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WDR Zeitzeichen episodes

  • William Tyndale gegen die Kirche: Der Kampf um das Wort Gottes

    William Tyndale übersetzt die Bibel ins Englische und bringt damit die Kirchenmacht gegen sich auf. 1536 wird der Reformator als Ketzer hingerichtet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • warum eine englische Bibelübersetzung im 16. Jahrhundert als Ketzerei gilt,
    • wohin genau William Tyndale deshalb ins Exil geht,
    • wie die erste englische Ausgabe des Neuen Testaments 1526 in Worms gedruckt wird,
    • welche bis heute gebräuchlichen englischen Redewendungen auf Tyndale zurückgehen,
    • wie Verrat, Kerker und Inquisition zum dramatischen Ende seines Lebens führen.

    Von William Tyndale sind nur wenige biografische Spuren überliefert. Sicher ist: Der englische Gelehrte beherrscht Latein, Griechisch und Hebräisch und verfolgt ein Ziel, das viele Zeitgenossen für gefährlich halten. Die Menschen sollen die Bibel selbst lesen und verstehen können.

    Für dieses Vorhaben verlässt er England und schließt sich den reformatorischen Netzwerken auf dem Kontinent an. Seine Übersetzung des Neuen Testaments wird heimlich nach England gebracht. Dort entfaltet sie eine Wirkung, die weit über religiöse Fragen hinausreicht. Tyndales Sprache prägt das Englische nachhaltig und macht ihn zu einer Schlüsselfigur der Reformation.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Arne Dembek (Pfarrer und Dekan im Kirchenbezirk Speyer)
    • Arne Dembek: William Tyndale. Reformatorische Theologie als kontextuelle Schriftauslegung. Tübingen 2010
    • David Daniell: William Tyndale. A Biography. New Haven & London 1994

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 16.02.1497: Humanist und Reformator Philipp Melanchthon geboren
    • Zeitzeichen 18.02.1546: Todestag des Theologen Martin Luther
    • Tyndale-Society: William Tyndale - Biografie, Chroniken, Schriften

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • In der Verzweiflung oft der letzte Halt: die Telefonseelsorge

    Am 5. Oktober 1956 klingelt in West-Berlin erstmals das Telefon einer "Lebensmüdenbetreung". Aus der privaten Initiative eines Ehepaars wird ein bundesweites Gesprächsangebot für Menschen in Lebenskrisen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:

    • wie sich die Telefonseelsorge in den vergangenen 70 Jahren verändert hat,
    • warum zuhören manchmal schon helfen kann,
    • auf welchen Wegen man die Telefonseelsorge heute erreicht,
    • ob KI menschliches Zuhören ersetzen kann,
    • wie die Zukunft der Telefonseelsorge aussehen könnte.

    1956 ist Deutschland noch von den Folgen des Kriegs geprägt. Viele Menschen sind einsam, verzweifelt oder wissen nicht, mit wem sie über ihre Sorgen sprechen können. In Berlin entscheidet sich ein Ehepaar deshalb am 5. Oktober, die eigene Telefonnummer zu veröffentlichen und zuzuhören. Aus ihrer kleinen "Lebensmüdenbetreuung" genannten Initiative wird schnell ein bundesweites Angebot, das heute rund um die Uhr per Telefon, Mail und Chat erreichbar ist.

    Mit der Zeit ändern sich die Themen, aber eine Sache bleibt: Menschen brauchen jemanden, der ihnen zuhört. Dennoch steht die Telefonseelsorge 70 Jahre später vor neuen Herausforderungen - Stichwort KI und digitale Welt. Zudem fehlen Geld und Ehrenamtliche. Doch noch geht ihre Erfolgsgeschichte weiter. Und so wird sie wohl auch in Zukunft noch zahlreichen Menschen neuen Lebensmut geben.

