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  • Winnie Mandela - Ikone des Widerstands gegen die Apartheid

    Während Nelson Mandela jahrzehntelang im Gefängnis sitzt, kämpft Winnie draußen gegen die Apartheid. Sie wird zur Symbolfigur - und greift selbst zur Gewalt. 1936 wird sie geboren.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti:

    • wie Winnie Mandela in den 1950er-Jahren als Winifred Madikizela nach Johannesburg kommt,
    • wie sie erkennt, dass die Ehe mit Nelson Mandela im südafrikanischen Freiheitskampf eine große Rolle spielen kann,
    • wie nach Nelsons Inhaftierung für Winnie Schikanen, Bespitzelung und Verhöre beginnen,
    • wie Winnie Mandela ausgerechnet in der Verbannung politische Bedeutung bekommt.

    Als Winifred Madikizela Mitte der 1950er-Jahre Nelson Mandela kennenlernt, ist ihr klar, dass sie diesen Mann mit der halben Welt teilen muss. Er wird auf der Straße, im Restaurant angesprochen, ist bereits im Anti-Apartheid-Kampf aktiv. Und dennoch: sie verlieben sich und heiraten 1958.

    1963 werden Nelson und weitere Angeklagte des ANC wegen Sabotage und Waffenbesitz zu lebenslanger Haft auf der Gefängnisinsel Robben Island verurteilt. 27 Jahre lang ist er ein Gefangener. Für Winnie Mandela beginnen Schikanen, Festnahmen, Bespitzelung und Verhöre.

    Winnie Mandela sieht sich als Repräsentantin der politisch Verfolgten. Ihren Kampf führt sie zunehmend mit brutaler Gewalt. Diese kompromisslose Radikalität wird ihr schließlich zum Verhängnis. Ihre Feinde werfen ihr kriminelle Aktivitäten vor. In den Übergangsjahren nach der Apartheid landet sie im politischen Abseits.

    Am 2. April 2018 stirbt Winnie Madikizela-Mandela im Alter von 81 Jahren in Johannesburg.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jonny Steinberg, Autor
    • Rita Schäfer, Soziologin, Schwerpunkt Südafrika und Frauenpolitik
    • Johnny Steinberg: Winnie and Nelson, Portrait of a marriage. Johannesburg 2023

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Geschichte Südafrikas
    • Zeitzeichen: 27.04.1994: Ende der Apartheid in Südafrika
    • Zeitzeichen: 18.07.1918 - Geburtstag von Nelson Mandela

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Irene Dänzer-Vanotti
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Wladimir Putin: Als der Bundestag begeistert applaudierte

    Ist Putins Rede im Bundestag der Beginn einer neuen deutsch-russischen Partnerschaft? Vor 25 Jahren hoffen viele darauf. Heute wissen wir, wie die Geschichte weiterging.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • worüber Putin kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center im Bundestag spricht,
    • von der freundlichen Seite der russischen Besatzer,
    • von Putins Zeit als KGB-Agent in der DDR,
    • welcher Abgeordnete bei Putins Rede demonstrativ den Plenarsaal verlässt.

    Der 25. September 2001 ist ein besonderer Tag. Mit Wladimir Putin kommt erstmals ein russischer Präsident in den Deutschen Bundestag, um eine Rede zu halten. Zur Freude der Abgeordneten hält Putin seine Rede größtenteils in deutscher Sprache. Deutsch hat er zwischen 1985 und 1990 als Offizier des sowjetischen Geheimdienstes KGB in der DDR gelernt.

    14 Tage zuvor steuern islamistische Terroristen zwei Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center, die westliche Welt steht noch immer unter Schock. Vor diesem Hintergrund geht es Putin in Berlin vor allem darum, um Verständnis für seinen Krieg in Tschetschenien zu werben und gleichzeitig Russlands Rolle als Weltmacht neu zu beleben.

