.
                                  Oder auch so, ich werde gesteuert, wie als wäre da eine Fremde macht und die steuert dann meinen Arm. Und das sind sozusagen typische psychotische Symptome.
                                  Und der Unterschied ist, das Highsein ist ja auch einfach zeitlich ein Stück weit begrenzt. Da können natürlich auch mal vor allen Dingen optische Phänomene auftauchen und auch so ein bisschen Sinnestäuschungen.
                                  Aber wenn das einfach auch nicht weggeht und anhält und auch länger als es 24 Stunden anhält und im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis steht, dann spricht man von einer cannabisinduzierten Psychose.
                                  Ja, wir geben auch so Schulungen für so junge Partykollektive und das auch immer so nach der Abgrenzung gefragt, was ist denn jetzt eine Überdosierung von Psychedelika oder Cannabis, wo dann schon so Symptome auftreten, dass die Leute wirklich schon so einen Realitätsverlust haben.
                                  Und ich sage dann auch immer, ja, so eine, das geht eigentlich wieder weg, wenn die Drogenwirkung nachlässt. Aber eine Psychose, das merkt man halt, wenn die Person dann mal geschlafen hat und eigentlich das Ganze sich wieder ins Lot begeben sollte, dann hält das aber immer noch an.
                                  Und das geht dann einfach ohne eine Behandlung auch nicht wirklich weg. Genau, und da merkt man dann den Unterschied auch.
                                  Und ganz häufig ist es auch so bei Cannabis, dass das jetzt nicht so ist, ich hab jetzt einmal konsumiert, dann war ich total high und dann habe ich nach 48 Stunden immer noch die Psychose.
                                  Sondern das ist so, dass ich meistens über den Konsum langsam, schon über eine längere Zeit einfach so leichte Symptome die ganze Zeit schon anschleichen. Also, dass man zum Beispiel schon länger merkt, wenn ich im Bus sitze, dann habe ich immer das Gefühl, die Leute gucken mich an, man bezieht die Dinge eher auf sich selbst.
                                  Oder man hat auch so kognitive Probleme, wie zum Beispiel, man hat, dass die Gedanken so stoppen, dass man nicht mehr gerade ausdenken kann, dass die so abreißen oder dass ständig störende Gedanken einem reinkommen.
                                  Dass man so gefesselt wird von irgendwelchen Details und gar nicht mehr loskommt im Kopf davon. Das sind so kleine Symptome, die manchmal im Vorfeld schon beginnen. Häufig auch so eine latente Paranoia, Misstrauen, ohne dass es wahnhaft ist. Und das kann sich halt dann steigern.
                                  Okay. Da erzählt er jetzt schon auch so ein bisschen aus der Sicht von einer betroffenen Person. Aber was berichten denn die Leute, wie die das erleben auch? Also es würde mich total interessieren.
                                  Also ich glaube, das ist ganz unterschiedlich. Wir haben ganz viele unterschiedliche Patient*innen, die wir behandeln. Ich glaube, manchmal, das ist wirklich, also das, was du auch gerade schon beschrieben hast, dieser Anfang, wo die Menschen wirklich erleben, kann ich noch jemandem vertrauen?
                                  Wo man auch so ein bisschen manchmal das Vertrauen in die Person wirklich nah an einem verlieren, weil man so Gedanken bekommt, was ist hier los, irgendwie stimmt alles gerade nicht mehr.
                                  Und das kann sich dann immer weiter steigern. Und ich glaube, das ist gerade so in den Frühwarnzeichen schon auch was, was für die Patient*innen super belastend ist, weil das ja wirklich dann sich auch immer mehr steigert.
                                  Und am Anfang ist es, glaube ich, bei ganz vielen was, wo sie das Gefühl haben, das geht schon wieder weg oder das ist mal akut was. Und wenn es dann aber bleibt, dann ist das, glaube ich, schon einfach auch für das gesamte System und das gesamte Leben irgendwie ja auch schwierig, das dann so weiterzuführen, wie es vorher war.
                                  Also manche Patienten schildern das auch ein bisschen wie wenn man einen Albtraum hat, also eine richtige Psychose. Also wenn man sich das vorstellt, man träumt, dann macht ja alles in dem Traum auch Sinn.
                                  Es gibt ja auch, also viele glaube ich, kennen Verfolgungsträume und hatten das schon mal und es macht total Sinn. In einem Traum macht alles irgendwie ist da logisch und baut auf dieser Logik auf und dann verkennt man zum Beispiel Leute, jemand sieht anders aus, man ist trotzdem überzeugt, das ist meine Mutter oder dann ist die Mutter plötzlich eine Hexe und man ist so in dieser eigenen Logik gefangen.
                                  Und so ähnlich ist auch eine Psychose. Also es gibt da eine eigene Logik und das macht es natürlich für Außenstehende auch schwierig, weil die dann sagen, hey, wir sehen gar keinen Grund, dass du gerade verfolgt wirst, aber die Person ist zu 100% davon überzeugt, dass jetzt die Polizei zum Beispiel kommen wird, weil sie vielleicht, manchmal hat es auch noch so einen mini realen Bezug, weil sie vielleicht auch noch andere illegale Substanzen konsumiert hat.
                                  Man denkt so, okay, nee und dann werde ich richtig hochgenommen und dann werde ich in mein Umfeld auseinandergenommen und dann spaltet es sich sozusagen so ab.
                                  Ja, okay. Und gibt es da dann auch, dass noch so andere psychische Erkrankungen mit auftreten, also zum Beispiel so Panikattacken, Angststörungen? Ja?
                                  Ja, also ich glaube, es ist auch generell wichtig zu sagen, Cannabis und Psychose haben viel miteinander zu tun. Nichtsdestotrotz nicht jeder, der jetzt kifft, mal gekifft hat, mal zum Joint greift, entwickelt eine Psychose.
                                  Das muss man wirklich voneinander trennen. Aber es gibt eben eine Gruppe, die hat ein höheres Risiko, eine Psychose zu entwickeln.
                                  Aber es gibt auch andere Dinge, die vielleicht mit dem Cannabiskonsum zusammenhängen oder auch Grund dafür sind, dass man kifft. Zum Beispiel Ängste, soziale Ängste, dass man halt einerseits ist ein bisschen mehr dadurch bekommt.
                                  Aber es gibt auch Leute, die soziale Ängste haben und sagen dann kiffe ich, weil dann habe ich es vielleicht ein bisschen weniger.
                                  Auch depressive Symptome sind mit Cannabiskonsum assoziiert und treten halt häufiger mal gemeinsam auf.
                                  Und warum ist jetzt Cannabis genau so ein Auslöser für Psychosen? Das sind ja andere Partydrogen oder andere psychoaktive Substanzen auch, aber bei Cannabis fällt mir so auf, dass es schon eher häufig auftritt im Gegensatz zu anderen Substanzen.
                                  Vielleicht kriegt man es auch nur mehr mit, da habt ihr wahrscheinlich mehr einen Einblick.
                                  Das würde mich auf jeden Fall sehr interessieren, um das zu konkretisieren. Was passiert denn im Gehirn, wenn ich jetzt THC aufnehme? Genau.
                                  Es gibt natürlich andere Substanzen, die können auch zu einer Psychose führen. Cannabis wird einfach häufiger auch konsumiert, deswegen sieht man es vielleicht auch ein Stückchen häufiger.
                                  Und es gibt eben bestimmte Mechanismen, die wirklich einfach dazu beitragen. THC ist ja der quasi Wirkstoff, der sowohl zum Rausch führt als auch die psychotische Symptomatik hervorruft.
                                  Und es führt dazu, dass man eine Dopaminausschüttung bekommt. Dopamin ist der Botenstoff, der im Belohnungssystem eine Rolle spielt, der aber auch insbesondere bei Psychosen eine Rolle spielt, bei diesen Fehlwahrnehmungen eine starke Rolle spielt.
                                  Und dann bindet THC auch noch an den Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und das führt dann zu einer Glutamatausschüttung oder zu einem Glutamat-Gaba-Missverhältnis.
                                  Und Summa summarum führt es zu einer Aktivierung, die dann die Filterfunktion des Gehirns stört. Und das kann man sich mit der Psychose eigentlich auch so gut ganz vorstellen.
                                  Also häufig ist es ja so, dass man die normale Dinge wahrnimmt. Also ich gucke jetzt zum Beispiel aus dem Fenster und ich sehe da ein Ast und der zeigt so nach unten. Den kann ich jetzt sehen.
                                  Wenn aber mein Gehirn eine Filterfunktionsstörung hat, dann gibt es plötzlich, wird es sozusagen auch emotional oder mit Ängsten oder anders verarbeitet.
                                  Und dann ist der nach unten zeigende Ast nicht mehr einfach neutral, sondern dann ist es ein Zeichen dafür, dass es in meinem Leben abwärts gehen wird.
                                  Und dann beginnen sich Dinge zu verbinden, die vielleicht für Außenstehende nicht so nachvollziehbar sind.
                                  Man munkelt ja auch, also vor allem bei den Leuten, die Cannabis konsumieren, dass man quasi schon eine genetische Prädisposition haben muss, damit Cannabis auch eine Psychose auslöst.
                                  Man sagt ja irgendwie so, ein Prozent der Bevölkerung ist gefährdet, eine Psychose zu bekommen. Also wie schätzt ihr das ein?
                                  Also mit dem Genetikthema würde ich jetzt nochmal direkt weitermachen. Das ist jetzt sozusagen mein Block.
                                  Es spielen tatsächlich bestimmte Risikofaktoren eine Rolle und das ist die genetische Prädisposition. Also es gibt jetzt nicht so das Schizophrenie-Gen,
                                  aber es ist schon so, wenn viele verschiedene genetische Veränderungen zusammenkommen, dann kann man so ein Schizophrenie-Psychose-Risiko-Profil genetisch haben.
                                  Und dann hat man leider eine höhere Wahrscheinlichkeit, auch eine Psychose zu bekommen.
                                  Es spielt auch das Alter eine große Rolle. Also Jüngere sind gefährdeter und das Geschlecht, also Männer sind auch gefährdeter als Frauen.
                                  Und gerade was das Alter betrifft, da gibt es aus Kanada auch eine ganz spannende Studie, die sich das angeschaut hat ab zwölf Jahren.
                                  Wir haben gesehen, diejenigen, die zwischen zwölf und 19 Jahren Cannabis konsumieren, die haben ein deutlich höheres Risiko, eine Psychose zu entwickeln, als die, die nicht konsumieren.
                                  Und wenn man das dann weiterfolgt, also die über 19-Jährigen bis zu uns junge Erwachsenen-Alter, da geht dieses Risiko gar nicht mehr so weit auseinander.
                                  Also es ist wirklich so im Teenager-Alter, da entwickelt man sozusagen dieses große Risiko, auch psychotisch zu werden unter Cannabis.
                                  Und das Risiko kann aber auch, also wenn die Person jetzt zwischen zwölf und 19 Jahren noch keine Psychose bekommt, kann es auch sein, dass sie später eine bekommt irgendwann?
                                  Ausgeschlossen ist es nicht. Also jetzt gerade so zwischen 20 und 30, das sind ja auch viele Patientinnen, die wir sehen.
                                  Ja, klar, da kann man auf jeden Fall noch eine Psychose entwickeln. Dafür spielen auch andere Faktoren eine Rolle.
                                  Ist zum Beispiel Stress, Live-Events, die man hat. Mischkonsum spielt eine ganz große Rolle.
                                  Was auch vielleicht noch wichtig ist, Kindheitstrauma und Cannabis haben additive Effekte. Das heißt, wenn man traumatisiert war oder traumatische Erlebnisse in der Kindheit hatte und dann Cannabis konsumiert, dann ist das Risiko für eine Psychose zu entwickeln noch mal höher.
                                  Danke. Jetzt gibt es ja seit einiger Zeit auch in diesen Online-Apotheken und auch schon vor der Entkriminalisierung so ganz hochpotente Cannabis-Sorten, wo ganz viel THC drin ist, teilweise über 30 Prozent, und dieser CBD-Anteil rausgezüchtet wurde.
                                  Man sagt ja eigentlich, CBD ist so das, was antipsychotisch wirkt, also so der Gegenspieler zum THC. Seht ihr da eine Veränderung oder würdet ihr sagen, dass auch, mal direkt gefragt, lösen diese hochpotenten Cannabis-Sorten eher eine Psychose aus als ausgewogenes Cannabis?
                                  Also ja, das ist ganz klar die Antwort. Also es gibt viele Studien zu, die zeigen, hochpotentes Cannabis plus hochfrequenter Konsum führen zu mehr Psychosen. Also es ist wirklich eine dosisabhängige Beziehung.
                                  Und auch die Relation spielt eine Rolle. Also zum Beispiel ist viel CBD drin, auch wenn das THC hoch ist, dann ist das eher Schützen. Und wir sehen immer mehr Sorten, auch im Medizinal-Cannabis-Feld, wo der CBD-Anteil eigentlich super niedrig ist und der THC-Anteil höher.
                                  Und das sehen wir auch schon vor der Legalisierung, dass einfach diese Pflanzen jetzt oder diese Sorte, denen den Markt dominieren. Und ich finde es auch ganz wichtig, weil man muss sich ja vorstellen, das ist eigentlich eine Pflanze.
                                  Und wenn da 30 Prozent Wirkstoff ist, das ist so krass hochgezüchtet. Eine Pflanze besteht ja auch noch aus Chlorophyll und ihren ganzen pflanzlichen Bestandteilen. Das ist nicht mehr ganz so grün und organisch, sondern das ist schon ein bisschen was anderes.
                                  Und dann auch die Art und Weise, wie es dann konsumiert werden kann, wenn es dann noch in einem Öl ist etc., dann kann man das noch mal höher potenzieren. Und das sehen wir.
                                  Und dann haben wir auch schon, also es sind Einzelfälle, aber dann haben wir, was wir sonst früher nie gesehen haben, auch mal auch ältere, wirklich ältere Personen gesehen, die das als Medikament verschrieben bekommen haben, Medizinal-Cannabis, die darunter auch eine Psychose entwickelt haben.
                                  Und das haben wir früher nicht gesehen. Also noch mal bezüglich Altern. Ich fand immer so über 40 wird es dann eigentlich relativ unwahrscheinlich, aber mit diesen ganz hoch potenten Pflanzen sind wir dann doch manchmal ganz überrascht, dass es das auch gibt.
                                  Ja, okay. Jetzt fragen sich wahrscheinlich viele, wie kann ich denn, wenn ich jetzt anfange Cannabis zu brauchen, wie kann ich denn herausfinden, ob ich eine Psychose-Neigung habe? Also ob ich wirklich da aufpassen sollte?
                                  Was sind denn normale Symptome, die vielleicht jetzt mal, wo es vielleicht mal nicht so angenehm ist und wo geht es schon Richtung so einer Psychose-Vorbelastung?
                                  Also erstmal überhaupt zu wissen, gibt es in der Familie psychische Erkrankungen. Also wenn es einfach noch Häufungen von Schizophrenie gibt innerhalb der Familie, dann ist man wahrscheinlich auch genetisch gefährdeter.
                                  Auch andere Erkrankungen, bipolare Erkrankungen haben das ja, ähnliche Genetik, die haben auch eine höhere Neigung eine Psychose zu entwickeln. Depressive Symptome oder depressive Erkrankungen auch manchmal.
                                  Generell, das hat jetzt nichts mit der Psychose zu tun, aber wenn viele Suchterkrankungen in der Familie sind, dann hat man auch eine höhere Anfälligkeit abhängig zu werden.
                                  Und dann fällt es mir schon auf, wenn ich mit unseren Patient*innen spreche, es gibt Menschen, die kiffen und die sagen, ich habe eigentlich nie so wahrnehmungsverändernde Phänomene.
                                  Das habe ich, wenn ich andere Substanzen konsumiere, wenn ich LSD oder Pilze oder so nehme, aber nicht bei Cannabis. Und dann gibt es Leute, die haben halt einfach auch schon bei wenig Konsum so Verzerrungen, also so optische Verzerrungen und die sind einfach sensibler dafür.
                                  Und da kann man dann schon vermuten, dass die dann auch eher bei viel und mehr Konsum auch eine Psychose entwickeln.
                                  Und ich glaube, das gleiche gilt ja auch für das, was du vorher schon gesagt hast, dieses, oder du hast es auch gesagt, wenn es danach nicht so richtig aufhört, wenn ich kiffe und ich merke, die nächsten Tage habe ich irgendwie so ein komisches Gefühl oder fühle mich irgendwie so ein bisschen beobachtet oder irgendwas,
                                  dass dann kann man sich glaube ich schon mal denken, okay, vielleicht tut mir das Ganze nicht so gut. Ich glaube, das ist auch was, was man immer beobachten kann, dass es eigentlich nach dem Konsum aufhört, dass da einfach ein Stopp ist zu allen Symptomen.
                                  Und eine Psychose verschwindet nicht von allein wieder, wenn ich jetzt einfach sage, okay, ich habe solche Gedanken und höre jetzt aber zum Kiffen auf, um das irgendwie einzugrenzen.
                                  Doch, kann passieren. Ja, also wir haben einen Bias, weil wir sehen natürlich diejenigen, die sich dann auch vorstellen und die kommen und bei denen es nicht aufgehört hat.
                                  Es gibt es schon, es gibt sowohl Drogen induziert, es gibt es aber auch ohne Substanz, es nennt sich Blips, wenn man wirklich für eine kurze Zeit mal psychotische Symptome hat und die dann auch von ganz alleine wieder verschwinden.
                                  Allerdings, wenn man sowas mal hatte, das ist auch, dann hat man ein sogenanntes Hochrisikosyndrom für eine Psychose, heißt dann nicht, dass es immer wieder verschwindet, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass es mal bleibt, nimmt zu.
                                  Okay. Gibt es auch die Gefahr, dass man nach dem Cannabis-Konsumstopp psychotische Symptome bekommt, weil sich das so stark verändert? Dann, also dass man wirklich eine ganz lange Zeit hoch frequentiert gekifft hat, da ging es aber.
                                  Dann muss man oder will aus irgendwelchen Gründen einen Konsumstopp einlegen, macht es dann sehr plötzlich und dass es dann psychotische Symptome gibt?
                                  Hab ich tatsächlich so noch nie erlebt. Ich kenne das eher bei anderen Substanzen, dass man sozusagen im Entzug so ein Delir bekommt, wo man auch dann psychotische Symptome hat.
                                  Das ist üblicherweise eher bei dämpfenden Substanzen, also Alkohol, Benzos, GBL. Also da, wenn man dann plötzlich einen Konsumstopp hat, dann wird man so delirant und kriegt psychotische ähnliche Symptome. Bei Cannabis kenne ich es jetzt tatsächlich weniger.
                                  Okay. Dann gehen wir zu dem Teil über. Früherkennung und Warnsignale. Wir haben schon so ein bisschen drüber gesprochen.
                                  Woran kann man als betroffene Person, also als Freundin, als Elternteil oder auch Sozialarbeiter*in merken, ob jemand eine Psychose hat?
                                  Also, ihr habt es so ganz kurz angeschnitten, aber ich würde noch mal ein bisschen genauer darauf eingehen.
                                  Also, ich glaube, auch da muss man wieder sagen, das ist sehr vielfältig. Also gerade diese Frühwarnphase, diese Symptome, die am Anfang kommen, die sind einfach nicht ganz klar.
                                  Also, man kann jetzt nicht sagen, wenn der sich so und so verhält, dann ist er definitiv psychotisch oder dann ist er dabei, eine Psychose zu entwickeln. Aber was man schon sagen kann, ist, also, dieses, was wir schon besprochen haben, dass jemand sich so ein bisschen anders verhält, dass er viel in Dinge reininterpretiert.
                                  Also, dieses so ein bisschen, dass die Wahrnehmung zu dem Teil so ein bisschen verschoben ist. Also, der ist schon noch in dem gleichen Raum und sieht die gleichen Dinge wie ich, aber der misst denen manchmal ganz andere Bedeutungen zu.
                                  Der sitzt im Bus und denkt, ich werde immer beobachtet oder man führt ein Gespräch und der sagt am Ende, ja, ich weiß ganz genau, der hat das jetzt nur gesagt, um mir irgendwie ein schlechtes Gefühl zu geben.
                                  Das sind so erste Symptome, wo man schon gerade als Mensch, der der Person nahe steht, merken kann, irgendwas stimmt nicht. Wenn es länger geht, ist es auch oft so, dass sich die Menschen so ein bisschen abkapseln und so ein bisschen auch in die Vereinsamung gehen,
                                  weil sie auch merken, dass das, was sie wahrnehmen, nicht die Wahrnehmung von den anderen ist oder sie nicht ernst genommen werden oder sie nicht akzeptiert werden in ihren Gedanken. Das ist auf jeden Fall was, wo man auch darauf achten kann, wenn sich jemand immer mehr abkapselt, immer mehr zurückzieht.
                                  Es kann schon auch so ein bisschen dieses Konzentrationsschwäche oder so, wenn ich merke, jemand bleibt gar nicht mehr bei der Sache, ist fahrig in den Gedanken, das ist glaube ich auch was, wo man darauf achten kann.
                                  Ich glaube, dann ist es immer so ein Zusammenspiel von vielen Sachen. Also ich glaube, als nahestehende Person merkt man, wenn sich jemand verändert, wenn jemand einfach sich mehr zurückzieht, sich von dem, was er äußert, von dem, was er so auch von sich preisgibt stark verändert, dann glaube ich, kann man da schon mal nachhaken.
                                  Und wenn ich die Person jetzt als befreundete Person zum Beispiel drauf anspreche und die Person reflektiert das und sagt dann, ja, okay, ich will das irgendwie auflösen, ich verstehe, dass meine Wahrnehmung irgendwie ein bisschen eine andere ist als deine und,
                                  dass du das vielleicht nicht immer böse meinst oder so, obwohl es bei mir ganz böse ankommt, kann sowas auch helfen, also dass die Leute dann wirklich drüber reden auch und sich darauf einlassen?
                                  Ich glaube, es kann schon helfen, aber ich glaube, da ist auch wieder so ein bisschen, da kommt es glaube ich drauf an, wie weit fortgeschritten diese Symptome schon sind.
                                  Ganz am Anfang kann es noch gut funktionieren und da ist auch, glaube ich, noch der Realitätsbezug einfach stärker da, da kann man noch sehr viel mehr sozusagen auch selbst steuern.
                                  Wenn ich mal an einem Punkt bin, glaube ich, wo das schon sehr weit fortgeschritten ist, dann führt es tatsächlich oft dazu, dass so ein Gespräch nicht gut funktioniert, weil sich die Person dann eben, wie vorher schon dieser Albtraum, es ist real für diese Person.
                                  Also es ist nicht so, dass die Person dann sagen kann, ja gut, du sagst mir jetzt, es ist nicht so, dann ist es halt nicht so, sondern es ist Realität für die Person und das ist manchmal schon die Schwierigkeit dran.
                                  Und wann wäre denn jetzt der richtige Zeitpunkt, professionelle Hilfe dazu zu holen?
                                  Also ich glaube, als betroffene Person so früh wie möglich. Also ich glaube, bei Psychosen ist es einfach, je früher man gegensteuert, desto besser sind auch die Chancen der Heilung oder eben auch des Abwendens.
                                  Also je präventiver, desto besser. Ich glaube, sobald man das irgendwie einschätzen kann, als jetzt als Betroffener oder als auch als Angehöriger oder Freund,
                                  sich da Hilfe zu suchen, ist immer, glaube ich, das Richtige, einfach zu schauen, welche Anlaufstellen gibt es in meiner Stadt, wo kann ich mich hinwenden?
                                  Und vielleicht auch schon versuchen, die betroffene Person dann mit zum Gespräch zu nehmen oder sich Infos zu holen und die betroffene Person dann darauf anzusprechen.
                                  Genau, da vielleicht noch als Ergänzung, ich glaube, wenn halt was komisch ist, egal ob das betroffene selbst merken oder die Angehörigen,
                                  dann hilft es ja auch einfach manchmal, eine professionelle Einschätzung zu bekommen. Sind es jetzt zum Beispiel Ängste, hat man jetzt eine Angsterkrankung oder geht das Richtung Psychose?
                                  Und dann hilft der professionelle Blick. Und es ist auch so, wenn man früh, sag ich mal, reagieren kann, dann kann man auch sehr viel psychotherapeutisch einfach noch machen.
                                  Und psychotherapeutisch korrigieren oder gucken kann man vielleicht da auch oft den Konsum verändern, wenn eine Psychose natürlich sehr, sehr weit fortgeschritten ist.
                                  Und eine Psychose kann auch dahingehen, dass Leute, weil sie so eine verschobene Realität werden, auch eigen und fremdgefährdend werden.
                                  Dass sie dann zum Beispiel ihre Umstehenden als zum Beispiel Hexen oder Aliens verkennen und sich bedroht fühlen, aber in dieser Bedrohung zum Beispiel das Gegenüber mit einem Messer angreifen.
                                  Also sowas gibt es halt einfach auch. Und in einer Situation der Eigen- und Fremdgefährdung, dann müssen die Leute auch gegen ihren Willen psychiatrisch behandelt werden.
                                  Und häufig muss man so eine fortgeschrittene Psychose eben auch medikamentös behandeln.
                                  Und wenn man halt so kleine Minisymptome hat, dann kann man da ja auch noch ganz anders umgehen mit.
                                  Deswegen ja, gerne professionelle Einschätzung sich holen.
                                  Und seht ihr, dass die Menschen, die betroffen sind, sich eher früher oder eher zu spät in Behandlung begeben, mehr zu allgemein auch?
                                  Ihr seid ja schon eine Stelle, die auch akzeptierend ist. Und ihr wollt ja wahrscheinlich auch, also so hört sich das an, ein gutes Umfeld schaffen, dass die Leute auch dahin gehen wollen und sich behandeln lassen wollen.
                                  Dass sie selber auch was mitbestimmen können und sich das auch so ein bisschen aussuchen können, wie sie das angehen.
                                  Aber so im Allgemeinen, also ich kann mir vorstellen, dass es wirklich oft zu lang laufen gelassen wird.
                                  Ja, genau. Ich glaube, wichtig ist zu sagen, wir haben diesen Schwerpunkt Cannabis und Psychose.
                                  Aber man kann sich auch zum Beispiel vorstellen, wenn man Cannabis konsumiert und eine Depression hat oder eine Bipolarstörung hat oder an Ängsten leidet.
                                  Das sind aber auch alles Faktoren, die vielleicht auch zu einer Psychose führen können.
                                  Ich finde, dass wir durch die Legalisierung, dass sich einfach noch mehr Menschen melden, die einfach ihren Konsum selbst kritisch betrachten.
                                  Und ja, das ist ein bisschen…
                                  Denkt ihr, das liegt daran, dass mehr Leute konsumieren oder weil es kein so ein Stigma-Thema mehr ist?
                                  Also es ist ja schon noch ein Stigma-Thema. Wir sind in Bayern.
                                  Da wird ja immer noch gekämpft, dass man Cannabis am besten wieder los wird aus der Legalität.
                                  Aber woran liegt es, dass da mehr Menschen kommen?
                                  Also was wir merken, die Stigmatisierung ist durchaus noch da.
                                  Also wir befinden uns immer noch in Bayern. Es ist immer noch nicht so ganz so, dass das jetzt was Normales wäre.
                                  Aber wir merken auf jeden Fall, dass die Ängste abgebaut werden.
                                  Die Menschen kommen eher, trauen sich eher zu fragen. Durch die Entkriminalisierung ist es einfach diese Angst, dass wir Daten weitergeben,
                                  dass vielleicht auch dann polizeiliche Folgen oder irgendwas kommen. Das ist, glaube ich, deutlich runtergegangen.
                                  Und das verbessert auch so den Zulauf von den Menschen, gerade von Angehörigen, aber auch von Betroffenen,
                                  die dann eben einfach mal nachfragen und sagen, okay, dieses und jenes Symptom habe ich, das und das ist los,
                                  weil einfach nicht mehr die Angst besteht, dass sofort irgendwie Konsequenzen folgen.
                                  Ja, obwohl die Frau auch nicht erfolgt. Ja, es ist nur eine Schweigepflicht.
                                  Aber klar, genau, es ist diese gedankliche.
                                  Kann es nicht auch das begünstigen, dass so eine starke Strafverfolgung da ist, dass eine Psychose auch eher ausbricht?
                                  Also dass man was Illegales konsumiert und dann auch in so Gedanken reinkommt, dass man verfolgt wird, weil man eben was Illegales macht so?
                                  Also ich kann mir das schon vorstellen. Es gibt bestimmt Fälle, die damit zu tun haben.
                                  Ich glaube jetzt nicht, dass es grundsätzlich der Grund dafür ist.
                                  Ich glaube, es ist so, man kann schon Angst davor haben, gerade wenn man noch andere Substanzen konsumiert.
                                  Oder man kann jetzt auch nicht ausließen, dass jemand, der also der nur das konsumiert,
                                  so auch aktuell ist es nicht mehr so, aber früher war ja auch die Beschaffung teilweise schwierig,
                                  dass gerade solche Momente dann einen noch mehr verunsichern, weil man halt vielleicht unsicher ist, weil man Ängste hat.
                                  Ja, obwohl ich jetzt so, dass die Strafverfolgung selbst sozusagen die Psychose mit auslöst, halte ich jetzt für eher unwahrscheinlich.
                                  Wir haben uns auch immer viel von diesen paranoiden Ängsten, Paranoia gesprochen.
                                  Es gibt auch ganz andere Themen, auf die so ein Wahn springen kann, das ist vielleicht auch noch wichtig zu erwähnen.
                                  Das können so religiöse Themen zum Beispiel sein.
                                  Also ich kann einen Patienten, der hat die Stimme Gottes und die Stimme des Teufels und Stimmen von Engeln.
                                  Es gibt aber auch ganz bizarre Inhalte, wo es darum, ja wo Personen zum Beispiel denken, sie sind mit Planeten schwanger,
                                  oder sind irgendwie mit Planeten und Aliens im Austausch oder haben eine Mission, eine intergalaktische.
                                  Es können auch so Themen sein, die den Betroffenen eher peinlich sind, also zum Beispiel irgendwie sexuelle Themen
                                  oder auch so diskriminierende Themen und dass man zum Beispiel Angst hat, sich durch den Kontakt mit anderen irgendwie mit was anzustecken.
                                  Also dass es auch so in hypochondrische, wahnhafte Zustände gibt, das ist sehr vielgestaltig.
                                  Wir haben auch manche, die haben positive Wahninhalte, also es gibt auch durchaus Stimmen, die nett sind und freundlich sind.
                                  Es gibt aber auch zum Beispiel Liebeswahn oder ähnliche Sachen, wo dann sehr der Fokus zum Beispiel auf eine Person gerichtet wird,
                                  wo man sich ganz sicher ist, die ist der Heilige Gral oder ähnliches. Also es ist so vielfältig, das kann man gar nicht.
                                  Genau, aber wichtig ist halt, wir behandeln die oder wir möchten die behandeln, die darunter leiden.
                                  Also das ist eben auch wichtig, nochmal um die Augenhöhe zu betonen.
                                  Es gibt auch manche, die sagen, ich möchte meine Stimme behalten. Das ist, finde ich, auch vollkommen legitim, wenn das jemand sagt.
                                  Aber wenn jemand sagt, ich leide darunter und es gibt auch ganz schlimme Dinge, vor allen Dingen, wenn die Stimmen so imperativ werden
                                  und einen die ganze Zeit befehlen, Dinge zu tun, auch schlimme Dinge zu tun oder was manche berichten, dass sie die ganze Zeit von den Stimmen beleidigt und schikaniert werden.
                                  Das klingt schrecklich, ja.
                                  Manche kiffen auch dagegen an und sagen, manchmal wird es sogar ein bisschen besser, wenn ich kiff, aber das ist so ein bisschen ein Teufelskreis, wo man sich drin bewegt, weil weggehen tut es dadurch nicht.
                                  Und es ist ja schon auch, also das muss man auch sagen, egal welchen Inhalt die Stimmen manchmal haben, das ist eine ganz starke Ablenkung.
                                  Also wenn ich ständig eine Stimme habe, die mir ins Ohr spricht und das ist ja oft so, dass die Personen das wahrnehmen wie von außen.
                                  Also es ist kein innerer Dialog, sondern es ist auch oft wirklich, dass von außen eine Stimme auf mich einspricht.
                                  Das lenkt mich natürlich total ab.
                                  Meine Konzentration lässt nach, wenn mir jetzt ständig jemand ins Ohr redet, während ich versuche mich zu unterhalten, ist das total…
                                  Es ist sogar so, wenn man Leute die Stimmen hört in ein FMRT legt, also eine Bildgebung macht, man sieht in dem Bereich, wo akustische Informationen verarbeitet werden, dass die aktiv ist.
                                  Also man kann sozusagen wirklich sehen, als würde die Person das hören.
                                  Und mir hat auch mal der Patient, der eben die Stimme Gottes und des Teufels usw. hört, auch gesagt, es ist ja auch nichts Neues, das gab es schon immer.
                                  Früher hat man halt die Personen Propheten genannt.
                                  Das ist vielleicht auch nochmal ganz wichtig.
                                  Wir gehen jetzt als Gesellschaft aktuell so damit um, dass wir das als Psychose bezeichnen.
                                  Ich finde es eben wichtig, wenn jemand darunter leidet, dann können wir es auch behandeln, aber es ist etwas, was einfach schon sehr alt ist und unser Gehirn ist einfach dazu fähig, solche Wahrnehmungen zu haben.
                                  Okay, vielen Dank. Jetzt hast du gerade schon Behandlung angeschnitten.
                                  Das wäre dann so unser nächster Punkt auch.
                                  Wie läuft denn so eine Behandlung von so einer Cannabis induzierten Psychose jetzt ab?
                                  Da kommt es dann auch wieder drauf an, wie stark ist das schon fortgeschritten.
                                  Also gehen wir jetzt zum Beispiel mal davon aus, die Person stellt sich jetzt selbstständig vor oder mit Angehörigen zusammen und es besteht jetzt keine Eigen- und Fremdgefährdung.
                                  Dann ist es bei uns so, dass der Erstkontakt meistens mit dem Arzt, mit der Ärztin stattfindet.
                                  Und dass erstmal eingeschätzt wird, was ist das, dass man eine Diagnose stellt und kann man das ambulant behandeln oder wäre vielleicht eine stationäre Behandlung sinnvoller.
                                  Und dann überlegt man, welche Behandlungsstrategien sind richtig.
                                  Und meistens, bei einer Cannabis induzierten Psychose empfehlen wir immer, Konsum zu verändern, im besten Fall eine Abstinenz. Und meistens, wenn wirklich psychotische Symptome voll da sind, empfehlen wir auch eine antipsychotische Medikation, die ganz gut helfen kann.
                                  Und dann, total wichtig ist dann aber auch Psychotherapie und eben die Sozialberatung.
                                  Alter, da kannst du gerne nochmal erzählen, wie das dann sozusagen auch weitergeht.
                                  Ja, also ich glaube, das ist immer der erste Schritt und das ist auch total wichtig.
                                  Ich glaube, was man ja wirklich sagen muss, diese Menschen sind ja dann erstmal sozusagen rausgeworfen.
                                  Also wenn ich eine Psychose hatte, dann funktioniert oft das, was ich vorher gemacht habe, nicht mehr.
                                  Also vielleicht musste ich meinen Job aufgeben, vielleicht musste ich sogar verlieren meine Wohnung, vielleicht sind meine sozialen Kontakte einfach total verringert.
                                  Ich brauche wieder an einem Alltag eine Struktur. Struktur ist immer wichtig, egal bei welcher Suchterkrankung oder psychischen Erkrankungen.
                                  Struktur ist ein ganz wichtiges Thema.
                                  Und da sehen wir einfach, dass gerade unsere Klient*innen in der CAB Ambulanz ganz große Schwierigkeiten haben, weil durch diese vorgegangenen Phasen, in der ich mich vielleicht isoliert habe, auch in der aktiven Psychosephase ganz viel verloren gegangen ist.
                                  Und da ist es glaube ich total wichtig.
                                  Also wir haben da bei der CAB einfach wirklich viele Möglichkeiten und es ist auch total schön, weil wir können neben das wir mit denen nach Wohnungen suchen oder Anträge stellen,
                                  was auch wichtig ist, um wieder so eine gewisse Sicherheit zu haben.
                                  Aber wir können auch einfach begleiten, wir können mit zum Jobcenter gehen.
                                  Wir machen auch manchmal, dass wir mit denen wieder üben, Bahn zu fahren.
                                  Also wir hatten einen Klienten, der hat sich total schwer getan.
                                  Da gab es einen Unfall in der Bahn, in der er saß.
                                  Mit dem sind wir wochenlang Bahn gefahren und haben uns immer wieder eine Station gefahren, ausgestiegen und ähnliche Sachen gemacht.
                                  Wir können da wirklich auch mal Hausbesuche machen, anschauen, wie läuft es in der Wohnung, welchen Hilfebedarf hat der noch, was muss da noch installiert werden.
                                  Das ist ein ganz großes Thema.
                                  Das heißt, es ist total wichtig, das jetzt nicht nur medizinisch zu behandeln, sondern auch wirklich so wie so eine Verhaltensstütze, sage ich mal, genau.
                                  Ja, also wir sehen, dass wirklich die Klient*innen da wahnsinnig von profitieren, weil ich glaube, eine reine Behandlung von den Symptomen, es gibt Leute, da funktioniert das super.
                                  Die haben vielleicht ein soziales Netzwerk, die das auffängt.
                                  Aber wir haben auch ganz viele Klient*innen, wo man einfach merkt, da ist entweder durch die Psychose oder auch langfristig einfach schon,
                                  weil warum auch immer aus verschiedensten Gründen das soziale Netz vielleicht nicht da, da sind ganz viele Defizite, die man wieder aufbauen muss.
                                  Es ist viel einfach an Themen auch liegen geblieben, die man dann vielleicht nicht bearbeitet hat.
                                  Und wenn man dann zwar, sage ich mal, die psychotischen Symptome nicht mehr hat, aber eine wahnsinnige Last an Problemen hat,
                                  dann ist das trotzdem immer noch eine große Belastung und kann einen auch wieder zurückführen.
                                  Also ich würde als Ärztin sogar so weit gehen und sagen, eine rein medikamentöse Behandlung greift eigentlich immer zu kurz,
                                  weil man vielleicht mit Medikamenten die Symptome reduzieren kann, aber diesen ganzen Grund, warum konsumiert jemand,
                                  warum also diese ganzen Konsumgründe mit zu betrachten, daran was zu ändern, wie du sagst, im sozialen Umfeld auch psychotherapeutisch zu arbeiten.
                                  Die Leute haben einfach viele Themen, warum sie vielleicht auch gekifft haben.
                                  Häufig ist es ja auch eine Coping-Strategie, also mit bestimmten Dingen zurechtzukommen.
                                  Zum Beispiel, wenn man soziale Ängste hat, sich unwohl fühlt, dann hat man vielleicht gekifft,
                                  aber dann lernt man vielleicht in der Psychotherapie damit anders umzugehen.
                                  Und deswegen wäre es mein Wunsch eigentlich, dass wir auch als System weggehen und sagen,
                                  wenn jemand eine Psychose oder eine Schizophrenie hat, dann muss der halt irgendwie Medikamente nehmen.
                                  Nee, die Leute, die brauchen Psychotherapie, die brauchen Sozialberatung, die brauchen eine Einbindung ihres Netzes
                                  und die brauchen auch Zugang zu diesem System.
                                  Also ich habe jetzt rausgehört, dass so eine Behandlung unterschiedlich lang dauern kann, je nachdem, je nach Person.
                                  Es hört sich sehr unterschiedlich an, wie so ein Verlauf auch ist.
                                  Die einen Personen kommen früher, die anderen später, die anderen sind besser eingebunden und haben mehr Unterstützung.
                                  Andere Personen brauchen mehr Unterstützung von euch dann.
                                  Wenn jetzt jemand mal betroffen war von so einer Psychose, wie kann man denn dafür sorgen, für sich selbst stabil zu bleiben, eben nicht rückfällig zu werden?
                                  Ich denke, das erste ist einen Konsumstopp oder den Konsum, wenn es geht, zu reduzieren.
                                  Genau, also zumindestens zu verändern.
                                  Zumindestens, also ich glaube natürlich oft ist es das Beste, den Konsum radikal zu beenden, aber das ist ehrlicherweise einfach nicht für jeden der Weg.
                                  Dann ist eine Reduktion immer noch, glaube ich, ein gutes Mittel.
                                  Insgesamt glaube ich, ist es wichtig, dass man sich Strukturen schafft, dass man sich Hilfen sucht, die man auch vielleicht in den Alltag einbauen kann.
                                  Also gerade eine langfristige psychotherapeutische Hilfe, die ja oft, also bei uns ist es ja Gott sei Dank gegeben, aber oft einfach nicht passiert.
                                  Jemand, der in der Klinik ist, eine Psychose hat und entlassen wird, hat oft keinen Psychotherapeuten.
                                  Ich glaube, das ist total wichtig zu gucken.
                                  Habe ich da langfristig Hilfen, kann ich langfristig die Muster, die ich habe, die mich vielleicht auch dahin geführt haben, irgendwie verändern?
                                  Also wir hatten es auch schon ganz viel mit diesen Prädispositionen, was ja auch zum Beispiel Angststörungen, Depressionen oder ähnliche Sachen sind.
                                  Selbstmedikation, warum habe ich gekifft?
                                  Ich glaube, das sind alles Sachen, die muss man anschauen, muss gucken, was hat mich dahin geführt und was kann ich verändern?
                                  Ja, und eine Sache ist sicher noch relevant, dass wenn ich mal so eine Cannabis-induzierte Psychose hatte, es gibt da so dänische Registerstudien, die gucken sich langfristiger Verläufe an.
                                  Und 47%, also fast die Hälfte, entwickeln nach einer Cannabis-induzierten Psychose eine Schizophrenie.
                                  Das heißt, man hat einfach ein deutlich höheres Risiko, auch eine chronische psychotische Erkrankung zu entwickeln.
                                  Deswegen ist es eben auch so wichtig, so früh und so konsequent zu agieren.
                                  Und dann eben auch, wie gesagt, bei einer echt, also sagen wir mal ausgewachsenen Psychose, dann behandeln wir auch medikamentös.
                                  Und dann auch die Antipsychotika ausreichend lange zu nehmen, dass man keinen Rückfall bekommt, das ist wichtig.
                                  Und ja, beim Konsum, ich finde es auch total wichtig, wir sprechen halt viel auch über den Konsum.
                                  Wie konsumiert jemand? Das ist ja nicht so schwarz-weiß.
                                  Sondern da geht es auch viel um, ja, welches Cannabis konsumiere ich, wie viel CBD hat das, wie oft konsumiere ich, was konsumiere ich dazu.
                                  All diese Dinge muss man besprechen und gegebenenfalls verändern.
                                  Und so eine medikamentöse Behandlung ist dann so eine Regulation von diesem Dopamin-Haushalt,
                                  der ja quasi durch die Psychose auch aus dem Gleichgewicht gekommen ist und das wird dann wieder ins Lot gebracht.
                                  So ein bisschen wie Antidepressiva kann man sich das vorstellen, oder?
                                  Ja, genau. Also viele greifen tatsächlich auch bei den dopaminergen Strukturen an und wirken quasi anti-dopaminerg.
                                  Und es gibt auch neuere Medikamente, die wirken auf noch andere Neurotransmitter und die mindern quasi die Symptome.
                                  Viele der Medikamente, und das muss man auch ganz ehrlicherweise sagen, kommen natürlich auch mit Nebenwirkungen daher.
                                  Und das ist auch ganz wichtig, dass man als Arzt/Ärztin ausführlich über Nebenwirkungen aufklärt,
                                  dass man mit dem Patienten oder der Patientin gemeinsam eigentlich das Präparat auswählt, auch entsprechend des Nebenwirkungsprofils.
                                  Manche machen zum Beispiel eine starke Gewichtszunahme und das möchten Patienten auf keinen Fall, dann muss man ein anderes Präparat wählen.
                                  Aber auch im Verlauf, wenn im Verlauf Nebenwirkungen auftreten, dann immer wieder darüber sprechen, wie kann man das verändern?
                                  Kann man die Dosis anpassen? Kann man das Präparat austauschen? Ist vielleicht auch schon Zeit vergangen?
                                  Und ist das Leben vielleicht auch so stabil, dass man einen kontrollierten Absetzversuch macht? Das gehört alles zu einer medikamentösen Behandlung dazu.
                                  Ich glaube, was aus meiner Sicht auch wichtig ist, einfach, dass die Patient*innen auch bei Sorgen und Ängsten einfach zu den Ärzten kommen und die mitteilen.
                                  Wir machen oft die Erfahrung, dass zu früh abgesetzt wird, selbst abgesetzt wird, ohne ärztlichen Rat abgesetzt wird.
                                  Und das ist tatsächlich oft schwierig, weil das schnell wieder zu psychotischen Symptomen führt.
                                  Eine medikamentöse Behandlung ist einfach langfristiger, das funktioniert leider nicht.
                                  Wie bei einer Kopfschmerztablette, die nimmt man und dann ist alles weg. Die muss man ein bisschen länger nehmen.
                                  Aber wie du gerade schon gesagt hast, man kann viel an der Medikation verändern, man kann viel machen.
                                  Es gibt sehr viele unterschiedliche Präparate. Ich glaube, es ist wirklich wichtig, dass man da einfach mit Sorgen und Ängsten und Nebenwirkungen
                                  und sonstigen Sachen. Ja, und wenn man jetzt sagt, okay, ich möchte auf gar keinen Fall meine Medikamente mehr nehmen und ich möchte die jetzt absetzen,
                                  dann gehe ich auch nicht mehr zum Arzt. Das finde ich schwierig, sondern eigentlich, wenn ich absetzen möchte und die Medikamente nicht mehr nehmen möchte,
                                  dann ist es eigentlich erst recht wichtig, sein Netzwerk und die Behandler*innen mit einzubeziehen, weil dann muss man eigentlich noch frequenter gesehen werden,
                                  ob diese Frühwarnsymptome, ob wieder was auftaucht und ob man gegensteuern muss. Ja, wir haben am Infostand auch ganz häufig den Fall,
                                  dass Menschen solche Medikamente nehmen und dann in ihrem Umfeld sind. Sie hüpfen dann auf der Party rum.
                                  Alle anderen Freunde konsumieren wie früher und die wollen es dann selber auch und versuchen sich dann bei uns am Infostand so ein bisschen das Okay abzuholen,
                                  dass sie heute konsumieren können. Und da wollte ich jetzt mal wissen, weil wir sagen dann, ich gucke das dann kurz nach, welches Medikament,
                                  ich bin auch kein Arzt, aber es gibt ja so Anhaltspunkte und rate dann immer davon ab und rate, sich mit Psychotherapeut*innen auseinanderzusetzen
                                  und es dort anzusprechen. Gibt es da Medikamente, die besser dafür geeignet sind, wenn Menschen noch nicht bereit sind, den Konsum komplett einzustellen?
                                  Also generell ist es so, dass all diese Medikamente natürlich so zugelassen sind, ohne dass Konsum stattgefunden hat.
                                  Also das heißt, die wissenschaftliche Datenbasis bei Medikament plus Droge ist einfach gering. Es gibt Medikamente, die machen halt als Nebenwirkung auch müde, schläfrig
                                  und wenn man dann natürlich noch Substanzen dazu konsumiert, die auch müde, schläfrig machen, dann kann das sich ziemlich potenzieren.
                                  Das ist glaube ich wichtig zu wissen und ansonsten, mir geht es immer darum, dass alle drum rum, Kolleginnen, aber genauso Klient*innen zu Experten werden
                                  für das, was sie nehmen. Das heißt, man guckt sich dann wirklich gerne, ah ok, dieses Medikament wirkt zum Beispiel Antidopaminerg.
                                  Das heißt, das und das ist die Nebenwirkung. Das heißt aber auch, die und die Substanz ist zum Beispiel problematisch.
                                  Ich mache jetzt mal ein Beispiel, wenn man zum Beispiel Serotonin wieder aufnehmende Antidepressiva nimmt, SSRI, und man nimmt zum Beispiel
                                  Ecstasy oder MDMA, was einfach zu einem vermehrten Serotonin Release führt und dann kann es dazu führen, dass man eher ein hyperserotonerges Syndrom bekommt, dass man dann quasi viel zu viel Serotonin in dem Moment hat,
                                  dass sich dann, das kann so zu Phänomenen führen, dass der Rücken sich überstreckt, dass man so Krämpfe bekommt und das müssen die Leute wissen.
                                  Und da geht es wirklich immer um die einzelne Substanz und je mehr wir darüber sprechen können, desto besser können wir beraten.
                                  Wir können aber nie jemandem raten, das Medikament kannst du jetzt super mit der Substanz kombinieren.
                                  Erstens, weil es nicht dem sozusagen entspricht und zweitens, weil wir wirklich da, da gibt es gar keine Wissenschaft zu.
                                  Die Leute gucken dann auch nach Halbwertszeiten, versuchen dann das Medikament morgens zu nehmen und abends dann Partydrogen zu nehmen,
                                  oder wissen, da ist jetzt mein Festival, da will ich unbedingt hin, da habe ich schon seit einem halben Jahr das Ticket und dann setze ich halt einen Tag vor dem Festival das Medikament ab und fange danach wieder an.
                                  Also solche Fälle gibt es oft, also das kriegen wir wirklich sehr regelmäßig mit.
                                  Da wollte ich nur von euch nochmal so ein klares Statement hören, das ist ja.
                                  Ich kann da gar nicht so ein so krasses klares Statement machen, wie du dir das jetzt wünscht,
                                  weil ich eigentlich das schon gar nicht so schlecht finde, wenn sich jemand so intensiv damit befasst und so mit der Wirkung befasst und auch mit den Halbwertszeiten.
                                  Und mir ist das eigentlich immer fast lieber, wenn eine Person weiß, ok, ich habe jetzt ein sehr langwirksames Antidepressivum und ich konsumiere jetzt eine serotonerge Substanz und weiß, was dann kommt, als ich tue es nicht.
                                  Und ich meine, wir leben jetzt nicht in der idealen Welt, wo ich einfach sagen kann, ach, hör doch mal auf zu kiffen und nimm doch das Medikament, das keine Nebenwirkung hat und dein Leben wird wieder gut,
                                  sondern das passiert halt alles gleichzeitig und je besser man Bescheid weiß, desto besser ist es.
                                  Ich glaube, es gibt keine pauschale Antwort darauf. Also pauschal wäre, kombinieren ist nie so richtig gut und die Substanz sollte man lassen,
                                  aber im Einzelfall würde ich es immer mit einem Behandler und der Behandlerin besprechen und im besten Fall reagieren die dann offen und ganz spezifisch auf diese Frage.
                                  Ja, wir versuchen den Leuten dann auch immer so mitzugeben, dass diese Medikamente ja nicht sein Leben lang genommen werden, sondern dass es gerade eine Ausnahmesituation ist und dass es um psychische Gesundheit, die Wiederherstellung geht
                                  und dass man in dem Zeitrahmen versuchen sollte, auf andere Substanzen zu verzichten, bis es wieder besser wird.
                                  Ja, weil es gibt natürlich schon Erkrankungen, auch psychische Erkrankungen, wo wir auch eine lebenslange Medikation empfehlen, also zum Beispiel polare Erkrankungen.
                                  Dann gibt es häufig die Empfehlung, auch eigentlich lebenslange Mood-Stabilizer zu nehmen oder auch bei einer Schizophrenie und es ist natürlich auch Leute, die sagen, ja, okay, so muss ich jetzt, darf ich jetzt nie wieder was nehmen?
                                  Und ich glaube, dass das in manchen Fällen auch ehrlich gesagt einfach nicht realistisch ist.
                                  Also der Konsum ist ja oft einfach eine Selbstmedikation und nur weil meine Psychose jetzt aufhört, weil ich vielleicht vom Kiffen eine Psychose bekommen habe, heißt es nicht, dass meine anderen Symptome weg sind.
                                  Und ich glaube, es ist immer besser, realistisch damit umzugehen und zu sagen, das ist möglich und das ist nicht möglich.
                                  Weil ich glaube, es bringt gar nichts mit einer Haltung reinzugehen zu sagen, nur wenn du jetzt ganz aufhörst, dann funktioniert es.
                                  Weil es halt oft einfach gar nicht zur Wahl steht, sage ich mal, wenn man ehrlich ist.
                                  Und wenn man mit denen auf Augenhöhe spricht, muss man auch ehrlich sagen, okay, dann ist es so, wenn das gerade für dich nicht möglich ist, ganz aufzuhören, dann müssen wir irgendwie gucken, was sind die Nebenwirkungen, was könnte passieren, auf was musst du achten?
                                  Ja, absolut bin ich total deiner Meinung.
                                  Gleichzeitig möchte ich ein bisschen nochmal Werbung auch für Abstinenz machen, weil wir doch viele haben, die trotz unserer konsumakzeptierenden Haltung entscheiden, ich möchte jetzt abstinent werden.
                                  Und zwar dann meistens abstinent von allem. Also ich bin immer total begeistert, weil die sagen so, nee, ich höre jetzt auch noch mit Kaffee trinken auf und Zigaretten und allem anderen.
                                  Und die dann wirklich so vom Saulus-Phänomen haben und auch für sich merken, krass, mein Leben ist ein anderes geworden, insbesondere die Stimmung ist stabiler, Emotionsregulation klappt besser und auch Gefühle werden wieder lebendiger erlebt.
                                  Das berichten viele, die das schaffen. Ich finde, das ist auch ein bisschen in den Zahlen, seit der Teil-Legalisierung haben wir noch genauso viele, die ihren Konsum reduzieren, wir haben etwas weniger Patient*innen, die auch komplett abstinent werden wollen.
                                  Was ich manchmal ein bisschen schade finde, weil es halt einfach so für die gesamte psychische Gesundheit, auch die ganzen interaktionellen Themen, Arbeitsplatz, kann so ein konsumfreies Leben halt auch wirklich heißen, auch frei zu sein, wieder Dinge zu tun.
                                  Also was ich da wirklich noch gerne ergänzen würde, ist, glaube ich, das haben wir auch schon oft gesagt, ich glaube, dieser Punkt, diese Konsumfreiheit zu wollen, der steht oft nicht am Anfang.
                                  Da geht die Behandlung schon eine ganze Weile, da sind wir schon ganz lange im Thema, da geht die Behandlung vielleicht schon ein paar Monate und dann kommt oft erst der Punkt, wo die Leute sagen, okay, jetzt bin ich bereit dazu, jetzt fühlt sich die Entscheidung richtig an oder ich bin bereit dazu.
                                  Das ist wahrscheinlich auch so eine Behandlung und großer Reflexionsprozess für die Person selbst.
                                  Ja, auf jeden Fall. Also ich meine, dadurch, dass wir wirklich alle drei Disziplinen vereinen, ist es ja einfach so, dass wir, also dass die Patient*innen, je nachdem, welche Bereiche sie wahrnehmen, aber auch in jedem Bereich irgendwie Unterstützung bekommen und auch sehen, da hakt es gerade noch und merken, okay, da kann ich mir jetzt noch Hilfe holen oder an dem Thema arbeiten.
                                  Und sich ja insgesamt wirklich weiterentwickeln, einfach auch zu einem anderen Punkt hin, zu einem anderen Punkt, wo man dann wirklich sagen kann, okay, jetzt funktioniert das auch, jetzt macht das Sinn.
                                  Ja, okay, danke. Jetzt langsam zum Abschluss, würde mich noch interessieren, was ihr für besonders junge Konsument*innen vielleicht präventiv mitgeben wollt, damit sich sowas nicht entwickelt oder dass man trotz Ausprobierphase und im Freundeskreis wird gekifft und so weiter, man will nicht Außenseiter sein und es macht ja auch Spaß und so,
                                  trotzdem irgendwie aufs sensibel auf sich achtet.
                                  Ich glaube, du hast es schon gesagt. Man muss sensibel auf sich selber achten. Ich glaube, das ist ein Riesenthema. Ich weiß, dass das in jungen Jahren oft wahrscheinlich schwieriger ist, weil da diese sozialen Mechanismen sind.
                                  Aber ich glaube, es ist wichtig zu merken, mir geht es nicht mehr gut damit und das dann vielleicht auch anzuerkennen. Ich glaube, ausprobieren ist alles in Ordnung und das ist so, man kann keinem Teenie sagen, du darfst niemals irgendwas konsumieren.
                                  Das ist einfach fernab der Realität, aber wenn man merkt, ich komme damit nicht gut klar, sich Menschen anzuvertrauen, sich Hilfe zu suchen, zu schauen, wie kann ich damit umgehen, was hilft mir?
                                  Man sieht oft, dass sich dann Jugendliche auch mit anderen Jugendlichen vergleichen, die noch schlimmer dran sind ungefähr.
                                  Ja, das bringt dann meistens leider nicht weiter. Ich glaube, klar wird es immer jemand geben, dem es schlimmer geht oder vor allem, glaube ich, was Konsum angeht, jemand, der mehr konsumiert.
                                  Das Problem ist, aber man kann es halt einfach nicht vergleichen. Der eine verträgt das besser, der eine hat vielleicht einfach sowieso schon ein depressives Symptom oder andere Sachen, die einen einfach schon als Vorbelastung, die man mitbringt. Und ich glaube, das ist einfach ein Vergleich, leider meistens nicht der beste Ratschlag.
                                  Aus medizinisch und wissenschaftlicher Sicht wäre es schon nochmal wichtig, den ganz Jungen mitzugeben.
                                  Jeder Monat, jedes Jahr, dass man nicht konsumiert und dass man älter ist, schützt einen auch, weil je jünger man ist, desto höher ist einfach auch das Risiko auf das noch nicht voll entwickelte Gehirn, dass Cannabis auch zu einer Psychose führen kann. Also je weiter man es rauszögern kann, desto eher hat man auch ein bisschen wieder was gewonnen.
                                  Und mir wäre einfach auch nochmal wichtig, auf den Mischkonsum hinzuweisen. Das heißt, nicht mehrere Substanzen zur gleichen Zeit. Und das sagt sich ja zu schön.
                                  In der Realität ist es ja aber häufig so, dass man, wenn man Alkohol trinkt, auch enthemmter ist und vielleicht durch diese Enthemmung ja auch eher geneigt ist, was anderes, was gerade noch da ist, auszuprobieren. Aber das ist natürlich auch für das Risiko höher.
                                  Und auch einfach wirklich darauf zu achten, was kriege ich da eigentlich angeboten, was ist das, woher stammt das. Das ist glaube ich auch nochmal ganz, ganz wichtig.
                                  Nicht gleich irgendwie mit hochpotentem Cannabis gleich sozusagen anzufangen. Und es gibt schon nicht weniger, gerade auch Mädels, die dann Cannabis konsumieren und wirklich gerade beim ersten Mal einen Bad Trip haben, wo sich das ganz schlimm anfühlt.
                                  Und wenn die dann auch in einer Situation sind, in einer Partysituation vielleicht auch mit vielen fremden Menschen, dass man sich einfach auch nicht sicher fühlt, dass das sehr bedrohlich sein kann.
                                  Dass in der Situation natürlich auch ausgenutzt werden kann. Also das muss man sich vielleicht auch noch klar machen.
                                  Set and Setting, Truck Set and Setting. Okay, vielen Dank für die Inhalte. Es war wirklich sehr, sehr, sehr spannend und aufschlussreich. Ich habe auch viel mitgenommen. Kommen wir langsam zum Ende.
                                  Was möchtet ihr denn unseren Hörerinnen und Hörern noch mit auf den Weg geben?
                                  Also mir, also erstmal vielen Dank, dass wir hier sein durften. Ich glaube, ich finde es ganz wichtig, dass die Leute einfach, dass man weiß, was ist in der Psychose, wie ist das definiert, was denn so früh waren Symptome, was ist mit dem Begriff gemeint.
                                  Und dass das eben mit Cannabiskonsum, aber auch Konsum von anderen Substanzen zusammenhängen kann. Und ganz wichtig, ja, da kann man sich Hilfe holen. Da gibt es zum Beispiel hier in Bayern, wir sind auch überregional tätig, da gibt es CAP.
                                  Da kann man sich einfach informieren, da kann man das mal einschätzen lassen. Das fände ich wichtig. Und dass wir auch als Gesellschaft, wir haben Cannabis legalisiert, gut, aber dann lasst uns auch um die Konsequenzen uns kümmern.
                                  Genau. Ich glaube, was mir noch wichtig ist, auch zum Thema Psychose einfach mitzugeben, ist, glaube ich, gesellschaftlich gibt es einfach ein Bild von einer Psychose.
                                  Das sind diese aktiven Symptome, die man kennt. Eine Psychose ist aber durchaus mehr nach einer Psychose.
                                  Menschen haben oft so eine Art depressive Symptome und ähnliche Sachen, nur weil die aktiven Symptome weg sind, ist jemand nicht wieder voll einsatzfähig. Da ist ein langer Weg dahinter. Das sind Menschen, die immer noch langfristig Unterstützung brauchen.
                                  Und ich habe das auch wichtig zu wissen, dass eine Psychose mehrere Phasen hat.
                                  Ich habe euch nochmal die Nummer vom Krisendienst auch mit in die Show Notes reingepackt. Da kann man auch jederzeit anrufen, wenn man irgendwie nicht mehr weiter weiß, einen Verdacht hat.
                                  Oder eben den Kontakt zu eurer Stelle packe ich auch mit in die Show Notes.
                                  Man könnte sich aber auch an die nächstgelegene Suchtberatungsstelle wenden, die dann die Situation einschätzen und Unterstützung je nachdem leisten. Man kann auch ein Krankenhaus kontaktieren.
                                  Gut, vielen Dank, dass ihr da wart für die wertvolle Zeit. Echt toll.
                                  Gleich nach einer kurzen Pause geht es weiter mit den Infos vom Infostand. Bleibt gerne dran und auf Wiedersehen. Vielen Dank.
                                  Tschüss. Danke.
                                  Mindzone ist ein Münchner Szene-Projekt, das zum Thema illegale Drogen in der elektronischen Musikszene Information und Unterstützung anbietet.
                                  Wir sind erste Anlaufstelle für Konsumierende, Interessierte sowie Menschen, die einen Ausstieg suchen.
                                  Unter dem Leitgedanken „Sauber drauf“ ist zu verstehen, dass unnötige Schädigungen und Folgeprobleme, die in Zusammenhang mit Drogenkonsum auftreten können, vermieden werden sollen.
                                  Substanzkonsum wird als Tatsache angesehen und nicht moralisch bewertet.
                                  In diesem Sinne ist Mindzone nicht für oder gegen Drogen, sondern bietet Informationen und Beratung auf Augenhöhe an.
                                  Nach dieser kurzen Unterbrechung geht es weiter mit dem Thema „Safer use and harm reduction“ im Interview mit unseren ehrenamtlichen Piers.
                                  Hallo ihr Lieben. Herzlich willkommen zurück zu den Infos vom Infostand. Heute ist Alexa hier. Hi Alexa, grüß dich.
                                  Hi, ich freue mich hier zu sein.
                                  Super, danke für deine Zeit. Schön, dass du da bist. Wir schauen uns zusammen das Thema an, wie man den eigenen Konsum beim Partydrogenkonsum einordnet.
                                  Also wir haben so ein paar Fragen, wo man dran festmachen kann, ob das Ganze noch unbedenklich ist oder ob das schon, wenn man so weitermacht, auch vielleicht Richtung süchtigen Verhalten oder Abhängigkeit oder so sich verändern kann.
                                  Alexa, du bist bei uns ehrenamtlich mit dabei, bist sehr aktiv und engagiert und gehst gern auf Veranstaltungen, bist Kinderpflegerin und wie war dein Weg dahin?
                                  Über 1000 Umdrehungen. Also eigentlich, ich habe an der LMU mein Bachelor in Psychologie gemacht, habe dann meinen Master in Bildungsmanagement, Pädagogik gemacht, weil ich gemerkt habe, in die Richtung Psychologie will ich nicht ganz gehen, weil man nach dem Studium ja auch noch eine Therapeutenausbildung machen muss.
                                  War dann in der KBO tätig, habe mit Schizophrenen gearbeitet, also habe viel mit Psychoten zu tun gehabt und bin dann aber in die Kinderpflege gegangen, da wollte ich eigentlich gar nicht landen.
                                  Ich habe nie was mit Kindern zu tun gehabt, aber mir war das alles zu wenig bunt, zu wenig lebendig und jetzt bin ich genau da, wo ich hingegangen habe. Ich glaube, ich habe meine Berufung gefunden.
                                  Schön, echt super. Ich würde sagen, wir steigen direkt ein. Also es ist einfach Realität, dass zum Feiern Substanzen dazugehören, dass das wirklich für ganz viele junge Menschen ganz normal ist, Alkohol, Nikotin, aber auch illegale, legalisierte Substanzen zu konsumieren.
                                  Und wie oft sind die Leute, wenn die jung sind, dann kommen sie auf den Trichter, ey Party machen das total cool, machen das dann, wenn sie Zeit haben, jedes Wochenende oder was und wie würdest du denn einschätzen, was ist noch gelegentlicher Konsum und wo ist es unbedenklich und wo sollte man bei sich selbst einfach auch mal genauer hinschauen?
                                  Ja, wir hatten ja, das war, bevor wir die Aufnahmen gestartet hatten, schon darüber gesprochen, dass man in diese Szene einfach reinrutscht. Reinrutschen, ich weiß gar nicht. Es passiert einfach, wenn man mit bestimmten Gruppen zu tun hat, in bestimmten Lebensphasen, wenn Jugendliche Schmerz eigentlich in sich tragen und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.
                                  Es kann aber auch so, es können auch so einfache Dinge sein, wie die erste Liebeskummer, die Eltern scheiden sich, ich selber, ich bin Heimkind, ich wusste auch nicht, wie ich damit umgehen soll.
                                  Ich habe immer wieder neue Freundesgruppen gehabt, bin von Freundesgruppe zu Freundesgruppe einfach auf Grund dessen, dass ich immer wieder aus den Heim rausgeflogen bin, habe mich nirgendwo dazugehörig gefühlt und bin einfach mal mit Feiern gegangen.
                                  Und dann lernt man Menschen kennen und irgendwie, vor allem Ecstasy, Ecstasy ist ja auch ganz oft eine der ersten Drogen, die man konsumiert und lässt einen ja auch so verbunden fühlen mit anderen und auch man hat das Gefühl, man kann durch Drogen die Gefühle kontrollieren.
                                  Man kann den Kontrolle erleben darüber, was fühle ich jetzt mit welcher Droge, es gibt ja verschiedene Substanzen, die verschiedene Gefühle auslösen und wenn man mit den Freunden dann feiern geht und Ecstasy konsumiert, hat man das Gefühl, okay, ich bin jetzt mit allen verbunden, mir geht es super und das lässt einen auch alles andere vergessen und später im Verlauf der Zeit, ich weiß nicht, es ist oft so, kommen andere Drogen dazu, die halt zum Beispiel Amphetamine, die unterdrücken auch oft Gefühle, man ist lang wach, man ist aber irgendwie ein bisschen dissoziert.
                                  Also man ist nicht ganz bei sich und das lässt einen ein bisschen kühler seinen eigenen Gefühlen gegenüber stehen, was ja auch in manchen Lebensphasen ganz gut sein kann und irgendwie hat man das Gefühl, es gibt für jede Gefühlslage einen anderen Fluchtweg und den nutzt man dann auch, wenn man kann.
                                  Und zur Regelmäßigkeit, ich denke, das ist total schwierig zu sagen. Bei mir hat es wirklich so angefangen, jedes Wochenende direkt, also weil ich aber auch keine, ich hatte ja keine Base, zu der ich zurückkommen konnte, also ich hatte keine Familie, ich war ja im Heim, also habe ich jedes Wochenende genutzt.
                                  Ich kenne aber auch viele von meinen Freunden, wo es wirklich total langsam anfängt, wo es erst total der Konsum ist, den man eigentlich einhalten sollen, also die Konsumpausen, so alle drei Monate mal ein Teil.
                                  Und das halten die dann auch brav ein in den ersten zwei Jahren und dann ist es halt dann plötzlich nicht mehr so. Es ist total unterschiedlich, deswegen finde ich die Frage immer sehr schwer zu beantworten.
                                  Ja, es ist auch gar nicht so oft dran festzumachen, wie regelmäßig man was konsumiert, sondern auch welche Stellung das Ganze im Leben so einnimmt.
                                  Ja und wenn es halt wirklich so eine ganz starke Belohnung ist oder wirklich, wie du sagst, so ein Fluchtreflex ist, dann geht es natürlich schneller, als wenn man wirklich, ja, das nur ganz stark zum Rausch erleben oder zum, also wenn wirklich was Nebensächliches bleibt.
                                  Ja, das ist ja auch dieses, bei mir war es, gut, ich habe eine ganz lange Trauma-Geschichte auch hinter mir und deswegen ist es bei mir wahrscheinlich auch so gewesen, so von 0 auf 100.
                                  Weil ich habe was gefunden, was mir gut tut, wo ich reinfliehen kann und ich musste ja trotzdem im Alltag immer funktionieren, da kommen wir wahrscheinlich später auch nochmal dazu.
                                  Also ich musste funktionieren, ich hatte trotzdem meinen Alltag, aber ich wusste, wenn Wochenende ist, kann ich mich entspannen.
                                  Und du sagst ja auch, gerade bei manchen ist es ja erstmal Genuss und Rausch, das war bei mir gar nicht so, das war bei mir immer von Anfang an, es hat eine Funktion und das war auch das Gefährliche.
                                  Ja und das ist bei anderen ja auch oft gar nicht so klar erkenntlich, für mich war das von Anfang an klar, ich war mir dessen bewusst, viele sind sich dessen nicht bewusst und dann passiert es so schleichend, also ja.
                                  Gibt doch mal einen Tipp, wie kann man denn bei sich selber rausfinden, ob sich das verändert?
                                  Ja, die Entwicklung von Genuss zu Abhängigkeit ist ja eben genau das, wenn du einfach feiern gehst oder mit Feiern gehen mein ich eigentlich auch Drogen konsumieren.
                                  Wenn du vor irgendwas zu fliehen oder vor irgendwas zu drücken oder etwas zu unterdrücken, dann tust du das, das ist eigentlich wie Alkohol am Wochenende, mal alle paar Wochen trinken.
                                  Wenn du das aber wirklich machst, so wie ich von Anfang an, weil du weißt, ok jetzt kann ich mich entspannen, jetzt kann ich alles loslassen, jetzt kann ich Kontrolle entweder abgeben oder kann Gefühle unterdrücken, dann ist es schon Abhängigkeit.
                                  Und wie schnell, das finde ich auch immer so schwierig darüber zu sprechen, weil das von Droge zu Droge abhängig ist, von Mensch zu Mensch abhängig ist und auch von Situation zu Situation.
                                  Ich war eigentlich von Anfang an abhängig, also das wusste ich, ich habe zwar nicht so oft konsumiert gehabt, aber bei manchen ist es so, sie sind es am Anfang wirklich nicht und das passiert über Jahre.
                                  Welche Abstufen gibt es denn da auf dem Weg hin?
                                  Also am Anfang ist es Genuss, es ist ein Rausch, irgendwann ist es wirklich Entspannung und man fängt schon an auf diese Phasen hin zu, eigentlich ist es nur Vorfreude erstmal, wenn es aber von Vorfreude umschwankt zu, puh endlich kann ich dann wieder entspannen, endlich kann ich dann wieder Spaß haben.
                                  Es ist ja immer unterschiedlich, ob es jetzt Entspannung ist, Spaß haben oder unterdrücken und dann aber zu, okay, ich brauch’s um zu funktionieren und das war für mich auch immer, das hat bei mir aufgehört, bei mir war ganz klar von Anfang an, wenn ich das montags mache, dann ist es der Anfang vom Ende.
                                  Und da habe ich mich, weil ich wie gesagt auch Heimkind bin und niemanden habe, der auf mich aufpasst und auch keine Familie hat, die mich dann versorgt und unterstützt, ich wusste, wenn das anfängt, ist der Ende da, also das Ende da, Entschuldigung.
                                  Also das wäre wirklich der Anfang vom Ende, wenn ich anfange montags zu konsumieren und deswegen war für mich da auch immer die klare Grenze, ich muss funktionieren und das hat mich gerettet am Ende.
                                  Und das habe ich in meinem Umfeld selten gesehen, weil die natürlich, die haben ihre Familien, der Kühlschrank ist immer voll, die haben vielleicht auch nicht so hohe Erwartungen von sich selbst, wir hatten andere Probleme, ich habe immer sehr viel von mir erwartet und auch mich viel durchbeißen müssen und für mich war klar, ich habe nur diese eine Chance und wenn ich nicht funktioniere, dann funktioniert gar nichts.
                                  Und das habe ich in meinem Umfeld leider oft nicht erlebt.
                                  Es hat trotzdem alles funktioniert, der Kühlschrank war wie gesagt voll, Mama und Papa haben unterstützt und ja, so wurde das halt dann Abhängigkeit, ohne dass es denen bewusst war, mir war es bewusst.
                                  Manche Menschen merken bei sich selber gar nicht so richtig, dass es schon ein problematisches Verhalten ist und dass es auch negative Auswirkungen hat, ich denke jetzt da an sowas wie, ja ich gerate immer wieder in Konflikte rein, ich habe immer das Gefühl die anderen sind alle doof oder er wird auf der Arbeit angesprochen oder auch im Bekanntenkreis, ob irgendwas ist und so.
                                  Und manche Menschen, die koppeln das dann aber nicht mit dem Substanzkonsum, also die gestehen sich selber nicht ein, dass das auch an den eigenen Konsumstrategien liegt.
                                  Ja, ich frage mich oft und es ist auch unterschiedlich, ob das ein Schutzmechanismus ist, dass man sich selber anlügt und einfach wirklich tief im Inneren weiß, man braucht das und man ist eigentlich schon abhängig und man möchte das vor sich selbst nicht gestehen.
                                  Also dann natürlich auch nicht vor anderen, wenn man sich selbst nicht eingestehen kann und sich selbst belügt, lügt man natürlich auch andere an und sucht die Schuld bei anderen, ob es eben das ist.
                                  Manchmal ist es aber auch wirklich und da möchte ich echt ein Beispiel aus meiner Vergangenheit nehmen, ich hatte einen sehr, sehr guten Freund, der war Benzodiazepin-abhängig und es gibt Substanzen, die lassen sich auch total vergessen, was du getan hast.
                                  Also der wusste von, der hat jemanden körperlich angegriffen, das ging wirklich, der hat ihn auf den Kopf geschlagen und der war bewusstlos.
                                  Und er hat sich nicht daran erinnern können und ich war wirklich am Ende unserer Freundschaft, am Ende, und habe angefangen ihn aufzunehmen, ihn wirklich mit Video aufzunehmen, um ihm das danach zu zeigen und ihm beweisen zu können, hey guck mal, das hast du gemacht.
                                  Gut Benzodiazepin ist natürlich ein Extrembeispiel, der war auch bei 30 Xanax, eine sehr hohe Dosis.
                                  Da kann es hingehen, ne?
                                  Ja, das geht aber schnell, also jede Droge hat ja auch ihre anderen Toleranzstufen.
                                  Wenn wir jetzt aber nicht von Benzodiazepin sprechen, sondern einfach Amphetaminen jetzt zum Beispiel.
                                  Es gibt sehr viele, die dann drei Tage wach sind und das habe ich dir ja vorher auch schon erzählt, das ist ja dann so, du bist von Freitag bis nach der Arbeit, nach der Arbeit fängst du an zu konsumieren.
                                  Bei manchen ist es so, umso schneller ist es dann auch bei okay, fangen Freitag, Mittag, in der Mittagspause schon an.
                                  Das weitet sich ja dann total aus.
                                  Sind so Anzeichen schon, dass eine Abhängigkeit schon im Anmarsch ist.
                                  Absolut, weil dieser Suchtdruck ja schon da ist und das weitet sich dann immer mehr aus und dann irgendwann bist du dann bis Sonntag wach, weißt, okay, du hast drei Tage hinter dir, du müsstest eigentlich schlafen, kannst vielleicht noch gar nicht schlafen, hast ein paar Stunden geschlafen, wachst Montag auf, hast eigentlich das Ganze noch im Blut und fängst dann an, Dienstag hast du eigentlich den Entzug und du bist total fertig und Leute sprechen dich drauf an, also sowas erlebe ich auch oft immer im Umfeld, die verlieren dann auch ihre Jobs.
                                  Natürlich, du bist nicht mehr zuverlässig und um dann wieder zuverlässig zu sein, fängst du dann an Montag zu konsumieren.
                                  Dann ist da mal eine Nase unter der Woche drin und ich bin wirklich froh, dass ich das noch nie in meinem Leben hatte.
                                  Ich habe dann Schwierigkeiten gehabt, ja, aber ich wusste wirklich, wie gesagt, dass das Anfang vom Ende ist, weil bei einer Nase am Montag, um in die Arbeit zu gehen, um halt fit zu werden, bleibt es niemals.
                                  Und das merke ich auch in meinem Umfeld, nach ein paar Jahren fängst du immer an der Suchtdruck, also das passiert automatisch.
                                  An einem Zeitpunkt switcht das und du hast den Zug verpasst und du bist abhängig, nicht nur emotional, weil es nicht nur mehr eine Funktion erfüllt, sondern auch körperlich.
                                  Du bist nach so einem Amphetamin-Wochenende halt einfach auch super ausgezehrt und du gehörst einfach ins Bett, ja, musst dich in die Sauna, wenn du nicht im Bett bist so ungefähr.
                                  Und dann hilft halt Amphetamin extrem gut und dann kommen auch so Symptome, du wirst krank und so, weil das Immunsystem so runtergefahren wird auch.
                                  Und dagegen hilft halt Amphetamin auch wunderbar. Also das ist schon wirklich ein krasser Kreislauf, in dem man sich dann da reinbegibt auch.
                                  Absolut und ich hatte ja vorhin auch gesagt, dass am Anfang der Feierzeit oft so ist, man denkt, man hat ein Kontrollerleben über die Gefühle.
                                  Man kann Gefühle regulieren mit Drogen. Man hat für jede Droge, also für jedes Gefühl eine bestimmte Droge und die steuern dann die Gefühle.
                                  So bei dem Thema, was wir gerade eben hatten, kann ich irgendwann wird Polytoxkonsum, weil du denkst, weil du so abhängig bist, dass du für jeden Gefühlszustand oder körperlichen Zustand,
                                  wenn es schon so weit ist, dass du körperlich abhängig bist, brauchst du eine Drogen, die das reguliert, die das eine aufhebt, was das andere verursacht hat.
                                  Genau. Und da raten wir auch ganz strikt von ab.
                                  Ja.
                                  Genau, ja super, vielen Dank. Jetzt hast du gesagt, du hast trotzdem, dass du sagst, du bist da ziemlich schnell reingerutscht, hast du Strategien entwickelt,
                                  die dich davor bewahrt haben, dass es schlimmer wird oder dass du wirklich anfängst, dich auch selbst zu belügen oder dir selbst gegenüber auch unzuverlässig zu werden.
                                  Da muss man ja jetzt nicht sagen, ich bleibe jetzt mein restliches Leben abstinent oder ich mache jetzt gleich eine Therapie, sondern was hilft denn da?
                                  Ja, also ich hatte ja erwähnt, dass, Entschuldigung, ich habe dich nicht ausreden lassen.
                                  Nee, passt, ich glaube, du weißt schon, was ich meine, wunderbar.
                                  Ich hatte ja erwähnt, dass ich, ich musste funktionieren. Ich hatte niemanden, auf den ich mich verlassen kann. Mir war klar, dass ich mich auf mich verlassen muss.
                                  Und das sage ich, lege ich auch jedem ans Herz, der merkt, okay, meine Abhängigkeit hat erfüllt eine Funktion, es ist nicht nur mehr Genuss.
                                  Entwickelt für euch wirklich ein Konzept, was funktioniert. Ich meine damit, wenn ich mir die Frage gestellt hatte, okay, jetzt für immer abstinent ist,
                                  ich wusste, ich würde mich selber belügen, wenn ich sagen würde, ich will nie wieder Drogen nehmen.
                                  Dafür hat, das ist ja auch eine Szene, die Freude macht. Das kann ja auch was Schönes sein, wo man vielleicht auch nicht so schnell loslassen kann.
                                  Man hat ja seinen Freundeskreis da drin. Man kann auch nicht von heute auf morgen sagen, so ich breche jetzt mit allen ab, das können viele nicht.
                                  Ist auch unrealistisch, ist auch unrealistisch, das zu sagen, so man weiß ja eigentlich tief in einem drin, ob man sich selbst belügt oder nicht.
                                  Und man muss, um da peu á peu rauszukommen, ehrlich zu sich selber sein und ein Konzept entwickeln, was funktioniert.
                                  Wenn du wirklich schon so weit, es kommt natürlich dran dran, wie weit du drin bist, aber wenn du jeden Tag konsumiert, dass du sagst, okay, wie viele Tage schaffe ich denn?
                                  Oder wie viele Wochen schaffe ich denn? Wie viele Monate schaffe ich denn? Je nachdem, wie weit du drin bist.
                                  Und bei mir war das eben so, okay, ich wusste, ich will nicht ganz aus der Szene raus. Ich wusste, ich will aber auch nicht weiter rein.
                                  Und ich wusste auch, dass ich älter werde, dass ich natürlich auch irgendwann langfristig Konsequenzen davon tragen werde, wenn ich nicht für mich Regeln aufstelle, die ich einhalten kann.
                                  Und von Anfang an mich selber nicht belüge, sodass ich mich auch mich auf mich selber verlassen kann, dass ich dann nicht doch konsumiere, wenn ich sage, ich werde es nicht tun.
                                  Das finde ich das Allerwichtigste. So viele von meinen Freunden sind unehrlich zu sich selbst und sagen lieber, ich werde jetzt einen Monat nichts konsumieren und ich weiß, wenn ich in deren Augen schaue, weiß ich auch, dass sie es wissen, das schaffst du nicht. Du bist noch nicht so weit.
                                  Und wenn es dann auch drauf hinausläuft, dass die Person nach einem Monat und einem Tag sich da schon fünf Tage lang so drauf freut, dass sie endlich wieder konsumieren kann, dann ist das Ziel auch nicht so ganz erreicht.
                                  Natürlich ist es gut, weil man dem Körper mal den Monat Entgiftung gönnt, sage ich mal. Aber was du, glaube ich, sagen willst, sind so Rituale, die man pflegt.
                                  Dass man genau sagt, okay, das sind die Situationen, da konsumiere ich. Ja.
                                  Ja, genau. Also, ja, du hast Recht, es ist nämlich dann oft so, dass es total eskaliert und dann folgt ein Monat Exzess. Das soll so auf keinen Fall sein. Man soll halt wirklich sagen, okay, so und so viel schaffe ich, das versuche ich jetzt einzuhalten und das werde ich einhalten.
                                  Das ist nicht nur ein Versuch, sondern das werde ich einhalten. Und alle Situationen, die ich nicht schaffen würde, zum Beispiel bei mir ist es so gewesen, ich wusste, wenn ich feiern gehe, werde ich nicht nüchtern sein.
                                  Und da war ich, das wusste ich und ich habe auch oft von Leuten gehört, okay, Alexa, das ist aber ganz schön traurig, wenn du das nicht kannst, wenn du nicht nüchtern feiern gehen kannst. Ja, Entschuldigung, ich kann das nicht.
                                  Also ich werde, ich kann das nicht und ich wusste. Realistische Selbsteinschätzung. Genau. Und ich wusste, eigentlich geht es nur um mich und meinen Konsum.
                                  Und wenn ich, wenn ich clean werden möchte, muss ich eigentlich nur mir selber was beweisen.
                                  Und da ich von Anfang an ehrlich zu mir selber war und auch wusste, was ich kann und vor allem nicht kann und die Situation gemieden habe, dann war ich halt, ich war viel allein dann, weil eben ich weiß, dass mein Freundeskreis einfach sehr viel konsumiert.
                                  Und am Anfang war es wirklich radikal und habe gesagt, okay, ich bin jetzt alleine, habe mich auch oft einsam gefühlt dann, aber nur so hat es funktioniert.
                                  Und über die Jahre konnte ich dann eben konnte ich da immer mehr raus und einfach Situationen finden.
                                  Das muss man auch mal erwähnen. Ich glaube, wenn man ganz tief drin ist, zum Glück war ich nicht so tief drin, aber wenn man tiefer drin ist, dass man einfach vergisst, welche Situationen so ein normaler Mensch am Wochenende macht.
                                  Was macht man denn am Wochenende, wenn man nicht feiern geht? So und vor allem mit welchen Leuten, wenn man so tief schon drin ist, dass der ganze Freundeskreis konsumiert.
                                  Die gehen ja alle feiern, nämlich auch der Grund, was ich sagen wollte, warum ich alleine war, weil mein ganzer Freundeskreis eben keine normalen Wochenenden hatte, also keinen normalen Mini-Golf-Besuch oder.
                                  In die Berge gehen oder.
                                  Ja genau.
                                  Jahresurlaub planen, keine Ahnung.
                                  Kaffee trinken gehen oder so oder in Urlaub gehen. Es war ja alles nicht drin, weil die eben alle substanzabhängig sind und sich treffen. Am Anfang ist es ja auch Treffen um feiern zu gehen und irgendwann ist das Treffen um zu konsumieren und da wollte ich nie rein.
                                  Und als mir das klar wurde, habe ich gesagt, okay, ich halte mich jetzt von den Leuten fern, ich muss und im schlimmsten Fall hätte ich auch, wäre ich umgezogen.
                                  Zum Glück muss ich das nicht und habe einfach.
                                  Es ziehen ja auch immer ein paar ein bisschen mit und wenn man anfängt, darüber zu sprechen,
                                  gestehen sich die ein oder anderen auch ein paar Dinge mehr zu und wenn man sich selber verletzlich zeigt, zeigen sich andere dann auch verletzlich.
                                  Manche überhaupt nicht und sind eigentlich die, die einen am meisten Sorgen machen sollten.
                                  Also Menschen, die mehr darüber sprechen, bei denen weiß man, okay, die sind so selbst reflektiert und so ehrlich zu sich selber, dass sie einen Weg finden werden.
                                  Die kriegen es vielleicht noch nicht perfekt hin, aber die haben schon wenigstens den Punkt erkannt, wo was zu verändern ist.
                                  Genau und wenn man anfängt mit den Leuten darüber zu sprechen, dann geben sie auch zu, wo sie Schwierigkeiten haben und dann kann man sich ja mal zusammen treffen.
                                  Und was mir auch geholfen hat, ist immer offen darüber zu sprechen, so hey, ich sehe dich jetzt nüchtern.
                                  Ich war bis jetzt, es ist schon wirklich sehr lange her, aber das ist mir wirklich, als ich mich auf den Podcast vorbereitet habe, gekommen.
                                  Ich habe dann gesagt, hey, ich bin jetzt nüchtern und ich bin mir total unsicher, ob ich jetzt nüchtern so bin, wie ich eigentlich bin.
                                  So wie du mich kennst. Aber das bin ich eigentlich und wenn es einen großen Unterschied macht, habe ich Angst, mich zu verlieren, weil aber ich habe das offen kommuniziert, wie unsicher ich war.
                                  Im Endeffekt war ich genauso, ich war trotzdem ich. Man ist ja trotzdem man selbst, man konsumiert ja, um gewisse Dinge vor sich selber eigentlich zu verstecken, nicht vor anderen.
                                  Doch auch vor anderen, doch, doch. Aber wenn man offen kommuniziert, dann hat man keine Angriffspflicht mehr irgendwie.
                                  Okay. Ja und dann, was mir auch total geholfen hat, ist, Freunden zu sagen, hey, können wir zusammen alleine sein?
                                  Einfach zusammen auf der Couch sitzen und vielleicht nichts sagen. Klappt immer noch nicht so gut.
                                  Ich habe oft den, man hat ja auch diesen Druck, irgendwie sozial gefallen zu wollen.
                                  Und Angst, also Angst alleine nur, wenn man atmet, nicht genug zu sein.
                                  Ich sehe auch allgemein, wenn man konsumiert, hat ja immer einen tiefer liegenden Grund.
                                  Und oft sind es so Basic Ängste wie ich bin nicht gut genug, kein Selbstwertgefühl. Die anderen mögen mich nicht.
                                  Ich will dazugehören zur Gruppe. Ja, genau so war es. Ich will nicht der, der gemobbt wird sein oder genau.
                                  Ja, wenn man jünger ist, noch oft dieses Zugehörigkeitsgefühl.
                                  Aber wenn man dann mit dem, wenn man das ausbaden muss, was man da jahrelang gemacht hat und dann ins tiefer liegende,
                                  also tiefer greifende Bindung, im tiefer greifenden Bindung geht und man sich halt einfach mit jemanden zusammensetzen will und eigentlich komplett man selbst sein möchte,
                                  dann kann man, dann geht es halt wirklich darum, ok, schaffe ich das, mir selber so zu vertrauen, dass ich gut genug bin.
                                  Ohne irgendwelche Hilfsmittel. Ok.
                                  Ja, vielen Dank für die aufschlussreichen Informationen. Danke für deine Offenheit.
                                  Ich glaube, es hat sehr vielen weitergeholfen, die das hören. Also wirklich mal gut so die Perspektive auch zu hören.
                                  Was magst du denn abschließend den Leuten noch mit auf den Weg geben?
                                  Ja, was mir auch wichtig wäre zu sagen, ist, dass man oft vergisst, dass wenn man ein Problem hat, was eigentlich, wo man eigentlich in Therapie gehört,
                                  worüber man reden sollte und es dann versucht, mit Drogen zu behandeln, dass man dann in über die Jahre oder Monate, es fängt eigentlich schon an,
                                  in so Kommoborbiditäten heißt es einfach so, andere Störungen kommen mit dazu.
                                  Am Anfang ist es vielleicht, die Droge hilft einem, irgendwas zu vergessen und vielleicht ist es dann so viel Ecstasy, dass dein Gehirn so wenig Serotonin noch hat,
                                  dass dann eine Depression dazu kommt und mit der Depression dann noch andere Dinge und dann versucht man vielleicht die Sucht zu regulieren
                                  und verlagert die Sucht auf eine andere Substanz oder es gibt ja auch noch Subtanzen, unabhängige Süchte und wenn man dann irgendwie versucht,
                                  das Suchtmittel wegzulassen, dann kommen dann andere Probleme dazu. Deswegen seid euch dessen bewusst, was ihr konsumiert, wie viel ihr konsumiert und seid vor allem ehrlich zu euch selbst,
                                  weil im Nachhinein das Ganze auszubaden, was ihr euch angetan habt, ist viel schwieriger.
                                  Ja, gut gesagt, vielen Dank. Danke für die letzten Worte. Cool. Ja, wir machen weiter mit dem Podcast.
                                  Ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Lasst gerne ein Like da auf den gängigen Streaming-Portalen, sonst findet ihr das Angebot auch immer auf der Website.
                                  Und wir hören uns. Bis bald. Danke Alexa. Gerne. Super. Tschüss.
                                  Tschüss.

