Schlecht Beraten

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By Marko KovicNewsNews Commentary
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Schlecht Beraten episodes

  • Folge 14: Der Leidensweg des Attila Hildmann

    Attila Hildmann war einst ein sympathischer Koch, der die vegane Ernährung beliebt machte. In der Coronavirus-Pandemie mutierte er zum antisemitischen Corona-Verschwörungstheoretiker.

    Was zum Teufel ist hier passiert?

    In der heutigen Folge versuchen wir, Attila Hildmanns Absturz in den Corona-Wahnsinn zu rekonstruieren. Ein erster Anhaltspunkt ist Hildmanns beeindruckende Karriere als veganer Starkoch. Innerhalb weniger Jahre wurde er vom bescheidenen Blogger und YouTuber zum wohl erfolgreichsten veganen Koch im deutschsprachigen Raum. Dieser rasante Erfolg ist ihm womöglich zu Kopf gestiegen.

    Ein zweiter Anhaltspunkt ist Hildmanns Status als Medien-Liebling. Der telegene Hildmann genoss schon lange vor der Pandemie sehr viel Medienpräsenz, nicht zuletzt im Fernsehen. So wurde Hildmann zum bekannten "Promi" - und diesem Promi haben die Medien auch in seiner Corona-Verschwörungs-Phase viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Story ist eben sexy: Der berühmte vegane Koch dreht durch.

    Ein dritter Anhaltspunkt ist Hildmanns überhöhtes Selbstbild. Hildmann scheint sich als bedeutende politische Stimme und Plattform zu sehen, die für die Wahrheit kämpft. Diese Selbstüberschätzung wird durch die Hunderttausenden von Menschen genährt, die ihm dank seines Status als Promi an den Lippen hängen.

    Die traurige Geschichte des Attila Hildmann beinhaltet eine Lektion, die heute wichtiger denn je ist: Nur, weil eine Person berühmt ist, müssen wir ihr nicht immer zuhören. Vielleicht wäre Hildmanns Verschwörungs-Karriere gar nicht erst eskaliert, wenn ihn die Medien nicht zum "Promi" gemacht hätten.

    36 min
  • Folge 13: Corona-Impfungen aus Russland und China – alles nur Propaganda?

    Du möchtest dich gegen das Coronavirus impfen lassen, willst aber keine Impfschäden? Dann haben wir genau das Richtige für dich: Impfstoffe aus Russland und China. Sie wirken viel besser und sind viel sicherer als westliche Impfstoffe! Zumindest, wenn man der russischen und chinesischen Staatspropaganda Glauben schenkt.

    Russland und China haben schon früh in der Pandemie angekündigt, ihre eigens entwickelten Impfstoffe – Sputnik V aus Russland und CoronaVac sowie BBIBP-CorV aus China – seien hoch wirksam und damit der Schlüssel zum Sieg über die Pandemie. Doch hinter diesen vollmundigen Propaganda-Erklärungen stand lange Zeit keinerlei wissenschaftliche Evidenz.

    Darum werfen wir in dieser Folge einen kritischen Blick auf die russischen und chinesischen Corona-Impfstoffe. Einerseits sind diese Impfstoffe mächtige Propaganda-Werkzeuge, mit denen sich Russland und China nicht zuletzt in Schwellen- und Entwicklungsländern als Pandemie-Retter aufspielen. Begleitet wird diese Propaganda von einer ziemlich hinterlistigen, grossangelegten Desinformations- und Lügenkampagne gegen westliche Corona-Impfstoffe.

    Andererseits interessiert uns aber auch, was die Wissenschaft hinter den russischen und chinesischen Impfstoffen ist. Hier zeigt sich: Die Impfstoffe aus dem Osten sind wissenschaftlich seriöser, als die Propaganda vermuten lässt. Für Sputnik V gibt es erste belastbare Evidenz, die auf hohe Wirksamkeit deutet. Bei CovonaVac und BBIBP-CorV stehen grössere Studien noch aus, aber erste vorläufige Studienergebnisse lassen vermuten, dass auch die chinesischen Impfungen nützlich sind.

    Die Corona-Impfungen aus dem Osten haben damit eine gewisse Tragik. Hätten Russland und China auf ihre bizarre Impf-Propaganda und die gefährlichen Desinformationskampagnen verzichtet und stattdessen auf den regulären Wissenschaftsprozess gesetzt, wäre das Vertrauen gegenüber ihren Impfstoffen bei uns im Westen viel höher – und der Kampf gegen die Pandemie ein ganzes Stück einfacher.

    So bleibt ein fahler Nachgeschmack. Und ein tiefsitzendes Misstrauen, dem auch mit positiven Studienergebnissen nur schwer beizukommen ist.