    Für seine Rede bekommt Putin im Bundestag großen Applaus, als vermeintlicher Hoffnungsträger für einen neue Ära der Zusammenarbeit. Aus heutiger Sicht, mit Blick auf den Angriffskrieg gegen die Ukraine und Putins innenpolitische Repression, wirkt dieser Moment wie eine historische Täuschung.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Manfred Quiring, langjähriger Russland-Korrespondent und Sachbuchautor
    • Ilko-Sascha Kowalcuk, Historiker

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 03.05.1971: Erich Honecker löst Walter Ulbricht als SED-Chef ab
    • Zeitzeichen: 17. Juni 1953 - Aufstand in Ostberlin und in der DDR
    • Zeitzeichen: 17.04.1894: Geburtstag des sowjetischen Politikers Nikita Chruschtschow
    • Planet Wissen: Spione im Kalten Krieg

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Paracelsus: Wie der "Luther der Medizin" das Heilen reformiert

    Paracelsus stellt die Medizin auf den Kopf. Statt auf die Lehren der Antike setzt er auf Erfahrung - und gerät so bis zu seinem Tod am 24.9.1541 ständig in Konflikte.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp:

    • warum an der Echtheit der überlieferten Paracelsus-Texte Zweifel bestehen,
    • wie Paracelsus vom Vater viel über Berufskrankheiten lernt,
    • wie der 15-jährige Paracelsus sich auf seinen Streifzügen eine neue, ganzheitliche Medizin in die Welt bringt,
    • welches Paracelsus-Zitat in den Volksmund übergegangen ist.

    Vermutlich 1493 oder 1494 im schweizerischen Einsiedeln als Theophrastus von Hohenheim geboren, nennt er sich später selbst Paracelsus. Er kommt aus einer verarmten Adelsfamilie. Sein Vater ist Arzt und zieht mit dem etwa Achtjährigen nach Kärnten.

    Später bereist er zu Fuß, zu Pferd, auf alten Lastkähnen übers Wasser viele fremde Länder. Stets steckt er Augen, Nase, Ohren und seinen Kopf tief in die Landschaft, Kultur und sozialen Umstände. Sicher besucht er auch die ein oder andere medizinische Fakultät am Wegesrand, bleibt aber vermutlich ohne akademischen Titel.

    Paracelsus hält es nirgendwo lange aus und ist wohl auch für andere keine angenehme Gesellschaft. Er ist ein schwieriger Mensch, der es auf Konflikt anlegt.
    Trotzdem sorgt seine Anhängerschaft, die er schon zu Lebzeiten hat, für einen glorreichen Nachruf. Viele Apotheken, Krankenhäuser, Heilkundliche Schulen schmücken sich bis heute mit seinem Namen. Der Rebell unter den Ärzten lenkt vor fast 600 Jahren den Blick auf den ganzen Menschen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Tillmann Taape, Medizinhistoriker am medizinhistorischen Institut der Charité in Berlin
    • Udo Benzenhöfer: Paracelsus.Reinbeck 1997

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Doris Arp
    Redaktion: Caroline Rückl und Matti Hesse

    15 min
  • Wie eine Expedition die USA erweitern sollte

    Durchschlagen bis zum Pazifik: Das war das Ziel der Lewis-und-Clark-Expedition, die am 23.9.1806 zu Ende ging. Die Crew sollte den Westen der USA erkunden und stieß dabei auf einige Probleme.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Nik Berger:

    • wie eine schwangere Shoshone-Frau eine wichtige und gleichzeitig bedauernswerte Teilnehmerin der Expedition ist,
    • warum die Expedition sich einen Monat lang an einer Strecke abarbeitet, für die Google Maps heute acht Stunden zu Fuß veranschlagt,
    • unter welch widrigen Umständen die Expedition im November 1805 den Pazifik erreicht,
    • warum die Lewis- und Clark-Expedition noch heute für viele indigene Stämme als große Katastrophe gilt.

    US-Präsident Thomas Jefferson möchte Anfang des 19. Jahrhunderts expandieren. Im April 1803 bekommt er die Gelegenheit dazu. Frankreich braucht Geld für den Krieg in Europa und möchte das sogenannte Louisiana-Territorium verkaufen. Ein riesiges Gebiet, mit dem sich die Fläche der jungen USA verdoppelt. Jefferson schlägt zu und will den Kontinent erkunden lassen.