                                   

                                   

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                                  Der Beitrag Cannabis und Psychosen: Interview mit Dr. med. Sophie Greiner u. Ayla Fickler – sauberdrauf! Folge 22 – der Mindzone-Podcast erschien zuerst auf sauber drauf! mindzone.info.

                                  1 hr 39 min
                                • NEWS – National Early Warning System: Interview mit Esther Neumeier – sauberdrauf Folge 21 – der Mindzone-Podcast
                                  NEWS – National Early Warning System – Interview mit Esther Neumeier

                                  In der 21. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ ist Dipl. Psychologin Esther Neumeier – Projektleiterin des Forschungsprojekts NEWS – zu Gast. Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Person geht es um die Entstehung des Projekts, die wissenschaftlichen Grundlagen sowie um die Frage, warum ein solches System für Prävention, Fachpraxis und Politik unverzichtbar ist.

                                  Weiter beleuchten wir die Erfolge des Projekts, ethische Grundsätze bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten und erörtern ganz allgemein den Unterschied von wissenschaftlich erhobenen Daten zu Alltagsbeobachtungen.

                                  Über Dipl. Psych. Esther Neumeier
                                  • Leiterin der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen- und Drogensucht (DBDD) und Projektleitung vom Forschungsprojekt NEWS – National Early Warning System am IFT München (Institut für Therapieforschung)
                                  • Infos zum Institut für Therapieforschung: https://ift.de/
                                  • Kontakt Esther Neumeier: [email protected]
                                  • NEWS: https://mindzone.info/news/
                                  • Das Podcast-Gespräch behandelt nachfolgende Themen:
                                    Das NEWS-Projekt
                                    • Rolle und Aufgaben der Mitarbeiterin im Nationalen Frühwarnsystem
                                    • Entstehung und Zielsetzung des NEWS
                                    • Persönliche Motivation für die Arbeit im Projekt
                                    • Warum ein Frühwarnsystem gesellschaftlich notwendig ist
                                    • Wie Interessierte über Ergebnisse und Warnmeldungen informiert werden
                                    • Wissenschaft verständlich erklärt
                                      • Welche Daten im Rahmen des Frühwarnsystems erhoben werden
                                      • An welche Zielgruppen sich die Datenerhebung richtet
                                      • Sicherstellung wissenschaftlicher Qualität und Belastbarkeit
                                      • Ethische Leitlinien: Transparenz, Zustimmung, Autonomie, Datenschutz, Fairness und Verantwortung
                                      • Unterschied zwischen wissenschaftlichen Daten und medialen bzw. anekdotischen Wahrnehmungen
                                      • Methodik und Praxiseinblicke
                                        • Die Informationsgeber des NEWS-Projekt: Konsumierendenbefragungen, Forenanalysen, Expert*innenbefragungen, Daten aus Krankenhäusern, aus der Strafverfolgung und Forensik, Meldungen aus dem Netzwerk
                                        • Herausforderungen bei Datenerhebung und -auswertung
                                        • Wie evidenzbasierte und belastbare Ergebnisse gewährleistet werden
                                        • Erfolge und Wirkungen
                                          • Beispiele, bei denen NEWS frühzeitig neue Entwicklungen sichtbar gemacht hat
                                          • Einfluss der Ergebnisse auf Fachpraxis und politische Entscheidungsprozesse
                                          • Reaktionen aus Fachkreisen und Öffentlichkeit
                                          • Gesellschaftliche Relevanz & Finanzierung
                                            • Bedeutung des Frühwarnsystems aus politischer Perspektive
                                            • Zukunftsperspektiven des NEWS-Projekts
                                            • Unterstützungs-Möglichkeiten
                                            • Infos vom Infostand:
                                              Wissenswertes zu Cannabis-Edibles und Safer-Use-Strategien 

                                              In der aktuellen Folge erklärt Mindzone-Peer Jan, was unter Cannabis-Edibles zu verstehen ist, warum sie aktuell wieder stark im Umlauf sind und weshalb es dabei besonders häufig zu Überdosierungen kommt. Wir sprechen über Wirkungsweisen, Risiken und rechtliche Grauzonen. Zudem ordnen wir ein, warum Edibles besondere Herausforderungen für einen reflektierten und risikoarmen Konsum mit sich bringen.

                                              • Was sind Cannabis-Edibles und welche Produkte zählen dazu?
                                              • Warum Edibles aktuell wieder stärker verbreitet sind?
                                              • Aktuelle rechtliche Lage zu Edibles in Deutschland
                                              • Unterschiede zwischen Edibles und dem Rauchen/Vaporisieren von Cannabis
                                              • Verzögerter Wirkungseintritt und lange Wirkdauer
                                              • Warum Dosierungsfehler bei Edibles so häufig vorkommen
                                              • Empfohlene Einstiegsdosierung und Tipps zur Risikoreduktion
                                              • Typische körperliche und psychische Nebenwirkungen
                                              • Was es für einen sicheren und legalen Umgang bräuchte
                                              • Wichtige Safer-Use-Hinweise vor dem Konsum
                                              • Infos zu Jan‘s Projekten:
                                                • https://www.instagram.com/calmyjane/
                                                • https://www.instagram.com/wiredkimchi/
                                                • Infos vom DHV zu Edibles: https://hanfverband.de/zuviel-des-guten-thc-haltige-nahrungsmittel-und-ihre-risiken
                                                •  

                                                  Das Transcript der Podcast Folge zum lesen

                                                  Disclaimer: Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dient zur Informationsgewinnung und Weitergabe.

                                                  Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zur neuen Podcastfolge des Mein Zorn Podcast Sauber drauf. Jetzt sind wir schon bei Folge 21 angekommen. Euch erwartet wieder eine informative Folge zu Party Drogen und Konsum. Heute habe ich zu Gast Esther Neumayer vom Institut für Therapie Forschung München. Sie leitet die Drogen Beobachtungsstelle der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht und ist Projektleitung vom Forschungsprojekt News – Das National Early Warning System.

                                                  Herzlich willkommen.

                                                  Esther

                                                  Hallo, Vielen Dank.

                                                  Schön, dass du da bist und dir Zeit genommen hast. Ich freue mich sehr auf das Gespräch. Im zweiten Teil der Folge erwartet euch wie immer die Infos vom Infostand. Dieses Mal mit Jan und wir werden über das Thema Cannabis Tablets sprechen, weil wir einfach gemerkt haben, dass da ja teilweise noch ein gewisser Aufklärungsbedarf besteht. Wenn euch das Ganze hier gefällt, dann lasst gerne ein Like da.

                                                  Sagt euren Freundinnen und Freundinnen Bescheid, dass der Podcast cool ist. Wir freuen uns immer über neue Zuhörende. Und ihr könnt das ganze auch auf Spotify, Apple Music usw anhören. Die Kontaktdaten von Esther findet ihr in der Videobeschreibung und nun steigen, wenn die Folge ein ist. Erzähl uns doch etwas über das News Projekt. Darum soll es heute gehen.

                                                  Esther

                                                  Ja, ich fange mal von vorn an. News ist angedockt an der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Das ist ein etwas längerer Begriff. Wir sagen immer nur DBT und generell ist unser Job die gesamte Berichterstattung zu illegalen Drogen in Deutschland, also sozialen Aspekten, Konsum, auch problematischer Konsum, aber auch ganz normaler Konsum, Konsum Folgen bis hin zum Drogentote sind auch unsere Analysen, aber auch der ganze Bereich Produktion.

                                                  Esther

                                                  Was kann man dagegen machen? Der ganze Bereich rund um die Therapie, Versorgung, um die Prävention und aber auch die ganze Strafverfolgung Geschichte, also Marktbeobachtung. Was passiert im Bereich Kriminalitäts Gefängnisse? Also so einmal alles nach Möglichkeit und News hat jetzt sozusagen die spezifische Rolle bekommen. Seit 2021 arbeiten wir daran, die Frühwarnung auf und auszubauen in Deutschland aus der Logik heraus, das so diese alte Berichterstattung, das alte Monitoring, eine sehr große Zeitverzögerung immer drin hat.

                                                  Esther

                                                  Also da reden wir locker mal über ein Jahr Zeitverzögerung und dass das einfach nicht mehr ausreicht für das, was mittlerweile passiert im Thema Drogenmarkt, Drogenkonsum.

                                                  Neue psychiatrische Stoffe.

                                                  Esther

                                                  Genau da ist man einfach zu spät.

                                                  Und seit wann machst du das Ganze?

                                                  Esther

                                                  Also seit ungefähr zehn Jahren. Jetzt. Da bin ich eigentlich schwerpunktmäßig im Bereich Drogen, Todesfälle und Reduktion und Drogen bezogene Infektionskrankheiten auch unterwegs. Und News machen wir seit 2021. Wobei man sagen muss, dass es auch vorher schon speziell für dieses Thema neue psychoaktive Substanzen Berichterstattung gab. Im europäischen System aber das war in Deutschland, würde ich sagen, sehr begrenzt, wie viel da auch rausgegangen ist.

                                                  Esther

                                                  News hat jetzt einen viel breiteren Ansatz. Also es geht auch nicht nur um ganz neue Substanzen, sondern geht wirklich so um alle gesundheits relevanten Phänomene, die sich entwickeln können. Es kann ja auch ganz bekannte Substanzen sein, wo sich dann etwas im Konsum verändert, wo vielleicht neue Formen auf den Markt kommen, wo einfach Leute anders konsumieren. Das kann alles Mögliche sein.

                                                  Esther

                                                  Und genau da ist eben vor allem auch die Idee, dass wir sehr schnell auch warnen können und dass wir auch nicht nur Fachpersonal informieren, was wir schon immer machen, sondern dass wir wirklich auch Konsumierende selber warnen können bzw meistens gar nicht selber, sondern über unsere Partner warnen.

                                                  Genau so wie uns.

                                                  Esther

                                                  Ihr seid da schon immer sozusagen auch ja vorne mit dabei, mein Sohn für mich ist für uns so er der zentrale Partner auch für die Webseite, aber auch einfach um ich sage mal jüngere Leute zu erreichen. Und es sind aber natürlich auch die anderen Party Projekte in Deutschland. Das sind auch irgendwelche anderen Podcasts und YouTuber. Das sind einfach alle, die es aufgreifen und weitergeben.

                                                  Esther

                                                  Und es ist ja auch die Idee, dass man wirklich da dran kommt an die Sachen und das rausgeben kann.

                                                  Ja genau, das News Projekt ist ja angebunden ans Institut für Therapie Forschung und da gibt es schon seit 2012 eine Kooperation mit mein Sohn. Wo es dann immer so einen Fragebogen gab, haben wir händisch dann am Infostand ausgeteilt haben und die die Stand Besuchenden konnten quasi ihren Konsum reflektieren und im Gegenzug haben wir quasi Informationen über Ja, was wird in München konsumiert bekommen?

                                                  Und das war für uns extrem wertvoll, weil es da einfach sonst nicht so viele Zahlen gab. Genau zu dieser Partyszene und da, wo wir eben sind und wir sind ja Sozialarbeiter und versuchen immer auch nach wissenschaftlichen Standards uns zu orientieren. Aber wenn es keine gibt, dann ist es schwierig. Und deswegen war diese Kooperation so extrem wertvoll, dass es halt überhaupt mal zahlen gab.

                                                  Und es ist auch einfach ein Riesenaufwand, solche Zahlen zu erheben und diese Fragebögen wissenschaftlich zu erstellen und auszuwerten. Und so weiter und so fort. Und deswegen waren wir da sehr. Oder sind immer noch sehr dankbar, dass wir da mit euch kooperieren können. Ja, wir auch. Genau. Und und wir wissen jetzt das News Projekt gibt es noch nicht so lang seit 2021.

                                                  Wie ist denn da deine Rolle zu verstehen?

                                                  Esther

                                                  Also ich bin Projektleitung, was heißt ich kümmere mich um ja so was wie Anträge und dass das ganze Ding läuft und die Planung und so und ich schreibe aber natürlich auch mit. Ich konzipiere auch mit. Es ist ein ganz kleines Projektteam. Von daher finde ich es eigentlich schwer zu sagen, was jetzt jeder einzelne macht. Wir teilen das schon so ein bisschen auf, dass ich auch mehr noch mal Richtung Politik auch mache und.

                                                  Öffentlichkeitsarbeit.

                                                  Esther

                                                  Auch Öffentlichkeitsarbeit. Wobei wir das auch aufteilen. Wir halten auch wirklich alle, halten Vorträge, also neuerdings halt auch. Wir haben eine schon lange, die schon lange dabei ist, eine wissenschaftliche Hilfskraft. Die hat neulich auch mal einen Vortrag auf dem Kongress gehalten. Also wir versuchen das ja alle, die wollen sozusagen, die sich engagieren im Projekt, dürfen auch sehr gerne damit sich melden, öffentlich, wenn sie wollen.

                                                  Ja, das ist ja schon eine spezielle Arbeit. So was motiviert dich denn am meisten, diese Arbeit zu machen?

                                                  Esther

                                                  Also ich mache auch die Auswertung zu Drogen Todesfällen und das ist eine ziemlich gute Motivation, weil ja, ich komme ursprünglich auch mal aus der Praxis vor langer Zeit. Ich bin von Haus aus Psychotherapeutin, habe auch im Bereich gearbeitet.

                                                  Disclaimer

                                                  Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dient zur Informationsgewinnung und Weitergabe.

                                                  Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zur neuen Podcastfolge des Mein Zorn Podcast Sauber drauf. Jetzt sind wir schon bei Folge 21 angekommen. Euch erwartet wieder eine informative Folge zu Party, Drogen und Konsum. Heute habe ich zu Gast Esther Neumayer vom Institut für Therapie Forschung München. Sie leitet die Drogen Beobachtungsstelle der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht und ist Projektleitung vom Forschungsprojekt News Das National Early Warning System.

                                                  Herzlich willkommen.

                                                  Esther

                                                  Hallo, vielen Dank.

                                                  Schön, dass du da bist und der Zeit genommen hast. Ich freue mich sehr auf das Gespräch. Im zweiten Teil der Folge erwartet euch wie immer die Infos vom Infostand. Dieses Mal mit Jan und wir werden über das Thema Cannabis Tablets sprechen, weil wir einfach gemerkt haben, dass da ja teilweise noch ein gewisser Aufklärungsbedarf besteht. Wenn euch das Ganze hier gefällt, dann lasst gerne ein Like da.

                                                  Sagt deinen Freundinnen und Freundinnen Bescheid, dass der Podcast cool ist. Wir freuen uns immer über neue Zuhörende. Und ihr könnt das ganze auch auf Spotify, Apple Music usw anhören. Die Kontaktdaten von Esther findet ihr in der Videobeschreibung und nun steigen, wenn die Folge ein ist. Da erzähl uns doch erst mal etwas über das News Projekt. Darum soll es heute gehen.

                                                  Esther

                                                  Ja, ich fange mal vorne an News ist angedockt an der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Das ist ein etwas längerer Begriff. Wir sagen immer nur DBT und generell ist unser Job die gesamte Berichterstattung zu illegalen Drogen in Deutschland, also sozialen Aspekten, Konsum, auch problematischer Konsum, aber auch ganz normaler Konsum, Konsum Folgen bis hin zum Drogentote sind auch unsere Analysen, aber auch der ganze Bereich Produktion.

                                                  Esther

                                                  Was kann man dagegen machen? Der ganze Bereich rund um die Therapie, Versorgung, um die Prävention und aber auch die ganze Strafverfolgung Geschichte, also Marktbeobachtung. Was passiert im Bereich Kriminalitäts Gefängnisse? Also so einmal alles nach Möglichkeit und News hat jetzt sozusagen die spezifische Rolle bekommen. Seit 2021 arbeiten wir daran, die Frühwarnung auf und auszubauen in Deutschland aus der Logik heraus, das so diese alte Berichterstattung, das alte Monitoring, eine sehr große Zeitverzögerung immer drin hat.

                                                  Esther

                                                  Also da reden wir locker mal über ein Jahr Zeitverzögerung und dass das einfach nicht mehr ausreicht für das, was mittlerweile passiert im Thema Drogenmarkt, Drogenkonsum.

                                                  Neue psychoaktive Stoffe.

                                                  Esther

                                                  Genau da ist man einfach zu spät.

                                                  Und seit wann machst du das ganze?

                                                  Esther

                                                  Also seit ungefähr zehn Jahren. Jetzt. Da bin ich eigentlich schwerpunktmäßig im Bereich Drogen, Todesfälle und haben Reduktion und Drogen bezogen und Infektionskrankheiten auch unterwegs. Und News machen wir seit 2021. Wobei man sagen muss, dass es auch vorher schon speziell für dieses Thema neue psychoaktive Substanzen Berichterstattung gab Im europäischen Early Warning System. Aber das war in Deutschland würde ich sagen sehr begrenzt, wie viel da rausgegangen ist.

                                                  Esther

                                                  News hat jetzt einen viel breiteren Ansatz. Also es geht auch nicht nur um ganz neue Substanzen, sondern geht wird es so um alle gesundheits relevanten Phänomene, die sich entwickeln können. Es kann ja auch ganz bekannte Substanzen sein, wo sich dann etwas im Konsum verändert, wo vielleicht neue Formen auf den Markt kommen, wo einfach Leute anders konsumieren. Das kann alles Mögliche sein.

                                                  Esther

                                                  Und genau da ist eben vor allem auch die Idee, dass wir sehr schnell auch warnen können und dass wir auch nicht nur Fachpersonal informieren, was wir schon immer machen, sondern dass wir wirklich auch Konsumierende selber warnen können bzw meistens gar nicht selber, sondern über unsere Partner warnen.

                                                  Genau so wie uns.

                                                  Esther

                                                  Genau wie ihr seid da schon immer sozusagen auch ja vorne mit dabei, mein Sohn für mich ist für uns so er der zentrale Partner auch für die Webseite, aber auch einfach um ich sage mal jüngere Leute zu erreichen. Und es sind aber natürlich auch die anderen Party Projekte in Deutschland. Das sind auch irgendwelche anderen Podcasts und YouTuber. Das sind einfach alle, die es aufgreifen und weitergeben.

                                                  Esther

                                                  Und es ist ja auch die Idee, dass man wirklich da dran kommt an die Sachen und das rausgeben kann.

                                                  Ja genau, das News Projekt ist ja angebunden ans Institut für Therapie Forschung und da gibt es schon seit 2012 eine Kooperation mit meinem Sohn. Wo es dann immer so einen Fragebogen gab, hatten wir händisch dann am Infostand ausgeteilt haben und die die Stand Besuchenden konnten quasi ihren Konsum reflektieren und im Gegenzug haben wir quasi Informationen über Ja, was wird in München konsumiert bekommen?

                                                  Und das war für uns extrem wertvoll, weil es da einfach sonst nicht so viele Zahlen gab. Genau zu dieser Partyszene und da, wo wir eben sind und wir sind ja Sozialarbeiter und versuchen immer auch nach wissenschaftlichen Standards uns zu orientieren. Aber wenn es keine gibt, dann ist es schwierig. Und deswegen war diese Kooperation so extrem wertvoll, dass es halt überhaupt mal Zahlen gab.

                                                  Und es ist auch einfach ein Riesenaufwand, solche Zahlen zu erheben und diese Fragebögen wissenschaftlich zu erstellen und auszuwerten. Und so weiter und so fort. Und deswegen waren wir da sehr. Oder sind immer noch sehr dankbar, dass wir da mit euch kooperieren können. Ja, wir auch. Genau. Und und wir wissen jetzt das News Projekt gibt es noch nicht so lang seit 2021.

                                                  Wie ist denn da deine Rolle zu verstehen?

                                                  Esther

                                                  Also ich bin Projektleitung, was heißt ich kümmere mich um so was wie Anträge und dass das ganze Ding läuft und die Planung und so und ich schreibe aber natürlich auch mit. Ich konzipiere auch mit. Es ist ein ganz kleines Projektteam. Von daher finde ich es eigentlich schwer zu sagen, was jetzt jeder einzelne macht. Wir teilen das schon so ein bisschen auf, dass ich auch mehr noch mal Richtung Politik auch mache und.

                                                  Öffentlichkeitsarbeit.

                                                  Esther

                                                  Auch Öffentlichkeitsarbeit, wobei wir das auch aufteilen. Wir halten auch wirklich alle halten Vorträge, also neuerdings halt auch. Wir haben eine schon lange, die schon lange dabei ist, eine wissenschaftliche Hilfskraft. Die hat neulich auch mal einen Vortrag auf dem Kongress gehalten. Also wir versuchen das ja alle, die wollen sozusagen, die sich engagieren im Projekt, dürfen auch sehr gerne damit sich melden, öffentlich, wenn sie wollen.

                                                  Ja, das ist ja schon eine spezielle Arbeit. So was motiviert dich denn am meisten, diese Arbeit zu machen?

                                                  Esther

                                                  Also ich mache auch die Auswertung zu Drogen Todesfällen und das ist eine ziemlich gute Motivation, weil ja, ich komme ursprünglich auch mal aus der Praxis vor langer Zeit, bin von Haus aus Psychotherapeutin, habe auch im Bereich gearbeitet und ich glaube meine Grundmotivation ist immer noch einfach zu sagen okay, Drogenkonsum ist halt so, Menschen nehmen Substanzen und ich finde alles, was dazu beiträgt, dass Leute das ein bisschen aufgeklärter machen können und vielleicht weniger Schäden davontragen, ist gut und das ist meine Hauptmotivation dafür.

                                                  Esther

                                                  Und das andere ist natürlich auch, dass es auch keinen Spaß macht, eine Berichterstattung zu machen, von der man selber weiß, die ist ein Jahr hinterher. Das ist auch nicht so schön, das braucht man für so langfristige Sachen, ganz klar. Aber ja, das finde ich, kann auch nicht der Anspruch sein, dass man immer so weit hinterher ist. Und dann gibt es ja auch noch so eine strukturelle Ebene, die ich auch ganz wichtig finde, dass man ja auch Richtung Politik, auch Richtung Planung auch versucht, so ein bisschen zu sagen Ah, das entwickelt sich jetzt gerade, was könnte sich daraus noch entwickeln?

                                                  Esther

                                                  Wie müsste man vielleicht reagieren, damit dann auch das Versorgungssystem darauf auch so ein bisschen sich schon mal vorbereiten kann und man nicht Jahre hinterher es mit einem Ja konkretisiert?

                                                  Auch mal bitte, warum wir jetzt gerade so ein schnelleres System brauchen.

                                                  Esther

                                                  Also ich glaube, man kann es anfangen von der Seite der Märkte aus. Das ist finde ich das einfachste, das zu erklären. Die Märkte funktionieren einfach nicht mehr wie vor 30 Jahren. Wir haben heute Drogen, Todesfälle, die sind Die Zahlen sind so hoch wie sie das zuletzt Anfang der 90er waren. Anfang der 90er war Heroin Krise und es war schlimm.

                                                  Esther

                                                  Aber alle wussten, was das ist. Jetzt weiß keiner so richtig, was es ist. Wir haben bei 80 % der Todesfälle haben wir eine multiple Substanz Beteiligung, zwei Substanzen oder mehr, und wir wissen viel zu wenig darüber. Gleichzeitig drängen ständig neue Substanzen auf den Markt. Wenn dieses ganze Riesenthema, synthetische Substanzen, alle möglichen verschiedenen Dinge. Keiner blickt irgendwie so richtig durch, und da müssen wir einfach schneller und besser werden.

                                                  Esther

                                                  Und dazu gehört eben auch, dass wir uns vernetzen. Das ist ja ein ganz starker Teil von uns, dass einfach das, was auch da ist, an Wissen genutzt wird, auch systematisch wirklich genutzt wird. Und das andere ist natürlich auch, dass man auch noch mal überlegt, was müssen wir für neue Sachen aufbauen und und ausbauen. Und diese schnellen Veränderungen da einfach auch ein bisschen mitgehen zu können, sich auch zu überlegen, was davon ist relevant, was vielleicht auch nicht so relevant noch wichtig, auch so in die Richtung Was machen wir mit Gerüchten?

                                                  Esther

                                                  Das, finde ich, ist ein ganz wichtiger Aspekt, weil gerade wenn wenig Wissen da ist, viel Gerüchte unterwegs sind und da eben auch zu versuchen, wirklich Fakten entgegenzusetzen. Ich glaube, das wird immer wichtiger, je mehr Veränderung da ist.

                                                  Wie erfahren denn jetzt die Interessierten von den Ergebnissen? Du hast vorhin schon angeschnitten, dass das wir kooperieren. Genau.

                                                  Esther

                                                  Genau. Also kann jetzt natürlich drauf an, wer interessiert. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Das eine ist, es wäre auch so ein ganz klassischen E Mail Verteiler haben, wo wir aber vor allem so ich sage mal Fachkollegen aus der Suchthilfe, aus den Laboren, auch für die toxikologischen Analysen und so Geschichten, dann alles, was öffentlich ist und das allermeiste ist öffentlich, kommt auf die Webseite.

                                                  Esther

                                                  Das ist relativ einfach. Und wenn wir Warnungen rausschicken, dann schicken wir es ja auch immer so raus, dass wir sagen Bitte verteilt es weiter. Das heißt eigentlich müsste man, wenn man egal welchem Projekt man jetzt folgt, müsste man eigentlich die wichtigsten Informationen, die wirklich Warnungen auch kriegen. Und dann gibt es natürlich noch so Hintergrundinfos, wenn wir so Transporter machen, wo wir uns ein bisschen vertieft mit Themen auseinandersetzen.

                                                  Esther

                                                  Die stehen auch auf der Website. Das weiß ich, glaube, die gehen jetzt nicht so groß über die Verteiler, aber da kann man auch einfach mal reingucken, wenn man Interesse hat und das einfach nachlesen. Und ansonsten muss ich auch ehrlicherweise sagen, wir sind auch ganz gut erreichbar. Also wenn jemand wirklich dringend was wissen muss, kann man sich auch bei uns melden.

                                                  Esther

                                                  Das machen auch Leute. Und ganz oft müssen wir natürlich auch sagen dazu haben wir keine wissenschaftlich belastbaren Sachen, da können wir nichts zu sagen. Aber dann weiß man auch das schon mal.

                                                  Das ist schon mal auch eine Aussage. Die Transporter, das sind quasi Expertinnen, Befragungen, also Gruppen, wo es dann um ein bestimmtes Thema geht, zum Beispiel Lachgas. Verbreitung in Deutschland. Und dann werden aus verschiedenen Bundesländern Expertinnen befragt, die dann dazu was sagen und was werdet ihr dann aus? Und es eine Möglichkeit wissenschaftlich Daten zu erheben?

                                                  Esther

                                                  Genau. Also das sind im Kern immer qualitative Erhebungen. Auf jeden Fall Also Expertenrunden spielen eine große Rolle, machen Fokusgruppen, je nachdem, welches Thema es geht, interviewen wir auch, konsumieren da einfach selber. Natürlich, weil das auch gerade bei neuen Phänomenen super spannend sein kann. Wir nehmen aber auch zum Beispiel Daten aus den Gift Informations zentralen zu Vergiftungen oder wenn es aus den Kliniken schon Nachrichten gibt dazu, dann nehmen wir die auch auf.

                                                  Esther

                                                  Also das ist immer so der Versuch, in einer sehr begrenzten Zeit wirklich ein neues Phänomen so weit darzustellen, wie es eben darstellbar ist. Und auch zu sagen Guck mal, da haben wir Lücken, da können wir nichts zu sagen, da müsste man mal genauer hinschauen.

                                                  Ja, und da kombiniert ihr dann verschiedene Möglichkeiten, Daten zu erheben. Also qualitativ bedeutet ja, ich habe Expertinnen, Interviews, also Gespräche sozusagen bekommen da meine Daten. Und quantitativ bedeutet dann ich mach ja Befragungen mit einfach einer Zielgruppe, mit verschiedenen Personen und möglichst möglichst hohe Genauigkeit.

                                                  Esther

                                                  Viele Leute.

                                                  Möglichst viele Personen. Genau. Und so setzt sich das Ganze dann zusammen.

                                                  Esther

                                                  Und das ist eben auch so ein Thema, gerade bei so ganz neuen Entwicklungen. Das sind ja meistens auch noch nicht so viele Leute und die muss man auch noch erwischen, die so was sagen können. Deswegen ist das, finde ich oft eher so ein Quality Character jetzt so in diesem ganz klassischen Sinne, dass also in der Uni, würden wir sagen, es ist eher Hypothesen generieren.

                                                  Esther

                                                  Wir stellen erst mal eine Beobachtung überhaupt an, wir stellen was fest und sagen erst mal wir sehen hier was und wir können aber meistens gar nicht sagen, wie groß ist das Ausmaß jetzt erst mal? Also was wir jetzt in einer großen Studie machen würden, dass wir sagen okay, hochgerechnet soundso viele Personen in Deutschland konsumieren, sagen wir Heroin. Das kann man einer großen Studie hochrechnen, das kann man für so ganz neue Phänomene noch gar nicht machen.

                                                  Esther

                                                  Und deswegen meine ich eben eher so ein qualitativer Ansatz Wirklich Trends angucken, gucken, was passiert, gerade.

                                                  Die Leute befragen, die auch wirklich Kontakte zu haben und die das konsumieren. Welche Zielgruppe ist das?

                                                  Esther

                                                  Das kann alles. Also News Kann das alles sein? Wir haben schon was zu Crack gemacht, da ist dann die Zielgruppe halt. Das ist ja wirklich offene Drogenszene am große Überschneidung auch mit der Obdachlosigkeit. Und da sind dann die Expertinnen und Experten eben auch so Leute aus der klassisch niedrigschwelligen Hilfe, also Streetworker, Leute in Drogenkonsum räumen Leute in Kontakt, Kaffee so ja.

                                                  Esther

                                                  Als sie was zu Lachgas gemacht haben, war es natürlich ganz anders. Das ist ein Thema für junge Leute, das ist ein Thema aus der Partyszene Freizeit, Konsum. Klar, da hatten wir dann auch die Kliniken mit drin, so für die Vergiftungen Fälle, da gab es ja schon auch ein paar zumindest. Aber wir passen das wirklich immer daran an, um welche Zielgruppen geht es?

                                                  Esther

                                                  Wer ist überhaupt betroffen? Weil das halt ein riesen Feld ist, da noch Entwicklungen bei Drogen und ist auch die große Herausforderung so an diesem, an einem Auftrag, den wir auch haben. Ist aber auch das was das so interessant macht und was es auch so so spannend für uns macht, damit zu arbeiten.

                                                  Da müsst ihr auf jeden Fall auf ein Netzwerk zurückgreifen.

                                                  Esther

                                                  Ja, auf jeden Fall. Also das ist, das ist das A und O in diesem Projekt. Wir haben ja, das ist auch das Gute daran, dass wir es angesiedelt haben an der DBT, die es schon sehr lange gibt, die schon sehr lange auch wirklich Netzwerk mit den unterschiedlichsten Leuten, mit den unterschiedlichsten Expertisen, auch in Deutschland. Und das ist an uns noch mal ganz verstärkt.

                                                  Esther

                                                  Gerade wenn man so neue Phänomene sich angucken muss, wo sich vielleicht auch Leute noch gar nicht unbedingt öffentlich zu äußern wollen. Da geht es dann ja auch um Vertrauen. Da geht es auch darum, dass man sagt ja, jetzt, wir machen das anonym und da kannst du dich auch drauf verlassen, dass wir das so machen. Und das wäre gar nicht möglich ohne unser Netzwerk.

                                                  Esther

                                                  Und wir brauchen auch immer wieder Expertisen, die wir selber nicht haben. Also keiner von uns ist Toxikologe zum Beispiel. Es geht ganz viel ja auch um Analyse von Substanzen und ich bin halt keine Toxikologen und ich brauche dann einfach Toxikologen, die mir auch die Details erklären können und mir eben wirklich auch im Detail sagen können okay, das können wir nur rauskriegen mit diesem und diesem Analyseverfahren.

                                                  Esther

                                                  Das hat die und die Probleme dann auch. Also wo können wir auch vielleicht keine Aussagen treffen und dafür brauchen wir einfach ein riesen Netzwerk Und Gott sei Dank haben wir das auch super.

                                                  Das klingt auf jeden Fall nach einer vielfältigen und abwechslungsreiche Arbeit. Aber jetzt möchte ich mal noch ganz kurz einsteigen in wissenschaftliche Arbeit, weil das ist ja schon euer Kern und es zeichnet euch auch aus, dass diese Daten, die ihr erhebt, auch wirklich belastbar sind und dass die auch nach gewissen Standards erhoben werden. Was unterscheidet denn jetzt wissenschaftlich erhobene Daten von Alltagsbeobachtungen?

                                                  Esther

                                                  Das Systematische, also die Idee an der Wissenschaft, ist immer das Systematisieren. Das bedeutet erstens befragen wir möglichst viele Personen so, Wir können, wie gesagt, immer in dem Rahmen, wie es möglich ist. Wir befragen immer nach einer bestimmten festgelegten Methodik. Die ist auch beschrieben. Das heißt, man weiß tatsächlich was was ist reingegangen an Annahmen, was ist reingegangen an Fragen und und das ist ein ganz wichtiger Teil von Wissenschaft.

                                                  Esther

                                                  Wir sagen auch immer, wo endet die Erkenntnis, wo sind die offenen Punkte, wo ist die, wo ist die Aussagekraft dann auch wirklich vorbei? Und das ist was sehr anderes. Wenn ich jetzt eine Alltagsbeobachtungen einfach habe, normalerweise denkt dann ja, das ist jetzt so, ich habe das jetzt gesehen, jetzt ist es so In der Wissenschaft muss man immer sagen, ich habe das jetzt gesehen.

                                                  Esther

                                                  Was bedeutet das? Wie weit kann ich das verallgemeinern? Was spricht auch gegen diese Hypothese, die sich daraus jetzt bilden lässt? Und das ist der Grundgedanke, ist sozusagen ein anderer. Und das unterscheidet es auch ganz massiv von dem, was wir auch so in der Presseberichterstattung sehen, wo wir ja ganz häufig dann Einzelfälle haben, die sehr groß berichtet werden. Teilweise sind es auch dramatische Einzelfälle, ist überhaupt keine Frage.

                                                  Esther

                                                  Aber für uns ist eben wirklich bei einem Einzelfall immer die Frage Was sehen wir drum herum? Sehen wir weitere Fälle, die in die Richtung deuten und können wir da noch, ich sage mal ein bisschen Fleisch und Knochen bringen? Können wir das drum herum sehen, weil die Interpretation am Schluss ja, das ist, worum es geht. Und welche Aussagen kann man ziehen?

                                                  Und ihr seid auch dafür da, um der Politik ja Handlungsempfehlungen zu geben, Teilweise. Oder werdet herangezogen.

                                                  Esther

                                                  Manchmal. Genau. Wir werden natürlich auch befragt, natürlich auch nicht nur wir, sondern es gibt ja zum Beispiel Gesetzesvorhaben oder für größere Vorhaben werden ja auch die Fachverbände befragt. Und um Gotteswillen nicht nur wir. Aber klar, unser Job ist wirklich auch, Evidenz zur Verfügung zu stellen für die Politik. Auch da muss man sagen Politik wird nicht ersetzt durch Evidenz.

                                                  Esther

                                                  Am Schluss geht es immer.

                                                  Evidenz, ganz kurz.

                                                  Esther

                                                  Entschuldigung, eine wissenschaftliche Grundlage, Belege für oder gegen etwas? Okay, also das was? Was wissen wir tatsächlich? Wissenschaftliche Faktenbasis kann man, glaube ich, sagen. Und das versuchen wir. Oder das geben wir der Politik da wo es da ist. Unser Job ist aber eben auch ganz klar zu sagen da und da gibt es keine wissenschaftliche Basis, da können wir keine Aussagen für oder wider treffen.

                                                  Esther

                                                  Und das heißt aber nicht, dass die Politik sich nicht entscheiden muss. Trotzdem zu handeln. Und das ist natürlich dann eine große Frage mal was passiert dann? Und das andere ist natürlich auch Politik muss sich nicht an Evidenz halten. Also Leute werden ja nicht unbedingt dafür gewählt, dass sie das machen, was irgendwie wissenschaftlich passiert ist, sondern die werden gewählt für ein bestimmtes Programm.

                                                  Esther

                                                  Und das ist eben auch die Freiheit der Politik.

                                                  Hersteller wie Wie wird denn jetzt definiert, welche Richtlinien so eine wissenschaftliche Erhebung folgen muss, damit das Ganze ja ethisch korrekt abläuft? Dass alle freiwillig dabei sind? Genau.

                                                  Esther

                                                  Genau. Und du hast gerade schon ein ganz wichtiges Stichwort gesagt Freiwilligkeit ist ein riesen Stichwort damit was ethisch erlaubt. Es muss die Teilnahme freiwillig sein, das heißt es darf niemandem Nachteil daraus entstehen, zum Beispiel die Teilnahme abzubrechen, nicht teilzunehmen. Das wäre ganz schwierig. Das ist natürlich bei uns nicht so, das ist immer absolut freiwillig. Ein Riesenthema in Deutschland ist der Datenschutz, und je sensitiver das Thema, desto größer der Datenschutz.

                                                  Esther

                                                  Und das ist bei illegalen Drogen ein Riesenthema, weil also für Konsumierende, Wenn wir jetzt Expertinnen und Experten befragen, die aus der Praxis kommen, ist das Thema Datenschutz nicht so riesig. Auch die haben ein Recht auf Datenschutz. Auch daran halten wir uns. Aber gerade Für Konsumierende ist das natürlich ein gigantisches Thema, weil einfach ganz viele von diesen Sachen ja strafrechtlich relevant sind.

                                                  Esther

                                                  Und wenn jetzt jemand sagt, ich habe eine Substanz konsumiert, die strafrechtlich, deren Besitz strafrechtliche Folgen hätte für diese Personen, dann müssen wir natürlich sicherstellen, dass das absolut anonym ist. Das machen wir aber auch. Das ist gar nicht so schwierig. Da gibt es ein riesen Datenschutz Konzept dazu, Das muss man schreiben, das muss man absichern lassen vom Datenschutzbeauftragten. Der hat dann immer noch Rückfragen.

                                                  Esther

                                                  Das ist gerade wenn man so ein Projekt neu anfängt und diese Erhebung ein Neustart des Ansatzes. Also es ist wirklich aufwendig gewesen.

                                                  Braucht man eine Rechtsberatung? Wahrscheinlich auch.

                                                  Esther

                                                  Dafür haben wir ein Datenschutzbeauftragten, der ist sozusagen die in Haushaltsberatung dazu und ist sehr streng bei uns. Das finde ich aber wirklich gerade bei dem Thema auch richtig und wichtig. Und es hat dann natürlich so ganz praktische Sachen, so was wie, dass die IP Adresse nicht erhoben wird. Wenn man den Fragebogen klickt, finden wir selbstverständlich muss man aber immer wieder dazu sagen.

                                                  Esther

                                                  Das hat aber auch zum Beispiel diesen Aspekt, dass es immer eine teilnehmenden Information gibt, wo ganz klein klein drinsteht, die Daten werden da unter gespeichert. So und so lange das und die Fristen, die sind auch alle festgelegt in Deutschland. Danach wird es gelöscht. Und dann gibt es natürlich noch die noch so ein bisschen schwierigeren Sachen sind eigentlich die Interviews.

                                                  Esther

                                                  Also wenn wir direkt konsumieren und sprechen, dann ist es ja noch mal anders. Wenn man eine Einzelstimme hat von der Person, wenn man da auch wirklich aufpassen muss. Und da ist natürlich so, dass einerseits Leute sich einfach anonym bei uns melden können. Wir brauchen gar nicht erst den Namen oder das genaue Alter oder den Wohnort oder so von der Person, Das reicht immer so ganz grob und da dann natürlich auch die entsprechenden Fristen, dass auch klar ist, wir werden keine einzeln aussagen zitieren.

                                                  Esther

                                                  Ja, also da halten wir uns an alles was es so gibt. Und genau das dieses Thema Freiwilligkeit und das heißt immer so ein Format consent. Also ich muss die Leute erst mal informieren, damit sie überhaupt zustimmen können. Das machen wir halt wirklich auch über diese sehr ausführlichen Informationen, die wir vorher rausgeben, die jeder wirklich auch schriftlich kriegt, damit man ganz sicher sein kann, alle haben eine Chance, es zu verstehen.

                                                  Esther

                                                  Und natürlich, man kann jederzeit auch abbrechen, wenn man befragt wird. Und wenn man jetzt einzeln befragt wurde und man hat so einen Personal Identifier, also so einen Code bekommen, dann kann man sich auch mit diesem Code melden, Monat später und sagen Ich will, dass ihr meine Daten wieder löscht und dann machen wir das selbstverständlich.

                                                  Na ja, okay, also die Leute haben immer die Autonomie, über ihre Daten selbst zu entscheiden.

                                                  Esther

                                                  Genau das ist die Grundidee und natürlich auch was ja ganz klar ist, was aber auch wirklich STANDARD ist in wissenschaftlichen Veröffentlichungen. In einer Veröffentlichung kann man nicht mehr nachvollziehen, wer hat was gesagt, welche Personen wo genau kam die jetzt vielleicht her, Außer manchmal machen wir das mit den Expertinnen und Experten, dass die ganz explizit auch sagen können Ja, also doch, Du kannst schon sagen, dass das jetzt zum Beispiel aus München ist, Könnte schon reinschreiben und dann machen wir das auch.

                                                  Esther

                                                  Aber das ist halt was, was man immer einzeln abstimmt und das würden wir mit Konsumierenden gar nicht machen. Also die Frage würde ich gar nicht stellen konsumieren.

                                                  Okay, danke. Um diesen Faden jetzt hier mal weiter aufrechtzuerhalten. Nennt uns doch mal bitte noch die verschiedenen Puzzleteile der Methodiken von Datenerhebung, die ihr beim News Project benutzt.

                                                  Esther

                                                  Genau. Ja, wir hatten es ja vorhin so von quantitativ und qualitativ. Ich gehe vielleicht noch mal die Bereiche auch durch, also was so einfließt in so ein Warnsystem überhaupt. Und wir hatten jetzt schon relativ viel gesprochen über einfach Informationen direkt von konsumierenden. Und da gibt es die Befragungen der unterschiedlichen Art, was wir da auch machen, ist, dass wir uns User Foren angucken, ja auch in Zusammenarbeit zum Beispiel mit euch und auch mit ein paar anderen Leuten, die da eh unterwegs sind, auch in den User Foren, weil wir gemerkt haben, da gibt es so die teilweise wirklich allerneuesten Trends, die sonst noch nirgendwo so groß angekommen sind.

                                                  Esther

                                                  Dann befragen wir, wie gesagt, Expertinnen und Experten schriftlich, mündlich in den unterschiedlichsten Formen. Wir kriegen Daten aus Krankenhäusern zu Vergiftungen, Daten von der Strafverfolgung auch. Also zum Beispiel wenn jetzt irgendwelche besonders auffälligen Sicherstellung waren, wo dann? Was? In letzter Zeit? Öfter mal hatten wir dieses Thema, gefakte Pillen zum Beispiel. Das kam teilweise auch wirklich aus der Strafverfolgung. Medikamente, Effekte, Medikamente, dass sie gesagt haben, ah ja, wir haben entweder Todesfälle oder wir hatten einfach sicher Stellungen, wo das jetzt wieder aufgetaucht ist.

                                                  Esther

                                                  Das melden die uns eben auch. Wenn es soweit ist, sage ich mal von Strafverfolgung Seite aus, dass man es auch öffentlich machen darf. Das ist ja auch immer dann so eine So ein Thema ist aber wirklich auch eine wichtige Quelle geworden inzwischen. Und wir haben so das, was wir so die Wundertüte nennen. Das ist einfach Meldung aus dem Netzwerk.

                                                  Esther

                                                  Also es melden sich immer wieder Leute, die im Netzwerk sind und berichten uns Ja, hier haben wir das und das und das jetzt gerade gefunden, was gerade passiert. Und dann ist es eben auch oft so, dass wir dann noch eine kleine Abfrage stellen an bestimmte andere Leute im Netzwerk und sagen Hier ist jetzt das gekommen, Habt ihr davon mal was gehört, um da wirklich zu versuchen, alle mit einzubeziehen?

                                                  Esther

                                                  Wir haben auch zwei klinische Labore, zum Beispiel, die uns so die Routine Testung die Ergebnisse auch mitteilen. Das sind relativ große Datenquellen, wo man eben auch sehen kann. So bei Leuten, die im Krankenhaus gelandet sind, aus unterschiedlichen Gründen. Also nicht nur Vergiftung Fälle, sondern ganz verschiedene Gründe. Am was findet sich da eigentlich? Was wird sich da substituiert? Substituieren Patienten?

                                                  Esther

                                                  Gerade wenn wir jetzt über Opioide, haben wir da zurzeit viel gesprochen, da sind auch die substituieren Patienten wichtig. Ja, ein bunter Strauß, würde ich sagen.

                                                  Okay, das ist ja dann sehr vielfältig. Auch wieder.

                                                  Esther

                                                  Ja, wir versuchen auch dauernd zu erweitern, wie man sich vorstellen kann, weil natürlich, es ist nicht nicht perfekt und es ist nicht vollständig. Und es ist ja auch unser Job zu versuchen, das immer weiter zu vervollständigen. Das Bild und das ist ja nie fertig, es wird auch nie fertig sein, weil man sich auch immer anpassen muss an das Neue, was passiert.

                                                  Esther

                                                  Und es ist aber auch einfach total spannend, das auch methodisch sehr, sehr spannend, das dann alles zusammenzubringen.

                                                  Ja, es kommen ja jedes Jahr 25 bis 50 neue Drogen auf den Markt und da kann ich mir vorstellen, dass bei euch da wirklich viel, ja auch viel Traffic ist. Und ihr versucht dann auch, wenn jetzt die eine Person was, was meldet, dann fragt ihr in anderen Bundesländern nach Wie sieht es denn bei euch aus? Ist es bei euch schon angekommen, um einfach auch so so ein Bild zu entwickeln?

                                                  Ich finde es spannend. Ich such immer wieder nach einer Liste für neue psychoaktive Stoffe im Internet, aber die gibt es einfach nicht.

                                                  Esther

                                                  Nein, die gibt es nicht. Es gibt eine Datenbank, aber da kommt man nicht dran, wenn man keinen Zugang hat.

                                                  Und das wär halt wirklich mal eine sehr sinnvolle Sache, dass man einfach den aktuellen Stand zu jeder jeweiligen Substanz. Weil meine Aufgabe ist es, die Leute auch dahingehend zu beraten und zu akzeptieren, dass die Menschen auch was weiß ich im TV oder sonst was konsumieren. Und da ist es einfach total wertvoll, wenn man irgendwie auf eine tagesaktuelle Seite gucken könnte, wo einfach drinsteht, was es zu dieser Substanz bekannt, welche Risiken, welche Wechselwirkungen und welche Langzeitfolgen sind bekannt, was ist neu dazugekommen oder so?

                                                  Das wäre wirklich sehr wertvoll, aber das wäre ja vielleicht dann auch ein weiterer Faktor über euch, dass ihr so was quasi Ja.

                                                  Esther

                                                  Ja, also wenn das jemand bezahlt, ich glaube, das ist ja eine Herkulesaufgabe. Also es gibt was, es gibt es diese, die heißt Identity European Database of New Drugs. Das ist aber wirklich nur für Menschen mit Zugang, also für Leute, die auch in dem Bereich arbeiten und auch mit der EU zusammenarbeiten, direkt. Wir haben natürlich einen Zugang dazu und da sind ja inzwischen auch über 1000 Substanzen drin.

                                                  Esther

                                                  Und selbst da ist es aber so, dass ich das dann für eine Substanz, also ich kann die Substanz raussuchen und dann habe ich halt die einzelnen Berichte, die dazu drin sind, zur Substanz. Und manchmal ist es dann wirklich nur diese erste Struktur Aufklärung. So sieht es chemisch aus. Und wenn es halt Substanzen sind, wo überhaupt schon zum Beispiel klinische Daten vorliegen, dann kann ich die ja auch angucken.

                                                  Esther

                                                  Na ja, aber das jetzt irgendwie so aufzubereiten, dass man da öffentlich drauf zugreifen kann, ist, glaube ich, eine Riesenaufgabe. Ich stimme total zu. Es wäre, glaube ich, echt auch noch mal ein Gewinn, auch für viele Menschen. Und ich glaube auch nicht nur für dich, sondern auch für Leute, die sich selber informieren wollen. Ich glaube aber, das ist relativ aufwendig und vielleicht können wir das auf EU Ebene mal einbringen, dass das eher mit diesen ich sage mal, weil ja auch es gar keinen Sinn macht, das nur mit deutschen Daten zu machen, sondern es ist ja so, wir machen so was immer auf EU Ebene und es ist auch total gut und das auch bei uns.

                                                  Esther

                                                  Wenn ich jetzt in Deutschland so eine Info kriege zu einer möglichen Neuentwicklung in Deutschland, aber ich frag aber auch bei den Nachbarländern zum Beispiel ganz stark ab und ich frag auch bei der europäischen Drogen Beobachtungsstelle direkt Habt ihr dazu schon mal was gehört? Gibt es dazu was? Also wir wissen schon, dass sie das gehört haben, dann weiß ich es.

                                                  Esther

                                                  Aber wir fragen tatsächlich auch die Kollegen, weil es ja gerade auch in den Nachbarländern, wenn es jetzt in ich sag mal Österreich und der Schweiz und Holland auftaucht, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas auch in Deutschland auftaucht, einfach extrem hoch.

                                                  Ja, ja, sprechen wir kurz über eure Erfolge und über die Wirkung des News Project. Gibt es schon Beispiele, wo das Frühwarnsystem tatsächlich Entwicklungen sichtbar gemacht hat?

                                                  Esther

                                                  Also da ich ja mehrere Also ich glaube, die Frage ist immer, für wen machen wir es sichtbar? Ich glaube, mein Eindruck ist immer, wenn jetzt Leute in der Szene viel unterwegs sind, die wissen es vor uns. Deshalb fragen wir die ja auch. Das ist ja immer die Idee. Also mein Anspruch ist nicht, das zu wissen, bevor die Konsumierenden es wissen.

                                                  Esther

                                                  Das wäre irgendwie auch verrückt als Anspruch. Aber wir machen das sichtbar in dem Sinne, dass wir es wirklich so rausbringen, in der Form, die eben auch angenommen werden kann, zum Beispiel von der Politik, aber auch von Fachleuten. Das war bei HC war das definitiv so und auch bei den anderen halb synthetischen Cannabinoide in HC ist jetzt schon wieder ein alter Hut.

