WDR Zeitzeichen

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WDR Zeitzeichen episodes

  • Wild-West-Stars Wyatt Earp und Doc Holliday: Helden oder Mörder?

    Im Kino sind Wyatt Earp und Doc Holliday Helden, die gegen Schurken kämpfen. Im echten Leben werden sie des Mordes beschuldigt – wegen einer Schießerei am 26.10.1881.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • wie die Stadt Tombstone (Grabstein) zu ihrem außergewöhnlichen Namen kommt,
    • wie der Silberbergbau Tombstone zur Boomstadt macht und auch zwielichtige Gestalten anzieht,
    • wie die Earp-Brüder in den 1870er Jahren sowohl mit der Rechtspflege als auch dem Glücksspiel und Prostitution berühmt werden,
    • wie unterschiedlich die Schießerei am O.K. Corral in den örtlichen Zeitungen bewertet wird.

    Am 26. Oktober 1881 kommt es nahe des Mietstalls O.K. (Old Kingsley) Corrals in der Stadt Tombstone zu einer der berühmtesten Schießereien der Geschichte des Wilden Westens. In 30 Sekunden fallen ebenso viele Schüsse.

    Die Schießerei ist letztlich Ergebnis einer Verordnung, die das Tragen von Waffen in der Stadt verbietet. Virgil Earp ist Marshall der Stadt; seine Brüder Wyatt und Morgan, seine Hilfssheriffs, sowie ihr Freund Doc Holliday legen sich mit einer Gruppe Cowboys an, die auf dem Tragen ihrer Waffen beharren. Der Versuch, sie zu entwaffnen, endet in einem Blutbad.

    Am Ende der Schießerei sind drei Cowboys tot und einige der berühmt-berüchtigten Gebrüder Earp schwer verletzt. Unverletzt bleibt lediglich Wyatt Earp. Wyatt Earp und Doc Holliday werden vom Sheriff des Countys festgenommen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Curtis Leslie, Manager des Courthouse-Museums, Historic Park des States Arizona
    • Paula Mitchell Marks: And Die in the West. The Story of the O.K. Corral Gunfight. 1996
    • Casey Tefertiller: Wyatt Earp. The Life Behind the Legend. 1999

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Der Wilde Westen - ein Mythos

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Jakob Schiffer, Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Streng vertraulich: Georg Simmel ist dem Geheimnis auf der Spur

    Georg Simmel rüttelt die Soziologie zur Jahrhunterwende auf. Sein Essay "Das Geheimnis" erscheint 1906 und bespricht, warum wir manches lieber nicht besprechen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • dass der Soziologe Georg Simmel das Geheimnis für eine der größten Errungenschaften der Menschheit hält,
    • wie der aufkommende Antisemitismus im Kaiserreich Georg Simmels akademische Karriere behindert,
    • womit Simmel an der Berliner Universität den Neid der etablierten Professoren weckt,
    • von Simmels eigenem großen Geheimnis, das erst nach seinem Tod ans Licht kommt.

    Georg Simmel zählt neben Max Weber und Émile Durkheim zu den Gründervätern der Soziologie. Sein breites Themenspektrum umfasst: Gesellschaft, Mode, Musik, Kunst, Philosophie des Geldes. Als Einziger unter den klassischen Soziologen entwickelt er eine Geschlechtertheorie - in einer Zeit, in der die wissenschaftliche Beschäftigung mit Geschlecht und Frauen für völlig überflüssig gehalten wird.

    Simmel beschäftigt sich auch mit dem Geheimnis. Was ist eigentlich das Geheimnis? Dieses gewollte Verbergen der Wirklichkeit. Und welche Rolle spielt es im Leben der Menschen? Er versucht, die Notwendigkeit von Geheimnissen im gesellschaftlichen Miteinander zu verdeutlichen.