    Er beauftragt seinen Privatsekretär Meriwether Lewis und den ehemaligen Artillerie-Offizier William Clark mit einer Expedition, die den gesamten Lauf des Missouri erkunden soll. Ziel ist herauszufinden, ob es einen Wasserweg quer durch den Kontinent zum Pazifischen Ozean gibt, auf dem sich Handel treiben lässt.

    Die Expedition ist mehr als zwei Jahre unterwegs und kehrt am 23. September 1806 zum Ausgangspunkt St. Louis zurück. Man findet zwar keine durchgehende Wasserroute zum Pazifik - die existiert halt auch nicht - knüpft aber viele Kontakte zu Indigenen, fertigt eine detaillierte Karte und sammelt unzählige wissenschaftliche Notizen über Tier- und Pflanzenwelt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Craig Fehrman, US-Historiker
    • Craig Fehrman: This Vast Enterprise: A New History of Lewis & Clark. New York 2026.
    • William Clark/Meriwether Lewis: Journals of 1804-1806. In: Reuben Gold Thwaites (Hrsg.): Original Journals of the Lewis & Clark Expedition. Scituate, Massachusetts 2001 (Band 1-5)
    • Richard Stinshoff (Hrsg": Mit dem Boot über die Rocky Mountains - Unter Wölfen, Büffeln, Bären und Indianern. Die Reise von Lewis und Clark. (Landesmuseum für Natur und Mensch: Schriftenreihe des Landesmuseums Natur und Mensch 40). Oldenburg 2005

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 13.04.1743 - Geburtstag von Thomas Jefferson
    • Planet Wissen: Die Besiedlungsgeschichte der Rocky Mountains
    • Planet Wissen: Indianer / Indigene Völker Nordamerikas

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    Autor: Nik Berger
    Redaktion: Jakob Schiffer und David Rother

    14 min
  • Maria da Penha: Eine Brasilianerin schützt Millionen vor Gewalt

    Alle sechs Stunden wird in Brasilien eine Frau getötet. Obwohl das Land seit 22.9.2006 eines der weltweit fortschrittlichsten Gesetze gegen häuslichen Gewalt hat - dank einer Überlebenden.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christina Weise:

    • von den Torturen, die Maria da Penha durch ihren Ehemann erleiden muss,
    • wie da Penhas Mann sich vom Täter zum Opfer umdeutet,
    • vom schweren Weg durch die Instanzen bis zu einer Verurteilung,
    • welche Wirkung Maria da Penha mit einem Buch über ihre Leidensgeschichte erzielt.

    19 Jahre und sechs Monate lang dauert es, bis Maria da Penhas Ehemann wegen der schweren Misshandlungen bis hin zu einem Mordversuch hinter Gitter kommt. Organisationen, die Maria zur Seite stehen, bringen im brasilianischen Kongress einen Gesetzesentwurf zum Schutz von Frauen ein. Am 22. September 2006 tritt das Gesetz 11340 in Kraft - das "Gesetz Maria da Penha".

    Das Gesetz bezieht wirtschaftliche, sexuelle, psychologische, moralische und körperliche Gewalt bei häuslicher Gewalt mit ein. Es werden spezielle Gerichte für Fälle häuslicher und familiärer Gewalt eingerichtet, die innerhalb 48 Stunden notwendige Schutzmaßnahmen in einem Eilverfahren prüfen und erlassen müssen.