                                                  Esther

                                                  Da war das so Wir waren die ersten, die in Deutschland zu Lachgas wirklich systematisch mal was gemacht haben. Also wir wussten schon das immer diese Sache wir wissen irgendwas passiert, aber wir wissen nicht so richtig was und das ist immer das, was wir versuchen da wirklich auch zu machen. Wir waren nicht die ersten, die über Crack berichtet haben damals, aber wir waren auch da, die ersten, die es für ganz Deutschland gemacht haben und die dann eben nicht nur gesagt haben, ja, in Frankfurt oder in Hamburg passiert, sondern ganz Deutschland.

                                                  Esther

                                                  Sehen wir Folgendes Das machen wir schon. Und dann gibt es natürlich noch diese ganz konkreten Warnungen, die auch dann teilweise eben als erstes von uns kamen, wo wir aber auch ganz klar auch Warnungen von anderen Leuten weitergeben. Also wir stehen jetzt überhaupt nicht drauf, dass was von uns kommen muss, sondern im Gegenteil, wir finden es total wichtig, dass wirklich ein Netzwerk mäßig solche Sachen weitergegeben werden, damit wirklich möglichst viele Leute da auch dran kommen.

                                                  Und habt ihr da einen nennenswerten Einfluss in die Politik? Also bedient sich die Politik auch schon an diesen Erkenntnissen.

                                                  Esther

                                                  Das tut sie definitiv. Also wir wissen, dass sie das nutzen. Wir wissen auch, dass es jetzt dieses Thema Crack zum Beispiel ist. Ja, was, was gerade politisch auch relativ viel diskutiert wird. Und das ist natürlich was, was auch genutzt wird. Es ist aber ja auch so, dass nur weil wir sagen okay, schau mal, hier gibt es das und das und das.

                                                  Esther

                                                  Und die Expertinnen und Experten empfehlen folgendes. Heißt es ja nicht, dass die Politik das unbedingt umsetzen muss. Und ich glaube, in Deutschland ist man sagt immer so die Politik, aber die Frage ist ja auch, über welche Ebene rede ich eigentlich? Also es gibt einen großen Unterschied. Wir sind eigentlich auf Bundesebene. Genau. Es gibt aber auch die Länder und total wichtig, es gibt die Kommunen, die Kommunen sind ganz viel zuständig für diese ganzen paradoxen Geschichten.

                                                  Esther

                                                  Und das ist natürlich jetzt für so eine einzelne Kommune auch ein bisschen schwierig. Dann das umzusetzen, was wir so groß auf Bundesebene immer sagen. Ja, das müsste man jetzt mal machen. Dann sagt die Kommune Ja, das ist schön, aber ich brauche dafür auch Geld. Ja, da kommt man dann so in diese niedersächsisches.

                                                  Konkret noch mal ein bisschen spezieller, weil gerne Stadt das und das und das mitbringt und der öffentliche Platz anders gestaltet ist oder so.

                                                  Esther

                                                  Und tatsächlich ist es auch so was, wo wir versuchen, auch hinzugehen, dass es auch möglichst regional aufgelöste Ergebnisse dann gibt, damit wirklich auch vor Ort, dass möglichst gut benutzt werden kann. Das ist für mich so ein nächster Entwicklungsschritt, an dem wir arbeiten.

                                                  Jetzt kurz noch mal ein Punkt zur Finanzierung eures Projekts. Da hat sich ja jetzt ein bisschen was getan. Der Bundes Drogenbeauftragte Henrik Streck betont immer wieder, wie wichtig so ein Frühwarnsystem ist. Das haben meines Wissens nach die Drogenbeauftragte davor nicht so gemacht. Ähm, es kann auch daran liegen, dass es dieses Frühwarnsystem jetzt einfach noch nicht so lange gibt wie Wie sieht es denn jetzt gerade so bei euch aus?

                                                  Wird das News Projekt bestehen bleiben?

                                                  Esther

                                                  Ja, wir glauben schon, es sieht ganz gut aus. Es gibt natürlich jetzt gerade einen Drogenbeauftragte, der das sehr unterstützt. Der davor hat es auch schon unterstützt, muss man sagen. Da gab es noch ein paar andere Themen, die öffentlich sehr wirksam waren im Bereich Drogenpolitik. Aber ja, Cannabis war immer so das Riesending und Cannabis hat natürlich mit Frühwarnung nur begrenzt viel zu tun.

                                                  Esther

                                                  Also wenn es um Cannabinoide geht, sind das aber sie kommt ganz gut aus, also trotz engen Bundeshaushalt und alle wissen das, glaube ich momentan, dass so die Haushaltslage in Deutschland insgesamt so mittel ist, sieht es ganz gut aus. Wir waren ja mal ein Pilotprojekt. Wir sind auch immer noch ein Pilotprojekt, aber wir hoffen, dass sich das so nächstes Jahr klären wird und dass es dann auch wirklich ja, ich sage mal andere eine dauerhafte Basis gibt.

                                                  Esther

                                                  Ich spreche immer erst drüber, wenn es wirklich in Schriftform mir vorliegt. Aber sieht tatsächlich gut aus und es gibt einen klaren politischen Willen auf jeden Fall das fortzuführen und das auch auszuweiten noch auf andere Ebene.

                                                  Das wär für euch auch noch mal eine bessere Arbeitsgrundlage, wenn ihr sagt, ihr habt jetzt eine längere Projektphase, weil ihr dann auch vorausschauender planen könnt. Einfach auf.

                                                  Esther

                                                  Jeden Fall. Das hat dann auch ganz praktische Auswirkungen. Wie wie lange ist eigentlich Arbeitsvertrag genau? Wie viel, wie viel Energie muss ich stecken, um dauernd wieder Projektanträge zu schreiben? Wo kann ich dann die Energie vielleicht sonst für verwenden und auch für unsere Partner? Also ich meine für meinen Sohn ist das jetzt ja auch nur ein kleiner Teil, aber trotzdem, es ist glaube ich für alle, die irgendwie darin involviert sind, schöner, wenn man nicht sich immer fragt okay, machen wir das nächstes auch noch zusammen oder wird es wegbrechen und wir müssen uns was Neues ausdenken?

                                                  Genau. Und man kann, auch wenn man jetzt anfängt, irgendwie einen neuen Baustein, dann muss man nicht erst warten, bis man damit anfängt. Wenn die Projektfinanzierung dann wieder sicher ist, weil man sich denkt, sonst arbeite ich vielleicht umsonst, weil das dann doch eingestellt wird oder die Finanzierung nicht da ist. Und so kann man einfach ja denke ich mal, wirksamer auch mehrere Projekte ineinander laufen lassen.

                                                  Und das ist auf jeden Fall immer sinnvoll. Also wir merken das auch genau.

                                                  Esther

                                                  Ich denke, das ist auch, also wir hatten das genau deshalb glaube ich ja auch so ein Pilotprojekt jetzt mal einige Jahre, weil es auch ein bisschen Zeit braucht, solche Strukturen aufzubauen. Und wenn man jetzt aber halt sieht, okay, das gelingt auch und es bringt auch was. Uns Projekt ist ja auch evaluiert worden und was man dann immer alles macht, auch positiv evaluiert vorhin.

                                                  Esther

                                                  Sonst würden wir jetzt glaube ich nicht hier sitzen. Und ja, dann hat man einfach eine andere Grundlage, um wirklich langfristig aufzubauen. Und da auch ja dieses strukturelle Thema, da stecken viele strukturellen Themen drin, die jetzt gar nicht nur uns betreffen, sondern ganz viele Aspekte in Deutschland. Da hat man dann eine ganz andere Grundlage, um das auch langfristig anzugehen.

                                                  Esther

                                                  Und von daher sind wir da sehr froh, wenn das jetzt so gelingt.

                                                  Jetzt noch die Frage Was sind denn ganz praktisch die Daten, die ihr abfragt, die wirklich so für die Zielgruppe, die selbst auch die Substanzen konsumiert? Welche Daten sind da so am wichtigsten? Also wenn man sich jetzt so eine also ich stell mir jetzt vor, ich bin jemand, der oder die sich da so eine Auswertung anguckt, worauf gucke ich denn, um selbst für mich da einen Nutzen daraus zu ziehen?

                                                  Esther

                                                  Also ich glaube, mein Eindruck ist immer zumindest, dass für konsumierende wirklich das Wichtigste ist, die Informationen über Substanzen, wo irgendwas beigemischt wurde. Und das habe ich immer den Eindruck. Das ist so das, was auch am meisten geteilt wird. Das sieht man ja auch so ein bisschen in sozialen Netzwerken und so, und wo dann die meisten Reaktionen darauf kommen, und da haben wir gerade dieses Riesenthema defekte Medikamente, wo wir, glaube ich, wirklich nur die Spitze des Eisbergs sehen, wo wir jetzt ja ein paar Meldungen auch zu hatten mit gefakten Benzodiazepine.

                                                  Diese Szenen drin.

                                                  Esther

                                                  Ich glaube in dem Fall was offen, aber ja, also neues, synthetisches Opioid auf jeden Fall mit gefälschter Opioid Medikation, wo dann in der Szene auch mit drin waren. Und da habe ich immer den Eindruck, das ist das allerwichtigste eigentlich. Leute, die konsumieren so direkt und ich habe schon auch, zumindest hoffe ich das, dass das auch funktioniert, dass sozusagen dieses Thema auch zu verstehen, dass das auch was.

                                                  Esther

                                                  Es geht ja wirklich auch um so eine, finde ich gesamt Aufklärung, dass man einfach ungefähr weiß, was passiert eigentlich. Aber wir sagen immer Ja, wir wollen, dass die Leute ihre Risiken mindern können. Aber das heißt ja auch, dass sie überhaupt erst mal Wissen brauchen. Und sonst kann ich kein Risikomanagement betreiben, wenn ich kein Wissen habe. Und das sind halt diese ganz konkreten Sachen wirklich, was es gerade am Markt, was ist, auch in Onlineshops verkauft wurden, wo wir jetzt wissen, oh, richtig gefährlich, viel gefährlicher als du gedacht hast.

                                                  Esther

                                                  Aber zum Beispiel auch sowas wie jetzt diese Blogger Warnung die rumgehen mit Bloggern, wo dann die Szene drauf waren es einfach Schweine gefährlich, sehen aus wie LSD, wurden noch nicht mal als LSD verkauft. Aber sobald das Ding raus ist aus der Tüte, sieht das aus wie ein LSD Brother und es zumindest.

                                                  Wird es ja so potentes Objekt.

                                                  Esther

                                                  Und wenn man keine Toleranz hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Überdosis leider einfach extrem hoch. Dass wenn du eine hast, ist immer noch hoch. Aber das sind einfach so Sachen, da denke ich, das muss man wissen und da muss einfach jemand, der konsumiert, muss auch wissen Ach guck mal, so was gibt es jetzt auch. Und ich weiß schon, dass das nicht heißt, dass niemand mehr LSD Blocker verwendet, um Gotteswillen.

                                                  Esther

                                                  Aber das heißt, vielleicht schalte ich eher. Wenn dann jemand umfällt, schalte ich vielleicht eher. Vielleicht sorge ich dafür, dass Naloxon vorhanden ist an irgendwelchen Party ständen, damit man im Notfall eingreifen kann. Und solche Sachen, denke ich, sind eben schon sehr sehr wichtig.

                                                  Um was können denn jetzt Fachkräfte, die diesen Podcast hören, noch tun, dass eure Warnungen schneller verbreitet werden?

                                                  Esther

                                                  Also weitergeben, weitergeben, weitergeben ist immer mal das erste Mal, wenn ich irgendwo bin. Keine Ahnung, ob es ein Social Media Account ist oder ob ich einfach mit Leuten spreche. Ich habe das Gefühl, das auch immer total wichtig, so was, ob ich das ausdrücke und aufhängen. Also ich weiß, dass das in Kontakt Läden zum Beispiel, wo jetzt ja eher bisschen ältere Leute unterwegs sind, die nicht so digital unterwegs.

                                                  Sind, weil.

                                                  Esther

                                                  Sie hängen, da ist so viel rum. Da ist es total wichtig, dass sie das einfach ausdrucken und aufhängen können und Leuten erzählen, Ich würde sagen immer genau da, wo man ist, soll man die Sachen weitergeben. Da ist man glaubwürdig. Das ist ja für uns auch umgekehrt genau das Thema, dass die Leute uns erzählen aus ihrem Arbeitsalltag Hey, bei uns passiert Folgendes, weil das auch für uns immer so eine wichtige Information ist, weil wir halt jetzt nicht in 700 Beratungsstellen sein können in Deutschland.

                                                  Esther

                                                  So ist es halt.

                                                  Das ist es ist spannend, dann irgendwie auch rauszufinden, ist es jetzt wirklich nur ein lokales Phänomen oder wird das ja, wird es ein Trend? Also wird sich die Substanz oder diese neue Konsum Form oder ich denke da zum Beispiel so an diese, an diese Liquids mit denen. Also mir war das auch vorher nicht bewusst, dass das der Hauptgrund zum Weg ist, diese hochProzentigen synthetischen Opioide zu konsumieren, dass man die über die übern Weg verdampft.

                                                  Und ja, wird sich das dann auf andere Substanzen ausweiten? Wird es normaler und das schon wirklich? Also ja.

                                                  Esther

                                                  Ja und ich glaube das ist so was, wo wir uns auch dran gewöhnen, müssen auch alle so ein bisschen umdenken. Alle die in dem Bereich arbeiten, zumindest, dass die Konsum Form immer beliebiger wird. Es ist einfach, wenn ich hoch hoch potente synthetische Stoffe habe, egal was es ist, ob das jetzt Cannabinoide sind, ob es Opioide sind, was auch immer, ob ich das jetzt tape oder ob ich das in irgendeiner anderen Form einnehme, ist fast egal.

                                                  Esther

                                                  Natürlich wirken die Form schon noch ein bisschen unterschiedlich, stark halt auch je nachdem was ist dann, was es bindet und schnell und trallala. Aber trotzdem geht quasi alles und das ist was. Da müssen wir, glaube ich, uns echt drauf einstellen und da müssen sich auch die konsumieren und brutal drauf einstellen, dass die Form, in der ihnen was angeboten wird, nicht mehr notwendigerweise was zu tun hat mit dem, was drin ist.

                                                  Esther

                                                  Das ist, glaube ich, so eine Erkenntnis, die muss sich erst mal durchsetzen, insbesondere vielleicht auch bei Leuten, die schon ein bisschen länger konsumieren. Ich hab da immer den Eindruck, die ganz Jungen wissen das vielleicht hoffentlich eh, ja, aber bei denen, wo das vielleicht nicht so ist, da ist das wirklich noch mal auch eine Erkenntnis, die sich erst mal durchsetzen muss.

                                                  Also ich sehe tatsächlich so ein bisschen das Ganze auch mit Sorge, weil diese Onlineshops es einfach Ich denk, die Strafverfolgung kann da nicht viel gegen tun, es wird immer mehr und die Substanzen werden auch meiner Meinung nach gefährlicher und experimenteller, je mehr Substanzen dann auch irgendwie verboten werden. Also ich finde das ist noch mal extremer geworden, dass man wirklich ganz viel Aufklärung stecken muss, habe ich das Gefühl.

                                                  Esther

                                                  Es ist auch wirklich extremer geworden. Also es ist einfach, einerseits seit wir diese ganze Schwemme an synthetischen Stoffen haben, das ist es, wenn die sagen, es ist nicht zu kontrollieren, aber es ist jedenfalls extrem schwierig zu kontrollieren, wenn man es denn schafft. Und es ist ja wirklich auch immer die Frage, worein stecke ich meine Ressourcen? Und ja, es ist halt einfach so, dass immer wenn was verboten wird, wird ein neuer Stoff auf den Markt kommen.

                                                  Esther

                                                  Es ist einfach so, wir wissen das, dass es zu genüge beobachtet inzwischen und da muss man einfach ganz klar sagen, wir müssen die Leute auch aufklären, die müssen Bescheid wissen, um dann wirklich auch die Entscheidungen selber treffen zu können. Und das klingt immer so wahnsinnig hart. Aber ich sage irgendwann auch nur wenn Leute aufgeklärt sind und selber entscheiden, hochriskant zu konsumieren, dann ist es irgendwo auch ihre Entscheidung.

                                                  Esther

                                                  Wenn jemand abhängig ist, es keine freie Entscheidung mehr, überhaupt keine Frage. Ja, aber das ist dann ja wirklich auch dann wieder Richtung Richtung Behandlung. Schon Richtung der Frage Kann man vielleicht was mit Substitution machen? Das ist ja jetzt auch schon den neuen Stoffen bei unter zehn zum Beispiel, da sind jetzt schon die ersten in Substitution gelandet.

                                                  Die ersten Leute, die Objektive befrage ist es auf jeden Fall. Aber wenn ich so im Austausch mit den Personen bin, zum Beispiel digitalen Streetworker, dann merke ich ja extrem viele Hürden. Und die Leute, die nehmen lieber das Risiko in Kauf, eine unerforschte Substanz aus dem Internet zu kaufen und die zu konsumieren, als sich zum Beispiel in der Substitution zu begeben oder überhaupt mal ein Beratungsgespräch zu dem Thema in Anspruch zu nehmen.

                                                  Und also das ist schon ja, also hochriskant einfach. Da wird mich doch ganz kurz interessieren. Hast du Informationen dazu, wie also ob die Medikamente und und und. Sachen, die in diesen in diesen Shops verkauft werden, ob die eigentlich immer auch so deklariert sind und auch so rein sind, wie das angegeben ist. Das wäre interessant, weil da gibt es nämlich unterschiedliche Aussagen.

                                                  Es gibt einmal die Aussage, die erste Charge wird getestet und dann steht da ist zu 100 % Labor geprüft und rein. Und so weiter und dann kommt wird einfach die nächste Charge verkauft und der Text steht immer noch da. Also ist es, Würdest du sagen, es ist ein erweiterter Schwarzmarkt? Diese ganzen Siegel heißt eindeutig ja.

                                                  Esther

                                                  Es gibt keine durchgehende Qualitätskontrolle in diesen Dingern. Wir wissen ja jetzt auch, wir hatten eben diesen Fall von der Pro Druck von ein paar Ultra Entschuldigung, die dann nur mal was völlig anderes enthielt, wie es auch in so einem Shop verkauft worden als Hey, das ist eine Produkt, alles super save Chemical, super getestet bla bla. Und ich will gar nicht sagen, dass da nie einer testet.

                                                  Esther

                                                  Das kann absolut sein, aber von außen ist das überhaupt nicht zu erkennen, ob das getestet ist oder nicht und dass es draufsteht, dass es getestet ist. Also sorry, aber das sagt einfach gar nichts. Und das ist halt, das ist das Riesenproblem. Es gibt überhaupt keine Qualitätskontrolle. Das gilt ja auch zum Beispiel für diese ganzen Webs mit synthetischen Cannabinoide drin.

                                                  Esther

                                                  Auch dafür gibt es überhaupt keine Qualitätskontrolle. Also vergessen wir mal kurz, ob da andere psychoaktive wirksame Stoffe drin sind. Was ist mit dem ganzen anderen Kram, der in so einem Liquid es ist da von irgendwas gesundheitsschädlich? Keine Ahnung, das ist nicht kontrolliert.

                                                  Und es schwierig ist ja auch, dass diese Onlineshops einfach hochprofessionell aussehen und super aufgemacht sind und da dann ein riesiger Text steht, warum das Ding der neueste Scheiß ist und wer sich das alles einpflegen soll und wie.

                                                  Esther

                                                  Sicher das.

                                                  Ist. Genau. Und da dahinter finde ich teilweise Informationen zu Substanzen, wo ich überhaupt nichts finde. Ich nicht mal Wikipediaartikel dazu. Aber dieser Shop, der das verkauft, der hat schon mehrere Seiten darüber geschrieben, wie das genau wirkt und wo das andockt und wie das mit der politisiert wird. Und so weiter und so fort. Da denke ich mir auch ja, okay.

                                                  Esther

                                                  Ja und das hat halt mit dem, was wir sonst an Qualitäts Kontrolle erwarten würden, hat es überhaupt nichts zu tun. Also da gibt es keine großen klinischen Studien, die da dahinter stehen, wie das bei jedem Medikament sein müsste. Da hat Medikamente in Deutschland auf dem Markt, darf geht das durch riesige Studien mit unglaublich vielen Personen. Das ist da selbstverständlich nicht der Fall.

                                                  Esther

                                                  Die können da alles hinschreiben. Niemand kann das jemals ernsthaft kontrollieren. Und wie gesagt, das heißt ja nicht, dass niemals irgendwer von denen irgendwas getestet hat. Das will ich überhaupt nicht behaupten, Aber es ist von außen überhaupt nicht nachvollziehbar. Es gibt keinen einzigen STANDARD dafür. Ja, und da habe ich schon den Eindruck, auch da fehlt ein bisschen das Bewusstsein dafür.

                                                  Esther

                                                  Und gerade auch wenn Sachen als Medikamente verkauft werden, das sieht ja inzwischen auch wirklich echt aus. Also da sind die Blister, sehen gut aus, die Packungen drum herum sehen gut aus. Und das heißt aber überhaupt nicht, dass das ein echtes Medikamentes und dafür das Bewusstsein auch noch irgendwie herzustellen, das fänd ich wichtig, weil das ja auch ein Thema ist, was sich irgendwie durch viele konsumierende Gruppen zieht.

                                                  Esther

                                                  Also das bei jungen Leuten. Wir wissen aber auch bei älteren Leuten.

                                                  Verschiedene Szenen auf.

                                                  Esther

                                                  Verschiedene Szenen, diese gerade dieses ganze Riesenthema Medikamenten, Schwarzmarkt. Was davon ist jetzt abgezweigt? War mal legal, was ist einfach illegal hergestellt? Man weiß überhaupt nicht, was drin ist. Das ist von außen nicht zu unterscheiden.

                                                  Danke. Ja, da hast du mir wirklich viele Fragen beantwortet. Danke für den Austausch zum Abschluss. Was möchtest du denn unseren Hörerinnen und Hörern noch mit auf den Weg geben? Wir haben meist zuhörende Fachpersonal. Wir haben aber auch zu Hörende, die einfach generell interessiert sind und auch Leute, die auch Substanzen konsumieren.

                                                  Esther

                                                  Boah, ich will hier nicht das Wort zum Sonntag sprechen. Ich glaube, was wir besprochen haben, gilt Informiert euch, wo ihr könnt, wer wer Fachpersonal ist. Lasst euch auf News Verteiler setzen, informiert euch auch gerne bei uns, bleibt im Gespräch miteinander und ich glaube, man kann nicht mehr sagen als das, was wir schon gesagt haben. Trefft die beste Entscheidung, die treffen könnt.

                                                  Gut. Danke schön. Danke für das tolle Gespräche. Ich pack euch die ganzen Links zu den Sachen, die wir besprochen haben in die Beschreibung und danke für den fundierten Einblick Deine Zeit. Und dann machen wir weiter mit den Infos vom Infostand nach einer kurzen Unterbrechung. Danke. Danke schön, dass du da warst.

                                                  Esther

                                                  Danke.

                                                  Schau sympathisch.

                                                  Disclaimer

                                                  Mein Sohn ist der Münchner Szene Projekt, das zum Thema illegale Drogen in der elektronischen Musikszene Information und Unterstützung anbietet. Wir sind erste Anlaufstelle für konsumierende Interessierte sowie Menschen, die einen Ausstieg suchen. Unter dem Leitgedanken Sauber drauf ist zu verstehen, dass unnötige Schädigungen und Folgeprobleme, die im Zusammenhang mit Drogenkonsum auftreten können, vermieden werden sollen. Substanz Konsum wird als Tatsache angesehen und nicht moralisch bewertet.

                                                  Disclaimer

                                                  In diesem Sinne ist also nicht für oder gegen Drogen, sondern bietet Information und Beratung auf Augenhöhe an. Nach dieser kurzen Unterbrechung geht es weiter mit dem Thema Safe House und Hamlet Aktion. Im Interview mit unseren ehrenamtlichen Peers.

                                                  Willkommen zurück zu den Infos vom Infostand. Heute habe ich unseren ehrenamtlichen Jan zu Gast. Hallo Jan, schön, dass du da bist und hier im Büro der Zeit genommen hast, mit mir über Cannabis Asyl zu sprechen. Hallo Patrick, danke dir. Super! Du bist fleißig in unserem Projekt aktiv Unter dem Namen Call Me Jan veröffentlichst du eigene Sticker? Du beteiligst dich in der Tricia Festival Orga und du hast eine eigene Band namens Wired Kimchi.

                                                  Genau. Genau so war die Links. Packe ich euch in die Videobeschreibung, dass ihr euch die Sachen auch mal anschauen und anhören könnt. Wir sprechen über Cannabis Natives. Die gibt es ja schon ewig. Das war aus meiner Perspektive eigentlich immer so ein Randphänomen, was man mal ausprobiert hat. Aber die jungen Leute haben lieber mal einen Joint geraucht oder Bong oder sonst wie.

                                                  Ja, jetzt hat sich das Ganze aber flächendeckend etabliert und man sieht einfach eine hohe Verfügbarkeit. Also Jan, was genau sind denn Cannabis Natives? Was fällt alles unter diesen Begriff? Ja, also ich denke, das ist recht einfach zu definieren. Es sind alles essbaren Produkte oder auch trinkbar Produkte die THC enthalten oder theoretisch auch andere Cannabis Produkte. Primär geht es aber natürlich um THC, also psychoaktiven Wirkstoff von Cannabis.

                                                  Genau. Es können sein Gummibärchen, Schokolade, Gebäck, Getränke, Öle, alles mögliche und in der Regel wird dann das THC vorher in Alkohol oder in Fett gelöst und in die Produkte eingebracht. Als Butter ist so ein ganz klassisches klassischer. Und warum ist das Thema gerade wieder so aktuell? Warum greifen wir es heute im Podcast auf? Na ja, wir hatten ja letztes Jahr die Cannabis Legalisierung.

                                                  Ja, 1. April und seitdem ist natürlich die Verfügbarkeit von Cannabis ja massiv gestiegen. Aber es ist auf jeden Fall für viele Leute einfacher geworden, an Cannabis zu kommen. Jetzt und dementsprechend natürlich ist es auch einfacher geworden Cannabis Produkte selbst herzustellen. Zu Hause viel gemacht, hört man auch immer wieder. Und gleichzeitig sind aktuell Onlineshops gestartet, in denen man auch Tablets kaufen kann mit THC.

                                                  Da sprechen wir dann noch mal drüber, aber auch mit anderen legalen Alternativen. So was wie THC, V zehn und so andere, ja legale Stoffe, die da in der letzten Zeit auf den Markt gekommen sind. Und auch die gibt es dort als Labels zu kaufen, aber auch seit neuerem reine THC Tablets. Ja wie ist denn da aktuell die rechtliche Lage in Deutschland?

                                                  Weil ich eigentlich im Hinterkopf habe, dass man keine Tablets herstellen und verkaufen darf. Bist du da? Absolut. Ja, also genau richtig. Man darf Tablets Deutschland nicht herstellen. Das gilt als die Herstellung von Cannabis Produkten. Tablets sind ein Cannabis Produkt und das darf man nicht einfach so machen. Gleichzeitig darf man sie auf gar keinen Fall auch verkaufen oder kaufen oder gut kaufen ist nicht illegal, aber verkaufen darf man sie nicht.

                                                  Ähm, genau deswegen ist es auch sehr interessant. Sage ich mal, dass über solche Online Shops aktuell auch THC, Audible verkauft werden. Da scheint irgendeine rechtliche Grauzone oder jemand ignoriert da das Recht scheint da der Fall zu sein. Ja, die haben das da. Ich habe mir das angeguckt, haben sich selbst so ein Schlupfloch geschaffen, indem sie gesagt haben, das Cannabis Produkt enthält unter 0,2 % THC als Wirkstoff.

                                                  Das bedeutet, dieser Audible wiegt sage ich mal fünf Gramm und davon sind dann soundsoviel Milligramm THC enthalten und die deuten das quasi so, als ob das wie so ein CBD Gras zu behandeln wäre, was dann legal wäre. Aber es ist eigentlich rechtlich nicht so, weil man darf ja gar keine Tablets verkaufen. Interessant. Ja, das. Und gleichzeitig muss man sich sagen, wir haben die auch testen lassen.

                                                  Wir hatten solche Gummibärchen, die Bayer bestellen konnte und haben dabei raus wollen, dass es sich tatsächlich um reine THC Erlebnis handelt. Also keine THC V oder andere Werte. Und das in den THC Tables. Sechs Milligramm THC pro Gummibärchen waren im Schnitt und es war angegeben mit zehn Milligramm. Also auch an der Stelle vielleicht gleich der Hinweis die Dosierung ist auch da nicht unbedingt verlässlich, kann schwanken, aber es waren definitiv mehr als die, was du jetzt gerade beschrieben hast.

                                                  Diese sehr geringe Dosis für CBD Produkte.

                                                  Okay, so viel zum rechtlichen. Wie unterscheidet sich denn die Wirkung von adipös im Vergleich zum Rauchen oder Welpen von Cannabis? Ja, das ist ein sehr guter Punkt. Sehr wichtiger Punkt. Die Wirkung beim Essen von THC oder bei der oralen Aufnahme setzt deutlich deutlich später ein. Also man sagt so 30 bis 120 Minuten in Extremfällen. In der Regel sage ich mal so eine Stunde sollte man einrechnen, bis man das wirklich merkt.

                                                  Und das natürlich massiv viel länger als bei einem Joint, wo man anzieht und eigentlich nach wenigen Minuten spätestens die volle Wirkung auf jeden Fall vor sich hat und ungefähr einschätzen kann, ob das jetzt genug war oder zu viel etc.. Genau deswegen sind da natürlich auch höhere Risiken, weil man eben eine Dosis zu sich nimmt und dann potenziell noch nichts merkt, vielleicht noch einen Keks ist oder noch ein Gummibärchen und dann aber schlagartig auf einmal viel zu viel konsumiert hat.

                                                  Ja, und die Wirkung kann natürlich auch einfach viel länger anhalten als wenn ich es jetzt rauchen würde. Genau, absolut. Also die Wirkung kann auch teilweise bis über sechs Stunden oder so anhalten. Beim Rauchen sagt man in der Regel so drei vier Stunden, also beim Essen ist zum Beispiel auch so das, was ich häufiger gehört habe. Erfahrungswerten, dass Leute irgendwie abends einen Keks gegessen haben und in der Früh aufwachen und immer noch eine Wirkung spüren.

                                                  Das ist durchaus zieht sich das länger. Also sollte man auch im Kopf behalten und wir sprechen ja darüber, weils da immer wieder Probleme gibt. Als gelten gelten zwar als so harmlos Deduktion Ansatz, weil man ja nichts raucht oder über die Lunge aufnimmt und deswegen klingt es ja an sich ganz gut, aber es gibt immer wieder Dosierung, Fehler, also Leute, die wirklich dann schwere Angstzustände erleiden oder wirklich wie so ein Schockzustand.

                                                  Genau. Und ja, warum tritt denn das so häufig auf? Ja, also da geht eben damit einher, diese Sache, dass man eben bei Audible schwerer sich rantasten kann an die Wirkung wie bei einem Joint zum Beispiel, sondern man muss eben auf einen Schlag die volle Dosis in Anführungszeichen nehmen oder die, die man sich eben verabreicht, und die hat man dann auch in sich.

                                                  Und dadurch kann das natürlich zu stark werden, weil eben Tablets teilweise sehr hohe THC Konzentrationen haben können. Also bei professionell hergestellten adipös sage ich mal, die man kaufen kann, gibt es teilweise Dosierungen mit über 100 Milligramm pro Keks oder pro Konsum. Und es macht auch Sinn für Leute, die regelmäßig Cannabis konsumieren, weil die in der Regel eine sehr hohe Toleranz haben und für die sind dann auch solche extrem hohen Dosen durchaus eine normale Konsum Einheit.

                                                  Aber für jemanden der unerfahren ist, ist es natürlich um ein vielfaches zu viel, sag ich mal und kann eben sehr sehr leicht passieren, dass man dann so ein viel zu starkes abbekommt. Und wo das ganze noch viel leichter passieren kann, ist eben bei Homage adipös. Also wenn jetzt der Freund Brownies gebacken hat und ungefähr sagen kann vielleicht was da drin ist, dann hat man natürlich keinerlei verlässliche Angabe und weiß nicht wie Verhält sich die Toleranz von dem Freund zu meiner Toleranz?

                                                  Also gerade mit so etwas ist natürlich sehr großes Risiko, weil man sich nicht drauf verlassen. Aber wie du auch sagst, mit den Gummibärchen die getestet wurden, da ist ja war ja professionell hergestelltes Gummibärchen aus dem Onlineshop und da hat die Dosis ja auch nicht gestimmt von dem was angegeben war. Also absolut. Und deswegen würde ich auch dringend warnen vor diesen Onlineshops quasi, weil das auf jeden Fall rein von der Dosierung her nicht verlässlich ist, was da verkauft wird.

                                                  Also genau da muss man aufpassen. Ja okay, und die Konsumenten sind ja oft auch nicht teilbar. Also man kriegt dann teilweise Gummibärchen und wer kommt auf die Idee, dann ein halbes Gummibärchen zu essen? Genau. Gerade bei den Gummibärchen muss ich sagen, die schmecken auch noch lecker, sehen lecker aus. Eher dazu viel zu essen, was drüber nachdenkt als ein halbes.

                                                  Also gerade da finde ich, ist es sehr riskant. Genau was. Wie kann man denn so eine Überdosierung vermeiden? Was würdest du jemandem raten, der das noch nie gemacht hat, oder. Ja, also um da überhaupt mal zu Risikoeinschätzung vornehmen zu können. Also ich sag mal so, wenn man das noch nie gemacht hat, sollte man sich natürlich erst mal überlegen, ob man überhaupt Cannabis konsumieren möchte.

                                                  Wenn man sich aber dann dazu entscheidet und sagt ja, ich möchte Adblock konsumieren, sollte man sich auf jeden Fall gewisse Dinge abklopfen. Also ein ganz wichtiger Faktor ist natürlich, wenn man schon irgendwelche psychischen Vorbelastung hat, Ist natürlich grundsätzlich vom Cannabiskonsum abzuraten. Ob jetzt adipös oder rauchen auch natürlich bei Sachen wie in der Schwangerschaft oder auch wenn man andere Substanzen vielleicht schon mal hatte, dann schadet es euch, das nicht zu machen.

                                                  Ansonsten wie gesagt, mit niedrigen Dosierungen beginnen. Also eine Empfehlung könnte sein 2,5 Milligramm als Staat Dosis, das ist schon also da sollte wirklich jeder noch halbwegs mit zurechtkommen. Genau. Und eben auch wichtig ist, wenn man adipös hat, die man eben nicht kennt. Ähnlich auch wie man, wie wir das auch bei anderen Substanzen empfehlen, Dass man eben von diesem Label vielleicht erst mal nur 1/4 von dem Brownie ist oder nur 1/8 und einfach mal guckt an einem Abend.

                                                  Und wenn man dann merkt, okay, das war super angenehm, dann kann man vielleicht den Rest essen, aber eben nicht gleich das, was einem jemand hinlegt. Auf einmal aufessen. Unbedingt. Was sind denn diese Nebenwirkungen bei einer Überdosierung, die man vermeiden will? Ja, also klassische Cannabis Überdosierung Symptome sind natürlich so was wie Angstzustände, Übelkeit, Kreislaufprobleme werden starke ja verfolgt heiß Gefühl.

                                                  So was wird auch häufig bei Leuten auf. Genau das kann sehr unangenehm sein. Man sollte vielleicht werden, dass es keine bekannten Todesfälle mit Cannabis gibt. Das sollte man natürlich im Kopf behalten. Also selbst wenn man jetzt eine extreme Überdosierung hat ist sollte man nicht davon ausgehen, dass das jetzt ja irgendwie tödlich endet oder krasse Schäden verursacht. Aber es wird definitiv unangenehm sein.

                                                  Ja, aber man sollte sich auf jeden Fall nicht im Straßenverkehr beteiligen, weil da kann es natürlich dann auch Unfälle geben. Absolut. Okay, so viel jetzt zur Dosierung und Informationen für Menschen, die Überdosierungen vermeiden wollen. Noch mal zurück zum Rechtlichen Ganz kurz Was müsste sich denn deiner Meinung nach ändern, damit adipös die ja konsumiert werden und auch von vielen gewünscht sind, dass sie sicherer und legal konsumiert werden können?

                                                  Ja, also ganz klar, dafür bräuchten wir eine Änderung vom KANN vom Konsum Cannabis Gesetz, weil aktuell sind Tablets eben illegal. Die Herstellung ist illegal, das heißt man kann sie aktuell nicht selbst herstellen und der Verkauf auch. Das heißt, ich kann mir auch nicht in irgendwelchen Fachgeschäften einen Tipp mit einer sicheren Dosierung holen. Und das wäre natürlich der wünschenswerte Zustand wäre, dass sich eben ähnlich wie in Kanada in Colorado einfach in eine dispensieren gehen kann, mir dort beliebige Tablets kaufen kann, die neutral verpackt sind, keine Werbung oder keine attraktive Aufmachung für Kinder zum Beispiel auch haben.

                                                  Sowas ist ganz wichtig dabei. Genau die absolut verlässliche Inhaltsangabe haben, die auch entsprechend geprüft werden. Und es gibt dann auch es. Auch in Colorado gibt es auch eine maximale THC Grenze pro Konsum. Das heißt, selbst wenn Leute die sehr viel konsumieren, gerne hoch dosierte Tablets möchten, gibt es die in Colorado nicht zu kaufen, was auch okay ist. Wenn man dann sagt, man möchte solche Dosierungen haben, dann muss man eben eine Tafel Schokolade essen oder das schützt eben die Leute, die dann vielleicht bei irgendjemand anderem mit konsumieren.

                                                  Und ja dann also es schützt auf jeden Fall vor Überdosierungen, auch absolut genau dadurch verhindert man, dass man so eine völlig utopisch hochdosiert AdBlue bekommt. Genau. Und auch mit den Verpackungen ist eben auch der wichtige Punkt.

                                                   

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                                                    Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.

                                                    Der Beitrag NEWS – National Early Warning System: Interview mit Esther Neumeier – sauberdrauf Folge 21 – der Mindzone-Podcast erschien zuerst auf sauber drauf! mindzone.info.

                                                    1 hr 4 min
                                                  • Geschichte des Drogenverbots – Interview mit Helena Barop – sauberdrauf Folge 20 – der Mindzone-Podcast
                                                    Die Geschichte des Drogenverbots – im Gespräch mit Helena Barop

                                                    In der 20. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ ist Kulturhistorikerin Helena Barop zu Gast. Euch erwartet ein aufschlussreiches, einstündiges Gespräch zur Geschichte des Drogenverbots – der Drogenprohibition. Dabei stehen folgende zentrale Fragestellungen im Vordergrund:

                                                    • Wie ist der Begriff „Droge“ historisch definiert?
                                                    • Warum ist die Drogenprohibition ursprünglich eine amerikanische Geschichte?
                                                    • Und wie kam das Drogenverbot im Laufe der Zeit nach Deutschland?
                                                    • Über Helena Barop

                                                      Helena Barop ist freie Autorin, Historikerin, Lektorin und Regisseurin. Ihre Doktorarbeit „Mohnblumenkriege – Die globale Drogenpolitik der USA, 1950-1979“ hat viel Beachtung in den Medien gefunden und wurde mit mehreren renommierten Preisen ausgezeichnet. Mit »Der große Rausch« erschien 2023 ihr erstes Sachbuch. Es wurde als bestes Wissenschaftsbuch des Jahres 2024 nominiert und auf den 2. Platz gewählt.

                                                      Kontakt:

                                                      • https://helenabarop.de
                                                      • Historische Eckpunkte zum Drogenverbot aus dem Gespräch
                                                        Wie kam es zur Definition von „Droge“?
                                                        • Ursprünglich bedeutete „Droge“ einfach „getrocknet“. Zu Beginn gab es alle psychoaktiven Mittel und Medikamente rezeptfrei in Apotheken
                                                        • Erst im 19. Jahrhundert: Trennung zwischen Medikamenten (medizinischer Nutzen) und Drogen (ohne „med.“ Nutzen)
                                                        • Typischer Verlauf: Ein Medikament kommt gegen verschiedene Leiden auf den Markt → später wird es wegen zu hoher Nebenwirkungen und/oder Missbrauchspotenzial als Droge verboten
                                                        • Nüchternheit war oft eine Glaubensfrage, die das Christentum als Leitweg pflegte → Gesellschaftlicher Konsens: keine Drogen konsumieren.
                                                        • Historische Drogenverbots-Meilensteine
                                                          • um 1860 entstand in den USA eine gesellschaftliche Stimmung → Verbot des Kokainkonsums
                                                          • ähnliche Entwicklung um 1890 mit Heroin
                                                          • Erstes offizielles, staatliches Drogenverbot in den USA: Rauchopium
                                                          • 1914 Harrison Act (USA)
                                                          • https://de.wikipedia.org/wiki/Prohibition_in_den_Vereinigten_Staaten
                                                          • 1919 Alkohol-Prohibition (USA)
                                                          • 1922 Heroin-Verbot
                                                          • Weitere Substanzverbote und Verbot der drogengestützten Behandlung folgten
                                                          • 1933 Ende der Alkohol-Prohibition (USA)
                                                          • 1972 The War on Drugs
                                                          • ab 1990 Erkenntnis, dass der Krieg gegen die Drogen gescheitert war
                                                          • Drogenverbot in Deutschland
                                                            • Der Versailler Vertrag brachte die amerikanischen Drogengesetze nach Deutschland
                                                            • Haltung Deutschlands: Fokus auf Regulierung & Kontrolle zunächst nicht erwünscht, da Deutschland ein Medikamenten-Exportland war und kein eigenes sichtbares „Drogenproblem“ hatte
                                                            • Das BtMG gibt es seit 1982
                                                            • Begleitende Film- und Link-Tipps zum Thema Drogenverbot
                                                              • Filmempfehlung: French Connection (1971)
                                                              • Thema: The War on Drugs
                                                              • Historischer Kontext: Club des Hachichins
                                                              • Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
                                                              • Werden wir mehr Drogen nehmen? | 42 – Die Antwort auf fast alles
                                                              • Infos vom Infostand: Benzodiazepine / „Benzos“ als Tripkiller?

                                                                Generell raten wir vom Substanzkonsum ab! Die folgenden Infos sind zur Risikoreduktion beim Konsum von illegalen Substanzen gedacht. Wir stehen für einen reflektierten Substanzgebrauch, Safer-Use und Harm-Reduction. Ein risikoarmer Konsum sollte immer im Vordergrund stehen.

                                                                In unserer aktuellen Folge gibt unser Ehrenamtlicher Marco eine realisistische Einschätzung rund ums Thema Selbstmedikation mit Benzos und vermittelt hilfreiche Harm-Reduction-Strategien.

                                                                Aus folgenden Gründen ist grundsätzlich von einer Selbstmedikation mit Benzos abzuraten
                                                                • hohes Abhängigkeitspotenzial schon nach Tagen bis wenigen Wochen
                                                                • jeder Mensch reagiert anders auf psychoaktive Substanzen, psychoaktiv wirkende Medikamente müssen auf das Individuum abgestimmt sein
                                                                • riesige Fülle an Präparaten mit unterschiedlichem Wirkspektrum, Wirkdauer (zwischen 2 und 48 Stunden) und Dosierungen
                                                                • Gefahr der Überdosierung mit starken Enthemmungseffekten bis Atemdepression, verstärkt durch unbekannten Wirkstoffgehalt, versteckten Mischkonsum, z.B. mit Alkohol
                                                                • keine Qualitätskontrollen bei Schwarzmarkt- oder Freundesbezug
                                                                • Designer-Benzos mit unbekannter Potenz und Wirkung auf dem Markt
                                                                • Wann ist eine Benzo-Einnahme gerechtfertigt?
                                                                  • Einnahme ausschließlich unter Aufsicht von Fachpersonal
                                                                  • Bezug nur nach Rezeptverordnung von behandelndem Arzt
                                                                  • Nur bei medizinischer Indikation einnehmen, bei trip-bedingten Problemen betrifft das so gut wie nur die Eigen- und Fremdgefährdung
                                                                  • Was ist stattdessen zu tun?

                                                                    Falls es einer Person während eines Trips psychisch schlecht geht:

                                                                    • Bleibe ständig bei der betroffenen Person
                                                                    • Ruhe in die Situation bringen
                                                                    • Verständnis zeigen, nicht dagegen reden
                                                                    • Klar machen, dass die Gefühle und das Erleben vom Drogenkonsum kommen und wieder vergehen, sobald die Wirkung nachlässt
                                                                    • Aufmerksamkeit auf etwas Positives lenken (letzter Urlaub, Haustier, etc.)
                                                                    • Realitätsbezug herstellen, Infos über Zeit und Ort geben
                                                                    • an psychiatrischen Krisendienst anbinden. Tel: 0800 / 655 3000
                                                                    • WICHTIG: Falls eine Eigen- oder Fremdgefährdung vorliegt, umgehend Rettungskräfte (Notarzt 112) dazu holen.

                                                                      Wie verarbeitet man einen selbst erlebten „Bad Trip“ am besten?
                                                                      • Gedanken und Gefühle niederschreiben
                                                                      • Mit Vertrauensperson ins Gespräch gehen
                                                                      • Das Erlebte kreativ ausleben
                                                                      • Jede negative Erfahrung hat auch einen gewissen Lerneffekt. Immer versuchen, den Fokus auf das Positive zu halten.
                                                                      • Eventuell professionelle Hilfe oder Therapie in Anspruch nehmen. Meldet euch immer gerne, falls ihr Unterstützungsbedarf habt.

                                                                         

                                                                        Das Transcript der Podcast Folge zum lesen

                                                                        Disclaimer

                                                                        Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dient zur Informationsgewinnung und Weitergabe.

                                                                        Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Mainzer und Podcast sauber drauf. Heute erwartet euch ein informativer Podcast zu Party, Drogen und Konsum und heute haben wir eine ganz besondere Folge. Ich habe die Historikerin, Kulturhistoriker Helena Barock zu Gast. Hallo Helena, Grüß dich.

                                                                        Hallo. Danke für die Einladung.

                                                                        Ja, Schön, dass du dabei bist. Ich freue mich total. Ja. Du bist über Zoom zugeschaltet heute, weil du in Freiburg wohnst und wir quasi jetzt mal auf digitalem Weg diesen Podcast aufzeichnen. Aber ich bin hier vor unserem professionellen Gerät. Und ja, wie bin ich darauf gekommen, dich einzuladen? Vielleicht. Interessant. Du hast in einem Kontakt Laden hier in München eine Vorlesung abgehalten oder angeboten und da habe ich zugehört und du hast ein Buch geschrieben.

                                                                        Der große Rausch, heißt es. Warum Drogen kriminalisiert werden? Eine globale Geschichte vom 19. Jahrhundert bis heute. Und ich fand das Thema super spannend. Also es hat mir deine deine Vorstellung da hat mir einfach total viele Einblicke gegeben, wie warum Drogen kriminalisiert werden, warum die einen legal sind, die anderen nicht. Wie sich dieser Begriff entwickelt hat und so weiter.

                                                                        Was da auch so politisch abgeht. Und da wollte ich euch Hörerinnen einfach mit reinnehmen, weil es einfach ein extrem extrem spannendes Feld ist. Im zweiten Teil hat der ehrenamtliche Pier Marco gemeinsam mit mir das Thema Selbstmedikation mit Benzos bei schlechten Trips beleuchtet und wir sammeln da auch mal ein bisschen Informationen, wie wir das einschätzen und was es vielleicht für Alternativen gibt.

                                                                        Bleibt also bitte bis zum Ende dabei und empfiehlt unseren Podcast weiter, wenn es euch gefällt. Nun zu dir, Helena. Du bist gebürtig aus Bonn und lebst mit deiner Familie in Freiburg, von wo du auch zugeschaltet bist. Du bist freie Autorin, Historikerin, Du bist Ghostwriter, Lektorin und auch Regisseurin. Also du bist recht nah. Also es ist eine breites Feld, was du da machst.

                                                                        Echt spannend. Und du bist auch Doktorin. Und deine Dissertation hast du über die amerikanische Drogen Geschichte geschrieben? Ähm, ja. Und ich habe damals bei dieser Vorlesung von dir quasi gehört, dass eben dein Doktorvater gesagt hat Bleib doch an dem Thema dran, Das war so cool. Und dann bist du auf diesen, dieses diese Buchidee der Große rausgekommen. So. Und wie kamst du allgemein zu dem Thema Drogenpolitik zu beleuchten?

                                                                        Ja, das ist immer die Stelle, dass ich werde das häufig gefragt und häufig hoffen dann die Fragenden ein bisschen, dass da jetzt eine total spannende und saftige Konsum Geschichte vielleicht bei rauskommt und ein großes, abenteuerliches Leben führen würde. Das ist leider nicht so oder vielleicht auch zum Glück. Ich bin eigentlich ganz zufrieden damit. Ich komme aus einem relativ langweiligen bürgerlichen Hintergrund, in dem Drogen nicht so eine Rolle gespielt haben.

                                                                        Natürlich haben die Leute getrunken und fanden das ganz normal und geraucht haben sie auch. Aber das, was wir eben als illegale Drogen heute bezeichnen, war sehr weit weg. Und ich habe mich dann später vor allem dafür interessiert während meines Studiums, weil ich gemerkt habe, dass ist einfach ein wahnsinnig breites Thema, dass so viele verschiedene Fragestellungen miteinander in Verbindung bringt.

                                                                        Das ist ein globales Thema, dass davon muss man die ganze Welt angucken. Es ist ein soziales Thema, ein Wirtschafts Thema, ein Gesundheits Thema. Man muss einfach ganz viele verschiedene historische Bereiche reingucken, um zu verstehen, warum wir so wie wir das tun, mit Drogen umgehen. Und das fand ich einfach total spannend und habe darüber eben meine Masterarbeit geschrieben und bin dann sozusagen darauf hängengeblieben und habe dann irgendwie auch, weil eben, dass diese Resonanz immer so groß war, weil alle irgendwie gesagt haben Hey, krass, das hätte ich nicht gedacht.

                                                                        Genau so ging es mir auch.

                                                                        Ich ja gar nicht. Erzähl mal!

                                                                        Man sagt ja auch, Politiker und Drogenbeauftragte sollten dein Buch Der große Rausch mal gelesen haben. Warum?

                                                                        Das hat natürlich jetzt nicht ich gesagt, sondern das wurde in irgendeiner Rezension glaube ich mal geschrieben. Und mich freut es total, weil ich glaube tatsächlich, dass dieser historische Blick auf Drogen dabei helfen kann, die Drogenpolitik der Gegenwart und der Zukunft noch mal neu zu denken. Denn es sind durchaus ziemlich viele so alte und ehrlich gesagt häufig falsche Wahrheiten, angebliche Wahrheiten im Umlauf oder Glaubenssätze.

                                                                        Würde man vielleicht im therapeutischen Umfeld sagen. Glaubenssätze, die wir über Drogen und Drogenkonsum in der breiten Gesellschaft haben, die einfach nicht zutreffen und auf die aber unsere Drogenpolitik immer noch sehr stark aufbaut. Und wenn man sich mal anguckt, wo kommen eigentlich diese Glaubenssätze her und was haben die eigentlich noch mit uns zu tun? Dann kann man eben sehr viel leichter sagen Ach, weißt du was?

                                                                        Vielleicht sollten wir uns da noch mal neu sortieren und noch mal andere Wege ausprobieren. Und das wäre sozusagen auch mein Wunsch. Und das ist ja auch schon passiert. Also ich bin auch Fan von Herrn Bienert schon eingeladen worden, der hat auch das Buch im Schrank stehen gehabt. So, also das heißt, es ist durchaus irgendwie ein Willen, auch da, diese Argumente aufzunehmen.

                                                                        Und jetzt schauen wir mal, wie das mit dem neuen Drogenbeauftragte sein wird.

                                                                        Also total spannend. Ich habe auch angelesen dein Buch und ich finde es wirklich total erhellend. Und jetzt schauen wir uns das ganze Thema mal an Natürlich wollen wir jetzt nicht das Ende vorwegnehmen von deinem Buch, klar, aber wir gehen so ein bisschen rein. Einfach in die Geschichte und wir schauen uns erst mal die Entwicklung der Definition des Wortes Droge an, dann sprechen wir über die Anfänge und Motivationen der Drogen Prohibition in den USA, weil du sagst, es ist ein amerikanisches Thema sozusagen.

                                                                        Dann schauen wir dieses das Ganze mit Blick auf Cannabis zu uns kam so einfach am Beispiel Cannabis. Und weil es ja auch sehr aktuell ist gerade es wurde ja entkriminalisiert und widmen uns dann abschließend den Fragen der Neuzeit, also wie es jetzt gerade läuft und vielleicht auch, wohin sich aus deiner Sicht so das Ganze noch entwickeln kann oder entwickeln wird.

                                                                        Vielleicht auch genau. Dann würde ich mal gleich mit der ersten Frage starten Wie kam es denn zur Definition von Drogen?

                                                                        Ja, gerne. Also da muss man erstmal einmal kurz sagen, dass unser das, was wir als Drogen bezeichnen, das ist ehrlich gesagt so, wie es im Moment verwendet wird, ist dieser Begriff total schwammig. Also da schwirren so verschiedene Sachen im Raum, es gibt irgendwie harte und weiche Drogen, es gibt legale und illegale Drogen und man weiß dann manchmal gar nicht so genau, was ist da eigentlich der Hintergrund?

                                                                        Gehört da jetzt Alkohol dazu oder nicht? Und ehrlich gesagt, wenn man historisch rangeht, sieht man relativ schnell, dass die Definition gar nicht so kompliziert sein müsste, wie sie uns manchmal vorkommt. Und zwar ursprünglich sind Drogen, Medikamente, die missbraucht werden, das heißt alles, was eigentlich ursprünglich mal als Medikament konzipiert worden war und dann aus irgendeinem Grund zu anderen Zwecken als medizinischen verwendet worden ist, ist eine Droge.

                                                                        Denn vorher, bevor diese diese Entwicklung stattgefunden hat, dass wir überhaupt über Drogen als ein Problem sprechen? Vorher gab es gar keinen Unterschied zwischen Medikamenten und Drogen. Also ursprünglich zu Beginn des 19. Jahrhunderts, waren Drogen und Medikamente das gleiche und daher kommt auch der Name Droge kommt von Droge warten. Die habe ich bestimmt falsch ausgesprochen. Die trocken Fässer, in denen in der Zeit der Kolonialisierung die Heilpflanzen durch alle Welt geschifft wurden, die getrockneten nämlich.

                                                                        Also die Droge kommt im Prinzip von trocken und das heißt ursprünglich sind es eins, ist es einfach ein anderes Wort für Medikament. Es gibt keinen Unterschied zwischen Drogerie und Apotheke und das ändert sich dann eben im Laufe des 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts, als man erstens anfängt zu sagen Es gibt also den Fall, wo jemand ein Medikament zu den falschen Zwecken verwendet, und dann werden bestimmte Substanzen sozusagen aussortiert, von denen man sagt, für die gibt es gar keine gute medizinische Indikation.

                                                                        Jeder Konsum dieser Substanz ist sozusagen böse und verboten. Und das ist das, was wir dann eigentlich klassisch als Drogen bezeichnen. Und das Problem ist diese Trennlinie zwischen den guten Drogen, also den Medikamenten und den bösen, verbotenen Drogen, also dem, was wir eigentlich als Drogen heute bezeichnen. Diese Trennlinie ist total beweglich, denn es gibt kein ganz klares Kriterium. Und du hast ja eben schon darauf angesprochen, auf diesen Versuch mal zu definieren, was sind denn heute eigentlich Drogen?

                                                                        Und man merkt da sehr schnell, es gibt da eben nicht das eine sinnvolle Kriterium, das auf alle Substanzen zutrifft, die wir heute als Drogen bezeichnen, sondern das ist total widersprüchlich. Also weder die Giftigkeit noch das Abhängigkeits Potenzial, noch irgendeine chemische Zusammensetzung, noch irgendwie die zum Beispiel man könnte ja denken ah, Betäubungsmittel, ja, das heißt doch Betäubungsmittelgesetz, also sind die bestimmt alle betäubend.

                                                                        Auch das stimmt nicht. Also Amphetamine sind nicht betäubend. Und so weiter. Also das ist einfach total widersprüchlich. Der größte Widerspruch besteht darin, dass Alkohol eine der gefährlichsten Drogen ist. Und der ist es eben eigentlich rechtlich bei uns keine Droge, sondern eine legale Substanz, die auch Kulturgut auch verhaftet werden kann. Und das heißt genau das heißt, es ist total widersprüchlich und es ist eben nicht, es hat sich nicht mal jemand hingesetzt und da eine sinnvolle Definition gebaut, sondern es ist ein politischer und vor allem eben historischer Prozess, der über ganz lange Zeit dazu geführt hat, dass manche Substanzen eben in diese Schublade gesteckt wurden.

                                                                        Der bösen illegalen Drogen.

                                                                        Ich kann mir auch vorstellen, dass so in der in der westlichen Welt andere Substanzen als Drogen definiert werden als in anderen Teilen der Welt. Zum Beispiel. Also es ist ja politisch und kulturell auch gewachsen, wahrscheinlich, was jetzt gut und was schlecht ist oder was eingesetzt werden darf und was nicht. Und so weiter.

                                                                        Genau. Genau. Ganz ursprünglich, so wie jedes jede Gesellschaft auch ihr Set an Medikamenten hat, hatte ursprünglich jede Gesellschaft ein Set an sozialen Regeln. Wie man mit diesen Medikamenten umgeht, genauso mit den Rauschmitteln. Jede Gesellschaft hat ihre Rauschmittel und hat dann bestimmte Codes, wie man damit umgehen kann. Also eben, im Westen ist das überwiegend der Alkohol. In muslimischen Ländern ist der Alkohol ja wegen des Verbots im Koran eher verpönt.

                                                                        Das heißt, da war dann das Haschisch wichtiger als auch zum Teil eben über Jahrhunderte anerkannte Substanz. Dann also, das heißt, es ist kulturell sehr unterschiedlich. Gleichzeitig ist es dann in der Zeit, die ich mir anschaue, also in den letzten Sagen wir mal 150 Jahren ungefähr, dann doch vereinheitlicht worden. Und das liegt jetzt nicht daran, dass sich alle mal gemeinsam zusammengesetzt hätten und überlegt, wie gehen wir damit um?

                                                                        Sondern es gab sehr stark, da die treibende Kraft Amerika die amerikanischen Diplomaten waren es vor allem, die sich eben darum gekümmert haben, dass die amerikanische Vorstellung von dem, was böse und was gute Drogen sind, sehr stark exportiert worden ist.

                                                                        Gab es eigentlich mal Phasen, wo Drogen, die jetzt heute als Drogen definiert sind, einfach ganz normal gesellschaftlich genutzt wurden?

                                                                        Ja, das ist der normale Weg sogar. Also das, was wir heute vielleicht als die ganz klassischen Drogen, die jeder kennt und jede kennt, bezeichnen würden. Also sagen wir mal die großen drei Heroin, Kokain, Cannabis, ja, das sind alles ursprünglich auch mal einfach Medikamente gewesen. Die wurden also bei Cannabis noch mal ein bisschen anders und sie hatten ja die Jahrtausende alte Geschichte.

                                                                        Aber Heroin und Kokain sind ja chemisch in der Pharmazie hergestellte Substanzen und die sind eben entstanden auf der Suche nach neuen Heilmitteln. Und sie wurden auch am Anfang als Heilmittel eingesetzt, Also eben Heroin, vor allem als Husten, stiller als sozusagen als Schnupfen, Medikament und Kokain, vor allem gegen Heuschnupfen, als Nasenspray oder auch gegen als als Lokalanästhesie kommen. Also das heißt, wenn man sich zum Beispiel den Zahn hat ziehen lassen im späten 19. Jahrhundert hat man sich gefreut, wenn man das nicht ganz ohne Betäubung machen musste, sondern eben mit ein bisschen Kokain, weil das die und das Zahnfleisch so betäuben kann.

                                                                        Und das heißt, es war sozusagen der normale Weg in dieser Zeit ist es wird ein neuer, eine neue Substanz entdeckt, dann wird die einfach mal auf den Markt geschmissen und dann schaut man, was passiert. Man lernt man langsam, macht ein paar Erfahrungen und denkt Oh, es gibt vielleicht auch so was wie eine Überdosierung. Es gibt vielleicht so was wie eine Abhängigkeit.

                                                                        Vielleicht sollten wir vorsichtig sein. Meistens passiert dann noch irgendwas anderes. Also meistens gibt es dann noch irgendeine Bevölkerungsgruppe, die zum Beispiel diese Substanzen anwendet und die sowieso marginalisiert ist, die sowieso ausgegrenzt wird. Und das heißt, dann mischt sich meistens auch irgendeine Art von Rassismus in die Geschichte rein und peng hat man plötzlich das Böse, das die große böse Gefahr, die irgendwie von außen die Gesellschaft bedroht.

                                                                        Und dann gibt es eine Drogen Panik und dann wird eben diese Substanz verboten und wandert in die Schublade der verbotenen Substanzen. Und das passiert immer wieder in ungefähr einem ähnlichen.

                                                                        Muster von deiner Vorlesung damals noch im Kopf, dass du gesagt hast, ungefähr so lange es nur pflanzliche Substanzen gab, konnte man noch gar nicht so richtig von einem von dem Drogenproblem sprechen. Also dass man wirklich schwerst Abhängige hat, die dann wirklich sich mit dem Drogenkonsum da immer mehr drauf zurückziehen und andere Sachen vernachlässigen. Und so weiter. Und dass man auch von Überdosierungen stirbt.

                                                                        Kannst du noch mal kurz vielleicht sagen, womit dieses Drogenproblem, also so wie wir es heute kennen, auch womit es begonnen hat?

                                                                        Genau das ist einmal diese. Diese Voraussetzungen, die du ansprichst, ist natürlich erst mal die chemische. Das heißt ich würde widersprechen. Es gab durchaus auch in Zeiten vor der pharmazeutischen Revolution gab es durchaus natürlich Abhängigkeit. Ja, es gab schon immer Alkoholabhängigkeit, es gab auch Opium, Abhängigkeit, also das heißt, Leute, die eben Opium, in diesem Fall in der Apotheke gekauft haben und davon abhängig waren, auf eine ähnliche Art, wie wir das heute kennen.

                                                                        Aber dadurch, dass diese Stoffe, diese pflanzlichen Stoffe eben nicht so hoch potent waren, also nicht so hoch konzentriert war, dass Problem noch nicht so sichtbar und noch nicht so intensiv, würde ich sagen. So in ganz groben. Aber wenn man nach China guckt, gab es zum Beispiel wurde Opium geraucht. Auch da gab es im 19. Jahrhundert schon vor diesen ganzen chemischen Entwicklungen durchaus große Abhängigkeits Probleme.

                                                                        Das heißt, da muss man ein bisschen vorsichtig sein. Aber im Großen und Ganzen dadurch, dass diese Stoffe im 19. Jahrhundert sehr schnell alle hintereinander entwickelt werden und man dann gar nicht so richtig Zeit hat, sich da zu überlegen, was das eigentlich für Stoffe sind, sondern einfach mal guckt, was passiert. Dadurch tritt sozusagen dieses Phänomen plötzlich in der Wahrnehmung der Gesellschaft relativ plötzlich auf und dadurch nimmt es eben zum Ersten Mal überhaupt diese Gestalt an, dass man das Gefühl hat Ah, hier passiert irgendwas.

                                                                        Und Hintergrund ist auch ein bisschen, dass man vorher immer ganz ausschließlich gedacht hat. Das liegt an den Leuten. Also man hatte vorher irgendwie klar hat man auf dem Schirm, dass es verschiedene Substanzen gibt, aber man hat immer sehr stark die Verantwortung zu den Konsumierenden geschoben. Wenn jemand es nicht geschafft hat, das unter Kontrolle zu halten, seinen Konsum, dann war das immer ein charakterliche Schwäche.

                                                                        Ja, man hat das als moralisch degenerative, also als gesagt, okay, er hat es halt nicht im Griff, er muss sich mal zusammenreißen. Es ist halt ein schlechter Mensch. So hat man es sozusagen abgefrühstückt und das hat natürlich dazu geführt, dass man dann eher die Leute versucht hat zu disziplinieren und nicht dieses Drogen Phänomen so in den Blick genommen hat.

                                                                        Wobei natürlich diese Dinge, dieser Hintergrund auch bestehen bleibt. Das kennt man sicherlich auch heute noch, dass im Hintergrund irgendwo diese Vorstellung wabert. Na ja, wenn du irgendwie eine Abhängigkeit Erkrankung hast, dann ist das eigentlich am Ende deine eigene Schuld, weil du es nicht im Griff hast. Und dann muss man aber sagen also abgesehen jetzt von dieser pharmazeutischen Entwicklung, von diesen ganzen neuen, viel potenten Stoffen, sind eben in dieser Zeit noch ein paar andere Sachen passiert, die auch total wichtig sind.

                                                                        Noch Rassismus habe ich schon geredet, der da irgendwie als Brandbeschleuniger immer eine Rolle spielt. Eine andere, ein anderer Hintergrund ist der christliche Hintergrund in den USA. Also man muss sich vorstellen, in den USA im 19. Jahrhundert, das ist eine ganz andere Gesellschaft als die, die wir heute kennen. Das ist eine Gesellschaft, in der alle sich komplett einig sind, dass Gott die Sache im Griff hat.

                                                                        Also Christentum ist total dominant. Dieses weiße, vor allem protestantische Christentum, das von Männern natürlich irgendwie in die Welt getragen wird, ist der sozusagen. Das ordnet die Welt der Menschen, und das ist das, wonach die sich richten. Und innerhalb dieses Christentums ist vor allem der protestantischen Variante ist Nüchternheit ein total wichtiger Wert. Ja, das passt sehr gut dazu, dass man eben arbeitsam ist, fleißig ist, dass man sich die persönlichen Gelüste zurückstellt und sich zusammenreißt und irgendwie ganz bescheiden lebt, damit man am Ende dann ins Himmelreich kommt.

                                                                        Ja, und Ausschweifung, Kontrollverlust, Rausch ist da alles nicht so erwünscht. Überhaupt Genuss hat auch so eine Genuss feindlichkeit, so ein bisschen als Kultur. Und das da, das ist sozusagen der Nährboden, auf dem sich die Leute dann in den USA relativ leicht einig werden. Also vor allem die Leute, die die Gesetze machen, dass Rausch was Schlimmes ist und dass man sich eben gegen Alkohol und gegen Drogen unbedingt verteidigen muss als Staat.

                                                                        Und das ist der Hintergrund, warum man auf die Idee kommt, wir müssen das verbieten, wir müssen die Leute schützen davor, indem wir das verbieten und indem wir sozusagen den Teufel vor die Tür setzen. Und ohne diesen, ohne dieses Weltbild ist es eigentlich kaum zu verstehen. Und dadurch, dass dann die USA mit dieser Art, mit diesem Hintergrund dann ein international eine sehr dominante Rolle bekommen im Laufe des 20 Jahrhunderts, wird eben diese Vorstellung von Nüchternheit im Prinzip über die internationalen Behörden und Strukturen in alle Welt exportiert.

                                                                        Da habe ich jetzt was rausgehört. Kannst du vielleicht so einen kurzen Zeitstrahl verbildlichen, wann welche der Haupt Substanz ungefähr verboten wurde? Weil da war ja der Alkohol auch dabei, der auch verboten wurde. Und da kommen wir dann gleich noch einmal dazu, weil jetzt haben wir ja den Alkohol überall.

                                                                        Genau. Also kleiner kleiner Überblick. Also in den USA geht es los. Was ich gerade erzählt habe, ist im 19 Jahrhundert im Prinzip der Fall, Also dieses Credo, der christliche Hintergrund. Und zunächst ist es jetzt erst mal kein Verbot, sondern erst mal eine Stimmung, ein gesellschaftlicher Kodex eigentlich, wo man sagt okay, das es aber da muss man vorsichtig sein.

                                                                        Und wie ich eben beschrieben habe, kommen da erst mal diese Wellen. Also es geht los mit Morphium zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Dann geht es weiter in den 60er Jahren mit Kokain und in den 1890 er Jahren mit Heroin. Da kommt jeweils so eine Konsum Welle und danach dann so ein Song, sozusagen ein Kater, ein böses Erwachen, wo man so denkt vorsichtig.

                                                                        Die allerersten Verbote kommen dann aber für das Rauchen Opium. Das hat mit den Chinesen zu tun, also mit der chinesischen, äh mit den chinesischen Arbeitern, die in den USA die Eisenbahn bauen und das Gold aus den Goldminen holen. Und das da ist das allererste Drogen Verbot der USA von 1975, ausgerechnet in San Francisco. Entschuldigung, 1875 natürlich. Genau. Also 1875 wird in San Francisco das Opium Rauchen verboten.

                                                                        Und das hat aber vor allem mit der chinesischen Minderheit dort zu tun. Und da kommt man aber so ein bisschen auf den Trichter Ah, vielleicht ist Verbotene eine gute Sache. Dann das erste nationale amerikanische Drogen Verbot, das sich gegen Heroin und gegen Kokain wendet, also die erst mal als Medikamente reguliert, muss man sagen. Das ist dann noch kein Kopf volles Verbot, sondern das sagt erst mal das ist verschreibungspflichtig.

                                                                        Ja, Heroin musst du dir von deinem Arzt verschreiben lassen, kannst du nicht einfach in der Apotheke kaufen. Und das kommt 1914. Das ist der Harrison Act, das erste große amerikanische Drogen Gesetz. Und ganz kurz danach, nämlich 1919, vier Jahre später, wird der Alkohol verboten in den USA. Das ist die große Prohibition, das große noble Experiment, das so kläglich gescheitert ist.

                                                                        1933 wird die alkoholfreie Prohibition wieder aufgehoben und bis dahin sind dann aber schon einige Sachen passiert. Also 1922 wird das Heroin verboten, wenn ich mich richtig erinnere. Mag 21 gewesen sein, so 1919 ist. Außerdem hat der Supreme Court entschieden, dass die Das Maintenance Therapie keine nicht erlaubt ist, also dass man sozusagen jemanden, der abhängig ist, jemand jemandem, der abhängig ist, darf man nicht deswegen die Substanz verschreiben.

                                                                        Nach der Arbeit, von der er abhängig ist, also Substitution.

                                                                        Substitution quasi.