    Simmel trägt aus allen Lebensbereichen Aspekte des Geheimnisses zusammen. Sein Essay dazu erscheint 1906 zuerst in den USA, 1908 dann auf deutsch. Ihm geht es um diese Vielgestaltigkeit des Geheimnisses, der Diskretion, der Täuschung, der Lüge. Also das ganze Gespinst, das daran hängt. Das will er in seinen Wechselwirkungen aufdecken.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Hans-Peter Müller, Soziologe, Humboldt-Universität Berlin
    • Dr. Jörg Schmitz-Gielsdorf, Psychoanalytiker und Neuropsychologe, Aachen
    • Hans-Peter Müller: Georg Simmel oder die Abenteuer des Geistes. Berlin 2027
    • Georg Simmel: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung, Bd. 11, Frankfurt 1992
    • Jörn Bohr und andere: Simmel Handbuch. 2021

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 14.06.1920 - Todestag des Soziologen Max Weber
    • Zeitzeichen: 05.04.1905 - "Philosophie der Mode" Georg Simmel
    • Zeitzeichen: 13.06.1965 - Todestag des Philosophen Martin Buber
    • Planet Wissen: Antisemitismus und Verschwörungstheorien

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Emily Jeuckens, Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Al Capone: Skrupelloser Gangsterboss und liebevoller "Papa"

    Er beherrscht Chicago mit Gewalt, doch am 24.10.1931 stürzt sein Imperium. Wer war der Mann, der als brutalster Mafiaboss galt und privat ein sanfter Opa war?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Julia Schäfer:

    • wie der junge Al Capone in die Unterwelt abrutscht und zum Clan-Boss aufsteigt,
    • über sein Leben in Luxus und Verschwendung,
    • warum er seine Familie konsequent von Partys, Gewalt und mafiösen Geschäften fernhält,
    • weshalb er einen Teil seines Vermögens für Suppenküchen einsetzt.

    Um seine Geschäfte am Laufen zu halten, ist Al Capone nicht zimperlich. Ihm werden rund 200 Morde zugeschrieben. Dank einiger "gut bezahlter Freunde" bei Polizei und Justiz verschwinden belastende Beweise oft spurlos. Da er zudem kein Bankkonto führt, fällt es den Ermittlern schwer, Belastendes gegen ihn zu sammeln.

    Erst als eine Spezialeinheit ein altes Kassenbuch in einer alten Akte entdeckt, können ihm unversteuerte Einnahmen nachgewiesen werden. Al Capone wird am 24.10.1931 wegen Steuerhinterziehung zu elf Jahren Haft verurteilt. Als Al Capone 1939 entlassen wird, ist er von der Haft und seinen Krankheiten schwer gezeichnet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Diane Patricia Capone, Enkeltochter von Al Capone
    • Professor Dr. Alfred Hornung, Professor für Amerikanistik an der Universität Mainz
    • Diane Patricia Capone: Al Capone. Stories My Grandmother Told Me. New York 2019
    • Alfred Hornung: Al Capone. Der amerikanische Traum und das organisierte Verbrechen. Biographie. Darmstadt 2021

    Weiterführende Links:
    • Mario Gomes' Website mit sehr vielen Informationen zu Al Capone
    • Stichtag 21.03.1963: US-Gefängnis Alcatraz geschlossen
    • Zeitzeichen 25.01.1947: Mafia-Boss Al Capone stirbt in Miami Beach
    • Stichtag 05.12.1933: Aufhebung der Prohibition in den USA
    • Zeitzeichen 04.01.1890: Geburtstag des Trickbetrügers Victor Lustig

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    Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin Julia Schäfer
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Ungarn 1956: Ein Junge, ein Aufstand, ein zerstörter Traum

    1956 geht der 15-jährige Géza in Budapest auf die Straße. Er erlebt Euphorie und Angst, sowjetische Panzer und einige Tage Freiheit - bis der Aufstand scheitert.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Richmann:

    • wodurch Nikita Chruschtschow die Hoffnung auf Reformen weckt,
    • warum Polen zum Vorbild für Ungarn wird,
    • dass Ungarn den Westen vergeblich um Hilfe bittet,
    • warum der missglückte Aufstand auch ein Versagen der Führungsspitzen ist.

    Was als Studentenproteste auf den Straßen in Budapest beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Volksbewegung und erzielt zunächst Erfolge. Der abgesetzte Reformkommunist Imre Nagy kehrt als Ministerpräsident zurück. Und trotz blutiger Auseinandersetzungen mit Todesopfern auf beiden Seiten sieht es einige Tage so aus, als könnte der Aufstand Erfolg haben.