    Das "Gesetz Maria da Penha" ist ein Meilenstein im Kampf gegen häusliche Gewalt. Es hat auch Einfluss auf andere Länder weit entfernt von Marias Schlafzimmer, in dem alles beginnt. Wie auf Deutschland. Durch Marias Impuls wird das deutsche Gewaltschutzgesetz von 2002 erweitert und verschärft.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ana Paula Braga, Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt auf Gewalt gegen Frauen
    • Maria da Penha: Sobrevivi… posso contar, Fortaleza 1994

    Weiterführende Links:
    • wdr.de: Besserer Schutz vor häuslicher Gewalt geplant
    • Bundeskriminalamt: Häusliche Gewalt - Opferzahlen auf neuem Höchststand
    • Planet Wissen: Häusliche Gewalt gegen Frauen

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christina Weise
    Redaktion: Carolin Rückl, Frank Zirpins

    15 min
  • Zeitmaschinen und ferne Galaxien: Der Autor H. G. Wells

    H. G. Wells (geboren 21. September 1866) blickte in die Zukunft - und sah eine Menschheit am Abgrund. Seine Science-Fiction war spannend, politisch und hellsichtig.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • von Wells' beruflichem Werdegang - vom Chemiegehlifen über Hilfslehrer bis zum Autor,
    • wie der berühmte Darwin-Anhänger Thomas Huxley seine Werke beeinflusst,
    • von zwei Ehen und vielen Liebschaften,
    • von Wells' Treffen mit dem Hörspiel-Regisseur Orson Welles.

    Zeitreisen, Alien-Invasionen und die grotesken Experimente skrupelloser Wissenschaftler - das sind die Welten, die der britische Schriftsteller H.G. Wells erfindet. Und zwar Jahrzehnte bevor Hollywood anfängt diese Stoffe in Masse zu produzieren.

    Herbert George Wells wird am 21. September 1866 in Bromley geboren. Es ist ein Unfall, der dem Sohn aus kleinbürgerlichen Verhältnissen den Weg zur Literatur ebnet. Als Achtjähriger bricht sich Wells bei einem Sturz den Fuß und beginnt zu lesen.

    Er wird zu einem der bekanntesten Autoren der Welt. Sein Roman "Der Krieg der Welten" wird zweimal verfilmt, zuletzt 2005 von Steven Spielberg. H.G. Wells stirbt 1946 in London. Bis heute gilt er als Pionier der Science-Fiction-Literatur.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Elmar Schenkel, emeritierter Professor für britische Literatur an der Universität Leipzig
    • Michael Foot: H.G. - The History of Mr Wells. Berlin/Prag 1996
    • H.G. Wells: Experiment in Autobiography (1934)
    • Adam Roberts: A History of Science Fiction (2016)
    • Elmar Schenkel: Der Prophet im Labyrinth. Eine essayistische Erkundung. München 2004

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 6. Mai 1915 - Orson Welles wird geboren
    • Zeitzeichen: 18. Dezember 1946 - Der amerikanische Regisseur Steven Spielberg wird geboren

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Wie eine Krankenpflegerin die Polio-Behandlung revolutionierte

    In den 1940er-Jahren sagen fast alle Ärzte: Polio-Patienten müssen ruhig gestellt werden. Doch Elizabeth Kenny (angeblich geb. 20.09.1886) macht das Gegenteil und wird damit berühmt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Kolja Sand:

    • wie Poliomyelitis - auch bekannt als Kinderlähmung - in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schwere Epidemien auslöst,
    • wie die australische Krankenpflegerin Elizabeth Kenny um 1910 das erste Mal auf Kinder mit Polio trifft,
    • vom Gründungsmythos der Kenny-Methode,
    • dass Elizabeth Kenny ihre eigene Lebensgeschichte etliche Male aufhübscht.

    In den 1940er-Jahren gehen Bilder von Kindern durch die Medien, deren Körper mit Schienen und Gurten auf Metallrahmen fixiert sind. Der Name hinter dem Grauen lautet: Poliomyelitis - auch bekannt als Kinderlähmung oder einfach Polio. Besonders große Ausmaße erreichen die Ausbrüche in den USA in den 1940er- und 50er-Jahren.

    In dieser ungewissen Zeit setzen mehr und mehr Menschen ihre Hoffnung in eine über 60 Jahre alte Frau: Elizabeth Kenny. Keine Ärztin, keine Wissenschaftlerin, sondern eine Krankenpflegerin aus dem Hinterland Australiens. Kenny wird zur Heilsfigur von Millionen von Eltern und zu einer der prominentesten Frauen in den USA. Sie verändert die Behandlung von Menschen mit Polio nachhaltig.

