Die Deutungshoheit politischer und gesellschaftlicher Gegebenheiten in der DDR gehörte allein der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland (SED). Um das Denken im Lande zu kontrollieren, wurde das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ins Leben gerufen, besser bekannt als Stasi. Es sollte das Schild und Schwert der SED sein, Andersdenkende einschüchtern, zermürben und ausspionieren. Dissidenten, Kirchenmitglieder, vermeintliche Fluchthelfer aber auch ausländische Diplomaten wurden überwacht. Zwar auch im Ausland aber das hauptsächliche Tätigkeitsfeld des MfS war das Inland und die Überwachung der Bürger. Der Zusammenbruch der DDR gab den Blick frei auf das, was sonst im Verborgenen bleibt: die geheimen operativen Vorgänge des MfS, seine angewendeten Techniken und deren Modifikationen. Der Nachrichtentechniker Detlev Vreisleben befasst sich seit über 20 Jahren mit dieser Thematik. Vor Kurzem referierte er in Teistungen, wo wir die Gelegenheit nutzten, um mehr zu erfahren. Anja Würfel hat ihn getroffen.