Am 16.01.2021 bekam ich (Magdalena, Schwester von Dominik) gegen Spätnachmittag einen Anruf, dass sich mein Bruder Dominik (24 Jahre) schwer verletzt hat und mit dem Hubschrauber auf dem Weg in die Unfallklinik Murnau ist. Meine Gedanken in diesem Moment: „NEIN bitte nicht! Wie geht es Dominik?“ Die Antwort bekam ich noch am selben Abend…
Dominik war mit Freunden an diesem besagten Tag (16.01.2021) auf den Bergen im Bereich der Durhalmer Almen unterwegs. Dort sprang er voller Lebensfreude und Spaß im tiefen Schnee, doch dann passierte es… Dominik schlug mit dem Kopf auf einem mit Schnee bedeckten Stein auf. Mit Hilfe der Bergwacht Bad Feilnbach und Unterstützung eines Rettungshubschraubers wurde er geborgen und sofort nach Murnau gebracht. Dieses Warten auf eine Auskunft, ein „Lebenszeichen“ von Dominik in Murnau war unerträglich. Nach vielen langen Minuten war die erste Info, dass sich Dominik den 6. Halswirbel gebrochen hat und er bereits auf dem Weg in den OP ist. Diese Zeit des Abwartens, des Ungewissen machte nicht nur mich völlig fertig. Sondern auch unsere kleinen Schwestern Maria-Theresa und Isabell, sowie auch unsere ganze Verwandtschaft. Sekunden kamen uns wie Stunden vor, bis endlich der erhoffte Anruf kam: „Dominik hat die 1. OP gut überstanden!“ Zwei Tage später durfte ich ENDLICH zu meinem lieben Dominik in die Klinik nach Murnau… Es riss mir den Boden unter den Füßen weg, meinen kleinen Bruder auf der Intensivstation mit so vielen angeschlossenen Geräten und Kabeln zu sehen. Und dann kam auch schon der niederschmetternde Zeitpunkt, wo wir erfuhren: „Dominik ist Querschnittsgelähmt!“ So und jetzt? Genau diese Frage stellen wir uns auch. Bisher sind viele Stunden, Tage und Wochen seit dem Unfall vergangen, aber diesen erneuten Schicksalsschlag „anzunehmen“ fällt uns allen sehr schwer.Warum ein erneuter Schicksalsschlag? Wir vier Geschwister haben unsere liebe Mama vor nun 6 Jahren auf eine tragische Art und Weise verloren. Weil das noch nicht reichte erkrankte unser lieber Papa vor 4 Jahren an Krebs. Diesen Kampf verlor er vor 2 Jahren… In dieser Zeit vom Kampf gegen den Krebs zeigte uns unser lieber Papa was Kämpfen und Stärke bedeutet. Er ist und bleibt ein riesen Vorbild für uns. Und jetzt heißt es für uns alle, aber vor allem für Dominik, wieder Kämpfen uns Stärke zu beweisen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Wie viele Schicksalsschläge kann eine Familie/ ein Mensch bekommen bzw. ertragen? Wann ist Zeit um alles sacken zu lassen und zu leben? Vor dem Unfall war Dominik trotz der vielen Schicksalsschläge, die ihm schon so viel Kraft und Überwindung gekostet haben, ein lebensfroher, offener, fleißiger und verantwortungsbewusster junger Mann. Mit viel Freude am Motorrad fahren, Holzarbeiten, Berg gehen und Welt entdecken mit seinen Freunden, die ihm immer schon uneingeschränkt zur Seite standen. Unser Leben wird in Zukunft auf jeden Fall anders aussehen. Dominik wird zukünftig auf viel Hilfe angewiesen sein, da er in seiner motorischen Bewegung sehr eingeschränkt ist. Das bedeutet dass die Motorik teilweise schon am dem 4. Halswirbel nicht mehr funktioniert. Dominik kann seine Arme anheben, leider bleibt die Fingerfunktion komplett aus. Das bedeutet er ist auf eine Rund um Pflege dauerhaft angewiesen. Durch diese Einschränkungen der Bewegung müssen wir viele Umbaumaßnahmen Zuhause vornehmen. Für Dominik wird eine behinderten-/rollstuhlgerechte Wohnung mit befahrbarer Dusche, unterfahrbarer Küche, gepflasterte Einfahrt,… gebaut.