    Wenn ihr selbst von Depressionen, Suizidgedanken oder anderen psychischen Belastungen betroffen seid, findet ihr Hilfe und Beratungsangebote auf der WDR-Hilfeseite: Hilfe bei Sucht, Ängsten und Problemen

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Frank Ertel, Leiter der Telefonseelsorge Aachen
    • Udo Grashoff, Historiker und Autor
    • Heidrun Wiese, Psychologin
    • Frank Ertel, Christian Klein, Ute Lohmann, Detlev Prößdorf: Gespräche auf den Punkt. Impulse für zielorientierte Gespräche. Göttingen 2023
    • Eberhard Hauschildt, Bernd D. Blömeke (Hg.): Telefonseelsorge interdisziplinär. Göttingen 2016

    • Weiterführende Links:
    • evangelisch.de: Pfarrer Thomas und seine "Lebensmüdenbetreuung"
    • NDR: Katholische Seelsorge mit KI - Bruder David als Chatbot
    • Deutschlandfunk: Telefonseelsorge - Das Ohr am Volk
    Unser Hörtipp:
    • ARD Sounds: Wie wir ticken - Euer Psychologie Podcast

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:

    Autor: Uwe Schulz
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

    16 min
  • Henrietta Lacks: Die Frau, deren Zellen unsterblich werden

    1951 stirbt Henrietta Lacks mit nur 31 Jahren. Sie ahnt nicht, dass ihre Zellen nach ihrem Tod die Welt verändern werden. Die Geschichte hinter einem medizinischen Durchbruch.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • warum Henrietta Lacks als Afroamerikanerin kaum Möglichkeiten einer medizinischen Behandlung hat,
    • weshalb ihre Zellen als erste menschliche Zellen dauerhaft wachsen,
    • wie die sogenannten HeLa-Zellen auf der ganzen Welt verteilt werden,
    • welche medizinischen Durchbrüche die HeLa-Zellen ermöglichen,
    • warum Henrietta Lacks' Familie jahrzehntelang nichts von den entnommenen Zellen erfährt.

    1951 wird bei Henrietta Lacks ein aggressiver Krebs am Gebärmutterhals festgestellt. Während ihrer Behandlung im Johns-Hopkins-Hospital entnehmen Ärzte eine Gewebeprobe, ohne die Afroamerikanerin darüber zu informieren. Die daraus gezüchteten Zellen entwickeln Eigenschaften, die die Forschung bis dahin nicht kennt: Sie sterben nicht ab und vermehren sich rasant.

    Unter dem Namen "HeLa" werden die Zellen zu einem der wichtigsten Werkzeuge der modernen Medizin. Sie kommen bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten zum Einsatz. Und sie legen die Basis der modernen Genforschung. Gleichzeitig macht ihre Geschichte deutlich, wie eng wissenschaftlicher Fortschritt, soziale Ungleichheit und medizinische Ethik miteinander verbunden sind.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Rebecca Skloot (Wissenschaftsjournalistin und Autorin)
    • Rebecca Skloot: Die Unsterblichkeit der Henrietta Lacks. München 2010

    Weiterführende Links:
    • Stichtag 27.12.2002: Angebliche Geburt des ersten Klon-Babys wird bekannt
    • Stichtag 12.04.1988: Erstes Patent auf gentechnisch verändertes Tier
    • Stichtag 22.11.1969: Erstes Gen in Harvard isoliert
    • Stichtag 31.10.1964: Krebsforschungszentrum in Heidelberg wird eingeweiht

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: Ronald Feisel und Matti Hesse

    15 min
  • SOS: Ein Morsecode, der Leben rettet

    Lange funken Schiffe im Notfall unterschiedlich. Am 3.10.1906 trifft man sich, um ein einheitliches Signal zu vereinbaren. So rettet SOS noch heute Menschenleben - trotz technischen Fortschritts.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:

    • wie ein Schiffsunglück vor den Azoren zum ersten dokumentierten Einsatz des neuen Notsignals wird,
    • weshalb konkurrierende Funkgesellschaften die Seenotkommunikation erschweren,
    • warum SOS streng genommen keine Buchstabenfolge ist,
    • wie die Titanic-Katastrophe die Bedeutung von Notrufen auf See sichtbar macht.

    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verändert die Funktechnik die Schifffahrt grundlegend. Schiffe können erstmals über große Entfernungen miteinander kommunizieren. Damit wächst die Chance, im Notfall Hilfe zu rufen und Menschenleben zu retten.