    40 min
  • Folge 12: Das Phänomen der Putinversteher

    Wladimir Putin ist ein lupenreiner Demokrat.

    So sieht es zumindest Gerhard Schröder, ein gut bezahlter Lobbyist, der für Putin arbeitet. Die meisten Leute wissen natürlich, dass Putin das Gegenteil eines lupenreinen Demokraten ist: Ein Autokrat, der Russland zu einer "gelenkten Demokratie" umgebaut hat, in der alle Fäden der Macht in seiner eigenen Hand zusammenlaufen.

    Doch viele Menschen im Westen sind trotzdem – oder vielleicht genau darum? – ziemlich begeistert von Wladimir Putin und seiner illiberalen, antidemokratischen Politik. Diese "Putinversteher" finden alles, was Putin macht, so richtig gut und alles, was westliche Länder machen, so richtig schlecht. Warum hat Putin im Westen eine so treue und leidenschaftliche Fangemeinde?

    Um diese Frage zu beantworten, rollen wir zunächst die Geschichte hinter Putins kometenhaftem Aufstieg an die russische Machtspitze auf. Die Logik des Systems Putin gibt nämlich Anhaltspunkte, warum die Putin’sche Politik in unseren Breitengraden derart beliebt ist. So sehnen sich beispielsweise viele Menschen nach einem vermeintlichen anti-imperialistischen Gegengewicht zu den USA, inkl. einem dezidiert traditionalistisch-konservativen Wertekompass. Auch die professionelle russische Propagandamaschinerie, die uns mit Desinformation und Fake News berieselt, dürfte die Meinung vieler Leute im Westen prägen. Zudem dürften Menschen, die autoritäre Persönlichkeitszüge haben, in Putin eine Art Führer- und Erlöserfigur sehen. Und prominente Verschwörungsfiguren wie Ken Jebsen (KenFM) oder Daniele Ganser als moderne Version "nützlicher Idioten" sind undifferenzierte Multiplikatoren der Putin'schen Sicht.

    Hey, wenn Putin mit nacktem Oberkörper so richtig männliches Zeugs macht, haben wir alle Schmetterlinge im Bauch, ok? Aber trotzdem plädieren wir dafür, die Welt nicht Schwarz-Weiss zu sehen, denn die Realität hat Grautöne: Nur, weil die USA und der Westen ziemlich viel Scheisse bauen, ist die Putin'sche Kacke nicht automatisch Haute Cuisine. 

    39 min
  • Folge 11: Die wundersame Verschwörungswelt des Daniele Ganser

    Die Welt ist ungerecht, verworren, kompliziert. Aber zum Glück gibt es jemanden, der den vollen Durchblick hat: Daniele Ganser weiss, wie die Dinge wirklich funktionieren.

    Der Schweizer Historiker, Autor, Redner und YouTuber Daniele Ganser ist der hellste Stern am deutschsprachigen Verschwörungs-Firmament. Er ist aber alles andere als der typische wirre 08/15-Verschörungstheoretiker. Es ist Wissenschaftler, wirkt sympathisch, redet ruhig und bedacht. Und traut sich, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

    Wobei, na ja, "Wahrheit" ist für Daniele Ganser ein eher dehnbarer Begriff. In seinen Referaten und Schriften mutmasst er viel, verbreitet haarsträubende Falschinformationen und pfeift auf Logik. Aber Hauptsache, die übergeordnete Story, die übergeordnete Dramaturgie passt: Alles ist inszeniert, kontrolliert, manipuliert.

    In der heutigen Folge zeichnen wir Gansers Verschwörungskarriere anhand drei Stationen nach: Seiner Arbeit zu NATO-Geheimarmeen, seiner Obsession mit 9/11-Verschwörungstheorien und seinem gefährlichen Querdenkertum in der Coronavirus-Pandemie. Wir stellen fest, dass sich Ganser im Laufe der Jahre immer stärker von Fakten und Wissenschaft abwendet und stattdessen zu einer Art Verschwörungs-Märchenonkel mutiert.

    Warum ist Daniele Ganser so beliebt? Ganser ist rhetorisch begabt, vermarktet sich schlau (Dr. Ganser, der "Friedensforscher") und liefert seinem Publikum genau das, was es hören möchte: Die Medien, die westliche Politik, die Amerikaner, die Weltgesundheitsorganisation, die Geheimdienste: Sie alle betreiben Informationskrieg, sie alle manipulieren uns, sie alle machen uns gefügig.

    Alle lügen sie, alle. Nur Dr. Ganser nicht. Ihm vertrauen wir. Komme, was wolle.