                                                                        Jein bzw. Maintenance ist ja, wenn du sozusagen nicht Methadon gibst statt Heroin, sondern wenn du einfach Heroin gibst. Also am Anfang haben sozusagen, also 14 kam das Gesetz, das gesagt hat, Heroin und Kokain sind verboten. Man hatte aber eben 100.000 Abhängige in der Gesellschaft, die jetzt plötzlich alle nicht mehr in der Apotheke ihren Stoff bekommen haben. Und um sich um die zu kümmern, hat dann die Ärzteschaft Kliniken aufgemacht und gesagt Na gut, wenn du also diese Suchterkrankung hast, dann komm zu uns in die Klinik, dann kann ich dir da unter kontrollierten Bedingungen diese Substanz verschreiben.

                                                                        Und wir gucken mal, wenn die irgendwie helfen können. Ja, gar nicht so dumm. Eigentlich sind wir jetzt heute wieder bei angekommen, ziemlich viele Jahre später. Und das hat aber der Supreme Court, also das amerikanische Verfassungsgericht, dann kassiert und gesagt ne medizinische Indikation ist nicht eine Abhängigkeit, also das gilt nicht, das dürft ihr nicht machen, das das ist raus.

                                                                        Und damit waren dann eben 1919 zum Ersten Mal die amerikanischen Abhängigen der Arsch, könnte man sagen. Die saßen dann plötzlich da ohne ihren Stoff und waren gezwungen, einen Schwarzmarkt zu organisieren. Und es gab natürlich schon immer Schwarzmarkt. Unternehmer, die das willig gerne für sie gemacht haben, weil da sehr viel Geld.

                                                                        Ja, was sich spannt sind viele Substanzen wurden ja auch in Europa entdeckt von Pharmafirmen. Wie kam denn das dann, dass in den USA dann die Sachen verboten wurden? War das in Europa überhaupt kein Problem oder hat die Politik da irgendwie langsamer reagiert? Also wie kommt es denn, dass diese Drogenpolitik und diese Prohibition der ganzen Geschichte so eine amerikanische Geschichte ist?

                                                                        Disclaimer

                                                                        Ja.

                                                                        Das ist, glaube ich, diese kulturelle Hintergrund, den ich eben beschrieben habe. Der Unterschied. Also ja, es wurde durchaus in Europa auch diskutiert. Ja, es gab auch in Europa zum Beispiel Romantiker, die mit großem Bohei ihr Haschisch in ihrem Salon und so weiter konsumiert haben oder Bücher darüber geschrieben haben, wie sie ja Opium nehmen. Und das war, da gab es durchaus auch in Europa Diskussionen darum, ob das nicht irgendwie schwierig und unmoralisch und vielleicht ein bisschen gefährlich und verderblich sein könnte.

                                                                        Aber das war einfach in Europa. Trotzdem wurde das als Randphänomen wahrgenommen, und es gab sozusagen nicht dieses Panik Potenzial. Die amerikanische Gesellschaft hatte viel stärker schon das Gefühl, also die hatte hatte schon früh ein größeres Talent für Panik. Würde ich jetzt mal so ganz unwissenschaftlich formulieren.

                                                                        Und deswegen habe ich auch gesagt.

                                                                        Das gilt ja heute auch noch. Genau sozusagen dieses diese Angst geleitete, Angst geleitete Politik. Das MAG auch mit der Demokratisierung zu tun haben, also die Amerikaner waren ja durchaus deutlich weiter in ihrem Demokratisierungsprozess, als das jetzt die europäischen Gesellschaften zu dieser Zeit waren. Und da war natürlich auch eine andere Art von Demokratie, als wir heute haben. Aber trotzdem gab es vielleicht deswegen schon ein größeres, eine größere Sensibilität für Themen, mit denen man Angstmachen und dann Politik machen kann.

                                                                        Also das könnte eine Sache sein. Ansonsten glaube ich aber tatsächlich, dieser, dieser, dieser christliche, dieser sehr intensive christliche Hintergrund, der so stark eben eben in der Staatlichkeit verwoben ist und wo es eben nicht diese klare Trennung oder ich meine, bei uns ist ja auch nicht ganz klar die Trennung zwischen Kirche und Staat, aber es gibt sie wenigstens sozusagen als als Idee und als als Ideal.

                                                                        Zum Beispiel in Frankreich gibt es das ja relativ früh schon. Und genau das heißt, das würde ich sagen, ist der Grund, warum das in den USA losgeht. Und man muss auch fairerweise sagen, die Europäer machen ja dann auch mit, also auch die USA, egal wie mächtig sie sind, hätten ja auch nicht auf diesen internationalen Konferenzen sich durchsetzen können, wenn es nicht auch bei den europäischen Diplomaten welche gegeben hätte, die gesagt hätten Ja, stimmt, irgendwie sehen wir irgendwie ein.

                                                                        Also das heißt, so ganz gegen den Widerstand aller Welt haben die das nicht gemacht.

                                                                        Ja, okay, du hast jetzt glaubens motivierte Interessen genannt, um Substanzen auch zu verbieten oder um quasi diesen diesem Rausch vorzubeugen und die Gesellschaft davor zu schützen. Sozusagen gab es auch einfach klare politische Motivationen der USA, jetzt das Ganze in die Welt auch zu tragen. Also so Verhandlungs Geschichten, oder?

                                                                        Das war sehr vielschichtig, warum die USA das in die Welt getragen haben. Also einmal war da tatsächlich dieses, dieses Sendungsbewusstsein, dieses Gefühl von wir wissen, was das Richtige ist und das tragen wir jetzt mal in die Welt. Und das sagen wir jetzt mal allen. Ja, das war auf jeden Fall ein wichtiger Teil davon. Aber der Beginn der internationalen Drogenpolitik ist eigentlich ein ganz klassisch kolonialer.

                                                                        Da weiß ich nicht, wie sie jetzt ausholen soll. Um das mal zu erzählen Ist es eigentlich eine.

                                                                        Stunde Sinn oder.

                                                                        Eine Zeit, da können wir ein bisschen einsteigen. Genau. Also es war einmal ein Land, das hieß Amerika und das war eine Kolonie ursprünglich mal Die Amerikaner haben sich dann in ihrem Unabhängigkeitskrieg von der britischen Krone losgesagt und waren seitdem sind sie seit Jahrhunderten ultra stolz darauf, dass sie unabhängig sind. Diese Unabhängigkeit und Anti Kolonialismus ist sozusagen der Kern der amerikanischen Identität.

                                                                        Ups, dann haben Sie aber Ende des 19. Jahrhunderts aus Versehen ein paar Kolonien sich geholt. Die haben dann irgendwie ein bisschen Krieg geführt. Dann haben sie gewonnen und oh je, oh je, Jetzt hatten die USA plötzlich zum Beispiel die Philippinen als Kolonie. Ja, jetzt mussten die natürlich erklären, warum das jetzt zusammenpasst. Passt natürlich vorne und hinten nicht zusammen und wird sich auch nicht ändern und haben aber dann getan, was Kolonialmächte tun.

                                                                        Nämlich haben versucht zu erklären, warum das jetzt für die Unterworfenen total gut ist, wenn sie die unterworfen haben. Und da kam eben ein Missionar. Also die Missionare sind da häufig beim Kolonialismus sehr stark involviert. Bei dieser Art von Rechtfertigung auch. Und dieser Herr hieß Charles Brant und war Bischof in Manila und hat gesagt Leute, wir befreien die Philippinen vom Opium.

                                                                        Ja, lange Geschichte, kurz gemacht die Das hat nicht funktioniert. Die haben auf den Philippinen das Opium Rauchen verboten und die Leute haben trotzdem weiter Opium geraucht, weil es sehr leicht zu schmuggeln ist, wenn ein Land aus 7000 Inseln besteht. Und daraufhin hat aber jetzt Bischof Brent nicht gedacht Ja, okay, hat nicht geklappt, kommen wir legalisieren das da so wie es die Spanier vorher auch gemacht hatten, sondern Bischof Trent hat sich gedacht Hey Leute kommen dann, machen das halt und kontrollieren das halt auf der ganzen Welt.

                                                                        Wär doch nett. Ja, und hat dann an seine Buddys in Washington geschrieben. Er war ganz gut vernetzt und hat dann gesagt Komm lass uns doch mal eine internationale Opium Konferenz einberufen und darüber verhandeln, wie wir den Opium Handel weltweit reglementieren können, damit das nicht mehr so ist, dass das einfach Opium verkauft werden kann in ein Land, in dem es verboten ist.

                                                                        Und das fanden jetzt wiederum die Briten nicht so witzig. Die Briten haben nämlich ihr Weltreich dadurch finanziert, dass sie indisches Opium aus der einen Kolonie an die Chinesen aus der anderen in die andere quasi Kolonie verkauft haben. Weil die hatten ein Problem, dass die immer so viele chinesische Sachen gekauft haben in Großbritannien. Aber die Chinesen wollten irgendwie nichts kaufen aus Großbritannien dann so, das heißt, die Briten wollten eigentlich ehrlich gesagt überhaupt nicht, dass jetzt jemand international da eingreift in ihr System.

                                                                        Und dann ging es los. Das heißt, diese ganzen Dinge, die ich grad erzählt haben, haben ja sozusagen mit dir, mit der Moral von Konsum und mit den Konsumierenden überhaupt nichts zu tun, sondern es geht um koloniale Interessen, es geht darum sind die USA mächtiger oder die Briten? Wer darf den Welthandel organisieren? Und das war aber der Beginn der internationalen Opium Politik.

                                                                        Und da auf diesem ersten Treffen von 1909, wurde auch zum Ersten Mal definiert, was eigentlich Drogen sind. Und diese Definition hat dann das ganze 20. Jahrhundert überdauert.

                                                                        Ja, das ist ja Wahnsinn zu sehen, was für ein Stellenwert auch so psychoaktive Substanzen schon immer, also schon lange in unserer Gesellschaft gespielt haben. Auch auf der ganzen Welt. Also Wahnsinn!

                                                                        Genau. Und für das deutsche Kaiserreich kann man ja vielleicht schon mal hier einfügen, weil wir ja auch gleich glaube ich noch über Cannabis reden wollen. Das deutsche Kaiserreich hatte am Anfang überhaupt keine Lust auf diese Art von Reglementierung. Das Kaiserreich war eine Exportnation. Also das heißt, sie haben ganz systematisch, sie hatten eben eine sehr starke Pharmaindustrie. Also viele von diesen Erfindungen, von denen wir gesprochen haben, sind alle immer in deutschen Apotheken und in deutschen Pharma Fabriken passiert.

                                                                        Und das war ein Geschäftsmodell. Die Deutschen haben wie die Irren zum Beispiel Opium aus der Türkei importiert und weiterverarbeitet zu Morphium und Heroin und das dann in alle Welt exportiert und wahnsinnig viel Geld damit verdient. Wir hatten also nicht so Lust auf Regulierung und haben dann ehrlich gesagt am Anfang, die haben immer jemanden geschickt. Nee, auch so in so einer angespannten Weltlage zu Beginn des 20. Jahrhunderts, da war das schon wichtig, dass man dann da mitmacht und ein bisschen was redet.

                                                                        Aber die haben das am Ende nicht ratifiziert, diese frühen Abkommen und sind dann erst durch den Ersten Weltkrieg dazu gezwungen worden. Das heißt, Deutschland hat dann den Ersten Weltkrieg verloren. Kennt man ja, musste sozusagen antanzen in Versailles und unterschreiben und hatten gar kein, äh, gar keine Möglichkeit einzuwirken auf dieses Vertragswerk und schwupps war ein Teil dieses Vertragswerks eben die das Abkommen zu den Drogen.

                                                                        Und dann musste Deutschland zum Ersten Mal in den Zwanzigerjahren eben vor allem erst mal Heroin und Kokain, aber dann eben Ende der 20er auch Cannabis reglementieren, obwohl die Deutschen eigentlich ganz offen gesagt haben Hey, also ja, können wir schon irgendwie machen, aber so richtig ein eigenes Problem haben wir eigentlich nicht mit der Sache.

                                                                        Aber jetzt wollte ich noch ganz kurz bevor wir in Deutschland einsteigen zu diesem War on Drugs noch mal ganz kurz drüber sprechen. Also das ist ja auch wirklich, wenn man sich so, also wenn man Drogen Geschichte googelt und dann kommt ja der War on Drugs unweigerlich und auch der Name Richard Nixon. Und vielleicht kannst du da ganz kurz erzählen, was es damit auf sich hatte, warum das gemacht wurde und wie das motiviert war.

                                                                        Weil dann kommen wir nämlich noch mal auf diese marginalisierten Gruppen zu sprechen und das finde ich super spannend, das Thema.

                                                                        Ja genau, also der War on Drugs. Es gibt, da gibt es manche Leute, die sagen Ach, der ist doch viel älter, der ist doch nicht erst seit den 70er Jahren, sondern eigentlich kann man doch all das, was ich jetzt gerade schon erzählt habe, schon im 19 Jahrhundert oder vielleicht die ersten Verbote da auch schon dazuzählen. Und das hat auch so ein bisschen seine Berechtigung.

                                                                        Aber das, was wir als War on Drugs bezeichnen, ist genau diese Kampagne von Richard Nixon, die beginnt, wie sagt man immer im Juni 1971, da hält er eben diese wichtige Rede, wo er sagt, dass wir jetzt diesen Drogen, den Krieg erklären müssen. Und der Hintergrund ist vielfältig. Da muss man so ein bisschen unterscheiden zwischen dem, was tatsächlich in der Zeit Drogenkonsum mäßig los war in der amerikanischen Gesellschaft und dem, was Nixon sich versprochen hat von dieser Kampagne.

                                                                        Und da erzähle ich vielleicht erst mal ein bisschen was von dem, was los war. Und zwar ist die Situation eine grob so Es gibt seit den 60er Jahren in den USA die Gegenkultur also die Hippies und die Studentenbewegung, die Vietnam Proteste. Es gibt eine riesengroße gesellschaftliche Bewegung, die Bürgerrechtler, die sich für die Gleichberechtigung der Afroamerikanerinnen einsetzen, also ganz viele Leute sagen So geht es nicht weiter, Wir wollen diese Gesellschaft neu organisieren.

                                                                        Und Drogen geraten rein in diese Kulturkämpfe. Denn es gibt natürlich nicht nur diese Leute, sondern es gibt auch die Leute, die sagen Nein, um Gottes willen, wir lassen alles, wie es war. Ja, und in diesen Kulturkampf hinein geraten die Drogen auch, weil eben die die Studenten, aber vor allem die Hippies, Drogen als Protest Signal verwenden. Und da geht es vor allem um Cannabis und ein bisschen auch um die psychedelischen Drogen.

                                                                        Das heißt, die Hippies sagen Guck mal, ätsch, ich mach, was ich will, ich mache mir meine eigene Utopie. Ich kann irgendwie, ich denke an ein neues Leben und das mache ich eben zum Teil auch mit Drogen. Und das hat sehr stark die Eltern geärgert. Es hat also sehr gut funktioniert, diese Protestaktionen und hat aber auch dazu geführt, dass sie sich sehr angreifbar gemacht haben.

                                                                        Denn anders als freie Liebe und Haare nicht waschen und bunte Klamotten anziehen, sind halt Drogen tatsächlich schon verboten gewesen und waren etwas, womit man sozusagen, wenn man diesen Leuten irgendwie in die Parade fahren wollte, dann konnte man das durch die Drogen Gesetze ganz gut machen. Das ist der eine kulturelle Hintergrund, der politisch wichtige.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Der andere ist, dass es in der gleichen Zeit und vollkommen ohne Verbindung zu dieser Sie sind 60er Jahren Kulturen gab es eine Heroin Krise. Also es gab eine York in den Ghettos, das nannte man damals so natürlich in Anführungszeichen, also in den innerstädtischen Stadtvierteln, in denen Afroamerikaner in den lebten, gab es eine wahnsinnige Armutsgrenze, eine Krise der Arbeitslosigkeit.

                                                                        Das hatte verschiedene Hintergründe, hatte aber eben auch viel damit zu tun, dass diese Menschen total ausgegrenzt waren und eben nicht, weil wählen konnten, wo sie wohnen, eben nicht arbeiten konnten, was sie wollten. Eben nicht einfach bildungsfern, Biografien haben konnten, also wahnsinnig benachteiligt waren. Und in diesen Stadtvierteln gab es jetzt gerade eine eine wahnsinnige Heroin Epidemie. Ja, und da war man sich einig in diesen konservativen Kreisen, dass die ausschließlich an dem Satz, dass die Leute selber dran schuld sind.

                                                                        Also das hatten wir eben auch schon mal, die Leute sind natürlich selber schuld an ihrer, an ihrem ganzen Elend, an ihrer Armut, weil sie ja Drogen nehmen. Hätten sie ja nicht machen müssen und andersherum. Die progressives, also die andere politische Seite würde natürlich sagen Nein, den Leuten geht es schlecht und deswegen konsumieren sie diese Drogen, weil sie gar nichts anderes haben, um sich irgendwie den Tag zu überstehen.

                                                                        Und das ist so, was früher, also solche Strömungen früher auch schon gab.

                                                                        Und genau das war im Prinzip die klassische Debatte war damals schon intakt und das hat zum Ersten Mal aber so ganz krass diese Bilder produziert von von urbanen Drogenkrieg, von der urbanen Drogen Krise in Verbindung mit Heroin. Also das, was auch bis heute eigentlich unsere Vorstellung oder nicht unsere, sondern die die allgemeine Vorstellung davon, was eigentlich Drogen sind, die geht relativ stark zurück auf dieses Bild von einem sogenannten Junkie, der da auf der Straße liegt, mit seiner Nadel im Arm und vollkommen verelendet ist und nichts mehr besitzt und die Leute beklaut, sich nicht wäscht.

                                                                        Also mich würde es eigentlich fast gar nicht alles wiederholen, weil es natürlich Unsinn ist und wahnsinnig stigmatisiert. Aber da ist es, da kommt dieses Bild her und es ist eben sehr stark rassistisch aufgeladen, denn es sind Afroamerikanerinnen, die das betrifft. Ja, und jetzt kommt also Nixon, Das heißt, wir haben auf der einen Seite die Hippies und die Studenten, wir haben auf der anderen Seite diese ausgeschlossene, afroamerikanische, vollkommen vernachlässigte Minderheit mit ihrer Heroin Krise.

                                                                        Und dann kommt Nixon an die Macht. Ja, der wird 68. Ja, noch 68. Wird er gewählt, 69 kommt er ins Amt, und der verspricht Law and order. Er verspricht, wieder aufzuräumen und die Leute von der Straße zu holen, die da so viel Ärger machen. Und das macht er sehr geschickt, indem er eben die Drogen ganz vorne hinstellt. Denn wenn man Nixon sagt, Ich gehe hart gegen Drogen vor, dann können alle sich aussuchen, was er damit meint.

                                                                        Dann hat man so ein gemeinsames Feindbild.

                                                                        Ja, na ja, also es ist vor allem diese Methode, also diese Hunde Pfeifen Methode, wo wirklich die Leute unterschiedliche Sachen hören. Also jemand, der in der Stadt wohnt und Angst hat vor Kriminalität, der hört ah, der geht voll gegen diese Beschaffungskriminalität vor. Ein Rassist im Amerika Süden, der die Bürgerrechte, die sind die neuen Bürgerrechte wieder abschaffen will, der hört Drogen, der geht gegen die Afroamerikaner vor.

                                                                        Und jemand, der genervt ist von den Hippies, der hört ah, der geht gegen die Hippies vor. Das heißt, er musste all diese Dinge nicht sagen, weil sie schon nicht mehr ganz so pc sind, sondern er sagt einfach Ich mach was gegen die Drogen und alle verstehen, was sie wollen. Es ist super für.

                                                                        Die Gesellschaft, sind sicher.

                                                                        Super raffiniert und jetzt ist das auch nicht der erste, der das macht und auch nicht der letzte. Also ich würde mal behaupten, es gibt in der CDU CSU durchaus Leute, die etwas ganz ähnliches machen und denen es auch nicht tatsächlich um Drogenkonsum geht. Wenn sie was auch immer für Sachen fordern. Finger weg von Cannabis. Sie, das heißt diese diese Law and Order, dieses ich greife durch und sorge für Ordnung.

                                                                        Das ist der Hintergrund, warum Nixon da auf die Straße geht und das ganz lustige ist, Nixon hat normalerweise weiß man ja dann nicht, wenn so was passiert, ob der es wirklich ernst gemeint hat oder ob er es wirklich getan hat, einfach aus populistischen Gründen, um Leute zu überzeugen, dass sie ihn wählen sollen. Und bei Nixon ist das Schöne Nixon hat seine ganzen Gespräche, seine ganzen Beratungsgespräche im Oval Office alle selber ausgezeichnet, um später seine Memoiren zu schreiben, und musste dann diese Tapes später alle aufgeben.

                                                                        Und die sind jetzt alle archiviert. Und man kann sich jetzt als Historikerin alle anhören ist total spannend, weil man normalerweise eben diesen ungeschönten Blick auf die tatsächlichen Motivationen normalerweise nicht hat. Und bei Nixon hat man die und deswegen kann man da ganz klar sehen Nixon wollte niemandem helfen, sondern nur sich selbst. Dem war alles im Vordergrund. Der hat zwar schon irgendwie hatte er den tiefen Glaubenssatz, kam auch aus einer protestantischen Familie.

                                                                        Er hatte schon den tiefen Glaubenssatz, dass das Drogen und Rausch irgendwie böse sind. Aber der hat jetzt nicht das Gefühl, ich rette mal die Welt, sondern er hat eben gesagt das funktioniert. Und dann hat er eben den War on Drugs vom Zaun gebrochen und wirklich wahnsinnig Ressourcen investiert, vor allem in das, was wir Supply Control nennen, also in Strafverfolgung, in Polizei, in dem Versuch, die Grenzen dicht zu machen, in internationale Drogenpolitik, also auch Intervention Zonen in anderen Ländern, wo man Felder zerstört und gegen Schmuggel vorgeht und usw, Also all diese Dinge hat er wahnsinnig gepusht, sehr viel Geld reingesteckt und Spoiler in der Art ein Effekt hat es nicht geklappt?

                                                                        Ja, es hat, er hat wirklich. Man kann sagen, mit allem was er hatte auf dieses, auf dieses Problem gefeuert. Und es hat wenn überhaupt dazu geführt, dass die Zahlen noch weiter gestiegen sind. Also man kann überhaupt.

                                                                        Er heftigste mafiöse Strukturen entstanden sind und mittlerweile sind ja fast ganze Länder verloren, sage ich mal, also die nicht mehr in der Demokratie leben, sondern wo einfach Drogenkartelle die Macht übernommen haben.

                                                                        Genau das ist der internationale Aspekt davon. Also es gab vorher eigentlich relativ gut funktionierendes Supply Chain, also Lieferketten, die den amerikanischen Drogenmarkt beliefert haben. Vor allem eine eine wichtige Lieferkette war die Lieferkette von der Türkei über Frankreich nach Amerika kennt man. Als French Connection gibt es auch einen Kinofilm dazu und der Vorteil war, dass in der Türkei der Opiumanbau legal war, also in der Türkei wurde und wird auch bis heute Opium angebaut für die legalen Märkte, also für die Arzneimittel Herstellung.

                                                                        Und von diesen Drogen Bauern, von den Opium Bauern in der Türkei wurde dann eben ein Teil des Opiums nicht an die Pharmafirmen verkauft, sondern an die an die Amerikaner. Und da ist natürlich nicht viel Gewalt in diesem System, sondern das ist einfach. Ist es halt ein illegaler Markt, aber jetzt kein gehaltvoller. Dann haben die Amerikaner aber versucht, eben diese ganzen Lieferketten zu zerschlagen, mit dem Effekt, dass eben dieser Markt sich immer weiter zurückgezogen hat in immer unwägbare Gelände.

                                                                        Also der Gipfel ist dann eben Afghanistan, wo wirklich niemand irgendeine Kontrolle hat über diese Berge. Und das andere, was passiert ist, dass eben die Gewalt immer größer wird und die Katalogisierung stattfindet, So nennt man das, dass halt einfach derjenige, der am besten Korruption kann und der am meisten Gewalt ausübt, ist am Ende derjenige, der den Markt unter Kontrolle bringen kann.

                                                                        Und das ist natürlich ein Anreizsystem. Das ist natürlich wahnsinnig schlimm, weil das führt dazu, dass einfach manche Staaten komplett ausgehöhlt werden von dieser Drogen Ökonomie. Ja, und wir sind ehrlicherweise diejenige, die das finanziert, weil wir natürlich jeden Euro, den wir investieren, in Kokain als Gesellschaft, der fließt direkt in diese, in diese Geldbeutel und resultiert dann in hunderttausenden Toten am anderen Ende der Welt.

                                                                        Ja, natürlich. Aber klar ist auch, dass wenn jetzt Europa sagen würde, wir wir koksen nicht mehr, dann würden die halt versuchen, sich auf Dauer auf dem anderen Ende der Welt irgendwo einen Markt zu suchen. Also es ist halt schon auch ja.

                                                                        Markt suchen ist schwierig, also ich glaube die Antwort wäre nicht, dass man nicht mehr kokst, sondern die Antwort. Also das wäre natürlich toll, wenn man gucken würde, dass man Menschen davor bewahrt, in eine Abhängigkeit zu kommen, denn das ist was Schreckliches. Aber es ist einfach ehrlich gesagt unrealistisch. Man kann. Es ist halt noch keine liberale Gesellschaft gegeben, die da, die es geschafft hat, mit welchen Mitteln auch immer, ihre Leute davon abzuhalten, Drogen zu konsumieren.

                                                                        Und der Schritt wäre meiner Ansicht nach nicht, dass wir jetzt mal versuchen, ob uns nicht doch was einfällt, wie wir das schaffen. Denn die Erfahrung zeigt das einzige, was da funktioniert, ist Terror. Also das funktioniert ja. Autoritäre Systeme, in denen man wirklich erschossen wird, wenn man irgendwas nimmt. Das funktioniert als Abschreckung, aber alles andere, also wenn man einen liberalen Rechtsstaat will, dann wird man damit leben müssen, dass Menschen Drogen konsumieren.

                                                                        Und die meisten tun das ja auch, ohne dass ihr Leben deswegen komplett den Bach runtergeht. Und deswegen wäre sinnvoll meiner Ansicht nach, dass man sagt na ja, wir sehen jetzt mal, wir haben jetzt wirklich Jahrzehnte lang versucht, dieses Problem anders zu lösen. Es hat nicht funktioniert. Wie wär’s denn, wenn wir dem mal Rechnung tragen? Wir gucken uns mal an Welche sind denn die Drogen, die wir wahrscheinlich wirklich einfach nicht loswerden?

                                                                        Und dann machen wir mal einen Fair Trade Markt. Dann sagen wir mal okay, wie können wir denn die Bauern, die das sowieso anbauen, und die Leute, die das sowieso verkaufen, Wie können wir denn das in die Legalität holen, anstatt es eben diesen Drogenkartellen zu überlassen? Denn dann wird plötzlich eine Sache draus, wo Länder im globalen Süden tatsächlich Profit schlagen können aus unseren Konsum Verhältnissen.

                                                                        Ja, und wo wir natürlich, dann kriegen wir auch so Sachen wie Qualitätskontrolle. Ja, dann braucht man kein Druck Checking mehr, wenn man sozusagen eine lief, eine kontrollierte Lieferkette hätte, wo man weiß, was drin ist. Und ich weiß, das ist sehr weit weg von dem, was politisch machbar wäre, aber es wäre rational gar nicht so abwegig.

                                                                        Die Idee schon, aber ich kann mir vorstellen, dass da mittlerweile so starke Strukturen in diesen Mafia Kreisen sind. Und in diesen, in diesem illegalen Handel wurde auch kein Steuern zahlen musste usw dass es da sicher, wenn man mit so einer Idee ankommt und es anfängt, dass es da sicher ordentlich Gegenwind geben wird.

                                                                        Also bei den bei der Mafia.

                                                                        Ja zum Beispiel, da ja.

                                                                        Schon.

                                                                        Schon auch Strukturen gibt, die das aufrechterhalten wollen.

                                                                        Ja klar, aber es also da, das sieht man natürlich nicht als alleine hin, da müsste man schon in die internationale Drogen Ordnung wieder. Na da bin ich jetzt mal Charles Brand und würde auch mal groß denken, aber das ist ja nichts aber die haben ja Erfahrungen damit, was passiert, wenn wir eine Prohibition wieder abschaffen. Es gibt ja die Alkohol Prohibition in den USA, die auch ein Riesengeschäft.

                                                                        Da gab es auch riesengroße Mafiastrukturen, die davon profitiert haben. Und die sind ehrlich gesagt eingegangen, denn habe ich ja auch schon gesagt, ein großer Teil dieser der macht dieser Leute besteht ja im Geld und wenn man ihnen einfach das Geld nicht mehr gibt, ja, wenn die Leute ihr Kokain Geld nicht mehr ihrem Dealer geben, sondern in der Apotheke ausgeben.

                                                                        Jetzt mal ganz wie so ein Visionär gesprochen, dann haben die einfach diese Macht nicht mehr. Dann können die in ihrem Zimmer sitzen und weinen, aber dann haben die einfach nicht die Möglichkeit das durchzusetzen. Und also so, so eine Prohibition rückgängig zu machen und wieder ins Licht zu holen und einfach einen legalen Markt aufzubauen, das ist nicht unmöglich. Und dann muss man auch dazu sagen die Konsumierenden stehen auch nicht auf den Schwarzmarkt.

                                                                        Ich meine, das wissen Leute, die Hacking machen. Ja, aber das sehen wir auch. Zum Beispiel Vielleicht erinnert sich noch jemand dran, wie man vor ein paar Jahren alles, was man im Internet angucken wollte, illegal streamen musste. Und sobald es die Möglichkeit gab, dafür Geld zu bezahlen, haben sich alle gefreut und haben es gemacht und niemand hat Bock darauf.

                                                                        Das heißt, die meisten Leute wollen eigentlich gerne raus aus diesem Schwarzmarkt und raus aus den Gefahren, die damit verbunden sind und sind auch bereit, dafür Geld zu bezahlen. Plus Prohibition ist ja nicht billig, also das führt ja nicht dazu, sondern im Gegenteil, je schlimmer was verboten ist, desto mehr steigt der Preis und die Marge, die die Organisationen machen.

                                                                        Und das ist ja, was man jetzt schon sieht bei Cannabis in Deutschland, dass dadurch, dass eben jetzt da eine Konkurrenz entstanden ist, die Preise runtergehen und sich das sozusagen dafür für die illegalen Unternehmer nicht mehr so sehr lohnt. Und das heißt, jede Art von Legalisierung ist eine echte Konkurrenz für die illegalen Unternehmer.

                                                                        Jetzt hattest du gesagt, 1920 ungefähr wurde Cannabis in Deutschland verboten. Wenn ich dir richtig zugehört habe, wurde Cannabis in Deutschland vor diesem Verbot kulturell genutzt?

                                                                        Ja, es gab durchaus ein bisschen Cannabiskonsum. Es war kein. Es war nicht als Problem wahrgenommen, das ist ganz klar. Es gab im 19. Jahrhundert diesen Club der 80er in Paris. Diese Poeten kennt man vielleicht, die da so ein bisschen Cannabis nehmen und so auf der Ebene der Avantgarde, die irgendwie irgendwelche Künstlerinnen, die sich denken Oh, also vor allem Künstler leider, die sich denken Oh, ich versuch’s mal, was da passiert.

                                                                        So, das gab es schon, aber es gab es einfach nicht als Massenphänomen. Also das ist das gleiche wie beim Morphium. Morphium gibt es auch ein paar, es gibt immer ein paar Ärztinnen oder in der Zeit leider noch nur Ärzte, die den Schrank, also nur die Schlüssel zum Medizinschrank haben und auch benutzen. Das heißt, es gibt da so kleine Gruppen, aber das ist, das ist nicht in den Hunderttausenden und auch nicht in den Zehntausenden, sondern eher so in 10000, also von der Größenordnung her.

                                                                        Und das schwankt dann so ein bisschen. Also nach dem Krieg gibt es dann mal ein bisschen mehr Morphin Listen, also zum Beispiel nach dem Ersten Weltkrieg steigt das Problem natürlich an, aber es gibt eben das ist das Wichtige in Deutschland, also sowohl in der BRD als auch in der DDR, kein Drogenproblem, wie wir das heute kennen. Bis in die 60er 70er Jahre hinein.

                                                                        Also da ist es, fängt das eigentlich erst in den 70er oder so richtig erst an in den 80er Jahren, dass in der Bundesrepublik man das Problem bekommt zu sagen okay, und unsere Gesellschaft wird den Bach runtergehen, weil jetzt plötzlich alle anfangen, Drogen zu nehmen.

                                                                        Ja, der Film Christiane F. Zweier Kinder vom Bahnhof Zoo war da ja sicher erwähnenswert, weil da auf einmal die Gesellschaft wachgerüttelt wurde und gemerkt hat was Da gibt es 14-jährige die Heroin nehmen.

                                                                        Genau, und das ist eins der eins der Bücher, die am meisten Schaden angerichtet haben, würde ich sagen in unserer Drogenpolitik. Dieser Christiane F. Film ist ja ursprünglich ein Buch gewesen, also Christiane F. Ist dieses Mädchen, das dann als junge Frau irgendwie zwei Glaube Stern Reporter waren’s, denen sie da ihre Geschichte erzählt und? Die haben dann ein Buch draus gemacht, und es ist ein wahnsinniger Bestseller geworden und dann 500 Mal verfilmt worden.

                                                                        Und dann ist sie noch 1000 Talkshows gewesen und so, und das passiert Ende der 80er Jahre, als es eben zum Ersten Mal in Deutschland auch so nennt sich so eine Subkultur gebildet hat. In den großen Städten, die aus diesem, äh, hassen leben besteht im Prinzip also eine Subkultur von Menschen, die Full Time Konsum betreiben, die wirklich ihr ganzes Leben um diesen Konsum herum organisieren und die ja vor allem und das ist das Wichtige, die ja einfach keine Hilfe bekommen, sondern die komplett dafür selber verantwortlich gemacht werden, die kriminalisiert werden und die es gibt zwar schon so was wie Entzugs, Kliniken und Programme, aber es gibt halt eigentlich noch keine wirklich funktionierende Therapieform.

                                                                        Es gibt auch gar keine Offenheit dafür, dass man diesen Menschen überhaupt helfen will, sondern man will vor allem in erster Linie die Gesellschaft denen schützen und die irgendwie aus dem Verkehr ziehen. Und das ist wahnsinnig. Es bricht einem das Herz, wenn man diese Quellen liest. Also wenn man da diese Spiegelartikel aus dieser Zeit über Menschen, die an einer Überdosis gestorben sind und dann werden die einfach komplett entmenschlicht und gar nicht als Opfer wahrgenommen, sondern eigentlich als Täter, obwohl sie komplett kaputt gemacht worden sind von der Prohibition und der Ausgrenzung.

                                                                        Das ist wirklich schrecklich. Und da hat eben dieses diese Geschichte von von Christiane F. Eine ganz, ganz wichtige Bedeutung gehabt. Denn Christiane F. Das, was vereint ja alle Ängste, die man haben kann, als Mutter in sich. Na, das ist ein unschuldiges Mädchen. Das hätte schon nicht funktioniert, wenn es ein Junge gewesen wäre. Aber es ist ein Mädchen, und die rutscht ab.

                                                                        Also genau in dem Alter, wo man ja sinnvollerweise irgendwann mal die Kontrolle über seine Kinder verliert, nämlich mit ungefähr 13 Jahren, rutscht die komplett ab und macht eine sogenannte Drogenkarriere und verliert komplett die Kontrolle und geht dann eben auf den Strich. Also das heißt sozusagen die absolute Horrorvorstellung von ihrer Mutter. Und die Geschichte wird ja so erzählt, dass sozusagen, dass das so eine Art von Eigendynamik ist, wo man gar keinen Einfluss darauf nehmen kann, Also die Mutter nicht, aber auch das Kind nicht, sondern sozusagen diese Droge, also vor allem eben Heroin steht da im Vordergrund, wird wahrgenommen als etwas, das einen sozusagen reinzieht, ohne dass man irgendeinen Einfluss darauf hat.

                                                                        Und das Mag so gewesen sein für diese eine Frau. Ja, das Mag sich so angefühlt haben und ich will das überhaupt nicht kleinreden, dass es natürlich Biografien gibt, in denen so eine Dynamik entsteht. Aber es sah ebenso aus wie okay, wir müssen dafür sorgen, dass niemand jemals auch nur eine Berührung mit irgendwas hat. Dann geht es noch los mit der Einstiegsdroge.

                                                                        Das heißt, diese Linie wird von Heroin bis zu Cannabis weiter verlängert und sobald jemand irgendwie eingestiegen ist, dann kommt dieser ab. Dieses Abrutschen, diese schiefe Bahn und diese Karriere, über die man keine Kontrolle hat. Und das entspricht sozusagen überhaupt nicht den empirischen Erfahrungen.

                                                                        Und dieser Gedanke ist ja immer noch in der Gesellschaft teilweise vertreten. Oder auch, dass das nur was mit Willen zu tun hat, nicht mehr zu konsumieren. Und das ist wirklich, wirklich sehr spannend. Die ganzen Sachen, die du jetzt hier anbringst, die, die sehe ich teilweise auch noch heute so in der Beratung und auch in Gesprächen mit Angehörigen oder mit mit auch ein bisschen älteren Personen, die sich Sorgen machen und die das auch nicht verstehen können, wie in welcher Lebenswelt sich Personen, die konsumieren befinden.

                                                                        Und das ist auch irgendwie so eine Abgrenzung gibt zwischen Ja, es gibt auch Leute, die das wirklich nur zum Spaß machen und es auch dann wieder bleiben lassen und ganz normal ihrem Job nachgehen. Und so weiter. Ich wollte jetzt noch mal ganz kurz auf Deutschland noch mal zu sprechen. Kommt es, dass wir da so ein bisschen den Bogen spannen?

                                                                        Cannabis wurde ja jetzt teilweise legalisiert, nachdem es davor ja also bestimmt 100 Jahre lang verboten war. Und gibt es da schon? Gibt es da ähnliche Beispiele, dass irgendwie eine Substanz verboten wurde und dann eine gewisse Zeit später dann doch wieder, also entkriminalisiert wurde oder einfach wieder anders reguliert wurde? Also gibt es, gibt es. Also ich find es schon.

                                                                        Das Paradebeispiel wäre Alkohol in der Ukraine.

                                                                        Also wie in Deutschland, so dass Alkohol verboten war und dann wieder freigegeben wurde.

                                                                        Nee, in Deutschland nicht. Das ist eine amerikanische Sache, denn die Amerikaner haben Alkohol verboten und andere sind eben damit übel auf die Nase gefallen. Das hat überhaupt nicht funktioniert und dann haben sie eben das wieder aufgegeben. An andere Substanzen. Soweit sind wir noch nicht. Nee, also in Deutschland ist das ist Cannabis der erste Schritt. Und deswegen finde ich diesen Wendepunkt auch so wichtig, dass man sozusagen bisher war der Weg andersrum.

                                                                        Also wenn man, wenn man Leuten vom BKA zuhört, die darüber reden, wie man so mit neuen illegalen Substanzen umgehen muss, dann hat kennt das immer eine Richtung. Also es wird immer so schnell wie möglich alles mögliche verboten und die Polizei kommt ja gar nicht hinterher bei der da, weil die so schnell, so leichtsinnig, so eine chemische Zusammensetzung wieder ändern lässt.

                                                                        Aber das heißt, dass es wie so ein Fliegen Papier, dass immer mehr fliegen, also immer mehr Drogen sozusagen anlockt. Und wenn die einmal kleben, dann sind die da dran. Hängt auch damit zusammen, dass dieser Mechanismus eben nicht dafür gedacht ist, dass man die Sachen noch mal wieder anguckt, sondern es gibt eben international auch einen Mechanismus, um die Substanzen auf diese Liste drauf zu kriegen.

                                                                        Aber es gibt jetzt nicht ein Gremium, das alle paar Jahre sich hinsetzt, mal guckt, ob das alles eigentlich noch aktuell ist oder ob man auch mal wieder was unternehmen könnte.

                                                                        Und es ist aus deiner Perspektive denkbar, dass sich das auch auf andere Substanzen in Deutschland jetzt abfärbt, so wie das mit Cannabis läuft. Also man sieht ja zum Beispiel LSD, Psychedelika, teilweise MDMA sind so Geschichten, die auch schon sag ich mal medizinischer Nutzen nachgewiesen, nachgewiesen oder nachgesagt wird und wo sich das Ganze so ein bisschen aufbricht. In der Schweiz gibt es Ketamin, Nasenspray gegen Depressionen.

                                                                        Und so weiter. Ist ja auch ne Party Droge, aber auch ein medizinisches Mittel. Also glaubst in Deutschland könnte das auch irgendwie sich so entwickeln?

                                                                        Ja, das glaube ich. Aber ich bin immer optimistischer als andere. Ich glaube, dass es gerade in diesem, also in diesem Bereich, dem therapeutischen Nutzen von psychedelischen Substanzen da ist auf jeden Fall total Bewegung drinnen. Und da ist ja auch die wissenschaftliche Evidenz immer klarer, dass sich das unter Kontrolle bringen lässt auf eine Art, und da gibt es ja auch jetzt schon in den USA und in anderen Ländern und in der Schweiz.

                                                                        Und auch in Deutschland gibt es ja da Vorläufer, Experimente, die das, also Pilotprojekte, die das erproben und erforschen, und die zeigen ja da, wenn man die Abwägung macht zwischen dem Nutzen und den potenziellen Gefahren, dann ist das auf jeden Fall eine Sache, die sich lohnt. Und ich glaube, dass es da jetzt im Moment sind. Die Leute, die da schon pushen, vielleicht so ein bisschen stiller geworden, weil jetzt gerade der Backlash läuft.

                                                                        Also so würde ich das einordnen. Wir sind jetzt gerade mit dieser, mit der seit der Wahl oder seit dem Wahlkampf in einer Phase, wo wir sozusagen die Aufbruchsstimmung der Ampelkoalition jetzt eher mal so ein bisschen wieder als Gesellschaft kritisch hinterfragen, wo viele Leute sagen Siehst du, das hat überhaupt nicht funktioniert. Und gleichzeitig sieht man ja dann, es wird auch heißer gekocht als gegessen.

                                                                        Also irgendwie waren da am Anfang die Stimmen ganz laut und es gab ganz viel Empörung. Und jetzt im Koalitionsvertrag ist ja zum Beispiel gar nicht mehr geplant, dieses Cannabis Gesetz wieder zurückzunehmen und ich würde mal vermuten, dass das bleibt. Also ich glaube nicht, dass sie das jetzt im Herbst zurücknehmen und ich glaube, dass sozusagen dieser Gewöhnungseffekt schon läuft.

                                                                        Das Gute ist, dass wir gerade nicht so viel drüber reden. Wir reden jetzt gerade über andere Sachen, wir reden über Trump. Wir haben im Wahlkampf schrecklicher Weise ganz viel über Migranten geredet, über Migrantinnen, aber eben zum Glück nicht über Drogen. Es hätte auch passieren können und da hat sozusagen die Drogen Legalisierung hat Glück gehabt, was das jetzt nicht das die Kuh war, die durchs Dorf getrieben wurde.

                                                                        Und ich glaube das ist es gibt ja so Konjunkturen, es gibt einfach Momente, in denen das, in denen da so eine Aufbruchsstimmung plötzlich da ist. Und dann gibt es wieder Momente, wo wieder Angst kommt. Und da muss man jetzt mal kurz ein bisschen Geduld haben, denn diese Angst ist ja berechtigt. Also wir haben ja gerade von Christiane erst gesprochen und den Leuten, die das noch im Kopf haben.

                                                                        Und das ist ja nicht zufällig so, weil die Leute Blödsinn, sondern den wurde das jetzt seit Jahrzehnten in den Kopf geballert. In jedem blöden Krimi, in jedem blöden Zeitungsartikel.

                                                                        Immer dieses Narrativ zu bringen, das Böse und die Drogen. Und ja.

                                                                        Und diese Angst, ja, die kriegt man, wenn man die mal 30 Jahre in die Köpfe rein gehämmert hat. Kriegt man die dann nicht über den 1. April wieder aus den Köpfen raus, sondern die Leute müssen jetzt ein bisschen Zeit haben, dass sie das die Erfahrung machen, dass sich gar nichts verändert durch die Legalisierung an der Gesellschaft. Ja, das ist einfach den Konsum nicht verändert und dass es den Konsum aber sicherer macht.

                                                                        Und dann kann so eine so ein bisschen, so eine Entspannung eintreten. Und das würde ich sagen, ist auch die mittelfristige Prognose. Ich würde glauben, dass sich da, dass die Evidenz sich sehr langsam, aber doch stetig durchsetzt und dass eben doch inzwischen alle einig sind, dass der War on Drugs, so wie er geführt wurde, nicht funktioniert, der bringt einfach nichts.

                                                                        Der, der schützt niemanden und der führt nicht dazu, dass irgendjemand keine Drogen nimmt. Und das ist rational. So eindeutig, dass es ja auch kaum Expertinnen auf dem Feld gibt, die das irgendwie anders sehen. Es gibt eigentlich niemanden, der da praktisch oder wissenschaftlich mit befasst ist, der sagen würde Ja, Prohibition ist die einzige Lösung. Gibt es nicht und ich glaube schon.

                                                                        In Lauf der nächsten Jahre oder Jahrzehnte wird sich das langsam durchsetzen. Und vielleicht gibt es dann irgendwann so ein Moment, wo man denkt so, hey, was sind Sie und warum hat man das noch mal so gemacht? Also muss dann wirklich fast so geräuschlos implodiert.

                                                                        Na schön, war ja auch, wenn diese verschiedenen Säulen, die es so gibt, also die Repression, die Schadens Minimierung der die medizinische Hilfe von Abhängigen, dann die Prävention und auch so die die staatliche Kontrolle. Und so weiter. Wenn das alles so einen gleichen Stellenwert hätte. Aber diese Repression ist ja wirklich das, was wirklich ganz vorne reingestellt wird. Jetzt vielen Dank.

                                                                        Ich muss jetzt langsam zu einem Ende kommen, Es ist superspannend, wir haben total viele Sachen schon geklärt und ich bin wirklich war sehr aufschlussreich. Vielen Dank für die Informationen.

                                                                        Ja, total.

                                                                        Ja, also diese Auseinandersetzung mit diesen historischen Zusammenhängen, die lassen mir auf jeden Fall vieles in einem klareren Licht erscheinen, womit wir es heute einfach auch zu tun haben und geben auch ein bisschen Argumente für Gespräche finde ich also wirklich, wirklich super. Was möchtest du denn jetzt? Möchtest du noch etwas ergänzen, was dir wichtig ist zu sagen? Und was möchtest du unseren Hörerinnen und Hörern abschließend mit auf den Weg geben?

                                                                        Ja, also ich kann total dazu ermuntern, in diese Gespräche reinzugehen. Das kann manchmal ein bisschen Überwindung kosten, wenn man auf jemanden trifft, der oder die damit so nah mit so einer überkommenen Wahrheit daherkommt. Aber ich kann einladen Die allermeisten Leute, die sozusagen gegen Drogen sind, böse halt, lass die Finger davon. Die allermeisten Leute, die das sagen, haben wirklich keine Ahnung.

                                                                        Die haben meistens keinen lebensweltlichen Bezug dazu. Und es lohnt sich mega, da in die Gespräche reinzugehen. Ich geb mir auf Instagram Mühe, das auch so ein bisschen handlich, also habe ich auf jeden Fall vor, da diese Argumente noch mal so ein bisschen handlicher zur Verfügung zu stellen, dass man wirklich so ein bisschen das Gefühl hat so yeah, okay, wenn das jemand sagt, dann sage ich beim nächsten Mal das und das.

                                                                        Ja, das kann ich anbieten. Ansonsten habe ich schon öfter gehört, dass Leute mein Buch verschenken. Tatsächlich an Eltern, an Lehrer, an Leute, wo man so merkt okay, ich würde eigentlich dieses Gespräch gerne mal führen. Ich würde zum Beispiel eigentlich meiner Mutter gerne mal erzählen, dass ich eigentlich seit 20 Jahren kiffe, aber irgendwie traue ich mich nicht. Und da ist mein Buch manchmal so ein bisschen als Eis Breaker ganz gut, weil dann kommt auf einmal die Mutter und sagt Ja, aber wusstest du eigentlich, dass das alles gar nicht so schlimm ist, wie ich immer gedacht hat?

                                                                        Eine schöne Grundlage, über die man sprechen kann.

                                                                        Und dann hat man das so ein bisschen ausgelagert und dann muss man nicht immer derjenige sein, der die Argumente bringt, sondern kann das sozusagen mir überlassen und dem Buch und hat so ein bisschen das kann ich, das kann ich empfehlen und ansonsten Geduld haben. Hoffnung haben, sich um sich kümmern, gut gucken, dass man eben nicht sich verletzt und in Gefahr bringt mit dem eigenen Konsum.

                                                                        Dass man es immer wieder reflektiert. Wo stehe ich grad? Wo kann ich mir Hilfe holen? Immer wieder sich fragen Brauche ich eigentlich grad Hilfe und dann auch die annehmen? Das ist glaube ich, einer der größten Hemmnisse dafür, dass Leute irgendwie sich nicht trauen, sich Hilfe zu holen. Und ja, danke, danke an alle, die diese Hilfe zur Verfügung stellen.

                                                                        Kommt da gerne auf uns zu. Wir sind ja gut vernetzt und können nach individuellen Bedürfnissen oder auch Problemlagen da auf jeden Fall beratend unterstützen, wo man sich dann hin wendet. Genau. Ja, vielen Dank Helena für das tolle Gespräch. War wirklich sehr toll. Ich bin happy.

                                                                        Ja cool. Freut mich auch total.

                                                                        Dann wir leben weiter geht’s mit den Infos vom Infostand nach einer kurzen Pause und bleib.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

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                                                                        Willkommen zurück zu den Infos vom Infostand. Nun habe ich unseren ehrenamtlichen Pier Marco zu Gast. Hallo Marco, Grüße Ich.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Schön, dass du da bist und dir Zeit genommen hast in mein Büro und dass du auch dich in diesem Podcast verewigt. Freut mich sehr. Du bist fleißig bei uns aktiv, Du gehst gerne auf Veranstaltungen, machst Care Arbeit und begleitest dort Menschen mit negativen Trip Erlebnissen. Und außerdem bist du Krankenpfleger für Psychiatrie. Genau. Und ja, heute sprechen wir darüber, warum Benzodiazepine als Selbstmedikation?

                                                                        Ja, quasi als Trieb Killer Fraglich. Und wir haben auch Risiko ärmere Alternativen dabei. Danke, dass du dich da eingelesen hast und dein Wissen teilst. Wenn ihr auch noch Infos dazu habt oder so, schreibt uns gerne genau. Warum betrachten wir denn allgemein diesen Trend, dass Menschen Menschen einfach um Ängste zu unterdrücken oder besser mit Trieb Erlebnissen oder so klar zu kommen?

                                                                        Warum betrachten wir es als kritisch?

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Und bei dem Xanax ist es ja so, dass es in Deutschland gar nicht verschrieben wird, sondern es gibt es eigentlich nur über den Schwarzmarkt. Und da sind dann auch Stoffe drin, die eigentlich vielleicht gar noch gar nicht so gut erforscht sind wie floral Porzellan oder so was. Und wir haben Schwarzmarkt mit keinerlei Qualitätskontrollen und es gibt einfach auch extrem viele Präparate und Dosierungen und es gibt diese.

                                                                        Und so weiter.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

                                                                        Da kann es zu Depressionen kommen oder wirklich? Im Ernstfall kann das auch zum Tod führen.

                                                                        Und extreme Enthemmung. Und so weiter. Und man weiß auch nie genau, was die Leute da vorher auch konsumiert haben. Ja genau, und der Visiten das so auf Veranstaltungen aus. Wie sieht da so die Praxis aus, wenn da so Benzos genommen werden?

                                                                        Disclaimer

                                                                        Also ja, in Onlineforen oder auch in Telegramm gucken, da gibt es so unterschiedliche Dosierung Empfehlungen, die jetzt auch weit eigentlich darüber liegen, was medizinisch oder ärztlich vertretbar ist. Also da wird auch teilweise davon gesprochen Quit vier Pin, was auch als Seroquel bekannt ist, auf 600 Milligramm zu dosieren. Das ist schon eine sehr starke. sedierende Dosis oder auch vier Milligramm, aber zu lahm, das kann schon zu Kreislaufproblemen führen.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Und jede Person verträgt ja auch so ein Bett so anders.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Also des wann werden jetzt so eine Medikamenten Gabe bei so einem negativen Trip wirklich unausweichlich? Was würdest du da sagen?

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

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                                                                        Und wie äußert sich jetzt so ein negativer Tripp? Also du hast ja schon so ein paar Sachen angesprochen, aber das geht ja schon früher los, sag ich mal!

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Hat und auch, dass es wieder weggeht, oder?

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

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                                                                        Also wir raten strikt von so einer Selbstmedikation ab. Das muss begleitet werden. Und was tut man denn statt einer Selbstmedikation.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

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                                                                        Genau. Also nix auf Festivals einfach nur nehmen, weil es gerade da ist oder weil es jemand am Start hat, sondern wirklich gut reflektieren, ob das jetzt gerade passt und ob man auch überhaupt weiß, wie viel da drin ist. Und. Wir sagen ja solche Sachen. Also Benzodiazepine sollen nur von medizinischem Fachpersonal gegeben werden. Warum?

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

                                                                        Ein wichtiger Hinweis für Veranstaltungen oder auch im privaten Setting. Wenn der Rettungsdienst gerufen wird, dann auf keinen Fall am Telefon bereits mitteilen, dass es irgendetwas Drogen induziert ist, weil die Leitstellen in der Regel in solchen Fällen, wenn sie darüber informiert werden, auch die Polizei mit informieren, und die kommt dann mit und die kann in dem Moment niemand gebrauchen.

                                                                        Disclaimer

                                                                        Vor Ort, wenn der Rettungsdienst vor Ort ist, kann ich ganz offen darüber reden, was habe ich konsumiert? Da ist es auch wichtig, das offen zu zu kommunizieren. Da greift auch die Schweigepflicht mit dem entweder bei der Ärztin, beim Arzt oder auch beim Rettungsdienst und. Ja, also danke, ganz wichtig. Super!

                                                                        Wie kann ich denn jetzt einer Person helfen, wenn die einen akuten schlechten Trip hat und irgendwie Ängste kriegt usw Was kann ich denn tun, anstatt Medikamente zu geben?

                                                                        Disclaimer

                                                                        Also das wichtigste ist erst mal da sein für die Person, mal auch nur aus Strahlen. Sicherheit, sich dessen selber auch bewusst sein. Das ist ein vorübergehender Zustand. Wenn ich jetzt auch sehe, die Vitalzeichen sind in Ordnung, das heißt Atmung, Puls, dann ist das schon mal, also wenn das vorhanden ist, dann ist es schon mal die halbe Miete. Die Person nicht alleinlassen, einfach das Gefühl von Sicherheit geben, nur das machen, was auch diese Person.

                                                                        Disclaimer

                                                                        Also also nur alles im Konsens auch machen. Also wenn es auch um Berührungen geht, die Person nur berühren, wenn wenn sie das möchte und wenn man ihr das auch vorher mit ihr abgesprochen hat. Sich zurückziehen an einerseits warmen Ort erklären, auch was passiert, wo wir gerade sind. Und ich denke auch, was vielen hilft, ist in dem Betroffenen zu erklären, das geht vorbei.

                                                                        Disclaimer

                                                                        Das ist jetzt dieser Zustand und das ist auch in den meisten Fällen so, dass diese Zustände vorbeigehen, diese Geschichten von auf dem Trip hängenbleiben und so das gibt, das kann passieren, aber das ist nicht die Regel. Also das sind, sage ich jetzt mal, Einzelfälle und und halt eben auch so kleine Dinge eben neben der Abschirmung vielleicht einfach nur Wasser oder Tee anbieten und Orientierung geben.

                                                                        Danke. Okay, dann haben wir schon einige Informationen gesammelt. Was kann man denn jetzt persönlich für sich tun, wenn man so ein Erlebnis hatte und das durchgestanden hat, um das irgendwie für sich selber zu sorgen, um das bestmöglich zu verarbeiten und auch so zu verarbeiten, dass man da nicht nachhaltig irgendwie ein Trauma von trägt, wie ja.

                                                                        Disclaimer

                                                                        Also ich glaube, das Wichtigste ist es, es nicht zu verdrängen, auch wenn dieser Zustand unangenehm ist oder war. Er ist ein Teil der Erfahrung und ist verdient und verdient es auch betrachtet zu werden. Man kann mit vertrauenswürdigen Menschen sprechen, mit Freundinnen, Freunden, begleitenden Personen oder auch professionell professionelle Stellen aufsuchen, Drogenberatung oder Psychologinnen, Psychologen. Man sollte das auch reflektieren, was man erlebt hat.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Danke. Was magst du denn abschließend den Hörerinnen mit auf den Weg geben?

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

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                                                                        Disclaimer

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                                                                        Danke. Super.

                                                                        Disclaimer

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                                                                        Ich pack euch noch ein paar weiterführende Links in die Shownotes und wir machen auf jeden Fall weiter mit dem Podcast. Die nächste Folge ist schon in Planung und wird auch wieder super spannend. Lasst gerne ein Like, da gefällt uns weiter und danke fürs Zuhören. Danke Marco, Tschüss!

                                                                        Disclaimer

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                                                                          Wichtiger Hinweis:

                                                                          Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.

                                                                          Der Beitrag Geschichte des Drogenverbots – Interview mit Helena Barop – sauberdrauf Folge 20 – der Mindzone-Podcast erschien zuerst auf sauber drauf! mindzone.info.

                                                                          1 hr 21 min
                                                                        • Essstörungen – Interview mit Sabine Dohme von ANAD – sauberdrauf Folge 19 – der Mindzone-Podcast
                                                                          Essstörungen – Ein Interview mit Sabine Dohme (ANAD München)

                                                                          In der 19. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ ist Sabine Dohme (Beraterin bei ANAD Versorgungszentrum Essstörungen in München) zu Gast. Nach einer kurzen Vorstellung von Sabine und der ANAD-Einrichtung bekommt Ihr umfassende Informationen rund ums Thema Essstörungen.

                                                                          Sabine ist pädagogische Fachkraft und Mediengestalterin. Sie ist verantwortlich für das Projekt „ANAD – digitales Streetwork“ und die Öffentlichkeitsarbeit beim ANAD Versorgungszentrum Essstörungen des AWO Bezirksverband OBB. e.V.. ANAD ist in München eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Essstörungen und deren Angehörige: https://www.anad.de

                                                                          • Mail-Kontakt: [email protected]
                                                                          • Onlineberatung: https://anad.assisto.online/
                                                                          • Instagram: https://www.instagram.com/essstoerungen.anad/?hl=de
                                                                          • Das Podcast-Gespräch behandelt nachfolgende Themen:

                                                                            • Definition von Essstörungen und Einbezug des Umfelds Betroffener
                                                                            • Besser früh als spät Hilfe in Anspruch nehmen
                                                                            • Das multiprofessionelle Team von ANAD
                                                                            • Die Angebote von ANAD und das Erstgespräch
                                                                            • Basiswissen zu folgenden Ausprägungen von Essstörungen. Die Übergänge zwischen den Erkrankungen können fließend sein und jede Essstörung ist individuell zu betrachten:

                                                                              • Magersucht (Anorexia nervosa)
                                                                              • Bulimie (Bulimia nervosa)
                                                                              • Ess-Attacken mit Kontrollverlust (Binge-Eating-Störung)
                                                                              • Übergewicht (Adipositas)
                                                                              • Orthorexie
                                                                              • Social Media und Essstörungen:

                                                                                • Gesellschaftliche Bewertung und Definition von „Schönheit“ auf Social-Media-Kanälen
                                                                                • Verantwortung und Einfluss von Influencer*innen
                                                                                • Influencer als Teil einer gewinnorientierten Marketingstrategie
                                                                                • Essstörungen und Drogen:

                                                                                  • Beispiele aus der Geschichte
                                                                                  • Korrelation von Essstörungen und Substanzkonsum
                                                                                  • Verschiedenes:

                                                                                    • https://www.kkh.de/presse/pressemeldungen/beautypolizei
                                                                                    • Die Abnehmspritze Ozempic
                                                                                    • Essstörungen und Zwangsbehandlung
                                                                                    • Hilfsangebote und weiterführende Infos:

                                                                                      • https://www.bzga-essstoerungen.de
                                                                                      • https://www.anad.de/startseite/
                                                                                      • http://www.therapienetz-essstoerung.de/
                                                                                      • https://www.caritas-essstoerungen-muenchen.de/de
                                                                                      • https://www.cinderella-beratung.de
                                                                                      • https://mindzone.info/gesundheit/ernaehrung/
                                                                                      • https://www.nummergegenkummer.de/
                                                                                      • https://die-arche.de/
                                                                                      • Infos vom Infostand rund ums Thema „Konsummotive mit Bezug zum Nachtleben und Reflexionsstrategien

                                                                                        Generell raten wir vom Substanzkonsum ab! Die folgenden Infos sind zur Risikoreduktion beim Konsum von illegalen Substanzen gedacht. Wir stehen für einen reflektierten Substanzgebrauch, Safer-Use und Harm-Reduction. Ein risikoarmer Konsum sollte immer im Vordergrund stehen.

                                                                                        In unserer aktuellen Folge berichtet unsere Ehrenamtliche Laura über Konsummotive aus dem Nachtleben und vermittelt hilfreiche Reflexionsstrategien speziell für Nightlife-Worker:innen.

                                                                                        • Beobachtungen zum Konsum von Angestellten und Freiwilligen im Nachtleben
                                                                                        • Gruppendynamische Aspekte in Bezug auf Konsum
                                                                                        • Mögliche psychische, physische und soziale Konsumfolgen
                                                                                        • Problematisch zu bewertende Konsummotive
                                                                                        • Passende Reflexionsfragen
                                                                                        • Selbsthilfemöglichkeiten bei Kontrollverlust über den eigenen Konsum
                                                                                        • Anlaufstellen und Hilfsangebote
                                                                                        • Folgt uns in den Sozialen Medien, um nichts zu verpassen!

                                                                                          • https://www.facebook.com/sauberdrauf
                                                                                          • https://www.instagram.com/projekt.mindzone/
                                                                                          • https://twitter.com/projektmindzone
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                                                                                            Jetzt reinhören via Spotify, iTunes, Amazon Music

                                                                                            Habt Ihr bestimmte Themen-Wünsche, die Euch besonders interessieren? Für Feedback, Fragen und Anregungen schreibt uns gerne unter der Mail-Adresse: [email protected]

                                                                                            Wichtiger Hinweis:

                                                                                            Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.

                                                                                            Das Transcript der Podcast Folge zum lesen

                                                                                            Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dient zur Informationsgewinnung und Weitergabe. Hallo ihr Lieben, herzlich willkommen zu einer neuen Folge des meint so ein Podcast sauber drauf. Euch erwartet wieder eine Stunde Wissenswertes zu Party, Drogen und Konsum. Heute haben wir Sabine von Anat zu Besuch. Hallo Sabine, schön, dass du da bist.

                                                                                            Hallo Patrick, vielen Dank für die Einladung. Toll. Danke, dass du dir Zeit nimmst und deine wertvolle Expertise hier einfließen lässt, dein Projekt erklärst und vielleicht möchte ich am Anfang noch kurz eine Triggerwarnung aussprechen. Wir sprechen heute über Essstörungen und die Folgen. Und das kann doch auch belastend sein. Und bitte achtet auf euch! Stoppt lieber, wenn es euch zu viel wird.

                                                                                            Oder sprecht mit jemandem über das, was ihr gehört habt. Sonst meldet euch auch immer gerne bei uns. In der zweiten Hälfte des Podcast wird eine ehrenamtliche Person von uns ein weiteres Thema beleuchten. Es wird also super spannend und informativ. Bleibt dran, empfehlt den Podcast weiter und lasst gerne auf Spotify, Apple Music und sonst wo ein leichter Wenn euch das ganze gefällt.

                                                                                            Nun zu dir zurück, Sabine Du bist pädagogische Fachkraft und Mediengestalter und bist verantwortlich für das Projekt Anna und das digitale Streetworker, über das wir uns auch kennengelernt haben. Du bist verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei dem Versorgungs Zentrum für Essstörungen der Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Oberbayern. Ja, wir bemühen uns heute ganz kompliziert. Genau. Jetzt ist aber alles gesagt. Wo du angehöre, wo du eingegliedert bist.

                                                                                            Du bist schon lange bei dem Projekt dabei und wir haben uns eben durch das digitale Streetworker kennengelernt, was auch ein super spannendes Feld ist. Was machst du beim digitalen Streetworker? Genau? Na ja, beim digitalen Streetworker ist eigentlich ähnlich zu sehen wie das herkömmliche Streetworker, das man kennt aus von der Straße. Der Unterschied ist, dass ich mich in den im sozialen Raum, also in den digitalen Medien rum tummelt, mich da umschaue und was auch ganz, ganz essenziell ist.

                                                                                            Ich biete dort meine Beratung an oder ich biete dort meine Hilfe und Unterstützung an in Form von Beratung. Wir kehren also sozusagen den Beratungstermin Vorgang um. Normalerweise kommen die Betroffenen zu uns in die Beratung, in unsere Online Beratung Anwalt Dialog. Und nun mache ich mich sozusagen in den sozialen Medien auf und spüre Betroffene oder wo Ich denke, da sind vielleicht schon ein bisschen gestörtes Essverhalten auf, um dann meine Hilfe anzubieten.

                                                                                            Aber was ich natürlich auch mache ich bediene ja alle unsere sozialen Medien. Ich informiere über das Thema Essstörungen. Also ein ganz großes Anliegen ist, dass ich gerne im Fokus der Gesellschaft haben möchte, dass es dort ankommt, weil es betrifft eigentlich die ganzen, also sämtliches Geschlecht und vor allen Dingen auch alle Altersgruppen. Danke. Ja, zum Einstieg würde ich gerne einiges über dein Projekt erfahren oder über eure Institutionen.

                                                                                            Was bedeutet denn Anat Anat? Es kommt aus Amerika und ich habe es mir aufgeschrieben, weil ich es auch immer wieder vergesse und komischerweise gar nicht so oft gefragt wird. Also Anat bedeutet Anorexia nervosa, Associate Disorder. Also das ist zurückzuführen erst mal auf die Anorexie und dann die ganzen morbiden Störungen, also begleitende Störungen, weil wir heute wissen, dass sie Essstörungen, also alle Essstörungen, nicht alleine da sind, sondern oft eine begleitende Stimmungsbild haben.

                                                                                            Wie sag ich jetzt mal Angststörung, Borderline, Depression etc.. Ihr definiert euch als Versorgungszentrum. Ihr sitzt an der Hochstraße, Haltestelle Kochstraße und was ist denn da genau euer Auftrag? Also ich muss vielleicht so ein bisschen in die Vergangenheit gehen. Wir sind jetzt seit 40 Jahren unterwegs in puncto Essstörung. Angefangen hat das alles durch eine Dame, Barbara Schindler, die in der Zwischenzeit verstorben ist, deren Sohn was ganz ungewöhnlich ist, der ganz schwere Magersucht hatte.

                                                                                            Und die hat eine Selbsthilfegruppe gegründet und hat dann den Diplompsychologe Andreas Schnebel an seiner Seite, an ihrer Seite gehabt. Also wir haben erst mal eine Selbsthilfegruppe, dann haben wir eine Beratungsstelle und von der Beratungsstelle ging es dann weiter in intensiv therapeutisch Wohngruppen und noch in viele andere Projekte. Da ist zu nennen zum Beispiel unsere Online Beratung Dialog, die kostenfrei und anonym ist.

                                                                                            Und dann eben als neuestes Projekt jetzt seit eineinhalb Jahren, dass digitale Streetworker sehr spannend, das heißt, ihr bietet einfach wirklich breit gefächert für Menschen, die eine Essstörung haben, Angebote an, die die Personen so abholen, dass ihnen auch geholfen werden kann. Die eine Person kann vielleicht durch einfache Tipps im Internet und sich einlesen, einfach eine Verhaltensänderung bewirken und andere brauchen tatsächlich dann eine wirklich eine Wohngruppe, wo sie tagtäglich betreut werden und wo sie aus dieser akuten Phase rauskommen und dann stabilisiert werden oder ihnen geholfen wird, sich zu stabilisieren.

                                                                                            Das ist spannend. Also wir fangen schon viel früher an, weil wir natürlich auch Präventionsarbeit an Schulen machen, auch in Kindergärten. Wir machen Eltern Workshops, wir machen Multiplikatoren, Ausbildung, also wir sind ganz, ganz breit aufgestellt. Spannend, cool. Und eure ganzen Angebote sind kostenlos. Wie wird das finanziert? Na ja, also unsere Beratungsangebote sind kostenlos. Die Wohn angebote werden natürlich und da hängt es von der Altersgruppe ab, in welchem auch in welchem intensiven Setting wir uns bewegen, haben wir verschiedene Kostenträger.

                                                                                            Das sind auf der einen Seite der Bezirk, aber dann ist es das Jugendamt, dann sind es natürlich die Krankenkassen. Und so weiter so, Sonder Projekte wie zum Beispiel das digitale Streetworker sind auch aus besonderen Fördertöpfen. Das weißt du ja auch, weil wir ja zusammen in diesem Projekt arbeiten. Insgesamt sind wir sechs Einrichtungen im Bereich Sucht und wir werden im Moment finanziert und hoffentlich auch weiter finanziert vom Bayerischen Ministerium für Gesundheit und Pflege.

                                                                                            Ja, ja, okay, interessant. Ja, wir werden auch. Unser Projekt wird auch so finanziert. Genau. Du hast von wir geredet. Wie setzt sich denn euer Team zusammen? Der Bund. Also wir haben insgesamt derzeit 68, Nein, wir haben sogar über 70 Mitarbeiterinnen. Da, weil wir natürlich auch wenn wir im Kinder und Jugendbereich sind und von Wohnprojekten sprechen, haben wir natürlich auch eine 365 Tage, 24 Stunden Betreuung.

                                                                                            Also deswegen haben wir auch Kolleginnen und Kollegen, die im Nachtdienst und im Wochenend Dienst arbeiten, hauptsächlich arbeiten bei uns Pädagoginnen und Pädagogen, Ergotherapeuten, Erzieherinnen etc.. Dann haben wir natürlich auch eine Verwaltung da, wo ganz liebe Kolleginnen sind, die so das Herzstück bilden, die also so alles zusammenhalten. Ich glaube, dass das so eine Position in den sozialen Einrichtungen ist, die oft völlig unterschätzt wird.

