
Sign up to save your podcasts
Or


Am Freitag, dem 18. Februar hatten wir Michael Kemkes von InnoZent-OWL live im Social Media Schnack zu Gast. Im Livestream gab Michael uns einen umfassenden Einblick über die unterschiedlichen Möglichkeiten für KMUs Fördermittel und Zuschüsse zielgerichtet einzusetzen und zu verwenden.
Zunächst sprachen wir über die Hintergründe, Quellen und Grundlagen, auf denen die verschiedenen Programme aufbauen und was unsere Zuhörer von diesen Programmen haben und eventuell für sich nutzen können. Hierbei wurde schnell deutlich, dass die Definition KMU mehr Unternehmen einschließt, als ausschließt und dass es neben zahlreichen EU-Programmen ebenso viele unterschiedliche Programme auf Bundes- und Landesebene gibt, die in ihrer Vielfalt kaum umfassend zu überblicken sind.
Anhand von einigen Beispielen haben wir dann einen näheren Blick auf aktuelle Programme aus den Bereichen Innovation, Beratung und Fort- und Weiterbildung geworfen. Hierbei gab Michael auch ganz konkrete Hinweise auf Ansprechpartner, die bei den ersten Schritten helfen und unterstützen können. Abschließend diskutierten wir noch über die Vorbereitung einer eigenen Roadmap, um das Thema „Fördermittel und Zuschüsse“ bei der strategischen Unternehmensplanung dauerhaft mit auf die Agenda zu setzen.
Danke für den anregenden Talk, die gelungene Aufbereitung eines komplexen Themas und die Hands-On-Tipps für die ersten Schritte, Michael. Das setzen wir bei Gelegenheit gern fort!
Der Beitrag Im Gespräch mit Michael Kemkes, Innozent OWL e.V. zu Fördermitteln und Subventionen erschien zuerst auf Social Media Schnack.
Gleich zu Beginn von Covid-19 machte Johannes sich auf und zog – fast ungeplant – von München nach Hamburg. Dort ist er geblieben, fühlt sich angekommen und agiert dort aus als Fotograf und WordPress-Berater.
Wir beide kennen Johannes Mairhofer schon aus seiner aktiven Zeit in München. Im Schnack geht es um den Wechsel in den Norden, ganz neue Perspektiven der Porträtfotografie, das Leben und Arbeiten als Angestellter und Freelancer in und mit der Pandemie und seine ganz besondere Vorliebe für Twitter.
Thorsten Ising: Twitter ist für ihn eine der interessantesten Plattformen und Möglichkeiten im sozialen Web und hat ihn sogar von München aus nach Hamburg geführt. Heute zu Gast im Social Media Schnack Johannes Mairhofer. Fotograf, WordPressler und vieles, vieles mehr mit interessanten Projekten. Und wir haben auch eine gemeinsame Vergangenheit.
Thorsten Ising: Heute tingeln wir ein wenig zwischen Hamburg und München, zumindest gedanklich und zwischen Fotografie, Social Media, Kommunikation, WordPress und alles, was der gute Mann zu bieten hat. Frank, schon gespannt?
Frank Michna: Ja, wie verrückt, weil ich hatte diesen Wechsel von München nach Hamburg gar nicht mitgekriegt, von einer Metropolregion in die andere. Deshalb bin ich ganz gespanntauf die Geschichte dahinter und auf alles, was ich so in der Zwischenzeit ergeben hat. Denn das letzte Mal habe ich unseren Gast gesehen in München bei einer nicht ganz unbekannten PR-Agentur.
Thorsten Ising: So ist es. Zusammen mit Pia Kleine Wieskamp. Und mit unserem heutigen Gast Johannes Mayerhofer habe ich in der Vergangenheit mehrfach, ich glaube zweimal war es mindestens den Nico Blogger gemacht. Das war eine kleine Veranstaltung, wo wir mit unterschiedlichen Vorträgen bei Hotwire-PR gesessen haben, die uns freundlicherweise den Raum zur Verfügung gestellt haben und wir dort ein paar Menschen mit interessanten Informationen versorgen konnten und einen netten Abend hatten und der es heute auch hier: Nämlich der Johannes Mayerhofer, eben ehemals aus München, heute sitzend in Hamburg. Warum das so passiert ist und wie das Ganze da überhaupt zustande gekommen ist, darüber werden wir plaudern. Johannes ist Fotograf, beschäftigt sich viel mit dem Thema Weiterbildung und Know-how, Weitergabe und Wissenstransfer. Auch WordPress ist durchaus eins seiner Steckenpferde und etwas, womit er Geld verdient. Und er ist jemand, der zusätzlich dazu noch ein paar interessante Projekte hat. Darüber plaudern wir. Hallo Johannes.
Johannes Mairhofer: Hi Thorsten, moin Frank, heute ohne Nikolausmütze wie damals bei Hotwire. Ja, das stimmt, es war wirklich ein schöner Abend.
Thorsten Ising: Das stimmt mehrfach sogar. Wir hatten das ja mindestens zweimal.
Frank Michna: Ich war zweimal dabei. Da kann ich mich daran erinnern. Genau.
Thorsten Ising: Wird mal wieder Zeit, diesmal in Hamburg. Was hat dich nach Hamburg verschlagen, Johannes?
Johannes Mairhofer: Also ganz ehrlich zieht es mir schon lange an. Ich war die letzten Jahre immer wieder hier. Ich hatte ein paar Kunden hier und Kundinnen und Freunde, Familie auch zum Teil. Und ich war so viermal im Jahr da und es hat sich immer gut angefühlt und immer mehr auch wie so ein bisschen zweite Heimat irgendwie. Und dann habe ich vor zwei Jahren, als die Pandemie losging, eine Kundin hier gehabt in Hamburg, die Katja Diehl, die hat ein WordPress Training bekommt per Zoom. Dann hat sie, wie man halt so plaudert, erzählt, ich finde Hamburg toll und ja sie so: Ich wohne hier. Ich habe so ein Zimmer, was ich ab und zu vermiete. Komm doch mal vorbei. Wie man das halt so sagt, wenn man nett ist und plaudert. Und kurz danach ist mir die Decke auf den Kopf gefallen in meiner kleinen Wohnung in München und ich habe Katja angerufen, hab gesagt, hey Katja, dein kein Angebot, wenn es ernst gemeint war, ich würde kommen. Und sie hat gesagt: Äh, ja, wann denn? Und ich habe gesagt: Ja, morgen wäre cool. Da dann hat sie gesagt: Okay, komm, mach mal! Aber ich habe dann noch ein bisschen abgeklärt, ob wir so ähnlich ticken mit Corona. Da war ja gerade noch alles offen. Keiner wusste irgendwas, wie wir damit umgehen und wir haben gemerkt, dass wir da ähnlich ticken und ähnlich vorsichtig sind. Ja, da bin ich kurz danach wirklich zwei Tage später nach Hamburg gefahren. War komplett allein im Zug, auch sehr interessant und wollte eigentlich eine Woche bleiben, um mal bisschen Auszeit aus München zu haben und andere Impulse, andere Gedanken mitnehmen. Ja, und wir haben uns gut verstanden. Aus der Woche wurden zwei Wochen, dann wurde ein Monat draus und es wurde immer besser. Und irgendwie haben wir uns halt gut verstanden. Wir waren beide ganz froh, dass wir uns haben und weil wir sonst mit Kontakten sehr vorsichtig waren. Und wir wussten, dass wir beide jeweils auch so sind. Und dann wurde da so eine temporäre WG draus. Und dann bin ich dann ein Jahr geblieben, hab irgendwann meine Wohnung in München gekündigt, weil ich dachte, der Quatsch ist viel zu teuer, beides zu haben und ich will eh hier ankommen. Ich habe diese Chance dann genutzt, die sich dadurch ergeben hat. Und jetzt bin ich doch schon wie die Pandemie zwei Jahre in Hamburg.
Thorsten Ising: Deutschlands schönste Stadt, absolut. Wie kam der Kontakt an sich zustande? Ich habe es am Rande irgendwie als eine Twitter-Geschichte aufgefasst.
Johannes Mairhofer: Ja, Twitter ist ohnehin mein absolutes Lieblingsnetzwerk. Sie ist mir gefolgt, ich bin ihr irgendwann zurückgefolgt durch eine Empfehlung. Und dann hat sie irgendwann gesagt. Kennt jemand, jemanden, der WordPress kann? Ich will meine Webseite selber pflegen. Und ich habe es zufällig gesehen und habe gesagt Ja, hier kann ich. Und so kam das.
Thorsten Ising: Du nutzt Twitter exzessiv?
Johannes Mairhofer: Alles ganz aktuell bin ich ein bisschen weniger da, weil es mir zu sehr Pandemie thematisch ist, aber insgesamt ist es mein absolutes Lieblingsnetzwerk. Hab wirklich über Twitter, Hallo Hamburg habe ich Twitter zu verdanken diesen Move, ich habe viele Kunden und Kundinnen über Twitter bekommen. Eine kurze, intensive Beziehungen, Freunde, Erlebnisse. Ich habe Twitter sehr, sehr viel zu verdanken. Ich glaube wir beide, Thorsten kennen uns auch über Twitter am Ende über die Pia auch. Aber irgendwie war Twitter da auch ein Thema. Ja, es ist mein absoluter, absoluter Favorit, was Social Media angeht. Ich nutzte es nicht nur, das ist vielleicht der Hintergrund, ich nutze es nicht nur um zu erzählen, wie toll ich bin, sondern auch mache auch ganz viel Quatsch und folge anderen und tausche mich aus. ich glaube beides, weil man da nicht so gezwungen wirkt, es ergibt sich auch einfach viel nebenbei.
Frank Michna: Die Kürze macht es aus, mir geht das ähnlich und es ist sehr überschaubar, man ist schnell wieder drin und es ist ein leichtes Format, was Spaß macht.
Johannes Mairhofer: Ja und vor allem ist auch toll, dass man zumindest noch den Algorithmus nicht ausklinken kann, aber man kann sich die Timeline anzeigen lassen. Nicht in hierarchischer, sondern in chronologische Reihenfolge und sieht halt Tweets von Leuten, denen ich folge. Und das finde ich bei anderen Netzwerken halt nicht so.
Thorsten Ising: Ja, vor allen Dingen muss du eben nicht die ganze Zeit dabei sein. Du musst keine Threads verfolgen, du bekommst recht übersichtlich und schnell mit, wie da Unterhaltungen funktionieren und das ist schon ein cooles Ding. Leider nicht für alle, warum auch immer. Also ganz viele, die Twitter an sich nicht verstehen und auch die Nutzung haben das nie so richtig angenommen. Aber für mich ist Twitter ebenfalls extrem cool.
Johannes Mairhofer: Und man merkt im Moment, dass die da total viel machen, die bauen. Man kann jetzt Themen folgen, ich weiß jetzt gar nicht was noch alles. Aber in letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass die viele, viele Tools reingeben. Die Storys sind ja wieder weg, die Räume, also die Sprechräume, die sie aufgemacht haben. Du Thorsten bist ja auch so ein Listen-Fan, das finde ich auch super!
Thorsten Ising: Ich war früher tatsächlich mal ein bisschen mehr Listenfan. Heute nutze ich das eher weniger, aber beim Lesen durchaus noch. Aber ich habe nur noch zwei große Listen, die mich interessieren und das sind: Fachlich interessant und gern gelesen. Und jeder, der es da nicht reinschafft, wird relativ selten gesehen.
Johannes Mairhofer: Aber du liest die normale Timeline dann gar nicht mehr?
Thorsten Ising: So gut wie nicht, also mobil schon, aber ansonsten habe ich das Tweetdeck offen und da ist dann alles über Spalten gesteuert und in den Spalten sind unter anderem diese beiden Listen. Das geht dann einfach schneller. Und dadurch, dass ich ja noch ein paar Netzwerke mehr bediene wie du, da du ja bei einigen Netzwerken einfach nicht mehr mitspielen möchtest. Ich muss mir meine Zeit halt einteilen. Ein Beispiel Du bist von Facebook weggegangen, warum?
Johannes Mairhofer: Ich bin tatsächlich von Facebook gegangen. Das war auch vor eineinhalb Jahren. Es war ja schon länger, aber damals ganz intensiv, da war irgendein Skandal mit Datenschutz und Facebook hat wieder Sachen und Daten missbraucht und immer, immer mehr wurde mir klarer, dass ich mega Facebook süchtig war. Das war genau wie bei Twitter. Den ganzen Tag lief das mit und ich habe immer rumgelesen und viel Zeit verdaddelt und dachte mir, irgendwie ist es doch ein Mist, dass ich da so viel Zeit investiere und die ganzen Daten verschenke und mich so abhängig mache. Und habe dann gedacht, ich bin auch ein Fan von Experimenten und Selbsttests und so. Und hab gedacht, ich guck mal, ob ich mich wirklich von Facebook und was damit zusammenhängt, auch Instagram und WhatsApp lösen kann. WhatsApp hat am meisten wehgetan, weil ich halt die meiste Kommunikation über WhatsApp gemacht habe. Also SMS gab es gar nicht mehr. Signal hatte ich noch nicht und das war mein Haupt-Chat-Medium. Ich habe es auch ein bisschen angekündigt und den Leuten geschrieben: Ich bin dann bald weg und habe eine 3 – 4 Monate lange Übergangsphase gemacht. Aber danach habe ich alles gekündigt. Dann ist Facebook ja noch mal so, dass sie sagen: Hey, überleg es dir noch mal besser, wir warten mal einen Monat, dann kannst du noch mal reaktivieren und so haben sie es einem auch nicht so leicht gemacht. Aber mittlerweile bin ich echt froh, dass ich zumindest da nicht mehr mitspielen muss in Anführungszeichen. Und ich vermisse es auch nicht mehr. WhatsApp auch nicht mehr, weil irgendwann, ein halbes Jahr später kam wieder der nächste Skandal und das war dann die Zeit von Signal. Da sind wahnsinnig viele zu Signal gewechselt, auch von meinen Leuten und die, mit denen ich ohnehin keinen Kontakt mehr habe, die vermisse ich irgendwie auch nicht. Dann merkt man auch, die waren dann nicht so wichtig für mich.
Thorsten Ising: Oh, da würde ich jetzt gern noch mal einhaken, wenn man darüber redet, dass wahnsinnig viele zu Signal gegangen sind. Ich habe letztens mal tatsächlich Signal bei mir installiert und sehe, das aus meinem normalen Kontaktkreis gerade mal etwa 10 % da sind. Also von wahnsinnig viel würde ich jetzt mal in der Gegenprobe nicht unbedingt sprechen.
Johannes Mairhofer: Ja, das liegt vielleicht auch an den Kontakten, die man hat oder dass manche ihre Telefone noch nicht synchronisiert haben und man das erst merkt, wenn man sie bewusst anschreibt. Weiß ich nicht, warum es bei dir so ist, bei mir waren es gefühlt die meisten, mit denen ich in regem Kontakt war. Und manche habe ich dann noch nachgeholt, die gesagt haben: Hey, jetzt kann ich dir gar nicht mehr schreiben, die waren genervt.
Thorsten Ising: Das ist ja auch der Grund, warum so wenig Menschen tatsächlich wechseln, weil so viele der Kontakte innerhalb der Facebook-Welt halt auch sind und innerhalb von nur WhatsApp-Welt sind. Und wenn man es jetzt nicht mehr machen würde, dann ist es plötzlich nicht mehr so, dass man dazugehört. Also ich war ganz lange Zeit, ich habe mir vor zwei Jahren oder drei Jahren, erst WhatsApp wieder installiert und das auch nur aus dem Kundenwunsch heraus, weil ich für den Kunden etwas ausprobieren musste. Vorher habe ich WhatsApp eben nicht bedient. Es gehört jetzt irgendwie dazu. Aber tatsächlich meine meiste Kommunikation läuft mit der Familie darüber und ich hasse es wie die Pest, wenn mich ein Kunde über WhatsApp anschreibt. Den verweise ich dezent auf den E-Mail-Weg und da kann er vernünftig oder sie mit mir kommunizieren. Per WhatsApp finde ich unsäglich.
Johannes Mairhofer: Die Gruppen waren ja somit das Furchtbarste an WhatsApp, wo man dauernd in Gruppen reingezogen wurde. Und man konnte auch nicht sagen: Ich möchte nicht in Gruppen. Das ging damals noch nicht, dass man das alles erst bestätigen muss oder so. Meine Familie ist bei Threema, mein Bruder ist noch Datenschutz affiner als ich. Das nervt mich tatsächlich auch, weil das ist für ich auch unkomfortabel. Ja, aber ist Signal ist ihm auch so zu unfreundlich und wir anderen gehen den Weg mit ihm.
Frank Michna: Ja, ich sehe WhatsApp also auch tatsächlich im privaten Bereich und wir nutzen es im privaten Bereich. Ist halt ganz nett, um Oma und Opa und die Nichte und alle anderen mal eben in einem Bereich zu sammeln, um sich auszutauschen. Ich kann dich verstehen, wenn du sagst: Ja, ich habe der ganzen Facebook-Welt den Rücken gewandt. Ich finde es dann immer schade, wenn der ein oder andere sich verabschiedet, weil man einen Kontakt mehr verliert. Aber wie gesagt, für mich ist auch so oder so. Wir haben halt viele Kunden, die da unterwegs sind. Wir beraten da viel. Dann bist du halt dabei. Wobei ich mittlerweile meinen Liebling wirklich ausgemacht habe: Bei Twitter – das ist so!
Thorsten Ising: Ja, Johannes, aber wenn du Fotos machst und Fotograf bist und ohne Instagram fehlt der eine nach draußen oftmals sehr prominent in die hohe Höhe gehobene Plattform zur Präsentation deiner Werke,
Johannes Mairhofer: Du, ich habe das heute auch mit einer Kundin, ich weiß nicht, ob du Anna Kuczynski kennst? Wir machen gerade einen Kurs, bei dem ich gerade mitmache. Und da haben auch darüber gesprochen, auf welchen Netzwerken man so präsent ist, was einem hilft und so. Eigentlich kamen wir auf den Tenor oder auf den gemeinsamen Nenner, dass ein Netzwerk nur sinnvoll ist, wenn man da Bock drauf hat. Vielleicht wäre Instagram voll mein Ding. Ich habe es auch wirklich mal ausprobiert, ob ich da reinkomme. Aber es nervt mich – ich habe mich dann auch so gezwungen gefühlt. Ich habe mir gedacht, okay, ich muss jede Woche zweimal ein Bild posten und hatte aber gar keinen Bock drauf, hab mir überlegt, was schreibe ich und so. Das hat mich so genervt, dass ich irgendwann gesagt habe, wieso geißel nicht so und wieso zwinge ich mich zu etwas, was mir gar keinen Spaß macht? Das merkt man ja auch als Follower, dass das nicht authentisch ist und ich glaube, deswegen funktioniert für mich Twitter, weil ich halt mega Bock drauf hab.
Frank Michna: Aber Twitter ist dann auch für dich, Johannes, das Netzwerk, wo du das als Fotograf arbeitest oder gibt es da noch was anderes, wo du sagst, das nutze ich parallel und da sehe ich das eher in der bildlichen Darstellungen, in der Veröffentlichung von Bildern und Dingen, die ich tue!
Johannes Mairhofer: Ich sehe Twitter tatsächlich nicht als Marketing-Netzwerk. Ich glaub das deswegen, aber umgekehrt da rieseln jetzt nicht tausend Aufträge jeden Tag rein, aber ich bekomme auch Jobs über Twitter. Vielleicht würden es mehr, wenn ich da noch ein bisschen seriöser wäre. Aber ich bin halt voll. Ich schreibe auch mal einen Quatsch oder etwas, was ich total witzig finde, meine Follower finden das manchmal nicht. Und beömmel mich dann über meine eigenen Tweets. Es macht mir einfach wahnsinnig Spaß und natürlich poste ich mal ein Bild oder so. Und jetzt habe ich, das war auch ein geiles Twitter Ding. Ich habe letztes Jahr ich eine Radtour gemacht – eine kleine Strecke von München nach Hamburg. Und habe über Twitter auch ein bisschen berichtet, wo ich bin und so. Da sind auch Leute dann angesprungen, die haben gesagt: Hey cool, morgen bist du in Würzburg bis Kitzingen, fahre ich mal mit. Ich habe dann wirklich Mitfahrer: innen gefunden und kennengelernt. Das war super cool.
Thorsten Ising: Coole Sache, wenn wir über dich als Person reden, die kommunikativ nach draußen treten muss, weil sie auf einer gewissen Art und Weise selbstständig ist, bist du nicht mehr vollständig selbstständig. Richtig?
Johannes Mairhofer: Richtig, ich habe vor fünf Jahren oder so diesen Mittelweg für mich entdeckt, dass ich einfach gerne ich Grundeinkommen für mich habe, durch einen Job, der mir aber auch Spaß macht. Ich würde jetzt nicht irgendwas machen, wo ich gar kein Bock hab, sondern es muss mir auch Freude machen, wo ich mich einfach regelmäßig mit finanziere. Die Miete, Kühlschrank und alles, was man sonst so braucht, ist abgesichert. Die restliche Zeit, das ist wirklich meistens 50:50, ist für meine Freiberuflichkeit und die freien Projekte. Ich habe ja ein paar Ehrenamtsthemen, die ich machen will und das kann ich mir auch nur leisten, weil ich weiß, dass meine Miete safe ist und ich nicht von der Selbstständigkeit allein abhängig bin, sondern mich auch mal einen Monat um so ein Projekt kümmern kann. Das ist vielleicht auch eine Altersfrage, denn als ich mich selbstständig gemacht habe, wollte ich das gar nicht. Ich war fünf oder sechs Jahre voll selbstständig und dann kam eben diese Klarheit, dass das Meinen mein Ding ist.
Thorsten Ising: Ja, das ist ja auch sehr vernünftig und hat ja durchaus auch was mit Kostenverteilung und Effizienz von Kosten, Minimierung und Kosten bzw. Umsatz Maximierung zu tun, das ist ja ganz nett, wenn man sich nicht mehr zum Beispiel um solche Sachen wie Krankenkassenbeiträge kümmern muss.
Johannes Mairhofer: Das stimmt und unter uns dreien gesagt, ist es ganz nett, weil ich weiß nicht, als ich voll freiberuflich war, habe ich auch manche Aufträge angenommen für irgendwelche Foto Events, die ich nicht hätte machen dürfen, weil ich da viel zu wenig verdient habe oder sogar nur so ein „Mach doch mal, wir sind doch eine tolle Referenz Ding“. Das kennen die meisten, wenn wir in die Freiberuflichkeit starten und durch dieses Grundeinkommen kann ich halt auch mal guten Gewissens sagen: Nee Leute, ich lasse mich ja nicht veräppeln und den Quatsch mache ich nicht mit. Es gibt mir tatsächlich auch ein viel besseres Auftreten vor meinen freiberuflichen Kunden, weil ich, ich sage es mal bisschen salopper, nicht jeden Mist machen muss.
Frank Michna: Ich glaube aber, das hat auch mit dem Alter und mit der Erfahrung zu tun. Ich bin da sehr nah bei dir. Man kommt irgendwann in die Situation, ich sage das ganz gerne auch zu Torsten, wo man lieber auch einem Kunden, der anfragt, sagt: Das ist der Moment, wo ich lieber zu Hause bleibe, vielleicht die Beine auf den Tisch lege. Da habe ich dann mehr von, als wenn ich Geld verbrenne. Aber ich glaube, es braucht eine gewisse Reife, ein gewisses Alter und auch den Mut, das zu machen. Und natürlich ist das schöner, das kann ich auch nachvollziehen, wenn man sagt, man hat das mit einer gewissen Basis abgedeckt. Man kann dann doch etwas wählerischer sein bei den eigenen Projekten und das finde ich klasse, wenn man das macht. Ja, du hast den Fokus auf der Portrait Fotografie?
Johannes Mairhofer: Ja und das vielleicht noch mal dazu eingehakt, weil das Schöne ist ja auch für die Kunden, wo wir dann zusammenkommen. Die wissen auch, dass ich total Bock habe auf das Projekt und das merkt man gerade bei den Fotos auch glaube ich sehr stark, ob der Fotograf oder die Fotografin da dahintersteht und Lust hat oder ob es nur so ein Brot und Butter Ding ist, wo man gar nicht dahinterstehen kann. Ja genau, ich habe Porträts als meinen Fokus und habe bis jetzt gerade in Corona Zeiten auf draußen verlagert. Ich habe meine Bildsprache und die Fotografiktechniken ein bisschen angepasst, damit man mit 2 Meter Abstand und Maske und allem, was man damals brauchte, als es losging trotzdem umsetzen kann. Ich habe Euch das auch mal geschickt, weiß nicht, ob ihr mal reingeguckt habt.
Frank Michna: Das ist die Geschichte mit dem Schlagwort „Zwei Meter Abstand“, mit dem du unterwegs bist. Genau, ja und das ganze dann ja nach draußen verlagerst da wie gesagt, du hier eine eigene Bildsprache einsetzt und die Leute sehr gut abholst und auch das Thema Porträt sehr interessant damit spielst, es ist also noch mal eine Alternative.
Johannes Mairhofer: Ich glaube die Bildsprache, die muss ich als Fotograf immer irgendwie entwickeln. In meinem Fall war es halt auch Corona der Booster, das ein bisschen anzupassen und die Umgebung, die dann sich draußen ergibt, dass man zum Beispiel mal zum Beispiel einen Ast oder irgendwas, was er halt naturgegeben da ist, als Rahmen in das Bild einbaut. So ergeben sich ganz neue Möglichkeiten und Ideen, die man so im Studio gar nicht so hat, weil man sie halt nicht sieht, weil sie einfach nicht da sind.
Thorsten Ising: Das ist aber nicht ein einziges Projekt, du hast gerade noch von einem aktuellen Projekt gesprochen, da reden wir auch ganz gerne drüber. Erzählst du vielleicht in einem Atemzug jetzt mal über das neue Projekt, aber vielleicht auch mal ein paar Worte zu: Ein Auge ist genug.
Johannes Mairhofer: „Ein Auge ist genug“, ja also die Zuhörer innen sehen es nicht, aber ihr, die mich kennen, wisst, ich habe tatsächlich sehe ich nur auf einem Auge. Und da gab es mal eine Slideshow dazu wird, die mal ganz früher ein alter Kollege gemacht hat und der mich auf diesen Namen „Ein Auge genug“ gebracht hat, weils einfach zu mir passt. Ich hab dann auch direkt, da kam dann doch der Marketing-Geist in mir auf, hab die „Ein Auge ist genug“ .com-Adresse gesichert und die verlinkt jetzt auf meine Bilder. Der Ansatz ist, dass ich quasi die Umgebung wie die Kamera sehe und die ja auch nur mit einem Auge guckt. Lustigerweise haben mich früher auch oft, als das noch nicht so bekannt war, die Leuten gefragt: Hey, kannst du überhaupt fotografieren? Du siehst ja nur mit einem Auge. Dann habe ich immer gesagt: Guck doch mal meine Kolleginnen an, wenn die fotografieren, wie machen die das denn? Die schauen ja auch nicht mit zwei Augen in die Kamera rein. Das war dann immer auch so ein kleiner Aufheiterer und man ist gleich in einer lockeren Stimmung irgendwie.
Thorsten Ising: Du bist in Hamburg, Hamburg groß und Hamburg birgt einiges an Wettbewerb. Wir hatten letztens erst Malte Klauck, auch ein Podcast-Fotograf in Hamburg.
Johannes Mairhofer: Malte ist mein Nachbar. Ich kenne den, wir sehen uns einmal die Woche. Ich hatte ihn auch darauf angesprochen und da schließt sich der Kreis, das wir uns da begegnet sind.
Thorsten Ising: Sehr schön, Malte ist ein dufter Kerl, den mag ich!
Thorsten Ising: Als ich in Hamburg gekommen bin, habe ich mit BOL angefangen und mein Ziel war eben ein Netzwerkaufbau. Da wurde mir der Malte damals empfohlen und wir haben uns ein bisschen unterhalten, auch über Twitter übrigens hat es angefangen und dann haben wir uns getroffen, ein Bierchen trinken und so. Jetzt hat er mir auch sogar mit der Wohnung geholfen und allein durch seinen Namen, dass man ihn da nennt, hat schon den Fuß in der Tür.
Thorsten Ising: Großartig. Wie ist das mit dem Konkurrenzverhältnis und dem Wettbewerb in Hamburg für dich? Also kommst du gut an Kunden lokal oder profitierst du von deinem eher bundesweiten Netzwerk?
Johannes Mairhofer: Beides. Ich finde auch diesen Konkurrenz-Begriff bei Fotografinnen immer ein bisschen, na ja. Das kann man so sehen, aber ich sehe es eher als Kolleginnen oder Mitbewerberinnen, weil ich mit vielen von ihnen auch in einem Vereinen wie Freelance, zum Beispiel mit vielen bin ich im Austausch, man hilft sich gegenseitig. Man assetiert sich auch mal oder gibt sich Anfragen weiter. Die wenigsten, die ich kenne, machen alles. Einer macht Porträt, einer macht Events, der nächste Hochzeiten. Da empfiehlt man sich eigentlich eher gegenseitig, als sich Augen auszustechen. Zumindest in meiner Bubble.
Thorsten Ising: Ja, sinnvoll ist das ja in jedem Fall. Also ich bin auch ein großer Freund davon. Frank, wir arbeiten seit vielen, vielen Jahren unter dem Prinzip. Wir machen Dinge lieber zusammen und da gibt es wenig, wenig Wettbewerbsgedanken und die Leute sollen wegen uns und der Kompetenz kommen und nicht, weil wir den billigsten Preis machen.