    47 min
  • Folge 10: Morbus Emeritus, oder Ex-Experten auf Corona-Abwegen

    Sucharit Bhakdi, Wolfgang Wodarg, Beda Stadler: Sie alle gehören zur kuriosen Gattung des "Morbus Emeritus".

    Der Morbus Emeritus ist eine Person, die früher eine angesehene wissenschaftlich-medizinische Stellung innehatte (zum Beispiel als Professor), sich nun im Ruhestand befindet und im Zuge der Coronavirus-Pandemie zu einem Corona-Crank mutiert ist. Der Morbus Emeritus streut haarsträubende Desinformation und antiwissenschaftliche Verschwörungstheorien, und wird dafür von Heerscharen von Corona-QuerdenkerInnen beklatscht.

    Morbi Emeriti wie Bhakdi, Wodarg oder Stadler produzieren gefährlichen Corona-Quark am laufenden Band, obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten. Ihre wirren Behauptungen sind bizarre antiwissenschaftliche Stammtischargumente, die sich mit nur wenigen Minuten Recherche in der wissenschaftlichen Literatur entkräften lassen. Doch trotzdem – oder genau darum – werden sie von der Corona-querdenkenden Masse gefeiert.

    In der heutigen Folge besprechen wir die drei Morbus Emeritus-Fälle Bhakdi, Wodarg und Stadler. Und fragen uns, was genau ihren Aufstieg zu Corona-Schwurbel-Koryphäen ausmachte – und, ob die Morbi Emeriti den Schrott, den sie verzapfen, tatsächlich selber glauben.

    30 min
  • Folge 9: Die Geschichte, Gegenwart und Zukunft von QAnon

    Am 6. Januar 2021 hat ein wütender Mob von Trump-Fans das US-Kapitol, das Herz der amerikanischen Demokratie, gestürmt. Das Ziel: Trump mit Gewalt im Amt behalten.

    Ziemlich Hollywood-reif, sprich ziemlich verrückt. Schaut man sich aber an, wer genau beim Sturm auf das US-Kapitol beteiligt war, macht der Überfall aber doch irgendwie Sinn: Viele der Randalierenden waren Anhängerinnen und Anhänger der QAnon-Verschwörungstheorie – der vielleicht wichtigsten und folgenreichsten Verschwörungstheorie aller Zeiten.

    Gemäss der QAnon-Verschwörungstheorie ist Donald Trump der Erlöser, der in einer gigantischen Säuberungsaktion die USA, wenn nicht gar die ganze Welt aus den Fängen einer pädophilen linken Elite befreien wird. Das nennen wir Mal eine Ansage! Spätestens im Jahr 2020 wurde QAnon zu einem weltweiten Phänomen, und die QAnon-Jüngerinnen und -Jünger auf der ganzen Welt sehen sich ganz nahe an der Revolution. Dass am 6. Januar ein paar von ihnen selber Hand angelegt haben, ist da irgendwie nur schlüssig.

    In der heutigen Folge nehmen wir QAnon etwas genauer unter die Lupe. Woher kommt diese Verschwörungstheorie? Warum ist sie zu einem derartigen Massenphänomen geworden? Und was passiert mit QAnon jetzt, wo Trump weg ist, ohne, dass sich die QAnon-Prophezeiungen bewahrheitet haben?

    24 min
  • Folge 8: Corona-Impf-Nebenwirkungen und die Medien

    Was gut ist: Wir haben wirksame Impfungen gegen das Coronavirus.

    Was weniger gut ist: Die Impfungen haben tödliche Nebenwirkungen!

    Zumindest, wenn man den Medien Glauben schenkt. In den letzten Wochen mehren sich sensationalistische Berichte über Nebenwirkungen der neuen Corona-Impfungen: Sie würden lebensgefährliche allergische Reaktionen auslösen, Menschen in Altersheimen töten, und überhaupt gibt es ja noch keine Studien über Langzeitschäden. Wenn man das so liest, sieht und hört, scheint verrückt, wer sich noch impfen lässt.

    Das ist ein grosses Problem. Die Berichterstattung über Corona-Impf-Nebenwirkungen ist nämlich reichlich verzerrt. Einzelfälle, bei denen überhaupt nicht klar ist, ob sie mit der Corona-Impfung zusammenhängen, verunsichern und wecken Angst. Über die Millionen von Menschen, die ganz ohne Nebenwirkungen geimpft wurden, wird hingegen nicht berichtet. Und die Forderung nach Langzeit-Studien über Nebenwirkungen ist mehr ein schlaumeierisches Stammtischargument als vernünftige Kritik.

    Medien, insbesondere kommerzielle, profitorientierte Medien, sind richtiggehend geil nach schnellen, billigen Klicks. Sensationalistische Schlagzeilen über vermeintliche Corona-Impf-Nebenwirkungen eignen sich dazu ausgezeichnet und füllen kurzfristig die Kasse. Dass sie damit grossen Schaden anrichten, ist den Medienhäusern egal.