                                                                                            Und ich kann sie nicht hoch genug loben. Ja, und dann haben wir unseren Projektpartner oder unseren Kooperationspartner Terra Team. Der bietet für uns die Psychotherapie und die Ernährungs Therapie in den Wohngruppen an oder? Spannend. Genau. Ja und? Also wie sieht es denn mit eurer Zielgruppe aus? Welche Personen können sich an euch wenden und habt ihr irgendwie eine Altersgrenze oder genau der?

                                                                                            Also in erster Linie alle unsere Beratungsangebote, also Anhalt Dialog, oder? Ich bin meinem Projekt Digitales Duisburg. Da gibt es keine Altersgruppe, da gibt es auch keine Geschlechts Gruppe, da kann sich jeder bei uns melden. Ganz wichtig ist auch Eltern. Also wenn ich über die Essstörung spreche, muss ich einmal ganz deutlich sagen dürfen wir die Eltern nicht vernachlässigen. Und das ist mir ein ganz, ganz großes Anliegen.

                                                                                            Aber es können auch sich Multiplikatoren melden. Also zum Beispiel eine Lehrerin, die bei einer Schülerin das Gefühl hat, sie stellt es gestörtes Verhalten fest. Und da kann sie sich einfach bei uns bei Anna Dialog melden und mal hören Was kann ich tun? Habt ihr eine Empfehlung? Und dann haben wir natürlich die Wohn Angebote. Da kann ich jetzt mal einfach sagen, die Range geht von zwölf Jahren bis zu circa 55 unser ehemaliger therapeutischer Leiter, der hatte auch eine Patientin, die 85 war.

                                                                                            Also daran sieht man mal wirklich wie das begleitet. Die Essstörung ist permanent da und ist in jeder Altersgruppe da. Das ist ganz, ganz wichtig zu verstehen. Und wir haben insgesamt vier Wohngruppen, die nach Alter und nach Intensität der Behandlung gestaffelt sind. Und welche Therapieformen können da helfen? Na ja, also man sagt dann immer mal die normale Verhaltenstherapie, dann haben wir Gruppentherapie.

                                                                                            Ganz, ganz wichtig ist bei uns die Ernährungs Therapie. Also ich möchte mal sagen, wenn jetzt eine oder mal kurz erklären eine Bewohnerin kommt zu uns hat, wird bei uns aufgenommen, dann bekommt die Pest Bezugspersonen. Also die bekommt eine eigene Pädagogin, die sich um sie kümmert. Die bekommt eine Ernährungs Therapeutin, die sich um sie kümmert und genauso eine Psychotherapeutin.

                                                                                            Natürlich kann das mal durch Urlaub oder Krankheit wechseln, aber im Prinzip hat bei uns jetzt sage ich mal durchschnittlich jede Pädagogin ungefähr fünf Bewohnerinnen. Da ist das spannend. Und bei wie viel Personen, die ihr, die sich an euch wenden, ist denn so eine stationäre Behandlung überhaupt nötig? Also ist es oft. Also ich muss jetzt mal unter Wir sind eine Wohngruppe.

                                                                                            Wenn ich jetzt von der klassischen Behandlungs Kette bei der Essstörung ausgehe, ich möchte es mal an einem Beispiel festhalten. Also du hast jetzt zum Beispiel eine 13-jährige Tochter und merkst, dass die einen sozialen Rückzug hat, dass die mit dem Essen struggle. Und so weiter. Und du besprichst mit deiner Partnerin. Hm, kann da sein, dass da irgendwas im Argen ist?

                                                                                            Dann wäre jetzt oder du hast die Vermutung, da könnte was mit der Essstörung sein. Dann wäre jetzt zum Beispiel der erste Weg zum Kinderarzt zu gehen und gleichzeitig bei uns in der Beratung anzurufen. Deine Vermutung zu äußern. Und so weiter. Und dann geht es weiter. Was machen wir? Ist jetzt zum Beispiel eine Beratung schon mal ausreichend? Ist der Bedarf so groß oder das Kind schon?

                                                                                            Oder schon so weit fortgeschritten in einer Essstörung, dass schon eine normale ambulante Psychotherapie nicht mehr greift oder zu wenig Unterstützung ist? Dann muss man auch auf einmal über einen Klinikaufenthalt nachdenken und erst nach dem Klinikaufenthalt Aufenthalt gehen dann die Kinder und Jugendlichen und auch Erwachsene zu uns in die Wohngruppe. Also wir haben die Beratung, wir haben die Klinik und dann haben wir die Wohngruppe.

                                                                                            Das wäre so diese klassische Behandlungs Kette von der man. Okay, ja, vielen Dank, das ist wirklich spannend. Ich habe da jetzt so ein bisschen herausgehört, dass es vielleicht Sinn macht, sich früher als später an euch zu wenden oder bei einem Verdacht auf eine Essstörung zu reagieren. Warum sollte man sich lieber früher als später an euch wenden? Also da sehr, sehr gut zugehört haben.

                                                                                            Also man sagt immer ganz pauschal um so früher eine Essstörung erkannt wird, umso leichter ist sie zu behandeln. Schwierig wird es, wenn sich das über Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte manisch manifestiert. Also das Beispiel, das Sie vorhin gebracht hat von der älteren Dame, die hat ihr ganzes Leben lang schon eine Essstörung, die wird nie mehr aus der Essstörung rauskommen.

                                                                                            Man kann immer nur unterstützend dazu beitragen oder ihr zur Seite stehen und das Schlimmste vielleicht verhindern. Wichtig ist, dass wenn erst so eine Anfangsphase eines gestörten Verhaltens da ist, dann kann man mit einer Psychotherapie, mit einer Beratung, mit dem richtigen Verhalten der Eltern gegenüber den Kindern viel, viel machen. Und deswegen ist es so wichtig aufzuklären. Wie läuft denn ein Erstkontakt bei euch in der Einrichtung ab?

                                                                                            Wenn jetzt jemand diesen Podcast hört und vielleicht irgendwie hellhörig wird, dass wir einfach ein bisschen Einblick geben, was Kinder erwartet, Ja auch relativ einfach. Also es gibt einmal die Möglichkeit, mit mir Kontakt über unsere sozialen Netzwerke. Ich nehme an, die wissen ja wahrscheinlich auch dann später ja im Futter und mitteilen, dann gibt es die Möglichkeit unter www Anhaltspunkte sich mal über unsere Einrichtung zu informieren.

                                                                                            Dann ist natürlich wie schon erwähnt Anwalt Dialog oder Ehe ist eine Anlaufstelle und dann kann man einfach mal bei uns anrufen. Also die schon vorhin erwähnten Damen aus der Verwaltung, die hören erst mal zu und sagen dann oder geben dann weiter und dann landet man bei uns in der Abteilung. Also da haben wir insgesamt drei Damen, die sich darum kümmern und die fragen erst mal ab Wie ist der Stand, Wo bin ich?

                                                                                            Bin ich gerade in der Klinik? Wann werde ich entlassen? Was ist meine Diagnose etc.? Also das ist schon mal so, dann muss ich natürlich verschiedene Fragebögen ausfüllen und dann geht es darum, ist die Betroffene oder auch der Betroffene ein ein Klient, den wir aufnehmen können. Und dafür gibt es dann bei uns die sogenannten Vorgespräche, die finden einmal die Woche statt.

                                                                                            Da kommen dann die Interessierten zu uns. Dann lernen sie unsere Konzepte kennen, die werden ihnen vorgestellt. Dann gibt es einen Weg Rundgang. Minderjährige dürfen natürlich ihre Eltern mitnehmen. Auch die dürfen sich die Wohngruppe anschauen. Das teilen wir meistens. Also die Jugendlichen gehen meistens mit einer Bewohnerin, weil da ganz andere Fragen auftauchen. Und die Eltern gehen meistens mit einer Pädagogin mit.

                                                                                            Genau. Und anschließend? Das ist leider ein bisschen längerer Prozess. Deswegen dauert es ein bisschen, bis ich fertig erklärter. Und anschließend findet noch ein kurzes Gespräch mit einer Psychotherapeutin statt, um die einfach abzuchecken, ob die eine Behandlungs Motivation hat, was ein ganz wichtiger Punkt ist oder ob eine akute Suizidalität vorliegt. Oder vielleicht kommen wir später auch noch dann ein Drogen oder Alkoholmissbrauch vorliegt.

                                                                                            Okay, danke, das war ein spannender Einblick und ich pack euch die Kontaktmöglichkeiten zu Anna und zu Sabine. Auf jeden Fall in die Shownotes. Und das klingt ja schon nach einem ganz schön. Ja, nach einem anspruchsvollen Feld, sage ich mal, weil du von auch von Suizidalität und von anderen Erkrankungen usw gesprochen hast. Und ja, ich würde jetzt mal übergehen, dass wir einfach mal die grundlegenden Begrifflichkeiten zum Feld der Essstörungen klären, einfach um wirklich einen basalen Einblick zu gewähren, wie das Ganze zu verstehen ist.

                                                                                            Wir schauen uns danach vielleicht noch das Thema Social Media und Influencer an, Auch Aufklärungsbedarf besteht. Und weil hier gerade sehr viel passiert und wir gehen noch ganz kurz zu Appetitzügler Substanzen ein, um das auch mit unserem Drogen Podcast zu verknüpfen, weil da gibt es auch vielleicht Sachen zu wissen. Genau und der zur Eingangsfrage zu unserem Hauptteil jetzt Wie sind denn diese Essstörungen definiert?

                                                                                            Du sagst, es ist keine keine Sucht im klassischen Sinne, sondern es. Also Essstörungen sind schwere psychosomatische Erkrankungen, deren Kennzeichnung die Beschäftigung mit Essen, Ernährung, Gewicht, Körper ausmacht. Ja, das mal so als Einstieg. Okay. Und wie bemerken denn jetzt Personen, die da mit diesen Punkten irgendwie ein Problem haben, dass es sich schon um eine Störung handelt? Was können denn erste Anzeichen sein?

                                                                                            Na ja, erste Anzeichen ist immer die übermäßige Entschuldigung, die übermäßige Beschäftigung mit Essen oder mit meinem Aussehen oder mit dem Gewicht, das Gefühl, nicht genug zu sein. Also stellen dann auch Eltern fest, eben, dass so ein sozialer Rückzug anfängt bei ihren Kindern, dass sie mit ihrem Gewicht wackeln. Und das sind so diese ersten Anzeichen, die man hat. Okay.

                                                                                            Gibt es da Erkenntnisse, warum manche Menschen dann wirklich so eine Störung entwickeln oder warum die das Essen als Ventil nehmen und andere Menschen davon überhaupt nicht betroffen sind? Na ja, es gibt unterschiedliche Faktoren. Also wir sprechen immer von diesen, von diesen vier Faktoren. Das sind einmal die soziokulturellen Faktoren, da kommen wir sicher mit den Social Media Kanälen und mit Instagram.

                                                                                            Und so weiter. Dann ist es auch diese familiäre Disposition. Also wie geht die Familie mit dem Thema Essstörung? Gibt es schon Essstörungen in der Familie? Dann ist denn auch die persönlichen Faktoren wie ist mein Selbstwertgefühl, fühle ich? Bin ich derzeit gemobbt, Bin ich unzufrieden etc.. Und dann haben wir und es ist heute ein ganz, ganz großer Faktor die biologischen Faktoren, weil man heute einfach weiß, dass Hormone eine große Rolle spielen in der Entstehung von Essstörungen.

                                                                                            Also ist es auch ein Feld, das immer mehr aufpoppt. Das ist sehr spannend. Danke. Und oft sind die Betroffenen ja ins Soziale eingebunden. Und wie reagiert dann das Umfeld von Betroffenen? Wenn dann so eine, so ein Verdacht da entsteht oder bekannt werden da ist oder ja man schon irgendwie mitbekommt, die Person hat da ein Problem, aber redet noch nicht drüber.

                                                                                            Das ist immer ein sehr, sehr schleichender, ein sehr schleichender Prozess, weil wenn ich heute zum Beispiel ein Mädchen habe, das ganz leichtem Übergewicht ist und die fängt dann plötzlich ab an abzunehmen, dann wird die erst mal bejubelt und dann wird gesagt Oh toll, und du hast abgenommen und es steht dir ja super. Und so weiter. Also was passiert?

                                                                                            Ich bekomme eine positive Verstärkung und das ist was, was ich kontrollieren kann. Ich kann mein Essen kontrollieren. Also ich kann sagen, wenn ich mein Essen reduziere, ist die Schlussfolgerung, dass ich Komplimente bekomme und dann bin ich schon dabei und steige sozusagen in die Essstörung ein. Und dann kann es ganz, ganz schnell gehen. Das heißt, dass ich anfange, mir Lebensmittel vorzuenthalten, dass ich anfange, Kalorien zu zählen, dass ich anfange, Extremsport zu machen.

                                                                                            Und wenn ich das feststelle, und wenn ich dann, wie vorhin schon auch gesagt habe, als Elternteil zum Beispiel den sozialen Rückzug erkenne, dann würde ich anfangen, mir Gedanken zu machen. Also einmal, dass ich mir Hilfe hole und frage Wie spreche ich mein Kind an? Und dann die Empfehlung bekomme, vorsichtig anzusprechen, also zu sagen Ich habe das Gefühl, du ziehst dich ein bisschen zurück, ich habe das Gefühl, du hast ein Problem.

                                                                                            Wollen wir da mal drüber sprechen? Ganz schlechter Rat ist, Druck auszuüben. Vor allen Dingen auch, Druck mit Essen auszuüben. Also so ein Satz Wenn du jetzt nicht ist, dann darfst du aber heute nicht ins Kino gehen oder so, Das wäre ein ganz schlechter Ratgeber. Essen sollte immer positiv belegt sein. Vielen Dank. Was machen? Na ja, wir sollten überhaupt wieder zurückkommen.

                                                                                            Zu sagen, dass Essen einfach, also auch Kommunikation bedeutet. Und Essen ist Spaß als Kultur und Kultur. Genau. Man trifft sich beim Essen und das war ja schon immer. Also selbst die Steinzeitmenschen haben sich zum Essen am Lagerfeuer getroffen und da wurde einfach kommuniziert und Austausch fand statt. Wie würdest du dir denn wünschen, dass die Gesellschaft damit umgeht, wenn jetzt?

                                                                                            Wie also soll man das einfach gar nicht thematisieren oder? Na ja, die Frage ist halt immer, wie thematisieren wir aussehen? Also warum müssen wir eigentlich auf Äußerlichkeiten thematisieren? Es ist ja nicht lieber, dass ich dir sage Mensch, du hast tolle Arbeit gemacht oder ist es dir lieber, dass ich dir sage Oh, dein Bizeps ist aber um ein Zentimeter größer geworden?

                                                                                            Also wir müssen einfach die Werteskala wieder ein bisschen verschieben, also die Werteskala von dem, von der, vom Essen, vom Aussehen und dem Erscheinungsbild. Weder wirklich zurück in die wichtigen Werte, in die wichtigen Gesellschaft. Werte. Ja, danke. Okay, so viel zu diesem Einstieg. Jetzt würde ich gerne auf die einzelnen Krankheitsbilder ja zu sprechen kommen. Anorexie ja nervosa ist das Krankheitsbild, was grundlegend ist, glaube ich.

                                                                                            Weil euer Therapiezentrum heißt ja auch so, sozusagen. Also so verstehe ich das so ein bisschen, dass das, also die Magersucht, wirklich so, ja das grundlegende Ding ist. Na ja, die Magersucht ist natürlich sehr auffällig und das war natürlich der Fokus vor vielen, vielen Jahren und Jahrzehnten. Jetzt sprechen wir natürlich auch noch über andere Essstörungen. Also die Magersucht hat einfach eine eine große Sterblichkeit.

                                                                                            Und unter allen psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen ist sie einfach an erster Stelle. Die Behandlung ist ja sehr aufwendig und vor allen Dingen schon im frühen Alter und hauptsächlich Frauen. Womit handeln Betroffene zu kämpfen? Du sprichst auf die auf die Neben Symptom Symptomatik an, was dann? Ja so auch was was, was geht in den Personen vor? Wie kann man sich das vorstellen, dass da so ein Mechanismus losgeht, dass man lieber verhungert als ja so zu werden?

                                                                                            Also das ist ja Wahnsinn. Hungern als Erfolg. Also es ist wirklich so und es ist eben auch mit diesem Satz ist doch mal und stell dich nicht so an! Und so weiter. Hat überhaupt nichts mehr zu tun, sondern das ist eine innere Sperre, die man hat. Also das ist die Angst vor Lebensmitteln, also wenn ich mit einer Magersüchtigen spreche, die weiß alles über Kalorien, die weiß alles, was sie essen kann.

                                                                                            Wenn ich dich jetzt frage, kannst du mir sagen was hat mir Kalorien, eine grüne oder eine rote Paprika? Kannst du es mir sagen? Soll ich die rote? In dem Fall hast du recht. Aber du hast es geraten. Die Rote hängt länger am A. Ist ja okay, oder? Na gut, dann war das jetzt ein schlechtes Beispiel. Aber du hast recht.

                                                                                            Die Rote hat mehr. Also, was esse ich? Ich esse eher eine Grüne, weil dann spar ich mir, ich weiß jetzt die Zahl nicht, aber dann spare ich mir vielleicht 15 Kalorien oder fünf Kalorien. Also es hat halt immer damit zu tun, dass ich etwas beherrschen will. Ja, also Kontrolle, Kontrolle ist es genau ganz groß, die Kontrolle. Also ich möchte etwas beherrschen.

                                                                                            Und wenn mir alles auseinanderbricht, wenn ich in meinem Bett die Schule nicht mehr beherrsche, wenn ich Probleme mit meinen Eltern habe, wenn ich gemobbt werde undsoweiter. Und was kann ich beherrschen? Es ist etwas, das ich täglich machen muss, auch. Und ich glaube, das ist auch wirklich das Perplexen oder das Schwierige. Das ist ja nicht, was ist, was ich mir erst organisieren muss oder was für sich, sondern es ist ja wie wie der Toilettengang, das muss man täglich machen und da so eine Kontrolle auszuüben, also oder so eine, so einen Zwang, damit zu verbinden kann schon.

                                                                                            Also das kann ich, stell ich mir total schlimm vor. Na ja, ich möcht weitergehen, sondern wir haben ja es mit einer Sucht oder mit einer Sucht ähnlichen Erkrankung zu tun, wo eigentlich das Thema Essen, was uns ja am Leben erhält, ja der Trigger ist. Also wenn ich jetzt mit mit Drogensucht oder mit Substanz Abhängige so vergleiche Alkohol. Und so weiter.

                                                                                            Ich muss kein Bier trinken, um zu überleben, aber ich muss essen, um zu überleben. Also das ist schon eine ganz, ganz perfide Sache. Okay, jetzt gibt es noch weitere. Möchtest du zur Magersucht noch was sagen? Gab es da noch was? Du, Da kommen wir sicher auch wieder drauf zurück. Wenn man das Thema Social Media haben, dann werden wir bestimmt auch über die Magersucht sprechen können.

                                                                                            Aber ich glaube, das ist auch schon genug bekannt. Jetzt kommen wir noch auf ein paar weitere Punkte zu sprechen, also die Bulimie Bulimie nervosa. Dann gibt es Attacken mit Kontrollverlust, Binge Eating, Essstörung auch genannt. Dann Übergewicht allgemein. Ja, und dann gibt es noch Orthodoxie. Ja, genau. Was möchtest du wissen? Ja, ich möchte gern wissen, wie sich eine Bulimie äußert.

                                                                                            Also eine Bulimie äußert sich also man sagt bei der Bulimie auch immer die geheime Erkrankung, die sich so ein bisschen natürlich auch im Dunklen abspielt. Ich esse mit dir ganz normal und gehe hinterher aufs Klo und steck mir den Finger in den Hals oder andere Dinge in den Hals, um das, was ich mit dir gegessen habe, zu erbrechen.

                                                                                            Das gleiche gilt natürlich dann auch für Abführmittel etc. aber ich kann dir ein Beispiel erzählen. Ich war vor ein paar Jahren bei einer Veranstaltung. Es gab saß ein Mädchen bei mir am Tisch oder eine junge Frau bei mir am Tisch und es gab also tolles Buffet und die hat also fast nichts gegessen. Und dann kam ein gigantisches Nachspeisen Befehl, tolle Sachen und ich habe es so drauf gefreut.

                                                                                            Das junge, die junge Frau geht auch zum zum Nachspeisen Buffet und kommt zurück mit einem ganz ganz ganz kleinen Tellerchen, wo ein ganz ganz ganz ganz kleine Nachspeise drauf war. Und plötzlich ging sie wieder und von jedem Mal, wie sie gegangen ist, kam es mit einem größeren Teller und einer größeren Portion Nachspeise zurück. Also ich gehe auch immer gerne öfters zum Buffet, aber du hast gesehen, dass sie die Kontrolle verloren hat, dass der da halb so groß war, dass sie die Kontrolle verloren hat.

                                                                                            Und was macht sie, nachdem sie also wirklich, würde ich sagen, viele, viele, viele, viele Kalorien in sich reingestopft hat, verschwinde sie plötzlich und bleibt länger weg und kommt dann wieder zurück. Haare gemacht, gestylt, Lippenstift nachgezogen und es der Zufall war, das eine Bekannte von mir auch auf der Toilette war und gehört hat wie sie sich übergeben hat und kam dann zu mir zum Tisch zurück und sagte dann ja, das war davor war.

                                                                                            Also das ist so klassisch, Also ich esse, ich esse und dann treffe ich gegen regulierende Maßnahmen. Und eine Bulimie kann zum Beispiel auch mit der Magersucht zusammenhängen. Also wir haben, das ist ganz wichtig, auch zu verstehen, dass es also auch Unterschiede zwischen dass es also auch Überlappungen. Also es kann auch mal sein, dass ein amerikanisches Mädchen sich mal übergibt.

                                                                                            Es kann auch sein, dass ich von der Anorexie in die Magersucht oder von der Binge Eating in die Bulimie also da ist es alles, da ist alles möglich. Du sprichst jetzt immer von Mädchen und jungen Frauen. Es sind auch Männer betroffen. Ja, also Mann, also ich sag jetzt mal so zahlen die sich ja gerade geht es ja auch durch die Presse.

                                                                                            Die KKH hat ja eine neue Studie rausgebracht, aber das ist die kaufmännische Krankenkasse, da kann man nachlesen. Also ich kann sagen, ich kann da ganz kurze Zahl nennen, dass unter Jugendlichen besonders jungen Mädchen im Alter von zwölf, ich glaube 16 oder 17 Jahren um 50 % die Essstörung gestiegen sind. Und das macht natürlich gerade einen großen Aufruhr. Ansonsten kann man so diese gängigen Zahlen, kann man immer sagen, unter 1000 Jugendlichen haben zehn junge Mädchen in der Magersucht, oder Und ein junger Mann, also 18 junge Mädchen, kommt ein junger Mann also da geht es vielleicht dann auch eher um andere Süchte, um andere Körperwahrnehmung.

                                                                                            Dann spricht man von dem Adonis Komplex. Vielleicht kommen wir da später noch drauf. Ja, auch dieser übermäßige Sport und wie ich gerade sage, so Adonis und Adonis Komplex. Also das sind dann die Themen. Interessant. Okay, und dann danke für das Beispiel. Auch das war sehr eindrücklich, würde ich sagen, um zu verstehen. Also für Menschen, die nicht davon betroffen sind, dass die einfach verstehen, was da für Mechanismen auch losgehen.

                                                                                            Und ich möchte vielleicht noch ganz kurz eins dazu sagen zur Bulimie. Das ist also auch nicht nur einmal am Tag übergeben, sondern das ist also mehrfach am Tag übergeben. Also das ist jetzt nicht oder einmal die Woche, sondern das ist dann schon, das kann schon auch mal zehn Mal sein. Also das muss man schon auch mal in der Intensität begreifen.

                                                                                            Das kann ja auch wahrscheinlich für den Körper total schlecht sein, den wir natürlich dann auch bei den Themen also jetzt gerade Bulimie wird oft von Zahnärzten festgestellt, weil natürlich diese permanente Magensäure die Zähne kaputt gehen. Dann ist das Beispiel das also auch zum Beispiel beim Erbrechen dann die Finger entzündet sind und also ganz, ganz, ganz, ganz verrückte Dinge, dass es klingt.

                                                                                            Ja, dann gibt es eine Binge Eating Störung. Wie wie äußert sich denn das? Das klingt auch nach einem Kontrollverlust. Exakt. Ja, ich brauche ja gar nichts mehr sagen. Ja, also bei der Wind Binge Eating Störung geht es natürlich darum, dass es Phasen sind. Also ich habe Phasen des normalen Essens und dann habe ich Phasen von den sogenannten S Anfällen, also die, die ich habe, mal mit einer Klientin, mit der habe ich mal auch ein kleines Interview geführt und die hat eine Binge Eating Störungen, habe ich sie gefragt, wie muss ich mir das vorstellen?

                                                                                            Und dann sagt sie Sie ist in einem und sie ist in einem Zustand. Also sie bekommt, sie geht vorher einkaufen. Das kann ein ganz normaler Einkauf sein, dass sie sich vielleicht nur fürs Abendessen, Nudeln und Soße kaufen möchte. Und plötzlich fängt sie an einzukaufen, einzukaufen, Chips einzukaufen, und zwar oft gekennzeichnet durch hohe Kalorien. Lebensmittel also da, wo man sich die Lebensmittel, die man sich verbietet, Nutella, Chips etc..

                                                                                            Und dann sitze ich zu Hause und dann fange ich das alles in mich rein zu stopfen, möchte ich sagen. Der Unterschied zur Bulimie zu Bulimie ist dann, dass ich keine gegen reguliere rinden Maßnahmen habe. Ja, und auch dafür gilt das kann in einer Woche drei mal stattfinden, das kann auch drei Wochen mal gar nicht stattfinden und dann zwei essentielle hintereinander.

                                                                                            Also auch dafür gibt es keine Zahl. Also das ist von Betroffene zu Betroffene und von Situation zu Situation. Wir sagen ja immer, ist es eine Form der Emotions Regulierung. Und wenn Stress da ist, dann kommt so ein Anfall. Das gleiche trifft aber auch für die Bulimie zu. Dann kommt vielleicht so ein Übergeben, Essen und übergeben. Also es hat immer die Essstörung was mit mit Emotionen zu tun.

                                                                                            Okay, und auch vielleicht mit einem Belohnungs Effekt. Ich kann mir vorstellen, wenn man so eine Menge Zucker in sich rein stopft, dann geht es ja voll ab. Also genau das ist natürlich als Belohnung das gönne ich mir jetzt. Und so weiter. Also das ist alles eine Mischung aus Ich darf nicht, ich gönne mir, ich, will ich ganz viel und ich muss mich satt lieben.

                                                                                            Ich esse mich, weil ich nicht mich nicht geliebt fühle, esse ich mich satt und dessen so Die Themen, die da eine Rolle spielen, wahnsinnig großen Respekt an alle, die so was durchmachen. Wahnsinn. Ich kann mir vorstellen, wenn man so eine Störung hat, dann kann es auch zu Übergewicht Gewicht führen. Oder reagiert da jeder Körper so ein bisschen anders, dass es quasi dann vielleicht auch Herz Kreislauf Erkrankungen gibt, wenn man das nicht behandelt?

                                                                                            Und ja, das vielleicht dann auch mit übermäßigem Sport ausgeglichen wird. Oder wie kann man sich das vorstellen? Das ist genau das, was ich auch vorhin, dass jeder Mensch ein bisschen anders, oder? Genau. Also bei der Binge Eating Störung, so sagt man, ist natürlich ein zentrales Kennzeichen, ein Übergewicht. Das sind dann Herzrhythmusstörungen. Das ist dann zum Beispiel Entwicklung von Diabetes, aber nicht Binge Eating.

                                                                                            Störung heißt aber auch nicht, dass man unbedingt Übergewicht haben muss. Also das ist kein hundertProzentiges Erkennungsmerkmal, weil so wie ich gesagt habe, können ja auch diese S Anfälle, die verlaufen ja in Kurven, also kann dann wieder normales Gewicht oder vielleicht auch eine kleine Tendenz zu reduzierter Kalorien Aufnahme. Und dann kommt dieser Typ wieder, wo ich 11S an eine Gesamtzahl habe.

                                                                                            Spannend. Okay, wie definiert sich denn Übergewicht? Also jetzt so eine problematische Geschichte. Also da gibt und wie, wie, wie, wie wir? Wie also wann ist es behandlungsbedürftig und wie oft wenden sich deswegen an euch? Also da müsste ich jetzt Statistiken einholen, die ich jetzt vom Gefühl her also ich bin der Meinung oder wir stellen fest, dass die Binge Eating Störung natürlich immer präsenter wird, aber das stellen wir auch bei der Orthodoxie fest.

                                                                                            Wer kommt da auch nochmal drauf sprechen danach? Genau das ist so eine Sache, die wir öfters feststellen. Und jetzt sagt mir doch bitte noch mal wie war deine Frage, wann wann krankhaftes Übergewicht losgeht und wie oft er es erlebt, dass sich Menschen dann euch auch an euch wenden. Also krankhaftes Übergewicht. Es gibt ja so diese BMI Einteilung was Index Body Mass Index und da sprechen wir 28 30 BMI, da geht dann schon das extreme Übergewicht.

                                                                                            Du spielst an auf Adipositas, wobei also Adipositas, keine klassische Essstörung und läuft auch nicht unter den Essstörungen, sondern als Erkrankung. Ja, also das muss man auch noch differenzieren. Also wir in unserem Kontext sprechen nicht von Adipositas, also nicht die Person leidet an Adipositas, sondern da sprechen wir von der Binge Eating Störung. Adipositas bedeutet auch, dass der Körper Stoffwechsel Probleme hat und dass man aufgenommene Nahrung einfach viel schlechter verstoffwechselt und da viel mehr aufgenommen wird und man da dann kommt dann Hormone mit diesem Whisky rein fetten und.

                                                                                            Also ich glaube, das wäre jetzt ein bisschen zu weit, wenn wir da einsteigen. Das muss man dann auch wissenschaftlich begleiten. Also das ist natürlich klar. Ein Zusammenspiel, was ich schon gesagt habe biologische Ursachen für eine Essstörung. Da spielen natürlich die Hormone eine ganz, ganz große Rolle. Wir sehen das dann auch wieder im Social Media, weil da heißt dann Du hast ein Cortisol Gesicht oder dein Cortisol ist zu groß und deswegen kannst du nicht abnehmen.

                                                                                            Also das sind dann die Schlagworte, Aber vielleicht kommen wir da noch mal drauf. Okay. Jetzt noch zur Orthodoxie und dann sprechen wir über Social Media. Genauer Orthodoxie ist ja auch, also denke ich mal auch so ein Hype auch hängt auch mit Social Media zusammen, Da gibt es ja ganz viele Kanäle. Orthodoxie Was bedeutet es also? Orthodoxie ist die Fixierung auf gesundes Essen, also ganz, ganz extrem, dass ich also wirklich sage, ich kann jetzt nicht mehr Pizza essen gehen, sondern ich darf nur noch dahin gehen, wo das Essen clean, fein, schön und auch möglichst, sage ich jetzt mal schön präsentiert.

                                                                                            Also angenommen, du würdest jetzt, heute zu mir sagen Du Sabine, jetzt haben wir ein tollen Podcast gemacht, Komm, lass uns doch mal schnell um die Ecke gehen und wir gehen zum Essen zum Italiener. Ja, und weil’s so schön war, nehmen wir unsere Kollegen noch mit. Und so weiter. Und alle Kollegen sind einverstanden. Und bei mir geht es los und ich mache Rat.

                                                                                            Da hat Radfahrer der Rat da was? Italiener? Was könnte ich denn da essen? Pizza geht nicht, Nudeln geht nicht. Der Salat. Ist der Salat mit dem richtigen Öl angemacht und ist es auch der richtige Salat? Und dann fange ich an zu suchen und zu sagen Ach Mensch, du Patrick, dahinten ist doch das Restaurant XY und du und da ist toll.

                                                                                            Und dann Ich rufe dich alle Kollegen an, die den Gang hier lang! Ich sage zu allen Du, wir gehen nicht hier zum Italiener, sondern wir gehen jetzt in das Restaurant XY. Da gibt es ganz tolles Essen und ganz super und Kindern und so weiter. Das ist so ein typisches Kennzeichen von Orthodoxie. Das ist es. Klingt ja auch nach einem Zwang, auch nicht.

                                                                                            Ja, also das hat natürlich auch was damit zu tun, dass ich mich natürlich fit, schön, es ist ja auch immer Essen hat ja auch was mit Schönheit zu tun etc. Also das ist so und das ist, wenn die Person eine Pizza essen will, dann würde sie sich extrem schlecht fühlen. Die würde sie gar nicht essen. Okay, also der wird es in eine richtige Anne oder junges Mädchen, dass Orthodoxie hat.

                                                                                            Die würde da, die würde auch nicht mitgehen. Dann würde sie wahrscheinlich krank werden oder würde sagen Oh, ich hab heute weiß ich meine Periode bekommen, deswegen habe ich so Bauchweh. Ich kann nur ein Wasser trinken oder oder wie auch immer. Das wäre dann so das Thema. Was kann denn helfen in dem frühen Stadium diese Blockade aufzubrechen? Weil also ich sehe das immer so, ganz oft so ein bisschen schwarz weiß denken und dass dieses Extreme in eine Richtung und ich kann mir vorstellen, also ich habe zum Beispiel mal mit einem Arzt gesprochen und der hat gemeint, man kann sich 60 Tage im Jahr auch mal was Ungesundes gönnen, zum Beispiel Bier zum Essen oder was ich

                                                                                            nicht wüsste. Keine Ahnung. Also. Ja, also es ist immer so und man wird dann trotzdem alt und wird wahrscheinlich keine Herz Kreislauf Erkrankungen bekommen. Also es ist das Leben ist nicht nur so schwarz weiß zu sehen, sondern der Körper verpackt ja auch viel. Und wie komme ich denn aus dieser psychischen Komponente raus? Und bringt eine Person, die da vielleicht betroffen ist?

                                                                                            Oder wo ich schon vielleicht Tendenzen spüre, liebevoll auf einen Weg, dass sie aus diesem Schwarz Weiß Denken rauskommt? Gibt es da Techniken, Taktik? Also wir müssen als erstes mal aufhören in dieses Schubladen denken. Das ist gut, das ist schlecht. Es ist nur ein bisschen gut und das ist überhaupt nicht gut, sondern wir müssen einfach wieder so ein bisschen zu unseren Instinkten zurückkommen.

                                                                                            Was tut uns gut? Also danke. Ich meine, wenn wir jetzt hier sitzen würden und eine Flasche Wein oder zwei Flaschen Wein trinken würden, dann würden wir aufstehen und dann irgendwann mal feststellen. Und das hat uns aber jetzt nicht so gut getan. Jetzt hat man den Vorteil, wenn man jung ist, dann verknüpft man das noch ein bisschen besser, aber umso älter es wird.

                                                                                            Also wir sind früher feiern gegangen und am nächsten oder und dann direkt von der Feierei in die Schule. Also da wäre überhaupt gar kein dran denken mehr. Wenn ich heute auf eine Party gehe und nicht trinke und ich rauche selbst, dann brauche ich zwei Tage, bis ich mich erhole von der Party. Aber jetzt angenommen, deine Partnerin würde jetzt diese Tendenzen aufzeigen, dann wäre wieder das Gleiche, was ich eingangs gesagt habe, Frage Hol dir Hilfe.

                                                                                            Also ich würde in einer Beratung anrufen und ich würde da sagen, ich stelle das und das und das bei meiner Freundin fest. Kannst du mir Tipps geben? Wie soll ich mich verhalten? Ich habe zum Beispiel. Auf Gute Frage müssen Sie auch in Foren unterwegs einem jungen Mann bei so einen Notizzettel gemacht, wie er zum Beispiel ein Gespräch mit seiner Freundin vorbereiten?

                                                                                            Wie kann er sie ansprechen? Was kann er ihr sagen? Und ganz wichtig als Partner die Schönheit des Aussehen Figur nicht in den Vordergrund stellen und vor allen Dingen auch nicht deine Figur und dein Aussehen, sondern du liebst deine Partnerin, weil du sie toll findest, weil sie empathisch ist, weil sie dir vielleicht auch ein Kind geschenkt hat. Also sie muss ja einen Körper haben, um dies überhaupt machen zu können und sie muss auch einen Körper haben, um ein Kind zu ernähren.

                                                                                            Und das ist sind ja alles positive Aspekte und ist es dann wichtig, ob irgendwo eine Bauch Falte ist oder nicht? Also zu sagen morgens, wenn sie aufsteht und verwurzelt ist und verpennt ist zu sagen und genau deswegen liebe ich dich, weil du so toll aus haben wieder Ich mach’s, wenn du verwurzelt und verpennt aussiehst. Was könnte denn junge Menschen stärken, dass sie auf so Kommentare von außen nicht so stark reagieren, dass sie dann das Gefühl haben, sie müssen sich verändern, anders aussehen oder sich selbst regulieren?

                                                                                            Weil es gibt ja auch Menschen, denen sagt man ja, du hast ein dicken Bauch und die sagen Ja mei, ich trinkgeld gern Bier und es gern Würstel. Also ähm, also warum sind da genau junge Frauen betroffen und was würde die Person stärken? Na ja, junge Frauen sind betroffen, weil natürlich Frauen wissen, dass Schönheit Figur eine große Rolle spielen.

                                                                                            Also wir sehen ja heute in den sozialen Medien, wie wichtig es ist, dass eine Frau alles belegen muss. Also sie muss jung sein, sie muss schön sein, sie muss die perfekte Mutter sein, nebenbei noch ein bisschen arbeiten, dann kommt der Mann nach, da soll sie dann die tolle Frau sein, vielleicht auch noch Geliebte undsoweiter. Also alles das muss untergebracht werden.

                                                                                            Das ist ein gesellschaftliches Problem. Frauen orientieren sich nach wie vor am Patriarchat, also an den Männern. Und ein junges oder ein kleines Kind stellt schon fest, wenn, wenn der Vater sich hingezogen fühlt zu schönen Frauen oder Kommentare macht. Boah, die hat aber einen tollen Hintern oder schau mal, wie super die das macht. Und so weiter. Dann merken das kleine Mädchen und es ist natürlich auch so was wie Geschlechter Erziehung.

                                                                                            Also Mädchen müssen immer schick und adrett sein, dürfen nicht im Dreck spielen. Also es sind so ganz, ganz, ganz, ganz viele Kleinigkeiten, wo wir anfangen müssen etwas zu verändern, dass auch Mädchen auch irgendwie nicht so viel zugetraut wird, auch und soweit also selbst wirksam zu sein. Und solche Sachen spielen da wahrscheinlich auch mit eine Rolle. Ich sage immer das Beste ist Mädchen Selbstbewusstsein stärken.

                                                                                            Wo sind wirklich ihre Leidenschaften? Und wenn sie gerne im Dreck Spielzeuge im Dreck spielen? Und ich finde immer ganz schlimm, wenn sie dann alle schön sein müssen und vor allen Dingen die Mütter, dann ihr Bedürfnis ein Püppchen zu generieren, auch die Väter. Um Gotteswillen, ich möchte jetzt die Väter nicht ausnehmen. Ein Püppchen zu kurz zu zu generieren finde ich ganz ganz schwierig.

                                                                                            Man sieht es ganz stark in Hollywood bei den entsprechenden Schauspielerinnen. Wenn dann die Kinder schon in irgendwelchen Armani Klamotten rumlaufen, denke ich mir Summer super oder irgendwelche Schönheitswettbewerbe mitmachen müssen oder dass man Geld mit seinem Kind verdient, es als Model quasi wie Model. Ja genau. Also da muss einfach. Da müssen wir überlegen, wo will die Gesellschaft hin? Wollen wir das überhaupt noch?

                                                                                            Und was wollen wir dagegen tun? Und das aktuelle Schönheitsideal? Das verändert sich ja immer so ein bisschen. Das ist so quasi man ist total schlank, sportlich und sieht gesund aus und das strahlt schon aus, dass man immer die Kontrolle für sich behält und dass man in seinen Tag ganz viel Gesundes und Sportliches und noch Arbeit und alles Mögliche mit reinpacken.

                                                                                            Was machen die Leute das wahrscheinlich dann, wenn ich abends auf der Couch sitzt und Tatort gucke. Die laufen dann nachts rum oder haben da eher ihr Trainingsgerät im Keller oder Da muss man ja teilweise schon, denke ich, mehrere Stunden am Tag aufbringen, um überhaupt dieses Schönheitsideal zu halten. Und ich glaube auch, dass die Überwindung immer in so Phasen, wo man nicht so Bock hat sich zu bewegen, dass das wahrscheinlich den Unterschied macht, oder?

                                                                                            Na ja, immer die Frage Was will ich? Jetzt sind wir bei der Social Media Präsenz. Was will ich damit erreichen? Hast du einen Social Media Kanal, um deinen Freunden zu zeigen? Schau mal her, Ich bin im Park, oder Heute war ich Skifahren. Oder ich sitze auch nur mal, ich sitze auch nur mal faul auf dem Sofa. Das ist das eine.

                                                                                            Habe ich auch das Interesse, folge ich Leuten, die auf er auf Instagram oder Facebook und Co sind. Also was ist der Hintergedanke? Heute haben natürlich Influencerin jetzt immer beim Thema ganz, ganz großen Einfluss einen ganz, ganz großen gesellschaftlichen Einfluss. Und in meinen Augen und ich möchte es auch so deutlich sagen, also ein ganz, ganz großen toxischen Einfluss. Ja, und ich habe das Gefühl, diese Influencerin, die für solche Schönheitsideale so stark werden, die reproduzieren auch so ein bisschen diesen gesellschaftlichen, dieses Schönheitsideal und machen eigentlich was, was für sie selber gar nicht so gesund ist, aber stellen das so hin, als ob das so gut wäre.

                                                                                            Also wir müssen mal verstehen. Ich glaube, wir haben jetzt seit seit 20 25 Jahren haben wir Smartphones und seit 15 Jahren gibt gibt es Instagram. Und ich glaube, mit der Einführung von Instagram haben wir die Büchse der Pandora geöffnet. Also gerade was auch Essstörungen und mentale Gesundheit angeht. Also das sind meine Erfahrungen, die ich gemacht. Ich muss immer ganz deutlich dazu sagen, dass das natürlich sehr persönliche Erfahrungen sind, die ich da gemacht habe, weil im Moment ich auch niemand anders kenne, der als digital Streetworker im Bereich Erziehung unterwegs sind.

                                                                                            Also ich kann hier von meinen Erfahrungen, andere haben vielleicht andere Erfahrungen, aber ich muss schon sagen, dieses Konstrukt der Influencerin, die sich da gerade im Beauty, Sportbereich und in der mentalen Gesundheit etabliert hat, das ist sehr schwer toxisch. Es sind die Influencerin, betiteln sich als Expertinnen auf ihren Gebiet. Also auch zum Thema Essstörung sind ganz viele unterwegs und meinen, sie hätten den Weg gefunden, aus einer Essstörung rauszukommen.

                                                                                            Vielleicht hat die eine oder andere Essstörung Influencer Rinnen, die die sogenannten Recovery Kanäle haben. Vielleicht hat die auch ihren Weg gefunden. Mag sein, das will ich gar nicht bestreiten. Aber wenn sie ihren Weg gefunden hat, dann heißt der nicht, dass für 100.000 andere Mädchen oder Jugendliche das auch der Weg ist. Und dann muss man einfach auch sehen, dass da eine ganz große Marketingstrategie und Gelddruckmaschine am Werk ist.

                                                                                            Also glaube ich, die bewerben ja auch Produkte, die dann gekauft werden müssen und Sportgeräte und irgendwelche Coachings und was weiß ich. Also das ist ja wirklich so eine Strategie quasi, sich seine Zielgruppe zu schaffen und die dann mit Sachen zu versorgen, die man ihnen verkaufte. Genau, Die schaffen sich mit ihrem eigenen Aussehen ihre Zielgruppe. Kein Mensch hinterfragt, wie dieses Aussehen zustande kommt.

                                                                                            Kein Mensch fragt wie, was als Vorarbeit geleistet wird. Kein Mensch frägt, ob diese Influencerin selbst eine schwere psychische Erkrankung doch vielleicht negative Sachen sind, die man auf diesen Bildern und Videos nicht sieht. Das ist dann eben das ist eben dann die Frage und kein Mensch sieht das, wenn eine Influencerin eine große Anzahl an Followern hat, auch Agenturen haben, die dahinter stehen.

                                                                                            Also du fragst dich gerade, wo ist denn die Zeit und die schneiden nicht mehr selber, die betiteln nicht mehr selber, die machen die Untertitel nicht mehr selber, sondern da sind Agenturen dran, die vorschlagen, was gemacht werden soll und dann ein richtiges Geschäftsmodell ist. So, also man muss sich ein bisschen so vorstellen wie jetzt sage ich mal eine Mode Kampagne.

                                                                                            Und da werden natürlich dann diese Algorithmen von Instagram, wie oft poste ich, wie oft mache ich was damit? Ich meine Zielgruppe auch vergrößere? Und weiter Wen hole ich mir noch als Kollaborateur mit rein? Ist da wahrscheinlich auch einfach total durchgeplant oder ist alles geplant? Also du brauchst nicht denken, selbst wenn ein Post gemacht wird. Oh, spontan. Ich komme gerade aus dem Bett, da ist nicht spontan, der wäre von dir und vielleicht sogar spontan.

                                                                                            Und dann überlegen wir uns, ob wir den überhaupt zeigen. Aber es wäre natürlich von Größe, wenn wir ihn zeigen würden, weil dann würden wir das Signal geben Guckt, wir schauen alle so verwurzelt und verpennt aus, aber bei denen ist es nicht so, wie gesagt. Also es ist eine Gelddruckmaschine. Die Influencerin, also ich möchte die Männer auch nicht ausnehmen, verdienen wahnsinnig viel Geld.

                                                                                            Die propagieren Lifestyle Produkte abnehmen Produkte, die sehr fraglich sind auch. Zum Beispiel propagieren sie Essens Regeln wie kein Zucker und dann aber dafür Ersatzprodukte. Und so weiter. Und natürlich dann anbieten, die sich dann natürlich anbieten. Ich möchte zum Beispiel sagen, dass gerade in der Beauty und Sport Szene eine Influencerin, die die ungefähr 500000 bis 1 Millionen Follower hat, für einen Post zwischen zwei und 10.000 € verdient.

                                                                                            Und die hauen am Tag nicht einen Post raus, sondern die hauen 5678 Posts raus und dann sind sie noch auf Instagram. Also sind sie auf Instagram, Facebook und auf Ticktack. Also und dann vielleicht noch eine YouTube Story. Und so weiter. Das klingt für mich tatsächlich. Also ich will jetzt nicht alle über einen Kamm scheren, aber es klingt für mich so ein bisschen mit den Ängsten der Leuten Geld verdienen.

                                                                                            Das ist so ein bisschen ja, also so dahin gehen, wo die Leute irgendwie eine Kontrolle haben wollen und da Sachen anbieten und damit dann Geld verdienen. Na ja, auch so was, so was Künstliches hervorrufen, was eigentlich gar nicht braucht und dafür dann Antworten geben. So können sie das Problem schaffen, auch, oder? Na ja, also immer was, was künstliches vorspielen.

                                                                                            Also du darfst ja immer nicht vergessen, die Spieler, die spielen uns etwas vor und so muss man es auch wirklich sagen, um uns als Ware, also die Follower zu bekommen. Und jetzt hab selbst ich die am Tag vier sechs Stunden auf den Social Medien unterwegs ist ein Problem mich abzugrenzen. Als würde ich aber sagen ich bin eine gestandene Frau.

                                                                                            Und so weiter. Also ich bin fein mit mir, aber stelle plötzlich fest Oh, vielleicht sollte ich doch mal diese Creme ausprobieren oder vielleicht sollte ich doch mal das den Zucker Ersatz nehmen. Und so weiter. Und wir müssen einfach nur im Hinterkopf halten. Und das ist mir ganz ganz wichtig. Diese Influencerin, die sind nicht an dir oder an mir oder an, äh an einem 12-jährigen Mädchen oder einer 25-jährigen Frau interessiert, sondern die sind nur daran interessiert, Geld zu verdienen.

                                                                                            Sind die sich ihrer Verantwortung bewusst? Was da passiert, was sie für ein Einfluss haben, was da kaputtgehen kann. Also jetzt bin ich mal ganz ketzerisch Wenn Sie wüssten, was Sie oder wenn Sie zulassen würden, darüber nach zu denken, was für eine Verantwortung Sie gesellschaftlich gerade für unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben, dann wäre es hoch fahrlässig, was sie da machen.

                                                                                            Ich will sagen ja, muss aber immer vorsichtig sein, weil ich ja nicht in der Influencerin drin stecke. Der Aber ich sehe natürlich viel und ich verfolge Influencerin, wo ich dir sagen kann, dass ich anhand ihrer Posts feststellen kann, was der nächste Werbepartner ist. Also da findet eine Vorbereitung statt und wenn du dich damit beschäftigst und du hast doch vorhin die Vernetzung angesprochen, das geben wir jetzt mal nur Deutschen Raum, Nehmen wir jetzt mal ein Da hast du die Influencerin gerade in der Beauty Sport Szene.

                                                                                            Und so weiter. Die sind alle miteinander vernetzt und wenn die eine postet, dann liegt immer die Agentur, das macht die nicht selber, Dann liegt die Agentur dann und dann liegt sie da und so und schon gehen die Algorithmen und alles, was dazu kommt. Und ich kriege dann Nachricht, weil mein Algorithmus weiß ja schon, bevor ich weiß, was mich interessiert.

                                                                                            Ich kriege dann Nachricht, wer wieder neu gepostet hat und alles positiv und alles wunderbar und schön. Also so funktioniert dieser Mechanismus. Und da, der kratzt auch die eine Krähe der anderen das Auge nicht auf. Okay, vielen Dank. Das sind ja auch echt spannende, spannende Mechanismen und ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird. Also ich habe mir wie du sagst, erst 15 Jahre alt.

                                                                                            Also da wird noch einiges passiert, noch einiges passieren und ich komme wieder darauf zurück, dass wir gesellschaftlich überlegen wollen, wo wir hinwollen. Also es ganz, ganz wichtig, die noch mal ganz kurz so Instagram oder die Social Media Kanäle wir haben denen 15 Jahre die Tür offen gelassen, ohne dass wir in irgendeiner Weise dokumentiert oder reglementiert haben. Das geht auch weiter, auch was Werbung Ich habe immer wieder Influencer reden, die auch keine Werbung kennzeichnen, obwohl es Werbung ist.

                                                                                            Sei es, dass sie in irgendeinem schönen Hotel sitzen und über das Hotel sprechen und schon sind wir eigentlich in der Werbung und ich werde immer gesagt, dass ich so, so harsch darüber spreche. Und dann habe ich gesagt Ja, und wenn ich die erste bin, die das tut, dann soll es so sein. Meine Schultern sind breit und ich trage das.

                                                                                            Irgendwann muss man was sagen. Also ich glaube, reguliert wird. Es ist, ähm. Ich hoffe, das kommt. Da kommen noch ein paar mehr. Okay, jetzt zu unserem abschließenden Thema noch Essstörungen und Drogen wollte ich einfach nur kurz mal anschneiden, weil ich hier in der Arbeit bei meinem Sohn schon erlebt habe, dass der Personen am Infostand haben, die ja vor allem zu so appetitzügler Substanzen greifen wie Amphetaminen zum Beispiel.

                                                                                            Da muss man einfach, wenn man das regelmäßig konsumiert, kann man das sein Essen sein. Also ich sag mal sein Hungergefühl so reduzieren, dass man gar keinen Hunger mehr hat, so nur noch wirklich zum wenn man kurz vorm vor dass einem schwarz vor Augen wird, dann noch mal Zucker zu sich nimmt. Und da gibt es auch Nikotin. Ich habe zum Beispiel selbst meine Tabak Entwöhnung kurz gemacht und saß neben einer, die dann gesagt hat, sie wird nie ganz zum Rauchen aufhören, weil da würde sie ja zunehmen.

                                                                                            Ja, also diese das sind wahrscheinlich verschiedene Sachen, die da wieder zusammenspielen und Zwänge, oder? Keine Ahnung. Die Person hatte schon COPD und, war schon total krank vom Rauchen und hat gesagt bevor sie da diese zehn Kilo zunimmt Ja, aber das ist doch weiter so allein. Ja, da siehst du ja, dass das Beispiel. Also ein besseres Beispiel kannst du doch gar nicht mehr geben, dass ich sage, ich nehme es in Kauf zu sterben, und zwar einen furchtbaren Tod.

                                                                                            Wenn ich an einer Lunge Erkrankung sterbe, dann ersticke ich. Also das ist wirklich. Die Lunge füllt sich mit Wasser und irgendwann ersticke ich, bevor ich fünf Kilo zunehme. Also da, das ist doch kein Verhältnis. Finde ich auch nicht. Na ja, okay. Und wie oft er fährst du das Personen da so eine so eine Mischung haben oder das wirklich so paar die Drogen auch dazu nutzen um ihren Hunger zu regulieren?

                                                                                            Das merke ich besonders, wenn ich als digitale Streetworker unterwegs bin. Ich muss ein bisschen differenzieren. Bei uns in den Wohngruppen ist Alkoholmissbrauch ein Kündigungsgrund. Also die Klientinnen unterschreiben einen Vertrag, dass sie keine Drogen und keinen Alkohol nehmen. Rauchen verbieten wir nicht, Rauchen verbieten wir allerdings der Einrichtung. Also die müssen dann auf den Balkon gehen oder vor die Tür gehen.

                                                                                            Und wenn eine Klientin beim Drogenmissbrauch beim Drogen oder Alkoholmissbrauch in einer Einrichtung erwischt wird, also heißt wir trinken Drogen und und Alkohol, dann ist das ein sofortiger Kündigungsgrund. Und es geht dann auch ganz schnell. Ja, ich er Was ich in den sozialen Medien erlebe, ist natürlich klar, was du sagst Nikotin, weil Nikotin reduziert natürlich das Hungergefühl etc.. Ich habe selber erlebt, ich habe geraucht, habe aufgehört.

                                                                                            Natürlich habe ich zugenommen. Das gleiche gilt auch für out, für Alkohol. Substanzen sind natürlich auch immer als da, um Gefühle wieder zu regulieren. Da habe ich zum Beispiel einen Anfall gehabt und habe mich übergeben. Mein schlechtes Gewissen etc.. Das sind die Dinge dann. Natürlich erfährt man auch gerade aus der Modebranche, was sich Kate Moss das Beispiel mit Kokain undsoweiter.

                                                                                            Also das stelle ich fest, Ich merke es eben, wie ich schon gesagt habe, in den sozialen Medien viel, viel stärker. Und auch da berate ich dann und gebe Tipps, eventuell eben auch einem Projektpartner aus unserem gemeinsamen Projekt, dass ich sagt Melde dich mal da. Na ja, da habe ich ein paar Hilfsangebote gesammelt. Ja, die Sub besprechen wir gleich noch.

                                                                                            Ja, okay, jetzt noch die Frage Wie ist deine Einschätzung? Sind Menschen, die Party Drogen auch missbrauchen oder öfter konsumieren? Sind die eher gefährdet, eine Essstörung zu entwickeln? Man sagt immer, dass wenn er Essstörungen hat oder wer drogensüchtig ist, natürlich auch eher eine Essstörung bekommt oder umgekehrt. Also das ist schon zu erkennen. Und natürlich würde ich sagen, ist es eine Szene, die Partyszene, wo es natürlich auch ganz stark um Aussehen geht, um Körper etc. Und wenn ich da mal drin bin in dieser Szene, ist natürlich auch der Griff zu Alkohol oder anderen Drogen nötig.

                                                                                            Nicht weit die Techno Influencerin, die sehen auch alle aus, super toll aus und super Haut und ganz schlank und voll. Immer am Feiern und immer am Start. Und so weiter. Und also muss man sich halt auch überlegen, wie können die diesen Pegel, diesen ich bin gut drauf. Also wie ich schon gesagt habe, ich gehe auf eine Party, bin einen Abend gut drauf und dann brauche ich drei Tage um mich wieder zu erholen und liege wie sagt eine Freundin von immer liegt sie wieder in esse ich sozusagen um mich zu erholen.

                                                                                            Ein ganz wichtiges Thema ist natürlich dann auch die Männer und und und die Social Media Kanäle oder die Drogen. Da sprechen wir dann natürlich von Muskelaufbau, Präparaten etc. Und das ist also auch noch mal eine ganz, ganz enorme Gelddruckmaschine. Das würde auch noch mal einen ganzen Podcast füllen. Wahrscheinlich. Da können wir dann gerne nochmal. Aber da muss ich dann wahrscheinlich auch noch ein bisschen nachlesen und da gibt es da Hilfsangebote.

                                                                                            Also so zur Bodybuilder Szene. Und so weiter. Weil das kann ja auch einfach wirklich krankhaft werden und auch total ungesund sein. Na ja, offenbar gibt es, da gibt es ja so einen Hilfebedarf überhaupt. Also würde es schon geben. Ich habe letztens, ich weiß ja, in welcher Sendung das war, habe ich einen Body ehemaligen Bodybuilder gesehen. Ich glaube, es war im Nachtcafe.

                                                                                            Das ist ja auch auf SWR oder irgendwie so ist es ja so eine, so eine Talkshow, und der hat von seinem Erleben erzählt als Bodybuilder. Und der ist bei einer Bodybuilder Veranstaltung zusammengebrochen. Der hat sie also ordentlich aufgepumpt, hat natürlich seine Ernährung eingestellt. Die trinken ja dann fast kein Wasser mehr, nur noch Eiweiß und ich glaube die letzten 14 Tage vorher überhaupt nichts mehr.

                                                                                            Und der ist dann auch zusammengebrochen und hat dann gemerkt, wie perfide eigentlich das ist, was er da macht und was er seinem Körper antut. Ob es eine spezielle Beratungsstelle für Bodybuilder gibt, kann ich dir nicht sagen, Müsste man recherchieren, aber wenn es sich um Essen geht und um Körperwahrnehmung Stoffwechselstörung Ich hatte vorhin schon mal dieser Adonis Komplex, dann kann er sich auch immer eine Beratungsstelle für Essstörungen denken.

                                                                                            Danke. Okay, jetzt habe ich noch eine letzte Frage, bevor wir die Hilfsangebote durchsprechen. Es gibt so eine Abnehmen Spritze, die heißt Olympic. Die haben wir auch in unserem Kontext hier mit den Drogen ja nahegelegt bekommen, oder? Also das ist quasi so ein neues Ding, dass man quasi eine Spritze bekommt und die nimmt einem den Hunger sozusagen. Also das kann ich mir vorstellen, dass ihr da wahrscheinlich bei den Essstörungen eine Überlappung mit dem Thema habt.

                                                                                            Und anscheinend funktioniert das auch bei manchen Süchten, also dass man wirklich eine Abhängigkeit von irgendwas hat und dann einfach dieses Grafing, dieser Suchtdruck, das zu konsumieren durch diese Spritze weggeht. Ist es in deiner Beratungspraxis schon mal Thema gewesen? Es ist in meiner Beratungspraxis Thema und wer sich schön, wenn man Pillen hätten und zehn verschiedene hin und wieder lösen zehn verschiedene Mal.

                                                                                            Die einfache Lösung setzt sich einmal rein und alles ist wunderbar. Wär doch einfach toll. Also erst Musik macht natürlich extrem die Runde, weil es als erstes mal ganz einfach klingt. Also ich nehme die Spritze. Man muss dazu sagen, ich glaube, es ist jetzt auch schon für Aufklärung darüber gemacht worden. Es ist eigentlich eine Spritze, die für Diabetiker gemacht wurde.

                                                                                            Ging ja dann auch durch die Presse, dass eigentlich die Diabetiker die Spritze überhaupt nicht mehr bekamen, weil andere Personen Lifestyle, also Personen aus dem Lifestyle, sich diese Spritze besorgt haben, um abzunehmen. Also man spricht gerade in Hollywood vor den Oscars oder Golden Globes, dass dann diese Spritze wird. Wir haben ein Beispiel und jetzt sage ich auch mal einen Namen Oliver Pocher.

                                                                                            Der hat sich in einer Sendung eine Spritze gesetzt, hat jetzt auch über die Social Media Kanäle kundgetan, dass er diese Spritze nimmt, um 15 Kilo abzunehmen. Und es wäre doch gar nicht verwerflich. Ja, und da muss ich sagen, das grenzt für mich schon ein bisschen an Körperverletzung also oder Aufruf zu Körperverletzung. Auch sehr schwere Nebenwirkungen. Also man muss auch verstehen, dass man eigentlich diese Spritze dauerhaft nehmen muss, um im im neuen Gewicht zu bleiben.

                                                                                            Wir sprechen über Übelkeit, wir sprechen über Erbrechen, über Durchfall etc. etc.. Also man weiß über die Spätfolgen, die da auch kommen. Wenn ich ohne einen Bedarf zu haben. Also ich spreche immer von Personen, die keinen Bedarf haben, also kein Diabetes haben, vielleicht nur fünf Kilo Übergewicht oder meinen Übergewicht zu haben. Na, viele haben es ja gar nicht und nehmen es trotzdem.

                                                                                            Also Familie Geissen zum Beispiel, es jetzt auch im Fernsehen bekannt ist, da haben Sie und er jetzt beide diese Spritzen genommen und stellen sich so hin und tun so Ach, ist doch gar kein Problem. Also einmal kostet es viel, Das darf ich auch nicht vergessen. Ich könnte es mir gar nicht leisten. Und dann habe ich eben ganz, ganz starke Nebenwirkungen.

                                                                                            Okay, ja, Wahnsinn. Und das ist ja echt ganz schön krass. Also das ist wie wo die Essstörung. Also wir finden gar keinen Anfang und kein Ende, weil es so wie ich es ja Anfang gesagt habe, wir gehen durchs, durch alle Geschlechter durch, wir gehen durch alle Altersgruppen durch. Also wir haben noch gar nicht über Frauen in der Menopause gesprochen, Das ist ja was ganz was Neues.

                                                                                            Also. Ja, wo ist denn jetzt eine Grenze, wo eine Zwangsbehandlung zustande kommt, Also wo es wirklich schon um selbst verletzendes Verhalten geht und wo man quasi eingreifen muss. Ich hatte gehofft, dass ich um diese Frage herumkommen. Nein, also selbst verletzendes Verhalten ist ja schon wieder was anderes. Aber da sind wir ja beim Borderline etc.. Also ich muss sagen, wenn wir von Jugendlichen und Essstörungen, also ich möchte es bei der Essstörung bleiben, wenn wir von Jugendlichen und Essstörung sprechen, dann haben natürlich immer die Eltern die Verantwortung und die Eltern können auch auf eine Behandlung bestehen.

                                                                                            Wenn wir von über 18-jährigen sprechen, wird es ganz, ganz schwierig. Ja, das ist irgendwie so gleich zu setzen, wie wenn jetzt unsere Eltern anfangen, Demenz zu haben, wann können wir sie als geschäftsfähig bezeichnen? Dann muss man erst, muss man also auch vor Gericht etc. Also das ist schwierig. Also wenn ich jemand, wenn jemand unbedingt nicht essen möchte, dann kann ich ihn eigentlich schon fast nicht daran hindern.

                                                                                            Man kann dann ja eine Zwangseinweisung machen. Das wird sicher auch in dem einen oder anderen Fall passieren, vor allen Dingen, wenn dann vielleicht auch noch andere Menschen dadurch geschädigt werden. Aber es ist auch mit Recht ein sehr, sehr schwieriger Prozess und nicht so einfach zu beantworten, was immer ist. Wenn jetzt jemand zum Beispiel so magersüchtig ist oder wenn jemand jetzt sage ich auch noch Alkoholmissbrauch hat, auf der Straße zusammenbricht, nicht ansprechbar ist, dann kommt er ins Krankenhaus und dann wird er versorgt.

                                                                                            Dann wird er sicher auch, sage ich jetzt, Traubenzucker Lösung bekommen etc. dann sagen die vielleicht auch wir müssen hoch. Kalorie stimmt, der Person irgendetwas zuführen, aber sobald die wieder fit ist, dann hat sie wieder selbst die Kontrolle und kann gehen. Ja und wenn dann nicht der Moment ist, dass ich sage ich habe eine Behandlungs einsicht, es geht mir schlecht, dann passiert es halt wieder und schlimmstenfalls kann es wirklich zum Tod führen.

                                                                                            Okay, na ja, danke dir gerne. Dann die Hilfsangebote. Da ist natürlich eure Stelle, dann gibt es Therapie, Essstörungen, dann gibt es was von der Caritas, Caritas minus Essstörungen, München D Dann gibt es die Beratung, dann gibt es auf unserer Website natürlich ein bisschen oberflächlicher was zu Ernährung und Drogen. Dann gibt es was von der BZgA zu Essstörungen. Hast du noch eine sinnvolle Ergänzung dazu?

                                                                                            So würde ich dann auf jeden Fall in den Shownotes mit aufnehmen. Also eine sinnvolle Ergänzung sind wir sind bestimmt Telefonseelsorge Nummer gegen Kummer ist ist ganz ganz wichtig. Die Arche finde ich ganz wichtig, weil die Arche ja ein Thema ist. Wenn es dann um Suizidalität geht. Und das sind so die Themen, die für mich wichtig sind. Ansonsten kann ich wiederholen Anatomie, Dialog, Punkte, Idee, das ist einfach Beratung und die sind da.

                                                                                            Und Beratung ist auch die erste Präventionsmaßnahmen Information und Beratung. Danke. Okay, ganz herzlichen Dank für diese Super super für diesen super Einblick, für das spannende Gespräch. Habe es sehr genossen und fand es wirklich. Also es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, ein sehr aktuelles Thema Und ja, was möchtest du denn jetzt den Hörerinnen und Hörern noch mit auf den Weg geben?

                                                                                            Also ich hatte es schon gesagt, Also mir liegt am Herzen zu sagen, wir müssen uns überlegen, wie wir gesellschaftlich mit dem Thema Schönheit, Diäten, Sport und weiter umgehen wollen wir übermitteln. Ich möchte noch mal ganz explizit auch Eltern ansprechen. Überlegt, was für Vorbilder ihr euren Kindern geben wollt, mit was für Themen sich eure Kinder beschäftigen sollen. Ist es wirklich?

                                                                                            Sind es wirklich äußerliche Themen oder gibt es nicht was anders, weil Vorbildfunktion ist, gerade was Zerstörung angeht, ganz, ganz wichtig. Und noch abschließend Beratung, Beratung, Beratung. Super. Okay, gut, ihr nun wieder zurück zu unseren Hörerinnen und Hörern. Bleibt gerne dran. Nach einer kurzen Unterbrechung machen wir weiter mit den Infos vom Infostand. Bis dann. Danke Sabine. Gerne. Tschüss Patrick.

                                                                                            Mein Sohn ist der Münchner Szene Projekt, das zum Thema illegale Drogen in der elektronischen Musikszene Information und Unterstützung anbietet. Wir sind erste Anlaufstelle für konsumierende Interessierte, so wie Menschen, die einen Ausstieg suchen. Unter dem Leitgedanken Sauber drauf ist zu verstehen, dass unnötige Schädigungen und Folgeprobleme, die im Zusammenhang mit Drogenkonsum auftreten können, vermieden werden sollen. Substanz Konsum wird als Tatsache angesehen und nicht moralisch bewertet.

                                                                                            In diesem Sinne ist mein Sohn nicht für oder gegen Drogen, sondern bietet Information und Beratung auf Augenhöhe an. Nach dieser kurzen Unterbrechung geht es weiter mit dem Thema Safe House in Hamburg. Im Interview mit unseren ehrenamtlichen Piers Liebe Hörerinnen und Hörer, willkommen zurück! Nun habe ich unsere ehrenamtliche Pier Laura zu Gast. Hallo Laura, dass du da bist. Toll, dass du Zeit hast und was zu diesem Podcast beiträgt und dich hier verewigt.

                                                                                            Hallo, danke ebenfalls für die Einladung. Sind super cool. Heute sprechen wir über das Thema Konsum Reflexion Tipps für Nightlife Worker innen, also Menschen, die im Nachtleben unterwegs sind. Ja, Laura, du bist ganz viel bei meinem Sohn aktiv. Schon länger und am arbeitest auch auf Festivals, machst so psychische Arbeit oder auch Awareness Arbeit und du legst auch auf. Gewöhnliches Stiefmütterchen etc. Da habe ich das Sagen ja, dass du nach dem Fortlaufen nach dem Podcast ein paar mehr Follower Follower Du hast immer wieder Kontakt zu Menschen im Nachtleben, die da viel unterwegs sind, die Arbeiten, die da regelmäßig eingebunden sind.

                                                                                            Und ja, wir haben mal vor kurzem drüber gesprochen, welche Podcast Themen wir denn so beleuchten können und da sind wir gemeinsam immer auf dieses Thema hier gekommen. Ja, es kann halt einfach notwendig und sinnvoll sein, sich mit Themen mit der Thematik von Konsum und Konsum Reflexion auch mal auseinanderzusetzen, wenn man in einem Umfeld ist, wo regelmäßig konsumiert wird.

                                                                                            Definitiv. Ja genau. Und wir sprechen jetzt einfach mal darüber, warum das so ist und welche Tipps wir haben, um den eigenen Konsum und so weiter unter Kontrolle zu behalten. Und der Anteil an Menschen, die leistungssteigernde Substanzen während der Arbeit im Nachtleben konsumieren, ist erwiesenermaßen sehr hoch. Und hier ist natürlich zu sagen, dass wir nicht davon ausgehen, dass alle Menschen dem Nachtleben arbeiten, irgendwelche psychoaktive Substanzen konsumieren, sondern dass es einfach ein paar betrifft.

                                                                                            Genau. Und was macht denn die Besonderheit von einem Job im Nachtleben aus? Also ich würde tatsächlich sagen Abwechslung und auch die Nähe zum Menschen. Ich bin zum Beispiel ein sehr geselliger Mensch und auch sehr sozial. Ich liebe einfach diese pulsierende und freudige Atmosphäre. Wenn Menschen in ihrer Freizeit zusammenkommen und sich für spezielle Themen connecten. In dem Fall ist es jetzt Musik, Kunst, Tanz.

                                                                                            Ja, und das sind halt auch immer ganz außergewöhnliche Situationen, weil zum Beispiel die Gäste oder die Menschen, die diese Events besuchen, die wollen was erleben und sich vergnügen. Und da ist auch ein gewisser Druck auch hintendran, dass man was erleben will und man das geben möchte. Ja, genau. Und welche Beobachtungen machst du denn jetzt in Bezug auf Substanz Konsum, so im Nachtleben?