Johannes Mairhofer: Ja und genauso ist es auch. Fotografie ist ja sehr emotional, denn da muss man harmonieren und einen Match haben. Ich mache immer Vorgespräche, per Zoom oder wenn jetzt nicht gerade Pandmie ist, beim Kaffee oder am Telefon. Da merkt man schon, passt man zusammen. Wenn der Kunde oder die Kundin dann Vertrauen hat, dann passt man. Und wenn man nicht passt, passt man nicht. Das finde ich auch nicht schlimm. Bei mir ist das schöne, ich habe ja noch diesen WordPress Ausgleich, der mich auch nach Hamburg gebracht hat. Irgendwie. Und irgendwas passiert immer.
Frank Michna: Und wenn, wenn du es nicht, wenn es nicht Fotografie ist, dann begrenzt du und unterstützt im Bereich WordPress. Da haben wir gleich das nächste Thema.
Johannes Mairhofer: Mir wird schnell langweilig, das habt ihr, glaube ich, schon herausgehört. Ich brauche mehrere Impulse und gerade WordPress ist sehr technisch. Fotografie ist ja kreativ. Diese Abwechslung finde ich total super und die ergänzt sich auch. Man kann ja dem Kunden, der Kundin bei ihrer Webseite helfen und dann auch gleich noch die Fotos dazu liefern. Super gegenseitige Ergänzung. Gerade in der Pandemie ist dieses WordPress-Thema total gut angekommen, weil man es halt digital machen kann. So wie wir ja auch den Podcast aufnehmen. Ich weiß gar nicht. Frank wo sitzt du denn? Bist du noch in München?
Frank Michna: Nein, ich sitze in Bad Oeynhausen. Also bitte tiefstes Ostwestfalen, 70 km von Thorsten entfernt, aber immer in der Pandemie mit dem unglaublich smarten Vorteil, den wir auch mittlerweile haben, dass wir nicht mehr so viel fahren müssen. Da leidet der ein oder andere Whisky zwischendurch natürlich, aber ansonsten mit den Vorteilen, die wir alle haben, sich mal eben schnell auszutauschen. Aber ansonsten auch mitten in Ostwestfalen, aber dann auch in ganz Deutschland unterwegs. Wenn wir dürfen, das hat sich ja auch alles sehr stark verschoben.
Thorsten Ising: Jetzt muss ich einmal ganz kurz korrigierend eingreifen. Selbstverständlich sind wir nicht Auto gefahren und haben Whisky dabei getrunken? Nicht, dass das falsch rübergekommen ist. Sondern das mit dem Whisky trinken leidet, weil wir uns so selten sehen, in Persona und leider Gottes auch die Veranstaltung nicht mehr so stattfinden wie früher.
Frank Michna: Das hat er gut eingefangen jetzt, sehr gut.
Johannes Mairhofer: Für die Krise war es auf jeden Fall super, das per digitalem Zoom oder wie auch immer umsetzen zu können.
Thorsten Ising: Das heißt, wenn du solche Dinge heute im Digitalen machst, ist das eigentlich auch überhaupt gar keine Frage wert, um zu fragen: Was hat das Netzwerken in Hamburg und München vielleicht für Unterschiede? Weil sich sowieso alles in den digitalen Netzwerken bewegt im Moment für dich.
Johannes Mairhofer: Also was ich da ein bisschen schade finde, ist das die Netzwerke, wo wir uns ja dann lokal kennengelernt haben in München, die gibt es hier zwar auch. Das sind Veranstaltungen wie Twetwochs oder Blogger-Stammtische oder Meetups. Ich habe total Bock darauf langsam wieder dahinzugehen, bin aber gleichzeitig noch sehr vorsichtig. Die fangen jetzt langsam wieder an, auch bei Xing gibt es da ein paar coole Gruppen, die sich jetzt wieder raustrauen und so. Ich bin aber noch so ein bisschen coronavorsichtig und tue mich noch nicht so leicht, da hinzugehen. Ich freue mich, aber hoffe, dass es im Sommer dann geht und kann dann gerne noch mal kommen und berichten ob es da Unterschiede gibt. Im Lokalen, ich kenne das Barcamp Hamburg zum Beispiel, da war ich vor der Pandemie als Gast -mega gut. Da war der Unterschied nur, dass es noch viel mehr zu essen gab als in München. Also in München haben wir das Barcamp München organisiert. Da gab es eine Mittagspause, wo man gegessen hat und da war keine Session. In Hamburg gibt es die ganze Zeit Essen und die ganze Zeit Sessions und man isst halt eigentlich immer.
Thorsten Ising: In Hamburg waren wir auch ein paar Mal dabei, auch unterstützend und in München habe ich nur unterstützt. War leider nie da.
Johannes Mairhofer: Ach ja, stimmt, da hast du uns ja ein tolles Supporter Ticket gesponsert, als wir es organisiert haben. Ich denke aber, die Netzwerk-Menschen, die ticken ja trotzdem ähnlich. Ich glaube nicht, dass da die wahnsinnig großen Unterschiede kommen werden, aber ich berichte euch dann.
Thorsten Ising: Wie geht es denn weiter für dich aktuell? Also ist das im Moment eher so dahinplätschern und gucken und hoffen, dass es irgendwann einfach angenehmer wird, mit der Gesamtsituation, die da draußen gerade herrscht. Oder ist Aufbruchstimmung und du planst neue Dinge? Hast Du viele Sachen in der Pipeline, wo du jetzt voller Tatendrang unabhängig von der Corona-Situation rangehst?
Johannes Mairhofer: Ja, witzigerweise kommt so langsam so ein Tatendrang auf. Ich habe jetzt im November angefangen, mit dem Herbst war da so ein bisschen dahinplätschern angesagt. War auch mal okay, hier in der neuen Wohnung ankommen und so. Aber jetzt so langsam habe ich wieder Bock rauszugehen. Wir haben hier auch tatsächlich gestern 9 Grad gehabt. Also, hier ist der Frühling. Die Zahlen sinken auch ich bin zuversichtlich, dass der Frühling und Sommer cool wird. Dann will ich auf jeden Fall rausgehen auf echte Treffen. Mein Netzwerk weiter ausbauen, auch im realen Fotos machen wieder verstärkt. Im letzten halben Jahr war eher das WordPress-Thema aktuell, weil die Jahreszeit und Corona halt, da war. Aber da will ich auf jeden Fall die Waage wieder ein bisschen Richtung Fotos kippen. Und sonst bin ich total gespannt, du kennst mich ja, irgendwas finde ich immer was sich Neues auftut.
Frank Michna: Ja und wenn du dich an die Hamburger Temperaturen gewöhnst, da ist ja dann eigentlich schon ab 6 Grad und ohne Regen Frühling und fast Sommer. Das ist in München ja ein bisschen anders. Dann geht das bei dir sowieso ja wesentlich früher los.
Johannes Mairhofer: Ja, eigentlich jetzt, eigentlich geht jetzt los, würde ich sagen.
Thorsten Ising: Schottische Verhältnisse, fast. Ja, Johannes, dann danke ich dir. Du hast ein bisschen Spaß reingebracht aus Hamburg. Ich freue mich wahnsinnig, dass man mal wieder geplaudert haben. Auch, dass wir uns, obwohl ihr da draußen uns ja nur hört. Aber wir haben uns tatsächlich auch ein bisschen gesehen in unserem kleinen Tool. Und ich freu mich drauf, dass wenn ich das nächste Mal nach Hamburg komme oder wir die Möglichkeit haben, uns dann auch endlich mal wiedersehen. Wir haben uns zuletzt in München getroffen, auf ein Weizen.
Johannes Mairhofer: Ja und es gibt es hier nicht. Wir könnten mal ein Pils.
Frank Michna: Damit kann man zurechtkommen.
Johannes Mairhofer: Kennt ihr das? Ratsherren ist hier das Bier quasi. Ja, ich freue michdann auf unser Treffen.
Thorsten Ising: Also ich bin dann auch von Astra zu haben.
Johannes Mairhofer: Auch okay.
Frank Michna: Ich schließe mich da an
Thorsten Ising: Okay, Johannes, ganz herzlichen Dank für deine Zeit, fürs Plaudern. Ich sage schon mal Dankeschön! Traditionellerweise haben Frank und du jetzt noch das Schlusswort und deswegen überlasse ich euch das Plaudern. Ich sage schon mal Tschüss und sage allen, die da draußen sind Wenn ihr Bock habt, mit uns mal eine Runde zu plaudern. Wir reden gerne mit Menschen. Wir wollen gerne mit Menschen aus der Kommunikation rund um die Kommunikation plaudern. Kein Thema ist hier tabu. Und wenn ihr Fragen habt, dann meldet euch gerne. Alle Episoden seht ihr unter www.social-media-schnack.de. Dort könnt ihr auch unten rechts vom kleinen Audiokommentar hinterlassen, wenn ihr über den Computer arbeitet. So schneiden wir euch dann gerne mal mit in die Sendung hinein. Schickt uns eure Fragen, sehr gerne per Mail und wenn ihr zusätzlich noch irgendetwas machen wollt, nehmt einfach Kontakt auf. Also machs gut da draußen. Macht’s gut, ihr beiden. Ich sage Tschüss.
Frank Michna: Ja Johannes, danke, dass du da warst. Schön, dass wir uns wiedergesehen haben. Die Einladung zum Bier, die habe ich zumindest so verstanden. Die nehmen wir wahr und bleib gesund und starte gut durch. Wir sehen und wir hören uns. Danke, mach’s gut.
Johannes Mairhofer: Ich danke euch auch sehr, hat mir Spaß gemacht und in Hamburg sagt man Tschüss!
Der Beitrag Im Gespräch mit: Johannes Mairhofer, Fotograf / Freelancer WordPress erschien zuerst auf Social Media Schnack.
Spricht man über Kompetenz in WordPress, dann kommt sein Name früher oder später ganz automatisch ins Spiel. Meistens früher.
Denn unser Gast im Schnack ist als Programmierer für und in WordPress, als Experte und Buch-Autor eine gesetzte Größe, die weit über die Grenzen vom Ostwestfalen hinaus bekannt ist. Kurzum – wir hatten Vladimir Simović zu Besuch.
Vladimir ist seit 2003 als Freelancer selbstständig und kennt den Markt, die Entwicklungen und Veränderungen nun seit fast 20 Jahren. Da gab es sehr viel zu besprechen. Insbesondere die veränderten Bedingungen des Freelancers waren unser Thema und haben uns interessiert.
Wir freuen uns schon jetzt auf eine Fortsetzung und sagen danke Vladimir und bis bald.
Thorsten Ising: Programmierer, WordPress, Experte, Buchautor und vieles, vieles mehr, das steckt in unserem heutigen Gast im Social Media Schnack. Wir freuen uns auf Vladimir Simović.
Thorsten Ising: Frank, wir beide kennen das. Genau wie unser heutiger Gast, wir müssen ständig dranbleiben, kommunizieren und etwas dafür tun, sichtbar zu werden, um da draußen neue Menschen, neue Unternehmen, neue Kunden, Kundinnen anzusprechen. Also eine Dauer-Kommunikation. Und wie schwer das heute ist, darüber wollen wir uns eigentlich unterhalten. Was ist für dich denn derzeit da die größte Herausforderung?
Frank Michna: Also mal davon abgesehen, dass so Dinge wie dieser Podcast wunderbar leicht fallen und Spaß machen. Dann ist es im Augenblick, die Situation zu sagen, regelmäßig zu posten, immer wieder auf Ballhöhe zu sein und zu sagen: „Komm, mach dich auf. Erzähl das eben noch, teil das noch mit.“ Und das wirklich auch in einer vernünftigen Qualität zu tun, ist nicht einfach. Und gleichzeitig noch das Tagesgeschäft zu machen und zu gucken, was noch so passiert in der Welt. Wir haben halt sehr viele Aufgaben. Aber es ist wirklich das Regelmäßige, was einen eigentlich oder was mich treibt.
Thorsten Ising: Dann schauen wir mal, wie es unserem Gast heute so ergeht und was für ihn das Ganze ist. Wir haben heute jemanden dabei, den ich aus der Ferne schon lange beobachte und immer irgendwelche Schnittpunkte hatte. Zwischendurch haben wir uns auch irgendwo schon mal gesehen, glaube ich. Wir sind uns über den Weg gelaufen. Ausgetauscht haben wir uns auf jeden Fall in letzter Zeit häufiger. Wir reden von Vladimir Simovitć, Baujahr 73, CSS- und WordPress-Experte kennt man da draußen durchaus, wenn man in der Branche unterwegs ist. Unter anderem auch unter dem Domain-Namen und auch Unternehmensnamen perun.net, also komplett ist es Perun-WebWork GmbH. Wenn ich es richtig im Kopf habe. Autor diverser Sach- und Fachbücher zu CSS und WordPress-Redner, Vortragsredner, Vortragender, freier Redakteur, selbstständig. Was soll ich noch sagen, Vladimir?
Vladimir Simović: Ja, das war eigentlich im großen Ganzen schon alles aufgezählt. Ja, vielen Dank für die Einladung. Ja, ich kann dem Frank eigentlich nur beipflichten, bei dem was er vorhin gesagt hat. Es ist halt nicht ganz einfach, erstens sein Tagesgeschäft hinzubekommen, quasi Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Dann dabei Neues zu lernen, quasi proaktiv zu sein, auf dem Laufenden zu bleiben, was gerade aktiv ist. Und natürlich ist man dann auch als ja Kleinunternehmer oder als Freelancer Selbstständiger, wie immer man das nennen möchte, auch noch auf vielen Hochzeiten tätig, also auf vielen Baustellen. Um eben natürlich, wie soll ich sagen, ja am Ball zu bleiben und für die Kunden natürlich auch wahrnehmbar zu sein. Das ist halt in den letzten Jahren doch etwas anspruchsvoller geworde, als es in den Jahren 2005 bis 2012 war.
Thorsten Ising: Super Zusammenfassung! Das vertiefen wir jetzt noch mal in den einzelnen Punkten. Also tatsächlich WordPress und Co. Seit wann bist du selbstständig?
Vladimir Simović: Selbstständig bin ich ja nebenberuflich seit Mitte 2003 und hauptberuflich seit Mai 2004.
Thorsten Ising: Eine unfassbar lange Zeit.
Vladimir Simović: Ich bin auch immer wieder erschrocken. Es ist schon mittlerweile eigentlich fast volljährig, die Selbstständigkeit, je nachdem, ob man die nebenberuflich oder die hauptberuflich nimmt. Ja und zur Selbstständigkeit bin ich ein bisschen gekommen, wie sagt man das so schön, wie die Jungfrau zum Kinde. Ich war ja damals tätig in Institut für Genetik an der Uni Köln. Da war es ja so, dass noch jede Menge Millionen Euros an Material-Geldern da waren, aber keine Personal-Gelder. Da ist halt meine Stelle ausgelaufen und dann habe ich gedacht jetzt oder nie. Na das ist halt irgendwie so auch so ein Schnittpunkt mit Anfang 30, wo man denkt was bringt das Leben noch weiter. Dann habe ich halt einfach das habe ich mich nicht so ganz getraut, aber das war ja mein Hobby, Webentwicklung und da habe ich mich in dem Bereich selbstständig gemacht und da sind ja viele Punkte zusammengekommen damals. Ich habe WordPress kennengelernt. Dezember 2003. War direkt, ja, wie soll ich sagen, fasziniert von dieser Software, weil alle die sich damals in den Jahren 2002, 2003 damit rumgetrieben haben und auf der Suche nach Redaktionssystem man Blogging System waren, wissen wie schwierig das war. Das waren sehr viele kryptische Perl-Scripte, wo man schon am Verzweifeln war diese überhaupt zum Laufen zu bringen. Und ich sage mal, die Anzahl an PHP Redaktionssystem war sehr übersichtlich und das waren Systeme die nannten sich PHP-Nuke und so was. Die sahen immer alle gleich aus, da hat man installiert und es gab so drei oder vier gab unterschiedliche. Aber, wenn man die installiert hat, sahen die alle gleich aus. Viele Gaming-Seiten wurden damals damit betrieben. Aber WordPress war ja anders. Leicht anzupassen, leicht zu verstehen und da habe ich gedacht okay, jetzt hast du ein Tool. Du hast ja einiges an Erfahrung gesammelt, in der Webentwicklung, jetzt machst dich halt selbstständig. Und ja, es läuft bis jetzt eigentlich soweit gut.
Thorsten Ising: Tja, PHP-Nuke kenne ich auch noch. Also damit habe ich mir ich das erste Intranet bei einer meiner Agenturen damals aufgesetzt, für die ich tätig war. Wahnsinn! Ja, da hat sich einiges getan bis heute. Und WordPress hat sich entwickelt zu einem der stärksten Content-Management-Systeme und damit liegst du als Programmierer und als Projektleiter in diesem Bereich natürlich nicht unbedingt in dem Segment, was schwächer wird, sondern eher stärker auch in Konkurrenz und im Wettbewerbsverhalten, oder?
Vladimir Simović: Ja, momentan ist es so, dass WordPress, was es jetzt sag ich mal, nicht nur die reine Blogging Software, sondern auch in Content-Management-System Segment ist das die Nummer eins und das wirklich mit weitem Abstand. Also diese ganzen starken Konkurrenten, die in den ersten Jahren noch halbwegs mithalten konnten, wie Drupal oder Joomla, die sind weit abgeschlagen. Die haben niedrige einstellige Prozentzahlen in einen Marktbereich, also in der Marktverbreitung und WordPress dominiert den CMS-Markt mittlerweile mit knapp zwei Dritteln. Und es ist kein direkter Konkurrent in Sicht. Es ist ja sogar so, dass irgendwie sogar WooCommerce, das ist ja nur ein Plugin mittlerweile schon an die 10 % des Marktes beherrscht. Das ist ja schon erstaunlich.
Thorsten Ising: Frank hat gerade geatmet, deswegen habe ich gedacht, er wollte etwas sagen, aber dann mache ich das natürlich selbstverständlich gerne. Wenn du aus der damaligen Zeit der Selbstständigkeit nach heute rüber rechnest, hat sich ja einiges getan im Bereich der Kundenakquise. Früher war das anstrengender oder musstest du aktiver draufzugehen zugehen? Oder war früher eher so dieser Teil Goldgräberstimmung und alle wollen ins Internet und alle wollen CMS und WordPress. Habe ich schon mal gehört und kannst Du es nicht machen? Wurde das automatisch mehr? Hat sich diese Goldgräberstimmung tatsächlich bis heute ein bisschen getragen oder ist es heute für dich schwieriger, an Kunden zu kommen?
Vladimir Simović: Also zumindest ich kann nur aus meinem persönlichen Winkel erzählen. Das war damals deutlich einfacher. Also meine ersten Kunden habe ich generiert, das war eine Friseur-Meisterin. In Kaltakquise. Da bin ich einfach hingegangenund habe sie dann nett gefragt: „Haben Sie schon eine Website?“ Sie hat gesagt: „Nein. Machen Sie so etwas?“ Ich so: „Ja!“ Okay und zehn Minuten später hatte ich den ersten Auftrag und das war ja wirklich nur eine statische Seite. Den ersten WordPress Auftrag hatte ich vier Monate nachdem ich angefangen hatte mich mit WordPress zu beschäftigen. Das kam ja dadurch, dass ich mit einer der Ersten im deutschsprachigen Raum war, der einfach darüber berichtet hatt. Ich hatte noch nicht im Kopf, dass ich damit jetzt irgendwie eine großartige Karriere anfangen kann. Und da kam schon der erste kleine Auftrag zur WordPress Anpassung. Damals gab es ja noch nicht die Themes und so. Das waren ja noch alles einzelne Templates, CSS-Anpassungen und so kam das eine zu den anderen. Und das war wesentlich einfacher damals. Damals war man mehr oder weniger gut bedient, mehr als gut bedient, wenn man einfach nur gebloggt hat. Dann kammen schon die ersten Kunden und über diese Kunden, über Mundpropaganda, dann weitere. Das war deutlich einfacher einfacher und übersichtlicher. Heute muss man natürlich auf mehreren Hochzeiten tanzen. Alleine Blogging reicht nicht. Mundpropaganda reicht mittlerweile für viele auch nicht. Also muss man schon viele Mechanismen bemühen, damit man auf den Stand kommt, den man früher einfach so mitgenommen hat.
Frank Michna: Das heißt, der Markt ist komplexer geworden, aber wir haben auch deutlich mehr Anbieter. Und es ist ja, so glaube ich auch schwieriger, sich zurechtzufinden, zu sagen: „Wer ist denn der Richtige für mich?“ Wie nutzt du das für dich? Oder nutzt du es für dich, dass du ja nun wirklich sehr viel Erfahrung, sehr viel Know how hast? Kannst du das so an den Markt bringen? Wie tust du das?
Vladimir Simović: Ja, da bin ich momentan, sage ich mal, auch in einer Umbruchsituation. Das sind natürlich einige Überlegungen, die man machen muss und da versucht man sich jetzt zu spezialisieren, neu zu positionieren. Und mittlerweile bin ich schon in so einer Phase, wo ich dann auch selbst denke: „Ist das alles richtig, was du jetzt machst?“ Das hat in der Vergangenheit recht gut funktioniert, aber mittlerweile merke ich auch, dass diese unterschiedlichen Mechanismen, die ich nutze, dass man Social Media aktiv ist, dass man Newsletter schreibt, bloggt, weiterhin mit Mundpropaganda auf die alten Kunden zugeht, dass das auch nicht mehr so greift und ich bin momentan auch am überlegen: „Wie machst du das, damit das dann natürlich auch weiter in den nächsten Jahren Früchte trägt?“ Und ehrlich gesagt bin ich da auch noch nicht wirklich so schlau draus geworden, dass ich sagen kann: „Ja, du musst A machen und B machen und dann ist das super.“ So ein Erfolgsrezept ist echt schwierig.
Thorsten Ising: Woran liegt das denn? Also liegt es, auch unter Umständen daran, dass auf der einen Seite deine Expertise, die du ja ohne Frage hast und deine Erfahrungen, die mitbringen kannst, weil du eben einer derjenigen, die ganz am Anfang schon in diesem Karussell mitgemacht haben. Du hast Bücher geschrieben, darüber ebenfalls deine Expertise gezeigt. sodass du heute aufgrund der vielen anderen Menschen, die WordPress machen nicht mehr so schnell und gut dich von dieser Masse der anderen abheben kannst. Oder liegt es daran, dass es vielleicht für den Kunden an sich schwieriger ist, hier eine Expertise zu unterscheiden? Woran glaubst du, könnte das liegen?
Vladimir Simović: Das ist eine gute Frage. Ich würde mal sagen, dass ist wie so vieles im Leben und hat natürlich mehrere Ursachen. Also die eine Ursache hast du genannt. Da sind viel mehr Leute, die sich mit WordPress beschäftigen. Das war damals, 2004, als ich angefangen habe da waren das vielleicht zwei, drei Leute im deutschsprachigen Raum, die sich wirklich intensiv damit beschäftigt haben und das auch nach draußen herausgebracht haben. Erstens sind das mehr, es sind aber auch mehr Plattformen. Also ich sage mal so, bis 2012 waren wirklich die Blogs, wo man gesagt hat, das ist top, das muss man machen, das ist super. Mit der Verbreitung des Smartphones haben sich natürlich auch die sozialen Netzwerke weiterverbreitet, das kam langsam zum Tragen. Dann hat sich das so verteilt, dass dort die WordPress Facebook-Gruppen, dann hast du die WordPress Xing Gruppen, dann hast du die WordPress Gruppen auf LinkedIn, Twitter und hast du nicht gesehen und das verteilt sich dann auch. Dann sind das natürlich auch mehr Kunden, die unterschiedliche Wünsche haben. Und wenn ein Kunde sagt, ich will unbedingt etwas mit WooCommerce haben und wenn er nicht innerhalb von zwei oder drei Sekunden erkennt, dass du dich mit WooCommerce beschäftigst, dann bist du in seinen Augen raus. Egal wie lange du schon mit WooCommerce arbeitest. Viele denken, oh, der ist schon so lange unterwegs, den kann ich mir gar nicht leisten. Das ist dann auch auch so eine Schwierigkeit. Was ich dann auch zunehmend merke, in meinen zarten Alter von 48 ist, das man ab einem gewissen Alter, so ab Mitte 40 wird man unattraktiv. Ich habe das von einen Kollegen erfahren, der ist auch Freelancer und es ging um einen Freelancer-Auftrag. Nicht um eine Anstellung, wo man sagen kann okay, ab 40 bist du ein alter Opa, sondern um einen Freelancer-Auftrag. Der ist 42 43, ich will jetzt nicht das genaue Alter veraten. Da hat man ihm halt durch die Blume gesagt, er wäre zu alt. Die hätten sich was jüngeres vorgestellt. Natürlich in schönere Worte verpackt, aber das kommt, das ist natürlich nicht tragend und so, aber es kommt sag ich mal so auch dazu. Also das sind so mehrere Faktoren. Mehr Leute, der Markt ist unterschiedlicher geworden, mehr Plattformen und dann kommt natürlich beim einen oder anderen auch das Alter hinzu.
Frank Michna: Was bin ich froh, dass ich so jung aussehe und so schön bin. Also ich bin 58, aber nein, die Frage ist, wenn du das so beschreibst, ja mit Sicherheit ist der Markt heute schneller. Gibt es bei dir eine Aufteilung, dass du sagst Soundso viel Zeit meines Tages oder meiner Woche oder meines Monats setze ich ein, um mich attraktiv zu machen. Gerade wenn man bei dem Thema sind, dass man sich selber hübsch machen muss.
Vladimir Simović: Hmm, also wwenn ich mir so die Zeit anschaue, wie viel eigentlich die konkrete Arbeit ist und wie viel die Arbeit jetzt für andere Sachen ist, also für Bloggen, Kundenakquise und so weiter. Dann würde ich ja schon sagen, dass die Kundenakquise und Bloggen und alles was damit zu tun hat, also diese nicht tägliche Arbeit, dass das so 40 – 45 Prozent ausmachen kann. Also man muss viel mehr investieren und es ist trotzdem nicht garantiert, dass das Ergebnis so ist wie eben 2010, 2011, noch bis 2014. Ich würde sagen bis 2003 2004 war wirklich ein Schnitt, wo man, wo auch ich dann gemerkt habe, okay das Bloggen bringt es nicht mehr so sehr wie andere Sachen. Also auf jeden Fall. Man darf das nicht unterschätzen und das ist ja auch ein Fehler, den viele frischgebackene Selbstständige machen. Dass sie dann denken, okay, der Monat hat x-Stunden und dann arbeite ich die alle durch. Und dann berechne ich meinen Stundensatz und vergessen dabei, das du arbeitest nicht die ganze Zeit. Da sind andere Sachen, die du machen muss, du musst dich präsentieren, du musst dich um die Kunden kümmern und, und ,und.
Thorsten Ising: Ja, wobei das noch relativ okay im Rahmen ist. Das ist schon sehr realistisch von dir dargestellt. Das ist bei uns ja nicht anders. Also du hast einen einen Teil, der vielleicht bei 40, 45, 50, wenn es mal richtig gut läuft, auch 60 Prozent bezahlte Zeit im Monat läuft und der Rest ist eben auf der einen Seite Akquise und noch ein kleiner Bruchteil aktive Administration, also Dinge wie Rechnungen schreiben, Steuern machen und so ein Krams. Aber der andere Teil, das ist halt der große Teil, ist Arbeit, der andere Teil ist Akquise und Vertrieb und Marketing und alles, was da drum drumrum gehört. Aber das wird ja auch nicht einfacher. Also tatsächlich hast du es eben schon mal gesagt, unterschiedliche Plattform, neue Zielgruppen, neue Zielgruppen, Anlaufstellen, neue Probleme, die eben da sind. Vielleicht eben auch ganz andere Ansprüche und Dinge, die sich einfach im Laufe der Zeit verändert haben. Wir haben ja ganz andere Herausforderungen als 2003, also heute 2022. Alle Welt will schnell zu irgendwelchen Social Media Accounts durchdringen. Will am liebsten nur noch TikTok machen und denkt, die Internetseite würde nicht mehr so eine zentrale Rolle spielen. Das muss man denen ja auch unter Umständen einfach mal wieder erzählen. Das wird schwieriger, weil wir eben überall aktiv sein müssen. Dazu gehört heute sowas, was wir hier machen dazu gehören Live-Talks, dazu gehören Interviews, dazu gehören Fachbeiträge, Bücher, Newsletter, eigene Internetseiten, Blogs, what ever. Und das müssen wir alles irgendwie bespielen. Aber das geht ja gar nicht mehr. Wir müssen uns die effektiven Kanäle raussuchen.
Frank Michna: Und ich glaube, es kommt eins dazu, das hat Vladimir eben auch schon gesagt. Es ist einfach so, dass es sehr viele Anbieter gibt und das es auch auf der anderen Seite des Kunden sehr schwer ist zu differenzieren und zu unterscheiden, um überhaupt festzustellen, wer ist jemand, den ich für diese Aufgabe gebrauchen kann? Und wer ist jemand, der das Know how mitbringt? Und dann kommt irgendwann auch wieder die leidige Frage des Preises. Und dann kommt wieder die Frage Ist es billig oder ist es den Preis wert? Und wäre es nicht sinnvoller, darüber nachzudenken, kiege ich meine Ziele umgesetzt und kriege ich das, was ich brauche und das macht es auch schwieriger.
Thorsten Ising: Was bedeutet das denn ganz konkret für dich heute? Also wenn du unterwegs bist und Du differenzierst deine Zeit runter auf 50 Prozent, 45 Prozent Akquise und Trommeln da draußen, was machst du ganz konkret, um sichtbar zu bleiben, zu sein oder für ein neues Thema sichtbar zu werden? Und wie stellst du deine Expertise heute nach draußen dar?