    Auf einer internationalen Funkkonferenz in Berlin einigen sich Vertreter von 27 Staaten auf ein einheitliches Notsignal. Aus dem markanten Morsezeichen entwickelt sich mit der Zeit weit mehr als ein technischer Standard: SOS wird zu einem weltweiten Symbol für Hilfe in höchster Not.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Michael Straub (Amateurfunker und Morsespezialist)
    • Alexandre Monteiro (Instituto de Arqueologia e Paleociências, NOVA FCSH, Lissabon)
    • Christian Stipeldey (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 07.01.1904: Einführung des Seenotrufs CQD
    • Zeitzeichen 02.04.1872: Der Erfinder und Maler Samuel Morse stirbt in New York

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Stephan Beuting
    Redaktion: Carolin Rückl und Frank Zirpins

    15 min
  • Victor Gollancz: Der Jude, der den Deutschen 1946 helfen will

    Nach dem Holocaust wollen viele Briten die Deutschen bestrafen. Der jüdische Publizist Victor Gollancz reist 1946 durchs zerstörte Deutschland und wirbt für Versöhnung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

    • warum Victor Gollancz die Idee einer deutschen Kollektivschuld ablehnt,
    • wie ihn das Elend im Nachkriegsdeutschland erschüttert,
    • weshalb seine Berichte in Großbritannien heftige Kontroversen auslösen,
    • wie er Hilfslieferungen für Deutschland durchsetzt,
    • warum er für viele Deutsche zum Symbol der Versöhnung wird.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg fordern viele Briten eine harte Bestrafung Deutschlands. Der Londoner Verleger Victor Gollancz widerspricht. Obwohl Jude und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus, wirbt er für Menschlichkeit statt Kollektivschuld und reist im Herbst 1946 durch die britische Besatzungszone.

    Was er dort sieht, prägt ihn tief: zerstörte Städte, Hunger, Wohnungsnot und Perspektivlosigkeit. Mit Reportagen, Briefen und öffentlichen Appellen macht Gollancz auf die Lage aufmerksam. Seine Haltung sorgt für Kontroversen, macht ihn aber für viele Deutsche zu einem Symbol der Versöhnung nach dem Krieg.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Camilo Erlichman (Historiker, Universität Maastricht)
    • Camilo Erlichman: Besatzungszeit. In: Neue Wege zu einer Geschichte der Bundesrepublik. Herausgegeben von Claudia C. Gatzka und Sonja Levsen. Berlin 2025
    • Victor Gollancz: Stimme aus dem Chaos. Auswahl der Schriften. Frankfurt am Main 1960
    • George Orwell: Zeilen der Zeit. Kolumnen aus einem Jahrhundert im Umbruch. Ditzingen 2026

    Weiterführende Links:
    • Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: Victor Gollancz
    • Camilo Erlichman: Imperial Boomerang: Ruling the British Zone of Germany, 1945-1949
    • Zeitzeichen 17.07.1946: Das Land Nordrhein-Westfalen wird gebildet
    • Zeitzeichen 11.05.1960: Israelische Mossad-Agenten entführen Adolf Eichmann

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Vormweg
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Die Urteile im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess

    Am 1.10.1946 fallen die Urteile gegen die NS-Hauptkriegsverbrecher. Das Leid von Frauen und Kindern in den KZ spielt kaum eine Rolle. Seweryna Szmaglewska will ihnen Gehör geben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Nora Hespers:

    • wie Seweryna Szmaglewska das Grauen von Auschwitz vor Gericht bezeugt,
    • warum ihre Frage "Wo sind diese Kinder?" bis heute unbeantwortet bleibt,
    • weshalb die Erfahrungen von Frauen in Nürnberg lange wenig Beachtung finden,
    • warum Nürnberg bis heute als Symbol für internationale Gerechtigkeit gilt.

    Als am 1. Oktober 1946 die Urteile gegen die Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes verkündet werden, blickt die Welt nach Nürnberg. Im Mittelpunkt stehen Dokumente und Beweise für die systematisch geplanten Verbrechen. Die Stimmen der Überlebenden spielen dagegen nur eine vergleichsweise kleine Rolle.

    Zu den wenigen Zeuginnen der Anklage gehört die polnische Widerstandskämpferin und Auschwitz-Überlebende Seweryna Szmaglewska. Erst wenige Monate zuvor hat sie das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau überlebt. Ihre Aussage über Frauen und Kinder in Auschwitz erschüttert den Gerichtssaal.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Nina Lutz (Leiterin Memorium Nürnberg)
    • Seweryna Szmaglewska: Die Frauen von Birkenau. Frankfurt a.M. 2020
    • Seweryna Szmaglewska: Die Unschuldigen in Nürnberg. Frankfurt a.M. 2022

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 31.08.1946: Schlussworte der Angeklagten im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess
    • NDR Retro: Nürnberger Prozesse - 1. Tag der Urteilsverkündung
    • Planet Wissen: Der Nürnberger Prozess
    • Robert H Jackson Center: Nuremberg Trial Day 69 (1946) Severina Shmaglevskaya

