Schattengespräch mit Wolfgang Bauschmid
Er war Flugzeugingenieur, arbeitete an Treibstoffleitungen für Raumfahrtmissionen und reiste um die ganze Welt – bis sein System kollabierte. Burnout. Danach engagierte er sich in Sozialprojekten, eröffnete mit einem Bekannten einen Gasthof, der auch Geflüchteten Perspektiven gab. Und dann, eines Nachts: Herzinfarkt. 45 Minuten Reanimation. Vier Wochen Koma. Als er wieder zu sich kam, war nichts mehr wie davor.
In dieser Folge von „Schattengespräche mit Chris“ erzählt er seinen Weg zurück in ein neues Leben. Wie es ist, Sprache, Gehen, Anziehen – scheinbare Selbstverständlichkeiten – mühsam neu zu lernen. Wie es sich anfühlt, wenn Orientierung im Außen brüchig bleibt, wenn Schritte langsamer werden und Sätze Zeit brauchen. Und warum gerade diese Verlangsamung heute sein innerer Kompass ist.
Wir sprechen über die stille Arbeit an der Würde, über Frust, Scham und kleine Siege. Über den Moment am Grazer Schlossberg, als er hinunterblickte und wusste: „Ich bin wieder da.“ Und über die Liebe: seine Frau, die keinen Tag von seiner Seite wich und ohne die – sagt er – der Weg unmöglich gewesen wäre. Aus einer Karriere, die bis zu den Sternen reichte, wurde eine Reise ins Wesentliche: Präsenz statt Perfektion, Nähe statt Tempo, Sinn statt Status.
Diese Episode ist keine Heldensaga, sondern ein ehrliches Protokoll von Zerbrechlichkeit und Zähigkeit. Sie zeigt, was bleibt, wenn das Alte wegbricht – und wie Beziehung, Haltung und tägliche Praxis ein Leben neu formen können. Für alle, die gerade kämpfen oder jemanden begleiten: Diese Geschichte gibt Kraft, Orientierung und leise Hoffnung.