Vladimir Simović: Verschiedene Mechanismen nach wie vor. Auch wenn es jetzt nicht mehr, so angesagt ist wie früher, aber klar: Bloggen ist Nummer eins bei mir. Weil es zwei Sachen oder mehrere Sachen abdeckt. Natürlich präsentiere ich mich damit, aber vieles, was ich blogge, ist natürlich basiert auf realen Erfahrungen und die verarbeite ich. Es ist ja quasi so wie ein Zwiegespräch mit sich selbst. Ich lerne viel durch Bloggen, weil ich ja dann meine Gedanken strukturiere und darüber nachdenke, wo ich vielleicht auch was falsch und was habe ich auch richtig gemacht habe. Und natürlich halt eben, dass ich damit auch Werbung für unsere Dienstleistungen mache. Dann ist noch zusätzlich., wenn auch unregelmäßig, aber der WordPress Newsletter. Was ich auch noch mache: ich bin auf Twitter recht aktiv und versuche auch als mich als Fach Autor zu betätigen, indem ich bei Heise, Host Europe und auf anderen Plattformen, Fachartikel veröffentliche und indem ich natürlich, wenn die Zeit das hergibt, auch Bücher verfasse. Wer jetzt denkt, mit einem Buch wird er viele Kunden gewinnen, das soll er sich abschminken und Geld verdient man sowieso nicht damit. Aber das ist ein Meilenstein in der Vita und macht sich gut. Das da jemand ist. ein Verlag, der an Dich glaubt und an Deine Expertise. Eine unabhängige Instanz, die sagt Okay, Vladimir, der kann das. Der kennt sich mit WordPress aus, er kennt sich mit CSS aus. Dem vertrauen wir an, dass wir in ihn x tausend Euro investieren und mit ihm ein Buch publizieren. Das sind die Dinge und dann ist ja irgendwann mal der Tag um. Ich hab in der Familie. Ich will auch noch ein bisschen Geld verdienen für den Lebensunterhalt. Das heißt, es ist dann überschaubar. Ich habe nicht mehr noch Kapazitäten, um vielleicht auf TikTok aktiv zu sein oder in Facebook-Gruppen großartig aktiv zu sein. Das geht nicht. Man kann sich ja nicht zwei teilen oder drei teilen. Man muss gucken, was einem auch liegt. Was nützt mir eine Plattform, wo man sagt Das läuft prima? Nimmt man jetzt als Beispiel TikTok, aber du selbst sagst „Ich mag mich nicht vor der Kamera sehen“, dann man muss ja auch nicht sein. Aber dann ist es nicht sinnvoll, da tätig zu sein, wenn man sich unwohl fühlt.
Frank Michna: Ja, dann habe ich aber noch eine Frage, die gleich wieder auf den Eingang zielt. Machst du noch Kaltakquise? Gehst du noch zum Frisör, Meister und sagst „Hey…“
Vladimir Simović: Ne, in der Corona Zeit ja sowieso nicht. Und weil wir dann irgendwann mal aufs platte Land gezogen sind, zwischenzeitlich, war da viel Kaltakquise eh nicht zu machen.
Thorsten Ising: Vorsichtig. Du redest übers Lipper Land.
Vladimir Simović: Ja, ja, und zwar nicht nur, weil es dünn besiedelt ist, sondern weil man dann als jemand, der nicht dort aufgewachsen ist, nicht wirklich die Leute kennt. Wäre ich jetzt dort aufgewachsen, ich kenne Leute, die sind sehr gute Vertriebler, vor allem bei der Volksbank. Da sind einige Leute, die kennen Gott und die Welt, die können das gut. Aber wenn du dort nicht aufgewachsen bist, ist schwierig.
Thorsten Ising: Das unterschreibe ich
Vladimir Simović: Aber wegen Kaltakquise jemanden zu fragen, wenn jemand sagt Das und das. Das Problem habe ich. Ich habe da kein Problem zu sagen Pass mal auf, ich könnte dir da helfen. Aber sie gibt sich, sage ich mal, jetzt nicht mehr so wie früher.
Thorsten Ising: Das ist so, also welche aktiven Akquisewege schaltest du einen? Gibt es irgendwelches aktives, was du tust, anstatt Kaltakquise? Ist es ein besonderes Kundenbindungsprogramm, wo du immer wieder zum Beispiel auf Änderungen, Sicherheitslücken und Co. hinweist? Wartungs Sequenzen? Oder ist es da eher so der Teil, dass du projektbezogen arbeitest?
Vladimir Simović: Also das sind wirklich Bloggen und Newsletter. Das sind so die die zwei Kanäle, die mir von früher übrig geblieben sind, die auch soweit noch vergleichsweise sehr gut funktionieren, die ich regelmäßig bediene und dann ab und zu mal Werbung auf Facebook schalten, wenn es ich mal wieder eine neue Version von unseren WordPress Handbuch rauskommt, die wir dann quasi den Leuten als Schulungsunterlagen verkaufen. So was machen wir noch. Und ja, das ist im Grunde genommen das war es dann, was wir dann machen. Also was ich zum Beispiel ausprobiert habe, waren diverse Freelancer-Börsen. Das funktioniert aber nicht wirklich so toll.
Thorsten Ising: Ja, dann baust Du für 50 Dollar auf fiverr eine Internetseite.
Vladimir Simović: Ja, so ungefähr. Es gibt ja auch, sage ich mal, auf LinkedIn wird viel damit geworben, was ich mit mittlerweile festgestellt habe. Auf LinkedIn zählt unter Stellenanzeigen unter anderem ein Link, der dich weiterleitet zum Anmeldeformular für eine Freelancer Börse.
Thorsten Ising: Gewusst wie! So kann man es natürlich auch machen. Okay, kommen wir mal zum Thema Kommunikation an sich. Also während sich da draußen zwar natürlich einiges auf den Internetseiten seines Unternehmens, eigenen Internetseiten etc. abspielt, hast du schon erwähnt, dass es da draußen natürlich auch noch jede Menge mehr gibt? Twitter Was bedeutet für dich? Das ist ja so gefühlt in Twitter Deutschland gibt es viele Experten, viele Menschen als Multiplikatoren, die dort aktiv sind, aber auch viele Stänkerer. Wie empfindest du die Diskussionskultur auf Twitter? Wie hat sich Twitter in deinen Augen verändert?
Vladimir Simović: Auf Twitter bin ich seit 2007, mittlerweile glaube ich, Juni 2007 und Anfang so die ersten drei, vier Jahre. War das wirklich, wie ich bezeichne, das als Auenland. Für Nerds war es damals, das war wirklich nur ITler und irgendwie verwandte Leute. Und das höchste, was ich an Streitigkeiten gab, war Mac, OS, Windows und solche Sachen oder welche Linux sag ich mal Version man nutzen sollte. Also das war es. Aber heute ist es mittlerweile wirklich macht es nicht mehr so Spaß, weil die Diskussion so aufgeladen ist, weil da viele Journalisten da sind, Politiker und gibt es so viele politische Themen? Ich versuche mich da mittlerweile auch ein bisschen rauszuhalten. Nicht weil ich mich jetzt nicht für bestimmte Themen interessiere, sondern weil das einfach, sage ich mal, sehr schnell hässlich werden kann. Ich habe kein Problem, keine Berührungsängste, mit mir zu streiten oder zu arg zu diskutieren. Aber ich habe da irgendwie das Gefühl, dass bei Twitter das nicht wirklich so fruchtbar ist. Und was ich merke Ich bin auch natürlich auch fachlich aktiv und versuche da auch das in meine Strategie zu integrieren. Aber was ich merke ist einfach, dass die Englischsprachigen das dann viel besser hinbekommen. Also ich hier zum Beispiel von Web Entwicklern aus Amerika wie zum Beispiel Threads, dann starten und dann hat das 1500 2000 Likes. Und wenn ich dann einfach irgendetwas über WordPress oder CSS teile, bin ich froh, wenn ich acht, neun Likes bekomme. Und das ist dann merke ich halt einfach, wie weit, wie aktiver die die englischsprachige Community ist. Und in Deutschland, obwohl man der deutschsprachige Raum hundert Millionen Sprecher hat, kommt das nicht so rüber wie sage ich mal aus den englischsprachigen Raum. Und das ist halt immer da, merke ich, da kommt man schnell an an seine Grenzen im deutschsprachigen Raum.
Thorsten Ising: Nutzt du andere Netzwerke ebenfalls? Also Du hast ihn schon angesprochen, es hier dann verhalten ähnlich, dass du sagst ab und zu schreibe ich mal wars und hier teile ich meine meine Blogbeiträge inklusive meiner Expertise. Oder beteiligst du dich da aktiv in Communities aktiv?
Vladimir Simović: Ich beteilige mich nicht mehr in Communities. Das habe ich eine Zeit lang auf Xing gemacht und das war einfach mal zu viel Arbeit. Auf LinkedIn hatte ich eine Zeit, habe ich mehrere Monate lang versucht, auch richtige Artikel dort zu publizieren. Aber das ist dann schnell frustrierend, wenn du dann nur 3, 4 Likes bekommst. Du hast dann dann 5000 Zeichen produziert. Das ist, wo ich mir gedacht habe, dass das lohnt sich nicht wirklich und ich konzentriere mich darauf jetzt, dass ich wirklich nur meine Sachen dann teile. Und wenn ich eine interessante Diskussion sehe, dass ich mich dort beteilige. Aber ich merke das mittlerweile, das seit ein, zwei Jahren auch auf LinkedIn. Diese Streitkultur in Anführungsstrichen, die ich auch auf Twitter oder Facebook schon viel früher da war, auch langsam auf LinkedIn überschwappt. Und das ist, finde ich besonders komisch. Ich meine, vielfach ist man auf Twitter mit irgendwelchen Nicknamen, was nicht nach ist, aber auf LinkedIn sind alle mit Klarnamen und damit teilweise echt beleidigt und teilweise sehr extreme politische Positionen eingenommen, wo ich danke, aber ich denke das ist eigentlich der Business Plattform. Hier noch viele Kunden. Ich weiß nicht, ob das die richtige Plattform ist und das ist halt
Thorsten Ising: Also Dummheit macht vor Business nicht halt. Das können wir da auf LinkedIn durchaus sehen. Kann ich wirklich nur beipflichten. Die Diskussionskultur wird durchaus ein bisschen anstrengender hier und da. Und natürlich: Ja, ich weiß auch nicht, was die Menschen dort reitet. Ich persönlich fahre auch sehr klare Kante. Ich bin jemand, der auch durchaus für seine Streitkultur bekannt ist und gehe auch nicht nicht unbedingt die meisten Kompromisse ein. Weniger zumindest. Und es werden auch keine Verletzten durchgelassen. Also tatsächlich ist es so, dass ich mich da auch ganz gerne mal streite, aber auch im Business Kontext einfach mal eine klare Kante fahre. Das kann ich auch nachvollziehen, das finde ich auch in Ordnung. Aber genau diese Sachen, die du da gerade angesprochen hast, bei fragwürdigen politischen Diskussionen, die da manchmal nach draußen getragen werden oder letztens so eine komische Diskussion erlebt, wo jemand sehr vehement darauf beharrte, dass nur ein Geschlecht in die Bundeswehr dürfe und sowas, was sehr anstrengend war. Auch im Lesen. Ja, da frage ich mich auch, was die Leute da überhaupt hin treibt, das auf so einer Plattform breit zu treten. Also wo sie ganz genau wissen, dass hier ein deutlich höherer Business Kontext stattfindet, wobei es letzten Endes egal ist. Also letzten Endes ist es wirklich egal, weil wenn die Leute so eine Meinung vertreten, dann machen sie es in am Stammtisch, an der Theke, im Restaurant, in der Zeitung oder bei LinkedIn. Egal.
Vladimir Simović: Ja. Also wie gesagt, aber auf jeden Fall. Was ich merke ist einfach, dass die organische Reichweite bei LinkedIn und Facebook unterirdisch ist. Das ist dann, dann sag ich einfach, ich mache da nicht mit. Zu Ausnahmefällen eben. Wenn eine neue Version von Handbuch da ist oder wenn ich einen Artikel besonders wichtig finde, mache ich da Werbung. Aber das ist dann wirklich keine Ahnung. Einmal im Monat mehr auch nicht, weil ich ja nicht sehe, dass sich dieses Konzept dann allzu weit wirklich unterstützt. Und bei Facebook? Ich habe nichts gegen soziale Netzwerke, aber gegen bei Facebook fühle ich mich auch wirklich mittlerweile sehr unwohl, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass irgendjemand ein, zwei Mal war, dass das irgendjemand etwas geschrieben hat, was eindeutig falsch ist. Und dann habe ich mit Links von Wikipedia, Geo und noch zwei weiteren Wissenschafts Zeitungen einfach gesagt „Nee, das stimmt nicht, wirst du Links“. Und dann hat Facebook mein Kommentar gesperrt, weil das gegen Community Richtlinien verstößt. Und dass ich dann, wenn ich sage okay, wenn man Fakten bringt, wenn das gegen Community Richtlinien verschickt, dann will ich auf dieser Plattform nicht wirklich mitmachen. Und ich wirklich ich muss mich echt zurückhalten, dass ich nicht meinen Facebook Account lösche, weil das einfach keinen Spaß macht. Und weil ich ja so zwei oder drei private Kontakte habe. Dann denke ich kommen die. Verlierst du sonst aus den Augen, mach ich das nicht, aber sonst hätte ich. Also ich fühle mich unwohl,
Thorsten Ising: Kann ich nachvollziehen. Da gibt es durchaus immer wieder solche Berichte und ich persönlich habe das auch schon erlebt. Bin auch schon gewarnt worden, wegen Verletzung der Community Richtlinie, weil ich irgendwo geschrieben habe, das Trump doch vielleicht mal seine eigenen Mittel gegen Corona, die er vorgeschlagen hat, bei sich anwenden könnte. Das hat man dann auch so als Aufruf zur Selbstverletzung anerkannt oder sowas. Ich weiß es nicht.
Frank Michna: Aber, nutzt du noch, nutzt du noch andere Möglichkeiten? Gehst du raus, hältst du Vorträge bzw. in der heutigen Zeit nutze die Möglichkeit digital was zu machen, im Vortragsbereich oder so? Oder wie positioniert du dich da als Experte oder auch als jemand, der da ja nun wirklich unglaubliches Pfund an KnowHow mitbringt?
Vladimir Simović: Ja, also was auch jetzt mittlerweile ich wieder vornehmen wollte, ist einfach Schulungen. Da habe ich jetzt in der Zusammenarbeit mit Mit Heise wird es ein Workshop von mir geben und dann will ich das. Das hatte ich eine Zeit lang. Es gab eine ganz schöne deutschsprachige Plattform – akademie.de – Und damals hat man dann in den Jahren bis zu 2010 wir zwei bis drei Mal im Jahr haben wir dort wirklich Workshops, also Seminare gehalten. Ich weiß nicht, was da intern abgelaufen ist. Die haben dieses Modell irgendwann mal aufgebaut. Das hat mir damals auch Spaß gemacht und ich habe heute noch Kunden, in die mit kleineren Mini Aufträgen kommen, die ich damals kennengelernt hatte, die halten Seminare bei uns gebucht haben. Das ist halt, sage ich mal auch immer recht interessante Geschichte und dann stehen so lang längerfristige berufliche Beziehungen und das ist kann ich auf jeden Fall jedem empfehlen. Man darf auch da so ähnlich wie bei Büchern nicht zuerst nur auf die Einnahmen gucken. Diesen ja, die können interessant sein, aber in der Regel nicht für den Aufwand, weil man unterschätzt wirklich den Aufwand, den man benötigt, um die Unterlagen zu machen. Man denkt immer Okay, ich kann das, ich halte die Zeit und jeder, der mal versucht hat, eine Rede freizuhalten, weiß das klappt nicht. Du sollst dir bitte das alles notieren. Entweder wirklich Wort für Wort oder zumindest die Stichwörter, damit du halt nicht ins Schleudern kommst. Und das reicht ja wahrscheinlich auch nicht. Also du brauchst halt wirklich so, wie dass das auch flüssig vorlesen kannst. Und das das unterschätzt man. Aber da kann sich jetzt sage ich mal immer wieder interessante Beziehungen entwickeln und das sollte man durchaus so sehen.
Thorsten Ising: Das heißt auf der anderen Seite nicht nur reden, nicht nur schreiben, sondern auch tatsächlich Wissen weitergeben. Nicht nur durch die Bücher, nicht nur durch die E-Books, die es von dir gibt, sondern du bringst den Menschen auch nach wie vor das Thema näher. Wie ist es denn? Da musst du auch hier besonders Werbetrommel rühren, um sichtbar zu werden und mit Menschen in Kontakt kommen, die hier Dir wiederum Schulungs Teilnehmer herantragen.
Vladimir Simović: Das ist ähnlich, vielleicht sogar auch noch eine Nummer härter, weil was hier hinzukommt ist natürlich kann man bei normalen Kunden Aufträgen geht es darum will ich einen Blog, will ich eine Webseite, will ich einen Shop? Das ist eine überschaubare Anzahl, aber bei Workshops habe ich dann teilweise wirklich so Anfragen, die so speziell sind, dass man dann auch vielfach sagen muss Das mache ich nicht, weil das ist einfach einen Bereich, mit dem ich nichts zu tun hatte. Und das wird dann, dann müsste ich den Preis verlangen, wo dann die Kunden von vornherein sagen Nein, das ist einfach zu viel des Guten, weil ich müsste mich dann noch einarbeiten und dann die Unterlagen ausarbeiten oder Konzept und so weiter. Da ist es ähnlich, aber noch ein Ticken schwieriger.
Thorsten Ising: Bist du manchmal müde, was das Thema angeht? Zwischendurch schon mal diesen Gedanken gehabt? Boah, ich glaube ich. Mach was anderes.
Vladimir Simović: Oh ja. Oh ja. Also als wir das Haus auf dem platten Land hatte, dachte ich Okay, es Gärtner wird uns auch was Schönes mit Selbstversorger, so wie du mit deinen Großeltern gelebt hast und alles ist gut. Dann habe ich eine Zeit, wo wir mit Verspätung mit der Familie haben wir die Serie Lost geguckt und dann dachte ich Ach guck mal, auf einer einsamen Insel abstürzen ist auch schön, aber es ist natürlich alles unrealistisch. Obwohl es so anstrengend ist, liebe ich das alles, weil mein Unternehmertum, meine Selbstständigkeit mir einfach viele Sachen ermöglicht hat. Eben selbstbestimmtes Leben. Vereinbarkeit von Familie, Arbeit mit der Familie. Viele machen den Fehler und gucken, wie sie die Familie mit Arbeit vereinbaren. Für mich ist es umgekehrt das Richtigere Zuerst die Familie und dann guckt mal, wie man die Arbeit rundum organisiert. Das bin ich einfach meinen Kindern schuldig. Hört sich jetzt geschwollen an, aber das hat ja auch mit meinen Ursprung zu tun. Ich bin ja bei meinen Großeltern aufgewachsen, mein Vater nie kennengelernt und ich weiß, wie sehr wichtig eine Vaterfigur ist. Das unterschätzen viele. Viele denken dann die Mutter, die ist wichtig, ohne dass wir darüber diskutieren müssen. Aber die Rolle des Vaters wird einfach unterschätzt und ist sehr wichtig. Und da bin ich ja froh, dass ich für meine Kinder da bin und dass ich auch eine segnende, wie soll ich sagen, auch mit meiner Ehefrau eine gleichberechtigte Beziehung führen kann. Das hat mir diese Selbstständigkeit dann auch alles ermöglicht. Aber es ist anstrengend. Das ist wirklich. Teilweise ist das so. Ich denke, ich habe so viel geleistet, so viel Output geliefert. Und dann kommt irgendein Kollege, den ich ein paar Jahre nicht gesehen hatte. Und er fragt mich Ach, machst du da? Machst du was mit WordPress? Und dann denke ich Was mache ich jetzt die letzten 18 Jahre? Und ja, es ist halt einerseits schön, aber andererseits, wie du schon sagtest, das ist echt anstrengend. Und dann denkt man dann so Sachen Ach komm, Wandergesellen, Schreiner, Gärtner, einsame Insel, das wär doch was Schönes.
Thorsten Ising: Ich kenn das
Frank Michna: ja, es hat alles seine Vor und Nachteile. Das ist einfach so. Ja, ich
Thorsten Ising: Kenn auch die Sache mit der Vaterfigur. Also ich bin verwitwet und habe meine beiden Mädels. Also auch da ist durchaus etwas, was ich da in dieser Beschreibung der Vaterfigur sehen kann. Den Gärtner kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Also das liegt wahrscheinlich auch an meinem absoluten, nicht grünen Daumen und an meinen zwei linken Händen. Da kann ich überhaupt nichts mit anfangen. Aber dem Wunsch nach etwas anderem kann ich bei dir zumindest nachvollziehen. Also ich persönlich hatte den nicht und habe den bis heute nicht. Toi, toi, toi. Aber ich trage den Gedanken immer mit mir rum, wo ich mal sage wenn es mir keinen Spaß mehr macht oder wenn ich mal irgendwann meine Werte verletzen muss oder meine Prinzipien verletzen muss, dann setze ich mich lieber zu McDonald’s an die Kasse, anstatt dass ich mich zum Beispiel unter Preis verkaufe oder dass ich für bestimmte Branchen arbeite oder oder einfach mit Arschlöchern arbeiten soll oder so. Das mache ich grundsätzlich nicht, gehört zu meinen größten Prinzipien. Und wenn ich das mal verlassen sollte, ja, dann kann ich das heute ersetzen. Dann werde ich halt Gärtner.
Frank Michna: Okay, würdest du denn heute jemandem noch empfehlen Hey, leg als Freelancer los. Trotz, trotz aller Bedenken, die man hat, das zu sagen, dass man sagt Mach das, probier das aus.
Vladimir Simović: Also wenn es nur auf die finanzielle Schiene geguckt wird und wo man sagt Ich will eine gute Work-Life-Balance haben, weiß ich nicht. Aber wenn es darum geht, was ich schon sagte selbstbestimmt zu leben, dass man Familienleben damit hinbekommt, gleichberechtigte Beziehungen überleben. Das ist für viele auch wichtig. Dann würde ich sagen Auf jeden Fall ja. Also. Dieser Begriff wurde häufig missbraucht. Wer in seinem Herzen ein bisschen liberales Libertärer ist, hat. Jetzt nicht und muss nicht extrem sein, aber so und diese Unabhängigkeit, dem würde ich auf jeden Fall die Selbstständigkeit und Unternehmertum empfehlen. Aber man muss natürlich auch die ganzen Nachteile kennen. Wenn man das für sich vereinbaren kann, dann würde ich das auf jeden Fall empfehlen. Zumindest auch wenn es kurzfristig ist für paar Jahre. Dann ist man auf jeden Fall um eine Lebenserfahrung reicher. Und nach dem Motto Wo ich immer nach dem ich auch immer lebe, ist es lieber, etwas zu machen, etwas zu tun, sich darüber ärgern, dass man es gemacht hatte als eine vertane Chance, hinterher zu trauern. Das finde ich ja dann viel schlimmer. So richtig.
Thorsten Ising: Was sind denn die nächsten Projekte? Darfst du darüber schon plaudern? Ich meine, wir können schon drüber reden, dass wir auch noch ein weiteres Projekt miteinander machen werden. Genaues verraten wir hier an dieser Stelle nicht. Folgt einfach unserer Seite und dem Newsletter und noch darüber Bescheid wissen. Aber es ist so, dass natürlich auch irgendwelche Dinge hoffentlich in der Pipeline sind. Gibt es einen tollen Artikel, auf dem wir uns freuen dürfen? Dürfen wir deinen Blog beobachten? Wo müssen wir mitlesen, um zu erfahren, wie es mit dir weitergeht?
Vladimir Simović: Also einen Artikel habe ich ja in der Pipeline, der mich schon seit vielen Jahren verfolgt. Und zwar geht es um die Schreib Erfahrung in WordPress. WordPress ist häufig genutztes Tool, aber ich bin da ein bisschen ein lachendes weinendes Auge mit der Erfahrung, mit der Schreib Erfahrung. Und da will ich versuchen. Irgendwie gibt es da Möglichkeiten das zu verbessern. Wie machen das die anderen? Und da ist natürlich auch ein Artikel in der Vorbereitung. Was ich auch noch habe, ist natürlich ein Workshop bei Heise, der am 24. Februar ist. Es wird noch weitere Workshops dann auch folgen. Und was, wo ich jetzt gerade tätig bin, ist dieses Buch und ein WordPress Buch, das wird noch dieses Jahr erscheinen.
Frank Michna: So langweilig ist es dann aber ja nicht in den nächsten Wochen und Monaten.
Vladimir Simović: Nein, ist es nicht. Und was immer noch immer steht, aber leider fehlt die Zeit dazu. Ich bin da natürlich auch ein Tolkien und Herr der Ringe Fan und meine Faszination Tolkien Seite, also die Tolkien Seite hat ein altes Theme. Es ist auch interessant, dass seit 2009 aktiv ist und immer noch wie ein Schweizer Uhrwerk läuft. Aber da wollte ich halt ein Redesign mal wagen und neue Inhalte. Aber das ist halt immer ein Herzensprojekt, weil damit fing ja eigentlich auch meine Webentwickler Karriere auch an. Also ich habe ja noch in den 90ern Intranet betreut und mit HTML gearbeitet. Aber ein richtiges Web Projekt war ja diese Seite. 2001 habe ich damit angefangen und die habe ich ja immer noch die Seite. Und das ist halt immer sage ich mal so, so eine Art Rückzugsort, wo man sagt einmal nicht wieder in Mittelerde und aber leider fehlt natürlich die Zeit dazu und ich hoffe, dass sich die nächsten Monate da Zeit dazu finden, dass ich dann Redesign machen kann und neue Inhalte einfügen kann.
Frank Michna: Ja, wunderbar.
Thorsten Ising: Da sind wir auf einem weiteren Thema mit Schnittpunkt verbunden. Also nicht nur, das ich großer Fantasy und Tolkien Fan bin und Herr der Ringe und Hobbit und alles was dazugehört leidenschaftlicher Pen & Paper Rollenspieler, früher sogar Larper, viele, viele Jahre lang. Und ja, sehr cool. Freue mich, dass du die Seiteadresse mal?
Vladimir Simović: faszination-tolkien.de
Thorsten Ising: Super! Ja dann Vladimir, wir schreiben natürlich sämtliche Infos, mit denen die Shownotes und alle deine Seiten, die hier betrachtet werden sollen, bzw. auf den Kanälen, wo man dir folgen kann. Ich danke dir herzlich für das Gespräch. Wir sehen uns auf jeden Fall wieder. Wir werden uns auch wieder sprechen und ich überlass euch beiden wie immer das Schlusswort.
Frank Michna: Ja, ich schließe mich an. Vielen, vielen Dank. Das war interessant. Pass auf dich auf und wir hören und sehen uns demnächst hier oder an anderer Stelle. Danke Vladimir.
Vladimir Simović: Ja, ich danke euch, dass ihr mir tapfer zugehört habt und ich freue mich, dass wir uns dann vielleicht die nächsten Monate der nächsten Wochen dann vielleicht mal wiedertreffen, dann vielleicht in live und in Farbe und in bunt. Und ich bin gespannt. Danke.
Thorsten Ising: Das werden wir.Bye Bye da draußen!
Der Beitrag Im Gespräch mit: Vladimir Simović, WordPress Experte, Autor – perun.net erschien zuerst auf Social Media Schnack.
In seinem Job als CRM-Spezialist und Berater muss man auch bei unruhiger See navigieren können und als gestandener Berater hat er bei seinen Projekten oft den Hut auf. Er selbst bevorzugt allerdings die klassische Kapitänsmütze als Kopfbedeckung und Markenzeichen.
Wenn es um die Beratung und Begleitung bei der Auswahl und Einführung von Customer Relationship Management Systemen, kurz CRM geht, sind Georg Blum und seine 1A-Relations GmbH schnell im Gespräch und eine der bekannten Adressen.
Wir hatten ihn im aktuellen Schnack zu Gast. „CRM ist immer ein Change-Prozess“, sagt er und erklärt, warum man vor dem harten Kampf um Neukunden einen Blick auf die Bestandskunden werfen sollte, die oft viel zu schlecht behandelt werden.
Wir über diskutieren die gravierenden Unterschiede von Kunden- und Funktionsorientierung und den wichtigen Einklang von Menge und Qualität. Außerdem haben wir gelernt, dass 66 % der Befragten einer Studie lieber das Bad putzen, als ihr aktuelles CRM-System zu pflegen. Ja, es war spannend und wir hatten uns viel zu erzählen. Danke Georg! Ton ab …
Thorsten: Wie wichtig Kundenbeziehungsmanagement heute ist, was CRM bedeuten sollte, wie wichtig die richtige Softwareauswahl für diesen Bereich sein kann und natürlich über vieles mehr, sprechen wir heute mit Georg Blum, Geschäftsführer der 1a Relations GmbH.
Thorsten: Heute haben wir ein ganz besonderes Thema, nämlich da draußen – eigentlich reden wir immer über digitale Kommunikation und reden über Social Media und Content Marketing und viele Dinge. Vergessen dabei aber, dass es auf der einen Seite immer auf die Menschen ankommt, die wir nicht nur erreichen müssen, sondern auch irgendwie managen müssen. Kontakte auch aktuell halten sollten und so und da ist mir ein spannender Gesprächspartner eingefallen. Für mich so etwas wie der kleine CRM Papst, den ich schon aus vielen, vielen Gelegenheiten und Events habe begleiten dürfen und mit dem ich immer viel Spaß hatte, wenn wir denn die Gelegenheit hatten zu plaudern. Genau so ist das. Ich glaube, wir haben uns vor Ewigkeiten gesehen, aber da kommen wir gleich zu. Frank, alles okay bei dir?