    Darum unser Tipp: Bei der nächsten Horrorstory über Corona-Impf-Nebenwirkungen erst Mal tief durchatmen und sich nicht in Panik versetzen lassen.

    28 min
  • Folge 7: Der astrologische Jahresrückblick

    Ach, wie schön es doch wäre, wenn wir wüssten, was die Zukunft bringt. Würden wir heute sehen, was morgen sein wird, könnten wir ungemein viele Sorgen, Ängste und Leid verhindern.

    Doch leider funktioniert die Realität nun Mal, wie sie funktioniert; die Zukunft ist weitgehend ein Buch mit sieben Siegeln. Es gibt aber, wird gemunkelt, einen ganz einfachen Trick, um die Zukunft doch zu erspähen: Die Astrologie!

    Astrologie ist der Jahrtausende alte Glaube, dass sich das zukünftige Geschehen auf der Welt ziemlich detailliert aus der Anordnung von Himmelskörpern wie Planeten und Sternen ableiten lässt. Wow, das ist doch Mal ein richtig geiler Lifehack!

    Neugierig, wie wir sind, reisen wir in dieser Folge in die Vergangenheit, um zu verstehen, was es mit dem astrologischen Blick in die Zukunft auf sich hat. Wir schauen uns an, was drei Star-Astrologinnen (Kirsten Hanser, Monika Kissling, Elizabeth Teissier) für das Jahr 2020 prophezeit haben. Die Coronavirus-Pandemie müssten ja alle auf dem Radar gehabt haben; das war 2020 ja ein nicht ganz unbedeutendes Ereignis.

    Erstaunlicherweise hat keine der drei Star-Astrologinnen irgendetwas zur Pandemie vorausgesagt. Stattdessen haben sie einfach einen Haufen ziemlich trivialer Allgemeinplätze zum Besten gegeben.

    Wir wollen ja nicht fies sein, doch es beschleicht uns der Eindruck, dass Astrologie in Tat und Wahrheit einfach pseudowissenschaftlicher Quatsch ist.

    35 min
  • Folge 6: Weihnachts-Krimskrams-Extravaganza

    Weihnachten, das Fest der Liebe; eine Zeit für Ruhe, Besinnlichkeit und ziemlich viel Konsum (Die Geschenke und das ganze sonstige Material für die Festivitäten kaufen sich schliesslich nicht von alleine).

    Doch unter dieser altbekannten Patina des Weihnachtsfestes lauern viele offene Fragen, ungeklärte Rätsel und bedenkliche Mythen. In unserem Weihnachtsspecial trauen wir uns darum, Weihnachten so richtig auf den Grund zu gehen. Dabei klären wir Fragen wie: Gab es Jesus als historische Figur wirklich? Sind Menschen an Weihnachten depressiver? Dürfen Atheistinnen und Atheisten auch Weihnachten feiern? Ist Die Hard tatsächlich ein Weihnachtsfilm?

    Wir können nicht garantieren, dass euch die Antworten auf diese Fragen, dass euch die nackte Wahrheit gefällt. Trotzdem wünschen wir euch frohe Weihnachten, ein schönes Wintersonnenwende-Fest, oder was auch immer ihr dieser Tage so feiert.

    28 min
  • Folge 5: Elon Musk, Visionär mit Sehschwäche

    Fuck yeah, Elon Musk, einfach geil, der Typ! Er ist voll auf Twitter und teilt Memes und trollt seine Hater!

    Elon Musk will die Welt verändern. Und er tut dafür mehr als die meisten (Superreich zu sein und in den Medien vergöttert zu werden, hilft dabei.). Doch ist alles, was in Musks Gedankenwelt entsteht, auch wirklich eine saubere Idee? Musk-Fanboys finden: Ja! Wir finden: Na ja.

    Tesla und SpaceX sind grosse Erfolgsgeschichten. Aber andere Visionen und Ambitionen Musks, von der Boring Company über Neuralink oder den Hyperloop-Hype bis hin zu Musks Corona-Querdenkertum, sorgen bei uns für reichlich Stirnrunzeln. Vielleicht schafft eine revolutionäre Musk-Antifaltencrème hier bald Abhilfe.

    Elon Musk ist kein verrückter Crank. Aber er ist die Personifikation dessen, was in der Welt allzu oft schiefgeht: Erfolgreiche, reiche Menschen verlieren sich in ihrer Overconfidence, werden in der Öffentlichkeit mit hagiographischen Samthandschuhen behandelt und wissen gar nicht mehr, was es bedeutet, ernsthaft kritisiert zu werden.

    38 min

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