                                                                                            Ja, also ich denke Beobachtung triffts ziemlich gut, weil ich bin auf jeden Fall eine Person, die gerne aufmerksam das Umfeld beobachtet. Und ja, meine Erfahrungen diesbezüglich sind unterschiedlich. Also zum Beispiel auch was wird konsumiert oder zu welchem Zweck, wie häufig auch wie viel? Es hängt auch ziemlich stark von den Mainzer Menschen ab und ich finde auch, dass Gruppendynamiken definitiv nicht unterschätzt werden sollten.

                                                                                            Ja, Menschen sind einfach soziale Wesen. Es gibt zum Beispiel mal ein Beispiel einen Barkeeper, der quasi alleine die Bar schmeißt über die Nacht. Man schafft es nicht, quasi zwölf Stunden eine Bar zu schmeißen. Das heißt es geht einfach über die körperlichen Grenzen hinaus und da wird dann zum Beispiel gekokst, um die gute Laune und die Energie beizubehalten. Und das verträgt sich nicht gut mit dem Alkohol.

                                                                                            Aber es pusht sich halt gegenseitig und ist deswegen zum Beispiel relativ beliebt. Oder auch ja Festival Aufbau oder Party Auf und Abbau ist auch sehr anstrengend, damit die Leute halt rechtzeitig ihre Arbeit beenden können und dieses ganze Pensum an Arbeit schaffen. Man muss ja auch bedenken, da gibt es Organisationen davor, die feiern mit und dann müssen sie noch abbauen.

                                                                                            Ja, da wird dann Speed konsumiert, da sieht man so leistungssteigernde Substanzen ja total. Aber das ist natürlich nicht bei jedem so, es gibt auch Kollektiv und Arbeitsgruppe, die keinen oder kaum Konsum haben. Und das kommt dann aber auch ein bisschen drauf an, das. Ich würde sagen, dass das teilweise Personen sind, die entweder ihren Konsum stark reflektiert haben oder zum Beispiel auch gucken, wo es einfach nicht passend und angebracht ist zu konsumieren.

                                                                                            Also zum Beispiel auch in der Awareness, in der Psyche muss man einfach für die Besuchenden klar und präsent da sein. Da ist Konsum definitiv fehl am Platz und manchmal habe ich auch so ein bisschen das Gefühl, dass die DJs auch die nüchternsten im Raum sind, aber ich meine Hand ins Feuer lege. Ja, mit dem Titel seien. Da habe ich so ein bisschen die Erfahrung gemacht, dass die DJs, die eigentlich eher einen nüchternen Lebensstil pflegen, auch die sind, die am längsten, sage ich mal, im Business bleiben und vielleicht auch oft weit kommen.

                                                                                            Und bei den anderen, da ist schon dann die die Kunst wahrscheinlich so gut, dass sie dadurch quasi bekannt werden und dann weitermachen. Und so weiter. Aber ja, ja, es ist halt schön Performances, aber genau da würdest du jetzt sagen, dass da so ein im Nachtleben, so ein gewisser Gruppen du hast die Gruppendynamik schon angesprochen, so ein gewisser Konsumzwang auch, manchmal herrscht, um also in so bestimmten Bubbles.

                                                                                            Ja, ich würd schon definitiv ja sagen. Es ist schon schwierig, wenn alle um einen herum das machen, als Individuum da stark und konsequent zu bleiben. Und man muss da auch seine Grenzen wahren. Man muss sich vorstellen, es wird ja auch viel geteilt, ausgetauscht und ich habe zum Beispiel auch öfters den Cro den Spruch einfach gehört so ja, komm, dann ziehen wir noch eine und dann bauen wir hier zu ab und ja, natürlich wird niemand gezwungen, dass es in Kollektiven auch eine freiwillige Arbeit.

                                                                                            Aber wenn zum Beispiel Geld gegen Leistung getauscht wird, dann glaube ich, ist das vielleicht auf Gewissen eben noch mal verlockender, auch mit Konsum sich noch mal auf zu pushen und halt seine Leistung dadurch zu steigern. Genau. Würdest du sagen das ist immer so ein Leistungssteigerung Ding oder kann es auch sein, dass die Leute einfach Bock haben auf Substanz irgendwas abzubauen?

                                                                                            Ja, definitiv. Das auch. Also klar, es gibt auch Gruppen, die einfach gerne konsumieren, ja, die dem mehr zugeneigt sind. Und es gibt aber auch manche, die einfach sagen Jetzt bin ich platt. Und eigentlich eigentlich müsste ich jetzt. Na ja, wenn man jetzt länger in so einer Bubble ist und da quasi unter der Woche, hat man seinen 40 Stunden Job und am Wochenende ist man dann immer in seinem Kollektiv oder was weiß ich arbeiten hinter einer Bar noch nebenbei und man eignet sich so ein Konsummuster an, das man dann am Wochenende häufig zu Substanzen greift.

                                                                                            Was für Folgen können sich denn daraus ergeben? Ja, was ihm direkt einfällt, ist natürlich Sucht. Aber da gibt es natürlich auf verschiedenen Ebenen noch Dinge, die passieren kann, als zum Beispiel psychisch, dass man denkt, ohne die Substanzen ja bringe ich nicht die gleiche Leistung oder keine so gute Leistung. Oder man angeblich weniger kreativ oder zum Beispiel das Essen oder weniger ausdauernd ohne das Pepp.

                                                                                            Wie wir es schon angesprochen haben. Aber es kann natürlich auch genau das Gegenteil passieren, dass man unaufmerksam wird, vergesslich, man überschätzt sich auch. Und ja, natürlich nimmt er mit dem Konsum auch das Risiko zu Chancen immer mehr zu auch gefährlich definitiv und physisch. Also auf körperlicher Ebene überschreitet man seine Grenzen. Eventuell schadet durch diese Überarbeitungen, wie beispielsweise in dem Festival auf Abbau sein Muskel Skelett System.

                                                                                            Und ja, Arbeitsunfälle steigern sich durch so was sicher auch. Und ohnehin Substanzen schaden dem Organismus und dem Gewebe im Körper. Also ja, wenn man mal denkt, Verätzungen in Toxikologie, das kann die ganze Bandbreite. Und ja, sozial zum Beispiel. Wenn man darüber nachdenkt, gibt es auch einige Risiken, zum Beispiel, dass man sich zunehmend isoliert und der Freundeskreis sich zum Beispiel auch verändert, hin zu Menschen, die vielleicht zunehmend mehr konsumieren, auch und ja, der Freundeskreis einfach weniger divers.

                                                                                            Auch wird. Und welche Konsum Formen würdest du als besonders problematisch einschätzen? Jetzt so, wenn man jetzt direkt mal an mein Sohn denkt, was wir natürlich immer mitgeben, Safe House haben wir dagegen denke ich natürlich gleich in erster Linie Safe House. Das ist oftmals nicht vorhanden und auch mehr Konsum ist ganz problematisch. Dann hat auch zum Beispiel wieder dieser soziale Aspekt, dass wenn Menschen konsumieren, um sich zugehörig zu fühlen, also zum Beispiel das Gefühl haben, sie haben die Verbundenheit mit ihrer Gruppe verloren, wenn sie selber die einzigen sind, die nüchtern sind und dann zum Beispiel auch nur konsumieren, um sich gut zu fühlen oder um Antrieb zu haben und handeln zu können.

                                                                                            Wie gesagt, kreativ arbeiten zu können. In die Richtung geht zum Beispiel auch Konsum, um so Grenzen zu überschreiten. Also wie gesagt, Erschöpfung oder Lustlosigkeit zu überwinden und ganz klassisch auch wenn der Konsum in den Alltag getragen wird und man sich einfach nicht mehr abgrenzen kann und seinem Körper und seiner Psyche einfach keine Pause mehr geben. Ja, es kann ja auch passieren, dass es dann so Phasen im Sommer zum Beispiel gibt, wo mehrere Festivals hintereinander sind und dann muss man gleich irgendwie nach dem Festival am Montag dann gleich wieder arbeiten und kriegt es dann irgendwie nicht ohne Konsum in den Griff oder so was.

                                                                                            Das passiert schneller, als man gucken kann, aber das ist auf jeden Fall auch wirklich als problematisch einzuschätzen. Da sollte man auf jeden Fall zum Reflektieren anfangen. Genau. Ja, jetzt kommen wir zum Kern. Welche Fragen helfen denn deiner Meinung nach, um das eigene Konsumverhalten zu reflektieren? Also soweit ich weiß, habt ihr zum Thema Konsum Reflexion auch einen richtig tollen Podcast und auch einen super praktischen Flyer, wo man alles ja kompakt nachlesen kann und nachhören.

                                                                                            Und da lohnt sich auf jeden Fall mal reinzuhören, rein zu gucken und sich mit dem Thema noch mal ganz genau zu beschäftigen. Ich denke, was man sich aber immer fragen kann was will ich das jetzt wirklich? Oder auch was erhoffe ich mir jetzt durch diesen Konsum? Und auch eine gute Frage zum Beispiel Was sind die Vorteile, wenn ich es jetzt nicht tue, also nicht zum Beispiel denken, was mache ich also, was hätte ich jetzt davon, wenn ich es tue?

                                                                                            Das ist doch alles ganz. Sondern vielleicht auch mal drüber nachdenken, wenn ich es wirklich nicht tue, was ist denn da der Vorteil für mich? Und ja, zum Beispiel auch bleibe ich in diesem Fall meinen Prinzipien und auch meinen Grenzen, die ich mir eigentlich generell im Leben oder vor der Party gesetzt habe, bleibe ich diesen Prinzipien und Grenzen, Treue.

                                                                                            Und grundsätzlich denke ich, wenn man ambivalent ist und sich nicht sicher ist, dann ist es eigentlich nein. Man soll das nicht machen. Ja, gut, ja, da gibt es dann natürlich nochmal Strategien, um dann auch dabei zu bleiben oder vielleicht einfach die Situation zu verlassen, wenn’s geht, natürlich in der Arbeit ist schwierig. Oder auch Arbeitskolleginnen mit ins Boot holen und sagen Ja, ich habe mir jetzt das Ziel gesetzt, ich möchte während der Arbeit nicht konsumieren.

                                                                                            Bitte respektiert das. Also das gut, dein Umfeld auch mal mit einzubeziehen und dann einfach seinen Weg zu verfolgen und vielleicht auch nicht zu hart zu sich zu sein, wenn es mal nicht klappt irgendwie, sondern einfach dann an seinem Ziel weitermachen und sich überlegen, was waren denn jetzt die Trigger, die dann doch dafür gut dazu geführt haben, dass ich dann doch konsumiert habe oder so was Genau also in unserem Konsum Reflexion steht auch bestimmte Orte.

                                                                                            Und so weiter. Konsum frei halten und da ist es einfach total gut, wenn man eben so Sachen, wo man das zum Beispiel zur Leistungssteigerung nutzt oder wirklich Brettern braucht, um den Job überhaupt machen zu können. Dass ja das vielleicht mal eine Zeit lang macht, aber dann auch irgendwann reflektiert und sich halt anders orientiert, weil das ist halt kein förderlicher Substanz Konsum Definitiv.

                                                                                            Ja genau. Wie oft sollte man sich denn diese Konsum Reflexions Fragen stellen? Und wann ist denn ein guter Zeitpunkt dazu? Ich denke die Fragen kann man sich immer wieder stellen. Also immer wenn man mit Konsum in Berührung kommt, zum Beispiel vor dem Weggehen sich vorbereiten, seine Prinzipien festlegen, zum Beispiel auch und während der Arbeit. Auch wenn man etwas an, also angeboten bekommt, darüber nachdenkt, auch wirklich diese Fragen sich noch mal stellen und natürlich auch danach, so wie es der Abend verlaufen.

                                                                                            Bin ich damit zufrieden? War das jetzt eigentlich nicht unbedingt das, was ich wollte? Genau so, das würde ich mal einschätzen. Was kann man denn jetzt tun, wenn man solche Ambivalenzen, von denen du gesprochen hast, entdeckt? Wenn man sein was kann man denn da machen? Also wie ist es zu bewerten? Also ich denke auf jeden Fall sein Verhalten, was man wahrnimmt, ernst nehmen, das nicht runterspielen, das ist ganz wichtig.

                                                                                            Und auch diese widersprüchlichen Gefühle, die man vielleicht in sich hat, so ja, so schlimm war es nicht. Nee, eigentlich wollte ich nicht. Zum Beispiel so was das auch wirklich ernst nehmen. Das sind wichtige Zeichen und im nächsten Schritt kann man sich natürlich auch realistische Veränderungs Ziele setzen. Zum Beispiel, dass man sagt ich will unter der Woche keinen Alkohol trinken, statt zu trist zu sagen ich trinke nie wieder.

                                                                                            Ja genau. Und außerdem kann es wirklich sinnvoll sein, Wie du bereits gesagt hast, zu identifizieren, warum und wann tritt dieses Verhalten halt auf? Und ja, wie könnte ich in Zukunft darauf reagieren? Vielleicht sich auch Sätze vorlegen, wie man etwas ablehnt, ablehnt und sich das auch wirklich ganz fest vornehmen? Genau. Vielleicht findest du es gut, vorher schon mal so die Situation im Kopf durchspielen und sich dann genau festlegen Was sage ich denn dann?

                                                                                            Ja, ja, genau. Und natürlich auch Unterstützung von außerhalb holen. Das ist auch ein bisschen das, was du gesagt hast. Einerseits, dass man Leute einbezieht, mit in der Situation sind und sagen So, heute möchte ich nicht konsumieren, kannst mich vielleicht dabei unterstützen, aber natürlich auch professioneller, damit eins erziehen. Und ja, Unterstützung von außerhalb holen ist definitiv auch kein Zeichen von Schwäche, sondern ganz im Gegenteil, also positiv und gesundheitsfördernd ist Veränderung.

                                                                                            Anstoßen ist ja auch ein Zeichen von Stärke. Und ja, das funktioniert ganz viel einfacher, wenn man sich Hilfe von holt. Ja genau, Da gibt es zum Beispiel Drogen, Beratungsstellen, die gibt es in jeder größeren und kleineren Stadt. Die gibt es auch online, zum Beispiel andere Online Beratung die Drogenberatung, ja Drogenberatung online, die es anonym sogar und die findet ihr unter folgendem Link Beratung Punkt sauber draufkommen.

                                                                                            Genau. Danke Genau und Sozialarbeiter unterliegen der Schweigepflicht, haben Zeugnisverweigerungsrecht. Also ihr könnt euch dahin wenden und das sind einfach Leute, die wirklich immer wieder damit in Kontakt sind und auch viele Geschichten gehört haben und es einfach auch dann in Kontext setzen können, was ihr da erlebt und euch ganz zielgerichtet Tipps geben könnt, ihr euer Konsum Fehlverhalten beibehalten könnt, wenn ihr happy seid oder wie es verändern könnt.

                                                                                            Genau. Ja, danke Laura. Was möchtest du denn abschließend den Leuten noch mit auf den Weg geben? Auf jeden Fall schütze denke an deine Gesundheit, weil du hast im Endeffekt nur eine. Also wenn sie mal weg ist, dann super. Es ist schade. Gut. Ja, dann bis zum nächsten Mal. Wir machen auf jeden Fall weiter. Und. Ja, viel Spaß. Tschüss.

                                                                                            Danke, aber.

                                                                                             

                                                                                             

                                                                                             

                                                                                             

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                                                                                            1 hr 31 min
                                                                                          • Sucht und Abhängigkeit – Interview mit Ralf Herrmannstädter – sauberdrauf Folge 18 – der Mindzone-Podcast
                                                                                            Sucht und Abhängigkeit – Ein Interview mit Ralf Herrmannstädter (Caritas-Fachambulanz für junge Suchtkranke München)

                                                                                            In der 18. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ ist Ralf Herrmannstädter (Leiter der Caritas Fachambulanz für junge Suchtkranke in München) zu Gast. Nach einer kurzen Vorstellung von Ralf und seiner Einrichtung bekommt Ihr umfassende Informationen rund ums Thema Sucht und Abhängigkeit.

                                                                                            Die Caritas-Fachambulanz für junge Suchtkranke ist in München eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit problematischem Substanzkonsum: https://www.caritas-suchtambulanz-junge-muenchen.de/de

                                                                                            Ralf Hermannstädter: Diplom-Sozialpädagoge, Suchttherapeut, Leitung Fachambulanz: [email protected]

                                                                                            Das Podcast-Gespräch behandelt nachfolgende Themen:

                                                                                            • Was ist unter Abhängigkeit – stoffgebunden und stoffungebunden – zu verstehen?
                                                                                            • Unterschiede und Gemeinsamkeiten psychische und körperliche Abhängigkeit
                                                                                            • Das „drei Akteure Modell“ bestehend aus Persönlichkeit, Umwelt und Substanz
                                                                                            • Wie erkennt man, ob es sich um einen Kater oder Entzugssymptome handelt?
                                                                                            • Die Bedeutung des Mischkonsums und des Aufnahmeweges für die Entstehung einer Abhängigkeit
                                                                                            • Sinnvolle Strategie zum Ausstieg – Freundeskreis oder Arbeitsstelle wechseln?
                                                                                            • Einschätzung zu Cannabis aus Online-Apotheken
                                                                                            • Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Suchtarbeit
                                                                                            • Definition von Abhängigkeit nach ICD 10: (2 von 6 = Diagnose Abhängigkeit möglich)

                                                                                              • starker Wunsch und/oder Zwang, die Substanz zu konsumieren
                                                                                              • verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Menge und/oder der Beendigung der Einnahme
                                                                                              • körperliche Entzugssymptome
                                                                                              • Toleranzentwicklung (Wirkverlust) bzw. Dosissteigerung
                                                                                              • erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen oder sich von den Folgen des Konsums zu erholen, verbunden mit der Vernachlässigung anderer Interessen
                                                                                              • fortgesetzter Konsum trotz Folgeschäden
                                                                                              • Fazit:

                                                                                                Nehmt Hilfe in Anspruch, wenn Ihr unzufrieden mit Eurem Konsum seid und allein keine dauerhafte Veränderung herbeiführen könnt – lieber früher als später!

                                                                                                Infos vom Infostand rund ums Thema „Nutzung von Feinwaagen“

                                                                                                Generell raten wir vom Substanzkonsum ab! Die nachfolgenden Infos sind für Menschen gedacht, die sich bereits für den Substanzkonsum entschieden haben.

                                                                                                Unser heutiger Gast ist David. Er ist als Mindzone-Peer aktiv und vermittelt Euch hilfreiche Infos und Tipps rund um Thema „Feinwaagen-Nutzung“.

                                                                                                Diese folgenden Infos sind zur Risikoreduktion beim Konsum von illegalen Substanzen gedacht. Wir stehen für einen reflektierten Substanzgebrauch, Safer-Use und Harm-Reduction. Ein risikoarmer Konsum steht dabei immer im Vordergrund. Im folgenden Gespräch gehen wir immer davon aus, dass genau bekannt ist, welche Substanz in welcher Reinheit vorliegt! Nutzt Drug-Checking-Angebote und überprüft Dosierungsempfehlungen aus dem Netz immer mehrfach!

                                                                                                Es gibt drei Methoden, um Substanzen abzumessen:

                                                                                                • „Eyeballing“ – mit dem Auge und Erfahrung abschätzen; sehr fehleranfällig, im Zweifel lieber Unterdosis und herantasten, statt direkt Überdosis
                                                                                                • volumetrisches Dosieren – größere Menge abmessen und in Wasser auflösen, dann mit ml-Spritze oder Messbecher dosierbar
                                                                                                • die Nutzung einer Feinwaage
                                                                                                • Warum eine Feinwaage nutzen?

                                                                                                  • hochpotente Substanzen, bei denen Dosisabweichungen im Milligrammbereich bereits zu Überdosierungen führen: z. B. 2C-B, viele Research Chemicals, Speed
                                                                                                  • MDMA: Dosisbereich zwischen zu viel und zu wenig ist größer; um eine Überdosis (unschön) oder Unterdosis (enttäuschend) auszuschließen
                                                                                                  • die eingenommene Dosis zu kennen, ist von essenzieller Bedeutung, um Wirkung und Nebenwirkung abschätzen zu können
                                                                                                  • andere Substanzen sind so potent, dass sie erst genau abgewogen werden müssen, um sie dann noch zu verdünnen, z. B. LSD, Synthetische Cannabinoide, bestimmte Opioide
                                                                                                  • Microdosing / Minidosing
                                                                                                  • um ein Gefühl für späteres Eyeballing zu bekommen
                                                                                                  • Das musst du beachten, wenn Feinwaagen zum Einsatz kommen:

                                                                                                    • mindestens drei Nachkomma-Stellen sollte die Waage haben
                                                                                                    • behutsamer Umgang ohne übermäßige Gewichteinwirkung
                                                                                                    • keine Hitzeeinwirkung, Handy- und Magnetstrahlung
                                                                                                    • hin und wieder neu Kalibrieren nach Anleitung
                                                                                                    • Schale o.ä. mit tarieren, um Messfehler in geringen Dosisbereichen (unter 20 mg) vorzubeugen
                                                                                                    • Probe zum Test immer nochmal anheben und wieder aufsetzen – erhöht die Messgenauigkeit
                                                                                                    • Sollten Personen hochpotente Substanzen konsumieren, ist es wichtig, sie auf das richtige Abwiegen anzusprechen. Eine kleine Dosisabweichung kann gravierende gesundheitliche Folgen haben!

                                                                                                      Folgt uns in den Sozialen Medien, um nichts zu verpassen!

                                                                                                      • https://www.facebook.com/sauberdrauf
                                                                                                      • https://www.instagram.com/projekt.mindzone/
                                                                                                      • https://twitter.com/projektmindzone
                                                                                                      • Abonniert unseren Podcast und teilt ihn mit Freunden! Jetzt reinhören via Spotify, iTunes, Amazon Music

                                                                                                        Habt Ihr bestimmte Themen-Wünsche, die Euch besonders interessieren? Für Feedback, Fragen und Anregungen schreibt uns gerne unter der Mail-Adresse: [email protected]

                                                                                                        Wichtiger Hinweis:

                                                                                                        Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.  

                                                                                                        Das Transcript der Podcast Folge zum Lesen

                                                                                                        Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dient zur Informationsgewinnung und Weitergabe. Hallo und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer! Wir sind bei einer neuen Podcastfolge. Das meint so ein Podcast sauber drauf angekommen. Die 18. Folge mittlerweile und in der ersten Hälfte habe ich einen besonderen Gast hier den Leiter der Ambulanz für Junge sucht Kranke in München in der Arnold Straße, Ralf Hermannstädter.

                                                                                                        Hallo Ralf, schön, dass du da bist.

                                                                                                        Hallo Patrick.

                                                                                                        Super. Danke, dass du dir Zeit genommen hast und uns hier Rede und Antwort stehst zu den Fragen, die ich vorbereitet habe. Und das Thema ist Abhängigkeits Erkrankungen und einfach allgemein Wissenswertes dazu. Ich habe ganz viele Fragen vorbereitet, weil das extrem spannend ist und du dann natürlich als Sucht Therapeut und Sozialarbeiter, der diese Einrichtung leitest, einen super Einblick hast und wir da wirklich jetzt hier ein ganz fundiertes Gespräch führen können, bin ich total happy.

                                                                                                        Ich werde euch die ganzen Kontaktdaten von Ralf und der Einrichtung auch in die in die Show Notes packen. In die Beschreibung vom Podcast und noch zur zweiten Hälfte des Podcast habe ich unseren ehrenamtlichen David im Gespräch mit dem ich über feine Wagen sprechen, also wie man wirklich hoch potente Substanzen abwägt und warum man das auch tut, um seriös zu gewährleisten.

                                                                                                        Aber dazu später mehr nach der Pause. Ja, Party Drogen sollen ja eigentlich für eine gute Stimmung sorgen. Sie sollen zum Spaß da sein und lieber, lieber lässt man den Substanz. Konsum ist klar, dann kann man jegliche Risiken vermeiden. Aber wir wissen ja, dass junge Leute das auf einem auf auf jeden Fall tun. Und so arbeiten wir damit. Und die Substanzen können auch einfach extreme Risiken bergen und Nebenwirkungen hervorrufen in der Kurzzeit Wirkung, aber auch im Langzeit Konsum.

                                                                                                        Ja, wenn regelmäßig Substanzen in hohen Dosen auch konsumiert werden und der Körper und der Geist sich daran gewöhnen, dann ja ist es Belohnungssystem immer wieder getriggert und es kann einfach eine Abhängigkeit oder Sucht sagte man früher auch entstehen. Und jede Substanz ist dann natürlich ein bisschen unterschiedlich. Aber genau jetzt erst mal noch zu dir, Ralf Ja, du leitest diese Einrichtung und ich wollte noch fragen.

                                                                                                        Genau zu der Ambulanz für junge Suchtkranke, dass wir da mal einsteigen. Warum junge Suchtkranke? Wie unterscheidet sich das oft von anderen Einrichtungen? Zunächst mal vorweg vielen Dank für die Einladung, Patrick. Ich freue mich auf den Podcast und super, dass wir da einen guten Austausch haben. Ja, wie kam es zu dem Namen? Im Grunde ist der ziemlich irreführend, weil unsere Klientel gar nicht so jung ist.

                                                                                                        Unbedingt. Wir sind ganz breit aufgestellt, machen sehr viel. Und dieser Name ist entstanden aus der Teilung einer Einrichtung. Das heißt, früher gab es eine Einrichtung, aus der zwei hervorgegangen sind, und die einen haben sich erwachsene Suchtkranke genannt und wir junge Suchtkranke. Die einzige Unterscheidung ist jedoch bei Alkohol, dass wir bis 30 machen und die Kollegen und Kolleginnen ab 30 Alles andere ist im Grunde völlig offen, was die Altersstruktur anbelangt.

                                                                                                        Und wir machen ja Alkohol nur ja, ich möchte nicht sagen, nebenher aber auch noch. Und im Grunde haben wir ja ganz, ganz viel, was wir anbieten. Und ja, also junge Suchtkranke deswegen und was wir auch speziell haben, ist ein Angebot für junge Leute mit Jugendrichter Einweisungen. Das heißt, da ist irgendwas passiert, oft im Zusammenhang mit Substanzen, und die werden dann vom Gericht zu uns geschickt, dass wir ein paar Gespräche machen, quasi so als Auflage.

                                                                                                        Und da haben wir dann schon die junge Klientel. Und was unterscheidet denn jetzt eine Fach Ambulanz von anderen Suchthilfe Einrichtungen? Die Fachfrau Ambulanz ist im Grunde kein geschützter Begriff, soll aber schon auf ein medizinisches Angebot aufmerksam machen. Das heißt wir behandeln, man kann beraten und wir behandeln. Wir haben Anerkennung von den Kostenträgern, Rentenversicherung, auch Krankenkasse. Wir arbeiten mit einem Arzt zusammen und wir machen Therapie, wo auch Diagnosen gestellt werden.

                                                                                                        Und zu weiteren Diagnosen gestellt werden, wo dann richtige Therapie gemacht wird. Mit Einzelgespräch, mit Gruppengespräche, mit regelmäßigen Berichten an die Kostenträger. Genau. Und das ist ein Mittel mit einem anderen Rahmen auch verbunden. Wir haben viel mehr Zeit, wir können uns viel intensiver beschäftigen und wir sind auch speziell ausgebildet. Ich selber auch. Und das ist dann der Unterschied. Und deswegen nennen wir uns Fach Ambulanz.

                                                                                                        Und euer Angebot ist komplett kostenlos für die Menschen, die die Hilfe brauchen und in Anspruch nehmen. Ja, also es ist komplett kostenlos. Wir haben eine eine Kleinigkeit, das ist für Angehörige, da haben wir keine Refinanzierung und da verlangen wir einen symbolischen Betrag. 20 € für eine Stunde. Oft ist es dann sogar mehr als eine Stunde, weil wir nicht sagen So, jetzt ist die Zeit um.

                                                                                                        Ja, genau. Also das, weil wir natürlich auch Kostendruck haben. Das wird auch nicht besser. Und wir müssen dann ein bisschen schauen, dass wenigstens einigermaßen, da das gedeckelt wird. Ansonsten absolut kostenlos. Jeder kann kommen und muss sich keine Gebühren genau, die Kassen übernehmen das dann überhaupt. Kostenträger ist bei uns der Bezirk für die Beratung. Therapie ist dann nur. Also nicht alle brauchen Therapie.

                                                                                                        Es braucht nicht jeder Therapie. Und wenn jemand in den Therapie Status kommt, dann sind zuständig, habe ich erwähnt Krankenkassen und Rentenversicherung. Aber der größte Kostenträger ist der Bezirk. Dann haben wir noch die Regierung von Oberbayern, dann haben wir noch die Stadt, den Landkreis, aber mit Abstand der größte ist der Bezirk Oberbayern. Und ihr behandelt bei Alkohol und genauso allen anderen psychoaktive Substanzen.

                                                                                                        Welche Substanzen nehmen denn die Leute so am allermeisten? Oder welche? Welche Probleme seht ihr da am öftesten? Also bei uns sind alle Substanzen wirklich alles. Wir machen alles Stoff gebunden, Stoff, ungebundene Süchte. Kommen wir vielleicht später noch drauf, aber häufigste ist Cannabis. Spannend. Liegt es an der an der eher jüngeren Zielgruppe, oder? Ja, ja, ich denke schon. Also naja, auch das mit der Zielgruppe.

                                                                                                        Wir haben in dem Sinne ja nicht eine Zielgruppe, weil wir ja ganz breit aufgestellt sind. Und wir haben nicht eine Zielgruppe. Das könnte natürlich dieser, dieser Name könnte das so quasi dazu führen, dass man das so interpretiert. Aber wir haben nicht die eine Zielgruppe. Aber was wir haben, ist eben das Angebot für die Jugend richterlichen Weisungen. Und da ist ganz häufig Cannabis.

                                                                                                        Das war früher natürlich noch viel mehr. Seit Cannabis Teil legalisiert wurde, hat das stark abgenommen. In letzter Zeit ein bisschen wieder mehr Zulauf. Wir haben jetzt keine richtige Erklärung auch dafür. Es kommen jetzt wir. Wir haben so eine spezielle Gruppe auch dafür. Da waren in letzter Zeit wieder mehr, aber das hat auch stark nachgelassen. Trotzdem immer noch Substanz Nummer eins und ihr habt auch Zuweisungen bei MPU Problemen.

                                                                                                        Also ihr macht MPU Vorbereitungskurse auch und kann man sich da auch sage ich mal schon freiwillig beraten lassen? Also dass man auf euch zugeht oder muss man da überwiesen werden? Oder wie läuft es bei MPU? Nee, da kann jeder kommen. Überwiesen werden muss man nicht. Es gibt ein Orientierungs Gespräch und während des Gesprächs kann man dann für sich im Endeffekt sehen, wie es weitergeht entscheiden.

                                                                                                        Das müsste ich dann auch noch erwähnen. MPU ist keine kostenlose, kein kein kostenloses Angebot. Ja, das ist etwas, da haben wir überhaupt keine Refinanzierung, da verlangen wir einen fairen Kurs, würde ich sagen. Und machen das ganz gut erfolgreich. Ja, und wir haben ja noch ganz viel anderes. Wie ist denn euer Team da so aufgestellt? Also ihr habt verschiedene Sozialarbeiter und Therapeuten und Ärzte, was du gesagt hast, und die haben dann immer so einen eigenen Themenbereich.

                                                                                                        Ja, Nein. Ja und nein. Also, wir haben. Ich habe 17 Mitarbeiter sind tatsächlich Damen, Frauen, Mitarbeiterinnen. Deswegen kann ich das so sagen. Und einen Arzt. Einen. Einen Sucht Mediziner. Es sind zwei Psychologinnen, ansonsten Sozialpädagoginnen, viele mit Zusatzausbildung für Therapie. Und manche haben es, haben eine spezielle Stelle, zum Beispiel im Bereich Glücksspiel Sucht, die dann auch finanziert ist. Über die Landesstelle Glücksspiel, Sucht oder Medien Sucht oder Stoff gebundene Süchte.

                                                                                                        Aber im Grunde kann bei uns jeder alles, also jeder kann und soll alles können, weil die Stunden auch gesplittet sind. Manche haben in dem Bereich eine halbe Stelle und dann wieder in einem anderen und wir sind ja ganz breit aufgestellt, wir haben, wir haben MPU, wir haben eine Außenstelle in einer Substitution Praxis. Wir haben Außenstellen in der JVA Stadelheim, wir machen alle Süchte, alle Drogen, Stoff gebundene Stoffe gebunden, Glücksspiel.

                                                                                                        Wir machen betreutes Wohnen, also aufsuchende Arbeit. Wir machen Angehörigen Beratung, wir machen rauchfrei und bestimmt habe ich irgendwas vergessen. Also im Grunde kann man das gar nicht so splitten, sonst kann man eine Einrichtung nicht führen. Man kann nicht sagen Du machst das. Und dann habe ich aber gerade einen, sage ich mal, es ist in diesem speziellen Bereich gibt es gar keine Interessenten.

                                                                                                        Und dann habe ich Leerlauf. Das geht und das funktioniert im Alltag nicht. Das heißt, wenn ich in meinem Bereich jetzt mal Leerlauf hab, da mal was anderes, bis das wieder kommt. Und das gleicht sich dann auf jeden Fall aus. So im Jahresmittel, da gibt es überhaupt kein Thema. Also alles wird bedient, bloß da gibt es keinen Sinn zu sagen, Du machst nur das und jetzt kommt niemand und schaust aus dem Fenster.

                                                                                                        Wir haben ja bei den Abhängigkeits Erkrankungen gerade im Gespräch schon unterschieden zwischen stoff gebundenen und stoff ungebundenen Süchten oder Abhängigkeiten. Genau das für die Hörerinnen und Hörer. Da mal so eine Einordnung noch machen, das wir vielleicht kurz erklären. Was ist der Unterschied der Unterschiede oder was sind Gemeinsamkeiten genau? Ja, die Gemeinsamkeiten könnte man sagen. Bei beiden gibt es einen sogenannten Psycho Drogen Effekt.

                                                                                                        Das heißt, ich erlebe eine Wirkung, die meine Stimmung und Wahrnehmung verändert. Das ist die Gemeinsamkeit der Unterschiede. Ist Bei dem einen wird ein Stoff zugeführt von außen, der Stoff wird von außen zugeführt. Da gibt es ja eine ganze Palette an Stoffen. Die psychoaktive. Und beim anderen entsteht der Stoff. Durch mein Verhalten, auch das könnte man sagen, ist im Grunde eine Abhängigkeit von Stoff.

                                                                                                        Aber dem produzierte Körper selber, in dem ich das Verhalten ausübe. Und der Unterschied ist eben die, die diese Punkt Ich führe nichts zu, sondern ich produziere den Stoff. Und bei jedem Menschen ist es unterschiedlich, wie stark man davon auch abhängig werden kann, egal ob man jetzt selbst das Verhalten macht oder ob man sich von außen was zuführt. Also da gibt es jetzt keine Bewertungen, dass eines harmloser als das andere oder so was ja könnte man, könnte man schon machen.

                                                                                                        Es kommt drauf an, also wenn man es ist, es gibt in der Sucht, im Leben vielleicht allgemein, aber gerade auch in der Sucht keine allgemeingültige Antwort. Das ist immer sehr individuell. Und es gibt ja auch jetzt bei den Stoff ungebunden Süchten verschiedene. Alles, was das Belohnungssystem triggert, davon kann man im Grunde süchtig werden. Und das kann alles sein.

                                                                                                        Kaufsucht, Medien, Sucht, Essstörungen ganz genau, Essstörungen, Glücksspiel. Und so weiter. Und es ist natürlich in der Konsequenz gibt es einen Unterschied, ob ich süchtig bin aus Social Media oder süchtig bin nach Glücksspiel. Beide Stoffe gebundene Süchte. Bei Glücksspiel ist zum Beispiel die Suizidrate am höchsten von allen Süchten. Das impliziert auch die Stoff gebundenen Süchte. Und es gibt im Grunde nichts, was so schnell, so gründlich die Lebensbasis ruinieren kann wie Glücksspiel zum Beispiel.

                                                                                                        Und das ist eine Sucht. Andererseits gibt es natürlich starke Faktoren, Risiken bei Stoff gebundenen Süchten, Überdosierung auch noch mal zum Beispiel Vergiftungen, Vergiftungen, gesundheitliche Auswirkungen, die teilweise irreversibel werden können, Psychosen, Sonstiges Und das habe ich jetzt bei Stoffen ungebundenen Süchten nicht. Deswegen ist die Frage nach dem Risiko immer so ein bisschen schwer zu beantworten, weil es je nach individueller Situation kann das eine oder das andere passieren und für den Betroffenen ist dann immer die das eigene Problem, das eigene Erleben das Schlimmste.

                                                                                                        Jeder ist in seiner Lebenswelt drinnen und muss damit irgendwie umgehen und ist natürlich auch immer ultimativ von dem betroffen. Natürlich, genau jetzt gibt es noch eine Unterscheidung zwischen Sucht und Abhängigkeit oder ist es für dich das gleiche? Das würde mich sehr interessieren. Also im Grunde spielt es für mich keine Rolle. Großartig. Ich sehe immer, was ist das Problem?

                                                                                                        Ich versuche wenig zu interpretieren, sondern immer zuzuhören und zu hören, was mir gesagt wird. Und natürlich habe ich eine eigene Sicht auf die Dinge und die bringe ich ein. Das ist ja auch Teil meiner Arbeit, aber ich komm nicht mit vorgefassten Meinungen und im Grunde für mich. Ja. Also es gibt schon Unterscheidungen. Man könnte sagen, der Begriff sucht wurde im medizinischen Kontext ersetzt durch Abhängigkeit, auch im Akt und sollte eigentlich das Ablösen.

                                                                                                        Man könnte auch sagen, es ist ein Synonym. Es gibt auch verschiedene Interpretationen und es gibt verschiedene Behauptungen, dass sei das, das sei das. Ich behaupte jetzt mal meine eigene, Also das ist meine eigene Interpretation. Man kann abhängig sein, ohne süchtig zu sein und umgekehrt. Man kann süchtig sein, ohne Abhängigkeit zu entwickeln. Also Abhängigkeit bedeutet, ich kann nicht mehr ohne den Stoff körperlich, ich komme nicht mehr klar, auch vielleicht durch medizinische Indikation oder so was.

                                                                                                        Zählte auch so was mit rein theoretisch. Also wenn man das genau nimmt, könnte man sagen ja, weil ich kann zum Beispiel abhängig sein von Insulin. Ja, das ist, ich bin abhängig. Aber deswegen bin ich ganz bestimmt nicht süchtig danach. Ich sag euch, ich fiebere dem entgegen. Wann kann ich mir wieder Insulin spritzen? Das ist eine Notwendigkeit, aber ich bin abhängig.

                                                                                                        Genau. Und mit der Sucht definierst du, oder mit der Sucht verbindest du quasi so dieses, dieses Verlangen, diesen Drang, diesen Kontrollverlust. Und so weiter. Ja, also das ist ja für mich dann auch Sucht. Ähm, es gibt auch Abhängigkeiten, die nicht zu Sucht führen. Zum Beispiel ganz interessante Beobachtungen, sowohl während der vielen Kriege als auch im sonstigen Kontext in Krankenhäusern.

                                                                                                        Dass zum Beispiel Schmerzpatienten die über längere Zeit Opioide, Morphin Sonstiges bekommen haben, abhängig wurden. Aber manche kann man sagen, sind hängengeblieben, diese süchtig geworden. Die wollten das wieder haben, während andere schon Entzugserscheinungen hatten. Aber dann war es vorbei. Die hatten nicht dieses Verlangen danach. Das ist schon interessant. Also man kann sogar abhängig werden, ohne dass es dann zu einer Sucht führt.

                                                                                                        Und ich glaube, das ist so die beste Unterscheidung, die Sucht heißt Ich will unbedingt das Mittel. Ja, die Abhängigkeit heißt ich brauche es, aber ich will es nicht unbedingt. Das natürlich ist das eine mit dem anderen oft verbunden. Da gibt es keine Trennschärfe, Nur um die Frage zu beantworten. Das wäre so die Linie, die ich ziehen würde. Okay, danke.

                                                                                                        Und jetzt gibt es noch körperliche Abhängigkeit und geistige oder psychische Abhängigkeit. Das ist auch immer eine spannende Geschichte. Würdest du das nach dem Spektrum unterscheiden, also welche Botenstoffe, welche Substanz Gruppen im Gehirn ausschütten? Und dann kann man sagen, bei den zum Beispiel Gabe der Substanzen wie Alkohol oder Benzodiazepine entsteht eine körperliche Abhängigkeit oder kann das von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein?

                                                                                                        Oder genau, Eine körperliche Abhängigkeit kann von allem entstehen, was zugeführt wird. Im weitesten Sinne könnte man auch sagen es gibt ja bis zu einem gewissen 0.1 körperliche Abhängigkeit durch Drogen, die ich selber produziere, durch mein Verhalten. Also irgendwann mal ist mein Belohnungssystem konditioniert auf dieses spezielle Verhalten und den speziellen Zugang zur Belohnung. Und wenn ich das nicht mehr habe, dann fehlt das und ich fühle mich entsprechend schlecht.

                                                                                                        Ja, genau das hat wirklich körperliche Auswirkungen, auch wenn man das finde ich interessant, weil man sagt ja bei ganz vielen Sachen, ja, das macht nur psychisch abhängig. Da hat man, da denkt man dann quasi dran, Aber das, was du sagst, ist so ein bisschen psychosomatisch auch, oder? Ja, es ist auf jeden Fall ein Unterschied, ob ich von einer Substanz abhängig bin oder von einem Verhalten.

                                                                                                        Und die körperlichen Entzugserscheinungen bei einer Verhaltens sucht sind jetzt nicht zu vergleichen mit denen von einer Substanz sucht. Also da ist schon ein wichtiger Unterschied. Aber auch da kann es sein, dass ich schwitze, zum Beispiel, dass ich Unruhe Zustände habe, dass ich schlecht schlafe, dass man sich krank fühlt, dass man sich unwohl fühlt auf jeden Fall und es nicht richtig funktioniert.

                                                                                                        Das kann sein. Und es kann sein, dass ich eine Depression entwickle zum Beispiel, die dann wiederum andere Sachen nach sich zieht. Aber es ist jetzt nicht so gravierend im körperlichen Kontext. Bloß die Psyche darf man auch nicht unterschätzen, also die die Psyche eine psychische Abhängigkeit ist jetzt nicht so, ich sag, das ist jetzt so auf die leichte Schulter zu nehmen, besser als das andere oder so was.

                                                                                                        Na ja, ja, genau. Ja, also vor allem bei diesen, sage ich mal, diesen Ufern, die in der Partyszene viel konsumiert werden. Da ist so steht so die psychische Abhängigkeit oft im Vordergrund, also dieser diese Verknüpfung auch mit dem Party geschehen, das man dann immer konsumieren will, wenn man auf eine Party geht oder dass man, wenn es dann Freitag wird, schon immer irgendwie das Gefühl bekommt, dass man sich jetzt wieder was organisiert oder dann am Wochenende, auch wenn man mal nicht feiern geht.

                                                                                                        Auf Substanzen völlig verloren ist und sich die Zeit, die man da fristen muss, total sinnlos anfühlt. Also das kann schon auch wirklich heftig sein und ich denke, auch bei so jüngeren Leuten stehen auch diese körperlichen Abhängigkeiten nicht ganz so im Vordergrund wie beim älteren Klientel, was vielleicht viel mit Alkohol zu tun hat. Jetzt würde mich mal interessieren, welche Symptome würdest du definieren, wo sich ein Mensch Hilfe holen sollte, der oder die das Gefühl hat, in eine Abhängigkeit zu kommen?

                                                                                                        Wie äußert sich das? Da würde ich überhaupt keine Symptome für mich definieren wollen, sondern ich würde jedem raten, der das Gefühl hat, er hat ein Problem und er kommt alleine damit nicht weiter, soll sich Hilfe holen. Also dafür gibt es uns und auch andere. Warum nicht sich helfen lassen, wenn ich merke, etwas tut mir nicht gut und wenn ich merke, ich mache es aber trotzdem und ich krieg das irgendwie nicht hin, da den Ausweg zu finden.

                                                                                                        Eigentlich möchte ich, dass dann holt euch Hilfe. Also da sehe ich, ich würde gar nicht sagen, dieses eine Symptom ist es oder das oder das, weil Probleme sehr individuell sind. Es gibt nicht ein Problem und das ist für alle gleich. Ich ich hatte zum Beispiel zwei Clean Türen, also ein Mann, eine Frau, nicht miteinander verheiratet. Da ging es zufälligerweise im Beratungszentrum fast zeitgleich um das Thema Scheidung und für den Mann war das das Ende.

                                                                                                        Quasi so, also das hat überhaupt alles keinen Sinn mehr. Und die Frau hat gesagt, jetzt geht das Leben los. Für mich also der die gleiche Situation. Eine Scheidung ruft völlig unterschiedliche Erlebniswelten vor und Bewertungen. Deswegen kann man nicht sagen, dieses eine Symptom ist es und das, das ist bei jedem unterschiedlich. Also der eine kommt mit wenig Geld klar, der andere, wenn er merkt okay, ich habe jetzt nicht mein Mann ein bestimmtes Label, dann ist das für ihn eine Katastrophe.

                                                                                                        Und deswegen, also wenn ihr merkt, es gibt ein Problem, ich komme allein da nicht raus, holt euch Hilfe. Genau. Und lieber früher als später. Lieber früher als später. Genau das ist ja keine, keine, kein Zwang. Man kann auch sagen, jedoch nicht. Man kann zu uns zum Beispiel kommen und sich das ansehen. Und wenn man den Eindruck hat, es funktioniert dann gerne, bleiben wir nicht da, dann eben nicht.

                                                                                                        Und jederzeit auch wiederkommen. Also auch das ist nicht so ein Versuch und dann ist vorbei, sondern man kann jederzeit wiederkommen, man kann kommen und gehen. Super. Ja, und und wenn das alles in einem normalen Kontext ist und man sagt jetzt ich, ich stelle fest, das ist grad gar nicht so der Weg, dann ist das völlig okay. Wenn man dann sagt ja, jetzt erst mal nicht oder was anderes.

                                                                                                        Es ist auf jeden Fall schön von dir zu hören, dass du das man da so wohlwollend auch aufgenommen wird. Weil in der Gesellschaft ist ja einfach Substanz, Konsum und Abhängigkeiten zu entwickeln einfach volles Tabuthema, wo man ja was auch ganz viel mit Scham behaftet ist und wo man sich wirklich dann auch eher zurückzieht. Und die Menschen da wirklich noch keinen, der selbstbewusst Umgang mit haben, weil das einfach nicht so sichtbar ist, auch für andere Menschen und verständlich ist.

                                                                                                        Und es ist ja immer noch so in der Gesellschaft, dass man da quasi so abgestempelt wird, dass man da selber dran schuld ist und dass man es halt dann einfach bleiben lassen soll mit dem Konsum, wenn es nicht guttut. Und ja, auf jeden Fall gut, dass du so, dass ihr da so offen seid und dass man sich einfach mal angucken kann.

                                                                                                        Und ich glaube ja, da, Was würdest du dir denn wünschen, wie die Gesellschaft mit Abhängigkeits Erkrankungen umgeht? Normal ist es normal, ja was ist normal? Im Grunde nicht so wie es jetzt ist. Wahrscheinlich nicht so wie es jetzt ist, aber da hat sich auch schon viel getan und viel verbessert im Vergleich zu früher. Auch das was du erwähnt hast, so dieses die sind ja willensschwach oder Hör auf mit dem Scheiß.

                                                                                                        So, diese Geschichten, das ist es mittlerweile schon, glaube ich. Im Bewusstsein differenzierter. Es gibt ja auch mehr Möglichkeiten, sich quasi zu informieren. Und es gibt ja richtige YouTube Channels, wo Leute, die entweder aktuell oder früher mit dem Thema sucht, in irgendeiner Form konfrontiert worden, ganz erfolgreich, die diese Formate quasi auch senden. Und das ist schon ein anderes Bewusstsein.

                                                                                                        Aber es ist immer noch so, wie du sagst, dass es so einen Makel hat, so ja irgendwie selber schuld. Genau. Schwarze Persönlichkeit, oder? Ja, genau. Also ein bisschen könnte man sagen selber schuld. Damit kann ich bis zum Teil mitgehen. Aber es ist so einfach ist es oft nicht. Kann ich auch gleich noch was dazu sagen. Und mir wäre am liebsten, wenn das so noch normaler behandelt werden würde, weil es normal ist und weil viele von denen ich Ich habe ja so das Privileg, dass ich in alle Gesellschaftsschichten reinschauen darf.

                                                                                                        All das finde ich auch so was Privileg und überall und bei allen gibt es das und jeder hat zumindest im Bekannten oder Verwandtenkreis Beispiele und trotzdem ist es so wie das sind die anderen. Ist es aber nicht. Es sind nicht die anderen. Und wenn man mal, also wenn man ehrlich ist, also auch ich würde sagen, so meint mein Umgang zum Beispiel mit bestimmten Sachen wie Medien ist es auch nicht der beste.

                                                                                                        Also ich denke auch da könnte ich ein gesünderes Verhalten an den Tag legen und es ist bringt nichts. Bzw. Es ist ein bisschen Doppelmoral dann auf andere herabzusehen und genau das implementiert. Ich selber bin da besser oder weiter und häufig ist das nicht so! Ja genau. Ja, jeder Mensch ist ja auch potenziell von unkontrollierbar im Verhalten möglicherweise betroffen, wenn bestimmte Faktoren das begünstigen, dass eben ja so einer, also eine Abhängigkeit in den Vordergrund tritt oder sich manifestiert.

                                                                                                        Was für Punkte würdest du denn definieren, die begünstigen, dass ein Mensch in so eine, in so eine Sucht Spirale sagt man ja rein kommt? Vielleicht um es ganz kurz zu erklären eine Sucht, eine Spirale ist quasi ich führe mir was zu oder ich habe ein bestimmtes Verhalten des schüttet Dopamin oder bestimmte Botenstoffe im Belohnungssystem aus. Dann gibt es so ein Heim, also ein gutes Gefühl.

                                                                                                        Nach dem guten Gefühl ist eigentlich ein Mangel dann dieser Botenstoffe da. Das führt dann bei der einen Person, die noch nicht abhängig ist, vielleicht zu einem Kater und später dann aber ja eben zu depressiven Zuständen, zu Entzug Symptomen. Und da ist dann die Möglichkeit natürlich, die Substanz wieder zuzuführen. Das ist so die Sucht Spirale genau. Und wenn man dann eben die Substanz immer wieder zuführt, dann ist man eigentlich ja man selbst und es geht einem gut, wenn man auf diese Substanz ist.

                                                                                                        Und in der Zwischenzeit hat man oft einfach so depressive Symptome. Auch das ist es, was wir so erleben. Genau. Und ja, was dann? Was sind denn Punkte? Also ich denke da so an drei Was sind Punkte, die so begünstigen oder Faktoren, von denen abhängig ist, ob man in eine Sucht Spirale kommt oder nicht. Die drei sind aus Sucht Dreieck.

                                                                                                        Das ist genau das haben wir die Zufälle noch nicht gesehen. Jetzt, dass ich dir da gerade hinter das aber geschoben, wo ich drauf hinaus will hinauswill. Genau das ist ja tatsächlich auch aus fachlicher Sicht sind das Faktoren. Das Ganze ist ein Modell, das bildet nicht die Wirklichkeit ab. Aber es versucht sie zu erklären. Das beruht auf den drei Säulen Persönlichkeit, Umwelt und Droge und wenn in allen drei Bereichen bestimmte Faktoren zusammenkommen, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung.

                                                                                                        Eine Sucht. Aber es gibt keine Garantie. Es kann sein, dass in allen drei Bereichen viele Faktoren zusammenkommen, und ich werde trotzdem nicht süchtig. Es kann sein, dass in allen drei Bereichen wenig oder gar nichts und ich werde trotzdem irgendwie süchtig. Na ja, gar nichts geht nicht. Das heißt, im Bereich Droge muss was passieren, sonst werde ich nicht süchtig.

                                                                                                        Aber es gibt da keine allgemeingültige Regel. Bloß, sagen wir mal, im Bereich fangen wir an mit Umwelt. Es gibt zum Beispiel in Deutschland sage ich mal eine ganz hohe Akzeptanz für Alkohol bzw fast schon Druck, sozialen Druck Alkohol zu konsumieren. Das ist in anderen Ländern nicht so und das wird ganz anders bewertet. Oft. Und es gibt auch Länder, wo Alkohol gegen ganz viele Regeln, auch religiöse Regeln verstößt.

                                                                                                        Und da ist natürlich die Wahrscheinlichkeit eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln viel geringer. Dann gibt es Gesellschaften mit sage ich mal so viel Konkurrenz und wie das Ganze von außen betrachtet wird, das spielt alles eine Rolle. Also wie ist quasi gibt es ein restriktives Milieu, gewissermaßen ein Korrektiv in der Gesellschaft? Dann haben wir den Bereich Persönlichkeit, da spielen ganz viele Faktoren eine Rolle.

                                                                                                        Wie geht es mir gesundheitlich? Gibt es eine Prädisposition für Süchte? Waren meine Vorfahren süchtig? Oft hat es also eine ganz lange Historie. Kann ja genetisch auch weitergegeben werden. Ja, das kann genetisch. Genau das ist die genetische Disposition. Oder auch das Lernen am Modell. Wenn man quasi von jemandem großgezogen wurde, der oder die Dann Abhängigkeits Erkrankung hat und ich lernte es als Kind, wie die Person eben mit Problemen umgeht oder mit der Substanz auch dann die Substanz zuzuführen, um Probleme zu unterdrücken, dann lerne ich das natürlich.

                                                                                                        Mein Kind saugte alles auf. Genau. Ja, das sind Faktoren. Frühkindliche Erfahrungen, Vernachlässigung, Missbrauch, Krankheiten zum Beispiel. Ein Schmerzpatienten wird natürlich mit Schmerzmittel in unserem Gesundheitssystem früher oder später in Berührung kommen. Das sind so Sachen, wenn ich immer Schmerzen habe, wenn ich depressiv bin, wenn ich Ängste habe, wenn ich von Hause aus schüchtern bin und und und. Da gibt es jede Menge medizinische Faktoren, die eine Rolle spielen.

                                                                                                        Und was ich noch cool entspannend find, sind so Bewältigungsstrategien. Das finde ich immer einen total wichtigen Punkt, weil ich das oft erlebt habe, dass Menschen, die wirklich früher ganz viel Party Drogen konsumiert haben, auch und so richtig tief drin waren. Wenn die dann in ihrer Phase, wo sie ja, sage ich mal, den Konsum reduzieren wollen oder das wieder wieder die die Kontrolle bekommen wollen, dann sehe ich ganz oft, dass die Leute dann Sport machen.

                                                                                                        Die greifen dann auf Dinge zurück, die sie früher auch gemacht haben. Und wenn man da ganz viele Anhaltspunkte hat, auf die man zurückgreifen kann, um eben das Belohnungssystem zu füttern, um auch die Zeit gut rum zu bringen, dann ist es von der Persönlichkeitsstruktur auf jeden Fall hilfreich, wenn da schon früher auch mal ein Grundstein gelegt würde, dass man sich über verschiedene Wege glücklich machen kann, sozusagen.

                                                                                                        Ja, und dann haben wir in den letzten zehn letzten Punkt, dass wir die Droge selbst das Wichtigste ist Die Droge muss bei mir etwas Positives auslösen, sonst besteht die Gefahr, dass ich süchtig wird. Geht gegen Null, es sei denn, ich wird gezwungen, sie zu konsumieren. Aber dann werde ich eher abhängig als süchtig. Das heißt, die Wirkung muss mir zusagen, erlebe ich alles Mögliche.

                                                                                                        Manche sagen, Cannabis ist meine Droge, manche sagen Cannabis komme ich gar nicht klar. Ja, so oder LSD oder sonstiges. Die sagen einmal nie wieder. Ich denke über uns rauchen. Wenn man so die erste Zigarette raucht, dann wird einem schwindlig. Man kriegt Nikotin, Kokain wird schlecht, man muss das quasi so inhalieren, dass man schon so macht, damit man es überhaupt, dass der Körper das überhaupt aufnimmt.

                                                                                                        Und dann werden Leute so schlimm Nikotin abhängig, die dann echt sagen Meine Persönlichkeit funktioniert ohne Rauchen gar nicht mehr, weil das eben bestimmte Punkte dann eben erfüllt. Ja, das ist also wirklich, also da ist dann irgendwann mal mit dem Rauchen passiert es dann eben, dass eine Abhängigkeit entsteht. Aber auch da, wenn die, wenn die Wirkung mir überhaupt nicht taugt, dann werde ich auch Entzugserscheinungen haben.

                                                                                                        Aber dann fällt es viel leichter, davon wieder wegzukommen. Und andere andere Punkte sind wie gebrauche ich das, wie häufig, in welcher Dosierung sind Abstände dazwischen? Und so weiter. Also das sind dann sind wir schon bei den Tipps, die wir auch immer weitergeben. Genau. Also das sind so Faktoren. Das heißt, wenn ich häufig hart konsumiere, viel zu mir nehme, keine Pausen dazwischen, dass und wenn die Droge mir zusagt, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher.

                                                                                                        Und wenn in allen diesen drei Säulen man im Modell sind es dann oft so Kreise und in der Mitte überschneiden die sich. Und wenn da viele Faktoren sind, die sich überschneiden, also viele Punkte in diese Überschneidung, dann ist die Wahrscheinlichkeit einfach höher, dass man eine Sucht entwickelt. Danke. Das erklärt auch, dass das eben nicht nur mit einem schwachen Willen oder einer schlechten Persönlichkeit zu tun hat oder was weiß ich, was da immer gesagt wird, sondern wenn das Umfeld nicht passt oder ja, wenn die Substanz einfach die falsche ist, von der man abhängig wird, dann kann es ab einem gewissen Punkt einfach so extrem schwierig werden, dass Menschen da einfach selber nicht mehr rauskommen.

                                                                                                        Ja, also auch zu diesem Punkt mit schwache Persönlichkeit. Und so weiter. Also so einfach ist es nicht. Ich weiß, dass du das nicht so meinst, aber so einfach ist es nicht. Das wird auch gerne mal so von außen interpretiert. Genau. Es ist ganz, ganz häufig so, dass jemand, der abhängig wird, versucht irgendwie klar zu kommen und das ein Mittel ist, um irgendwie klar zu kommen.

                                                                                                        Es ist nicht standardmäßig so, ich nehme Party, Drogen und dann lande ich Narben. Kann passieren, wenn man nicht aufpasst, dass man abhängig wird. Aber wenn jemand richtig süchtig, kann es ganz häufig sind Sachen im Hintergrund ja, die ich auch erwähnt habe heftige Traumata, heftige Traumata, psychische Erkrankungen und psychische Erkrankungen, Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, Selbstmedikation, dann oft gewissermaßen Depressionen, schlimme Kindheitserfahrungen, Vernachlässigung, schlechte Vorbilder.

                                                                                                        Und so weiter. Und jeder, der der Meinung ist, die sind selber schuld für Es ist, wenn man das Gleiche mitgemacht hätte und auch so sage ich mal vielleicht einen Freundeskreis war, wo dann plötzlich etwas ist, das man Zugang bekommt zu Stoffen, wo man meint, das funktioniert für mich. Ich habe plötzlich das Gefühl, ich komme klar mit mir selber, dann sind die Substanzen Mittel zum Zweck, um klar zu kommen, oder?

                                                                                                        Genau. Und irgendwann kommt man nicht mehr davon weg. Ja und? Und dann ist es durchaus nicht so abwegig, dass ich selber vielleicht den gleichen Weg gegangen wäre, so dass Wissen bekommt man eben auch nur durch Gespräche mit Menschen, die das erlebt haben und dass das wirklich so eine ganz große Barriere auch in der Gesellschaft und da brauchts finde ich viel mehr Diskurs oder auch Einblicke oder das, was du sagst mit diesen Podcasts und auch mit YouTube Videos, wo Menschen, die abhängig waren, dann erzählen Ja, das müssen die Leute natürlich auch wollen, also die, die sage ich mal nicht abhängig sind.

                                                                                                        Sich darüber zu informieren und damit auseinanderzusetzen, machen ja auch ganz viele einfach nicht. Vielleicht auch zum Selbstschutz, weil sie damit sagen Nee, nee, damit habe ich gar nichts zu tun, weil das natürlich auch so ein so ein Damoklesschwert ist oder so eine ganz große Angst, dass man mal von irgendetwas abhängig wird. Und ich glaube aber, je mehr man sich auch damit befasst, ist man dann später, wenn mal ein Schicksalsschlag kommen sollte oder sich irgendwas im Leben verändert, ist man dann vielleicht auch gerüstet, da das vielleicht so eine Abhängigkeit dann nicht entsteht oder dass man dann gewisse Fehler nicht macht, die dann eben zu so einer Abhängigkeit führen?

                                                                                                        Ja, jetzt noch vielleicht. Ihr berate doch Angehörige, was ich total spannend finde. Wie sollten denn Angehörige oder Freunde von Menschen mit Suchtproblem damit umgehen? Das ist mal so die erste Frage. Genau. Authentisch, auf jeden Fall authentisch. Und es ist häufig. Es ist häufig so bei Angehörigen, dass die sehr lange sehr viel mitmachen in dem Glauben und in der Hoffnung, das wird schon.

                                                                                                        Und wenn ich nur lang genug durchhalte und irgendwelche Schwierigkeiten aus dem Weg räume, dann wird das schon, weil der die hat mir das ja versprochen. So, und das führt dann oft dazu, dass die Angehörigen selber gewissermaßen in diese, in dieses Muster Sucht eingebunden sind. Man spricht da auch gerne von Abhängigkeit, dass sie da dieses Muster auch bedienen und aufrechterhalten, indem sie vermeiden, dass die Betroffenen die Konsequenzen in vollem Ausmaß spüren.

                                                                                                        Was wichtig ist für die Entscheidung zum Ausstieg. Ich muss merken, das ist nicht so toll. Wenn jemand mir alle Steine aus dem Weg räumt, dann komme ich nicht an den Punkt. Und also was ich häufig erlebe, ist dann, dass zum Beispiel die Frau anruft in der Arbeit oder man ist krank. Dabei hat er einen Kater oder oder ist betrunken oder kommt vom Koks runter und ja und die die decken das, die schützen, die Betroffenen eben in der Hoffnung wird dann schon werden.

                                                                                                        Aber wenn eine Abhängigkeit besteht, wird es nicht. Und wichtig ist authentisch sein, auf sich schauen, die eigenen Grenzen beachten. Ganz wichtig besucht Sucht ist von Haus aus etwas Grenzenloses. Da gibt es keine Grenze. Also da gibt es nicht so ein gesundes Maß. Es ist ohne Grenze und ohne ohne Limit. So und deswegen auf die eigenen Grenzen achten, ganz wichtig und sich nicht irgendwie abbringen lassen von der eigenen Wahrnehmung.

                                                                                                        Der Süchtige sind Meister darin, irgendwelche Geschichten zu erfinden, zu verkaufen. Und da sind Gehirn, das so dahin zu drehen, dass es irgendwie alle anderen schuld waren oder dass doch nicht so schlimm war. Und es gibt immer den schlimmeren Konsumierenden usw ich kenne das genau genau. Ja, also zumindest für die haben Süchtige ganz, ganz viele Strategien, um dem Gegenüber irgendwie weiß zu machen.

                                                                                                        Das ist alles ganz anders und das habe ich im Griff. Und ist alles nicht so schlimm. Und was hast du? Das Problem liegt bei dir und es gibt einen Spruch in der Sucht Arbeit. Den habe ich im Studium gelernt und ist hundertProzentig wahr. Sucht und Lüge gehört zusammen. Sucht und Lüge gehört zusammen. Das ist einfach so und da muss man einfach als Angehöriger sehr, sehr vorsichtig sein und sehr bei der Wahrheit bleiben und auch selber für sich nicht anfangen.

                                                                                                        Irgendwie vielleicht mit gleichen Mitteln zu arbeiten. Also möglichst ehrlich sein, möglichst transparent sein und wenn nötig konsequent ist nicht immer so einfach, weil es Leute betrifft, die man liebt, in der Regel weil der Mensch ist. Ja, das ich glaube helfen ist, glaube ich angeboren beim Menschen, dass man aufeinander achtet und jemandem hilft, dem es nicht gut geht. Und dann ist es aber, wie du sagst, vielleicht manchmal Hilfe am falschen Punkt.

                                                                                                        Also das ist ja total paradox. Man soll die Leute eigentlich, die dann so eine Abhängigkeit haben, ihre Konsequenzen spüren lassen und das schließt das Helfen dann sozusagen aus. Und es ist total schwierig, glaube ich. Ja, das schließt das Helfen, die die Definition von Helfen, so müsste man das sagen, ist eine andere, weil das, was hier, was ich glaube, was hilft, gar nicht hilft, weil das ja irgendwo auch verkehrte Welt ist.

                                                                                                        Im Endeffekt müsste ich den den Betroffenen ein gewisses Maß an Leid zumuten, damit sie da rauskommen, Weil ich kann nicht aus einer Sucht rauskommen, ohne dass ich einen Preis zahlt. Das ist erst mal nicht schön. Es ist auch nicht schön in der Sucht zu sein, aber so ein Ausstieg ist etwas, das schwierig ist, gerade wenn ich Entzugserscheinungen habe oder sonstiges und wenn ich mich damit auseinandersetzen muss und sehen, okay, ich bin süchtig, das ist nicht leicht, aber da muss man durch.

                                                                                                        Und das ist dann im Endeffekt, wenn ich das zumute, ist das eine Hilfe. Aber erst mal ist es verbunden mit mit Konflikten, mit Leid und das das widerspricht zudem dem Empfinden von Helfen. Ja. Jetzt ist noch spannend, wie sich eine Person, die nicht in der Abhängigkeit ist oder die das noch nicht erlebt hat, wie sie sich vorstellen kann, wie so eine Abhängigkeit sich anfühlt.

                                                                                                        Aber ich glaube, dazu gucken wir uns einfach mal die Kriterien vom ICD zehn an, oder ich habe da die sechs Kriterien mal gesammelt und würde diesen mal nur ganz kurz vorstellen. Also der ICD zehn ist ein Diagnose Tool, was Ärzte und Psychotherapeuten nutzen, um Diagnosen stellen zu können, damit dann eben eine von der Kasse bezahlte Behandlung auch möglich ist.

                                                                                                        Wir finden es halt so aus unserer Stand Arbeit hier ganz spannend, weil da sind so ein paar Punkte drin, die man bei so einer Konsum reflexion also um zu gucken bin ich also wie, wie stehe ich zu einer Substanz oder ist das schon ein Gefahrenpotenzial? Da kann man diese Punkte auch ganz gut heranziehen. Man sagt, wenn 2/6 der folgenden Punkte mit Ja beantwortet werden, dann spricht man von einer Abhängigkeits Erkrankung und die Punkte sind ein starker Wunsch oder Zwang, die Substanz zu konsumieren.

                                                                                                        Der nächste Punkt verminderte Kontroll Fähigkeit bezüglich des Beginns der Menge und der Beendigung der Einnahme körperlicher Entzug Symptome ist der nächste Punkt dann eine Toleranz Entwicklung, also ein Verlust bei der gleichen Dosis. Oder man hat dann eine Dosis Steigerung. Dann der nächste Punkt wäre ein erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, sich von den Folgen zu erholen. Und in der Zeit vernachlässigt man dann auch andere Interessen und ein fortgesetzter Konsum trotz Folgeschäden.

                                                                                                        Ja, na ja, welcher dieser Punkte definiert für dich jetzt die Schwelle zwischen noch missbräuchlicher Konsum? Das ist ja, so sagt man, die Vorstufe zur Abhängigkeit, die natürlich auch schon gefährlich ist und wo auch schon viel passiert von der Gesundheit, vom Sozialen. Und so weiter. Aber da zählen zum Beispiel so Überdosierungen, häufige Überdosierung schon mit rein. Genau. Was? Was macht denn für dich diese Schwelle aus?

                                                                                                        Du hast gesagt, ich soll einen Punkt rauspicken und dann würde ich sagen was heißt und würde ich sagen, das ist dann ganz klar Entzugserscheinungen. Ja, das ist so, das ist so, da ist man drüber. Was sind denn der Unterschied zwischen einem Kater und Entzugserscheinungen? Ja, also ein Kater, Wie merkt das eine Person, wenn er das merkt? Die Person, die weiß dann schon ganz bestimmt die, die weiß den Unterschied.

                                                                                                        Der Kater ist im Grunde eine Abwehrreaktion des Körpers auf eine Vergiftung und das Signal ist Macht das nicht mehr. Und da auch häufig so die Schlussfolgerung, die man daraus zieht, ist da Ich trink nie wieder oder bis zum nächsten Mal der also die Entzugserscheinungen sind ein Signal, Ich brauch das unbedingt und ich will das. Aha. Also das heißt, beim einen ist es so lass beim anderen ist es so, dass du das hier bekommst.

                                                                                                        Und das ist, das ist der Unterschied. Und es ist dann ein ganz starker Drang, das zuzuführen, während beim anderen so ein ganz starker Drang ist, das nie mehr anzufassen. Deswegen sollte man das Konter besser auch bleiben lassen, oder ich ich glaube, es bringt doch nichts. Ich glaube, das ist eh so eine, so eine Urban legend Konter. Wie sollte man bleiben lassen?

                                                                                                        Ja, ich meine persönlich ja, führt zu nichts. Naja, man wärmt halt den Rausch quasi einfach wieder auf und verhindert, dass diese Entzugserscheinungen auch in gewisser Weise entstehen. Quasi am nächsten Vormittag dann weiter trinken, so, bevor der Kater richtig einsetzt. Ja, also ja, genau das verzögert das Ganze nur Genau. Und wir hatten ja die Frage, wie man sich so eine Abhängigkeit vorstellen kann.

                                                                                                        Also wie würdest du jetzt einer Person, die nicht abhängig ist, erklären, wie sich zum Beispiel ihr Partner oder ihre Partnerin fühlt? Dazu müsste ich ja selber abhängig sein, um das wirklich erklären zu können. Ich hab früher mal geraucht und ich bin abhängig von Koffein und habe dann immer wieder auch Phasen, wo ich das lasse. Jetzt aktuell seit Silvester verzichte ich komplett auf.

                                                                                                        Zucker also jetzt in purer Form, wenn irgendwo drin ist Reinkarnationen, Kette oder was das nicht. Das heißt, da könnte ich etwas erklären, aber das ist keine Erklärung, die irgendwie sage ich mal eins zu eins angewendet werden kann, weil es Unterschiede gibt. Es ist ein Unterschied, ob ich abhängig bin von Koffein oder von Alkohol oder von Alkohol oder von Heroin.

