In der aktuellen Debatte um die Pestizidreduktion steht Glyphosat oft als Symbol für ein viel größeres Problem: Wir setzen pro Flächeneinheit immer mehr und vor allem immer wirksamere Gifte ein. Die ökologischen Folgen für unsere Kulturlandschaft sind fatal.
⚠️ Der blinde Fleck: Die Kombinationswirkung
Ein massives Problem in der europäischen Zulassungspolitik ist die sogenannte Kombinationswirkung. Pestizide werden in der Regel nur isoliert auf ihre Folgewirkungen für Mensch und Tier getestet. In der landwirtschaftlichen Realität wirken auf dem Acker aber oft viele verschiedene Stoffe gleichzeitig. Das ist vergleichbar mit einem blinden Griff in den heimischen Medikamentenschrank, aus dem man wahllos verschiedenste Tabletten auf einmal schluckt – eine offensichtlich sehr schlechte Idee mit völlig unkalkulierbaren Wechselwirkungen für unser Ökosystem.
📉 Das Ökosystem als Kartenhaus
Man kann sich unsere heimische Natur wie ein großes Kartenhaus vorstellen. Totalherbizide vernichten die Pflanzen, Insekten finden keine Nahrung mehr und am Ende bricht das Fundament für unsere Feld- und Wiesenvögel komplett weg.
Dabei ist dieser massive Gifteinsatz kein Naturgesetz. Der ökologische Landbau zeigt längst, dass Landwirtschaft auch mit deutlich weniger Giften funktioniert. Für die konventionelle Landwirtschaft brauchen wir als erste Schritte:
Einen integrierten Pflanzenschutz, der wirklich nur bei konkretem Befall und Erreichen einer Schadschwelle greift.
Eine strengere Zulassungspolitik, die gefährliche Wechselwirkungen (Gift-Cocktails) zwingend mit einbezieht.
Unser übergeordnetes Ziel muss ein konsequenter Artenschutz sein.
Wie blickt ihr auf die europäische Zulassungspraxis? Welche Schritte müssen wir in der Landwirtschaftspolitik priorisieren? Ich freue mich auf eure Gedanken und die Diskussion hier im Fediverse!
🔗 Weitere Informationen zu meiner politischen Arbeit für den Niederrhein findet ihr auf: www.volkhard-wille.de
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