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Nora Hespers
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Krieg der Kutschen: Ein Kampf um Prestige und Macht

    30.9.1661: In London eskaliert ein Kutschenwettstreit zwischen Frankreich und Spanien um einen Ehrenplatz. Botschafter lassen schießen - am Ende siegt Frankreich.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • warum eine Kutschenkolonne zum Schauplatz eines internationalen Prestigekampfs wird,
    • weshalb Spanien und Frankreich ihren Konflikt mitten in London austragen,
    • wie bezahlte Schläger und bewaffnete Gefolgsleute den Streit anheizen,
    • wieso die militärisch unterlegenen Spanier zunächst triumphieren,
    • weshalb der eigentliche Sieger am Ende doch Frankreich heißt.

    Im 17. Jahrhundert entscheidet nicht nur militärische Stärke über den Rang eines Herrschers. Wer bei öffentlichen Zeremonien den Vorrang erhält, demonstriert Macht vor aller Augen. Als ein schwedischer Botschafter 1661 in London feierlich empfangen werden soll, treffen die Rivalen Spanien und Frankreich aufeinander.

    Der Streit um die bessere Position in einer Kutschenkolonne eskaliert. Pferde werden attackiert, Schüsse fallen, Menschen sterben. Was zunächst nur wie eine bizarre Auseinandersetzung wirkt, markiert einen Wendepunkt im europäischen Machtgefüge.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • André Krischer (Historiker, Universität Freiburg)
    • Mark Hengerer: Ludwig XIV. Das Leben des Sonnenkönigs. München 2015
    • Elisabeth Ruffert: Das Gesandtschaftszeremoniell des brandenburgisch-preußischen Hofes um 1700. Berlin 2022

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 31.05.1669: Samuel Pepys macht den letzten Eintrag in seinem berühmten Tagebuch
    • Samuel Pepys Diary: Tagebuch-Eintrag zum 30. September 1661

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Der letzte Mensch, der alles wusste: Enrico Fermi

    Der größte italienische Wissenschaftler seit Galilei, genialer Nobelpeisträger, Vater des Atomzeitalters. Enrico Fermi, geboren am 29.9.1901, war wohl der letzte Mensch, der die gesamte Physik verstand.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • wie aus einer beiläufigen Mittagsdiskussion das berühmte Fermi-Paradoxon entsteht,
    • warum Fermi als "der letzte Mensch, der alles wusste" bezeichnet wird,
    • wie seine Pi-mal-Daumen-Methode zu erstaunlich präzisen Ergebnissen führt,
    • weshalb er Mussolinis Italien nach der Nobelpreisverleihung verlässt,
    • welche Schlüsselrolle er beim Bau des ersten Atomreaktors spielt.

    In der Physik begegnet man seinem Namen auf Schritt und Tritt: Fermi-Dirac-Statistik, Fermi-Wechselwirkung oder Fermi-Paradoxon. Schon als Jugendlicher verschlingt Enrico Fermi Fachliteratur und beeindruckt seine Umgebung mit außergewöhnlicher Begabung. Später gehört er zu den prägenden Köpfen einer Epoche, in der Relativitäts- und Quantentheorie das Weltbild revolutionieren.

    Sein Leben führt von Rom über Stockholm und New York bis nach Los Alamos. Dort wirkt er entscheidend an Entwicklungen mit, die das 20. Jahrhundert verändern. Trotz seines gewaltigen Wissens bleibt Fermi laut Weggefährten zugänglich, begeisterter Lehrer und jemand, der komplexe Probleme auf ihren einfachsten Kern reduziert.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • David Schwartz (Fermi-Biograf)
    • David Schwartz: The Last Man Who Knew Everything. The Life and Times of Enrico Fermi, Father of the Nuclear Age. New York 2017
    • To Fermi with Love: Erinnerungen seiner Freunde und Wegbegleiter

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 06.08.1945: Abwurf der Atombombe auf Hiroshima
    • Zeitzeichen 26.03.1938: Der italienische Physiker Ettore Majorana verschwindet
    • Zeitzeichen 23.10.1912: Raketeningenieur Wernher von Braun wird geboren

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    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Vom Holz zum Himmel: William Edward Boeing