Frank: Ja, natürlich. Hallo Thorsten, ich freue mich auch, dass wir heute wahrscheinlich schwerpunktmäßig über Beziehungen sprechen. Und das Drumherum. Das wird spannend.
Thorsten: Ich glaube, es ist schon fast drei Jahre mittlerweile her. Dass wir uns live gesehen haben, dürfte der MarTec-Kongress gewesen sein, in Hamburg. Über den Dächern Hamburgs mit einer grandiosen Kulisse. Georg, Georg Blum – herzlich willkommen im Social Media Schnack.
Thorsten: Lieber Thorsten, lieber Frank, ich bedanke mich für die Einladung. Wie sagt man so schön: „Zwischen Weihnachten und Neujahr ist auch noch ein bisschen Luft für so ein schönes Gespräch“. Und dafür habe ich mir gerne Zeit genommen.
Thorsten: Georg, erzähl uns ein bisschen über dich. Du bist, damit ich eine Mini-Einleitung mache, Geschäftsführer der 1a Relations GmbH. Das ist ein Beratungsunternehmen, da wirst du gleich ein bisschen was zu erzählen und deine Schwerpunkte liegen auf dem Thema Beziehungsmanagement, Customer Relationship Management, MarTeC ein anderes. Und dann kommst du. Du bist seit Ewigkeiten in der Szene. Erzähl uns ein bisschen.
Georg: Ja, ich bin zum Jahreswechsel, kann man tatsächlich sagen, 31 Jahre jetzt mit dabei in dieser Szene, nach dem Studium. Ich habe also Betriebswirtschaft und Markt und Meinungsforschung studiert. Es ist sozusagen aus dieser Analytik, die bei Markt und Meinungsforschung eine Rolle spielt, ist dann mein erster Job entstanden, dass ich quasi als Statistiker bei Yves Rocher eingestiegen bin. Und damals hat man noch nicht E-Commerce dazu gesagt, aber im Prinzip oder Multi Channel E-Commerce hat man auch noch nicht gewusst, diesen Namen. Aber damals haben wir das schon gemacht und ich muss manchmal schmunzeln, wie heute mit modernen Dingen diskutiert und gehandhabt wird. Und wenn man mich immer wieder bei einem Kaffee oder so wie heute fragt, „Was ist Deine Vergangenheit“? Dann muss ich sagen, das haben wir früher teilweise schon gemacht. Natürlich nicht mit zu schicken Werkzeugen, aber im Großen und Ganzen muss ich zugeben, ist manches, vielleicht auch nachher draufkommen auch damals schon bekannt gewesen. Es ist wie ein anderer Name gewesen, aber es lief schon ganz gut damals und ich habe da auch viel gelernt. Ich habe acht Jahre lang wirklich wie ein bunter Hund bin ich da durch alle Abteilungen, die irgendwie eine Relevanz hatten, entweder direkt oder über Projektarbeit reingekommen. Habe dann nach acht Jahren Lust gehabt, was Neues zu machen. War dann drei Jahre Geschäftsführer und Mitglied bei Weka Fachverlag. Ich bin dann sozusagen in den B2B-Markt eingestiegen, dann wiederum drei Jahre danach, nach dem Fund von 1998 bis 2001 war diese Geschichte auch sehr, sehr spannend, weil dieses Netzwerk aus der damaligen Zeit sich auch bis heute noch sehr, sehr gut fortgesetzt hat und gepflegt werden konnte.
Georg: Zum Stichwort Beziehungs Management, auch das ganz wichtig, bin ich dann noch mal anderthalb Jahre bei Breuninger gewesen und ein Highlight bei Breuninger, das ist vielleicht für nicht Süddeutsche eines der bekannteren Kaufhäuser hier im süddeutschen Raum, und ich durfte mit einem Team klein beginnen und durfte das Team innerhalb von kurzer Zeit von vier auf zwölf Leute groß machen. Und wir durften dann auch sehr schnell eines machen, nämlich die etwas angestaubte Kundenkarte relaunchen. Und das war quasi die Hauptaufgabe.
Georg: Schon ein bisschen Stolz darf ich sagen, dass das Team und ich das damals die erfolgreichste Einzelhandels Kundenkarte ins Leben gerufen haben. Ich sage es mal unter Mono Label Gesichtspunkt, wenn man sofort sagt Payback ist erfolgreich. Ja das ist sicherlich richtig, aber unter den Mono Labels war damals und ich glaube auch heute noch ist Breuninger eines der Vorzeige Beispiele was was man tun kann, was man tun sollte, wie man Kundenbeziehungen in B2C managt. Und lustigerweise war dann mein erster Job in der Selbstständigkeit die Frage von einem Elektro-Werkzeuge-Unternehmer, der gesagt hat „Wir wissen wir Elektro-Werkzeuge-Arbeit geht, aber erzählen Sie uns mal ein bisschen wie Kundenbindung, Kundenkarte, Kunden-Club geht.
Georg: Das war ein zweieinhalb jähriges Projekt, wo ich bis heute auch sage Wow! Also mich hat auch diese Einstellung von Dr. Weiss, damals Vorstandsvorsitzender von Festtool, sehr geprägt in dem Sinne, dass er eben auch sagt: „Es ist nicht wichtig, was um mich herum passiert…“ im Sinne von „Ich guck immer, was die anderen machen“, sondern „… ich gehe meinen Weg“. Und das ist in diesem Beziehungsmanagement durchaus auch ganz wichtig, dass eben sehr, sehr oft geguckt wird, was machen andere und dann kopiert man und dann ist man eben, ist man vergleichbar und und und sticht halt nicht mehr aus der Masse heraus. Und das ist etwas, was ich mir auch überlegt habe. Und dann bringe ich die Mitte jetzt einmal sozusagen, jetzt schnell, quasi hier noch mal so als als Gag. Thorsten und Frank gehabt, Ihr habt mich ja vorgestellt mit der 1a-Relations. Die 1a-Relations gibt es jetzt seit 2012. Ich habe vorher zwei andere Firmen gehabt, die 1a-Relations habe ich dann gegründet. Als ich bei meiner alten Firma Communio ausgestiegen bin und habe gesagt, ich lege den Schwerpunkt stärker auf das Thema Beratung rund um das Thema Software Auswahl, Software Einführung. Ich sage bewusst noch nicht die Nutzung, weil die ist erst sehr viel später gekommen. Ist auch ein sicherlich spannender Diskussionspunkt, warum das so ein wichtiger Punkt. Geworden ist und die 1a-Relations kümmert sich, wie Thorsten ja eingangs gesagt hat, eben schwerpunktmäßig um das Thema Software Auswahl.
Georg: Vielleicht noch ein Schmankerl an der Stelle. Wir haben auch 2012 bis 2015 haben wir auch gesagt, wir bieten auch CRM Strategie an! Und das hat sich, so ich sage es mal, ganz offen und leger, mal mehr, mal weniger gut verkaufen lassen, aber sehr oft kam die Aussage von den Geschäftsführung Mitgliedern Wir brauchen keine Strategie. Wir haben eine Strategie, die braucht man nicht. Das ist, da braucht man kein Berater dafür. Das Geld muss man nicht ausgeben. Und dann sind wir da abgeblockt worden. Und siehe da, was passierte. Wir haben bei der CRM Software Auswahl Projektbeauftragung dann immer gefragt: „Was wollt ihr denn damit machen? Was ist das Ziel, was ist eure Vision, was ist eure Strategie“? Und dann haben wir jetzt nicht die gleichen, aber andere Leute. „Wir haben keine Strategie“ und das soll jetzt kein Pauschalurteil sein, dass man keine hat. Aber letztendlich wir sind da doch viel stärker in diese Strategiegeschäft reingekommen, als wir ursprünglich gedacht haben… über diese andere Tür.
Georg: Das ist eigentlich aus meiner Sicht so ein bisschen eine eine ganz spannende Entwicklung, die man so manchmal merkt. Man hängt ein Schild raus ins Schaufenster, sagt Hey, ich kann euch bei der Strategie helfen und ey, wir sind cool und wir wissen unglaublich viele. Es hat salopp gesagt, wenig interessiert. Ich will nicht sagen, keine Sau, aber es hat wenig interessiert, sodass wir irgendwann gesagt haben Komm, lass uns dieses Schild wieder aus dem Laden raushängen und nach hinten gehen. Und dann kam auf einmal über die andere Tür die Frage „Könnt ihr uns auch dabei helfen“? Oder umgekehrt. Die haben verstanden, dass es durchaus hilfreich ist, dass man CRM Software Auswahl nicht unabhängig davon sehen kann. Und jetzt noch ganz kurz zum und zum Einstieg.
Georg: Warum habe ich diese Mütze dabei? Die Mütze ist sozusagen ein Thema, wo wir gesagt haben, das Thema Maritime soll uns ein bisschen unique machen. Relationship ist der Begriff, den alle kennen und in diesem Begriff relationship ist dieser Teil Begriff Ship drin. Und dann haben wir, weil ich eine hohe Affinität zum Norden habe, auch da kommen, dann machen wir alles mögliche, sozusagen mit dieser maritimen Welt. Und das Wichtige dabei ist der Sascha Bartloff, der leider heute nicht mehr unter uns weilt. Er war eben mein Kompagnon und wir haben beide diese Idee entwickelt. Und er hat gesagt Komm, dann lass uns auch diese Mütze aufziehen. Das war quasi seine Idee zu sagen, damit wir, wenn wir öffentlich unterwegs sind, als Erkennungsmerkmal an dieser Mütze erkennt. Ich habe dann damals zu meiner Frau gesagt „Na ja, so Irokesenschnitt wie Sascha Lobo möchte ich nicht machen, aber eine Mütze finde ich cool“.
Thorsten: Würd Dir aber auch stehen :).
Georg: Schauen wir mal.. Und auf jeden Fall ist diese Mütze dadurch entstanden. Und wie gesagt, ich trage sie nicht jeden Tag, aber doch relativ oft, wenn es öffentlich ist. Und ich denke damit aber auch exemplarisch natürlich an Sascha Bartloff. Wie gesagt, der leider mittlerweile verstorben ist. Und damit lebt er in unserem Herzen und auch mit dieser Geste natürlich auch für uns weiter. Das so als kleines Entree mal zu uns.
Thorsten: Es ist ja auch ein schönes Erkennungszeichen, also während man Sascha Lobo in seinem Irokesenschnitt durchaus auch über eine längere Distanzen erkennen kann, Klaus Eck mit seinem roten Hemd häufig immer dabei ist, Kai Herrgott mit roten Sneaker Schuhen, ich wahrscheinlich auch eher an den Schuhen zu identifizieren. Und du mit deiner Kapitänsmütze. Captain. Mein Captain – könnte man ja fast sagen… also an Bord an Bord von CRM, MarTeC und Co. Aber was ist denn für dich überhaupt das Spannende dabei? Also tatsächlich, in dieser dieser Kundenbeziehung hast du sie eben gerade schon mal ein paar Mal genannt. Für viele Unternehmen bestand das ja immer erst die Strategie, aus dem Tool heraus zu denken und dann in eine Kundenbeziehung oder in ein Kundenbeziehungsmanagement einzusteigen. Aber ihr geht ja ganz anders vor. Und für dich bedeutet wahrscheinlich Kundenbeziehungsmanagement oder Customer Relationship Management… whatever … etwas anderes. Du hast eine andere Sichtweise darauf. Magst du uns diese mal erzählen?
Georg: Du sprichst da einige Fragen an. Ich versucht die mal der Reihe nach abzuarbeiten. Ansonsten gebt ihr mir bitte einfach noch mal einen Tipp, was weiß vielleicht noch nicht abgearbeitet worden ist. Ich komme aus der wirklich aus der Beziehungs Management Schule mit dem Leitsatz „Der bestehende Kunde muss besser gestellt sein als die neuen Kunden“. Und das ist sozusagen etwas, was mich immer wieder fasziniert und frustriert gleichzeitig. Wir haben bei Yves Roche gelernt, wie man eine Million neue Adressen in einem Jahr gewinnen kann. Neue Kunden sogar nicht. Nur neue Adressen und wirklich neue kaufende Kunden. Und wir waren stolz wie Bolle, dass wir dieses diese Menge geschafft haben. Und wenn man ehrlich ist, das war völlig bescheuert. Na deshalb völlig bescheuert, weil wir sie quasi vorne reingeholt haben und nach hinten quasi wie ein Durchlauferhitzer wieder verloren haben.
Georg: Also ich darf die Zahlen jetzt auch heute nach 20 Jahren nicht sagen, aber es ist schon eine unglaublich hohe Menge an Menschen quasi durchgeschleust worden, wo im Nachhinein, wenn man so ein bisschen drüber nachdenkt, was haben wir da Geld verpulvert? Wenn ich dann heute immer noch sehe, dass sozusagen unglaublich wichtig ist, Neukunden zu gewinnen Lead Management und ich brauch da noch ein paar neue Adressen und ich will da noch ein paar neue Kunden gewinnen, dann sage ich immer „Hey Leute, dieser völlig unsinnige Kampf um die Neukunden. Der würde euch viel weniger Aufwand kosten, wenn ihr eure bestehenden Kunden besser pflegen würdet“ . Und die Firmen, die das tun. Ich habe vorhin den Namen Festool genannt, als Beispiel oder Breuninger als anderes Beispiel. Im Verlauf sicherlich noch weitere Beispiele, aber die, die das wirklich intensiv tun, die kapiert haben und nicht nur kapiert haben, sondern auch wirklich konsequent umsetzen. Die haben unglaublich ein Wachstum hingelegt. Also Festool, als wir sie beraten haben zum Beispiel. Das kann ich tatsächlich sagen. Das lag jetzt nicht allein an unserer Beratung. Etwas überhöht, aber man es zeigt aus meiner Sicht, was passieren kann.
Georg: Sie haben zu der Zeit 220 Millionen Euro Umsatz gemacht und mittlerweile liegen die irgendwie bei über 500-600 Millionen. Also das ist ein wahnsinniger Entwicklungsschritt. Bei Breuninger, wo ich Sie verlassen habe, waren es ungefähr 500 Millionen D-Mark. Jetzt war die 1,5 Milliarden Euro. Das ist auch eine Entwicklung, wo man, wo man sieht, wenn man dieses Thema konsequent macht und und es wäre fatal zu sagen, die machen keine Fehler, aber die machen vieles, vieles richtig. Und das ist aus meiner Sicht das Entscheidende. Man kümmert sich um die bestehenden Kunden. Und da ist dann eben jetzt die Frage nach Tools oder nicht Tools natürlich schon. Auch damals bei Yves Rocher, bei Breuninger, heute bei Kunden.
Georg: Wir haben jetzt vor kurzem einen ein Projekt mit einem großen Kunden aus der Großindustrie mit sechs Milliarden internationales Key-Account-Geschäft betreut. Da ist das auch ganz wichtig. Es gibt bei denen höchstens 50 60 Kunden weltweit. Da darf ich niemand verprellen. Das ist, das ist salopp gesagt sogar noch ein, zwei weniger, weil zwei der großen Kunden haben jetzt auch fusioniert. Also in dieser Branche, es werden eher weniger als mehr. Also muss ich da schon echt dieses Thema ernst nehmen. Und wenn ich jetzt dieses aktuelle Projekt mal nehme bei denen war einfach CRM 13 Jahre haben die uns tatsächlich gesagt, 13 Jahre immer wieder mal hochgespült, dann wieder weggespült, dann wieder hochgespült, dann wieder weggespült wurden von der Geschäftsführung. Und jetzt haben sie das Projekt gemacht. Im Sinne von. „Wir kommen nicht mehr umhin“, selbst wenn man 50 Kunden in Anführungszeichen nur hat, aber weltweit heißt es letztendlich pro Kunde haben die über tausend, teilweise 2000 Ansprechpartner. Das ist nicht mehr mit einem Handzettel zu machen. Das ist nicht mehr wie auf Zuruf zu machen, weil in China die Uhrzeit natürlich eine andere ist wie in Italien. Selbst wenn ich jetzt mit Amerika überlege, die Ost-West Diskussion ist ich habe da in Osten, ich glaube in Boston, wo ich zur Konferenz öfters war, das sind sechs Stunden Zeitunterschied. Meine meine Schulfreundin in San Diego erzählt mir 13 Stunden an die Westküste. Also von daher, das kannst du nicht mehr mit ganz normalen Dingen machen, sondern du kannst dann quasi asynchron kommunizieren. Du schreibst den Chat rein und wenn du eine Frage hast, der Kollege oder die Kollegin aus dem aus dem anderen Land antwortet dann halt zeitverzögert. Aber oder auch der Kunde antwortet zeitverzögert. Aber so kann man heute eben auch kollaborative Systeme wunderbar nutzen, um entweder untereinander und oder miteinander Projekte durchzuführen. Und das haben wir. Ich sage es mal auch Ich sage immer, das haben wir mit gesundem Menschenverstand an die Tagesordnung gebracht, dass wir sagen „Was braucht ihr für Mindestanforderungen? Was wäre schön? Was? Was?“ Was könnte man tun, damit man sich die Zukunft nicht verbauen? Wir letztendlich. Das Ganze hat immer wieder ein Thema. Ich muss den bestehenden Kunden optimal betreuen. Ich muss mit dem bestehenden Kunden wissen, was er, was er tut. Und gerade bei so Großkunden, das hatte ich jetzt sowohl bei dieser Firma in im letzten Jahr oder im Vergangen. In den vergangenen zwölf Monaten hatten wir da sehr viele Themen, auch mit anderen Projekten. Du brauchst diese ganze Adresse und Datenqualität Thematik, die musst du im Vordergrund stellen. Und das ist etwas, wo ich immer wieder Herzblut reinbringen, wo ich auch Herzblut quasi übertragen möchte. Ich sage mal so diese Emotionen reinbringen möchte im Sinne von Was nützen dir diese Daten? Du hast das gesagt, ich bin für die einfache Lösung. Da könnte man sagen Wie groß ist die Eins? Dann kann man sagen, für welche Bereiche ist die tätig. Wenn ich jetzt mal meinen Kunden natürlich auch wissen will, in welche Branche ist die aktiv, dann will ich nicht nur wissen, was ist die Haupt Branche, sondern was sind vielleicht unter Branchen. Dann will ich wissen Für welche Mitarbeiter habe ich Ansprechpartner gewinnen können? Für welche Aufgaben sind sie zuständig? Was hat, was spielt eine Rolle? Das sind so unglaublich viele Dinge drin, die letztendlich die Technik zwar unterstützt, aber ich muss den Frank fragen
Georg: „Hey Frank, sag mir doch bitte mal, wie alt bist du denn?“ Wenn du mir das jetzt nicht sagst, kann ich sagen ich mache jetzt eine Alters Schätzung und sagen zumindest okay, so nett wie du aussiehst, bist du noch keine 50.
Frank: Was möchtest Du trinken?
Georg: You know what I mean. Aber letztendlich dann kann man zumindest den Mitarbeiter sensibilisieren. Wie kann ich dieses dieses Wissen in eine Struktur bringen? Wie kann ich dieses Wissen in eine Information bringen und wie kann ich das, vor allem dann jetzt, mit Thorsten zusammenarbeite und sag „Okay, der Frank, der ist vielleicht um die 50… „
Thorsten: Jetzt schmier dem nicht so viel Honig um den Bart :)!
Georg: Dann kannzu Thorsten sagen „Bring ihn bitte jetzt kein kein Red Bull mit, sondern bring ihm was anderes mit, weil er trinkt vermutlich eher Whiskey“, sage ich jetzt einfach mal.
Frank: Sehr gut. So, jetzt sind wir doch auf der richtigen Schiene unterwegs.
Georg: Das meine ich, dass diese Dinge ich ich mache jetzt noch mal platt an diesem Beispiel, was ein Bau-Fachinformationsanbieter mit uns gemacht hat. Wir haben im Prinzip die Kunden eingeschätzt aufgrund des Vornamens. Hmmm. Wir konnten nicht fragen, Frank, wie alt bist du? Wir konnten nicht fragen wie alt bist du? Es war viel zu aufwendig, sondern wir haben gewusst, okay, die Geschäftsführungs-Mitglieder haben wir registriert, also haben wir gesagt. Wie alt schätzen wir ungefähr anhand des Vornamens sind die Leute ungefähr? Noch zwei, drei weitere Kriterien und dann haben wir gesagt, wer ist über 40 und wer ist unter 40. Ganz grob. Das jetzt ein paar Jahre her, das war zu Zeiten, wo Cloud noch in der Anfangsphase als Entscheidungskriterium hatten, kauft sich jetzt eine Firma eher eine Cloud Software oder kauft sich die Firma eher die CDs, DVDs, damit sie die Systeme bei sich installieren kann? Und. Über diese Vornamens-Alters-Einschätzung plus zwei, drei Kriterien hinzu und diese Entscheidung ist vermutlich oder die Firma ist vermutlich mit einem Geschäftsführer über 40 oder unter 40, konnten wir sagen. Den über Vierzigjährigen bieten wir die DVD an, den unter 40 jährigen bieten wir die Cloud-Lösungen an… Und das Ganze wurde quasi noch mal Rückwärts getestet, um festzustellen, ob die Idee gut war oder nicht gut war.
Georg: Und ist überrascht jetzt keinen. Die Idee war so schlecht nicht, weil letztendlich die die jungen Leute unter 40, die haben quasi ihren Meisterkurs vor kurzem erst gemacht. Die denken anders. Die haben eine andere Entwicklung im Social Media Bereich, im Software-Installationsbereich mitgemacht. Die sind mit Cloud aufgewachsen, die wissen was Datenschutz in der Cloud bedeutet. Die Älteren haben da einfach noch ein bisschen Ängste, Manschetten, sonstige Berührungsängste gehabt. Ist ja nicht schlimm, aber da wiederum kann man aus CRM Gesichtspunkten eben überlegen, was ist jetzt sozusagen das beste Angebot? Was ist möglich? Ein möglicher Service? Den älteren Zielgruppen hat man dann auch bei der Installation noch ein Service Angebot gemacht.
Thorsten: Aber, Georg, … Sorry, dass ich da jetzt mal ins Wort falle, aber da sind wir ja schon einen Schritt, da überspringen wir ja ganz viele Schritte in diesem Teil schon. Also bevor wir zu einer Software Auswahl kommen, muss ich vielen Menschen da draußen ja nicht nur die Wichtigkeit von CRM erklären, sondern auf der anderen Seite offensichtlich auch die Methodik näher bringen und die Möglichkeiten sich mit dieser Kundenbeziehung intensiver zu beschäftigen. Weil die Software, nehmen wir ruhig mal so ein Teil, ich meine, die Telekom hat eine tolle Software mit Sicherheit für CRM, aber trotzdem behandelt sie ihre Bestandskunden nicht so gut wie Neukunden oder viele andere. Die kriegen die tollsten Angebote, wenn sie irgendwie neue Verträge abschließen und der alte Kunde bleibt auf dem Abstellgleis und ich werde nicht regelmäßig angerufen. Ich komme erst wieder ins Spiel, wenn der Rückholservice kommt. Wenn ich gekündigt habe. Dann kriege ich plötzlich wieder tolle Angebote. Das ist ja nicht Kunden-Relation, das ist ja hat mit Kundenbeziehung nichts zu tun.
Georg: Sprichst Du sprichst da tatsächlich zwei, drei ganz, ganz wichtige Sachen an. Das erste ist also, wenn wir jetzt noch mal ganz konkret auf den Softwareauswahlprojekt gehen. Es ist für das Team, was zusammengestellt wird bei dieser Softwareauswahl-Arbeit mitzumachen, ganz wichtig, dass die vorher geschult und sensibilisiert werden. Was kann so eine Software grundsätzlich leisten? Und was sollte, jetzt mal unabhängig einer Software, so was können? Was kann man alles tun, wenn man will, man ordentlich Kundenbeziehungsmanagement macht? Und dann, wenn diese Leute, ich nenne es mal einen Blick über den Tellerrand, wenn die diesen Blick über den Tellerrand mal genossen haben. Von ein oder zwei Stunden. Manchmal sind es tatsächlich sogar ein oder zwei Tage, die wir da Workshop machen. Dann sagen sie „Hey cool, was geht da alles draußen“. Das ist ja eine richtige Begeisterung, die wir da auslösen können. Und dann ist dieses Team auch in einer ganz anderen Verfassung Software auszuwählen. Das ist eben, wenn ich jetzt quasi, sage ich, ich gehe in ein Team rein, wo ich sage mal, zehn Jahre einfach so gearbeitet hat. Wie unter einer Käseglocke gearbeitet hat. Man hat nicht viel von draußen mitbekommen und das will ich jetzt nicht nicht negativ sehen, sondern man hat sich einfach ganz gut damit im Markt etabliert gehabt. Aber man hat nach draußen jetzt nicht die die Innovationskultur im Kernbereich gehabt. Dann macht es relativ wenig Sinn, sofort ein Auswahlprozess zu starten, weil die einfach nur die Anforderungen stellen, die sie kennen. Aber wenn man genau diesen Schulungs Aspekt vorne anstellt und die Leute sensibilisiert, ich sage mal nicht nur sensibilisiert, klingt so ein bisschen medizinisch, sondern auch begeistert, was da alles möglich ist. Denn den Saint-Exupéry Spruch auch deswegen ist diese Vision so wichtig. Wo will ich denn hin mit meinem Unternehmen? Wo kann ich denn hinreisen mit dieser Kundenbindung? Dass das begeistert die Leute und das öffnet auch den Horizont und die Gedanken. Strukturen werden dann entsprechend freier. Und das führt letztendlich dazu, dass eine ganz andere Software ausgewählt wird und die dann auch im Unternehmen ganz andere Dienste leisten kann. Also Stichwort 1 Mitarbeiter, Mitarbeiter, Mitarbeiter, die müssen bereit sein, die müssen geschult sein. Und ich gebe mir jetzt gebt euch mal ein Stichwort Schulung und Training noch vielleicht für später
Frank: Aber dann ist es einfach so, noch mal ein Schritt zurück, dass man sagen muss In dem Moment, wo ein Unternehmen sagt, wir brauchen einen CRM Software, dann ist das eigentlich ein Synonym dafür, dass sie sagen, Wir brauchen eine Strategie. Aber letztendlich seid ihr nicht die CRM-Software-Vorbeibringer und -Installierer, sondern ihr steigt ja schon deutlich früher ein und geht dann wirklich rein und sagt „Jetzt ist eigentlich die Reife im Unternehmen gekommen, sich mit der mit dem Thema Strategie wesentlich detaillierter auseinander zu setzen als jemals zuvor“. Und von daher ist also das der Begriff CRM Software einführen eher das Synonym zu sagen Wir brauchen jemanden, der uns berät, der uns abholt und der uns dann auf einem langen Prozess mitnimmt.
Georg: In einem anderen Kontext gibt es eine sehr schöne Studie, die wir auf unserem Portal veröffentlicht haben. 66% der 500 Befragten, das war eine Oracle Studie, 66% der Befragten Inside-Sales-Mitarbeiter sagen, sie würden lieber ihr Bad putzen, als ihre CRM Software zu pflegen. Und das ist natürlich eine fatale Aussage. Aber letztendlich steckte halt genau das drin, was du ja auch sagst. Also es ist ein Hilferuf, dass man quasi eine Software ausgewählt hat, ohne eben diese Fragestellung vorher zu klären, ohne diese Sensibilisierung, Begeisterung auszulösen, ohne auch, dass die Führungskräfte gesagt haben „Hey, wir stehen dahinter, wir wollen nicht einfach nur was bestellen und dann wird geliefert“, sondern das ist ein Change Prozess, der da ausgelöst wird.
Georg: Wobei ich ehrlicherweise in den letzten zwei, drei Jahren versuche, diesen Begriff Change Management bewusst nicht zu sagen, weil da kriegen sofort manche irgendwie Kribbeln und Hals und so. Und deswegen würde ich da eher so subtil, finde da einfach eine Veränderung statt. Und das nächste Stichwort, wo ich da gerne in solchen Kontexten unterbringen möchte, ist einfach Man merkt in den letzten Monaten, ich war jetzt auf dem CXForum in Düsseldorf. Man merkt in verschiedenen anderen Diskussionen, dass die Rolle der HH der Personalabteilung ist in der Hinsicht viel zu schwach, aus welchen Gründen auch immer. Entweder weil man die Abteilung abgehalftert hat oder weil sie selber noch gar nicht diesen Kontakt hergestellt hat zu dieser Relevanz. Also das ist auch eine Frage der Sensibilisierung. Aber am Ende ist das Thema Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen für das Kundenbeziehung Management so wichtig.
