
Sign up to save your podcasts
Or


Bereits in den 1970er Jahren entwickelte der Ökonom F. E. Schumacher die Idee der "Intermediate Technology". Im Gegensatz zur "High-Tech" wird nicht der Mensch von der Technologie beherrscht, sondern der Mensch arbeitet selbstbestimmt und sinnerfüllt. Die Wartungskompetenz lieg größtenteils bei den Anwender*innen, was die Produkt-Lebenszyklen deutlich verlängert. Unser baukulturelles Erbe repräsentiert die beste und dauerhafteste "Mittlere Technologie" in der nicht nur das Potenzial für einen Paradigmenwechsel im Bauwesen der Industriegesellschaften steckt. Im Gegensatz zu kurzlebigen und teuren Hightech-Systemen sind "Simple Smart Buildings" auf Basis mittlerer Technologien auch für breite Kreise der Weltbevölkerung realisierbar.
Historische Kastenfenster stehen noch immer in Verwendung, werden aber seit den 1980er Jahren vermehrt durch sogenannte Thermofenster aus Holz, Metall oder Kunststoff ersetzt. Als Hauptargument für den Fenstertausch wird neben der Haltbarkeit der Oberflächenbeschichtung vor allem der hohe Wärmedurchgang bei Kastenfenstern ins Treffen geführt. Dabei werden aber für diese historischen Fenster nicht Messergebnisse am realen Bestand, sondern in einer Norm festgelegte, fixe Ersatzwerte herangezogen, die allerdings das Zwei- bis Dreifache der Laborwerte der industriell gefertigten Thermofenster betragen. Um den tatsächlichen Wärmedurchgang bei Kastenfenstern bestimmen zu können, wurde in einem Forschungsprojekt die Entwicklung eines Messverfahrens in Angriff genommen, das an Ort und Stelle am realen Objekt einsetzbar ist. Dabei werden in ganzheitlicher Betrachtungsweise neben dem Fenster an sich auch die Bauanschlussfuge und das anschließende Mauerwerk, der sogenannte Leibungsbereich, betrachtet.
Links zu:
u-Wert
Kastenfenster, Literatur
Torfmoos
Mit dem Muster "Arkaden" beschreibt Christopher Alexander in seiner Mustersprache des Bauens die Qualitäten geschützter öffentlicher Räume. Mit Arkadengängen, die entlang von Straßen verlaufen, gelingt es einerseits den öffentlichen Straßenraum mit der Privatsphäre der Häuser und die Häuser untereinander zu verknüpfen und andererseits den Fußgänger*innen einen attraktiven, geschützten Bereich zu bieten.
Coverfoto von Richard Huber - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
Smart Buildings müssen nicht mit hochkomplexen und damit störungsanfälligen technischen Systemen ausgestattet sein, deren Lebenszyklen durch den raschen Technologiewandel auf wenige Jahre reduziert sind. Smart ist ein Gebäude dann, wenn es ohne weiteres Zutun einfach lange und gut funktioniert. Aus lokal vorhandenen Baustoffen entwickelten sich resiliente Baukonstruktionen und Gebäudetypen, welche Jahrhunderte überdauert haben und gerade deshalb immer noch eine hohe Nutzungsqualität bieten.
From the publisher's feed