    In Budapest und Moskau wird derweil um das weitere Vorgehen gerungen. Sollen Reformen zugelassen werden oder die Partei auf ihrem bisherigen Kurs beharren? Als Ungarn den Austritt aus dem Warschauer Pakt ankündigt, ist für den Kreml eine rote Linie überschritten. Die Sowjetarmee schlägt den Aufstand mit Panzern und militärischer Gewalt brutal nieder.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Beáta Márkus, Historikerin, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Expertin für Erinnerungspolitik und Erinnerungskultur in Ungarn
    • Géza Jeszenszky, Zeitzeuge, Historiker und ungarischer Diplomat
    • György Dalos: 1956. Der Aufstand in Ungarn. München 2006

    Weiterführende Links:
    • ARD Mediathek: Aufstieg und Fall Gomulka
    • ARD Sounds: Abrechnung mit Stalins Personenkult: Chruschtschows Geheimrede
    • Bundeszentrale für politische Bildung: Krisenjahr 1956 (Aus Politik und Zeitgeschichte)
    • Zeitzeichen 14.02.1956: Beginn der Entstalinisierung in der Sowjetunion
    • Zeitzeichen 05.03.1953: Todestag von Josef Stalin 
    • Zeitzeichen 17.04.1894: Geburtstag des sowjetischen Politikers Nikita Chruschtschow

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Michael Richmann
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Der Maler der Maler: Wie Paul Cézanne die Kunstwelt eroberte

    Auf Fotos lächelt Paul Cézanne so gut wie nie. Aber die Äpfel auf seiner Leinwand kann man förmlich riechen. Bei seinem Tod am 22.10.1906 gilt er als perfekter Künstler.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert:

    • warum Künstler wie Picasso und Matisse Cézanne verehren,
    • weshalb ausgerechnet unscheinbare Äpfel zu seinem berühmtesten Motiv werden,
    • wie die Landschaft der Provence sein Werk über Jahrzehnte prägt,
    • warum Cézanne trotz der Nähe zu den Impressionisten konsequent seinen eigenen Weg geht,
    • weshalb die ersehnte Anerkennung erst spät einsetzt.

    Ein abgewetzter Gehrock, ein grauweißer Bart und ein zurückhaltendes Lächeln: So erleben Besucher den Maler wenige Monate vor seinem Tod in Aix-en-Provence. Während das Publikum noch zögert, gilt Cézanne unter Künstlern längst als Ausnahmeerscheinung.

    Sein Leben lang arbeitet er an derselben künstlerischen Aufgabe: Farbe und Form in eine neue Balance zu bringen. Dabei entstehen Bilder, die nicht die sichtbare Wirklichkeit kopieren, sondern ihr eigenes Gesetz entwickeln. Immer wieder kehrt er zu denselben Motiven zurück und entwickelt daraus eine eigene Bildsprache.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Felix Baumann (Kunsthistoriker)
    • Walter Feilchenfeldt (Kunsthändler und Cézanne-Experte)

    Weiterführende Links:
    • Arte: Paul Cézanne - Der Kampf für die Moderne
    • Zeitzeichen: Der Todestag von Henri Matisse
    • Planet Wissen: Pablo Picasso

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Anke Rebbert
    Redaktion: Hildegard Schulte und David Rother

    15 min
  • Weströmisches Reich in Gefahr: "Barbaren" überqueren den Rhein

    Im Jahr 406 überqueren zehntausende Vandalen, Sueben und Alanen den Rhein. Durch die Invasion der "Barbaren" gerät das Weströmische Reich ins Wanken.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Tobias Sauer:

    • wie der Kirchengelehrte Hieronymus die Rheinüberquerung bewertet,
    • warum Historiker die genauen Ereignisse kaum rekonstruieren können,
    • über die schwierige Quellenlage,
    • was zum Untergang des Reichs geführt hat.