Georg: Und auch da vielleicht ein Beispiel aus meiner Vergangenheit. Bei Yves Rocher haben wir uns immer wieder gewundert. Wir haben die die Kunden gepampert nach allen Regeln der Kunst und die Mitarbeiter wurden teilweise geprügelt, dass man sich gefragt hat „Hey, wie passt das zusammen? Wie können wir die Mitarbeiter so behandeln und gleichzeitig aber Bestleistung gegenüber den Kunden erwarten?“ Das funktioniert nicht. Dann haben wir einen neuen Geschäftsführer bekommen, der hat es völlig klar verstanden. Es war ein Holländer mit einer deutschen Frau, der sowohl die holländische als auch die deutsche Kultur wunderbar vereinigt hat, dieses Laissez faire aus der französischen Kultur aber auch schön untergebracht hat. Und der hat auf einmal angefangen, die Mitarbeiter wirklich von der Kantine und der Dame bis bis hoch hinauf alle unglaublichen Respekt entgegenzubringen. Eine klassische Ziele und Führungs Diskussion, aufgebaut im Sinne von Wie muss das Team aufgebaut sein? Und das ist deswegen ist es der nächste Punkt. Wer kundenorientiert denkt und handeln möchte, der kann das nicht in einer funktions orientierten Struktur machen, weil die funktionsorientierte Struktur immer diese Silo-Denke mit sich bringt, weil die Ziele auch in der Regel das war das Stichwort, was Thorsten mir auch noch mal gegeben hat vorhin mit seinem Einwurf Die Ziele sind eben auf Ich muss mehr Neukunden generieren. Aber warum musst du mehr Neukunden generieren? Weil dir die hinten rausfallen. Aber wenn du deine bestehenden Kunden gar nicht hinten rausfallen lassen würdest, würdest du vorne keine Neukunden brauchen. Jetzt könnte man sagen, „aber die Qualität von den Neukunden war scheiße“. Also sagen wir nein. Dann müssen wir vorne überlegen, wie können wir die, die vorne reinkommen, besser machen? Also müssen wir gucken, welche sind gute Kunden, damit wir ähnliche Zwillinge oder oder von diesen von diesen wiederfinden. Also das ist auch eine Frage Wie kann ich Neukundengewinnung optimieren? Jetzt haben wir bei Yves Rocher einen gnadenlosen, coolen Veränderungsprozess, zwar über Nacht, aber ich fand ihn im Nachhinein als eine der besten Entscheidungen, die ich erlebt habe. Wenn man Veränderungsprozesse gehabt, indem wir gesagt haben, es gibt nicht mehr diese funktionsorientierte Struktur, sondern es wird gesagt, es wird nach Zielgruppen ausgerichtet. Es gibt also ein Team, was sich um Neukunden kümmert. Es gibt sich ein Team, was jung, Bestandskunden, Top Kunden kümmert, ein Team, was ich um Rückgewinnung kümmert und und. Der spannende Punkt bei der bei der Neukundengewinnung war die Neukundengewinnungs-Team-Mannschaft war nicht dafür verantwortlich, einfach nur neue Kunden zu gewinnen, sondern die mussten innerhalb von sechs Monaten auch rentabel werden. Da konnte nicht die Kollegen Abteilung sagen Hey, ihr liefert mir Bullshit, weil die, die ja die Gewinner konnten, sagen ich habe meine Pflicht erfüllt, indem ich einfach Menge leiste. Das ging nicht mehr, sondern es musste quasi Menge und Qualität in Einklang gebracht werden. Und erst dann, nach sechs Monaten durften diese neu gewonnenen Kunden auch in andere Segmente wechseln. In welches sie dann auch immer gewechselt haben, sei mal dahingestellt. Aber so haben wir eine ganz andere Art von Kundenbeziehung Management aufbauen können. Und das ist auch ein Tipp, den ich viel unternehmen. Jetzt in letzter Zeit. Ich habe jetzt dieses Manifesto geschrieben, da können wir vielleicht nachher noch mal drauf eingehen, wo ich einfach sage Wer kundenorientiert handeln und denken will, der darf nicht in der funktionsorientierten Organisationsstruktur verharren, sondern sollte es zumindest überlegen. Wie kann er sich einer meiner Zielgruppen, Struktur oder Zielgruppen bedienen? Denn Struktur näher über den Weg können wir sicherlich noch mal diskutieren, aber das halte ich für sehr, sehr wichtig.
Thorsten: Aber da gibt es doch genau diese, diese große Schere da draußen. Also Du hast gerade unheimlich viele gute Stichpunkte zu diesem Teil genannt, wo bei vielen Unternehmen oder auch in vielen Methodiken, in vielen Strategien diese Punkte fehlen. Kundenorientierung, Customer Centricity, CX also Customer Experience und so was. Das sind alles Punkte, wo sich viele gerade, in diesem Bereich, ja relativ wenig Gedanken darum machen, weil sie glauben, sie kennen ihre Kunden, haben sich aber nie mit Personas beschäftigt oder mit den Bedürfnissen, die diese Kundengruppen da draußen haben. Dementsprechend schlecht können sie sie draußen ansprechen oder eben auch anschließend bedienen. Wenn ich einen Kunden gewinne, auch da ist das richtige Stichwort hierzu genannt. Also wenn ich einen Kunden gewinne, dann ist das vielleicht die Kundengewinnung, aber irgendwie sollte der ja auch da bleiben und zufrieden sein. Und warum ist das so, dass in vielen Unternehmen, gerade durchaus auch in den kleineren und mittleren Unternehmen, diese Denke noch nicht so verankert ist, obwohl sie heute so eklatant wichtig ist?
Georg: Das zeigt eben auch das Tagesform. Das war für mich tatsächlich noch mal so ein mein geflasht würde ich jetzt nicht sagen, aber es ist eigentlich ein Augenöffner. War das tatsächlich auch. Es waren wirklich renommierte Unternehmen da, die geredet haben, es waren renommierte Unternehmen im Zuschauer Bereich und und. Alle die gesprochen haben, haben den Titel oder oder Teamleitung X oder Y oder so was mit sich gebracht. Und dennoch hat sich eins gezeigt Es ist ohne Management Support funktioniert das nicht und deswegen kann ich es auch erzählen. Espresso, die die Kollegin von Espresso Österreich hat wunderbar folgendes erzählt Man hat einen Espresso, um dieses Thema Cx, Kundenorientierung vorwärts zu bringen. Zuerst ein Team aus der Geschäftsführung zusammengestellt. Es hat aber nicht funktioniert, weil es die Wunschkandidaten der Geschäftsführung waren. Danach hat sie gesagt, ich würde gerne noch mal frisch beginnen und hat dann ein Team zusammengestellt nach dem Motto Wer möchte denn mitarbeiten, also bewerbe dich dafür. Und ich glaube, die Wahrheit liegt in der Mitte. Aber es zeigt einfach auch hier, dass wenn die Geschäftsführung dahintersteht, ist es schon mal gut, aber sie sollte nicht dirigistisch da eingreifen, sondern sie soll den Rahmen schaffen. Also wie in der Politik in einer guten Firma ist es nicht wichtig, dass die Geschäftsführung die Details diskutiert. Das ist der Rahmen, das ist die Richtung. Und den Rest sollen die die Mitarbeiter machen und möglichst repräsentativ auch aus dem Unternehmen sein. Wir haben mit mit Klick ein Gespräch geführt. Klick diese Analyse Software oder haben die deutschen Manager haben erzählt, es gibt eine eine Untersuchung bei einem Kunden von Klick, da durfte jetzt darf der Name nicht genannt werden. Die haben alle Mitarbeiter gefragt Von welchen deiner Kolleginnen und Kollegen holst du dir die Informationen, die du brauchst über die Strategie und an wen gibst du diese Information weiter? Und das Lustige war, dass es drei Leute waren, die besonders im Unternehmen das 500. mit ca. 5 600 Mitarbeiter groß war, dass drei Leute besonders oft genannt worden sind, und zwar unter anderem der Security Officer. Weil der quasi im ganzen Unternehmen im Prinzip herumgekommen ist und unentdeckt bekannt war wie ein bunter Hund. Und mit dem Wissen, wer denn diese Information an wen weitergibt und wer wo sie her holt, kann man natürlich auch überlegen. Wie kann ich diese Kommunikation ins Unternehmen herein verbessern, damit das, was ich versuche zu kommunizieren, dass es ankommt und gleichzeitig, wenn ich das ist ein Naturgesetz, wenn ich eine Herde von sieben bis zehn Prozent in meinem Unternehmen habe, die repräsentativ für das Unternehmen stehen, wenn die in eine Richtung laufen, dann ist die restliche Herde läuft dann in der Regel mit. Also diese diese Multiplikatoren Funktion, das ist nicht ein oder zwei Leute, sondern es sind eben diese 7-10 % der Wert der Firma, die da eine wichtige Rolle spielen. Das wird auch immer wieder bestätigt. Es ist diese Gallup Studie, die jeder auch schon irgendwo mal gehört hat in den letzten Jahren. Gallup sagt mehr oder weniger seit vielen Jahren immer. Es gibt 10%, die ziehen den Karren, es gibt 80%, die sind mehr oder weniger indifferent und 10 % haben innerlich gekündigt. Gut, die die innerlich gekündigt haben, die musste eh mitziehen, aber den Rest. Und wenn du es schaffst aus den 7 bis 10 %, 12-13% zu machen, dann weiß jeder das geht natürlich mehr und das ist im Beziehungs Management vor allem bei diesem Veränderungs Geschäft, wo wir gerade vor uns haben, ein ganz ganz wichtiger Punkt, dass sich die Leute begeistert sagen Okay, bisher bin ich zum Kunden gefahren und habe gesagt ich gehe zu dem, wo den besten Kaffee gibt. Oder mit dem ich den nettesten Smalltalk machen kann oder weil der gerade auf der Reiseroute in der Nähe liegt, dann fahr ich da halt noch schnell vorbei. Das ist okay. Ich sage mal nicht anders zu verhindern ist aber, wenn man Kunden wert Betrachtungen macht, wenn man den Leuten auch klar macht, dass das ist Vorbeigehen ist kostet Geld. Könnte wichtig sein, dass das lieber jemand bei dem einen oder anderen macht. Der der, der nicht so viel Geld kostet wie der Außendienstler. Dann kann ich dem Außendienstler auch sagen Verändere doch ein bisschen dein Verhalten, du wirst erfolgreicher, weil du wirst nicht beim Kaffeetrinken erfolgreich verkaufen oder beim Braten oder beim Service Geschäft erfolgreich sein und und gleichzeitig. Es ist auch ganz cool, wenn mal der Kollege aus dem Innendienst mal anruft und sagt Hey, gibt’s was Neues. Und dann, wenn es dann auf einmal wichtig wird, ja jetzt es was Neues, dann kann der Außendienst auch vorbeifahren. Und das ist eine ganz andere Art der Zusammenarbeit. Die, die diese ganzen Silos auflöst, und das ist harte Arbeit. Es hat es Scott Brinker in der Martec sehr schön immer wieder formuliert, aber auch Tom Fishburne unser Marketing Cartoonist. Das Marketing ist in kurzen Worten. Ich guck immer wieder gern rein und er hat wunderschöne Beispiele dazu.
Thorsten: Wenn du das so richtig beschreibst, dann kommt eins ja immer weiter zum zum Vorschein. Also tatsächlich sollten wir aufhören, in irgendwelchen Branchen oder sonst irgendetwas zu denken, sondern immer mehr an den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und auch nicht diese ganze Denke mit. Wir hatten es glaube ich im Gespräch mit Klaus Eck ja auch schon mal gesagt. Eigentlich ist es ja Quatsch, heute noch von B2B und B2C zu reden, wenn man doch eigentlich Business to Human haben.
Georg: Ich denke, dass die Trennung teilweise schon Sinn macht. Ja, ich gebe dem Klaus recht, dass es erst mal ist, es am Ende einen Menschen Geschäft. Aber wir haben zwei, drei Dinge aus meiner Sicht, die ich differenzieren würde. Unser weltweiter Key-Account-Geschäftskunde, den wir die letzten Monate hatten. Natürlich ist es ein extremes Menschen Geschäft, was die machen. Auf der anderen Seite ist es ist schon etwas ganz anderes, wie wenn ich jetzt die Woche oder was haben wir Zalando nehme beispielsweise oder oder Otto-Versand nehme die Otto-Versand auf und schon gar nicht mehr sagen. Aber das Teil zeigt einfach Ich bin mit Otto aufgewachsen. Ich finde auch Otto gut, um das noch zu sagen. Ja. Also von daher. Aber das ist ein ganz anderes Geschäftsmodell. Da ist dieses diese. Natürlich habe ich diese Beziehungen zu Personen, aber am Ende ist es diese one to many Betrachtung, die einseitig ich ich als Team habe. Bei Otto sei jetzt mal nur drei Kundengruppen, die schnell mal zehn-, zwanzigtausend oder 30000 groß sind. Das ist nicht mehr in der einzelnen Beziehung haltbar und machbar.
Thorsten: Aber denken muss ich es ja dennoch. Na ja, da komme ich, komme ich ja immer wieder gerne drauf zurück. Es spielt ja also da, wo ich glaube. Meine meine Meinung ist, das kannst du natürlich sehr gerne widersprechen. Aber tatsächlich ist es so für mich, dass ich der festen Überzeugung bin, dass wenn die Menschen in den Unternehmen, sich mehr mit den einzelnen Menschen beschäftigen würden, sie wesentlich schneller an diese Punkte kommen. Also je kleiner die Zielgruppe wird, eben nicht diese 20-30000 als große Zielgruppe zu sehen, sondern als eine differenzierte Personengruppe zu sehen. Vielleicht und letzten Endes dann auf das einzelne Individuum zurück oder runterzubrechen, ist von größerem Erfolg gekrönt, als in der großen Zielgruppe zu denken. Und wenn ich damit vorgehe und ich weiß „Hey, ich bin ein Vertriebler von einer Software, die ein ein Unternehmen mit X gebrauchen kann“, und der Entscheider, der Ja sagt zu der Software ist CEO oder Einkäufer oder what ever. Aber diejenigen, die ich erreichen muss, sind eben nicht die CEOs, sondern ich muss da die Anwender erreichen. Ich muss diejenigen, die es einsetzen, erreichen. Die sind diejenigen, die Probleme mit ihrer derzeitigen Software haben, vielleicht auch die Lösungssuche für eine neue Software sind. Das sind ja meistens eben nicht die Entscheider, die nachher das Portemonnaie aufmachen, sondern es sind ganz andere Zielgruppen.
Georg: Das ist richtig.
Thorsten: Und so ist es bei den kleinen Teilen ja auch schon, wenn ich an ein kleines Unternehmen denke und ich sage Hey, dieses Unternehmen braucht eine neue Internetseite und die Internetagentur geht los und möchte unbedingt den Chef erreichen oder die Chefin erreichen. Ist das der falsche Weg, weil die wahrscheinlich hingehen und sagen „Suchmir mal drei“ … zu irgendjemanden, Praktikanten, Praktikant, Vorzimmerdame, Assistenz, whatever. Sagen Sie Dann „such mir mal bitte drei Dienstleister, die infrage kommen“. So, und dann gibt es eine Entscheidungsgrundlage und erst dann entscheide ich. Aber da ist diese Erreichbarkeit doch schon längst gefallen. Also muss ich andere Menschen erreichen. Also muss ich mich in die Zielgruppen viel, viel differenzierter reindenken können. Und das geht nur auf Individualitätsbasis.
Georg: Ich gebe da teilweise recht, teilweise sehe ich es tatsächlich anders. Aber das ist ja auch das Spannende an unserer heutigen Diskussion. Ich sage mal im B2B-Bereich ja, da gibt es dieses sogenannte Entscheidungsgremium, nenne ich das immer. Das Entscheidungsgremium ist eben, wie du es beschrieben hast, es gibt den Chef, es gibt irgendwie zwei, drei Mitarbeiter oder fach das Fach Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin oder Einkäufer. Und dann gibt es die, ich nenne sie Information, selektiere, Rolle. Das ist die Assistenz in der Regel und bei allen meinen Vorlesungen und und und. Vorträgen sage ich immer „Bitte macht euer Business nicht ohne diese Person“, weil ihr werdet ein Teil immer kläglich scheitern, wenn ihr sie nicht mit einbezieht. Wir haben bei Breuninger, das ist auch so meine Lieblingsgeschichte, mal folgendes gemacht Wir haben die Top-Manager eigentlich sprechen wollen. Damit und das ist schon wie gesagt 20 Jahre her. Wir haben die Top-Manager angesprochen, gekauft, doch endlich mal wieder neue Anzüge für die nächste Saison. Wie bringst du Top-Manager zum Breuninger? Du kannst sie anschreiben, da passiert nix. Weil die Assistent vermutlich dieses Mailing wegwischt privat anschreiben geht auch, aber ist nicht ganz so prickelnd, weil ja im Prinzip eine andere Empfänglichkeit vielleicht da ist. Also was haben wir gemacht? Wir haben sie quasi unter B2B-Gesichtspunkten angeschrieben, aber im Sinne von „Liebe Sekretärin, mache doch bitte für deine Chefs einen Termin aus“. Und wenn der Chef vorbeikommt und einen Termin bei Breuninger macht uns mindestens zwei Anzüge und noch was er sich was Schuhe, Hemden und Hosenträger Gürtel sonst was zu kaufen, dann bekommst du, wenn er wieder zurückkommt, auch ein kleines Geschenk. Ähm, also wie bringt man diese dieses Entscheidungsgremium mit mit in den Kontext? Das ist ganz wichtig, oder? Oder die Firma. Ich weiß es. Ich glaube, es war. Stihl oder Kärcher einer von denen, die bei uns hier um die Ecke. Ich muss es zugeben, ich weiß nicht was die haben eine eine wunderbare Agentur Idee aufgegriffen, die haben eine Flasche Schampus in ein Behältnis gepackt und es pelt es konnte man nicht einfach so aufmachen haben das glaube ich nur 500 Leute verschickt. Es war keine große Menge, aber man konnte das Ding nur aufmachen, indem er zu Stihl in den Fachhandel ging und das neue Werkzeug ausprobieren konnte. Es sei. Und damit hat man eben eine. Ich sage es mal wie heißt dieser diese dieses trojanische Pferd hat man quasi es geschafft, dass die Leute eben die selektieren. Also sprich die Assistenz hat gesagt ich kriegt es nicht auf, aber sie so werde ich, ich kann es nicht wegwischen. Das macht keinen Sinn. Und auf der anderen Seite ist dann die Geschäftsführer Position ist dann in den Laden gegangen und gesagt ich will das mal sehen, wie das funktioniert hat und in dem Fall Handwerker, Geschäftsführer und hat sich das zeigen lassen und dann haben sie vielleicht eine Flasche Schampus für sich drin da ist. Ich habe gesehen, wie das Werkzeug funktioniert und das hat natürlich total funktioniert. Das wäre der eine Teil der Antwort und der zweite Teil ist sie. Gibt es auch Entscheidungsgremien? Also ich habe mal mit Fabulous oder mit ähnlichen Investitionsgütern in B2C-Bereich gesprochen. Da macht es natürlich schon auch Sinn zu überlegen, wer finanziert jetzt ein Haus? Da ist die Oma, Oma oder Opa mit dabei. Da ist die Kinder haben vielleicht auch eine Rolle zu spielen, weil sie einfach auch gewisse Dinge mitentscheiden. Also da macht es auch Sinn über so ein Entscheidungsgremium zu denken und die auch durchaus in die Kommunikation mit einzubeziehen. Und wenn ich jetzt noch mal Otto, Zalando oder oder andere nehme völlig wurscht. Da ist diese Eins zu eins Beziehung natürlich sehr wichtig und da ist es, wie du sagst, auch deshalb wichtig zu sagen Ich ich denke in persona, das heißt eine Person oder Gruppe ist. Ich habe fünf bis acht Personen in einer einer Firma gibt es dann meistens und innerhalb der Persona gibt es aber noch mal Untergruppen und das ist da kommt dann wieder das Thema Marketing Automation mit ins Spiel. Da kommt das Thema Personalisierung mit ins Spiel, da kommt das Thema Individualisierung mit ins Spiel. Und dann kommt wieder die Frage Hast du genügend Adressen mit den richtigen Daten? Kannst du genügend personalisieren? Oder was passiert, wenn ich jetzt nicht weiß, dass Frank gerne rote Pullis anhat und Thorsten eher schwarze? Na dann, dann muss ich ja überlegen Was biete ich euch jetzt an? Da kann ich euch nämlich anbieten, du kannst schwarz und rot angezeigt bekommen. Bei Frank würde ich jetzt natürlich sagen, du kriegst den Roten angezeigt, weil ich weiß, dass du rot magst. Oder du kriegst den Roten nicht angezeigt oder den Schwarzen, weil sie nach dem Motto Rot hast du ja schon, also kriegst du schwarz angezeigt. Und umgekehrt bei Thorsten auch. Oder wenn ich nicht weiß, was auf eine Präferenz hab, dann mal schwarz rot ist gerade eine coole Farbe. Das zur Wahl und wir wissen aus der Psychologie, dass was angeboten wird, wird schon relativ häufig gekauft, wenn es nicht völlig an der Sache vorbeigeht. Und diese Personalisierung Individualisierung ich denke, das ist ein Ding, was die Geschäftsführung nicht vorgeben kann, sondern die Leute sucht, die so was tun können, die in der Lage sind so zu denken, die auch ausrichtet. Und da sind wir wieder bei dieser Organisationsform. Wir haben bei beim Bauer-Verlag ein Projekt gehabt, wo quasi Callcenter quer durch den Gemüsegarten alle Zielgruppen telefoniert haben. Das macht natürlich keinen Sinn, weil in einem Ergebnis war Wir haben 40 Call Center analysiert und es kam zum Beispiel ein Call Center dabei heraus, der hat unglaublich erfolgreich telefoniert. Bei Senioren Zielgruppen. Man sagte Ich habe das analysiert und dann sagte die Person, die die Call-Center managt. Ist doch logisch. Die sitzen, das sind alle 50 bis 55 jährige Leute, die sitzen die beim Kaffeeklatsch im Hinterzimmer, bei der Firma, bei Frau Soundso und telefonieren da. Das sei doch klar. Dann müssen die in Zukunft vor allem die Senioren, Zielgruppen, die die goldene Blattläuse anrufen und so weiter. Die jüngeren Call Center Mitarbeiter dürfen. Damals gab es noch Bravo! Ja, gibt es immer noch. Aber aber ihr wisst, was ich meine. Deswegen habe ich gesagt naja, die die einen kriegen dann viel, vielmehr diese junge Leserschaft als als Anruf. Damals konnte man wie gesagt nur anrufen. Aber es geht ja darum, ob diese Denkmuster ich ich kann doch keinen Studenten eine oder ich kann schon, aber es ist viel schwieriger, eine Studentinnen und Studenten, jemand, die der Frau der Goldene Blatt zu verkaufen. Also das macht aus meiner Sicht keinen Sinn, dann gleichzeitig, wenn ich dann denke, es gibt die die TV Movie, die TV Spielfilm, diese ganzen TV Zeitschriften, die dann die Zielgruppe Familie Junge Familie gehen. Da kann ich wieder, da brauche ich andere Verkäufer Typen, da brauche ich andere Kunden, Manager und da das ist das Feeling und letztendlich auch für die Führung und solche Leute herauszupicken. Und dann wiederum jetzt komme ich zum Kreis bei dir, Torsten, du brauchst halt je nach Zielgruppe Personal brauchst du eine Strategie. Du brauchst aber auch deine Maßnahmen Baukasten. Und du brauchst Leute, die dir überlegen, was kann ich über eine längere Strecke den Leuten anbieten und dann brauchst du ein Tool, das dir das wiederum erlaubt. Ich sage mal am Anfang Teil automatisieren und im Laufe der Zeit immer mehr automatisieren. Da gibt es wunderbare Tools mittlerweile, die sowohl digital als auch mit mit Print kombiniert oder mit Callcenter kombiniert Dinge ausspielen und sagen So, jetzt hat er. Ich sage mal, der Kunde hat gezuckt, jetzt muss man ihn anrufen oder der Kunde hat gejuckt, also muss man bei dem Außendienst vorbei schicken oder er hat nicht gezuckt, also müssen wir was anderes tun. Oder er hat gekauft. Dann müssen wir wiederum überlegen, also diese ganzen Algorithmen auszudenken. Und das ist wiederum eine ganz spannende Punkt. Es hat Scott Brinker mal sehr schön formuliert. Das ist so die Deutschland, würde man sagen, die eierlegende Wollmilchsau. Das sind ganz andere Typen von Menschen, das ist nicht mehr der der E-Commerce oder der E-Mail. Das ist nicht mehr alleine der der Callcenter Verkäufer, sondern das sind Leute, die übergreifend denken können und handel können. Und auch diese ist erst mal wie beim Billard die Kombinatorik und Anstoß Ketten denke haben. Also wenn die eine Kugel ins Loch fällt und bleibt die anderen legen. Was mache ich mit den restlichen oder was muss ich will muss ich anstupsen, dass das das entsprechende Feld abgeräumt wird. Und das ist eine andere Mentalität im Business. Also deswegen die einen sind Generalisten, Kunden, Manager sind Generalisten auf ihre Zielgruppe hin und nicht Kunden. Manager sind eben eher Spezialisten, die dann in ihre Fachkompetenz einen super Job machen können.
Frank: Jetzt hast du uns ein unglaublich breites Spektrum aufgezeigt. Rundum sehr faszinierend. Jetzt habe ich eine Frage, die automatisch daraus natürlich entsteht Kann man so was überhaupt in einen Zeitrahmen fassen für einen Auftakt Projekt? Also kannst du jetzt sagen, wenn man sich mit CRM befasst, dann muss man mindestens X oder Y an Zeit einsetzen. In wie viel Zeit muss man sich nehmen? Wie? Wie startet man in so ein Projekt? Weil das nach hinten natürlich ein riesen Modell wird. Aber wie macht man die ersten Schritte? Und wie kann man das zeitlich überhaupt in einen Rahmen fassen?
Georg: Also dass das Stichwort oder das der Begriff Projekt ist an der Stelle schon tatsächlich. Ich sage mal, streichen wir bitte. Weil immer wenn von einem Projekt gesprochen wird, dann geht bei mir die rote Lampe an ist Prozess richtig? Ja, das ist. Lass uns, lass uns die Reise vielleicht bezeichnen. Es ist eine Reise, auf die ich mich begebe. Der der Tobias hat neulich in einem Interview, was ich mit ihm geführt habe zum Thema Wie. Wie baut sich die Firma Adito im Moment um? Auch schön formuliert Er hat gesagt Ich weiß noch nicht, wo wir rauskommen, aber ich habe mich jetzt mit dem Team auf eine Reise begeben. Und bis jetzt, und das ist jetzt, glaube ich, ein knappes Jahr her, hat er gesagt Ich gehe davon aus, dass es noch ein Jahr dauert, und dann ist er vermutlich nicht am Ziel, aber er ist an einem ersten großen Meilenstein. Sag noch mal so und ich glaube auch die Frage, die von dir, Frank, ich glaube, dass es schon Sinn macht, so mit einem 2 Jahres Horizont zu denken. Selbst wenn ich jetzt noch keine Strategie habe, sondern der Impuls kommt aus einer Software und sage Okay, die Software soll jetzt mal vielleicht erste Wunden heilen, dann sollte man sich mal so klassisch sagen Im Durchschnitt brauche ich zwei bis drei Monate, um die Anforderungen zu formulieren. Ich muss vielleicht ein Big Picture der Geschäftsführung erbringen im Sinne von Wo will der den ungefähr hin? Ich brauche vielleicht auch ein it big picture im Sinne von Wie sieht eure Landschaft heute aus? Wo soll die ungefähr hin sich entwickeln? Was gibt es für Dinge, wo schon ein bisschen her? Ich sage mal, welche Systeme hinken im Moment ein bisschen und welches sind gerade frisch eingeführt? Und wie müssen wir, dass das ganze nicht eine lahme Ente wird, sondern dass das Ganze einen Sportwagen wird? Wie? Was müssen wir tun? Dann haben wir in diesem großen Rahmen, dann picken wir ein Team oder eine Marketing, Automation oder was auch immer raus und sagen dann Was sind wir die detaillierten Forderungen gewesen? Dann holen wir praktisch die Leute oder vorausgesetzt, wir haben die Sensibilisierung quasi auch schon hinter uns, die ich vorhin beschrieben habe. Dann gehen wir in die Auswahl Phase. Die dauert in der Regel auch noch mal drei, vier Monate, je nachdem wie die läuft. Weil wir stellen immer wieder fest, dass die haben jetzt ein Projekt gehabt in meinem Unternehmen mit 1,7 Milliarden Euro Umsatz mit acht verschiedenen Geschäftsbereichen. Da durften also acht verschiedene Geschäftsbereiche mitreden. Das ist nicht ganz so trivial wie in dem anderen Beispiel, wo ich gesagt habe, das ist dieses Key-Account weltweite Thema, da war das Team relativ klein und überschaubar. Da konnte man relativ klar sagen Okay, so und so muss es aussehen. Und die Anforderungen sind auch relativ schnell abgesegnet gewesen. Insofern drei, vier Monate dauerte Auswahlprozess schon und das habe ich heute in meinem Buch auch reingeschrieben. Man sollte dann meistens noch mal mit Finalisten in die Bütt gehen und sagen Okay, wir machen so ein Proof of Concept Phase. Die meisten scheuen sich vor einer Weile Proof of Concept, weil sie sagen, sie kriegen es Kapazitäten nicht auf die Reihe. Das ist auch, glaube ich, um es mal schwäbisch zu formulieren, saumäßig schwierig. Ja, weil die IT Kapazitäten sind eh alle schon am Limit. Und deswegen, wenn man da jetzt in die IT hineinruft und sagt, ich würde gerne zwei Proof of Concept Anbieter einladen, dann drehen die am Rad. Also insofern macht es schon Sinn zu sagen wir nehmen einen und wir nehmen logischerweise natürlich den Favoriten. Und dann gibt es verschiedene Phasen, aber ich bin ein Freund von Phase, also möglichst eine Woche, zwei Wochen wirklich intensivst in so einem Closed Shop zu arbeiten und da den Anbieter, der kriegt dann auch Kohle logischerweise dafür, diese in diese Laborarbeit hinein zu integrieren. Und in der Regel klappt es auch ganz gut, weil am Ende gibt es für mich eigentlich oft das, was ich vorhin auch gesagt habe Es gibt viele Unzufriedene, ist Lösungen oder falsch. Und es gibt viele Firmen mit Unzufriedenheit über die Lösung. Das liegt aber oft nicht an der Software. Die Software, die Software kann das, was die Firma von außen betrachtet, was die Firma können müsste, kann die Software meistens auch. Man muss ein paar Sachen justieren, aber wir haben ja vorhin gesagt Woran liegt’s? Es liegt an der Führung, es liegt an der Schulung, es liegt am Training, es liegt an der nicht genügenden Sensibilisierung und. Wie beim Sport oder wie beim Musikinstrumente lernen. Ich weiß nicht, ob einer von euch Musikinstrument spielt.