                                                                                                        Das ist ein das sind eklatante Unterschiede. Die Entzugs symptome sind einfach andere, die ziehen sich nicht so lang bei Koffein und auch so und auch der Drang und auch wird das ganze Drumherum, das ist das hier und da liegen Welten dazwischen. Und trotzdem sind beide, sagen wir mal, wenn man so sagt Kaffee und Heroin. Beide sind abhängig und trotzdem ist es man kann nicht sagen Ach, du fühlst sich bestimmt so wie ich, wenn ich keinen Kaffee trink.

                                                                                                        Nein, ich fühle mich ganz anders, wie wenn du keinen Kaffee trinkt. So, und deswegen ist es schwer. Aber Sagen wir mal, wenn man mal so das Was? Was? Jetzt reden wir mal von Alkoholsucht, von Heroinsucht usw. Wie fühlt sich ein abhängiger, ein Abhängiger fühlt sich immer getrieben. Er fühlt sich immer getrieben, weil er immer sicherstellen muss, dass der Stoff verfügbar ist.

                                                                                                        Deswegen ist es auch gut, dass es zum Beispiel Substitution gibt. Das erleichtert vieles und führt nicht mehr zu diesem Druck. Unbedingt beschaffen zu müssen und dann egal was zu tun, um an diese noch zu kommen. Das ist so, das ist gut, aber das wäre so etwas. Und dann quasi im Grunde ab einem bestimmten Level, ist es es fängt an mit einem guten Gefühl, das ich wieder haben möchte.

                                                                                                        Ähm, du hast ja die Diagnose Kriterien aufgezählt. Davon war eine Toleranz Entwicklung, das heißt ich entwickle eine gewisse Toleranz gegenüber dem Stoff und das bedeutet, ich brauche immer mehr davon, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Die Rezeptoren im Gehirn werden abgebaut und werden stumpfer. Je mehr ich konsumiere und der Körper produziert davon weniger. Das ist im Rahmen der Homöostase.

                                                                                                        Der Körper stellt das Gleichgewicht her. Ich brauch immer mehr, um die gleiche Wirkung zu erzielen und irgendwann bleibt die Wirkung aus und irgendwann ist es so, dass ich mich viel mehr schlecht fühl, weil der Stoff nicht da ist als dieser kurze Moment, wenn es einfährt. Und ich sage ja, jetzt bin ich erlöst. Und diese Erlösung ist ja oft auch nur das Beenden der Entzugserscheinungen.

                                                                                                        Ja, also ein Opioid wirkt immer, das ist auch so eine Illusion. Oder sagen wir mal so ein Mythos, dass irgendwann bin ich nur noch normal bin. Ich konsumiere, das haben mir viele bestätigt. So ist es nicht. Es fährt schon noch ein, aber es lohnt sich nicht mehr. In der Rechnung. Es ist viel mehr Qual. Also diese kurze Moment und es ist im Grunde nur ich denk ich denk zu, ich denk zu und ich muss immer mehr zudecken.

                                                                                                        Und bei Alkohol ist es noch schlimmer, weil das so giftig ist. Das ist ja so giftig, dass ich quasi ständig mit körperlichen Reaktionen auch zu tun habe, diesen ganzen und das ganze Gift abzubauen, Krankheiten entwickle. Und so weiter. Und mit Alkohol gibt es dann irgendwann auch diesen Punkt des der Euphorie überhaupt nicht mehr. Da ist es dann wirklich nur so ich funktioniere und ich versuche dieses, dass es mir immer schlechter geht mit noch mehr trinken und dadurch geht es mir noch mehr schlecht und es geht nur noch bergab.

                                                                                                        Also so fühlt sich ein Süchtiger, der hat das Gefühl, er kommt da nicht mehr raus und der hat gewissermaßen so einen Deal mit dem Teufel eingegangen. Da kann man sagen ja, und es ist dann oft so die Sehnsucht nach Erlösung und aber keine kein Gefühl für die Wie schaffe ich das und was ist die Perspektive? Wie komme ich da raus?

                                                                                                        Ich habe noch eine weitere Frage Erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, eine Abhängigkeit zu entwickeln, wenn man nicht Konsum betreibt? Würde ich mit einem Ja beantworten. Der Grund ist Es gibt Wechselwirkungen. Es gibt Wirkungen, die sich gegenseitig verstärken. Und es gibt im Gehirn, im Belohnungssystem keine klare Zuordnung. Das heißt im Endeffekt gibt es verschiedene Wege, wie ich Belohnung herstellen kann im Gehirn.

                                                                                                        Es gibt nicht nur einen Weg. Und wenn ich mische, dann verbaue ich mir so ein bisschen die Möglichkeit, dass ich sehr gut Auf diesem Weg geht es nicht, aber es gibt noch einen anderen. Das heißt Ich leere mein Belohnungssystem gewissermaßen aus. Na ja, und die Wahrscheinlichkeit ist auf jeden Fall höher. Beim Konsum. Am unwahrscheinlichsten ist es, wenn ich überhaupt nicht konsumiere.

                                                                                                        Ja, und wie ist es mit dem Aufnahme weg? Wenn ich jetzt was oral konsumiere, dann dauert es 20 bis 40 Minuten bis es blutet. Und wenn ich was rauche, ist es ja sofort da. Aber das macht auch was, oder es macht auf jeden Fall was. Also die Die Zeitspanne von Handlung bis zur Wirkung ist wichtig. Das heißt, ich habe sofort das Gefühl von Belohnung und diese Verknüpfung bleibt dann auch.

                                                                                                        Im Grunde ist dann die Handlung unmittelbar verknüpft mit der Wirkung und das ist auf jeden Fall ein wichtiger Faktor. Danke, danke. Das war sehr spannend. Wenn wir jetzt vom Aufhören sprechen als nächsten über Punkt sage ich mal für unser Gespräch noch, welche Stellschrauben muss ich denn ziehen, damit ich meinen Konsum nachhaltig einstellen oder reduzieren kann? So aus deiner Suchttherapie Blickrichtung Was empfiehlst du den Leuten?

                                                                                                        Das Wichtigste ist, eine Entscheidung zu treffen. Es bringt nichts zu sagen Ja, das wäre ja jetzt ganz nett, aber eigentlich möchte ich es gar nicht und mal schauen, was rauskommt. Also wenn ich möchte, dass sich etwas verändert, dann muss ich mich dafür entscheiden. Dann muss ich an den Punkt kommen zu sagen So, Ende. Egal was, egal was es kostet nur Meter Watt und dann das tun, was nötig ist.

                                                                                                        Das ist das Wichtigste. Und auch im therapeutischen Prozess der wichtigste Punkt, an denen ich versuche, mit meiner Klientel zu kommen Eine Entscheidung. Du Sagst nur Meter Watt. Oft ist ja das soziale Umfeld zu verändern. Einer der Tipps, die man gibt oder? Es ist einfach extrem schwierig, in einem Freundeskreis, der konsumiert, aufzuhören mit der ganzen Geschichte. Und der Mensch ist ein soziales Wesen und den ganzen Freundeskreis, den man sich über Jahre auch aufgebaut hat, zu verlassen, Kontakte abzubrechen, das klar zu kommunizieren und dann auch zu merken, dass vielleicht gar keine gemeinsame Basis da ist, obwohl man das Gefühl hatte, das waren meine Freunde, kann schon ganz schön hart sein.

                                                                                                        Gibt es da irgendwie Tipps, um diesen Freundeskreis nicht verlassen zu müssen und es trotzdem nachhaltig zu schaffen, den Konsum einzustellen? Komplett oder? Ja, noch mal kurz zu vorher, Das spielt da auch gut rein. Was du gerade winters bei dieser Frage nach dem Was erleichtert den Ausstieg? Es gibt einen Begriff aus der aus der Therapie. Der nennt sich Stimulus Kontrolle.

                                                                                                        Das heißt, ich müsste so nach und nach sehen. Was ist überhaupt, was sind die Auslöser für meinen Konsum? Die müsste ich erst mal identifizieren und dann versuchen, den Stimulus, den Auslöser, den Reiz zu kontrollieren, zu sehen, Was löst das aus? Wie kann ich das vermeiden oder minimieren? Und eine Möglichkeit, diesen Stimulus zu minimieren ist Ich bewege mich nicht in den Kreisen, wo konsumiert wird.

                                                                                                        Das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt und das ist natürlich nicht leicht. Wenn ich zum Beispiel an Menschen denke, die im Nachtleben arbeiten, die immer damit konfrontiert sind, während ihrer ganzen Arbeitszeit, dass Menschen trinken, das ist ja, man kann nicht sagen wechselt den Job. Oder doch? Da kann man sagen, man kann alles haben, gibt es keine Möglichkeiten, den Job weiter beizubehalten und irgendwie selber seinen Konsum einzustellen, wenn man mal abhängig war.

                                                                                                        Doch auch das gibt es. Es ist nur extrem schwierig, es ist extrem schwierig und es funktioniert eher selten. Auch da es funktioniert. Ich hatte auch mal einen Klienten, der ganz bewusst dann auch in einer Wirtschaft gearbeitet hat. Er hat gesagt also diese, dieser Kontrast hat ihm geholfen, das war ein Mann, also hat ihm geholfen und für ihn hat das funktioniert, auch über längere Zeit.

                                                                                                        Ich hatte dann später noch mal Kontakt in einem anderen Kontext, da hat das funktioniert. Ich habe aber auch ganz viele andere, viel, viel, viel mehr andere Beispiele. So von dem Klienten, der meinte, er müsse sich jetzt konfrontieren und geht in den Aldi. Das war der Aldi. Ich hoffe das ist keine Werbung, also ein ein Discounter Firewall und stellt sich da vor Schnaps illegal und hat mir das ganz stolz erzählt.

                                                                                                        Ja, das war ganz toll. Ich stand da. Er sagt Bitte nicht, bitte nicht. Warum? Warum dieses Risiko eingehen? Und der war dann genau mit einem Schnaps nicht viel danach extrem rückfällig. Also richtig, der, der wurde dann quasi. Der ist aus der Einrichtung raus. Das war eine stationäre Einrichtung. Und dann gab es noch Kontakt und der wurde dann im Endeffekt in in seiner früheren Wohnung, die er zusammen mit einem Mann mit seinem Vater hatte, dann irgendwie total wieder richtig, richtig tief drin im Endeffekt dann angetroffen und kam dann wieder.

                                                                                                        Aber am Ja. Ja und und zur Frage wie wie kann man den Freundeskreis behalten? Ich habe auch häufig erfahren bzw dann eben wurde mir mitgeteilt, dass wenn man eine Sucht entwickelt hat, dass sie diese Freundschaften je nachdem bei Party Drogen. Mag das anders sein, aber mittlerweile sind Party, Drogen, Benzos, sonstiges oder zumindest ein Teil davon mittlerweile integriert. Und dann reden wir hier von dem gleichen Phänomen und solche Sucht Freundschaften sind dann irgendwann auch nicht mehr richtige Freundschaften bzw es verändert sich die Persönlichkeit, die Prioritäten verändern sich.

                                                                                                        Mit zunehmendem Alter geht das oft auch auseinander, von Haus aus. Die Freundeskreise gehen in verschiedene Richtungen. Jeder Mensch entwickelt sich und das ist dann, das ist dann so eine, so eine Sache, dass so dieser diese implizierte Verlust ich verliere da ganz viel häufig dann nur noch eine Illusion ist und man nicht so viel verliert. Aber sagen wir mal, wenn ich wirklich etwas verlieren würde und das möchte ich, also das gibt es ganz bestimmt, kann das sein, dass das der Preis ist?

                                                                                                        Ja, und oder oder zumindest für eine gewisse Zeit. Also es kann sein, es gibt auch Leute, die wirklich die Stadt wechseln, weil sie sagen, da ist verbrannte Erde, da kann ich nicht mehr sein. Alles erinnert mich, alles triggert mich. Die Leute animieren mich zum Konsum aus den verschiedensten Gründen. Und das ist für mich, der ich kann da. Und die wechseln wirklich so komplett die Lebenswelt.

                                                                                                        Und deswegen Ich habe kein Patentrezept dafür zu sagen, ich bleibe im gleichen Freundeskreis oder in einer Arbeit, wo ich immer konfrontiert bin. Da würde ich eher sagen vielleicht Prioritäten setzen und schauen, dass ich erst mal klarkomme und nicht so viel auf einmal möchte. Danke. Spannend finde ich noch so eine Belohnungs Erwartung, also dass es auch schützend ein Faktor sein kann.

                                                                                                        Zum Beispiel 50 % der Zeit, die man in einen Club geht und feiern geht, einfach nüchtern zu bleiben. Dass man diese Koppelung an den Club und den Substanz Konsum, dass das nicht ein, dass man dem vorbeugt, der sozusagen das hilft. Ich würde sagen, das hilft. Wenn du mit 5 % meinst. Ich bin einmal komplett nüchtern und einmal komplett nüchtern und einmal denkt ja, also ich, wenn man 50 % sagt, drei Stunden bin ich nüchtern und dann weine ich genau dann würde ich sagen, ist das auf jeden Fall eine wichtige Erfahrung.

                                                                                                        Danke. Das ist differenziert aus der und und ein wichtiges Biofeedback, dass ich sage ich ich merke, es geht auch ohne und man hat Zugang zum eigenen Belohnungssystem. Und oft ist es so, wie Wie manage ich das so ein bisschen? Und Training auch wahrscheinlich Training. Schlechtes Antrainieren ist wahrscheinlich leichter, als das wieder loszuwerden. Also das Gefühl von Glück oder Unglück entsteht ja durch die Interpretation von Situationen.

                                                                                                        Es gibt ja nicht Ich hatte ja das Beispiel mit der Scheidung, das von Hause aus irgendetwas. Es gibt keine Realität in dem Sinne, es gibt immer nur die Betrachtungsweise, die Betrachtungsweise und die Interpretation. Und daraus resultiert ein Biofeedback. Und da kann ich natürlich ganz viel in meiner Interpretation arbeiten und das, was ich zulasse an Freude, wenn ich von Hause aus denke, also langweilig ohne, dann ist es langweilig, ohne, wenn ich das wirklich glaube, wenn ich sage cool Ding, Musik ist cool, was auch immer und cool, dass ich nüchtern bin und mich darüber freue und und das Leben nehmen, wie es kommt und nicht denke.

                                                                                                        Das muss jetzt aber hier ganz anders sein und die andere sind so und so und oft ist es ja auch von anderen behauptet, dass es so geil ist und so DJing, das gehört auch dazu, ein bisschen Show auf und deswegen denke ich, ist es eine gute Übung zu sehen, wie funktioniert ich im normalen Kontext und kann ich da auch ein Maß an Vergnügen?

                                                                                                        Darum geht es ja dann auch. Und Freiheit rausziehen ohne Mund. Ich behaupte ganz klar ja. Und auf Dauer ist das die viel bessere Strategie, Weil das Leben besteht nicht nur aus Party, Drogen, sondern aus ganz vielen Alltagssituationen. Und wenn man gelernt hat, möglichst in irgendeiner Form Bewertungs Muster zu finden, die zuträglich sind, dann kann man die immer haben.

                                                                                                        Also ganz klares Ja, spannend. Vielen Dank. Jetzt kommen wir zum Ende. Aber ich habe noch zwei Fragen. Ich möchte bei der ersten Frage noch mal zum Anfang zurückkommen. Du meintest ihr behandelt oder ihr geratet am meisten Menschen mit Cannabis Abhängigkeiten. Jetzt gibt es ja gerade diese Online Apotheken, wo man sich hoch potentes Cannabis in einer super Qualität ganz easy nach Hause bestellen kann.

                                                                                                        Und wir haben jetzt gerade Ende Februar 2025 also wir haben jetzt bald ein Jahr Cannabis Entkriminalisierung. Siehst du einen Anstieg von Problemen in Bezug auf Cannabis? Es gibt da noch keine so offiziellen Zahlen oder so was wie wie Wie ist es bei euch? Probleme müsste man definieren. Na ja, da haben wir ja schon gesagt, dass das immer individuell ist.

                                                                                                        Aber wir wissen ja, es gibt auf jeden Fall genau dieses Phänomen, das du erwähnt hast, dass wir beobachten das wirklich über so Online Apotheken, dass man nicht mal gesehen wird. Mittlerweile ist ganz normales und ganz leicht. Ich viel einen Fragebogen aus und stelle mir noch selbst eine Diagnose, gewissermaßen. Und ich kann natürlich googlen. Was sind gute Antworten? Das ist alles kein Problem.

                                                                                                        Ich Ich habe Schmerzen, ich schlaf schlecht. Ich habe wenig Appetit, was weiß ich. Und dann schon fühle ich die Kriterien. Und dann Natürlich Brauchst du Cannabis? Selbstverständlich. Hier, zahle mal hier die Gebühr und dann kriegst du das wissenschaftlich und ärztlich verordnet nach Hause. Das ist natürlich im Grunde, könnte man sagen, dealen. Ja, wieso nichts anderes. Das heißt, ich verkaufe die Du da, ich verkauf Stoff und kriegst dafür.

                                                                                                        Und das ist aber, was ich auch beobachte bzw. Was mir mitgeteilt wird ist, dass ja die Nachfrage auch so ein bisschen gestiegen ist und das Angebot teurer geworden ist. Das kann nur zusammenhängen mit Angebot und Nachfrage, das heißt das Cannabis kostet mehr. Ja interessant, interessant. Und weil eigentlich ist es ja eine Strategie, auch wenn man von der staatlichen Abgabe irgendwann mal spricht.

                                                                                                        Diese zweite Säule kam ja leider nie, dass es lizensierte Fachgeschäfte gibt und da ist ja ein Punkt, dass man das Produkt so günstig anbietet, dass man quasi dem Schwarzmarkt Konkurrenz macht oder dass der Staat das Cannabis so zu so einem günstigen Preis abgibt, dass die Leute auch sagen Ja, dann kaufe ich halt lieber da das gute Produkt, was Qualitätssicherung durchlaufen hat und was halt einfach auch günstiger ist.

                                                                                                        Aber interessant, dass du sagst, die Preise steigen. Okay, das wird mir berichtet. Ja, diese Säule vom Preis, das ist immer Angebot und Nachfrage. Der Schwarzmarkt wird ja nicht verschwinden, nur weil der Staat sagt so, jetzt ist das legal. Das heißt, der Stoff muss irgendwo herkommen. Momentan. Wir haben zum Beispiel eine Kooperation mit einem Cannabis Club, aber der Club selber existiert ja in der Form nicht.

                                                                                                        Das heißt, der ist ja der, der lebt ja nicht. Das ist ja nur auf dem Papier der existiert. Aber da ist jetzt, da passiert ja nichts. Also in Bayern zumindest. Genau. Genau. Und deswegen ist da denke ich mal, die Situation noch relativ unverändert. Nur eben mit dem Unterschied, dass jetzt das Signal ist, es ist jetzt nicht mehr verboten.

                                                                                                        Ja, und das führt natürlich auch zu offeneren und nicht unbedingt zu einer Stagnation. Ich denke, auf lange Sicht wird sich das so verhalten wie in anderen Ländern auch, wo das Modell so in ähnlicher Form quasi propagiert wird. Und der Konsum wird nicht großartig steigen. Am Anfang kann man damit rechnen, dass es so zunimmt und dann wird das sich einpendeln auf dem Mars wie vorher mehr oder minder.

                                                                                                        Aber das weiß ich alles nicht. Nur das, was mir berichtet wird, ist leichter Zugang über über Online Apotheken oder online Ärzte. Genau. Und steigende preise auf dem schwarzmarkt und teilweise hoch potentes Gras und auch aber quasi in den APO in den Apotheken. Was verschickt wird ist mitunter mal so, mal so, also was von den Apothekern. Das ist teilweise gut oder schlecht, möchte ich nicht sagen, weil ich jetzt nicht sag stark ist gut, das andere schlecht.

                                                                                                        Aber die Unterschiede sind teilweise eklatant bei einem und denselben Produkt. Oder meinst du jetzt Unterschiede bei den Sorten? Also ob das dann überhaupt sinnvolle Sorten sind, die du verkaufen? Oder meinst du, die Qualität schwankt total von einem und demselben Produkt? Das meine ich, dass quasi, wenn ich Gras bekomme, das nicht unbedingt Gras ist. Also das ist nicht unbedingt.

                                                                                                        Manche sagen, das ist ja voll der Mist und manche sagen ja, das ist ordentlich. Also ich, ich habe jetzt auch recherchiert, weil es für mich nicht relevant ist, wer was verschickt und dann würde ich, wenn ich es wüsste, würde ich es hier bestimmt nicht sagen. Ja, weil ich das ganze Modell fragwürdig finde und niemandem in die Karten spielen möchte.

                                                                                                        Aber das ist so, was mir berichtet wird. Ja interessant. Okay, und meine zweite Frage wär, weil cih total gehypt wird und gerade alle davon reden, dass auch in Deutschland einfach noch viel zu wenig getan wird und die Unternehmen das zu wenig nutzen, da ganz viel vorangebracht werden muss. Kali und die sucht Arbeit. Wie wird sich das entwickeln? Also wird irgendwann jetzt einen Sucht Therapeuten ersetzen oder wie?

                                                                                                        Wie siehst du das? Niemals, Niemals. Nein, ist nicht möglich, weil eine Maschine nicht die Beziehung ersetzen kann und das Modell und das Vorbild und das Gefühl. Die Maschine gibt Antworten. Und ich bin der Meinung. Gar nicht schlecht. Ich habe dasselbe schon getestet. Also, das sind schon fundierte Antworten. Aber ich brauche im Grunde auch ein Gegenüber und ich brauche jemanden, der schwingt.

                                                                                                        Und es gibt Untersuchungen, dass im therapeutischen Kontext die Botschaft nicht die Hauptrolle spielt, sondern der Therapeut und die Beziehung das heißt nehme ich dem das ab? Wie fühle ich mich in seiner Gegenwart? Gibt er mir das Gefühl von Auftrieb, von Zuversicht. Das kann nur ein Gegenüber. Die Maschine kann das nicht. Also ich sag nicht die Antworten. Wie gesagt, die sind fundiert.

                                                                                                        Ich hab dasselbe getestet, aber es kann keine, kein Gefühl ersetzen, keine Bindung. Ich habe keine Bindung zu einer Maschine. Und da gibt es natürlich alle möglichen Entwicklungen, dass ich sage, ich habe so, dass die Illusion einer Bindung und ich, im Grunde ich, ich. Es gibt ja auch Leute, die sind mit Puppen verheiratet, das gibt das alles gibt es.

                                                                                                        Also ich möchte das gar nicht. Auch bewerten. Nur wenn es im therapeutischen Kontext Die Puppe wird dir wenig Feedback geben, ja oder dich auch nicht ständig motivieren und sich freuen, dass ihr wiederkommst und dass du gesünder ausschaut. Und ja, und was die KI nicht kann, was auch gut ist, ist mal kritisch sein oder auch mal sagen Ja, jetzt komm mal runter, ja oder siegen.

                                                                                                        Ich bin ja mit meiner Klientel per se, dass man auch mal sagt das ist es funktioniert so nicht. Jetzt werden und haben sie anders gedacht und das ja. Also die KI ist oft sehr wohlwollend und selten kritisch und manchmal muss man auch kritisch sein. Und manchmal muss man sagen Nee, so nicht, so geht es nicht. Und manchmal muss man auch sagen, das und das.

                                                                                                        Im Gesamtkontext der KI ist es egal, ob sie einen Termin verpassen oder nicht. Die weiß auch nicht, was da dranhängt usw. Die gibt vorgefertigte Antworten, die aus dem Internet saugt und die hat nicht den Überblick und die weiß nicht gleichzeitig, wie die Frau oder der Mann oder die Kinder das ganze sehen und kann das in Kontext bringen. Und das wird meiner Meinung nach auch nie möglich sein.

                                                                                                        Man kann nicht einen Menschen ersetzen in vielen Bereichen. Also wo ich sag, da ist die KI bei Wissen jetzt schon absolut deutlich besser sogar weil der Mensch auch immer sein subjektives Ding mit reinbringt. Aber eine Beziehung kann eine Beziehung nicht, Maschine nicht ersetzen und Therapie ist Kontakt Sport. Na ja, gut, da. Ja super, dann kommen wir zum Ende.

                                                                                                        Vielen Dank für das super spannende Gespräch. Ich konnte total viel mitnehmen und finde es echt immer extrem spannend, über dieses Thema auch zu sprechen. Da gibt es noch viel mehr. Wir haben ja bei manchen Punkten auch nur einige Phänomene angeschnitten. Also man könnte da noch extrem viel drüber reden machen. Wir auch gerne. Und ja, danke Ralf, für das super Gespräch und ihr Hörerinnen und Hörer dürft gerne weiter zuhören.

                                                                                                        David wird jetzt gleich was über ihn wagen erzählen, wie man die benutzt. Und ja, Ralf, danke dir. Was möchtest du denn den Leuten noch abschließend mit auf Weg geben? Ja, vielen Dank auch an dich. War mir eine Freude hier zu sein. War auch für mich sehr interessant und ich genieße das immer auch so ab, sei es von meinem Alltag.

                                                                                                        Ich bin jetzt nicht so der große Weisheiten mit. Ich würde sagen passt so, wo ich auf schaut genau was sie macht. Seid euch immer bewusst bei dem was ihr macht und achtet auf eure Grenzen und dann wird alles gut. Mein Sohn ist der Münchner Szene Projekt, das zum Thema illegale Drogen in der elektronischen Musikszene Information und Unterstützung anbietet.

                                                                                                        Wir sind erste Anlaufstelle für Interessierte, so wie Menschen, die einen Ausstieg suchen. Unter dem Leitgedanken Sauber drauf ist zu verstehen, dass unnötige Schädigungen und Folgeprobleme, die im Zusammenhang mit Drogenkonsum auftreten können, vermieden werden sollen. Substanz Konsum wird als Tatsache angesehen und nicht moralisch bewertet. In diesem Sinne ist also nicht für oder gegen Drogen, sondern bietet Information und Beratung auf Augenhöhe an.

                                                                                                        Nach dieser kurzen Unterbrechung geht es weiter mit dem Thema Sei Fuß in Hamlet. Im Interview mit unseren ehrenamtlichen Peers Herzlich willkommen zurück, liebe Hörerinnen und Hörer, Jetzt machen wir weiter mit den Infos vom Infostand. Heute habe ich unseren ehrenamtlichen David dabei. Hallo David, grüß dich! Schön, dass du hier bist, dir die Zeit genommen hast und es freut mich super, dass du dich zum folgenden Thema über feine Waagen eingelesen hast und hier deine dein Wissen teilst.

                                                                                                        Du bist Physiker Studierter und kennst dich bei chemischen Sachen bei Substanzen auch super aus und bist wohl die Bereicherung fürs Team. Ja, super, schön, dass du da bist. Ja, danke, Danke uns auch gut, dass ich so als Physiker meine Nische in der sozialen Arbeit gefunden habe. Als Ehrenamtliche beim Verein bist du jetzt Vorstand, habe ich gehört. Ja, ja, da bin ich jetzt Vorstand.

                                                                                                        Genau. Das ist sozusagen die Berliner Version von Mein Sohn. Genau. Super. Toll gesagt. Viel Erfolg Erst mal bei der neuen Sache hier. Genau. Und wir starten jetzt. Es geht um fein Wagen. Wir wollen die Informationen sammeln. Wie immer. Zu risikoreich. Reduktion bei illegalen Substanzen. Da steht immer ein genussvolle und natürlich risikoarme Konsum im Vordergrund. Wir gehen beim folgenden Gespräch davon aus, dass ihr immer wisst, welche Substanz vorliegt und in welcher Reinheit und welches Derivat.

                                                                                                        Und so weiter. Das ist ganz wichtig. Wenn ihr das nicht wisst, dann wird es schwierig, weil man dann natürlich Fehler bei der beim Abwiegen machen kann und nutzt auf jeden Fall Drug Checking. Es geht. Überprüft. Wenn ihr Dosierungen Empfehlungen im Internet findet, überprüft die immer auf mehreren Seiten. Manche sind ein bisschen subjektiv, auch die man so findet. Am besten sind hier meiner Meinung nach staatlich geförderte Seiten, die wenn Sie Dosierung Empfehlungen rausgeben, dann sind die immer fundiert und ihr werdet da bei Substanzen, die nicht gut erforscht sind, auch keine Dosis Empfehlungen finden.

                                                                                                        Überprüft, woher ihr das Wissen habt, wie die Probe zusammengesetzt ist, weil Dealer oft selber ja nicht wirklich wissen, was sie verkaufen und es auch bei Onlineshops jetzt abzeichnet, dass hier oft ja neue Derivate verkauft werden, wo man wirklich noch gar nicht viel drüber weiß und die teilweise extrem überdosiert dosiert sind. Wir haben jetzt hier mit den Zähnen ganz üble Erfahrungen machen müssen mit wirklich einigen Todesfällen in Deutschland und da war das Präparat um ein Vielfaches überdosiert, was da so für den Endkonsumenten vorbereitet wurde.

                                                                                                        Also total krass. Also bitte echt Vorsicht, das ganze mit Vorsicht genießen gerade genau allgemein. Also ich gucke auch immer wieder auf die Webseiten und was halt alles neu im Umlauf ist und man merkt relativ schnell, dass die Leute einfach das sind halt Verkäufer, das sind nicht sie haben nicht Pharmazie studiert und der Regel nicht ethisch fragwürdige Grundsätze. So ein bisschen.

                                                                                                        Also denen geht es oft einfach darum, ihre Ware an die Leute zu bringen und also ich würde sagen, es ist eine absolute Seltenheit, dass sich Dealer wirklich gut auskennen. Also wenn man da mal irgendwie kritische Fragen stellt am Festival, wenn irgendwie jemand vorbeikommt oder so boah, also die haben keine Ahnung, was sie verkaufen, was meine Erfahrung also ich wüsste nicht eine Person, wo ich gedacht habe, aha, da kennt sich jemand aus.

                                                                                                        Und früher war es so, da waren dann Mittel wie Milchzucker oder so was drin. Und heute kann es halt gut passieren, dass man einfach was komplett anderes verkauft bekommt. Die Zeit hat sich schon echt schwer geändert, gerade der selbst im Internet. Das ist oft so ein einer dieser Derivate da. Dann wird dann oft gesagt na ja, das ist wie sagen wir LSD, Amphetamin und da ist dann nur eine kleine chemische Änderung gemacht und die Leute unterschätzen, glaube ich, wenn man das nicht sich auskennt, was eine kleine chemische Änderung bedeuten kann, das kann zu völliger Änderung gehen.

                                                                                                        Ja, es gibt keine Ahnung. Der Unterschied zwischen zwei CB und DOB zum Beispiel. Das ist ein Prinzip, ein rein einzelnes Kohlenstoff Kästchen. Also wenn man die Moleküle nebeneinander legt, dann sieht man da gar nicht so auf ersten Blick den Unterschied. In der Wirkung macht das ein Unterschied von 16 Stunden und übelsten Paras und allem möglichen. Also da muss man wirklich aufpassen.

                                                                                                        Und wenn man sich da nicht auskennt und dann jemand vorbeikommt, wo man dann ein schönes Verkaufsgespräch macht, dann glaubt man natürlich sofort so Ach ja, ist das gleiche, nur legal. Aber da muss man wirklich, wirklich vorsichtig sein. Organische Chemie, Da können kleinste Änderungen wirklich dramatische Unterschiede hervorrufen. Ja, jetzt sprechen wir heute über die Dosierung von Substanzen, wenn man eben genau weiß, was man da hat.

                                                                                                        Und da gibt es drei verschiedene Möglichkeiten. Kannst die mal ganz kurz vorstellen. Ja, also es gibt das klassische Bowling, das ist quasi, dass man halt mit dem Auge so abschätzen. Das ist natürlich am schnellsten und irgendwie auch am bequemsten. Aber ja, es ist extrem fehleranfällig. Also wenn man da, wenn man eine Waage sozusagen hat, dann kann ich das allen nur empfehlen, einmal irgendwie einen Brocken zu wiegen mit dem Auge und dann mit der Waage und den dann wirklich klein zu hacken und ein winziges flüssiges Pulver zu zerteilen und das dann noch mal anzugucken.

                                                                                                        Und dieser Brocken da wird viel, viel, viel kleiner vorkommen als dieser Haufen beim Bowling. Also da macht man Fehler, keine Ahnung, da kann man locker mal das Dreifache fälschlicherweise irgendwie abschätzen. Das geht halt bei Sachen einigermaßen gut, wenn man versucht sich heranzutasten, sozusagen. Aber bei Dingen, wo wirklich eine Einzel Dosis die richtige sein muss, ist das absolut fahrlässig, würde ich mal sagen.

                                                                                                        Und das hängt davon ab, was man so ein bisschen von dem will. Sage ich immer man ist, wenn man soll. Man sollte sich immer die Frage stellen warum mache ich das jetzt gerade? Und wenn, dann Die Antwort ist so wahr ich will irgendwie keine Ahnung Exzess haben oder irgendwie auch mal was Verbotenes oder was ein bisschen Doofes tun, sozusagen, ist es völlig valide.

                                                                                                        Aber es ist gut, sich den Gedanken vorher mal zu machen und dann ist es richtig. Aber die meisten Leute, glaube ich, würden am Ende zustimmen, dass sie einen geilen Abend haben wollen mit ihren Freunden und dann hilft es weder den Freunden noch einem selber, wenn man irgendwie dann tiefer und schwitzend oder ein Blackout irgendwo im Sani Zelt verbringt.

                                                                                                        Genau. Dann haben wir noch Voodoo. Metrisch ist zu sehen. Genau das ist die exakte erste Dosierung Möglichkeit, würde ich sagen. Also so was wird auch viel im Labor verwendet. Das ist im Prinzip man nimmt irgendwie eine größere, gut wie bare Menge von der Substanz und löst sie dann meistens Wasser einfach auf. Dann hat man eine große Wassermenge, wo man jetzt weiß, in diesen keine Ahnung Tropfen Tropfen ist nicht so gut, Tropfen sind variabel, aber du kannst Also man macht halt ein Messbecher voll, Was in diesem Messbecher ist, keine Ahnung, ein Gramm einer Substanz und dann kann man mit einer Spritze ohne Kanüle wirklich nur zum Messen der Flüssigkeit kann man dann im Prinzip über Dreisatz

                                                                                                        sagen. Na gut, wenn das ganze Gefäß so viel hat, dann ist es eine halbe Spritze. Sind dann keine Ahnung 100 Mikrogramm. Also LSD ist ein Klassiker, der nur damit zu dosieren ist, also eine Waage, mit der man LSD Mengen messen kann. Ja, schwierig. Dann muss man sich gut auskennen und mal sagen wir mal einen größeren Kleinwagen investieren, um da wirklich eine gebrauchte Version von so einer Waage zu bekommen.

                                                                                                        Ja, da geht ja beim Aufteilen dann auch wahrscheinlich viel zu viel verloren. Wenn ein Mikrogramm Bereich Arbeit ist. Da macht es dessen was auflösen am meisten Sinn und dann kommt es auf die Bögen drauf und diese Papierbögen zum Beispiel. Genau, und wird dann getrocknet und dann ist es, wenn’s gut gemacht wird, ist es gut, gleichmäßig verteilt und dann haben wir noch die fein Waage, auf die wir heute eingehen wollen?

                                                                                                        Genau auf einen Wagen, was würde ich sagen, ist eine Vereinbarung. Alles was bis ein Milligramm ungefähr runter Anzeige hat Milligramm deswegen, weil die meisten psychoaktiven Substanzen ein Milligramm Bereich irgendwie aktiv sind. Wie viel NachKommastellen sind es? 300 Millimeter. So 1000 Kilometer. 1000 Gramm. Genau, und das würde ich sagen, ist unter diesen ganzen Safe House Dingen, die man so als Tipp mitgeben kann, ist das eine der besten und billigsten Dinge, die man überhaupt tun kann.

                                                                                                        Es ist ein weites Spektrum und wir müssen irgendwie, man muss da so ein bisschen einen Weg finden, wo man quasi von völliger Verantwortungslosigkeit bis absolut irgendwo so ein Zwischending finden muss. Und ich würde sagen eine Waage, da ist man für 20 € kriegt man dann schon was, was einem da sehr weit in Richtung sicheren oder sichereren Konsum. Genau da sprechen wir gleich noch, welche wir da empfehlen würden.

                                                                                                        Aber warum sprechen wir denn überhaupt über das ist die Frage. Na ja, es hat zwei Gründe Gibt es Erstens Substanzen, die einfach sehr lose sensitiv sind. Da kann man vielleicht noch mal drüber reden. Das ist natürlich leider auch jetzt nicht so gut ab. Die aber gerade geringe, also wirklich sehr kleine Mengen einfach. Da ist dann der Fehler, den die Waage bauartbedingt hat, ist dann schon in dem Bereich, wo die Wirkung stark schwankt.

                                                                                                        Das ist so das erste und das zweite ist auch bei bekannten Substanzen, wenn man zum Beispiel klassisch in Thema Es ist so, dass ja von anderen Apotheken Produkten kennt man das auch. Man weiß jetzt keine Ahnung wie viel Kopfweh brauche ich um eine IBU 400 zu rechtfertigen oder eine 200 und wofür es so viele eben gerade machen ist.

                                                                                                        Für welche Party sind dann 80 Milligramm MDMA sozusagen? Und wenn man jetzt wir Pillen hat oder Teile, dann weiß man nicht, wie viel drin ist. Man weiß auch beim nächsten Mal nicht so hell, dass da letztes Mal Es war ein cooler Abend, dann hätte ich gerne wieder man dann keine Möglichkeiten, also so ein bisschen auch ein Gefühl dafür zu kriegen.

                                                                                                        Was bedeutet das dann? Oder wenn dann Leute irgendwie vorschwärmen halbes Gramm vernichtet an einem Wochenende und dann kann man das auch ein bisschen einordnen. Ist das jetzt Angeberei oder das ist es eigentlich ganz wenig? Oder ist das irgendwie was, was ich auch möchte? Dass es verantwortungslos wie, wie, wie stehe ich dazu? Und also da, ein Gefühl dafür zu kriegen, was so eine gängige Dosis ist?

                                                                                                        Ja, keine Ahnung. Nudeln, Wasser, Salz. Ich auch nicht irgendwie, sondern irgendwann hat man raus wie viel Nudel was ist, wie viel Salz reingehört, dass das gut schmeckt, sozusagen. Genau. Und deswegen wird man es vielleicht in dieser Form, wenn es so fein dosiert werden muss einfach mal ab. Genau, genau. Und dann kriegt man auch ein Gefühl, auch vielleicht für späteres Fieber so was auch ganz gut, wenn man Waage hat, dann wird man irgendwann sehen.

                                                                                                        So hey, das sieht mir jetzt aber einfach ein bisschen zu viel aus und dann nehme ich mal weniger, oder? Keine Ahnung, kümmer Mich mal drum, das klarzustellen. Genau. Und selbst wenn man jetzt selber keine Waage besitzen sollte, dann kennt man vielleicht den Dealer des einen oder die Schülerin seines Vertrauens und kann dann mal dieses Gramm was man da hat auf der Waage angucken und auch mal klein machen und dann kriegt man ein bisschen Gefühl dafür, dass man aber am besten natürlich die Sachen bevor man in den Club geht, sich vorbereiten, die Sachen so abwiegen, dass man das quasi schon griffbereit hat, ist natürlich dann auch die Gefahr, erwischt zu werden, dass irgendwelche Unfälle passieren, weil

                                                                                                        man dann irgendwie zu viel erwischt, weil man schon irgendwie berauscht ist oder so, die sind es. Gefahr ist natürlich geringer. Da empfehle ich den Leuten am Strand immer, wenn man dann zu Hause, dass abgewogen wurde, das am besten in so kleine Kapseln einpacken, die gibt es auch in vegan. Das ist das klassische Gelatine. Mittlerweile ist es auch vegan erhältlich um diesen durchsichtig und dann kommt halt das Pulver oder die Krümel da rein und ich empfehle Leuten immer irgendwas Farbiges noch dazu zu tun, dass man dann einfach sehen kann, Müsli oder so was, ein Stück Müsli oder irgendwas Essbares, dass man das auseinanderhalten kann man sich irgendwie noch auf ein Zettel schreiben?

                                                                                                        Ja, Himbeere. Es die höhere Dosis. Ja, klingt doof, aber im Prinzip keine Ahnung. Verschwommene Sicht man dann nachts um 4:00 irgendwo auf dem Klo, muss schnell, schnell machen. Und genau. Wenn man dann die Dosis mit der hohen Dosierung für Freunde zum Beispiel verwechselt, ist das auch einfach nicht mehr geil. Und das kann man dann auch verhindern. Und Vitamine sind natürlich auch gut fürs Feiern.

                                                                                                        Genau. Und noch ein weiterer Punkt wäre Micro Doping. Da braucht man es eigentlich immer eine Waage oder so, außer man kauft ein Präparat, was schon so ist. Aber wenn man jetzt wirklich bei manchen Substanzen Micro Dosen oder Mini Dosis machen will, auch sich so die kleinste absehbare Wirkungs erzeugende Einheit nehmen will, zum Beispiel von MDMA oder von Ketamin, dann kann man da auf jeden Fall auf eine Waage zurück greifen.

                                                                                                        Genau. Man muss auf jeden Fall darauf achten, dass die Waage halt bis ins Milligramm oder eine Anzeige hat, also drei NachKommastellen Gramm Dabei grundsätzlich noch mal die Warnung so wagen. Nur weil die drei NachKommastellen anzeigen, heißt das nicht, dass die auf drei NachKommastellen genau wiegen. Also weil Labor Waagen. Da kommt dann Datenblatt mit, da steht dann drin, wie groß da die Schwankung.

                                                                                                        Bei den Billig Wagen steht das natürlich nicht dabei oben, aber bei der Waage, die ich da mal getestet habe, da würde ich sagen sind so plus -2 Milligramm ungefähr. Das heißt wenn man jetzt 80 Milligramm abfüllt, dann könnten das auch irgendwie auch 67 82 sein. Hängt dann von der Substanz ab, ob das sozusagen ein Fehler Bereich ist, der sagen wir mal schlimm oder wünschenswert ist.

                                                                                                        Um das wäre jetzt bei so höher so würden denke wir haben dem nicht so schlimm, aber es gibt zum Beispiel zwei CB, das ist so ein bewirkt Bereich irgendwo im Milligramm Bereich, sage ich mal und da kann dieser Messfehler schon auch einen großen Unterschied machen. Also da muss man dann aufpassen, wie benutzt man so eine Waage? Ja, das ist im Prinzip eine sensible Version von normaler Koch Waage.

                                                                                                        Da tut man halt keine Kartoffeln drauf, sondern kleine Krümel, also kein großes Gewicht. Trommel drauf. Genau so allgemein Waagen. Die mögen es halt nicht, wenn man mal über den Bereich draufdrücken. Also wenn man sich zu Hause auf die Waage setzt, dann wird die irgendwie auch einen Schaden nehmen, selbst wenn die nicht auseinanderfliegt. Und bei so fein Waagen es eben auch so, die gehen oft bis 50 Milligramm und die sollte man jetzt nicht unnötig irgendwie keine Ahnung was dickes drauf tun sozusagen, weil dann einfach die Mechanik sich beschädigt hat.

                                                                                                        Ist ein bisschen sensibel, aber allgemein jetzt kein keine Mimose, die irgendwie sofort kaputtgeht. Bisschen sorgfältig, einfach damit umgehen und er kann auch nicht einfach irgendwo im Rucksack vielleicht rum schmeißen. Temperatur ist auch wichtig, oder? Ja, ja, also ich will das jetzt nicht in meinem gefrorenen Zelt oder irgendwie in der prallen Sonne machen, aber genau allgemein so nach gesundem Menschenverstand kommt da schon relativ weit und keine Ahnung, starker Wind ist blöd.

                                                                                                        Das merkt man bei so vielen Waagen tatsächlich, dass der Wind reicht, um diese Waagschale ein bisschen runter zu drücken und dann springt die Anzeige wirklich um einige Milligramm. Also das kann man auch nicht übersehen. Also es ist absolut deutlich, wenn es passiert. Genau wir. Keine Handys, keine magnetischen Sachen in der Nähe. Ich weiß. Ich weiß jetzt nicht, ob Handy schon schlimm genug ist.

                                                                                                        Ein Lautsprecher wäre vielleicht jetzt keine so gute Idee das und oft starke Magneten drin. Genau so einfach wie ein sauberer Tisch bin ich und dann passt schon. Genau. Man kann die auch immer wieder mal neu kalibrieren. Muss man jetzt nicht unbedingt. Also im Labor muss man das auf jeden Fall. Also ist halt wieder so ein bisschen wie sicher will ich sein?

                                                                                                        Auf das bei den billigen Waagen ist so ein kalibriert Gewicht dabei. Das ist natürlich nur genormt, aber wenn man immer wieder dasselbe kalibriert Gewicht verwendet, dann hat man sozusagen kennt man seine Waage. Aber ja, das ist schon im Bereich von, sagen wir eher praktikabler. Und ja, früher hieß es immer, 0,9 Gramm wiegt eine Kippe. Das war immer so die Referenz, die man drauf gelegt hat.

                                                                                                        Zwar noch nie gehört, also ich weiß mit Filter, die ich weiß, diese Worte sind in der Szene bekannt als Kapseln. Ich kann dir das etwas aus dem Labor Eppendorfer Reaktions Gefäße. Das sind diese kleinen Plastik Kapsel mit 1,5 Milliliter in so einem Club Verschluss. Die gibt es auch mit einem drei Verschluss Gewicht nicht, aber diese sind klapp Verschluss.

                                                                                                        Die wiegen ziemlich genau ein Gramm, das heißt da kann man so ein bisschen so ein Check machen und wenn das Ding dann 1,5 anzeigt, dann hat man entweder das falsche Epi oder die Waage ist völlig hinüber. Ja genau. Und ein Telefon wiegt null 200 Zigarettenschachtel. Was Sie gucken. Aber natürlich gibt es verschiedene Größen von Zigarettenschachteln. Da muss man auch immer aufpassen.

                                                                                                        Kurz drüber sprechen könnte man auch sagen, dass man da mal gucken kann. Aber da kann ich das Gewicht, dass man einfach eine Referenz, auch ärger, um das immer mal wieder zu prüfen, jetzt gibt es noch die Gefahr, dass wenn die Dosis, die man abwiegen will, so klein ist, dass die Waage das nicht erfassen kann, weil die Waage unter einem bestimmten, unter 15 Milligramm vielleicht oder so was würde ich jetzt sagen, also unter 20 oder 30, würde ich sagen, wird es schon schwierig.

                                                                                                        Und wie kann man das ausmerzen? Indem man entweder wie vorhin biometrisch dosieren natürlich, das geht sozusagen von der Waage weg. Oder würde man da eine große Menge auflösen? Oder wenn man nur die Waage nutzen will, dann kann so ein bisschen das gleiche Prinzip auch mit nur Pulvern machen. Man kann zum Beispiel eine größere Pulver Menge abwiegen und die dann nach Auge aufteilen.

                                                                                                        Das ist eine Möglichkeit, dass wir vorhin gesagt nach Auge aufteilen und nach Auge wiegen es furchtbar. Ist aber ein Unterschied, ob man nach Auge wiegt und gar nichts weiß oder ob man Auge quasi zwei gleiche Häufchen machen muss. Genau das ist immer noch nicht so gut wie eine ordentliche Waage zu verwenden. Aber man kann zweier Haufen, die ähnlich feine Pulver sind, da kann man schon sehen, ob die völlig ungleich sind oder eine andere Möglichkeit, dass man kann sein, sondern seine Substanz auch selbst irgendwie strecken mit Puderzucker oder so, dann hat man wieder eine größere Menge.

                                                                                                        Genau, ist dann effektiv eine große Menge ab und weiß dann eben 10 % von meinem Puderzucker zwei Gemisch. Da ist wichtig, dass es gleichmäßig verteilt ist, dass nicht die eine Substanz schwerer ist als die andere und sich das dann irgendwie absetzt oder so was oder es ist nicht klein genug klein gemacht wird. Und die dritte Möglichkeit wäre natürlich noch, wenn man irgendwie so eine als quasi so eins und Schälchen mit mit kalibriert, also quasi dann hat man schon ein gewisses Gewicht auf der Waage und das ist allgemein Waagen wirklich bei bei wirklich ganz kleiner Belastung vielleicht funktionieren.

                                                                                                        Genau. Normalerweise hat man immer ein Waage Schälchen das was wiegt. So macht man halt dann was mit drauf. Genau, wenn man es einfach ein Stückchen drunter legen, dass die Waage eigentlich so im Bereich von sagen wir fünf Gramm liegt statt im Bereich von 0,3 Gramm und was auch immer so dünn. Und das nächste ist, wenn man ein bisschen zu wenig drauf ist, immer ein bisschen mehr auf die Waage legen möchte, dann die so, diese kleine Änderung sozusagen, die kann oft nicht gut aufgelöst werden, um was man da macht, Das einfach die komplette Probe noch mal anheben und noch mal drauflegen und das quasi auf null und ein komplettes neu wiegen.

                                                                                                        Und das ist dann auf exakt und genau. Gut, danke schön. Das waren ja schon mal sehr wertvolle und fundierte Infos. Ich hoffe, ihr konntet was mitnehmen. Super spannendes. Ich denke, wir haben alle wichtigen Details rund ums Thema Fein Waagen genannt. Solltet ihr mitfeiern, Feiernde beobachten, die bei solchen Substanz Gruppen ja gerne gerne da was ausprobieren, dann redet gerne mit ihnen.

                                                                                                        Über das Thema ist es einfach wichtig, dass man da wirklich genau wiegt und dass man auch die Sachen ablegt und dass es nicht zu Überdosierungen kommt. Und dass man auch Safe House Dosen, die man sich auch selbst festlegt oder in sich informiert, dass man die auch einhalten kann. Es hilft dann nichts, man das einfach dann irgendwie per Auge dann solche Zusätze, Substanzen oder so was da aufteilt.

                                                                                                        Das ist es kann ganz schön nach hinten losgehen und auch sich darauf verlassen, dass es jemand anders gemacht hat. Ganz so, Ihr habt gesehen, David hat jetzt wirklich 15 Minuten drüber gesprochen, wie man so eine Waage auch gut nutzt. Da kann viel passieren. Also verlasst euch da am besten nicht auf andere. Vor allem bei so potenten Substanzen auf Opioide würde ich sagen und so was.

                                                                                                        Also echt Vorsicht! Danke für die interessanten. Wir hoffen, ihr fandet spannend und konntet was mitnehmen. Und was magst du denn den Zuhörenden abschließend mit auf den Weg geben? Es war es eine Viertelstunde geredet über, aber ich möchte mal sagen, es ist wirklich nicht so kompliziert. Man muss es einfach einmal selber gemacht haben und dann ist es kein Rätsel.

                                                                                                        Also man muss nicht Physiker sein oder Labor Ausbildung haben, Das ist wirklich ein absolut niedrigschwelliges, günstiges Hilfsmittel, das soviel kostet wie keine Ahnung, ein halbes Gramm von irgendwas und wirklich viel viel extrem ekliges verändern kann. Ich sage den Leuten Versucht euch immer zu überlegen ist, was ihr macht. Ist es, ist es Cola, ist es gefährlich? Ist zumindest, wenn man sich denkt, das ist schon einigermaßen cool, aber sau gefährlich, dann weiß ich nicht.

                                                                                                        Keine gute Idee. Ja, vielen Dank. Frohes Feiern an alle Und wir machen weiter. Folgt uns auf Facebook und Instagram und bewirbt unseren Podcast Bei Leuten, die es interessieren könnte, Lasten liegt da auf Spotify und es hilft uns immer sehr. Gebt uns Feedback, wie es euch gefallen hat. Bis bald. Bis bald. Es feiern.

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                                                                                                        1 hr 36 min
                                                                                                      • Streetwork auf der Münchener Partymeile – Interview mit Svenja Schüürmann von Condrobs ConAction – sauberdrauf Folge 17 – der Mindzone-Podcast
                                                                                                        In der 17. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!„ spricht Patrick mit Svenja Schüürmann, Projektleitung von Condrobs ConAction – Streetwork auf der Münchener Partymeile.

                                                                                                        Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der Anlaufstelle für „Nächtliches Feiern“ bekommt ihr spannende und hilfreiche Einblicke aus der praktischen Arbeit des Jugend-Streetwork.

                                                                                                        ConAction – Streetwork auf der Partymeile ist 2016 entstanden. Der Bedarf entstand nach erhöhtem Feierverkehr in der Münchener Innenstadt nach Schließung der Kultfabrik am Ostbahnhof. Gesprächs- und Unterstützungsangebot von sozialarbeitenden Fach- und Honorarkräften auf freiwilliger Basis, das durchweg positiv und dankbar angenommen wird.

                                                                                                        Kostenlose Abgabe von sinnvollen Gadgets zur Unterstützung von Feiernden im öffentlichen Raum: Wasser, Essen, Traubenzucker, Spuckbeutel für Taxifahrten, Wärmedecken, Info-Materialien, Safer-Use-Materialien, Notfallnummern, Erste-Hilfe-Kit.

                                                                                                        Partymeilen-Nummer ConAction: Freitag und Samstag Nacht unter 0176 13410149 erreichbar! Zuständig innerhalb des Münchener Altstadtrings

                                                                                                        Webseite: https://www.condrobs.de/einrichtungen/conaction/

                                                                                                        Instagram: https://www.instagram.com/condrobs_conaction/ @condrobs_conaction

                                                                                                        Chexxs Alkoholprävention im Feiersetting: https://www.condrobs.de/einrichtungen/chexxs/
                                                                                                        Häufige Situationen, die Unterstützung bedürfen:

                                                                                                        Einschlafen nach übermäßigem Mischkonsum von sedierenden Substanzen

                                                                                                        • wenn Personen alleine, dann da bleiben, sonst versuchen, Umfeld zu aktivieren
                                                                                                        • bei wiederholter Bewusstlosigkeit oder immer wieder wegdämmern, Sanis dazuholen
                                                                                                        • im Winter die Temperaturen mit einbeziehen
                                                                                                        • wenn Person noch ansprechbar, dann Infos über Person, Substanzen, Umstände, Freunde, Heimweg, Habseligkeiten einholen
                                                                                                        • Psychischer Ausnahmezustand durch übermäßigen Substanzkonsum

                                                                                                          • vermittelnde Rolle und Stütze, um die Situation aufzulösen
                                                                                                          • Unterstützung von jungen Feiernden, die Schwierigkeiten haben mit gängigen Situationen umzugehen
                                                                                                          • Hilfe bei Heimwegplanung durch nüchterne Fachkräfte

                                                                                                            • sehr wertvoll
                                                                                                            • Heimwegtelefon
                                                                                                            • https://heimwegtelefon.net/
                                                                                                              Tel.: 030 12074182
                                                                                                            • Frauen Nacht Taxi-Gutscheine
                                                                                                            • https://www.muenchen.de/verkehr/frauen-nacht-taxis-fuer-muenchen-infos-zum-gutscheinsystem

                                                                                                              Eskalierende Situationen werden aus Eigenschutz in Teamsitzungen vorgesprochen.

                                                                                                               

                                                                                                              Clean Projekt Neuhausen

                                                                                                              Offene Jugendeinrichtung Clean Projekt Neuhausen (CPN), nähe Rotkreuzplatz, mit verschiedenen Freizeitangeboten – hier wird Substanzkonsum akzeptiert und bei Veränderungswillen unterstützt

                                                                                                              https://www.condrobs.de/einrichtungen/clean-projekt-neuhausen/

                                                                                                              Andréestraße 5
                                                                                                              80634 München

                                                                                                              Tel: 089 132271

                                                                                                              Infos vom Infostand rund ums Thema „Risikoarme Dosierung von Partydrogen“

                                                                                                              Generell raten wir vom Substanzkonsum ab! Diese Infos sind für Menschen gedacht, die sich bereits für den Substanzkonsum entschieden haben.

                                                                                                              Unser heutiger Gast ist Chloé. Sie ist seit über drei Jahren ehrenamtlich bei Mindzone aktiv.

                                                                                                              Folgende Punkte sind zu beachten, wenn man Risiken bei der Dosierung von Partydrogen minimieren möchte:

                                                                                                              • Generelle Infos über die erworbene Substanz einholen: an Flutzeit, Wirkdauer, Verstoffwechselung im Körper, Abbaumechanismus, dosisabhängige Kurzzeitwirkung, Wechselwirkung mit Medikamenten und anderen Drogen, bisherige Forschung, Dosierung der Reinsubstanz, mögliche Langzeitfolgen bei missbräuchlichem Konsum
                                                                                                              • Nutze Drugchecking-Angebote oder Selbst-Schnelltests für zu Hause
                                                                                                              • Mache beim Erstkonsum einer Substanz einen Allergietest und wiege deine Konsummenge testweise mit einer Feinwaage ab
                                                                                                              • Frage die Person, die dir die Probe übergibt immer, um welche Substanz es sich handelt: welche Potenz? welche Streckmittel? Konsum-Erfahrungen anderer? Informationen zum Transportweg?
                                                                                                              • Beachte, dass Drogenwirkungen immer von Set und Setting abhängig sind – sei dir einer möglichen Toleranzentwicklungen bewusst
                                                                                                              • Sei dir bewusst, dass es für auf dem Schwarzmarkt erworbene illegale Substanzen keine Qualitätskontrollen gibt
                                                                                                              • Zerkleinere Feststoffe so fein wie möglich und stelle eine homogene Masse her
                                                                                                              • Jede Konsumform benötigt eine andere Wirkstoffmenge – nutze den risikoärmsten Aufnahmeweg für deine Substanz und halte dich an niedrigen an Safer-Use-Dosierungen
                                                                                                              • Miss die Menge immer selbst ab
                                                                                                              • Frauen sollten grundsätzlich niedriger dosieren als Männer
                                                                                                              • Solltest du Mitfeiernde beobachten, die riskant konsumieren, berichte ihnen (sensibel und wenn es passt) z.B. von Streckmitteln, Erfahrungen mit Überdosierung, aber auch genussvollen Momenten bei geringer Dosierung
                                                                                                              • Folgt uns in den Sozialen Medien, um nichts zu verpassen!

                                                                                                                • https://www.facebook.com/sauberdrauf
                                                                                                                • https://www.instagram.com/projekt.mindzone/
                                                                                                                • https://twitter.com/projektmindzone
                                                                                                                • Abonniert unseren Podcast und teilt ihn mit Freunden! Jetzt reinhören via Spotify, iTunes, Amazon Music

                                                                                                                  Habt Ihr bestimmte Themen-Wünsche, die Euch besonders interessieren? Für Feedback, Fragen und Anregungen schreibt uns gerne unter der Mail-Adresse: [email protected]

                                                                                                                  Wichtiger Hinweis:

                                                                                                                  Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.  

                                                                                                                  Das Transcript der Podcast Folge zum lesen

                                                                                                                   

                                                                                                                  Hinweis

                                                                                                                  Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dient zur Informationsgewinnung und Weitergabe.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Hallo liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen bei meinen neuen Podcast Sauber drauf. Wir haben heute wieder eine neue Folge und spannende Gäste im Gepäck und hier im Mainzer Büro Heute ist Svenja Schürmann da. Hallo Svenja, grüß dich Hallo! Schön, dass du da bist und den Weg gefunden hast. Und obwohl es zu früh ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ja, vielen Dank für die Einladung.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Schön, dass du da bist. Super. Wir kennen uns ja schon eine gewisse Zeit, weil wir zusammen diese kollektiv und Veranstalte in den Schulungen machen. Da machen wir monatlich eine Schulung zu Drogen, Notfall, verschiedene Drogen, Themen, aber auch Deeskalation, Themen und Awareness Themen. Und sonst bist du Sozialarbeiterin mit Master und leitest zwei Einrichtungen seit 2020 bei Kon Drops. Genau das macht Clean Project Neuhausen und Streetworker auf der Partymeile ConAction, worüber wir heute sprechen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau. Im zweiten Teil dieser Folge werde ich dann noch mit einer Ehrenamtlichen von uns mit Chloe über das Thema Dosierung von Party Drogen sprechen. Bleibt also dran, es wird eine super spannende Folge. Und ja, dann starten wir mal meine erste Frage an dich Erzähl uns doch mal ein bisschen was über ConAction. Wie ist es strukturierter? Wann gibt es das?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  ConAction gibt es schon relativ lange über 20 Jahre in München und wir sind eine Jugend Streetworkern Richtung. Das heißt, wir gehen auf die Straße und sprechen da mit jungen Menschen. Und das machen wir sowohl tagsüber als auch eben in der Nacht und Süd. Wer hat denn die Idee, dass sie Lebenswelt orientiert arbeitet, also sozusagen, dass wir in der Lebenswelt der jungen Menschen, wo sie sich gerade aufhalten, sind.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und da gehört eben auch das Feier Setting mit dazu, weswegen die Stadt dann die Initiative Sicher feiern ins Leben gerufen hat und damit das Projekt Streetart auf der Partymeile entstanden ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Also ihr seid quasi abends unterwegs, wenn’s losgeht, wenn die Leute ausgehen, wenn alle Feierabend haben und dann Party machen gehen? Genau.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau. Also wir sind tagsüber unterwegs, unter der Woche, von Montag bis Freitag und dann eben am Wochenende und vor Feiertagen in der Nacht, das meistens von 23:00 bis 4:00 sind, aber auch mal, wenn es eine Veranstaltung gibt, da bedarf es orientiert. Je nachdem, wann dann die Feiernden unterwegs sind.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Zum Beispiel wart ihr am Berg bei der Veranstaltung so wo die Jugendlichen nach Hause mussten quasi, und habt da so ein bisschen mit denen gesprochen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und genau da waren wir dann sozusagen um das Gelände drumrum. Weil wir sind nicht in den Clubs unterwegs, sondern wir sind vor den Clubs und auf den Straßen unterwegs, um da Unterstützung zu leisten, wenn es notwendig ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und gab es damals, als das initiiert wurde, vor 20 Jahren irgendwie so einen ausschlaggebenden Punkt, dass es irgendwie sich zugespitzt hat, die Situation oder so?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also ConAction selber ist entstanden als eigentlich ein Mädchen Treff, also genau, und hat dann sich immer weiterentwickelt. Und genau das Projekt auf der Partymeile gibt es noch nicht seit 20 Jahren, sondern jetzt muss ich lügen. Ich weiß es nicht ganz genau. Ich glaube seit 2016 oder 17. Genau dieses Projekt auf der Partymeile, was einfach damals entstanden ist, das sich immer mehr von der Clubszene vom Ostbahnhof auch in die Münchner Innenstadt verlagert hat und dann sich da alles sehr geballt hatte und es natürlich auch Konflikte mit Anwohnern, der Polizei etc. gab und einfach man gesagt hat okay, man will was installieren, damit das Feiern für junge Menschen einfach sicherer und angenehmer ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Das ist ja auf jeden Fall ein schönes Ziel. Das ist toll, dass die Stadt da was macht und da auch wirklich Fachkräfte bereitstellt, die dann da Woche für Woche irgendwie unterstützen und ansprechbar sind und und wie seid ihr denn da sichtbar? Also wie erkennt man euch?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Wir haben im Winter dicke Jacken an, im Sommer dünnere Jacken, aber überall ist mal unser Logo drauf, so man auch einfach sieht. Okay, da sprechen mich jetzt auch Personen an, die wirklich einer Institution angehören und nicht einer. Irgendwie werden Leute, die mich irgendwo in der Nacht ansprechen. Die Jacken sind grau weiß. Wir haben uns für diese Farben entschieden.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Wir hatten mal Zeit lang blaue Jacken, das war ein bisschen. Da wurden wir dann oft für die Polizei gehalten.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Oder MVG oder so.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Was, VG oder KD oder so und genau davon wollen wir uns ja. Also wir wollen, dass man erkennt, dass wir nicht diese Institutionen sind, sondern das Wiedererkennen. Und deshalb genau sind wir mit so weiß grauen Jacken unterwegs.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und ihr habt einen Stand am Stachus, der ist jedes Wochenende aufgebaut.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau. Wir haben einen Stand am Stachus. Den bauen wir dann vor allem auf, wenn das Wetter gut ist. Weil im strömenden Regen haben auch die meisten Leute nicht so Bock, stehen zu bleiben und mit uns zu reden. Und genau Aber sonst sind wir immer am Anfang von jedem Party Einsatz eben am Stachus und informieren da sowohl über unser Angebot, wie man uns die ganze Nacht über erreichen kann, als auch, dass wir Beratung zum Thema Safe House machen, zu unterschiedlichen Substanzen genau auch Safe House Materialien da rausgeben können.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und wer ist jetzt? Wie groß ist euer Team? Wie kann man sich das vorstellen? Weil ihr arbeitet ja auch mit Ehrenamtlichen, soweit ich weiß. Oder mit Honorarkräfte?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau, mit Honorarkräfte. Aber wir zusammen, also wir sind ein Team aus mit mir sechs hauptamtlichen Mitarbeiterinnen. Und genau dann haben wir noch einen Pool von studentischen Hilfskräfte. Das sind alles Studierende der sozialen Arbeit, die also auch dem Feld nahe sind. Und genau dann gehen wir immer im Tandem auf die Straße. Immer eine hauptamtliche Kraft und eine studentische Hilfskraft sind dann in der Nacht unterwegs.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und da könnte man sich bei dir melden, wenn man Interesse hätte, da mitzuarbeiten und Honorarkräfte werden ja.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Sehr gern super, suchen immer Honorarkräfte, genau die der Bock drauf haben, auch in der Nacht Feiernde zu unterstützen. Wir kooperieren da auch noch eng mit unserem Präventions Projekt Checks zusammen. Das ist ein reines Projekt. Die sind auch in der Nacht unterwegs, ein bisschen früher. Die machen kostenlose Entscheidungen und genau mit vorherigen selbst Einschätzungen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Habe ich auch schon mal gemacht.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau. Also dass die Leute einfach ein bisschen lernen, sich selber einzuschätzen. Okay, was habe ich denn getrunken? Wo stehe ich gerade, bevor ich eigentlich in den Club gehe oder auf die Party?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Oder wie fühlt sich ein gewisses Promille Wert auch an?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau so, da einfach so ein bisschen genau. Und die sind auch unterwegs und da suchen wir auch immer Peers. Also auch wer nicht soziale Arbeit studiert, der kann dann da melden.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Na ja, super, so echt cool. Schön, dass man da teilnehmen kann und mitmachen kann. Ja, jetzt hast du schon vorhin ein bisschen gesprochen, dass ihr Safe House Materialien ausgibt. Was habt ihr denn sonst noch so im Gepäck? Also, ihr habt wahrscheinlich ein Rucksack dabei, mit lauter lauter Sachen. So, das ist total spannend, was ihr da so aus der Erfahrung einfach als die wichtigsten Dinge herausgefunden habt, die Leute brauchen oder die man für diese Arbeit braucht.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also wir haben schon gesagt, dass wir Rucksäcke dabei, da haben wir immer was zu trinken dabei. Im Winter meistens Tee, im Sommer einfach Wasser und Apfelschorle. Dann haben wir immer was bisschen was zum Essen dabei, einfach für den schnellen Zucker. Wenn Leute einfach ein Thema im Kreislauf haben, weil sie sich übergeben mussten, zu viel konsumiert haben, es irgendwie drin zu eng, zu laut, zu voll war, dann haben wir das ganze ist ein ganz essenzielles Utensil.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Die spucken spucken dabei genau gerade auch wenn Leute einfach noch mit Taxi, Uber etc. nach Hause fahren, ist es einfach supergut, weil dann die Taxifahrer innen die Personen viel leichter mitnehmen, wenn sie schon spuckt. Das ist ein.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Guter Tipp, der.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau dann haben wir vor allem jetzt im Winter auch wieder Wärme decken viele dabei, weil gerade wenn man irgendwie draußen im Park ist und es einem nicht mehr gut geht, dann auch, bis vielleicht der Krankenwagen kommt oder bis bisschen Heimweg organisiert werden kann, dass man da die Leute einfach warmhalten kann. Wir haben ganz viel Infomaterial und dabei auch so Notrufnummern vom, die man auch rausgeben kann, zum Beispiel vom Krisen Dienst oder auch vom Übernachtungs Schutz.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ähm, genau dann haben wir erste Hilfe und erste Hilfe KITT dabei. Also wir sind alles keine Rettungssanitäter innen deshalb. Da müssen wir natürlich auch immer seine Kompetenzen auch kennen und auch wissen, okay, wann ist der medizinischen Notfall so, dass ich ihn jetzt nicht mehr händeln kann? Aber genau so für so Kleinigkeiten haben wir auch einen Erste Hilfe Set dabei.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Dann eben, wie schon gesagt Materialien. Und ja, genau das sind so die die wichtigsten und essenziellen Dinge, würde ich sagen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und du sagst, man muss erkennen, wann man nen Rettungswagen dazu ruft. Das ist immer so ein kritischer Punkt, wo viele auch ja, also wo man vielleicht auf sein Bauchgefühl hört. Aber habt ihr da vielleicht so so Codes oder Absprachen im Team, wie ihr das entscheidet.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Aber mit keinen direkten Code, oder weil es einfach glaube ich oft so ist, dass es sehr situativ ist. Was wir aber regelmäßig im Team machen, sind einfach so Erste Hilfe Situationen noch mal durchzusprechen und zu gucken, was kann ich in welcher Situation machen und ab welcher Situation. Also zum Beispiel jetzt bei dem Thema Erfrierungen. Was sind irgendwie Anzeichen, dass Erfrierungen schon so extrem sind, dass ich auf jeden Fall den Notarzt rufen muss.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Da bilden wir uns immer gegenseitig so ein bisschen fort, damit auch die studentischen Hilfskräfte da einfach viel Know how am haben.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ja, ich stelle mir das herausfordernd vor, weil wenn ihr dann nachts unterwegs seid, da kann ja alles mögliche passieren. Also da vermischen sich ja auch die Szenen, da sind ja jetzt nicht nur die Feiernden, sondern da sind ja auch ja intravenös konsumierende oder Wohnungslose, wo es auch teilweise schwierig ist, die Leute überhaupt dazu zu bringen, sich Hilfe, also sich Hilfe zu holen oder die Hilfe überhaupt anzunehmen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ich stelle mir schon sehr herausfordernd vor die Arbeiter.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ja, es ist auf jeden Fall auch herausfordernd. Das Gute ist, dass wir ja auch tagsüber unterwegs sind, das heißt wir gerade so auch von den Zielgruppe, der du gerade gesprochen hast. Andere Konsumierende, die vielleicht wohnungslos, obdachlos sind, sich deshalb draußen aufhalten, die kennen wir teilweise ja von der Streetworker auch schon. Und so kommen wir dann auch dadurch ganz gut mit denen in den Kontakt, weil das oft uns dann nicht fremde Personen sind.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau. Und dann kommen natürlich die Feiernden noch dazu, die, wo wir jetzt nicht so einen extremen Stammklientel haben. Aber genau deshalb, so kommt man eigentlich bei der Zielgruppen ganz gut hin.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Das ist ja super, dass ihr da auch tagsüber Beziehungsarbeit leistet, sozusagen. Das ist ja schon echt echt ne tolle Sache. Das wusste ich gar nicht. Cool. Ja, ja, und wie wird euer Angebot da so allgemein angenommen? Also ja.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Grundsätzlich wird es supergut angenommen. Also ich habe in der ganzen Zeit, in der ich jetzt bei Conrads arbeite, ich kann mich zumindestens nicht erinnern, dass irgendjemand mal einen drauf gekommen wäre, weil die meisten Menschen sind einfach nur dankbar für Hilfe und Unterstützung. Sind ja dann doch oft irgendwie Situationen, in denen die Person vielleicht alleine ist, alle Freundinnen verloren hat, sich nicht in München auskennt, zu viel konsumiert hat, den Heimweg nicht findet.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau Situationen erlebt hat. Deshalb sind die Menschen eigentlich eher dankbar für die Unterstützung. Und unser Angebot ist ja auch komplett freiwillig. Also das bedeutet, wenn wir jetzt jemanden ansprechen und die Person einfach sagt Nein, ich möchte gerade keine Hilfe, dann ist es auch völlig in Ordnung und legitim, solange die Situation natürlich nicht lebensgefährlich ist, Weil wenn wir sie als lebensgefährlich einschätzen, dann müssen wir natürlich trotzdem intervenieren und dann zum Beispiel den Krankenwagen rufen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Auch wenn genau das dann vielleicht nicht ganz einvernehmen ist. Aber das ist einfach unsere Pflicht als Sozialarbeiterinnen, bei Selbst oder Fremdgefährdung einzugreifen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Wie läuft denn da die Kooperation so mit den anderen Stellen, also zum Beispiel mit Polizei oder mit Türsteher innen oder mit Krankenwagen? Wie kann man sich das vorstellen? Ist es so auf Augenhöhe oder ist die Polizei da einfach nur ein Stiefel durchziehen, weil die ihre Schemata haben wie sie arbeiten und so?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Tatsächlich haben wir mit der Polizei würde ich sagen, am wenigsten auch Berührungspunkte, weil in den meisten Fällen rufen wir eher den Rettungsdienst als die Polizei dazu die Polizei rufen wir eigentlich nur, wenn es wirklich extreme Eskalationen gibt. Genau. Was zum Glück jetzt nicht so häufig vorkommt, sondern in den meisten Fällen, in denen wir, die wir irgendwie mitbekommen, können wir entweder selber noch gut deeskalierend eingreifen oder genau das sind dann vielleicht auch schon Türsteher oder jemand anderes, der schon die Polizei gerufen hat.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau. Mit den Türsteher innen haben wir sehr gute Kooperationen und Kontakte. Da gehen wir auch eigentlich jede jede Nacht einmal kurz vorbei und sagen Hallo, wir sind wieder unterwegs, haben die auch schon zu uns in die Einrichtung zu Vernetzungstreffen eingeladen, sodass man sich eigentlich da ganz gut kennt und wir haben ja auch eine Nummer, eine Party mal Nummer, unter der wir in der Nacht erreichbar sind.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und die Clubs haben die auch alle. Genau. Das heißt, wenn da irgendjemand aus dem Club rausgeht, wo die sich jetzt denken oha, weiß jetzt nicht, ob das irgendwie so eine gute Idee ist, dass die Person jetzt da alleine irgendwie in den Park steuert. Dann können die uns auch anrufen und sagen Hey, hier Max Pack ist jemand, könnt ihr da mal gucken?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Na ja, okay.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Das sei cool. Ja, die Telefonnummern und Kontaktmöglichkeiten für Svenja und auch ConAction und die Telefonnummer für Streetworker auf der Partymeile packe ich euch auf jeden Fall in die Beschreibung rein, auch Instagram und so, dann könnte den folgen und da gibt es immer spannende Infos. Ja und ja, mich würde jetzt noch total. Was mir total auf der Seele brennt ist dieses wenn jemand überdosiert ist und ihr seht die Person im öffentlichen Raum und oft sind es ja, so sage ich mal, die Sedativa, die auffallen, also die Menschen, die dann irgendwie zusammengesackt irgendwo sind.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Was ist denn da die Grenze, wo ihr sagt, da müssen wir dabeibleiben? Stabile Seitenlage, einen Krankenwagen rufen? Ja, weil oft sehe ich es so, dass Menschen wirklich schwer überdosiert sind und so alle außen rum gucken einfach nur und lassen die Person, weil sie sich denken ja selber schuld, wird sie sich schon so ausgesucht haben. Also das wäre echt total spannend, wenn du da mal so eure Erfahrungen teilen könntest.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also ich glaube das passiert oft, gerade wenn Personen halt alleine sind. Also was wir schon erleben ist es, wenn wenn Personen mit anderen unterwegs sind und die dann auch zu viel konsumiert haben, mit denen rausgehen, dass sie dann schon auch ein ganz gutes unterstützendes Netzwerk haben. Und wenn dem nicht der Fall ist, dass wir dann auch wir nennen es immer Umfeld aktivieren, dass wir das Umfeld aktivieren, dass wir sagen Hey, gewartet, seid ihr zusammen feiern und dem oder denjenigen geht es jetzt nicht mehr schlecht, Kümmert euch auch um die Person.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Das funktioniert zum Glück meistens ganz gut, sodass die Personen dann eben nicht mehr alleine sind und da einfach eine Betreuung haben. Wir geben denen dann natürlich auch mit welchem Punkt es wichtig ist, den Krankenwagen zum Beispiel zu rufen. Und also ein Punkt ist natürlich, wenn immer wieder wir merken, okay, die Person verliert das Bewusstsein dann aber auf jeden Fall stabile Seitenlage und den Krankenwagen rufen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Aber auch wenn die Person einfach gar nicht mehr ansprechbar ist und immer wieder so weg nickt, dann sind es Situationen, wo man noch mal anders hinschauen muss. Aber ansonsten ist es natürlich auch was, wenn die Person noch ja noch ansprechbar ist, Dann kann man natürlich auch mit der darüber reden was hat sie konsumiert, wie viel hat sie konsumiert, wann hat sie das letzte Mal konsumiert?