    Zu seinen Glanzzeiten erstreckt sich das Römische Reich von den Küsten Marokkos bis zu den Bergen des Kaukasus, vom nebligen Britannien bis ins heiße Mesopotamien. Im Jahr 406 setzt der Zerfall ein: Zehntausende Vandalen, Alanen und Sueben überqueren - vermutlich in Mainz - den Rhein und dringen in das Weströmische Reich ein.

    Die Eindringlinge bringen die bestehende Ordnung durcheinander. Sie plündern Gallien, überqueren die Pyrenäen und unterwerfen Nordafrika - eine der reichsten römischen Provinzen. Die römischen Herrscher schaffen es nicht, den Niedergang aufzuhalten. Sieben Jahrzehnte nach der Rheinüberquerung wird der letzte Weströmische Kaiser abgesetzt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Antonia Knöpges, Historikerin, Universität Düsseldorf
    • Hieronymus: Brief an Geruchia. In: Bibliothek der Kirchenväter (BKV), https://bkv.unifr.ch/de sowie in
    • Matthias Becher: Chlodwig I. Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der antiken Welt. 2. durchgesehene und aktualisierte Auflage. München 2024
    • Prosper Tiro: Chronik. In: Bruno Bleckmann/Markus Stein: Kleine und fragmentarische Historiker der Spätantike (KFHist). Paderborn 2016
    • Guy Halsall: Barbarian Migrations and the Roman West, 376-568. Cambridge 2007
    • Peter Heather: Why Did the Barbarian Cross the Rhine? In: Journal of Late Antiquity, Vol. 2, Nr. 1, S. 3-29.
    • Rene Pfeilschifter: Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher. München 2017
    • Roland Steinacher 2016: Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs. Stuttgart 2016

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 9.9.384: Geburtstag von Kaiser Flavius Honorius
    • Zeitzeichen im Juni 455: Die Vandalen unter Geiserich erobern Rom

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Tobias Sauer
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Sufak
    Technik: Holger Maerten

    15 min
  • Ralph Baer: Der Mann, der uns alle zu Video-Gamern machte

    War es Langeweile an der Bushaltestelle? So erzählt es zumindest Ralph Baer: Er hat 1966 eine Idee, die aus passiven Fernsehzuschauern aktive Zocker macht.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • welche Faszination auch heute noch von den ersten Spielekonsolen ausgeht,
    • wie unpünktlicher Personen-Nahverkehr und langweiliges Fernseh-Programm Pate an der Wiege der Videospiele stehen,
    • warum Ralph Baer mit ausgewählten Kollegen in Firmenwerkstätten und auch im eigenen Keller an seiner Erfindung tüftelt,
    • warum er bunte Plastikfolien auf Fernseher klebt.

    Anmachen. Reingucken. Fernsehgeräte sind in den 1960er-Jahren vor allem Empfänger. Das stört den Deutsch-Amerikaner Ralph Baer, gelernter Fachmann für Fernsehtechnik. Elektronische Schaltungen und Transistoren sind sein täglich Brot. Seine Idee ist, Fernseher für was anderes zu benutzen als nur zum Fernsehen. Nicht passiv, sondern interaktiv.

    Ab Mitte der 1960er-Jahre entwickelt Ralph Baer die erste Videospielkonsole der Welt für Millionen US-amerikanischer Fernsehgeräte. Der Prototyp hat einen ganz banalen Namen. Er heißt "Brown Box", weil es eine braune Box ist. Da drin ist noch kein richtiger Computer. Computer sind immer noch zu groß. Logikschaltkreise sind aber schon drin: eine digitale Schaltung, teilweise mit analogen Bauteilen, die bestimmte Dinge auf dem Fernseher anzeigen kann.

    Baers Arbeitgeber, ein Rüstungskonzern, ist bei der Vermarktung des Gerätes keine Hilfe. Andere Anbieter zögern, sich auf die neue Welt einzulassen. Am Ende einer kleinen Werbe-"Odyssee" produziert der Elektronikhersteller Magnavox das Spielsystem. Es erscheint im September 1972 in den USA - unter dem passenden Namen: "Odyssee".