    Kenny setzt auf Wärme und gezielte Bewegungsübungen, also auf Physiotherapie. Viele Ärzte sind misstrauisch. Einige bezeichnen sie als Spinnerin, andere beschweren sich über ihren Charakter. Trotzdem verändert Kenny die Behandlung von Menschen mit Polio und verschafft damit auch Physiotherapeuten größere Anerkennung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Naomi Rogers, Medizinhistorikerin
    Naomi Rogers: Polio Wars: Sister Kenny and the Golden Age of American Medicine. New York: Oxford University Press. 2013.
    • Allan Hildon: The Woman Who Invented Herself: An Interdisciplinary Exploration of the Construction of Elizabeth Kenny’s Polio Treatment Discovery Story. PhD thesis, University of Essex. 2019.
    • Victor Cohn: Sister Kenny: The Woman Who Challenged the Doctors. Minneapolis: University of Minnesota Press. 1975

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 26. April 1954 - Massenimpfungen gegen Polio in den USA beginnen
    • Zeitzeichen: 26. April 1954 - Polio: Ein Mittel gegen die verheerende Infektion
    • Stichtag: 14. September 1929 - Eiserne Lunge wird erstmals vorgestellt
    • Sister Kenny Memorial Project Committee: Lehrvideo von Elizabeth Kenny
    • Planet Wissen: Impfungen - Schutz gegen Krankheiten

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    Autor: Kolja Sand
    Redaktion: Jakob Schiffer, Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Die Akte Ötzi: Wie starb der Steinzeit-Mann?

    Als Wanderer am 19.9.1991 eine Leiche im Eis finden, ist ihnen die Sensation nicht gleich klar. Doch dann wird langsam deutlich: Der Tote liegt seit 5300 Jahren dort - und er ist ein Mordopfer.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Stephan Beuting:

    • warum der gute Zustand der Mumie ihr fast zum Verhängnis wird,
    • vom richtigen Riecher Reinhold Messners,
    • was man alles über Ötzi herausgefunden hat - von der Todesursache bis hin zu Tattoos,
    • wo man Ötzi heute besuchen kann.

    Am 19. September 1991, einem heißen Spätsommertag, entdeckt ein Ehepaar aus Nürnberg auf seiner Wanderung in den Ötztaler Alpen die Gletschermumie Ötzi. Der Fund erregt international Aufsehen. Das gab es noch nie: Eine Mumie, mehrere tausend Jahre alt und in ausgezeichnetem Zustand - mitsamt vollständiger Bekleidung und Ausrüstungsgegenständen.

    Für die Wissenschaft öffnet sich durch Ötzi ein Fenster zu einer Epoche, die als verschüttet galt. Die Mumie "erzählt", wie Menschen vor 5.300 Jahren ihr Leben meistern, dass sie auch damals schon an sogenannten "Zivilisationskrankheiten" leiden und sogar alternative Behandlungsmethoden entwickeln. Und so wie es aussieht, ist Ötzis Geschichte noch lange nicht zu Ende.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Albert Zink, Anthropologe und Mumienforscher
    • Albert Zink: Ötzi. 100 Seiten. Ditzingen 2016
    • Ötzi-Wissensdatenbank

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 18. Dezember 2009 - Entdeckung der "Grotte Chauvet"
    • Frag doch mal die Maus: Warum heißen Mumien so?

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    Autor: Stephan Beuting
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Kampf gegen die Revolution der Männer: Olympe de Gouges

    Ist in der Französischen Revolution von Menschenrechten die Rede, sind nur die Rechte von Männern gemeint. Olympe de Gouges kämpft im September 1791 dagegen an - und gibt dafür ihr Leben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • wie Olympe de Gouges aus Männerrechten Menschenrechte macht,
    • warum sie schon früh gegen Sklaverei und Unterdrückung anschreibt,
    • weshalb ihre Forderungen nach Gleichberechtigung auf taube Ohren stoßen,
    • wie sie zur schärfsten Kritikerin Robespierres wird,
    • warum ihr Name fast 200 Jahre lang vergessen bleibt.

