Stell Dir vor, jemand bittet Dich um etwas – er lässt Dir allerdings keinen Entscheidungsspielraum.
Er lässt Dir keine Freiheit und engt Dich ein. Wenn Du nicht tust, was er erwartet, dann ist er enttäuscht und wütend auf Dich. Zwischen Mensch und Gott herrscht oft das gleiche Prinzip.
Gott handelt anders als erwartet = Gott ist doof = ich bin unzufrieden!
Sollten wir uns das so einfach machen? Haben wir das Recht dazu?
Hat Gott wirklich alle Freiheit zu tun und zu lassen, was er will?
Für uns Menschen ist Freiheit ein wertvolles Privileg. Für Gott erst Recht!
… sage ich aus vollster Überzeugung.
Ich bin der Meinung, wir sollten seine Grenzen akzeptieren. Wenn er "nein" sagt – unsere Bitten ablehnt – dann ist das sein Recht und seine Freiheit. Wer sind wir Menschen, dass wir Gott befehlen wollen, wie er wann zu handeln hat?
Meiner Ansicht nach, haben wir keinen Anspruch auf einen "lieben Gott"
– der nur das tut, was in unseren Augen "gut" und "richtig" ist.
Wenn Gott etwas tut, dann tut er das noch immer aus freiem Willen. Gott lässt sich nicht unter Druck setzen oder gar manipulieren. Diese Freiheit Gottes zu akzeptieren, fällt den meisten von uns schwer. Mir auch. In manchen Situationen ist das nur allzu verständlich … z.B. in Hiob's Situation.
Der hat so ziemlich alles Leid erlebt, was man nur erleben kann. Seine Kinder starben, er verlor alles Hab und Gut, wurde selbst schwer krank … und seine Frau fiel ihm auch noch in den Rücken, als er weiterhin auf Gott vertraute. Doch Hiob blieb dabei, er sagte:
"Der Herr hat mir alles gegeben und der Herr hat es mir wieder weggenommen.
Gelobt sei der Name des Herrn!« - Hiob 1,21b
Trotz allem, was passiert war, machte Hiob Gott nicht schlecht. Er verstand vieles nicht, doch er ließ Gott die Freiheit er selbst zu sein. Hiob vertraute und liebte Gott, selbst in den schlimmsten Zeiten seines Lebens. Was für ein starker Mann, oder?!
Natürlich war er wütend und enttäuscht, da nahm er selbst vor Gott kein Blatt vor den Mund. Er beschwerte sich lautstark! Doch gerade diese schonungslose Ehrlichkeit schien Gott an Hiob zu schätzen.
Im Kapitel 42 kannst Du lesen, wie Gott Hiob schließlich segnete! Es eine unglaubliche Geschichte und ich bin überzeugt, sie wäre anders ausgegangen, wenn Hiob Gott den Rücken gekehrt hätte.
Oder nehmen wir doch auch mal Jesus her. Du erinnerst Dich, als er kurz vor seiner Hinrichtung im Garten Gethsemane Gott unter Tränen anflehte, er möge den "Kelch des Leids" an ihm vorübergehen lassen?! - Lukas 22, 42
Gott sagte: "Nein." Und Jesus akzeptierte seine Entscheidung. Und so ging er als großer Retter in unsere Geschichte ein.
Was wäre gewesen, wenn Jesus' Gottes "Nein." nicht respektiert hätte?
Ein Wort von Jesus und alles wäre anders gelaufen.
Gott ist frei in seinem Denken und Handeln. Das sollte uns keine Angst machen, im Gegenteil. Zu wissen, dass er jede Entscheidung aus Liebe zu uns trifft, ist das Beste was es auf dieser Welt geben kann … und nicht zuletzt sind es doch gerade die schweren Zeiten, die uns zu starken Persönlichkeiten machen und das Vertrauen zu Gott stärken können.
"Er unterweist die Demütigen in dem, was gut und richtig ist, ja, gerade ihnen zeigt er seinen Weg."
- Psalm 25, 9
In diesem Sinne, sei fett gesegnet!
Deine Mandy