    Das Leben des Flugzeugpioniers William Edward Boeing endet am 23.9.1956 auf seiner Yacht in der Meeresbucht vor Seattle. Sein Name bleibt in und über unseren Köpfen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • wie William Edward Boeing nach dem Ersten Weltkrieg von der Flugzeugproduktion auf Schlafzimmermöbel umsteigt,
    • mit welchem Flugzeugtyp Boeing im Jahr 1933 Luftfahrtgeschichte schreibt,
    • warum William Boeing der Luftfahrtbranche schon mit 52 Jahren den Rücken kehrt
    • und von den Rätseln um den Tod des Flugzeugbauers William Edward Boeing

    William Edward Boeing ist der Sohn des deutschen Bergbau-Ingenieurs Wilhelm Böing und der ebenfalls deutschstämmigen Marie Ortmann. Sein Vater verlässt als 22-Jähriger seine Heimatstadt Hohenlimburg an der Lenne im Ruhrgebiet und kommt im US-amerikanischen Detroit mit Bauholzhandel zu beträchtlichem Reichtum.

    1910 wird Boeing als 28-Jähriger in Los Angeles bei der ersten großen Flugschau Amerikas von der Faszination der Fliegerei gepackt. 1915 beginnt Boeing in Seattle zusammen mit seinem Kollegen George Conrad Westervelt die Arbeit an einem Wasserflugzeug aus Holz, Leinen und Draht.

    Rund 38 Jahre nach der ersten Firmengründung rollt ein Prototyp aus den Boeing-Hallen - es ist der Urahn der Boeing 707, des ersten großen Düsenverkehrsflugzeugs. Bei der Taufe ist der Gründer noch einmal dabei. Mit 72 Jahren schaut William Boeing auf den Beginn des Jet-Zeitalters. Erleben wird er es nicht mehr.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • HistoryLink.org: William Edward (1881–1956) Boeing. Essay 8023
    • Brian Schefke: William Edward Boeing. In: Immigrant Entrepreneurship - German-American Business Biographies (German Historical Institute). 2011/2018
    • Mike Lombardi: Historical Perspective - 50 Years at the Leading Edge. Boeing Frontiers. August 2009
    • Heimatverein Hohenlimburg: Dokumentation Gedenktafel Boeing-Geburtshaus, 2016

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 09. Februar 2009 - Vor 40 Jahren: Erstflug der Boeing 747
    • Stichtag: 15. Juli 1916: Gründung der Boeing-Flugzeugwerke
    • Planet Wissen: Otto Lilienthal und das Fliegen
    • Planet Wissen: Übersichtsseite Luftfahrt

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    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Let There Be Rock: Der Film "Die Halbstarken" feiert Premiere

    "Die Halbstarken" erscheint am 27. September 1956 - da diskutiert die Adenauer-Republik bereits hitzig über Rock’n’Roll, Kinokrawalle und Feinripp. Die Elterngeneration ist verstört - Jugendliche und ihre Kultur werden kriminalisiert.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • wie "Die Halbstarken" zum Schreckbild der 1950er-Jahre werden,
    • warum Rock’n’Roll und Kino die Jugendkultur verändern,
    • wie Medien und Politik die Angst vor der Jugend anheizen,
    • wie das Kino den Mythos der rebellischen Jugend prägt,
    • warum der Film "Die Halbstarken" Kultstatus erreicht.

    Mit dem Film "Die Halbstarken" greift Regisseur Georg Tressler 1956 ein Thema auf, das die Bundesrepublik bewegt: Jugendliche, die anders aussehen, andere Musik hören und sich den Erwartungen der Erwachsenen entziehen. Der Begriff "Halbstarke" wird zum Sammelbecken für alles, was als unbequem oder rebellisch gilt.

    Doch hinter der moralischen Aufregung steckt ein tiefer gesellschaftlicher Wandel. Die Nachkriegsgeneration verfügt über mehr Geld, entdeckt neue Freiheiten und orientiert sich an amerikanischer Musik, Mode und Lebensart. Der Film trifft damit den Nerv seiner Zeit und macht seine Hauptdarsteller Karin Baal und Horst Buchholz zu Stars.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Bodo Mrozek (Zeit- und Kulturhistoriker)
    • Bodo Mrozek: Jugend-Pop-Kultur. Eine transnationale Geschichte. Berlin 2019
    • Deutsches Filmmuseum: Zwischen Gestern und Morgen. Westdeutscher Nachkriegsfilm 1946-1963. Frankfurt am Main 1989

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Jugend in den 1950er-Jahren
    • Jugendkulturen in Deutschland: Die Halbstarken

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    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Emily Jeuckens, Frank Zirpins
    Technik: Theo Kramer

    15 min

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