    Mit der Französischen Revolution verbinden viele Menschen die Parole "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit". Olympe de Gouges erkennt jedoch früh, dass die gefeierten Menschenrechte Frauen nicht einschließen. 1791 formuliert sie deshalb ihre eigene Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin und fordert politische, gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung.

    Die Schriftstellerin mischt sich immer wieder in die politischen Konflikte ihrer Zeit ein. Sie kritisiert Gewalt, Terror, Machtmissbrauch und Sklaverei und verteidigt ihre Überzeugungen unbeirrt. Damit macht sie sich mächtige Feinde. Nach ihrer Verhaftung wird sie 1793 vor das Revolutionstribunal gestellt und hingerichtet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Heike Specht (Historikerin und Autorin)
    • Olympe de Gouges: Die Rechte der Frau und andere Texte. Stuttgart 2018
    • Olympe de Gouges: Denkschrift der Madame de Valmont. Sulzbach 1987
    • Heike Specht: Nicht mit uns! Wie Frauen Geschichte schrieben und wieder ausradiert wurden. Eine Warnung. München 2026
    • Sibylle Peine: Olympe de Gouges. In: Ohne Furcht ins Weite hinaus. Biographien streitbarer Frauen. Solothurn und Düsseldorf 1995

    Weiterführende Links:
    • Olympe de Gouges bei FemBio
    • Olympe de Gouges: Reflexionen über die versklavten schwarzen Menschen (französisch)
    • Olympe de Gouges: Politisches Testament (französisch)
    • Zeitzeichen 06.05.1758: Maximilien Robespierre wird geboren

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    Autorin: Claudia Friedrich
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Die erste Langspielplatte war ein hitverdächtiger Flop

    Am 17. September 1931 stellt RCA eine Schallplatte für lange Musikstücke vor, also die erste LP. Doch der große Erfolg diese Mediums lässt noch fast zwei Jahrzehnte auf sich warten.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:

    • warum die erste Langspielplatte bereits 1931 vorgestellt wird und trotzdem nahezu in Vergessenheit gerät,
    • wie eine Schallplatte zum Vorbild für die berühmten "Golden Records" der Voyager-Raumsonden wird,
    • weshalb ausgerechnet die Abspieltechnik den frühen Durchbruch der LP verhindert,
    • welche Ideen der gescheiterten RCA-Platte später den weltweiten Vinyl-Erfolg ermöglichen.

    Die Langspielplatte erlebt seit Jahren ein bemerkenswertes Comeback. Neue Alben erscheinen auf Vinyl, Sammlerinnen und Sammler stöbern in Plattenläden und viele Musikfans schwören auf den besonderen Klang der schwarzen Scheiben. Dabei kennen selbst eingefleischte LP-Liebhaber oft nicht die eigentliche Vorgeschichte ihres Lieblingsmediums.

    Schon 1931 stellt RCA in New York eine Platte mit 33-ein-Drittel Umdrehungen pro Minute vor. Sie bietet eine bis dahin unerreichte Spielzeit und nutzt Technologien, die später zum Standard werden. Doch die Weltwirtschaftskrise, teure Geräte und technische Probleme verhindern den Erfolg. Erst Jahre später wird aus der frühen Vision ein Massenprodukt und die LP zu einem der bedeutendsten Tonträger der Musikgeschichte.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Frank Lechtenberg (Medienwissenschaftler, Technische Hochschule Ostwestfalen, Autor beim Magazin Fidelity)
    • Gillian G. Gaar, Martin Popoff u.a.: Into the Groove. Vinyl-Kult. Die Geschichte der Schallplatte. München 2024
    • Robert Greenberg: Music History Monday

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    Autor: Uwe Schulz
    Redaktion: Christoph Tiegel, Matti Hesse

    15 min

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