Thorsten: Telefon
Frank: mal. Mal ganz mal ganz früher Gitarre. Das hat aber schon.
Georg: Aber du kannst, du kannst dich erinnern, wie du das gelernt hast und du bist so ich habe Klavier gespielt als Kind. Ich habe. Zum fünfzigsten Geburtstag habe ich ein Posaune geschenkt bekommen und wenn man Klavier gelernt hat und auf einmal Posaune spielen soll, das hat miteinander nichts mehr zu tun. Und das ist für mich ein absolut tolles Beispiel, wo ich selber erlebt habe, wo ich gesagt habe Scheiße, das geht nicht mehr so von links nach rechts. Das hat, das ist vorbei, dieses Denken. Ich muss jetzt mit dieser Zug posaune. Ich muss. Erstens mal, ich habe nicht eine Taste. Wenn ich die drücke, dann dann kommt das richtige Ton, wenn ich die richtige Taste auch gedrückt habe. Und bei der Posaune musst du eben sehr genau die Zone treffen. Du musst mit den Lippen entsprechend und so weiter. Ich glaube, die Leute, die Posaune spielen können. Die wissen, dass ich keine Ahnung habe. Aber ich habe zumindest ein Gefühl bekommen. Was? Was? Was hat mir geholfen? Jeden Tag üben, üben. Das wird bei dir bei der Gitarre nicht anders gewesen sein. Natürlich ist beim Sport so. Wenn ich mich nicht regelmäßig trainiere, verliere ich meine Fähigkeit, diese Sportart ordentlich auszuüben. Egal ob es die Ausdauer ist. Ob sie Kraft ist, ist völlig egal. Und so ist es bei der Software. Auch wenn ich die nicht ordentlich geschult trainiert bekomme und die auch nicht regelmäßig trainiere, dann entsteht ja nicht dieser Trainingseffekt, dass ich wird nicht besser oder ich kriege keine Entlastung oder ich kriege diese Prozesse nicht. Statt in zwei Stunden könnte ich sie vielleicht auch in einer Stunde durchspielen. Oder die Mitarbeiter Prozesskette. Es läuft reibungsloser durch die Qualität des Prozesses ist besser gewährleistet oder, oder oder. Aber das ist, das ist eigentlich diese Spielweise, warum Software nicht geliebt wird? Weil man sie eben nicht ordentlich trainiert bekommen hat. Und deswegen sage ich oft ist es es ist liegt meistens nicht an der Software, sondern es liegt eher das da im Management Dinge nicht rund gelaufen sind und am Ende natürlich der Mitarbeiter auch sagt was soll ich denn damit? Ich kann damit nicht arbeiten und gehe in die Kantine. Es gibt keine, genauso wenig wie Kantine. Aber aber ihr wisst was ich meine. Es ist so dieses Flurfunk ich Lamento brauche ich. Aber deswegen muss man an dieser Stelle einfach sagen Früh, früh die Leute einbinden, früh die Leute in diese Proof of Concept Phase einbinden, die die Softwarefirma gut führen. Das gehört auch dazu. Es braucht auch Führungsfähigkeit, Dienstleister zu führen. Und es braucht, das ist ganz, ganz wichtig. Das ist so indirekt schon aus meinen Worten rausgekommen ist, braucht auch Entlastung der Mitarbeiter, die dieses Projekt machen. 30 für Projektleiter mindestens 50 prozent Entlastung. Also wenn jemand so ein Projekt, also das Software Projekt nicht das Thema Arbeit, sondern das ist reine Software Projekt, brauche ich locker 50 prozent Freiheit für die Projektleitung Person. Wir haben es sogar schon erlebt, dass manchmal 100 prozent abgestellt wurden. Das war super, weil das das ja das ist. Das ist gefühlt Luxus. Nein, das ist das Notwendige, das, dass sich jemand wirklich intensiv innerhalb der Company drum kümmert, weil selbst wir als Berater wir freuen uns, wenn wir ein paar Tage mehr verkaufen können. Aber das ist nicht gut in dem Fall. Es geht nicht darum, dass wir mehr verkaufen, sondern es braucht Leute, die in diese Firma hinein arbeiten können, in ihre eigene Firma. Diese Kultur, diese Veränderung zu erklären. Selbst wenn wir jetzt nicht von Change Management spricht, sondern sie müssen quasi diese die interne Kommunikation darstellen. Das kann ein Fremder nicht so in der Qualität. Es geht nicht, da wir sonst wüssten, was
Thorsten: fWas für ein schönes Plädoyer für vernünftige strategische Vorgehensweise.
Frank: Wunderbar!
Thorsten: Ja, also Georg, wir haben ganz viel über CRM, über Kundenorientierung, über Daten, über Schulungen, über Vorgehen und so weiter gehört. Und du hast es zwischendurch in so einem kleinen Nebensatz fallen lassen. Es gibt im nächsten Buch
Georg: Ja, ich, ich, ich wollte ursprünglich eigentlich in Anführungszeichen eigentlich nur für die für eine E-Learning Arbeit was machen. Ich habe aber dummerweise erst festgestellt Oh Mist, ich habe in den letzten Jahren so viel an einem einzelnen Artikel geschrieben und jetzt habe ich mir die Mühe gemacht, die letzten Feiertags und ab dem 20. man glaube ich sagen mal Tabula rasa oder Bestandsaufnahme zu machen und bin jetzt so bei ca. 220 Seiten gelandet und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Und es wird wahrscheinlich kein Buch sein, sondern ich bin deshalb. Ein Freund von einem klassischen Wälzer, sondern es wird wahrscheinlich. Das haben wir zwei Verlage schon mal vorgeschlagen, so eine Art Mini Booklet PoD, als Print on Demand Serie, werden, weil ich ich bin ein Mensch, das merkt er, das bleibt ja nichts stehen. Es verändert sich ja immer wieder was. Oder es kommt eine neue Idee, es kommt eine neue Praktikas rein. Thema Qualität kann man sagen. Es sind zwar ist ein Evergreen, aber zu vielen anderen Dingen gibt es wirklich immer wieder Veränderungen. Oder auch selbst in der Qualität gibt es. Gibt es Dinge wie jetzt dieses 3 mal 3 wo man sieht habe da hat eine Kampagne, die aus der aus der Musikszene kommt hat das Thema Qualität revolutioniert. Das sind Sachen, die die immer wieder passieren können. Oder anders gesagt die Analyse haben wir kurz gestreift. Da tut sich im Moment unglaublich viel und das versuche ich jetzt mal zu einem jetzt mal Standardwerk unterzubringen. Dann gibt es noch zwei Exkurse. Das ist einmal Marke und CRM. Also sprich, was hat Marken Management mit Management zu tun? Weil das habe ich vor fünf Jahren schon mal geschrieben. Das überarbeite ich gerade weil ich der Meinung bin, man kann mittlerweile Marken, Beziehungs, Management und Kundenbeziehungen ist Management nicht trennen, sondern man muss es ineinander ineinander verweben. Da gibt es ein sehr schönes Beispiel von Procter Gamble. Die haben vor vielen Jahren festgestellt, dass sie mit ihren unique positionierten Marken zwar die gleiche Zielgruppe ansprechen, aber die Zielgruppe nicht weiß, dass diese Marken alles aus Procter Gamble rauskommen. Also Kinder, nicht Kinder, Jugend, Jugend, Zielgruppe war das. Und dann haben die ein eigenes Portal gebastelt im Internet und haben gesagt Wenn du ein junges Mädchen bist. Es ging um um pubertäre Phase der der Mädchen. Dann findest du hier deine Kosmetik, da findest du hier deine was er sich an die Pickel und sonst was. Aber du kriegst auch die Tipps dazu. Du kriegst auch noch die die Gummibärchen, was weiß ich, was alles. Es ist alles ist von uns. Und da habe ich festgestellt Hey, wo, die haben kapiert, dass die die Merkel alleine die musst. Du musst ja bei einer Marke immer wieder die neuen Kunden und die Käufer generieren, also sprich das was wir vorhin hat mit Neukunden, mit Erstkäufer, 2 Wiederholungsgefahr blablabla. Aber du hast überhaupt nicht diese Ausstrahlung Effekte, dass du Cross Selling anfangen kannst. Das macht zwar der Handel, aber die Kosmetik für junge Mädchen, die liegt nicht da, wo Chips sind und umgekehrt und so weiter. Aber durch dieses Portal haben die es zumindest glaube ich halbwegs vernünftig der Zielgruppe klar machen können Hey, du hast du liebst, sage ich jetzt mal 10 Produkte, die alle mit unserem Haus kommen. Aber hier kriegst du sie aus einem Guss dargestellt und in einer Story. Und da sind wir wieder bei Content, was der Klaus Eck ja da auch wunderbar unterbringt. Ja, das ist eigentlich das die der Punkt, warum ich sage CRM ist oder der Reinhold Rapp hat es viel schöner formuliert, Reinhold Rapp auch in langer Team begleitet und mittlerweile macht er ein bisschen was anderes. Der hat vor vielen Jahren zu mir gesagt. Ich müsste die Story so erzählen Ich habe gesagt, ich mache jetzt noch für zwei, drei Jahre. Das war so ungefähr vor 12 Jahren. Danach wird sich das Thema totgelaufen haben. Er sagte zu mir Wissen, Herr Blum, das wird Sie noch bis zur Rente begleiten. Und mittlerweile glaube ich noch darüber hinaus. Ja, das ist ja,
Frank: das wird super. Das wird so sein. Ja, genau. Gibt es denn schon Titel für das Buch?
Georg: Ich gebe zu. Muss ein bissel etwas provokantes sein. Der eine ist leider schon belegt. Das einzige, was stört ist der Kunde. Das ist ein genialer, genialer Titel, muss man neidlos erkennen, anerkennen. Aber ich weiß es tatsächlich noch nicht. Ich muss erst mal die Arbeit für diese eLearning Geschichte offiziell abschließen. Dafür habe ich eine Frist und dann werde ich versuchen das andere Konzept auszuarbeiten. Auch einen Verlag suchen.
Thorsten: Oh, das wird ja bestimmt nicht schwer sein, oder? Ich habe so Verlage suchen ja eigentlich nach guten Autoren und guten Mitteln, um da draußen auch weiterhin gute Fachbücher zu positionieren. Da gibt es ja durchaus ein paar.
Georg: Ich habe mittlerweile drei, drei meiner Kapitel bei einem speziellen Verlag mitgeschrieben.
Thorsten: Also als Rezensent, den wir dir gerne zur Verfügung sagt, gerne Bescheid. Georg, eine Frage zum zum Schluss natürlich noch persönlicher und privater Natur. Das Thema jetzt, was da draußen alles so stattfindet, inklusive der letzten zwei Jahre mit Corona, Pandemie und Co. hat das einen großen persönlichen Veränderungen für dich mitgebracht. Auch beruflicher Natur? Oder bist du gut durch die Zeit gekommen? Ordentlich durch die Zeit gekommen ist wahrscheinlich am besten.
Georg: Also der Start von Coruna hat uns schon deshalb getroffen, weil wir zwei neue sind. Wie war das? Als praktisch Corona begonnen hat, haben bei uns fünf Projekte aufgehört zu laufen. Die waren offiziell zu Ende und die nach Beauftragung hat da erst mal eine Zeit lang gebremst oder gar gestoppt. Es hat uns schon ein bisschen Schmerzen bereitet, weil wir nicht wussten, wann geht es wieder los. Das das war das eine. Insofern hat es aber auf der anderen Seite wie immer Krise gleiche Chance. Wie die Chinesen mit ihren Schriftzeichen so schön symbolisieren, ist die Frage natürlich Was machen wir jetzt? Also was machen wir anstatt und das Schöne? Gleichzeitig war also das Beratungsgeschäft ist ein bisschen geknickt, am Anfang ein bisschen schwer und dann hat sich aber relativ schnell wieder gefangen. Aber wir hatten zu dem Zeitpunkt unser Portal zu einem Wort zwei und zwei Jahre am Laufen und konnten quasi erste Umsätze, etwa kleine Umsätze. Aber es war eben so ein schönes Highlight, dass man eben genau quasi wo das eigene Geschäftsmodell quasi ein bisschen runter ist, hat das andere auch auf niedriger Basis begonnen zu steigen. Und wir werden nächstes Jahr wahrscheinlich es schaffen, dass beide Geschäftsmodelle ungefähr pari sind. Das war es für uns schon ein wahnsinniger, schöner, schöner, ein schönes Jahr, weil ich habe praktisch, ich glaube, ich habe es gezählt zweieinhalb Vollzeit Äquivalente haben wir quasi in das Portal investiert und und zu sehen, was da jetzt draus geworden ist. Wir haben auch viel in Tools investiert. In den SEO Tools, Dinge und E-Commerce Plattform haben wir neu eine Plattform, wo wir neu ausgewählt und etabliert. Und insofern mein Fazit ich glaube aus meiner persönlichen Sicht und hat einen positiven Karnickel Schlag verpasst sozusagen zu überlegen wo wo müssen wir nochmal justieren. Und das zweite, was mir wichtig ist Wir haben zwei Projekte gewonnen, die, die bis heute noch keinen einzigen persönlichen Kundenkontakt mit sich gebracht haben. Also wir haben gerade diese zwei Großprojekte haben wir bekommen, wo ich sage Die sind auf uns zugekommen, die haben gesagt, wir hätten gerne jemand wie euch als Berater. Wir sind nicht nach München zu zahlen, wir sind nicht nach Düsseldorf zur anderen Firma durfte gar nicht. Es war sozusagen gar nicht, gar nicht gewünscht. Und bis heute, nach über einem Jahr wieder eine Firma über 12 Monate Laufzeit. Bei der anderen ist es jetzt, glaube ich, neun Monate. Also es funktioniert und das ist für mich eigentlich auch ein Symbol für 4 cm und x diese Kassem Experience. Jetzt über diese neuen Medien rüber zu bringen, das ist für uns eine Herausforderung gewesen. Das ist aber auf der anderen Seite für jeden anderen natürlich auch die klassische Herausforderung. Wie schaffe ich es jetzt, einen Torsten, einen Frank mit den Produkten, die ich euch verkaufen will? Wie kann ich das jetzt über die digitale Welt oder über diese Korona Situation so gestalten, dass ihr das Gefühl habt, ihr werdet dort richtig abgeholt? Ihr habt Bock drauf zu bestellen in der Art und Weise wie zu bestellen. Es ist einfacher wie vorher geworden. Also auch da glaube ich hat. Es gibt viele positive Effekte, neben auch negativen. Jetzt mal nur so ein Business betrachtet, aber aber ich glaube auch wenn ich ein Kleinunternehmen denke, die, die ich durchaus auch eine ganze Menge kenne. Die einen, die das als Chance begreifen und ich sage mir auch salopp tatsächlich noch ein bisschen Spielgeld übrig hatten, dann nicht gleich sofort ins Loch gefallen sind. Das ist wichtig gewesen am Anfang aber aber wird es als Chance genutzt hat. Der glaube ich, kommt gestärkt aus der Krise vor und. Absolut. Ich erinnere mich an eine Unternehmung. Kennt ihr vielleicht zig zig, die diese Sensoren, Firma und was weiß ich was die alles machen? Schwarzsein südlichen Schwarzwald. Die haben 2008 gesagt, in dem Krisenjahr haben sie 100 neue Produkte in einem Jahr entwickelt. Und in den Folgejahren 20 bis 25 prozent gewachsen.
Thorsten: Ja, also so geht es ja in ganz, ganz vielen, ganz vielen Geschäftsbereichen. Es ist egal, ob wo Du hinguckst, das kannst du bei uns genau so sehen. Da sind wir eben hingegangen und haben in unserer Video Infrastruktur investiert und haben in unsere Lernen, Learning, Distanz Learning Infrastruktur investiert. War draußen nicht mehr zu den Konferenzen gekommen sind und da unsere Präsenz Seminare nicht mehr stattgefunden haben. Bei anderen sind sie Produkte gewesen, die Produktentwicklung, die Entwicklung in die eigenen Kompetenzen. Und so war es anders. Das Ganze hat zugelegt, um unter Umständen wieder verstärkt herauszugehen. Das ging natürlich nur dann, wenn auf der einen Seite die Möglichkeit zur Investition da war, auf der anderen Seite vielleicht auch die notwendige Ruhe da ganz gelassen ranzugehen bzw. ohne diesen täglichen Druck ranzugehen. Das war ganz wichtig, aber passt ja dann. Georg, bleibt mir erst mal nichts anderes übrig, als den Menschen draußen zu sagen „Wenn ihr Fragen habt, auch an Georg, dann könnt ihr ihm natürlich schreiben, ihr findet ihn mit Sicherheit auf LinkedIn. Er wird sich freuen“. Auf der anderen Seite könnt ihr uns natürlich auch schreiben. Ihr könnt auch auf Social Media Schnack den neuesten Audio Kommentare hinterlassen. Die bauen wir gerne mit in die Sendung ein. Wenn ihr Lust habt. Und natürlich die Themen, die Georg angesprochen habt, könnt ihr da draußen für euch auch nachverfolgen. Auf 1a-relations.com kommen findet ja auf der einen Seite das Unternehmen und ihr findet auch viele Dinge auf crm-rech.world. Das ist das Portal, was New York beschrieben hat. Dort bleibt ihr auf dem Laufenden. Die beiden kommen jetzt noch mal zu Wort. Ich melde mich quasi schon mal absagen. Nachher nur noch Tschüss. Für mich hat das viel, viel Spaß gemacht und unheimlich viel Wissen, was du in diese 60 Minuten reingedrückt hast. Es passt zu dem, was ich am Anfang gesagt habe, mein kleiner CRM-Papst. Ich hoffe, du wirst es nicht als despektierlich empfinden, wenn ich das so sage. Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, dich zu sehen. Wir unterhalten uns ja im Video Chat. Auf der anderen Seite wird es mal wieder Zeit für ein persönliches Treffen, Kaffee, ein Bier oder was auch immer da draußen notwendig. Georg. Herzlichen Dank. Bleib gesund, pass auf dich auf, mache nichts, was ich nicht auch tun würde. So schön, so dass wir uns in irgendeiner, wenn nicht allzu fernen Zukunft endlich mal wieder sehen können, was da draußen.
Frank: Ja, ich kann mich anschließen. Ich streiche das Kleine sofort. Ich habe jetzt meinen sehr im Papst gefunden. Das war hoch interessant und spannend. Wie anfangs gesagt, es ging um Beziehungen und da in aller Tiefe. Das fand ich klasse. Georg, herzlichen Dank. Ich freue mich auf ein persönliches Kennenlernen demnächst. Torsten Wir sehen uns sowieso zwischendurch. Georg Herzlichen Dank! Mach es gut, bleib gesund.
Georg: Bleibt mir das Schlusswort. Ich habe mal mit einem schönen Riesling Glas aus der Gegend, sozusagen aus dem Remstal und bedanke mich bei euch, Thorsten, und bei dir, Frank, bei euch beiden bleibt gesund. Das ist glaube ich das Entscheidende und von daher auf gute Beziehungen. In diesem Sinne alles Gute.
Thorsten: Danke, danke. Bis dann!
Der Beitrag Im Gespräch mit: Georg Blum, CRM-Spezialist/ Geschäftsführer 1a-Relations GmbH erschien zuerst auf Social Media Schnack.
Wie entsteht diese ganz besondere Mischung aus Livestream und Video, die Faszination und das Fangetting auf YouTube, Twitch und Co.? Was kann man daraus lernen und vielleicht auch für sich ableiten? Im aktuellen Social Media Schnack hatten wir die angesagten Protagonisten wie, Knossi, Montana Black, Mr. Beast, Unge und viele andere im Blick.
Kann man den Trend folgen, einen Hype konstruieren? Ist der Erfolg planbar und wie geht man mit hohem Druck, der extremen Nähe zu Fans um und ist das alles den mitunter hohen Preis in Form von Burn-out und kompletten Ausstieg wert? Was können andere Branchen und Menschen im Business davon lernen?
Erstes klares Fazit unseres Gastes: „Auch Berater müssen unterhaltend denken und sich trauen, anders zu sein!“ Er ist selbst ein unruhiger Geist, gerade erst aus der Schweiz zurück und in München angekommen, einer von den Machern. Viele kennen Kai Thrun von BarCamps, als kritischer Geist im Web oder als Speaker.
Als Head of Marketing, Blogger und Internetdude kennt er sich nicht nur aus, sondern hat auch was zu sagen. Wir hatten einen tollen Schnack unter Freunden, den wir mit Sicherheit anderer Stelle noch fortsetzen. Ihr könnt hier reinhören und mehr erfahren.
Thorsten Ising: Content Creator, Streamer, YouTuber, kreative Kommunikation darüber und über Menschen, die diese Kommunikation perfektionieren, über das, was wir daraus lernen können und über mehr sprechen wir in der heutigen Episode mit Kommunikationsspezi und Kollegen Kai Thrun.
Thorsten Ising: Hand aufs Herz, Frank Michna, wie viele Twitch und YouTube Streamer verfolgst du selbst?
Frank Michna: Unzählige, seitdem ich weiß, dass wir heute jemand zu Gast haben und dass unser Thema ist. Nein. Gelegentlich stolpere ich da mal rein, aber das ist wirklich Zufall. Ich bin dann immer begeistert über die Zahlen, die ich sehe und das, was da passiert. Wir haben viele Parallelwelten und ich freu mich auf unseren Gast heute.
Thorsten Ising: Ja, mit ihm habe ich schon das ein oder andere Mal nicht nur „on air“ darüber geplaudert, sondern auch wenn wir abends mal uns privat zusammengeschaltet haben mit einem Bier Whisky. Und ich freue mich. Kai Thrunist da und wir plaudern über Streaming, über YouTube, über Twitch und alles andere, was da draußen gerade so los ist. Vielleicht auch über die nicht so schönen Seiten. Aber da sagt uns Kai was zu. Okay, wie geht’s?
Kai Thrun: Ach, soweit ganz gut, hätte ich fast gesagt, wie es einem so einer Pandemie gehen kann, wenn man sonst keine Verpflichtungen hat.
Thorsten Ising: Das bedeutet, du bist weiter im Homeoffice?
Kai Thrun: Ja, genau. Aber ich bin auch tatsächlich sagen sehr, sehr froh darüber, mal keine Kinder zu haben und mich dem ganzen Stress nicht hinzugeben. Und deswegen sage ich „Wenn man sonst nichts hat“ in Anführungsstrichen und nur auf sich aufpassen muss, muss es. Es ist eine sehr luxuriöse Position. Sagen wir mal so.
Thorsten Ising: Bevor wir gleich zu dem einen oder anderen Streamer kommen, der vielleicht auch die Gaming Szene und damit auch dich an der einen oder anderen Stelle abgeholt hat… Spielst du immer noch selber?
Kai Thrun: Ja, immer noch aktuell oder seit anderthalb Jahren. Warzone – also das Battle Royal von Call of Duty, hauptsächlich Forza 5 auf der Xbox, weil man das gut auch alleine spielen kann und das ja ein anderes, ich sag es mal anders Gaming ist, als wenn man online spielt oder mit Kumpels oder mit wem auch immer.
Thorsten Ising: Streams du selber auch hinein ins Netz und lass dir zugucken.
Kai Thrun: Aktuell nicht, sage ich jetzt mal. Ich habe vor der Pandemie tatsächlich mal angefangen zu streamen, bin dann ja umgezogen und irgendwie im Laufe der Zeit hat sich das so ein bisschen, ich will nicht sagen verlaufen, aber tatsächlich habe ich hier noch meinen zweiten Streaming-Rechner unterm Schreibtisch stehen, wo ich nach wie vor sage: „Ja, dann baue ich bestimmt irgendwann mal auf“.
Thorsten Ising: Jetzt bist du ja noch ein paar Tage jünger als Frank Michna und ich und bist noch ein bisschen näher dran. Manchmal an manchen Themen. Ich glaube, ich bin durchaus auch in der in der Streaming Landschaft ein wenig bewandert und gucke da mit viel Interesse zu vielen deutschen, aber auch internationalen Streamern, um ein bisschen zu schauen, was da so geht. Auch natürlich in dem Kontext, für uns vielleicht das eine oder andere auch im Business zu lernen, denn von diesen Menschen lässt sich eine Menge lernen. Richtig?
Kai Thrun: Definitiv. Ich glaube, unabhängig von der Plattform kann man von allen Protagonisten irgendwo lernen und irgendwie lernen. Und ich glaube, das ist auch ein Punkt, den wir ich sage jetzt mal ganz bewusst via Kommunikations-Menschen in vier, acht, neun, zehn Jahren völlig verpasst haben, weil wir uns völlig, wie soll ich sagen, überheblich über die YouTube Szene, die ja, ich sage jetzt mal die Blogosphäre mehr oder weniger verdrängt, nicht – aber das ist ja ein Zuwachs entstanden, den man nicht zuordnen konnte. Und wenn ich heute sehe, dass ein Unge vor einigen Tagen raushaut, was er im letzten Monat verdient hat, was ein bisschen mehr ist, als ich in den letzten fünf bis zehn Jahren verdient habe, dann muss ich sagen, vielleicht hätte man sich das eher aus einem anderen Blickwinkel angucken können oder sollen. Aber nichtsdestotrotz, gerade online wächst ja immer weiter und immer weiter in verschiedenste Verästelungen, wo man ja auch teilweise gar nicht mehr wahrnehmen kann, weil es einfach so viel ist.
Thorsten Ising: Was ist denn im Moment aus deiner Sicht der große Teil, der da draußen im Streaming stattfindet? Früher war da eher der Teil „Wir lassen uns beim Spielen zugucken und können gleichzeitig mit dem Live Publikum interagieren“. Kann solche Dinge wie Reaction Videos. Man hat auf die Reaktionen, also auf Videos anderer reagiert. Dann kamen wiederum wie V-Logs noch dabei, wo dann tatsächlich das eigentliche Bloggen in das Video Bloggen übersetzt wurde. Und jetzt ist es tatsächlich viel Live-Streaming, wo all das gleichzeitig live gemacht wird und das für einen extrem langen Zeitraum. Also nicht immer nur nach einer Stunde, wie wir in unseren #d2mtalks oder sowas plaudern, sondern wo dann mehrere Stunden, fünf, sechs Stunden, manchmal auch länger hintereinander durchgespielt wird. Was denn deiner Meinung nach gerade die heißen Trends da?
Kai Thrun: Ich weiß gar nicht, ob es zwingend heiße Trends sind. Ich glaube eher das, was du beschreibst. Ich glaube, die, die in den letzten Jahren den Takt und den Ton angegeben haben oder sehr groß sind, machen es ähnlich. Und dass ich gar nicht die Plattform als solche, sondern ähnlich wie andere Künstler und bedienen sich anderer Zweige. Also sie gehen, was weiß ich, – ein Knossi geht in die Lebensmittelindustrie, hat sein eigenes Getränk. Sie haben alle da Merchandise ohnehin am Start, weil die Marke bei Klamotten einfach wahnwitzig hoch ist. Und ich glaube, was nicht neu ist, aber sie fangen an, miteinander viel zu arbeiten, machen eigene Shows, ersetzen teilweise das Fernsehen, weil sie wirklich auch in Fernsehstudios Shows machen und das auf einer professionellen, also auf einer wirklich TV-Niveau-Ebene. Mal abgesehen davon, dass sie ja im Fernsehen stattfinden. Es gibt ja genauso umgekehrt aus der alten Welt, wenn wir da einen Kai Pflaume mitnehmen, jemanden, der sehr aktiv in die andere Richtung geht und verstanden hat: „Hey, ich komme vom Fernsehen“. Aber um da irgendwie noch eine Geige mitzuspielen oder auch die Jüngeren jetzt irgendwie nachzuholen und da finden ja auch Generations Treffen statt. Also die, die Kinder gucken, den Streamer oder den YouTuber. Und über die Eltern lernen sie dann den Pflaume kennen und sie sagt es ja dann eher schon so ein fast ein Familienereignis und hat ja auch letztendlich gar nichts mehr mit dem klassischen oder mit dem Gaming per se zu tun. Letztendlich ist es ja einfach nur Entertainment. So, und da ist die Frage und das ist ja auch gerade auf YouTube ein Riesenthema. Wie lange hältst Du das durch?
Thorsten Ising: Ja, da sprichst du das an, was jetzt gerade auch durch die Meldungen alles geht, ist Joeys Dschungel, Melina Sophie, die beide ihren Rückzug angekündigt haben und das vollkommen gut, vernünftig, nachvollziehbar für uns auch erklären. Was für ein psychischer Druck tatsächlich auf den auf den Menschen liegt, immer wieder diesen Content aktuell zu halten und immer wieder etwas zu tun, mit dem Feedback klarkommen zu müssen, der da draußen ja nicht nur aus Lobhudelei besteht. Sondern tatsächlich in einem ziemlich aggressiven Ton auch immer geführt wird. Was das alles so nach sich zieht, können wir Kleinen ja gar nicht so richtig überblicken. Und selbst als Kommunikationsprofis, siehst du das ja zwar, aber wie viel es wirklich bedeutet für diese einzelnen Menschen, das ist schon echt zum Teil wirklich stark.
Frank Michna: Naja, sieh ist doch genauso wie in meiner alten Welt. Ich bin der Älteste in der Runde, wie das im klassischen Fernsehen auch ist. Da gibt es Stars, die stehen im Rampenlicht. Allerdings tun sie das nicht in Echtzeit, wie das im digitalen Bereich ist. Und sie tun es nicht in dieser schonungslosen Situation von Kritik und Angriff, wie das in den digitalen Medien heute passiert. Und das belastet und das reibt auf. Und das ist eine ganz andere Form. Und ich glaube auch eine neue Form von Stress, die da auftritt. Da haben alte Serien Stars nicht mit zu kämpfen gehabt und von daher ist das ein Phänomen, was sich in der digitalen Plattform anders darstellt, ausgestaltet aber was im Prinzip genauso belastend ist, wenn nicht sogar stärker belastend, weil es in Echtzeit passiert.
