Felix Wohlfarth über Zauberei, große Bühnen, Kreuzfahrtschiffe und die Kunst, Menschen zum Staunen zu bringen.
Mit sechs Jahren bekommt Felix Wohlfarth einen Zauberkasten geschenkt – und legt ihn erst einmal wieder zur Seite. Denn so einfach, wie es aussieht, ist Magie eben nicht. Ein paar Jahre später ändert sich das: Felix entdeckt die Zauberei neu, besucht mit elf Jahren seinen ersten Zauberladen und merkt, wie faszinierend es sein kann, ein Geheimnis zu kennen, das das Publikum nicht durchschaut. Aus einem Hobby wird nach und nach eine Leidenschaft, aus ersten kleinen Kunststücken eine Karriere auf der Bühne.
Früh sammelt Felix auch außerhalb der Zauberei Bühnenerfahrung. Mehr als zehn Jahre spielt er im Kindermusiktheater in Potsdam und lernt dort Schauspiel, Präsenz und den Umgang mit Publikum. Nach dem Abitur folgen Zivildienst im Kindergarten, eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher und später ein BWL-Studium. Die Zauberei bleibt dabei allerdings nie Nebensache. Schon seine erste Vorlesung lässt Felix ausfallen – wegen eines Auftritts.
Im Gespräch mit André Puchta erzählt Felix von seinem ersten bezahlten Auftritt auf einem Kindergeburtstag, einem selbst gebastelten Zylinder, einem silbernen Umhang und einer Nebelmaschine, die am Ende so viel Rauch produzierte, dass die Kinder tatsächlich verschwunden waren – zumindest aus seinem Blickfeld. Es geht um misslungene Tricks, ehrliche Kinder als Publikum und die Kunst, auf der Bühne so zu improvisieren, dass niemand merkt, wenn etwas anders läuft als geplant.
Felix spricht auch darüber, warum er sich nicht an einem einzigen großen Vorbild orientiert, obwohl ihn Künstler wie Hans Klok und David Copperfield geprägt haben. Besonders eine Show von Copperfield in Las Vegas ist ihm im Gedächtnis geblieben: Obwohl Felix als Zauberer viele Mechanismen kennt, gelingt es ihm dort, selbst wieder zum staunenden Zuschauer zu werden. Für ihn zeigt sich darin eine besondere Qualität der Magie – Menschen für einen Moment vergessen zu lassen, dass sie eigentlich wissen wollen, wie etwas funktioniert.
Seit 2010 gehört Felix dem Magischen Zirkel von Deutschland an. Dort geht es nicht nur darum, Geheimnisse zu bewahren, sondern die Zauberkunst weiterzuentwickeln, Wissen auszutauschen und Nachwuchs zu fördern. Felix engagiert sich im Berliner Zirkel, in der Jugendarbeit und seit 2022 auch im Vorstand des Magischen Zirkels von Deutschland. Besonders wichtig ist ihm, junge Menschen für die Zauberei zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Eine besondere Bühne hat Felix außerdem auf Kreuzfahrtschiffen gefunden. Vor bis zu 1.200 Menschen spielt er dort seine Shows und erlebt einen entscheidenden Unterschied zum klassischen Theater: Nach dem Auftritt verschwindet das Publikum nicht einfach. Beim Frühstück, an der Bar oder beim Landgang trifft er seine Zuschauer wieder, hört ihre Vermutungen über seine Tricks und erfährt unmittelbar, was bei ihnen hängen geblieben ist.
Warum ein guter Zauberer mehr braucht als geschickte Hände, weshalb Unterhaltung mindestens so wichtig ist wie der eigentliche Trick, was selbst gemalte Spielkarten mit der Geschichte der Zauberkunst zu tun haben und warum Felix im Supermarkt schon einmal weißes Papier in Geldscheine verwandelt – darüber spricht er in dieser Folge von „Schüchtern bis nüchtern“ mit André Puchta. Und eines wird schnell klar: Felix Wohlfarth möchte sein Publikum nicht erschrecken oder mit lebensgefährlichen Stunts beeindrucken. Er möchte Menschen unterhalten, überraschen und ihnen für einen Moment das Gefühl geben, dass vielleicht doch nicht alles erklärbar ist.