Als am 1. Juni 1961 "die Pille" nach Deutschland kommt, warnen Kirche, Ärzte und Politik. Frauenrechtlerinnen feiern sie, andere kritisieren Risiken und Abhängigkeiten.
In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:
- mit welchen teils absurden und gefährlichen Methoden Frauen über Jahrtausende verhüten,
- wie die US-amerikanische Frauenrechtlerin Margaret Sanger für Aufklärung und Geburtenkontrolle kämpft,
- weshalb die Anti-Baby-Pille in Deutschland zunächst nur verheirateten Frauen verschrieben wird.
Luft anhalten, rückwärts springen oder Pflanzenextrakte einnehmen: Der Wunsch, Schwangerschaften zu verhindern, ist uralt. Viele sterben an den Folgen von Schwangerschaften oder gefährlichen Abbrüchen. Sichere Verhütung bleibt lange ein Risiko, besonders für Frauen.
Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt die Krankenschwester und Frauenrechtlerin Margaret Sanger, in den USA öffentlich über Geburtenkontrolle zu sprechen, obwohl Aufklärung damals verboten ist. Ihr Ziel: ein einfaches Medikament, das Frauen selbstbestimmt verhüten lässt.
1960 wird die Pille in den USA zugelassen, ein Jahr später kommt sie nach Westdeutschland. Doch die neue Freiheit sorgt für heftige Debatten: Darf Sexualität von Fortpflanzung getrennt werden? Wer bekommt die Pille und wer nicht?
Das ist unsere wichtigsten Quellen und unsere Interviewpartnerin:- Dr. Uta Fenske, Zentrum für Gender Studies, Uni Siegen und Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung
- Rebekka Endler: Das Patriarchat der Dinge. Warum die Welt Frauen nicht passt, Köln 2021
Weiterführende Links:- Zeitzeichen: Mäzenin, Frauenrechtlerin, Influencerin - Ida Dehmel
- Zeitzeichen: Gertrud Bäumer, Frauenrechtlerin (Todestag 25.03.1954)
- bpb: 65 Jahre „Pille“
- NDR: 65 Jahre Anti-Baby-Pille - "Keine feministische Errungenschaft"
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
Redaktion: Sefa Inci Suvak