Thorsten Ising: Und dazu kommt, und das hat Rezo für mich sehr passend zusammengefasst, jetzt heute recht aktuell, (unser Podcast kommt ein bisschen verzögert, aber heute ist eigentlich der fünfte Januar) in einem Video zusammengefasst, wo er sagt, dass der Mensch allein für dieses, für diese Gesamtheit des Feedbacks überhaupt nicht gemacht ist. Und dann was Frank Michna beschreibt, ist natürlich vollkommen richtig. Da sind aber meistens irgendwelche Filter-Faktoren vorgewiesen. Früher also waren Fernseh-Redaktionen und Redaktionen, da gab es die Post, die Postkarte. Da gab es Telefon. Irgendeiner hat selektiert und bis das irgendeiner mitbekommen hat, das was Schlechtes erzählt wurde, sind wahrscheinlich schon 18 Wochen vergangen. Und heute passiert das halt sofort. Menschen sehen es an den Zahlen und den Daumen hoch an den Daumen runter an den Kommentaren und der Kommentaranzahl, an Reaktion-Videos, an den Tweets und so was. Und das ist natürlich ein unfassbarer Druck, der da ist. Wo du dann eben auch, mit der Ausrichtung deines Geschäftskonzeptes, immer darauf angewiesen ist, dass es einigermaßen freundlich läuft. Ich meine, wir reden ja nicht über die oder die schlimmen Menschen, die da draußen irgendwelche Videos machen, sondern über die, die da richtig coole Inhalte bereitstellen. Unter Das ist eine extrem hohe Belastung, da gebe ich vollkommen recht. Also nicht die, nicht die nicht nur schöne Seiten und nicht nur volle Konten da draußen.
Kai Thrun: Ja, und ich glaube, was noch dazukommt oder zwei Dinge sind, die dazukommen… ich habe das damals ja Gott sei Dank oder was heißt Gott sei Dank, aber nur im Kleinen erlebt. Du bist nicht darauf vorbereitet, also du bist halt nicht geschult. Du bist irgendwann da rein geschlittert. Sag jetzt mal, hast du vielleicht auch so wie ich so ein One-Hit-Wonder hast, ein Riesenerfolg. Alle Medien springen auf dich auf. Keine Ahnung was passiert. Du bist völlig überfordert und das Problem, was danach kommt ist ja, zum einen Du willst ja wieder liefern in ähnlicher Qualität und Flughöhe, was dann nicht funktioniert. Dann hast du, wie du schon sagst, die oder wie ihr sagtet, die Live Reaktion. Das heißt, Dein Content ist ja heute auch, ich nenne es jetzt mal, agil oder fluid. Also er wird ja aus den Reaktionen geformt. Klar, Du hast vielleicht einen Themenplan und hast du vielleicht eine Content Strategie, aber bei den meisten YouTubern wird das wahrscheinlich eher spontan sein, aber auch bei den Streamern. Also welche Spiele kommen an? Wieviel Entertainment ist das? Auch bei den Spielen immer wieder, wo, wo Leute aus dem Nichts, auf einmal zehntausende von Viewern haben? So. Und die Frage ist und dann, die Frage stelle ich mir tatsächlich auch für die in Anführungsstrichen „alte Welt“, ob es Künstler sind oder Sportler. Also was passiert mit dir als Mensch, wenn das Licht ausgeht? Und das ist eine Sache, die kannst du sogar, meiner Meinung nach, auch in der Kommunikationsbranche gerade sehr stark beobachten.
Frank Michna: Ja, und ist das heute nicht viel intensiver? Weil bei so wie das früher war, gab es den Schauspieler, der hat seine Rolle gespielt. Oder es gab den Moderator, der hat seine Serie und seine Sendung moderiert. Aber das geht ja heute bei einem YouTuber und bei anderen Plattformen noch wesentlich weiter. Du guckst ja bis durch die Unterhose durch.
Thorsten Ising: Wobei das aber auch zwei Rollen sein können.
Frank Michna: Ja, aber kannst du die trennen? Kannst du die wirklich heute so trennen? Schaffst du das bei der Sichtbarkeit und bei dem Druck unter dem du stehst?
Kai Thrun: Ich glaube das es machbar ist. Aber sehr schwierig. Und ich glaube auch, und dass es gerade im Online Dasein einfach so du hast es ich vorne rum häufig, gerade wenn du nein, ich sag jetzt mal dedizierte das Thema hast keine Ahnung, ob es nun biblisch ist oder sonst wo. Du sagst okay, die steht für Beauty oder die steht für Sport oder was auch immer. Wo du sagst du hast ein Thema. Du machst deine Arbeit aber so und das war’s in Anführungsstrichen. So, das hast du ja bei einem Schema, dem mittlerweile neben den Games Kleider macht anstreben zwar aus, aber viele machen ja, lassen ja auch viel mehr gucken. Und das ist ja auch tatsächlich viel interessanter. Also du guckst ja, ja, also früher hast du den Film oder heute gibt es ja auch noch Filme wegen dem Schauspieler und danach entscheidest du, ob die Handlung gut oder schlecht war. So, du hast heute halt bei den Live Formaten kein Script mehr, aber du hast da auch. Also neben denen ist auch das was du sagst. Es wächst ja auch über alle Plattformen hinaus. Also hast du auch Leute, die sehr interessante Sachen auf Instagram machen, in den Reals, in längeren Formaten, auf Ticktack und Formaten also. Und ich meine, das war vor zehn Jahren schon möglich. Eine Million Follower aufbauen und ohne dass sich irgendwer kannte. Und das ist auch heute noch viel schneller. Und ich glaube, ich habe es letztens, ich weiß gar nicht, wo es gelesen oder gehört habe. Bei mir war es, glaube ich, in der Redaktion oder einem Rhetorik, der dann sagte Du kannst halt heute relativ schnell ganz groß werden. Aber groß zu bleiben, das ist heute, die kannst genauso schnell wieder von der von der Platte runter, als gekommen ist. Und das war früher anders als früher. Ich sage jetzt mal eher organisch gewachsen und nachhaltiger, was nicht unweit stressiger ist. Aber das ist glaube ich eine gewisse andere gehabt zu dem Erfolg hin. Und heute können das, ich will nicht sagen über Nacht passieren. Aber tatsächlich mit ein paar Zufällen und Unfällen und Zufällen, die ineinander fallen, kann auch sehr, sehr flott durch die Decke gehen.
Thorsten Ising: Also erstmal vollkommen richtig. Also zurück zur Frage von eben noch mal Kann man das trennen? Ich glaube ja. Also manche können das sehr gut, wenn sie sich die Mühe geben. Und bei zum Beispiel bei Knossi kann man das ja sehr gut sehen. In seinem Stream ist er noch der König des Internets. Und wenn du aber mal seine Instagram Stories anschaust, da ist er Knossi, der Familienmensch, der Mensch, der sehr nahbar ist, der eben nicht so rumbrüllt und nicht so rumschreit und nicht so hyperaktiv ist, sondern eine ganz andere Seite. Oder wenn jetzt das Video siehst, wo er mit Ehrenpflaume Kai Pflaume in New York war, da ist er ein ganz anderer. Also ich glaube, das kann man schon trennen und da gibt es durchaus ein paar Sachen, die für ihn da eben auch verstehen, wenn das Licht für den Stream angeht, ist er quasi eins und wenn das Video normal gedreht wird oder eine Story produziert wird, wo er aus dem Urlaub berichtet, dann eben ein ganz anderer. Und bei vielen anderen glaube ich, dass das eben auch so ist. Also einem der wo ich sage, da lässt sich das überhaupt nicht mehr trennen. Simon Unge. Ja, also der ist einfach immer er und immer immer nett, der nette, liebenswerte Kerl und der auf der anderen Seite seinen Content Stiefel einfach runter zieht und der ist einfach genau so macht bis zu seiner Änderung, die er jetzt angekündigt hat. Also wenn er jetzt keine Reaction-Videos mehr macht, dann immer gespannt, was da in der Zukunft passiert, weil er war ja einer der ersten an deutschen Szenen gemacht haben.
Kai Thrun: Ja, aber ich glaube, dass du auch. Aber das ist glaub ich eine Entwicklung, eine persönliche Entwicklung wurde eben saß. Das lasse ich in Zukunft. Ich meine ungefähr wie schon eingangs gesagt, höre der mir einfach, sag ich jetzt mal erzähl das am letzten Monat Vorsteuer 750000 Euro gemacht hat und im Folgemonaten bei etwas mehr liegt. Dann denke ich mir, dann kannst du auf Reaction Videos aus finanziellen Gründen zumindest auch verzichten. Ja, aber er ist
Thorsten Ising: wirklich nicht mehr aus finanziellen Gründen
Kai Thrun: natürlich Hobby. Das ist klar, aber. Ich glaube, dass ist dann eher eine bewusste Entscheidung Welches Format kann ich weglassen, um vielleicht auch entspannter zu leben? Das kommt ja auch noch dazu und da sind wir wieder bei dem Stressfaktor, weil auch eine Reaktion Du musst dir das Video angucken, muss darauf reagieren, sonst muss es auch stimmen. Ich glaube, dass auch viele gerade das Schema YouTuber Content Filter der ersten Stunde in Anführungsstrichen auch langsam in ein Alter kommen, wo du sagst Wozu gebe ich mir diese 12, 14, 16, 18 Stunden Tage eigentlich noch? Also mein Konto sieht ganz okay aus. So, ich komme klar. Und ja, wozu? Ich habe wie jeder andere auch, der irgendwann im Leben sagt, vielleicht, dass Arbeit nicht zwingend mein Lebensmittelpunkt. Vielleicht gibt es noch andere Dinge, die ich so machen könnte.
Thorsten Ising: Das stimmt. Aber was passiert eigentlich mit der neuen Generation von wie man gibt sie da draußen? Also die die wirklich jungen neuen, starken Wilden sehe ich da draußen relativ selten. Also so eine Julia Text zum Beispiel. Alles cool. Die ist noch recht jung und schon lange dabei. Also die gehört mit Sicherheit zu einer anderen Generation der Streamer oder YouTuber.
Kai Thrun: Aber ich glaube, dass generell die Frage ist ja auch, kriegt man das so mit Zwängen und wie groß sind die? Gerade im Gaming Bereich gibt es den einen oder anderen Jungspund, der aber dann natürlich eher an den Älteren orientiert und mit denen so ein bisschen abhängt. Aber ich glaube. Schon dass es sie gibt, sicherlich noch nicht in der Fülle und auch noch nicht. Die Frage ist ja wann hast du eine mediale Wahrnehmung? Wie groß muss das sein? Und selbst wenn ich jetzt keine Ahnung hätte, nehme mit. Seit 18 Jahren ist er der GTA 5 spielt. So wurde einfach sagst Wer bitte genau? Ach so, das ist der Typ, der mit meinte geht ja spielt als habe ich verstanden. Da irgendwie fünfstellige für Zahlen im einfach hat. Ich glaube, dass ich finde das dauert. Aber ich meine letztendlich die Leute die heute groß sind, haben auch 10 bis 15 Jahre Hasselt und gemacht. Und ich glaube du musst es halt. Du musst halt glaub ich Bock haben. Ich glaube, dass das dieses. Dass viele es wahrscheinlich eher aus Lust und weniger oder anders. Du hast einen Teil der Macht, es versucht es aus Prestige und wird scheitern. Und Lastenteilung. Die machen jetzt einfach und die machen ganz andere Dinge, die also für mich ist das schönste Phänomen, wo du gesagt hast Okay, hier ist es. Und eigentlich findest du alles auf der Plattform und die Leute in Anführungsstrichen geben nicht mal 5 Cent darauf, wie irgendetwas zu kreieren ist. Und es sind wunderbare Sachen dabei. Ja, wirklich wunderbare Sachen, wo es einfach primär auch um Zeitgeist, um Inhalte geht. Und ich glaube, dass auch da einfach grundsätzlich, dann auch im Umkehrschluss für uns Kommunikatoren. Es ist ein wichtiger Punkt ist, das zu beobachten, weil auch Kommunikation sich ja grundlegend in Anführungsstrichen verändert. Und ja, einige Formate in Zukunft auch, glaube ich weniger. Sie werden immer existieren. Wie? Keine Ahnung. Heute ist ja immer noch Radio gibt und sehr populär ist aber auch die große Zeit des Radios in Anführungsstrichen oder die Primetime irgendwie vorbei ist, sage ich jetzt mal so wie es jetzt mit dem linearen Fernsehen ja auch schleichend passiert, wo man sagt Ja, es gibt es auch irgendwie, aber in anderen Formaten wie Fernsehsender stellen sich um etc. etc. Und so ist es glaube ich auch im Online Dasein eine Evolution da, die natürlich viel viel schneller ist als wir es kennen. Und ich meine, wir haben jetzt 20 22, so lange gibt es das nicht, jetzt auch noch nicht.
Frank Michna: Ja, aber wir sehen ja, dass die Umbrüche deutlich schneller kommen und dass die User getrieben sind. Und vielleicht ist das dann auch wieder eine Erkenntnis, die wir auch als Experten oder als Kommunikations Fachleute haben müssen. Dass wir auch immer mehr lernen müssen, dass der Markt tatsächlich deutlich mehr über die User geprägt wird, als uns das vielleicht auch im ersten Moment bewusst ist.
Kai Thrun: Und vielleicht auch lieb ist
Frank Michna: natürlich,
Kai Thrun: weil es halt keine Ahnung, weil du es ja vielleicht auch in Zukunft nicht mehr ausreicht, Themen zu besetzen. Also das ist ja total schön, aber ich glaube, das Problem haben ja viele heute schon. Ich meine, wir wissen alle, dass wir Themen besetzen, malst und in eine Richtung gehen musst und dann machst du eine Content Strategie und stellt fest und das habe ich letzte Woche in einem Telefonat gehabt mit jemandem, der auch schon sehr sehr lange. Ich sage jetzt mal online dabei ist, der sagte Hey, ich wurde vor 5 Jahren wusste ich genau welches, welche Schraube ich drehen musste, damit was passiert. Ich sagte Ja, das ist ja schön für dich. Die Zeiten sind vorbei. So und ich glaube war und ich glaube, das ist auch so. Ich will nicht sagen, dass der Herausforderung, glaube ich gerade um so länger, ich will sagen mit zunehmendem Alter. Aber und ich habe das auch kürzlich geschrieben, ich glaube, wir müssen wieder lernen, mehr Amateur zu sein und uns zutrauen, mehr Amateur zu sein.
Thorsten Ising: Sonst machen wir hier mit dem Podcast auch ganz gut.
Kai Thrun: Zum Beispiel.
Thorsten Ising: Aber du hast eben ein wichtiges Stichwort genannt Aufmerksamkeit. Also da draußen Aufmerksamkeit zu halten, sie auszubauen, sie dauerhaft zu erringen, das ist ja ein ganz anderer Punkt. Je früher bei anderen Media Typen hatten, werden wir früher die großen TV-Stars hatten, weil sie eine Samstags Show im Monat hatten, muss der heutige Streamer oder heutige YouTuber oder Youtuberin da draußen quasi omnipräsent und das auf allen Kanälen sein. Also die müssen ansprechbar sein, irgendwie auf den Kommunikationskanälen wie Twitter. Die müssen gleichzeitig immer wieder neuen Inhalt bringen, damit sie nicht aus der Aufmerksamkeit verschwinden, damit sich das Publikum nicht wendet, damit sie dauerhaft bespaßt und bespielt werden. Damit keiner rum meckert, dass es keinen neuen Content gibt, damit sie nicht zu anderen abwandern, weil die Abos auch begrenzt sind und das Geld auch nur begrenzt ausgegeben werden kann. Und so weiter und so weiter. Und tatsächlich gibt es jetzt auch zum Teil so einen leichten Trend, dass die die eigentlichen Livestreams und YouTube, die Videos und Livestreams produzieren. Genau dieses Medium, was wir jetzt auch nutzen Podcast bespielen, Julian Bam und Rezo oder Unge und Montanablack machen ja zum Podcast in einer sehr regelmäßigen Schlagzahl. Ja, das ist ja die Gewinnung einer anderen Zielgruppe auf einem anderem Kanal.
Kai Thrun: Zumindest erst einmal die Bedienung der eigenen Zielgruppe mit anderen Inhalten. Ja. Ich glaube was, was du gerade beschrieben hast, da muss ich grade ein Stück weit zurückdenken, wo man früher gesagt hat, im E-Commerce sei der nächste Shop, ist nur ein Tab entfernt. Und ich glaube, so ist es. So ist es ähnlich heute. Zum einen hast du und da kommen wir zu dem was, was Frank Michna grad sagte es dreht sich halt um. Ich entscheide halt nicht mehr über die Aufmerksamkeit, sondern der Konsument tut das, was er konsumiert. Und genauso wie du sagst also keine Ahnung, ich konsumiere Monte natürlich auch, oder? Heißt natürlich, aber unregelmäßig schon. Ich bin mir. Ich will sagen, nie die erste Folge von Podcasts angehört, weil ich, wenn er tatsächlich, wenn er einfach so mal redet, auch mal sehr vernünftige Sachen von sich gibt und ein Junge ein guter Sparringspartner ist. Aber wer auch immer bei Spotify die Idee gehabt hat, die beiden Podcasts zu checken, da kann ich den Hut ziehen, weil das ist eine sehr spannende Kombo ist alleine von der Denke, von der Sprache her. Aber sind beides im Kern eigentlich, ich sage es mal, liebe nette Menschen, die auch viele, viele gute Sachen einfach machen und.
Thorsten Ising: Ja, aber tatsächlich hast du recht, weil der Faden war gar nicht gar nicht so weit am Ende zurück. Also tatsächlich bis auf viele, viele gute Punkte gekommen, also Aufmerksamkeit und der nächste Job ist nur einen Tap entfernt. Ja, ganz genau so ist das. Das heißt, wir müssen oder die Menschen müssen. Wir als Kommunikatoren können davon nur lernen. Auch, dass es manchmal eben nicht so gut funktioniert. Aber eben auch, dass viele Dinge gut funktionieren, wenn wir omnipräsent sind auf der einen Seite, wenn wir uns aber auch ganz genau an unsere Zielgruppe halten und orientieren und selbstverständlich das Recht. Die Zielgruppe holen wir an einer anderen Stelle unter Umständen ab. Wir erreichen ganz neue. Auch das kann da durchaus passieren, dass man plötzlich Livestreams für einen Podcast initiieren. Dann haben sie plötzlich ein ganz anderes Klientel Umständen da. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das auch nur annähernd das gleiche ist. Vielleicht gleiche Zielgruppe im Sinne von Alter, denke aber eben nicht unbedingt in dem Content Konsum, weil die über ganz andere Dinge plötzlich plaudern und die Kanäle ja eigentlich deswegen verfolgt werden, weil sie das dort machen, was sie das, was sie dort machen und eben nicht unbedingt auf einer anderen Form.
Kai Thrun: Das würde ich tatsächlich infrage stellen. Warum? Weil ich glaube, dass ich sage jetzt mal, wenn wir gerade bei den Top Ten in Deutschland sind, der YouTuber nicht mehr YouTuber und das Schema nicht, was schlimmer ist. Du bist Entertainer oder Künstler und selbstverständlich wie keine Ahnung Musiker in anderen Kontexten stattfinden, in Fernsehshows auftreten oder aufgetreten sind oder auch Podcasts machen oder was anderes machen. Du machst das ja nicht mehr irgendwann, du bist da. Irgendwann hast du ja, ob nun Kunstfigur oder Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Also je nachdem, wie viel Grad da die Überschneidung ist. Also du hörst ja den Podcast von Unge und Monte an, weil du die irgendwie findest und weil du denkst Hey, das könnte mich interessieren, was die zu sagen haben und weniger, weil der Livestream die letzten Tage so gut war.
Thorsten Ising: Ja, aber, und da ergänzt sich dann das. Aber es ist ja nicht zwingend so, dass ich zum Beispiel die Livestreams von Simon Unge verfolgen kann. Das heißt, ich gehöre nicht zu seiner eigenen typischen Zielgruppe des Livestreams. Vielleicht sehe ich seine Clips, vielleicht sehe ich seine Highlights zwischendurch mal gelegentlich. Seinen Podcast wiederum höre ich, da gehöre ich einer anderen Zielgruppe an. Und genauso ist es auch in dem Content Teil. Also wir haben ja sehr, sehr viele. Eben die Livestreams von von dem visuellen Abhängen, von dem, was gezeigt wird, von dem, was gemacht wird, von dem, was gespielt wird. Von dem, ob Trump jetzt Pokemon Karten aufmacht oder Sätze auf macht oder was auch immer. Es kommt auf das Visuelle an. Und beim Podcast nicht. Also erreiche ich Menschen mit einem ganz anderen Thema, mit einem anderen Inhalt, auf anderen Plattformen, zu anderen Gelegenheiten und damit auch andere Zielgruppen.
Kai Thrun: Ja, aber du wirst im Vorfeld schon eine gewisse Überschneidung haben, sonst hörst Du Dir das halt nicht an.
Thorsten Ising: Ja klar, wenn ich keine Mindest-Affinität habe, dann logisch.
Kai Thrun: Dann wirste halt denken: „Was das für zwei Nasen auf dem Cover“?
Thorsten Ising: Lass mal zu der Bedeutung reden. Von der Aufmerksamkeit, die diese Menschen auf sich ziehen können und was es letzten Endes, auch für Gesellschaft und Co. da draußen bedeutet. Formen. Streamer und Streamer, YouTuber, YouTuberinnen das gesellschaftliche Bild einer ganzen Generation?
Kai Thrun: Einer Gesellschaft,
Frank Michna: Danke, einer Gesellschaft, da hätte ich jetzt auch sofort das Veto eingelegt.
Kai Thrun: Veto jetzt nicht – ich hätte es ergänzt. Ich glaube, dass die Generationenfrage auch langsam verschwimmt. Ich meine, gerade wenn man jemanden wie Rezo da rausnimmt. Also der glaube ich, wenn du aus ihn in einem System als einen eigenen Planeten, irgendwo weit oben in der Ecke darstellst. Spätestens mit seiner Recherche zu den Bundestagswahlen, und dann natürlich auch einem unfassbaren Anspruch an den Tag gelegt hat, wo man wirklich nur den Hut ziehen kann. Ich meine, es ist ein super smarter Typ …
Thorsten Ising: Intelligent, super sympathisch.
Kai Thrun: Natürlich tun sie das. Wie jeder andere auch. Ich hätte fast gesagt, um euer Alter zu kommen…
Frank Michna: Danke schön.
Kai Thrun: Gerne, gerne. Aber ich kann mir vorstellen, dass du auch sehr gerne geraucht hast. Weil James Dean geraucht hat. Ich glaube, dass dieses dieses Abfärben von Dingen, und ich merke das zum Beispiel bei mir, wenn ich Zeit habe, extrem viel YouTube Content konsumiere…wie sich mein Sprachgebrauch verändert. Ich merke das. Einfach durchs Hören und Wiederholen von verschiedenen Phrasen, wo ich dann so 2-3 Tage habe, wo ich denke …
Thorsten Ising: Uiihhh …. Memmooooo
Kai Thrun: …, wo kommt das jetzt her? Ja, und ich meine, natürlich habe ich da eine Affinität zu, weil ich glaube, ich eher einen etwas jüngeren Sprachraum benutze. In der Freizeit, als es man mir vielleicht zutrauen würde. Zumindest ,wenn man auf das Alter guckt und aber ich glaube schon, dass ist natürlich auch eine Form umgibt. Und ich glaube auch, dass dieses Bewusstsein und das habe ich in den letzten Monaten gerade beim auch beim Monte beobachten können, der sich ja wirklich lange dagegen gewehrt hat, diese Verantwortung zu übernehmen. Aber auch für sich erkannt hat oder wer auch immer ihm das dann zugetragen hat, dass er sich dem nicht entziehen kann. Und natürlich, ich meine, und das siehst du ja auch, wenn da irgendwer was Relevantes in Anführungsstrichen zu sagen hat. Das ist dann auch mal für einen Tag Nachrichten Thema.
Thorsten Ising: Ja und das zurecht. Ja, Verantwortung haben haben die Menschen mit Sicherheit gar keine Frage. Hat jeder von uns in dem Moment, wo wir da draußen mehr als nur uns bespielen, sollte uns das auch durchaus bewusst sein. Und das was du gerade über REzo gesagt hast, kann ich nur unterstreichen. Also natürlich diese ganzen, die Aufklärungs Videos, die in Anführungszeichen, Zerstörungsvideos, Videos, die waren extrem wichtig. Sie kamen zum richtigen Zeitpunkt, sie waren gut gemacht, sie waren gut recherchiert, sie waren vernünftig zusammengetragen und sie hatten tatsächlich Effekt. Und das ist das, was mich wirklich abgeholt hat an vielen Stellen und was ich mir viel mehr wünschen würde. Tim Jacken macht das auch sehr gut. TJ. Vielleicht noch nicht ganz so tief, nicht mit den großen Videos, aber an vielen Stellen sehr ehrlich, vernünftig, gut recherchiert, aufgearbeitete Aufklärung. Das gefällt mir extrem gut. Natürlich weiß ich auch, dass der Inhalt nicht immer dieser sein kann und dass es nicht nur aufklärenden Inhalt da draußen geben kann. Aber tatsächlich sind sich viele offensichtlich der Verantwortung da draußen immer bewusster.
Frank Michna: Ja, aber Rezo hat auch eins gezeigt: Es hat dieses Crossmediale geschafft und es hat vor allen Dingen eins gezeigt das viele Leute aus den älteren Generationen, das erste Mal dieses Thema YouTuber wirklich ernst genommen haben und gesagt haben „Das ist ja unglaublich, da ist jemand“. Ich habe das in vielen Bereichen erlebt, da ist ja tatsächlich jemand der der kommt aus dieser Welt, die wir nie für ganz voll genommen haben. Und der stellt da mit einem unglaublichen Know how, mit einer unglaublichen Präsenz, Dinge da, die auch nicht zu widerlegen sind. Und er schafft Fakten. Und es macht auch noch auf eine total sympathische Art und er stellt die Frage der nächsten Generation und sagt Hey, was macht ihr? Und das tut er so glaubwürdig. Und ich glaube, das ist das, was, was das Besondere ausgemacht hat, was diesen Impact hatte, diese, dieses Mitreißende, dass selbst Leute, die das versucht haben abzutun, überhaupt nicht mehr schaffen konnten, weil sie schachmatt gesetzt, weil unglaubliche Leistung
Thorsten Ising: oder wenn sie es versucht haben, dann auch auf die Reduzierung auf irgendeinen dummen, döseligen Punkt. „Ach, der mit den blauen Haaren. Ach, der hat ja sowieso keine Ahnung.“ Respektlos. Vollkommener Blödsinn ist also inhaltlich war das schon alles sehr, sehr sauber und da hat man sich darauf konzentrieren sollen. Man sollte auch in unserer Welt und vor allen Dingen auch in unserer Generation und darüber hinaus, natürlich deutlich mehr zuhören, was hier Menschen zu sagen haben. Aus diesem Kulturkreis. Also es ist ja ein eine Kultur. Es ist ja nicht mehr nur Medium.
Kai Thrun: Nein und ich glaube, darf man einige Sachen nicht vermischen. So sehr ich Deine Sehnsucht nach qualitativen, ich sag jetzt mal hochqualitativen, journalistischen Content verstehe. Kann es da aber natürlich keine Erwartungshaltung sein, nur weil ich ein Medium bediene. So wie ich von nem Unterhaltungssender das ja auch nicht erwarte. Ich freue mich aber umso mehr, wenn sowas passiert. Weil es auch zeigt, dass es auch anders geht und da, im Umkehrschluss, kann man dann eher die klassischen Medien und großen Verlagshäuser fragen, warum die es nicht auf die Reihe kriegen. Ich meine, Rezo soll auch am Wochenende lang gesessen. Aber ich glaube … das ist nicht die Chance, sondern das Potenzial, wo Du eben fragst, ob die jüngere Generation stattfindet. Und ich glaube, dass sie stattfindet. Und ich glaube, dass sie eigene Formate entwickelt und dann ebenso ein „Zerstörungsvideo“ kommt, wo jeder Journalist, jeder, der irgendwas mit Medien gewesen wäre, gesagt hätte. „Mal abgesehen davon: nicht so lang, nicht so viele Themen, das muss anders aufbereitet sein, das muss so sein“. Und ich habe auch gesagt und das ist ja das, wo du als Kreativer, und das kenne ich ja auch, einfach kein Bock drauf hast. Du ziehst ein Stiefel durch und dann machst du das so, wie du es für richtig hältst. Und entweder schlägt das ein oder eben nicht. Ich glaube, das ist halt das. Das ist so vielleicht auch der Trend, den man noch nicht so richtig sieht. Das ist, so glaube ich, ganz, ganz viele neue Formate gibt mit Dingen, wo du genau hinschauen musst, um zu sehen „Das ist jetzt aber 15, 20 Prozent anders als das, wie man es hätte machen können. Interessant, dass das funktioniert“. Ich habe vor zehn Jahren auch schon einmal Formate hatte, wo man sagte „Das macht man aber so nicht“… und sie haben trotzdem funktioniert. Und ich glaube, das ist eben Unbeflecktheit und gerade wenn es so Richtung jüngere Generation, also ganz junge Schüler geht, die einfach auch noch Zeit haben, um Dinge auszuprobieren. Die einfach tatsächlich mit ihrem Handy rum wuseln. Und ich meine, wenn du siehst, wieviele Leute es auf TikTok zum Beispiel gibt, die Werbevideos mit dem Handy aus Spaß machen, wo mir die Kinnlade runter fällt… wo ich mir einfach denke, und dann auch das das Making of sehe und denke mir „Wow, die Kreativität … hätte ich jetzt nicht so zusammen gekriegt, aber spannend“! Und das ist tatsächlich das, was ich auch dann so liebe. Zu sagen, „Ja, so einfach kann es eigentlich sein“ und sich einfach ein Schritt zurück zu nehmen und zu sagen: Vielleicht braucht man für verschiedene Sachen, gar nicht so aufgeblasen sein, sondern muss vielmehr wieder ins Machen kommen und einfach mal Dinge ausprobieren. Einfach Ballons steigen lassen. Einen nach dem anderen.