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Dass man auch den Rausch, sag ich mal, ein bisschen einschätzen kann und danach dann auch intervenieren kann? Im Winter ist das Ganze natürlich noch mal ein bisschen anders, weil gerade auch wenn sitzt oft mit Konsum, auch mit Alkohol gibt oder auch nur Alkohol oder andere Sedativa, wo die Personen auch einfach extrem schnell einschlafen und dann in so einen komatösen Schlaf fallen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Da müssen wir natürlich dann noch mal früher sage ich mal einschalten als wie im Sommer. Weil wenn jetzt im Sommer jemand mal eine Nacht draußen schläft, dann genau ist es. Zumindest ist es keine gute Situation, aber es ist nicht lebensgefährlich. Und jetzt bei den Temperaturen müssen wir da auf jeden Fall noch mal früher dann auch den Krankenwagen rufen, weil wir dann noch natürlich sicherstellen müssen, dass die Person über Nacht auch nicht einfach draußen bleibt.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Das ist ja bei jungen Menschen so die häufigste Todesursache in Kombination mit Alkohol. Ja, dass Menschen auf dem Heimweg irgendwo einschlafen und dann erfrieren im Winter.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau das erleben wir tatsächlich oft, dass gerade im Winter einfach in Parks junge Menschen schlafen, die einfach zu viel konsumiert haben. Und da ist es extrem wichtig, die halt auf zu wecken. Und dann schauen wir auch, dass wir die wirklich auch zur nächsten essbaren U Bahn Station begleiten. Oder in Fastfood Restaurants, die lange aufhaben.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Was dann?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Wo genau? Einfach, dass das zumindest sichergestellt ist. Okay, die Person schläft nicht wieder hier draußen im Park ein und erfriert dann.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ja, da habt ihr wahrscheinlich schon einige Leben gerettet.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Der wahrscheinlich sagt.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ja, Wahnsinn! Und wie oft kommt es vor, als habt ihr das jede Nacht so dass er jemand wecken müsst? Irgendwie.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also, dass wir schlafende Person wecken müssen, würde ich schon sagen, jede jede Nacht eigentlich vorkommt, ist es natürlich dann auch unterschiedlich. Manche sind auch noch relativ fit, die weckt man dann auf und dann sagen sie Oh ja, Mist und gehen zurück in den Club. Ich hol mal meine Freunde und gehe. Also es ist natürlich sehr unterschiedlich. Wir haben jetzt nicht jede Nacht, dass wir öfter oder einmal den Krankenwagen rufen müssen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also viele Situationen. Ich sag immer, wir sind so ein Zwischending. Wenn es noch nicht ganz so schlimm ist, dass man den Krankenwagen rufen muss oder die Polizei, dann können wir immer so als Zwischenlösung ganz gut interagieren.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Super! Ja, weil manche Sachen sind ja auch, sage ich mal psychisch psychisch belastend weiter und das einfach viel schöner, wenn man jemand zum Sprechen hat, der auch sagt der ich bin da, lass dir Zeit, wir sind hier und so, als dass dann der Krankenwagen kommt und dann kriegen sie irgendwie eine Spritze oder so was.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also also gerade wenn es irgendwie auch so Richtung Betrieb geht, ist es natürlich für die Personen sehr viel angenehmer, wenn wir da sind und dann einfach auch länger mit mit ihnen da vor Ort sein können und das irgendwie durch besprechen können, was man jetzt machen kann, wie es ihm geht.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Komm so psychische Ausnahmezustände öfter vor, so völlig aufgelöste Leute, also so was.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Der oft ist jetzt irgendwie schwierig zu definieren, aber es kommt auf jeden Fall jetzt auch nicht so, dass wir das jeden Dienst haben. Aber es ist jetzt auch nicht was, dass ich jetzt sagen würde, das kommt einmal im halben Jahr vor, ist auch einfach. Also was wir vor allem auch gemerkt haben war nach Corona so die ersten Club Öffnungen wieder, dass das auch die Menschen einfach am Anfang überfordert hat.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  So viele Menschen, so eng, so heiß, so laut. Genau. Und inzwischen haben sich also das ist auf jeden Fall wieder ein bisschen zurückgegangen, dass die Leute sich wieder mehr an dieses ihre Setting gewöhnt haben. Aber jetzt im Zusammenhang mit Substanzen passiert das schon. Oder auch natürlich emotionale Krisen. Also gerade wenn man konsumiert hat und dann feiern ist, dann gibt es ja hin und wieder dann doch mal emotionale Krisen, genau zwischen auch Freundinnen, Pärchen etc. Und da ist es natürlich auch gut, wenn man irgendwie intervenieren kann oder den Menschen unterstützen kann, weil sich jetzt irgendjemand streitet und der eine T Shirt in die Richtung und der andere in die und dann ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Eigentlich sollten sie zusammen nach Hause gehen, Es ist irgendwie schwierig.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und da vermittelt ihr dann, da versucht ihr dann beide Konfliktparteien zusammen zu holen oder?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau da versuchen wir dann zu vermitteln und irgendwie ja meistens kann man das dann schon so so hingehen, vermitteln, dass zumindestens wieder ein Umgang so da ist, dass man sagt okay, jetzt für heute Abend, jetzt passt halt aufeinander noch auf, geht nach Hause und klärt das Thema vielleicht morgen so im nüchternen Zustand kommt meistens auch mehr bei rum.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und jetzt hatten wir so die Fälle vom Einschlafen, von so Ausnahmezuständen. Was sind da noch so häufige Situationen, die ihr da erlebt, wo es vielleicht auch für die Hörerinnen und Hörer spannend ist, zu hören, was passiert und dann auch, wie man arbeitet oder wie man damit umgeht.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also was auf jeden Fall einfach oft passiert, ist jetzt, dass sagen wir mal diese Vorstufe von Einschlafen, dass einfach Leute zu viel konsumiert haben, sich übergeben müssen, Kreislaufprobleme haben und dann was wir ganz oft merken ist, dass gerade junge Feiernde dann auch das Umfeld relativ überfordert ist mit der Situation, weil scheiße, wir sind jetzt irgendwie das dritte Mal in unserem Leben feiern und jetzt ist einfach einer der oder eine, die zu viel konsumiert hat.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Was machen wir? Wir hatten diese Situation noch nicht. Ab wann muss ich den Krankenwagen rufen? Gibt es Stress mit den Eltern? Wie bringen wir die Person nach Hause? Und da merken wir einfach, dass es extrem wichtig ist, dass wir dann da sind, um diesen um dem Umfeld auch einfach ein bisschen Sicherheit zu geben. Da können wir die Person erst mal gut stabilisieren, der es nicht so gut geht.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Einfach mit Traubenzucker, Wasser was zu essen. Wie gesagt, eine warme Decke, gut zureden, einfach so ein bisschen Zeit geben, dann kann sich das Umfeld ja, sage ich mal, auch ein bisschen beruhigen. Wir können ganz entspannt besprechen Okay, wie kommt ihr jetzt nach Hause? Was muss man davor noch organisieren? Die Jacken sind so Kleinigkeiten wie Ich will jetzt die Person hier nicht draußen lassen, aber unsere Jacken sind noch drinnen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Was mach ich also genau, dass wir da einfach unterstützen können, Dass die Situation irgendwie ja so gelöst werden kann, dass man dann den Heimweg organisiert, um dann mit den Leuten genau das, die dann gut nach und sicher nach Hause.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Kommen und diese Heimweg Organisation, da gibt es ja dieses Heimweg Telefon. Nutzt ihr das?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also genau das kennen wir auf jeden Fall. Es geben wir auf jeden Fall an die Hand den Leuten, wir geben, wir haben auch diese Frauen Nacht Taxi Gutscheine, die wir ausgeben können, was cool ist. Ansonsten schauen wir dann halt einfach mindestens wo es gerade wenn die Leute auch noch nicht so sag ich mal geübt im Feiern sind und das noch nicht so kennen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Die Nacht Busverbindung. Meistens ist irgendwann der Handy Account auch noch leer. Genau. Wo müssen die Personen hin, dass man sie zum Nachtbus bringt, dass man schaut? Okay, fährt noch eine S Bahn, muss man ein Taxi organisieren und das ist zum Beispiel auch was, wo wir gute Erfahrungen mit gemacht haben, dass mit Uber oder Taxifahrer innen, dass wir, wenn wir dabei sind und dann noch mal mit denen auch reden, weil da oft das Thema ist, dass wenn jemand zu viel konsumiert hat, dann der oder diejenige nicht mitgenommen wird, obwohl man es eigentlich müsste.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ähm, genau, dass wir dann da auch einfach noch mal mit den Leuten sprechen können, um da einzuwirken.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Nehmen alle Taxifahrer innen diese Frauen nach Taxi Gutscheine an?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ähm, also ich habe selber noch nicht ausprobiert. Ich habe aber gehört, dass nicht alle die annehmen. Aber genau das ist natürlich dann die Situation. Ich sag sag auch immer, sie sollen auf jeden Fall im Voraus fragen. Ja genau, weil wenn man damit rechnet, mit dem Geld, dass man es bekommt und dann nicht, ist es irgendwie doof.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Da gibt es aber doch die Möglichkeit, das steht auch hinten auf diesem Gutschein drauf. Irgendwie die Adresse von der Stadt München und dann kann man sich die Quittung geben lassen und die.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Kann man die nächste.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Woche zu Ende hinschicken und dann kriegt man mit der eigenen Kontonummer dann irgendwie das Geld zurück.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Weil das auf jeden Fall aber der.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Aufwendigere Weg.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und wenn man nicht genug dabei hat, es trotzdem doof. Also genau. Aber das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit und es ist cool, dass es diese Fragen nach Tag.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Absolut und 10 € sind schon auch was, wenn man innerhalb der Stadt fährt? Ist es schon wirklich eine Erleichterung? Ja, einfach ein guter Hinweis, einfach nicht allein nach Hause zu gehen. Ja, absolut. Ja, da hast du schon einige Punkte jetzt angesprochen. Also total spannend, was ihr da macht und was ihr da auch leistet. Und jetzt kann ich mir vorstellen, so, die Innenstadt ist sehr groß wie gefordert.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Seid ihr da von A nach B nach C zu kommen? Das ist wahrscheinlich unterschiedlich, auch vom Wetter. Und ob Ferien sind oder welche Feiertag am nächsten Tag und so, aber ja, so was wie ihr seid unterwegs, wenn so eine richtig, richtig sportliche Nacht ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Sportlich trifft ganz gut. Also die Schrittzähler explodieren dann immer, wenn man einfach fünf Stunden nur unterwegs ist und rumläuft. Ähm, genau. Und in den Nächten, wo wir sehr, sehr viel, ähm, ja, wo sehr, sehr viel los ist, da haben wir schon jetzt, wenn du. Wenn man jetzt ohne diesen Infostand am Anfang rechnet, haben wir schon so 30 Interventionen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Teilweise. Ja, genau. Das ist natürlich auch dann unterschiedlich, wie lang wir sind. Manchmal hat man auch nur fünf, weil man irgendwie schon eineinhalb Stunden mit einer Intervention beschäftigt ist. Es kommt natürlich auch immer auf die ja, auf die Intensität an des Falles. Und ja.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Hast du da ein Beispiel? Bei so einem richtig schwierigen Fall der lange, also was dir vielleicht im Gedächtnis geblieben ist, natürlich anonymisiert.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ja, genau. Also wir hatten eine Situation, die mir auf jeden Fall im Gedächtnis geblieben ist. Da haben wir zwei junge Frauen getroffen. Genau. Denn die eine war schon, ja sehr stark alkoholisiert und die anderen noch nicht ganz so aber schon auch. Hat ja auf jeden Fall auch was getrunken. Genau. Und die, das war auch Winter und wir haben sie draußen getroffen, in einem Park in der Innenstadt.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und dann haben die so ein bisschen geredet. Wir haben noch was, wir haben auch ein bisschen mit ihnen geredet, so ein bisschen besprochen, auf was wir achten können. Genau. Und dann war der Kontakt eigentlich ganz gut. Dann haben wir aber zum Glück noch unsere Nummer rausgegeben. Genau. Aber dann ist es 3/4 Stunde später hat dann eine der beiden angerufen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Sie hat ihre Freundin verloren und die hat alles. Also die hat ihr Handy, ihr ihr Ticket nach Hause. Die hat sich dann von dem anderen Passanten ein Handy genommen und unsere Nummer angerufen. Genau, weil die zwei sich dann, nachdem wir weg waren, wohl so gestritten haben, dass die eine in die eine Richtung ist und die andere in die andere.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und genau die waren gerade 18, also noch sehr, sehr jung, kamen aus dem Umland von München, mussten auch eigentlich gemeinsam die eine wollte bei der anderen schlafen. Also ganz klassische Situation und sie stand halt einfach jetzt ohne alles da. Natürlich ihre Jacken davor im Club gelassen und dann haben wir erst mal versucht, mit ihr die Jacke zu bekommen, was dann zum Glück gut funktioniert hat.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Dann und dann sind wir mit ihr einfach Club für Club abgelaufen und die ganze Seitenstraße rauf und runter und haben ihre Freundin gesucht. Ähm, genau. Wir haben dann über Instagram noch zig versucht zu kontaktieren und dann hat sie irgendwann geschrieben Ja, sie ist da und da und dann konnten wir die zwei wieder zusammenbringen und dann haben wir sie ja zur SBahn gebracht und gesagt okay, die muss uns zum Glück mit der Flughafen Flughafen S Bahn fahren, die ja die ganze Nacht fährt.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und haben sie da dann in die SBahn gesetzt und waren dann froh, dass die wieder genau sich gefunden hatten und da dann zusammen waren.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ja, spannend. Danke. Und jetzt wird mir noch interessieren, wenn es so zu Auseinandersetzungen kommt und ihr stolpert da rein, seid zufällig vor Ort oder werdet auch gerufen Ähm, wie verhaltet ihr euch da? Ihr seid ja immer zu zweit unterwegs. Dann ja genau. Also das stelle ich mir so auch als große Herausforderung vor, da ja auf den Eigenschutz zu achten auch.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ja, es ist auch also auf jeden Fall eine Herausforderung, weil gerade wenn auch Personen vielleicht in Taxi sind, weiß man ja nicht so genau, wie die jetzt auch reagieren. Dann ist es irgendwie noch eine stressige Situation. Eskalationen und Konflikte für alle Menschen. Ja, da steigt ja auch so ein bisschen die Irrationalität des Handelns. Deshalb Es ist da ganz wichtig, dass alle Personen oder alle Mitarbeitenden einfach wirklich gut auf ihren Eigenschutz achten.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und genau das besprechen wir auch immer regelmäßig in den Teamsitzungen und sind da auch sehr transparent miteinander. Was für uns okay ist, in Situationen reinzugehen und was Situationen sind, wenn man sich nicht mehr gut fühlt. Weil es bringt auch nichts, wenn dann eine ein paar sag ich mal das Team sich super sicher fühlt und da rein geht und der andere sagt Oh Gott, ich weiß gar nicht, was ich tun soll und für mich unsicher, Dann kann die Person auch nicht unterstützen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau das ist glaube ich so das erste, was in so einem Fall wichtig ist. Und da muss man immer gut, ich sag immer einmal noch kurz stehen bleiben. Die Situation ein paar Sekunden beobachten und sich dann bewusst machen okay, es ist eine Situation, die ich noch irgendwie händeln kann. Oder ist die Eskalation schon so weit fortgeschritten, dass wenn wir da jetzt reingehen, wir selber Teil der Eskalation werden und dann würden wir in so einem Fall schon Hilfe holen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  In dem Fall dann natürlich die Polizei anrufen. Ja, zum Glück sind es oft sind es Situationen, die jetzt nicht so oft vorkommen, sondern meistens sind diese Eskalationen noch auf dem Niveau, dass wir noch sagen können, okay, wir können irgendwie eingreifen und können sagen, dadurch, dass wir auch zu zweit sind, eine Person spricht mit vermeintlich dem Täter Täterin oder der einen Konfliktpartei und die andere mit der anderen Konfliktpartei.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Dass man so versucht, irgendwie dann eine Schlichtung hinzubekommen, so ein bisschen zu ähm, ja, ein bisschen Mediation einfach zu machen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ja und was sind da Strategien, dass ihr die Aufmerksamkeit quasi auf euch lenkt? Weil normalerweise sind ja die Konfliktparteien miteinander beschäftigt und dann spricht er die an.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also genau das funktioniert da. Also was gut funktioniert, ist oft, wenn noch andere Personen dabei sind, die, die kennen, dass man sagt Hey, wie heißen die denn? Sag doch mal ganz laut den Namen von Du hast ja genau das. Natürlich funktioniert nur, wenn noch jemand Drittes oder viertes dabei ist, dass man auch weiß, sonst sprechen wir sie einfach wirklich auch sehr laut mit einem Hey Hallo an!

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Einfach so diese kurz diese Aufmerksamkeit auf einen zu lenken. Genau, wir haben jetzt keine Pfeife oder so was dabei, weil das ist irgendwie sehr typisch. Es ja, Lehrer.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Musiklehrer, Polizisten aus den dreißiger Jahren ich.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Denke da mit.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Schlagstock rumläuft und sonst.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Nicht. Das wäre jetzt irgendwie gleich Trillerpfeifen. Aber man kann schon dadurch, dass wir ja auch wie gesagt sichtbar sind, dass wir irgendwie von der Institution sind, wenn da einfach zwei Fremde dazukommen. Wir haben so große Rucksäcke an, also man sieht uns schon an, dass wir nicht feiern sind. Genau da kriegt man eigentlich dann schon ganz gut die Aufmerksamkeit.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und wie gesagt, wenn diese Wenn sich der Konflikt aber so verhärtet ist, dass man es nicht mal mehr schafft, dass die Konfliktparteien die Aufmerksamkeit von einem bekommen, dann ist sind auch die Interventionsmöglichkeiten natürlich beschränkt. Ja, und dann muss man halt gucken, ob es irgendwann auch sich wieder abkühlt oder ob es irgendwann auch vielleicht von dem verbalen und körperlichen Konflikt geht, wo man dann natürlich die Polizei irgendwie ab einem gewissen Punkt dazu holen muss, wenn es nicht mehr geht, wenn es nicht mehr händelbar ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Was sind denn so häufige Auslöser für solche Situationen?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also meistens sind es tatsächlich ganz klassisch irgendwie. Entweder es geht zwei ein Pärchen, das sich irgendwie meistens aus Eifersucht Themen ähm extrem streitet. Dann haben wir schon immer wieder auch Freundesgruppe, wo sich dann zum Beispiel ein einer eine irgendwie im Club aufgeführt hat. Sage ich mal so, dass sie rausgeschmissen worden sind. Dann sind die anderen halt sauer, dass sie jetzt alle gehen mussten zum Beispiel.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau. Oftmals sind es aber auch Konflikte, die eigentlich gar nichts mit dem Feiern zu tun haben, sondern sich halt irgendwie vielleicht aufgestaut haben. Und dann, gerade wenn man was konsumiert hat, löst es ja dann doch manchmal Emotionen oder setzt Emotionen frei, die man sonst besser unterdrücken kann. Also ich kann jetzt nicht sagen, es gibt so genau den einen Auslöser.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau. Ich kenne auch diese Situationen, in der Stand dabei, wo die Menschen dann einfach so auch im Misch Konsum sich einfach übernommen haben, sag ich mal und dann werden die Menschen so unnachgiebig und es wird dann echt schwierig. Also da, da geht es dann wirklich auf so eine Eskalation zu und das sind echt Herausforderungen, das irgendwie dann in was positives umzulenken oder wenigstens in ja, das besprechen wir morgen oder so was vor.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also das ist auf jeden Fall eine große Herausforderung und es gelingt auch nicht immer. Also manchmal sind auch gerade Konflikte dann so, dass die dann schon auch zu uns sagen Nee, wir haben jetzt keinen Bock, dass ihr euch einmischt und dann lassen wir es auch erst mal so und lassen die zwei Personen ihren Konflikt austragen und beobachten halt eher und gucken okay, irgendwie kommt zum Beispiel zu einer körperlichen Auseinandersetzung, wo wir dann sagen okay, da müssen wir jetzt schon noch mal einschreiten.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ähm, genau das ist schon immer so, wie du sagst. Da sind manche Menschen dann sehr unnachgiebig und ich meine, es ist auch ihr gutes Recht. Unser Angebot ist, wie ich vorhin schon gesagt habe, ja auch freiwillig und wir wollen ja auch nur die Unterstützung dann anbieten, wenn sie auch nötig ist oder auch gewollt cool.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Vielen Dank! Also ich glaube, da haben wir einiges gehört zum Streetworker auf der Partymeile. Supercool. Also auch Einblicke, wie er dann arbeitet. Und das ist auf jeden Fall total wertvoll, da von Fachkräften wirklich die Information auch zu bekommen, weil ich glaube, da lernt man ganz viel durch Erfahrung und durch Ausprobieren und die Situationen auch überhaupt mit einem kühlen Kopf bewältigen zu können, weil ja bei auch bei Außenstehenden das Adrenalin Level dann hochgeht.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und so weiter. Ja und das ist schon echt eine spannende Nummer. Ja und doch.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Spaß. Das ist glaube ich auf der in der Nacht auf der Straße.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Super. Jetzt wollte ich noch zu deinem anderen Projekt. Ganz kurz also das kleine Projekt Neuhausen. Das ist ja eine akzeptierend arbeitende Jugendeinrichtung, wo die Besonderheit ist, dass die Jugendlichen auch unter Ja, also konsumieren dürfen. Nicht direkt drin, aber sie dürfen dicht kommen, sozusagen. Das ist akzeptiert.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Kida Also das Camp ist eine Einrichtung, wie der Name schon sagt in Neuhausen, und wir haben eine offene Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene von 14 bis 27 und genau, was du schon gesagt hast. Also die Besonderheit ist es, dass wir auch hier akzeptierend arbeiten. Natürlich arbeiten wir mit den Jugendlichen an ihrer Substanz, Konsum beraten da auch dahingehend.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Wir haben sogar noch mal eine extra Stelle für die Beratung von jungen Erwachsenen zum Thema Suchtmittel Konsum, wo wir da echt explizit drauf eingehen können. Und genau die jugendlichen jungen Erwachsenen können aber kommen und sich auch aufhalten. In vielen anderen Jugendhilfe Einrichtungen ist es ja nicht erlaubt, dass wenn man konsumiert hat, davor, dass man dann sich da aufhält.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und genau wir schauen einfach, dass den jungen Menschen dann gut geht und wir dann dadurch auch mit ihnen gut in den Kontakt kommen und so genau in die Konsum Reflexion einzusteigen und auch Veränderungen wünsche, die doch eigentlich bei fast allen Jugendlichen dann irgendwie in der Richtung unter jungen Erwachsenen in eine Richtung da sind, da auch ranzukommen und sie mit denen zu bearbeiten.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Cool.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Da möchte ich auf jeden Fall Werbung machen, da mal vorbei zu gucken, wenn jemand das hört und das interessant findet gerne. Das ist wirklich eine besondere Einrichtung, würde ich sagen. Weil bei den meisten ist nicht so der Fokus darauf auf den Substanz, Konsum und so, da wird einfach nur ja, da gibt es viele andere Angebote und es wird davon ausgegangen, dass man dort halt einfach nüchtern ist, sozusagen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und genau das ist auf jeden spannend. Da packe ich euch auch noch mal die Kontaktdaten in die in die Podcast Beschreibung. Und ja, jetzt wollte ich dich noch abschließend fragen was denkst du denn so in Hinblick auf die Krisen, die jetzt auch sind? Die Herausforderungen, mit denen die jungen Leute zu tun haben, dann auch Social Media usw? Was denkst du denn, wie sich so eure Arbeit jetzt so im öffentlichen Raum vor allem so wie die sich in Zukunft verändern wird?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Gute Frage. Also was wir merken ist, dass wir einfach immer mehr Bedarfe haben von jungen Menschen. Also das, was wir vorhin noch mal kurz drüber geredet haben, dass wir auch immer mehr junge Menschen in München erleben, die wohnungslos und obdachlos sind. Dass wir, dass die sich auch in der Nacht draußen aufhalten, aber eben auch tagsüber viel, wo wir einfach merken, okay, wir brauchen eine gute Beziehungsarbeit, wir brauchen eine hohe Präsenz, dass wir auch diese jungen Menschen einfach gut auffangen können und damit denen, deren Bedarfe klären können.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau das ist, würde ich mal sagen, so die Veränderung, die eben zudem jetzt in der Nacht noch zu dem Feier Setting da hinzu kommt und auch zum Klientel sag ich mal, dass wir eh schon haben, die sich halt so draußen aufhalten und Beratungsbedarf haben. Diese Jugendlichen in diesen extrem prekären Lagen dazu also einfach mehr werden, was natürlich einen hohen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ja, ja, die haben hohen Unterstützungsbedarf und genau das nimmt natürlich auch viele Kapazitäten ein, weil es oft auch junge Menschen sind, die einfach auch Probleme haben, sich anderen anzuvertrauen, weil sie vielleicht auch schlechte Erfahrungen schon gemacht haben, wo wir sehr viel Beziehungsarbeit auch erst mal leisten müssen. Und das braucht Kapazitäten.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ja, spannend, das klingt ja irgendwie gar nicht so gut, wenn diese Prognose stellt, dass es irgendwie mehr wird und dass es mehr junge Menschen gibt, die da einen erhöhten Unterstützungsbedarf haben und schon jetzt schon in Situationen Situation sind, wo sie dann irgendwie wirklich allein nicht mehr so leicht rauskommen aus der ganzen Nummer. Ja, okay, Danke. Ja, vielen Dank für das wertvolle Gespräch.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ja, danke dir und für die Einladung natürlich Spaß macht.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Es war höchste Zeit.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Es.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Mal zum Thema zu machen. Euer tolles Projekt. Und ja, ich habe das als sehr kurzweilig und informativ erlebt und ja, ihr lieben Hörerinnen und Hörer, wir packen euch die Informationen auch zum Heimweg. Telefon Und so weiter in die Shownotes. Ihr könnt das dann nachlesen, Links anklicken, euch weiter einlesen, wenn euch das interessiert oder auch ja, es Svenja kontaktieren.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau und ja, jetzt könnt ihr weiter zuhören. Gleich nach der Pause sprechen wir noch über Konsum von illegalen Substanzen ohne Druck. Checking Genau. Vielen Dank, Svenja.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Bis bald. Bis bald. Ciao. Tschüss.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Hinweis

                                                                                                                  Mein Sohn ist am Münchner Szene Projekt, das zum Thema illegale Drogen in der elektronischen Musikszene Information und Unterstützung anbietet. Wir sind erste Anlaufstelle für konsumierende Interessierte sowie Menschen, die einen Ausstieg suchen. Unter dem Leitgedanken Sauber drauf ist zu verstehen, dass unnötige Schädigungen und Folgeprobleme, die im Zusammenhang mit Drogenkonsum auftreten können, vermieden werden sollen. Substanz Konsum wird als Tatsache angesehen und nicht moralisch bewertet.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Hinweis

                                                                                                                  In diesem Sinne ist also nicht für oder gegen Drogen, sondern bietet Information und Beratung auf Augenhöhe an. Nach dieser kurzen Unterbrechung geht es weiter mit dem Thema Sei Fuß in Hamburg Redaktion Im Interview mit unseren ehrenamtlichen Peers.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  So Herzlich willkommen zurück zu unseren Infos vom Infostand heute mit Chloe. Hallo Chloe, grüß dich!

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Hallo, grüßte ich.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Schön, dass du da bist. Du bist ehrenamtlich bei uns aktiv seit zwei drei Jahren und bist voll dabei, Hast mega Bock auf das Thema und gehst auch gern weg und hast Lust gehabt, dich in unserem Podcast zu verewigen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Schön, dass du da bist. Toll! Danke für die Unterstützung. Folgt uns gerne auf den verschiedenen Streamingdiensten Spotify, Apple Music. Diese. Was es nicht alles gibt und Lasten liegt da. Empfehlt unseren Podcast weiter. Wir freuen uns immer, wenn wir mehr Hörerinnen und Hörer gewinnen. Heute ist das Thema risikoarme Dosierung von Party, Drogen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau. Ja, Also spannend. Hatten wir noch nicht. Ist auch ein bisschen tricky. Das Thema, würde ich sagen. Wir müssen auf jeden Fall mal damit anfangen, dass diese Information wirklich zur Reduktion beim Substanz Konsum gedacht sind. Für Menschen, die sich aktiv dazu entschieden haben, Party Drogen zu konsumieren. Ihr Rat natürlich wir schon gehört habt von Drogenkonsum ab. Wenn ihr gar keine Risiken haben wollt, dann keine Drogen konsumieren.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Klar, aber es gibt halt für Menschen, die das machen wollen, einfach gewisse Tipps und Hinweise, wie sie in unserem Rahmen hier in Bayern zum Beispiel oder auch in anderen Bundesländern, wo es keinen Druck Checking gibt oder auch unter Umständen wo man was konsumieren will und nicht die Zeit hat, das vorher testen zu lassen, so ein bisschen die Risiken minimiert, einfach eine Überdosierung zu bekommen oder eine falsche Deklaration oder auch in so einen Konsum Strudel reinzukommen, dass man dann irgendwie unkontrolliert nachlegt.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Das ist auch wichtig, weil die Substanzen häufig auf dem Schwarzmarkt vertrieben werden. Die werden unter keinerlei Hygiene oder Sicherheit Bestimmungen hergestellt. Da also bei Transport, Lagerung, Herstellung können einfach immer irgendwelche Verunreinigungen reinkommen. Es können Synthese Probleme entstehen, da hier ja, es können falsch Deklarationen sein. Es gibt ganz viele neue psychoaktive Substanzen. Habt ihr sicher schon gehört, die quasi statt der Haupt Substanzen die man so kennt einfach aus Gewinnmaximierung Aspekten vertrieben werden oder einfach ersetzt werden oder mit reingemischt werden.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Manchmal werden auch irgendwelche Arzneimittel mit reingemischt. Man braucht weniger vom Wirkstoff und diese anderen Substanzen, die armen dann sozusagen die Wirkung von der eigentlich bezahlten Substanz nach oder sie werden einfach komplett ersetzt. Teilweise. Also es gibt aktuell so zwischen vier und 500 neue psychoaktive Stoffe, die in Europa irgendwie zu haben sind, die man über Onlinehandel, über Dealer, über sonstwie irgendwie bekommen kann.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Und das ist schon eine riesen Bandbreite. Und die meisten dieser Stoffe sind unerforscht, da gibt es keine Studien zu. Die gibt es teilweise erst seit zehn Jahren oder so oder sie liegen schon ganz lange in der Schublade. Irgendwo die, die die Formeln sozusagen haben, aber nie eine Arznei Zulassung bekommen, weil sie so große Nebenwirkungen haben und werden halt jetzt dann nach und nach rausgekramt.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Und man muss dazu sagen, die neuen psychoaktiven Stoffe, die jetzt noch auf den Markt kommen, die noch unreguliert sind, die sind sehr experimentell, also sehr viele. Da sind auch viele Opioide dabei. Benzodiazepine, also schon wirklich stark wirksame Substanzen, und die sind dann auch noch mal zusätzlich völlig unerforscht. So viel zur Einleitung. Ich wollt vielleicht noch zwei Substanz Beispiele geben.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Habe ich letztens von einem netten Mitarbeiter von Sonar Berlin erfahren, dass es einfach zwei Substanzen gibt. Das eine ist vier CMA, das ist eine Substanz, die das Serotonin System angreift und man eigentlich nach einer handvoll Konsum Intervallen schon wirklich eine nachhaltige Schädigung der Rezeptoren hat. Also man fühlt sich dann eigentlich sein restliches Leben. Wir offen MDMA depri so und das gilt es halt zu vermeiden.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Ich will jetzt keine Angst schüren, aber es ist unter Umständen irgendwie möglich, dass man die Substanz mal in die Finger bekommt, wenn es halt vorher kein Werkzeug gab, die andere Substanzen SMP, TP Das ist eine Substanz, die bei unsachgemäßer Herstellung von synthetischen Heroin Ersatz entstehen kann. Also wenn das ganze zu stark erhitzt wird und dann nicht sauber gearbeitet wird und da ist auch schon bei ganz wenigen Konsum intervallen wird dann das Dopamin system geschädigt und es kommt zu einer Vorstufe von Parkinson.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Also unkontrollierte Muskel Zuckungen, langsamere Bewegungen. Und das schon bei jungen Menschen, die eigentlich keine Demenz haben oder so was. Und das wollen wir auf jeden Fall vermeiden. Dafür hat Chloe jetzt einige Informationen für euch, die es wert sind, sich die unbedingt anzuhören.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Äh, wie du vorhin ja auch erwähnt hast, es ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man die Möglichkeit hat, Hacking zu machen. Wenn man dieses Angebot nicht hat, kann man sich eventuell auch Skins besorgen. Also von Miraculix, da gibt es ganz gute Skills. Also das wäre natürlich optimal, wenn man ganz sicher weiß, was man da eigentlich konsumiert, weil man das eben nicht weiß, welche Substanz vorliegt.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Das muss man ja auch immer mit bedenken, dass da eben ein Mittel dabei sein kann und das auch, wie du es gesagt hast, einfach das nicht die Substanz ist, die man denkt, was es ist. Dann muss man da natürlich ein bisschen vorsichtiger vorgehen und da ist es eigentlich immer sinnvoll, erst mal die Substanz anzutasten, also nicht gleich aufs Ganze zu gehen und da erst mal vielleicht ein bisschen was davon zu probieren.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Also wenn man jetzt zum Beispiel von einem Pulver oder Crystal ein Gramm hat, dass man dann das eben aufteilt, vielleicht so auf quasi zehn Lines aufteilt, dann weiß man ungefähr, wie viel 100 Milligramm sind von der Substanz und kann das dann auch noch mal kleiner aufteilen, um da erst mal eine ganz geringe Dosis an zu testen. Auch so ein bisschen zu beobachten Wie reagiert der Körper darauf und ob das gut funktioniert oder ob man da vielleicht genau unerwünschte Reaktion hat.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Mit diesen 100 Milligramm. Da hat man dann quasi Celine sieht. Man sieht mal wie innen abgewogen es Gramm von einer Substanz aussieht, macht es ganz klein und kann es dann so aufteilen, dass man quasi im Internet dann auch guckt was ist so eine empfohlene Einzel Dosis von der rein Substanz der gewissen Droge die man da vor sich liegen hat?

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Startet man startet dann mal mit ein bisschen weniger als dem und dann? Dann ist man quasi auf der sicheren Seite würde ich sagen. Also man kann ja immer nach dosieren, muss jetzt nicht sein, aber wenn man halt die gewünschte Wirkung noch nicht erreicht hat, wenn die Sache vielleicht ein bisschen auf gestrecktes oder so, dann kann man immer nach dosieren, aber man ist man überdosiert sich nicht.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Also immer unter der empfohlenen niedrigen Dosis bleiben und das geht halt am besten mit fein Waage, oder? Wenn man dann so 100 Milligramm Line in drei Teile aufteilt, zum Beispiel, dann hat man 30 Milligramm. Nur so als Anhaltspunkt. Genau.

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Genau. Wichtig ist natürlich auch, über den Stoff Bescheid zu wissen, den man konsumiert. Also da auch so ein bisschen im Voraus eine Recherche zu betreiben. Wie ist da die Wirkung generell? Wie es auch wirkt, Dauer, die Flugzeit? Also nach wie viel Zeit kann man eine Wirkung erwarten? Wie wird es auch im Körper verstoffwechselt und abgebaut, damit man auch Bescheid weiß, wann das ganze vielleicht auch wieder raus ist?

                                                                                                                   

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                                                                                                                  Genau auch, wie sich die Wirkung je nach Dosis unterscheidet, damit man eben auch Bescheid weiß. Okay, war das jetzt vielleicht doch zu viel oder ist es noch möglich? Eben nach eben nachdem man die ganze Zeit abgewartet hat und dann auch die Wirkung eingetreten ist. Ob das dann noch sinnvoll ist nachzulegen oder nicht. Auch ganz wichtig Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Wenn man noch andere Medikamente nimmt, ist natürlich davon abzuraten, weil mit Konsum eigentlich nie Safer Sex ist, da das immer sehr riskant sein kann. Genau. Aber es lohnt sich natürlich, einfach darüber Bescheid zu wissen. Auch so ein bisschen, was der aktuelle Forschungsstand zu der Substanz ist. Und genau auch Infos zum Konsum, also nicht nur Medikamente, sondern auch andere Substanzen wie diesen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Da verhält.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Danke. Und wenn ich jetzt die Droge kaufe und ich habe keinen Druck checking was sind denn da gute Fragen, die ich der Person, die mir das übergibt oder die mir das auch kostenlos zur Verfügung stellt oder sonst wie? Was sind da gute Fragen?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also auf jeden Fall was für eine Substanz es ist. Natürlich, da ist natürlich ist auch ein bisschen schwierig, weil oft die Dealer das selber nicht unbedingt wissen, was sie da verkaufen oder vielleicht auch gerade versuchen, einen unerwünschten Stoff loszuwerden. Also wie vorhin gesagt, das zwei mit illegalen Substanzen, das ist ja ein regulierter Markt. Du hast da keine Qualitätsstandards, wie es jetzt vielleicht bei Alkohol oder mittlerweile auch Cannabis der Fall ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Das heißt, dass es eigentlich auf reiner Vertrauensbasis und deswegen ist es da auch eben besonders wichtig, dass man da einfach sehr vorsichtig ist. Aber was man noch fragen kann es auch, wie potent der Stoff ist. Also manche sagen das dann vielleicht auch noch dazu, das ist sehr, sehr stark. Also passt auf, oder? Ja, da kannst du vielleicht ruhig mehr nehmen als sonst.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Aber wie gesagt, das ist wieder so auf Vertrauen deswegen. Da ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Ich glaube, was mir jetzt auch noch gerade einfällt ist eben, wenn man kein Drop Checking hat, kann man vielleicht trotzdem sich aktuelle Substanzen anschauen. Also vor allem bei Pillen Warnungen ist es ganz gut, weil die ja sehr gut erkennbar sind durch Motive und Farben.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und da kann man vielleicht auch noch mal nachgucken, was ist denn aktuell wird da gewarnt und was ist da rausgekommen, was da vielleicht drin steckt? Weil auch wenn wir hier kein Dropshipping haben, haben wir das meistens in der Nähe. Also entweder Berlin oder auch Schweiz oder Österreich. Und es kommt ja dann trotzdem auch irgendwie hierher. Deswegen, wenn da schon mal so ein ähnlicher Stoff getestet wurde und da was rausgekommen ist, dann weiß man auch Bescheid, wovon man sich sozusagen hüten muss.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau. Also wenn da wirklich Warnungen ausgesprochen sind, die Pille sieht genauso aus, dann lieber konservativ denken und dann geringer dosieren, auch wenn es vielleicht nicht genau die Pille ist, dann hat man trotzdem nichts falsch gemacht. Dann zu Du hattest gemeint, du möchtest so ein bisschen drüber sprechen, auch wie man selber auch aufgestellt ist heute und wenn man die Substanz konsumiert.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau. Was hast du denn dazu?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ja, genau. Also da ist es. Stichwort und Setting. Also das kennt man hauptsächlich, glaube ich, auch aus dem psychedelischen Bereich, aber das ist eigentlich wirklich bei jeder Substanz ganz sinnvoll, das zu beachten, also dass man einfach so, so ein bisschen eine gewisse Selbstkenntnis hat. Wie geht es mir denn aktuell? Also, wenn man eben kurz davor ist, was zu konsumieren, Bin ich vielleicht gerade gestresst oder habe ich genug geschlafen oder vielleicht auch nicht?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Auch Ernährung und es spielt auch eine Rolle und kann wirklich beeinflussen, wie dann letztendlich die Substanz auf einen wirkt und eben genauso auch das Setting vis a vis die Umgebung, in der ich mich befinde. Fühle ich mich da wohl oder vielleicht auch eher nicht? Genau. Also, dass man einfach da auch beachtet, dass ich davon abhängig, dass da auch die Dosen einfach unterschiedliche Wirkungen haben können.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Auch wenn man vielleicht schon eine gewisse Dosis gewöhnt ist, kann es dann einfach mit einem komplett anderen Setting dann doch sich ganz anders verhalten?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau. Auch Toleranz Bildung können wir gleich als nächstes Thema ansprechen. Also wenn ich bei manchen Substanzen einfach ein paar Tage paar Wochen nicht konsumiert habe, dann kann meine Toleranz schon wieder ganz arg runtergehen und ich brauche einfach viel weniger, um die erwünschte Wirkung zu haben.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau, Genau.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ja, und wenn ich jetzt hier irgendwie irgendwelche Kristalle oder irgendwelche Stäbchen oder wie das ganze Zeug auch immer aussieht, bekomme oder auch irgendwelche Steine oder so was, wie gehe ich damit um?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also am besten die Substanz ganz klein machen. Auch ist es auch am besten, wenn man sich selber darum kümmert und sich das nicht von anderen vorbereiten lässt, weil auch da auch mit dem Thema Toleranz. Das ist ja sehr individuell, andere Leute haben vielleicht einen ganz anderen Zugang dazu oder eine andere Toleranz deswegen. Am besten kümmert man sich darum selber, wie groß die Einheit sein soll.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Und genau, aber eben wichtig, dass also vor allem bei Crystal eben ganz klein zu machen, dann damit einfach so eine homogene Masse entsteht, dann ist auch einfach die Wirkung nicht so unberechenbar und es wird auch besser aufgenommen und ist auch nicht so schädlich für die Schleimhäute.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Und wie sieht es denn mit den Konsum Formen aus, das auch noch was zu erzählen?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Ja genau. Also die Dosis kann sich eben auch variieren, je nachdem welchen Aufnahme weg man hat, beispielsweise für den intravenösen Aufnahme weg, braucht man einfach deutlich weniger als für oral oder nasal und auch ist da die Bioverfügbarkeit anders. Also zum Beispiel Ketamin wird oral eben deutlich schlechter aufgenommen als dann vielleicht nasal. Also dass dann die Bioverfügbarkeit so 18 bis 20 %.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Was dann nicht so viel Sinn macht, also oral zu konsumieren ist eine große Verschwendung. Ja genau. Aber es gibt andere Substanzen, wie zum Beispiel Amphetamine oder auch Kokain, wo das eigentlich oral auch gut funktionieren würde. Und da ist halt eigentlich ein guter Fußweg. Auch hatten in der letzten Folge glaube ich die Sachen oral zu konsumieren, dass man eben die Schleimhäute auch nicht so reizt und es kickt halt nicht so die Wirkung ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Eigentlich, kann man schon sagen, eigentlich so gut wie die gleiche. Und natürlich, wenn eine Substanz hoch rein ist und ja, ich die oral konsumiere, da muss ich schon ein bisschen aufpassen, weil wenn ich halt dann zu viel nehme, dann wirkt es halt auch. Also da wirklich wie gesagt immer gering. Antesten, immer von einer geringen Dosierung steigern. Wenn ihr das unbedingt machen wollt, aber nicht gleich voll einsteigen.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau das ist wirklich so das A und O.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau, auch wenn man auch die Möglichkeit hat, es genau zu wiegen. Also wenn man vielleicht eine fein Waage hat, das ist dann auch super, weil man dann da das möglichst genau dosieren kann und nicht so nach Augenmaß das machen muss.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau. Und das schließt auch aus, dass man im Club irgendwo mit auf Toilette geht und dann aus einem gefalteten Flyer von einer riesigen kleinen, die für fünf Leute ist, dann irgendwie einfach was zieht. Das sollte man echt nicht machen und lieber dann sagen Hey, dann gib mir lieber was, dass ich mir das in Ruhe angucken kann oder so, also da echt nicht.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Auch wenn es illegal ist. Und wenn man immer gucken muss, dass das keiner Verdacht schöpft, warum man jetzt so lange auf dem Klo ist und so echt lieber ausschließen, dass man dann aus irgendwelchen naja, also da irgendwie einen Fehler begeht, sage ich mal die falsche Substanz konsumiert oder einfach zu viel von irgendwas erwischt.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Also ja genau, meistens konsumiert man ja auch im Party Kontext sozusagen um Spaß zu haben. Wenn man dann halt am ende irgendwo in der Ecke liegt. Das macht dann nicht so viel Spaß.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Genau. Oder eine Nahtoderfahrung hat, weil es halt Citta statt Speed war oder was weiß ich. Genau das waren schon einige Informationen. Dann nähern wir uns schon langsam dem Ende. Was hast du denn noch auf dem Zettel?

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Äh, mir ist noch eingefallen, auch noch was zu einem selbst. Wichtig ist also nicht nur Zeit und Setting, sondern auch biologische Faktoren. Natürlich. Also auch Geschlecht und Gewicht natürlich sind auch ganz wichtig. Also da sieht man eben auch meistens, wenn man sich zu den Substanzen online informiert, bestimmte Milligramm Angaben pro Kilogramm Körpergewicht, dass man das so ausrechnen kann.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Genau. Und auch meistens eben weibliche Personen sollten da lieber weniger konsumieren als männliche natürlich. Also wenn eben vielleicht ein Kumpel für dich eine Leiche vorbereitet, dann nimm am besten lieber weniger davon. Aber wie gesagt, auch da am besten macht man das einfach für sich selber, weil man sich ja selbst am besten kennt.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Eigentlich ja, wenn ihr auch Freundinnen oder Freunde seht, die irgendwie alles durcheinander mischen oder einfach irgendwas konsumieren, ohne vorher zu fragen, dann einfach sensibel und lieb mal ansprechen in einem guten Moment und dann von Strecken, Mitteln und überdosiert mal erzählen oder so von eigenen Erfahrungen vielleicht auch das ist immer eine gute Seite, oder an uns verweisen meint schon, dass man sich da mal einliest oder auch mal eine Online Beratung in Anspruch nimmt, je nachdem.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Ist ja immer unterschiedlich. Genau. Und ja, Cloe, vielen Dank. Ja, cool. Danke. Danke für die Infos. Super spannend. Du bist da auf jeden Fall echt fit und schön, dass du da was und den Podcast mit bereichert hast.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Svenja

                                                                                                                  Danke, dass ich da sein durfte.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Patrick

                                                                                                                  Dann wünschten wir euch erst mal eine frohe Weihnachtszeit. Einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und ja, bis zum nächsten Jahr bis dann. Bis dahin ist.

                                                                                                                   

                                                                                                                  Mehr anzeigenWeniger anzeigen

                                                                                                                  Der Beitrag Streetwork auf der Münchener Partymeile – Interview mit Svenja Schüürmann von Condrobs ConAction – sauberdrauf Folge 17 – der Mindzone-Podcast erschien zuerst auf sauber drauf! mindzone.info.

                                                                                                                  59 min
                                                                                                                • Awareness-Arbeit auf Sexpositive- / Kinky-Parties – Interview mit dem Awareness Medical Team – sauberdrauf Folge 16 – der Mindzone-Podcast
                                                                                                                  In der 16. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ spricht Patrick mit dem Awareness Medical Team zum Thema Awareness-Arbeit auf Sexpositive- / Kinky-Parties.

                                                                                                                  Vorstellung Julian: Er ist Rettungssanitäter und Gründer des Awareness Medical Teams.

                                                                                                                  Vorstellung Liv: Sie arbeitet im Gesundheitssektor und engagiert sich ehrenamtlich  beim Awareness Medical Team.

                                                                                                                  Das Awareness Medical Team ist ein eingetragener Verein mit Sitz in München. Dessen Ziel ist es, eine sichere und freundliche Umgebung auf Veranstaltungen zu schaffen, so dass jeder Gast sich sicher und willkommen fühlt.

                                                                                                                  • Vorstand wählt Teamleiterinnen und Teamleiter
                                                                                                                  • aktuell ca. 100 Mitglieder organisiert über Whatsapp-Gruppe
                                                                                                                  • 2-4 Events pro Wochenende in ganz Deutschland
                                                                                                                  • Kooperationsveranstalter im Kinky-Bereich: Kinky Galore, Bavarian Fetish, Glory Bizarre, Kinky One, usw.
                                                                                                                  • Webseite: www.awarenessmedicalteam.de

                                                                                                                    Insta: awareness_medical_team

                                                                                                                    Im Hauptteil wird ein Überblick zu den Besonderheiten von Kinkypartys vermittelt. Awareness-Arbeit spielt hier wegen besonderer Tabuthemen, Macht und Sex und der besonderen Wichtigkeit, Konsens einzufordern und einzuhalten, eine vordergründige Rolle.

                                                                                                                    Weiter gibt diese Folge einige Einblicke in die Arbeitsweise des Teams, es werden besondere Anforderungen an Awareness-Arbeit auf diesen Partys erklärt. Julian und Liv erzählen auch von Beispielen aus der Praxis.

                                                                                                                    Abschließend bitten Julian und Liv, sich nicht zu scheuen, das Awareness-Team proaktiv einzubeziehen, sollte mal auf einer Party etwas schief gehen. Das könne allen passieren und nur so könnten sie in Krisensituationen noch besser unterstützend einwirken.

                                                                                                                    Infos vom Infostand rund ums Thema „Aufnahmewege von Partydrogen“

                                                                                                                    Generell raten wir vom Substanzkonsum ab! Diese Infos sind für Menschen gedacht, die sich bereits für den Substanzkonsum entschieden haben.

                                                                                                                    Unser heutiger Gast ist Lotte. Sie ist seit über zehn Jahren ehrenamtlich bei Mindzone aktiv und im Bereich Awareness tätig. Hauptberuflich arbeitet sie mit jungen Menschen, die wegen psychischer Erkrankungen in Behandlung sind.

                                                                                                                    Es wird grundsätzlich zwischen fünf Haupt-Aufnahmewegen unterschieden:

                                                                                                                    1. Nasal: „Safer Sniffing“-Regeln unbedingt beachten, hohes Infektionsrisiko bei unsachgemäßem Gebrauch, Vorsicht vor Verwechslung von Substanzen in Pulverform; langsam an die gewünschte Wirkung herantasten, Substanzen aufgelöst in Nasenspray bei sachgemäßem Gebrauch als Harm- Reduction-Strategie
                                                                                                                    2. Inhalieren: Wirkeintritt 7-10 Sekunden, durch extrem schnelles Anfluten stark suchterzeugend, erhöhtes Krebsrisiko, Vaporizer als Harm-Reduction-Strategie
                                                                                                                    3. Intravenös: Wirkeintritt 10-30 Sekunden, hohes Infektions- und Gesundheitsrisiko, risikoreichster Aufnahmeweg, daher ist davon abzuraten. Genau dosieren, immer neue, eigene Einmalspritzen benutzen, nie alleine konsumieren!
                                                                                                                    4. Rektal: Wirkeintritt 3-5 Minuten mit Zäpfchen oder Spritze ohne Nadel. Substanz wird über die Schleimhaut aufgenommen, genau dosieren!
                                                                                                                    5. Oral: Wirkeintritt i.d.R nach ca. 20-40 Minuten, weniger Kick und weniger suchterzeugend als andere Aufnahmewege, lange Anflutzeit abwarten und genau dosieren!
                                                                                                                    6. Safer Use Empfehlungen:

                                                                                                                      Oral: Wirkeintritt i.d.R nach ca. 20-40 Minuten, weniger Kick und weniger suchterzeugend als andere Aufnahmewege, lange Anflutzeit (manchmal bis zu 2 Stunden) und Wirkung abwarten,  genau dosieren.

                                                                                                                      Sollte jemand trotz unerwünschter Auswirkungen Suchtdruck spüren oder Schwierigkeiten haben, den Konsum einzustellen, nehmt Hilfe in Anspruch. Kontaktiert uns unter: https://mindzone.info/beratung/drogenberatung/

                                                                                                                      Weiterführende Sicher-Feiern-Tipps…

                                                                                                                      Folgt uns in den Sozialen Medien, um nichts zu verpassen!

                                                                                                                      • https://www.facebook.com/sauberdrauf
                                                                                                                      • https://www.instagram.com/projekt.mindzone/
                                                                                                                      • https://twitter.com/projektmindzone
                                                                                                                      • Abonniert unseren Podcast und teilt ihn mit Freunden! Jetzt reinhören via Spotify, iTunes, Deezer, Google, Amazon Music

                                                                                                                        Habt Ihr bestimmte Themen-Wünsche, die Euch besonders interessieren? Für Feedback, Fragen und Anregungen schreibt uns gerne unter der Mail-Adresse: [email protected]

                                                                                                                        Wichtiger Hinweis:

                                                                                                                        Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.  

                                                                                                                         

                                                                                                                        Der Beitrag Awareness-Arbeit auf Sexpositive- / Kinky-Parties – Interview mit dem Awareness Medical Team – sauberdrauf Folge 16 – der Mindzone-Podcast erschien zuerst auf sauber drauf! mindzone.info.

                                                                                                                        1 hr 1 min
                                                                                                                      • Cannabis im Jugendalter: Interview mit Jugendsucht­beraterin Olivia Mantwill – sauberdrauf Folge 15 – der Mindzone-Podcast
                                                                                                                        In der 15. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ spricht Patrick mit Soziologin und Jugendsuchtberaterin Olivia Mantwill zum Thema Cannabiskonsum im Jugendalter. 

                                                                                                                        Olivia ist in der Caritas-Fachambulanz in Amberg tätig und berät über das Beratungsangebot Resist Jugendliche mit Suchtproblemen zwischen 12 und 18 Jahren sowie deren Angehörige:

                                                                                                                        • Wie wirkt sich die (Teil-)Legalisierung auf das Konsumverhalten Jugendlicher aus?
                                                                                                                        • Wo beginnt häufiger Konsum in der Jugend?
                                                                                                                        • Wie wirkt sich häufiges breit sein und der Kontakt mit (Verkaufs-) Kriminalität auf junge Menschen aus?
                                                                                                                        • Wie wirken sich Soziale Medien auf das Cannabiskonsumverhalten Jugendlicher aus?
                                                                                                                        • Welche Empfehlungen legt Olivia betroffenen Eltern als Herz?
                                                                                                                        • Empfehlenswerte Online-Präventionsangebote und Hilfen
                                                                                                                          • weed.sauberdrauf.com
                                                                                                                          • https://www.cannabispraevention.de
                                                                                                                          • https://www.quit-the-shit.net/qts/
                                                                                                                          • https://www.drugcom.de/tests/selbsttests/cannabis-check/
                                                                                                                          • https://www.realize-it.org/das-programm
                                                                                                                          • https://www.realize-it.org/cannabistest
                                                                                                                          • https://www.suchtberatung.digital/
                                                                                                                          • Nutze unsere anonyme, vertrauliche Onlineberatung: https://mindzone.info/beratung/drogenberatung/

                                                                                                                            Infos vom Infostand rund ums Thema „Geschlechtskrankheiten – STI (Sexuelly Transmitted Infections)“ mit Kim

                                                                                                                            Die meisten Menschen haben irgendwann einmal mit sexuell übertragbaren Infektionen (STI – Sexuelly Transmitted Infections; auf deutsch Sexuell übertragbare Infektion) zu tun. Weit verbreitet sind z.B. Chlamydien, Genitalherpes, Trichomonaden und Feigwarzen (HPV-Infektionen). Auch Tripper (Gonnorrhö) und Syphilis kommen heute wieder häufiger vor. Die möglichen Folgen reichen von lästigem Jucken bis hin zur lebensbedrohlichen Erkrankung.

                                                                                                                            Safer-Sex-Tipps, um die Übertragung von Geschlechtskrankheiten zu vermeiden
                                                                                                                            • Geschlechtskrankheiten lassen sich früh erkannt in der Regel gut behandeln. Unbehandelt können sie schwere gesundheitliche Folgen haben.
                                                                                                                            • Informiere dich über Geschlechtskrankheiten, z. B. unter: https://www.mitsicherheitbesser.de/sti-geschlechtskrankheiten/
                                                                                                                            • Benutze Kondome! Kondome senken das Risiko einer Infektion.
                                                                                                                            • Solltest du bereits Verdacht auf eine Infektion haben, sprich offen mit deinem potentiellen Sexualpartner*in darüber.
                                                                                                                            • Nutze nur dein eigenes Sex-Spielzeug.
                                                                                                                            • Am besten Testen! Manchmal zeigen zeigen Geschlechtskrankheiten keine Symptome. Deshalb sollte man sich mindesten einmal im Jahr testen lassen!
                                                                                                                            • Viele Gesundheitsämter und Aidshilfen bieten anonyme Tests auf Geschlechtskrankheiten an. Die meisten Angebote sind kostenlos! Auch beim Hausarzt sind Tests auf Geschlechtskrankheiten möglich.

                                                                                                                              Wendet Euch bei Fragen oder Unsicherheiten an: https://subonline.org/beratung/praevention-und-test/ oder https://www.iwwit.de/geschlechtskrankheiten/testen-lassen

                                                                                                                              Weiterführende Infos zum Thema „Geschlechtskrankheiten – STI“ findet ihr auch auf der MINDZONE-Homepage: https://mindzone.info/gesundheit/geschlechtskrankheiten/

                                                                                                                              Folgt uns in den Sozialen Medien, um nichts zu verpassen!

                                                                                                                              • https://www.facebook.com/sauberdrauf
                                                                                                                              • https://www.instagram.com/projekt.mindzone/
                                                                                                                              • https://twitter.com/projektmindzone
                                                                                                                              • Abonniert unseren Podcast und teilt ihn mit Freunden! Jetzt reinhören via Spotify, iTunes, Deezer, Google, Amazon Music

                                                                                                                                Habt Ihr bestimmte Themen-Wünsche, die Euch besonders interessieren? Für Feedback, Fragen und Anregungen schreibt uns gerne unter der Mail-Adresse: [email protected]

                                                                                                                                Wichtiger Hinweis:

                                                                                                                                Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.  

                                                                                                                                Hier findet ihr ein Transkript der Folge zum nachlesen.

                                                                                                                                Der Beitrag Cannabis im Jugendalter: Interview mit Jugendsucht­beraterin Olivia Mantwill – sauberdrauf Folge 15 – der Mindzone-Podcast erschien zuerst auf sauber drauf! mindzone.info.

                                                                                                                                1 hr 2 min
                                                                                                                              • Interview mit Luzia Beer – Fachstelle MoNa (Moderation der Nacht) – sauberdrauf Folge 14 – der Mindzone-Podcast

                                                                                                                                In der 14. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ spricht Patrick mit Luzia Beer. Sie ist als sog. „Nachtmoderatorin“ bei der Fachstelle MoNa – Moderation der Nacht in München tätig.

                                                                                                                                Aufgaben der Fachstelle MoNa:
                                                                                                                                • Koordination „Runder-Tisch-Nachtleben“
                                                                                                                                • Experten-Gremium „Awareness & Sicherheit“
                                                                                                                                • Austausch U18-Feiern in München
                                                                                                                                • Evaluation Frauen-Nacht-Taxi-München
                                                                                                                                • „Mucs-Partys“ – Feiern in der Stadt bis 27 Jahre
                                                                                                                                • Geplanter Kollektiv-Kongress Ende 2024
                                                                                                                                • Mediationsangebot für nächtliches Zusammenleben
                                                                                                                                • Vernetzung und Austausch fördern
                                                                                                                                • Bedarfe und Entwicklungen erkennen und Weitergeben
                                                                                                                                • Infos zum Münchener Frauen-Nacht-Taxi: Taxi-Gutscheine im Wert von 10,- Euro für alle weiblichen Personen zwischen 22:00 und 6:00 Uhr; erhältlich beim KVR, Münchener Gleichstellungsstelle und am Mindzone-Infostand
                                                                                                                                • https://www.muenchen.de/verkehr/frauen-nacht-taxis-fuer-muenchen-infos-zum-gutscheinsystem

                                                                                                                                  • Anlaufstelle zur Akut-Versorgung nach Vergewaltigung
                                                                                                                                  • https://frauennotruf-muenchen.de/erste-hilfe-informationen-fuer-betroffene/

                                                                                                                                    • Rückmeldungen und Fragen sind erwünscht. Wenn Verbesserungen gefragt sind, gerne an MoNa wenden.
                                                                                                                                    • Luzias Kontaktdaten:

                                                                                                                                      https://www.instagram.com/mona.muenchen

                                                                                                                                      https://luzia-beer.de/

                                                                                                                                       

                                                                                                                                      Infos vom Infostand rund ums Thema „Safer-Sniffing“ mit Dominic:

                                                                                                                                      Viele Partygängerinnen und Partygänger gehen beim nasalen Konsum, dem „Sniefen / Ziehen“, nachlässig mit ihrer Gesundheit um. Dabei können gesundheitliche Probleme entstehen. Nachfolgend haben wir bewährte Safer-Use-Strategien zu dieser speziellen Konsumform für euch zusammengefasst. Substanzkonsum soll Spaß machen und das Leben nicht nachhaltig negativ beeinträchtigen.

                                                                                                                                      Safer-Use-Hinweise zu nasalem Konsum:
                                                                                                                                      • Informiere dich bestmöglich über die vorliegende Substanz und die Risiken des Mischkonsums: https://mindzone.info/substanzen/mischkonsum/
                                                                                                                                      • Verwende Testkits, um die Reinheit und Identität der Substanz zu überprüfen und das Risiko von Verunreinigungen zu reduzieren / nutze Drug-Checking Angebote, falls möglich z.B. „Marquis-Tests“ oder https://drugchecking.berlin/
                                                                                                                                      • Achte auf Hygiene: Händewaschen vor und nach dem Konsum.
                                                                                                                                      • Benutze immer eine saubere, trockene und glatte Unterlage.
                                                                                                                                      • Schnupfe nicht auf / von schmutzigen Flächen (z.B.Toiletten); Alcopads benutzen, gibt’s z.B. im Drogeriemarkt.
                                                                                                                                      • Eigene Konsum-Utensilien, mindestens persönliches Röhrchen ohne scharfe Kanten verwenden (keine Geldscheine!).
                                                                                                                                      • Pulver, Stein, Kristall möglichst klein hacken/zerdrücken.
                                                                                                                                      • Miss deine Dosis immer selbst ab!
                                                                                                                                      • Kleine, dünne Lines lassen sich besser dosieren (Wirkstoffgehalt kann von Mal zu Mal variieren und sehr unterschiedlich sein).
                                                                                                                                      • Vorsicht vor Verwechslung von optisch gleichaussehenden Substanzen, wie  z.B. Ketamin, Speed und Koks.
                                                                                                                                      • Vor dem Schnupfen sollte man die Nase schnäuzen, sowie ca. 10 Minuten danach.
                                                                                                                                      • Halte regelmäßige Konsumpausen ein, um deinen Körper und Psyche zu regenerieren und einer Gewöhnung vorzubeugen. Wann ein zu viel oder ein zu häufig erreicht ist, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Achte auf die Warnsignale deines Köpers. Stelle den Konsum ein, solltest du negative Effekte, wie z.B. Nasenbluten spüren und lege eine mehrwöchige Konsumpause ein.
                                                                                                                                      • Lies dir auch unsere Informationen zur Konsumreflexion durch und prüfe dein Konsumverhalten von Zeit zu Zeit: https://mindzone.info/gesundheit/konsumreflexion/
                                                                                                                                      • Nach dem Konsum Nase mit Salzlösung und Salbe pflegen (Nasenspülung/ Nasendusche gibt’s im Drogeriemarkt oder Apotheke).
                                                                                                                                      • Solltest du bereits nachhaltige Probleme aufgrund deines nasalen Konsums entwickelt haben, zögere nicht einen HNO-Arzt oder -Ärztin aufzusuchen. Sie unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht.
                                                                                                                                      •  

                                                                                                                                        Wendet Euch bei Fragen oder Unsicherheiten an unsere anonyme Onlineberatung

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                                                                                                                                        • Abonniert unseren Podcast und teilt ihn mit Freunden! Jetzt reinhören via Spotify, iTunes, Deezer, Google, Amazon Music

                                                                                                                                          Habt Ihr bestimmte Themen-Wünsche, die Euch besonders interessieren? Für Feedback, Fragen und Anregungen schreibt uns gerne unter der Mail-Adresse: [email protected]

                                                                                                                                          Wichtiger Hinweis:

                                                                                                                                          Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.  

                                                                                                                                          Der Beitrag Interview mit Luzia Beer – Fachstelle MoNa (Moderation der Nacht) – sauberdrauf Folge 14 – der Mindzone-Podcast erschien zuerst auf sauber drauf! mindzone.info.

                                                                                                                                          45 min

                                                                                                                                        About sauber drauf!

                                                                                                                                        From the publisher's feed

                                                                                                                                        Der Party-Drogen-Podcast von mindzone

                                                                                                                                        More shows like sauber drauf!

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                                                                                                                                        WDR Zeitzeichen

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                                                                                                                                        IQ - Wissenschaft und Forschung by Bayerischer Rundfunk

                                                                                                                                        IQ - Wissenschaft und Forschung

                                                                                                                                        50 Listeners