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Matthias Oborski, Leiter des Computerspielemuseums Berlin
    • Ralph Baer, Erfinder und Entwickler

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Spielen
    • Planet Wissen: Geschichte des Computers

    ARD-Mediathek-Tipp:
    Die Video-Dokumentation "Staatsgeheimnis RAF - Terroristen in der DDR" zeichnet nach, wie in den 1980er-Jahren zehn RAF-Aussteiger ein unauffälliges Leben in Ostdeutschland führten.

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Frank Zirpins

    16 min
  • Jean Jülich und die Edelweißpiraten: Jugend im Widerstand

    Als 15-Jähriger wird Jean Jülich von der Gestapo gefoltert. Er überlebt die NS-Haft. Sein Widerstand wird erst Jahrzehnte später anerkannt. Er stirbt am 19.10.2011.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • wie Jean Jülich als Kind die Verhaftung seines Vaters durch die Gestapo erlebt,
    • warum er sich 1942 der Jugendgruppe der Edelweißpiraten anschließt,
    • warum die Aktivitäten der Edelweißpiraten und anderer Jugendbünde von den Nazis als offener Aufstand gesehen werden,
    • dass Jean Jülich und die Edelweißpiraten erst 2003 als politische Widerstandskämpfer anerkannt werden.

    Äußeres Zeichen der "Edelweißpiraten" sind karierte Hemden, Halstuch, kurze Hosen und weiße Kniestrümpfe, dazu eine Edelweiß-Anstecknadel. Politische Motive spielen zunächst keine Rolle. Man will "anders sein als die Hitlerjugend".

    Im Herbst 1944 bekommen die Jugendlichen Kontakt zu Hans Steinbrück, den die Edelweißpiraten "Bombenhans" nennen. Als KZ-Häftling muss Steinbrück unter Todesgefahr Blindgänger entschärfen und kann fliehen.

    Steinbrück will die Jugendlichen für einen gefährlichen Anschlag gewinnen. Doch dazu kommt es nicht mehr. Die Gruppe fliegt Anfang Oktober 1944 auf. Steinbrück wird verhaftet. Ebenso der 16-jährige Barthel Schink, Jülichs bester Freund. Schink wird solange gefoltert, bis er Jean Jülich verrät.

    Die Gruppe um den "Bombenhans" wird öffentlich an einem Bahndamm von der Gestapo gehängt. Ohne Gerichtsverfahren. Insgesamt 13 Menschen sterben, darunter auch Bartel Schink. Mehr als 400 Schaulustige stehen dabei.

    Jean Jülich bleibt ohne Urteil in Haft. Nach Unterbringung in mehreren Zuchthäusern kommt er zuletzt ins Jugendgefängnis Rockenberg in Hessen. Ende März 1945 wird Jülich freigelassen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Jean Jülich: Kohldampf, Knast un Kamelle. Ein Edelweißpirat erzählt aus seinem Leben. Köln 2003
    • Jan Krauthäuser, Doris Werheid, Jörg Seyffarth (Hrsg.): Gefährliche Lieder. Köln 2010
    • Detlev J. Peukert: Die Edelweißpiraten. Protestbewegung jugendlicher Arbeiter im "Dritten Reich". Eine Dokumentation. Köln 1988
    • Arno Klönne: Jugendliche Opposition im "Dritten Reich". 2. Auflage. Landeszentrale für politische Bildung. Erfurt 2013
    • Alexander Goeb: Er war sechzehn, als man ihn hängte. Das kurze Leben des Widerstandskämpfers Bartholomäus Schink. Reinbek 2001

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Widerstandskreis "Rote Kapelle"
    • Planet Wissen: Die Weiße Rose

    Hörtipp:
    Wenn Sie gerne in die Geschichte eintauchen und sich fragen, was sie mit unserer Gegenwart zu tun hat, dann haben wir eine Podcast-Empfehlung für Sie: "WDR 5 Das philosophische Radio". Der Philosophie-Podcast für Menschen mit Freude am Selberdenken. Auf der Suche nach Erkenntnissen und Aha-Erlebnissen wird über die großen Fragen des Lebens und unserer Zeit philosophiert.