Thorsten Ising: Ja, es reicht eine Kamera, es reicht ein Handy, es reicht ein Mikro, um irgendetwas zu tun. Es reicht ein Stift für manche, ein weißes Blatt Papier und ein paar Buntstifte. Was auch immer. Aber tatsächlich, ja vollkommen richtig. Dieser kreative Teil und diese Unbeflecktheit und dieses dieses „einfach machen wollen“ und „machen können“ auf eine ganz andere Art und Weise. Das ist mit Sicherheit das, was die nächsten Jahre hoffentlich ganz, ganz viele, typische für uns alte Medien disruptieren wird wird. Also auseinandernimmt und vielleicht einfach auch neu neu setzen. Da möchte ich meinen, wir haben den totalen Medienbruch. Ja, der ist mittlerweile zu sehen, und ganz, ganz klar erkennbar. Der ganze Schwung von Desktop aufs Smartphone war mit Sicherheit eine ganz harte Kiste. Das wird noch mal einen Schwung danach geben. Ich kann mir vorstellen, das ganze Thema AR/VR, wenn es denn richtig mal funktioniert und wenn es erschwinglicher ist – zusammen mit den ganzen Bemühungen mit Metaverse und Co., den nächsten großen Bruch gibt, der ähnlich groß sein könnte. Also ist nur eine Mutmaßung, ist keine These, ist nur eine Mutmaßung. Aber tatsächlich könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es da erneute kreative Ausbrüche gibt.
Frank Michna: Ja, wenn es, wenn es dann wieder junge Leute gibt, die vollkommen uneingeschränkt und ohne Konventionen Gas geben was jetzt auch erleben, wirst du genau das gleiche erleben. Und das macht es ja so faszinierend. Da bin ich voll bei Kai.
Thorsten Ising: Kreativität ist keine Frage des Alters.
Frank Michna: Ja, da gebe ich dir auch recht.
Kai Thrun: Ja, aber ich glaube, dass, ich will nicht sagen des Alters, sondern vielmehr der Professionalität. Und das ist das, was ich sehe. Und das ist tatsächlich eine große Gefahr, die ich für die aktuelle Kommunikationsbranche sehe. Dass du gerade, mit dem Aufkommen von Social Media, hast du ein neues Medium von der Pike, von der Entstehung aus, gelernt. Hast irgendwann gelernt, wie Dinge funktionieren. Hast du irgendwann gelernt, wie sie ineinandergreifen, wie ein Klavier oder ein Orchester zu dirigieren ist. Das hat aber auf einmal nur noch wenig Bestand. Die Frage Bist du in der Lage, das Schiff zu verlassen, was dich aus dem Hafen gebracht hat? Oder gehst du damit unter? Also ein Teil wird ja bleiben. Wie Eingangs gesagt, natürlich wird es Strategien geben. Wir sehen es ja bei Facebook. Facebook hat sich komplett in den letzten Jahren verändert. Die Relevanz geht zurück. Sicherlich nicht zwingend für den E-Commerce und für Paid Media. Aber organisch brauchst du da halt nichts mehr anfangen. Ich glaube, da sind wir uns einig.
Kai Thrun: Aber auch das Nutzerverhalten per se auf Facebook. Die Dialoge, die dort stattfinden etc. all das hat sich ja auch gewandelt und verschoben. Die Frage ist dann, nimmst du diese Verschiebungen der Kommunikationsplätze wahr und mit? Und bist du in der Lage, dann dir auch eben neue Sachen wie eben Twitch anzuschauen … Ich meine Twitch hat natürlich sehr von der Pandemie profitiert. Es zwar vorher schon am Aufkommen, aber auch da war es noch genauso belächelt wie die YouTuber vor sieben, acht Jahren. Ja, was soll das? Was soll ich damit? Warum? Wieso, weshalb? Ist doch totaler Quatsch. Brauche ich nicht. Währenddessen, und das war tatsächlich mein Plan, eigentlich wollte ich mich zu der Zeit auf Twitch breitmachen. Weil da nämlich noch gar keiner war und ich einfach dachte, Ich kann mir jetzt hier schon mein Imperium aufbauen und dann ist gut. Gut, mittelmäßig funktioniert, sage ich jetzt mal. Aber ich glaube, das ist was, und das beobachte ich auch bei Kollegen. Die haben ihre Denke und ihre Expertise. Die will ich ihnen gar nicht absprechen. Aber ich sehe da die Entwicklung aktuell nicht,
Frank Michna: Müssen Berater mit sich selbst disruptiver umgehen, mit ihrer eigenen Expertise?
Thorsten Ising: Ja.
Thorsten Ising: Auf jeden Fall.
Kai Thrun: Ob disruptiv, weiß ich nicht, aber ja. Zumindest solltest du dir, wie soll ich sagen? Ich sag jetzt lieber nichts, hätte ich fast gesagt.
Frank Michna: Doch, doch lass los.
Kai Thrun: Haha, jetzt kommt der interessante Teil Nein, ich meine, gerade als Berater musst du doch wissen, was abgeht. Ich glaube, da werden viele halt scheitern. Die kommen dann halt aus ihrer B2B Ecke. Klassisch. Wo Du ja erstmal mit „neuen Medien“ oder neuen Formaten gar nicht so viel zu tun hast oder sie auch nicht mehr wissen, wie sie ihren Content transformieren sollen. Und du musst, ich sage jetzt mal fürs Hirn Yoga in der Lage sein, die neue Sachen anzugucken und zu verstehen, was dort passiert.
Kai Thrun: Ich hab mit Thorsten in der Vergangenheit auch öfters gesprochen und wir Beispiel hatten, wo du weißt, dass es Leute auf TikTok gibt, die dort sechsstellige Gewinne machen, indem sie Excel Tipps geben. Da hätte ich auch jetzt selber drauf kommen können. Ist nicht so schwierig, aber die ist einfach großartig machen. Was ich persönlich in meiner Berater-Bubble, und die ist ja jetzt nicht so riesig, vermisse, ist ich die Fähigkeit, neben dem sachlich, fachlich, strategisch taktisch, operativen, auch unterhaltend zu denken. Das ist eine Komponente, die mir häufig fehlt. Ich glaube, das ist tatsächlich etwas, was ich… ich will nicht sagen bemägele, aber wenn du siehst, wie sehr die Unterhaltungsbranche, dann sind wir wieder bei YouTubern, bei Twitchern… Nehmen wir einen Slavik, der zweimal nacheinander den Comedy Preis gewonnen hat, der mit ProSieben TV Serien in Folge macht, seinen YouTube Kanal irgendwie bespielt, irgendwas mit Krypto macht, also aus völlig verschiedenen Richtungen kommt…Aber eben diesem Unterhaltungsfaktor, den er mitbringt, also mit dem Klischee, den klassischen Deutschrussen abzubilden, immer sehr informativen, sprudelnden Content auch Dinge beleuchtet, was für eine Serie gemacht oder drin, wo er beim CSD mitgeht und die Leute fragt, wie es denn eigentlich ist, homosexuell zu sein. Und wie funktioniert das eigentlich? Und wie trifft man sich und wie? Also wirklich so fragen die, mit denen du, wenn du nicht jemanden in deinem persönlichen Umfeld hast, du vielleicht mal fragen, wo Berührungspunkte hättest. Du hast ja keine Ahnung, wie das gesellschaftliche, ich will sagen Randgruppen so machen. Und ich glaube, das ist das, was du ja, was man ja auch häufig sieht. Also der eine andere oder aus einem anderen Grund hat es ja verstanden. Also ich meine eine DB Cargo. Was hat sie auf Twitter zu suchen, die unter keinen, keine oder wenig Geschäft wahrscheinlich machen? Ja, aber den Unterhaltungswert, den die da ist ja einfach sensationell großartig, keine Frage.
Thorsten Ising: Ja, also ich glaube schon. Damit auch noch mal zurückkehrend zu der Frage von Frank Michna, dass wir als Berater da durchaus ein wenig Veränderungsprozess orientiert an uns herantreten müssen und auch immer wieder gucken müssen, was da draußen so los ist… Gebe dir, Kai, natürlich vollkommen recht. Natürlich müssen wir wissen, was da draußen funktioniert und was nicht funktioniert, sonst könnten wir ja keine Unternehmen beraten. Das ist ja erst mal der eine Teil. Was nicht unbedingt bedeuten muss, dass wir das alles selber können müssen. Ich bin auch fern, weit weg davon, dass irgendeiner erfolgreich auf TikTok sein muss, um zu wissen, wie TikTok funktioniert. Also das ist nicht unbedingt der Fall, den wir als Berater wissen müssen. Wir beraten, wir schulen, wir zeigen, wie es funktionieren kann. Wir setzen die Strategien mit auf und helfen dabei, dass das gut funktioniert. Das ist erst ein Teil. Wir müssen nicht selber die Stars sein, ist Quatsch, dann dürfte und könnte ja keiner Fußballtrainer werden, der nicht vorher auch schon erfolgreich Fußball gespielt hat. Was genauso großer Quatsch wäre.
Frank Michna: Aber wir müssen es auf dem Schirm haben und wir müssen uns Gedanken machen über die Ernsthaftigkeit und über die Möglichkeiten. Und die müssen wir ganz offen aussprechen. Das ist das, was wichtig ist.
Thorsten Ising: Absolut. Und ihr kennt mich. Ich bin jeden Tag dabei. Ich setze mich hin und lerne jeden Tag eine Stunde aktiv. Und diese, diese ganzen Dinge, die obendrauf kommen, dass ich mir genauso gut die Videos und die Streams von Tanzverbot angucke, wie von von Montanablack wie von Rezo so wie von Unge und haste nicht gesehen. Alles das, was zeitlich in irgendeiner Form geht, läuft nebenher auf jeden Fall aufm Rechner. Immer, ständig. Es ist immer irgendwas drin, wovon ich eben ganz viel lernen kann. Das sind andere Dinge, das sind Fachbücher, genauso wie Streams. Ich verfolge im Moment auf Twitch, abonniert, einen Streamer, der seine Sachen, ich glaube seine Masterarbeit schreibt. Zum Thema Mittelalterliche Geschichte. Ja, der schreibt die ganze Zeit im Coworking Modus quasi und streamed dabei. Und ich habe großen Spaß das zu beobachten. Und ich lerne dabei unglaublich viel. Nicht über mittelalterliche Geschichte, aber tatsächlich darüber, dass dieses Format auch sehr gut funktioniert und dass es tatsächlich auch Menschen gibt, die heute noch mit der Pomodoro-Technik arbeiten und so was. Also ganz viele Dinge, die dabei rumkommen. Und ja, wir müssen das tun. Wir müssen ständig dran bleiben, um solche Formate vielleicht auch in die Businesswelt anders mit transportieren zu können, denn da findet das noch viel zu wenig statt. Warum gibt es so wenig Businesses die Livestream? Warum gibt es nur so so ein paar, die diese Interview Funktionen nutzen? Und so wie wir ab und zu mal ein paar Talks machen, vielleicht irgendwelche Bestandssysteme aus der Präsenz-Welt jetzt online übertragen? Warum fehlen uns da im Business die kreativen Prozesse? Fehlen uns die Kreativen?
Kai Thrun: Jein. DIm Business finden ja zum einen die Verrückten. Weil die selten ins Business gehen und zum anderen jemand, der es zulässt.
Frank Michna: Der Mut ist nicht da.
Kai Thrun: Aber ich will noch mal einen halben Schritt zurückgehen. Das mit dem Interview und mit den Live-Streams … da komme ich gleich zu. Ich glaube, die Sache als Berater, wenn Du es Dir anguckst, ist: Du musst die Mechanik dahinter verstehen. Du musst verstehen, warum funktioniert das? Das ist das, was du mitnehmen kannst und was viele Berater, da kann ich nur von meiner Blase sprechen, weil da kenne ich nicht so viele. Was viele nicht verstehen ist, dass du meistens, dass Du in der Vergangenheit auch schon, die Formate, die Du lernst auf Platform A, kannst du auf b super benutzen und bist halt der, der komplett aus der Masse heraussticht, weils keiner auf der Plattform macht. Sowie neuerdings seit 6 Monaten alle rührselige Geschichten auf LinkedIn erzählen. Das hättest Du Dir mal vor nem Jahr erlauben sollen. Bis irgendwer damit angefangen hat und du auf einmal Reichweite damit generieren kannst. So, es hat sich etabliert. Wollte auf Facebook zwar keiner mehr lesen, aber heute gibt es auch Schema F schon für LinkedIn-Posts, wo ich ich mich auch drüber lustig mache. Weil es ist schlicht zu viel geworden. So, was wollte ich noch sagen? Was war der letzte Punkt, wo ich dich unterbrochen habe? Mit den Verrückten? Ja, die Verrückten. Ich glaube, das ist das. Und ich glaube, das ist der Unterschied. Wenn du dir mal reichweitenstarke Menschen anguckst, völlig egal auf welcher Plattform die unterwegs sind… die waren ja irgendwann mal so bescheuert und haben gesagt „Ich bin da so überzeugt, dass es funktioniert, ich mache das jetzt einfach“. Warum soll ich mir Bausteine angucken auf YouTube?
Kai Thrun: Also wenn du das rein rational sieht, aus der Geschäftsebene. Stell dir mal vor, da kommt jemand sagt „Hallo. Lass uns doch mal Videos über Bausteine machen“, weil wir ein Spielzeugladen, Hersteller oder irgendwas in der Richtung sind. In der Industrie wird da jeder wahrscheinlich sagen „ja und wozu? Wie verkaufe ich darüber jetzt?“ Das Problem ist ja, dass du einen enormen Auftrieb oder einen enormen Invest machen musst im Thema Branding. Und wenn du den irgendwann hast und der authentisch ist, dann kannst du den Sales hinterherschieben. Aber du musst den Invest erst machen. Was man gleichzeitig macht, ist irgendwelche Corporate Influencer aufzubauen, die dann da irgendwie rumwuseln. Ich will deren operativen Geschäftserfolg gar nicht absprechen. Aber ich habe jetzt auch noch keinen in freier Wildbahn erlebt, wo ich jetzt sagen könnte, der war richtig gut von dem Unternehmen. Tatsächlich habe ich einmal einen erlebt, der war richtig beschissen und der war von der Telekom. Ah, das war ne Katastrophe vor dem Herrn. Das war tatsächlich so, wie ich es mir vorstelle. Da hat man halt irgendwen hingesetzt, der gar keine Ahnung hat, hat gedacht, so könnte es funktionieren. Und deswegen gibt es auch keine Live-Shows. Dieses Hey, wir machen einfach mal so geht halt oft nicht. Und so war es ja bei den Social Networks auch. An wieviele Artikel kann ich mich erinnern? Habe ich darüber geschrieben, wie irgendeine usellige Funktion in irgendeinem Netzwerk funktionieren kann oder wo Facebook Pages, 2011 war es, rauskommen. Es war die Revolution. So aber die neuen Formate… sie sind zwar irgendwie da, aber das ist dann halt auch irgendwie Video oder irgendwie Audio. Das denkt man, das kennt man halt schon. Aber sich da tatsächlich, ich sage es mal bewusst ganz amateurhaft, hinzusetzen und zu sagen ich mach jetzt einfach mal, mal gucken, was dabei rauskommt. Kriegst Du im Businesskontext halt relativ schwierig durchgesetzt.
Thorsten Ising: Zu wenig Traute von beiden Seiten.
Kai Thrun: Ja, gerade gerade YouTube und Twitter haben das sehr gut verstanden. Sie schieben sich das gegenseitig zu.
Thorsten Ising: Klar.
Kai Thrun: Du sagst klar, aber mach das mal ein bisschen Kontext. Wie viel Diskussion noch zu führen sind, mit „Das ist aber unser Wettbewerber, mit dem arbeiten wir aber nicht zusammen führen“ musst.
Thorsten Ising: Von dieser Denke bin ich ja sowas von weit entfernt, Gott sei Dank. Da gibt es aber leider Gottes viel zu wenige. Von daher gebe ich dir vollkommen recht. Also ich lade mir meine Mitbewerber sogar ein. Zum Bootcamp, zeige denen alles und stell denen sogar meine Sachen zur Verfügung. Es total egal. Wettbewerb entsteht für mich auf einer anderen Ebene. Ja natürlich, die machen das super. Dieses Hin und Herschieben, das Miteinander einbinden in die eigenen Streams, das immer wieder aufgreifen, als Gäste einladen, das Multiplizieren und so. Das machen die großartig. Bin ich voll und wirklich mit Feuer und Flamme dabei und wirklich großer Fan. Und ja, das fehlt uns im Business total.
Thorsten Ising: Leider.
Kai Thrun: Business findet ja auch statt. So ist ja nicht. Das findet ja auch gut statt. Den großen Corporates will gar nicht zu nahe treten. Das ist auch nicht deren Kerngeschäft da stattzufinden. Natürlich finden sie ja irgendwie statt, weil sie irgendwie Geld rein pumpen und sich Teams kaufen. Gerade im eSport zum Beispiel, weil sie gemerkt haben, damit kann man echt viel Kohle verdienen. Wir wollen aber tatsächlich jetzt nicht unser Geschäftsmodell komplett auf den Kopf stellen. Glaube, was wir uns immer wünschen, ist auch so ein bisschen Kombinationsblasen- , Kommunikationsberater-Romantik ist, glaube ich, dass das da Unternehmen viel intensiver reingehen und wirklich reingehen und richtig richtig dabei sind. So, damit man eine Art Best-Practice hat. Einfach, weil es unheimlich romantisch klingt. Aber ich glaube tatsächlich dazu, die Verrückten machen halt heutzutage einfach selber. Ich glaube, manche Ideen kriegst du auch nicht durch. Und wo wir gerade sprechen. Ich saß zum Beispiel kürzlich vorm Rechner und habe Forza Horizon 5 angespielt, was ja eben dieses Festival Charakter hat. Und ich sitze da und denke mir „Warum gibt es eigentlich nicht in Deutschland? Wie geil wäre das? Einfach ein riesiges Festival haben, sechs Wochen lang mit verschiedensten Autorennen, verschiedensten Typen ein Riesenspektakel“. Ich möchte nicht wissen, was das in der Realität kosten würde, aber so andere Sachen wie zum Tomorrowland finden ja auch statt. Die funktionieren auch irgendwie und die verdienen ja auch ganz gutes Geld. Aber du brauchst halt im Endeffekt einen Verrückten, der sagt die Idee ist so bescheuert. Ich will die jetzt umsetzen. Dann musst du halt die Energie mitbringen und dich überall durchboxen. Gerade wenn du dann eben ans Geschäftsumfeld denkst, ist es halt auch gerade bei Großunternehmen eine Frage der Hierarchiestufe. Was darfst du, was darfst du nicht, die großen Budgets etc. etc.. Das muss sich irgendwie ins Gesamtgefüge einfügen. Ich glaube was, was vielleicht und was es ja teilweise schon gibt, sind halt was so mit den Labs aufkam, wo man versucht hat, Technologie irgendwie einzudigseln. Ähnlich wie eine Art Kommunikationslabor eingerichtet, wo man sagt „Hey, pass auf. Du hast hier Budget XY fürs Jahr: Macht mal was“.
Thorsten Ising: Ja, also falls da draußen irgendjemand zuhören sollte, ja unsere Bootcamp-Runde finanzieren möchte: Wir stehen zur Verfügung. Kai hat die Idee quasi schon verraten, wie wir es machen. Ja, Mensch, Kai. Es war mir wieder mal eine wirkliche Freude mit dir zu plaudern und schön war es diesmal hier im Social Media Schnack gemacht haben. Bevor ihr beiden gleich das Schlusswort habt, noch mal von mir ganz herzlichen Dank und natürlich eine Abschlussfrage: Was glaubst Du, oder besser: Was wirst du mit ziemlichem Interesse in diesem Sektor in den nächsten sechs Monaten beobachten wollen? Gibt es irgendeine Ankündigung eines Camps, eines Events, einer Sache, eines Themas, die du auf jeden Fall auf der Pfanne hast und wo du hinschaust,
Kai Thrun: Tatsächlich gar keinen. Ganz bewusst.
Thorsten Ising: So hätte ich es erwartet.
Kai Thrun: Eher umgekehrt. Tatsächlich. Ich bin eher dabei, meine Altlasten der letzten 15 Jahre aufzuräumen, nenne ich es mal.
Thorsten Ising: Spannend. Wirst du das begleiten in irgendeiner Form?
Kai Thrun: Was heißt begleiten? Ich habe tatsächlich auf LinkedIn zwischen Weihnachten und Neujahr 600 Kontakte erst mal gelöscht. So pauschal. Weil „spannender Name, aber ich kenne dich nicht“ und so habe ich das in anderen Netzwerken auch getan. Ich habe erst mal komplett ausgedünnt und tatsächlich habe ich auch, zumindest privat, relativ wenig Interesse daran, was sich grad beruflich in meiner Blase blase tut, weil so viel spannendes kam da jetzt die letzten Jahre nicht um die Ecke. Bin ja selber schuld an meiner Online Blase. Aber ich habe mir eher vorgenommen, mich ein bisschen mehr auf mich selber zu fokussieren und eher wieder mehr zu publizieren als zu konsumieren. Von daher ist es gar nicht so negativ wie es vielleicht klingt, aber ich glaube ich habe mir genug Sachen die letzten Jahre im Internet angeguckt, dass ich langsam vielleicht das eine oder andere, vielleicht auch mal mehr publizieren könnte.
Thorsten Ising: Hervorragend. Dann freue ich mich aufs Konsumieren. Okay, ganz lieben Dank, dass du warst, die Zeit genommen hast. Ich freue mich drauf, auch mit dir in baldiger Nähe wieder ein Bier im realen Leben zu trinken. Also: Euch gebührt das Schlusswort. Macht es gut da draußen. Bye.
Frank Michna: Ja, Kai vielen Dank. Nach langer Zeit mal wieder. Bei dem Bier schließe ich mich gerne an. Das kriegen wir vielleicht sogar zusammen, vielleicht sogar in Ostwestfalen. Machs gut, pass auf dich auf.
Kai Thrun: Ja, was soll ich sagen, Frank? Thorsten, ich habe zu danken. Ich hoffe, auf der nächsten Party muss ich nicht alleine nach Hause gehen.
Thorsten Ising: Auf keinen Fall.
Kai Thrun: Gehabt Euch wohl, auch an die Zuhörer: Bleibt gesund und ich verabschiede mich so, wie ich mich immer verabschiede: Tut das, was sie nicht auch tun würde… und wenn ihr es tut, schickt Bilder und Videos..
Der Beitrag Im Gespräch mit: Kai Thrun, Creator, Blogger, Marketingspezialist, München erschien zuerst auf Social Media Schnack.
Hamburg ist seine Perle und die kennt er wie kein Zweiter. Ob im Hellen oder bei Nacht, im Sommer oder im Winter, laut oder leise, schön oder provokant – aber immer auf eine ganz besondere Art und Weise sexy und anziehend. Als Profi-Fotograf kennt er diese vielen verschiedenen Gesichter der Elbmetropole ganz genau und teilt seine Arbeit gern via Facebook. Außerdem weiß er als Social Media Manager mit dem Schwerpunkt Gastronomie auch ganz genau, wo in Hamburg was losgeht und wo man unbedingt hin muss.
Wir kennen Malte als den stillen Begleiter auf Veranstaltungen und Events, immer mit mindestens zwei Kameras, immer bereit den richtigen Moment einzufrieren und für die Ewigkeit zu dokumentieren. So sprachen wir im Schnack nicht nur über Kommunikation und die besonderen Herausforderungen für Social Media in der Gastronomie, sondern auch über sein Hamburg, das Fotografien und über viele andere Dinge.
Den Schnack gibts hier, die Fotos via auf den Seiten und Links von Malte Klauck.
Der Beitrag Im Gespräch mit: Malte Klauck, Fotograf & Social Media Manager, Hamburg erschien zuerst auf Social Media Schnack.
Veränderung und digitaler Wandel dürfen gerade vor den Hochschulen nicht haltmachen. Mit Bernd Kleinheyer hatten wir hierzu einen sehr engagierten Gesprächspartner, der die Veränderung in Bildung nicht nur hautnah erlebt, sondern selbst mit treibt und unterstützt.
Er doziert an der FH-Bielefeld im Fachbereich Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Internationalisierung. Somit hat er nicht nur den digitalen Wandel in der Lehre fest im Blick, sondern kennt auch, bedingt durch seine internationale Tätigkeit und die Begleitung verschiedene EU-Forschungsprojekte, die unterschiedlichen Herangehensweisen an ausländischen Hochschulen und in internationalen Start-ups.
Wir schnacken offen übers Botox-lernen, Fremdsprachen in der Wirtschaft, gute alte Lernmethoden sowie die neue digitale Lernkultur und über „Inverted Classrooms“ und das neue miteinander von Dozierenden und Studierenden. Sein Credo: „Das Gute daraus machen“ überzeugt und steckt an!
Dies, ein Ausflug in moderne Abfallwirtschaft (und was das mit Kommunikation zu tun hat) und mehr jetzt in der aktuellen Folge des Social Media Schnacks.
Der Beitrag Im Gespräch mit: Bernd Kleinheyer, Fachhochschule Bielefeld – Fachbereich Wirtschaft erschien zuerst auf Social Media Schnack.
Es gibt ein ganzes Universum von Klemmbausteinen jenseits der Welt von Lego und das ist noch viel bunter, größer und faszinierender als zunächst gedacht. Die Fangemeinde ist riesengroß und die Vielfalt an Herstellern, Modellen und Themenwelten erfordert Spezialisten, die sich auskennen, Trends erkennen und beraten können.
Wir hatten einen solchen Spezialisten im Talk und haben uns ausführlich unterhalten. Thorsten Klahold ist der Inhaber von steingemachtes.de, einem Ladengeschäft und Onlineshop für Klemmbausteine im ostwestfälischen Paderborn und zugleich als erfolgreicher YouTuber das Gesicht von Johnny’s World.
Hier berichtet er regelmäßig über Neuheiten aus der Klemmbausteine-Branche und testet auch gleichzeitig neue Bausätze. Seine Erfahrung teilt er offen mit den Usern. Thorsten hat sich nicht nur das Kind im Manne bewahrt, sondern auch das Herz am rechten Fleck. Aus einer ärgerlichen Situation heraus ist großes entstanden: Er hat mit der Aktion „Bricks 4 Kids“ begonnen Spenden zu sammeln.
Mit dem Geld werden alternative Klemmbausteine bestellt und direkt an bedürftige Kinder verschenkt. Das Ergebnis ist mehr als beeindruckend.
Kurzum es gab verdammt viel zu erzählen und viel über Klemmbausteine zu erfahren. Alles Weitere im Podcast mit Thorsten, Thorsten und mir.
Der Beitrag Im Gespräch mit: Thorsten Klahold, Johnny’s World / steingemachtes.de erschien zuerst auf Social Media Schnack.
Corporate Influencer, Bücher, 365-Tage-Schreibchallenge, PR im Wandel der Zeit, Newsletter – nur ein kleiner Auszug aus dem Schnack mit PR und Kommunikationsprofi Klaus Eck aus München. Die freundschaftliche Verbindung zu Klaus besteht schon lange, der Austausch kommt dennoch immer wieder zu kurz – in diesem Social Media Schnack mit Klaus Eck plaudern wir endlich mal wieder frei von der Rolle. Und das neue Buch von Klaus Eck spielt ebenfalls eine Rolle im Gespräch.
Der Beitrag Im Gespräch mit: Klaus Eck, Corporate Influencer & Content Stratege, klauseck.de erschien zuerst auf Social Media Schnack.
Katholische Kirche, Social Media und digitaler Wandel? Auf den ersten Blick scheint das nicht so gut zusammenzupassen. Aber der erste Blick kann täuschen. Wir haben beim Bistum Essen, dem jüngsten unter den bundesweit 27 Bistümern nachgefragt und dazu gelernt. Hier ist man für das Ruhrgebiet und Teile des Sauerlandes zuständig, schaltet Google Ads und geht ganz bewusst neue und manchmal auch andere Wege, um Kirche und Glauben greifbar und nahbar zu machen. Jens Albers steht hier als Social Media Manager und stellvertretender Pressesprecher im täglichen Doing und kommuniziert mit seinen Kollegen, im Namen seines Herrn, dem Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, unter anderem via WhatsApp, Facebook und Twitter.
Wir hatten einen eindrucksvollen Austausch mit Jens über „Gott und die Welt im Netz 2.0“, digitale Corona-Gottesdienste, die sich verändernde Rolle der Kirche in der digitalen Welt. So konnten wir hinter die Kulissen blicken und mehr über die verschiedenen digital-analogen Projekte des Bistums Essen erfahren, die man unternimmt, um mit den Menschen im Kontakt zu bleiben oder auch wieder ganz neu ins Gespräch über Kirche und Glauben zu kommen.
Der Beitrag Im Gespräch mit: Jens Albers, Social Media Manager, bistum-essen.de/ erschien zuerst auf Social Media Schnack.
From the publisher's feed

0 Listeners

0 Listeners

0 Listeners

72 Listeners

0 Listeners

20 Listeners

0 Listeners