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    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    16 min
  • Genie, Wahnsinniger, Monster: Die Facetten des Klaus Kinski

    Klaus Kinski (geb. am 18.10.1926) ist ein begnadeter Schauspieler: Intensiv, immer am Rande des Wahnsinns, und genialer Darsteller bei Werner Herzog. Und ein Vater, der seinen Kindern Leid zufügt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • dass Klaus Kinski traumatisiert aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekommen ist,
    • wie er seine ersten Bühnenrollen wegen seiner Wutausbrüche schnell wieder verliert,
    • warum seine Tochter Pola Kinski nach seinem Tod mit dem Buch "Kindermund" den sexuellen Missbrauch durch den Vater öffentlich macht,
    • wie Klaus Kinski an seinem Filmprojekt über den Teufelsgeiger Niccolò Paganini fast zerbricht.

    Klaus Kinski beginnt seine Karriere in den Edgar-Wallace-Filmen der 1960er Jahre als Psychopath oder Bösewicht. Über seine düsteren Rollen sagt er einmal: "Ich spiele nicht, ich bin das". Die Dämonen, die er auf die Leinwand bringt, prägen auch sein Privatleben. Seine Exzesse und unkontrollierten Wutausbrüche sind ebenso berüchtigt wie gefürchtet.

    Zu künstlerischen Höchstleistungen läuft Klaus Kinski unter der Regie des jungen Werner Herzog auf. Bereits ihr erster gemeinsamer Film, "Aguirre, der Zorn Gottes", wird von Kritikern gefeiert. Es folgen vier weitere Filme (Woyzeck, Nosferatu, Fitzcarraldo, Cobra Verde), die alle zu den bedeutendsten Werken des deutschen Kinos zählen. Kinski stirbt 1991 im Alter von 65 Jahren an einem Herzinfarkt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christian David, Kinski-Biograf
    • Daniel Wagner, Kölner Psychologe
    • Christian David: Kinski: Die Biographie. Berlin 2006.
    • Pola Kinski: Kindermund. Berlin 2013

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 05.09.1942: Regisseur Werner Herzog wird in München geboren
    • Stichtag 24.11.1940: Moderator Reinhard Münchenhagen wird geboren

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    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: Emily Jeuckens, Frank Zirpins

    15 min
  • Die Erfindung eines Weltstars: Tänzerin Cléo de Mérode

    Am 17. Oktober 1966 stirbt Cléo de Mérode, einst gefeierter Weltstar. Ihre Bilder gingen millionenfach um die Welt. Doch ihr Körper gehörte längst der Fantasie der anderen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

    • warum es der Mutter von Cléo de Mérode nicht gefällt, dass sie an der Pariser Oper tanzt,
    • über den aus heutiger Sicht befremdlichen Zugang von "Abonnenten", die im Foyer der Oper minderjährigen Ballerinas den Hof machen,
    • wie Fotografen die Porträts von Cléo de Mérode auf Postkarten drucken und weltweit vermarkten,
    • warum die Tänzerin noch im Alter die Schriftstellerin Simone de Beauvoir verklagt.

    Anders als die anderen Tänzerinnen an der Pariser Oper trägt Cléo de Mérode keinen hochgesteckten Dutt, sondern bindet ihr Haar locker zu einem tief sitzenden Knoten im Nacken zusammen. Damit fällt sie auf und wird bald zum begehrten Modell für Fotografen, die sie häufig als unberührte Schönheit inszenieren und ebenso vermarkten.

    Im Frühjahr 1896 wählen Leser einer Zeitschrift sie zur schönsten Frau der Pariser Bühnen. Gerüchte um eine angebliche Affäre mit dem belgischen König Leopold II. sorgen für noch mehr Aufmerksamkeit. Cléo de Mérode tanzt bald in New York, London, Berlin und Stockholm. Nur eine Frage treibt die Presse in den Wahnsinn: Warum zeigt die umschwärmte Schönheit niemals ihre Ohren?

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Brygida Ochaim, Tänzerin, Choreographin
    • Cléo de Mérode: Le ballet de ma vie. Paris 1985

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 09.09.1901: Todestag des Künstlers Henri de Toulouse-Lautrec
    • Zeitzeichen 07.08.1876: Tänzerin Mata Hari in Leeuwarden geboren

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    Autor: Thomas Mau
    Redaktion: Sefa Inci Sufak

    15 min

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