Sternstunde Kunst

Sternstunde Kunst

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Arts
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Sternstunde Kunst episodes

  • Tinguely-Maschinerie in vollem Gang: Das 100 Jahre Jubiläum
    Am 22. Mai wäre Jean Tinguely 100 Jahre alt geworden. Der Film begleitet Konservator Jean-Marc Gaillard, einer der letzten Assistenten Tinguelys. Und: Künstler und Kurator Klaus Littmann, der einst eng mit Tinguely zusammenarbeitete. Wie hat «Jeannot» ihr Leben verändert?
    Jean-Marc Gaillard hat Tinguely sein ganzes Leben verschrieben. Er arbeitet seit 2003 als Konservator am Museum Tinguely in Basel. Gaillard kennt jedes Rädchen, jede Schraube der Tinguely-Maschinen. Er berät weltweit Privatsammlungen und Institutionen und baut Werke des Künstlers weltweit auf und ab. Im Jubiläumsjahr ist Jean-Marc Gaillard nonstop gefragt. Nächtelang sucht er im Internet nach Ersatzteilen, um «Jeannots» Werke am Leben zu erhalten. Denn: Sind sie nicht mehr in Bewegung, werden sie ihrer Seele beraubt.
    Auch Künstler und Kurator Klaus Littmann arbeitete einst eng mit Tinguely zusammen. In seiner ehemaligen Galerie richtete er die letzte Ausstellung des Künstlers aus. Er stellte gemeinsam mit Tinguely spontane Aktionen auf die Beine und animierte ihn und seine erste Ehefrau, die Künstlerin Eva Aeppli, zu einer Kollaboration. Jetzt sind die Gemeinschaftswerke im Lehmbruck Museum Duisburg zu sehen. In der aktuellen Ausstellung, bei deren Einrichtung Jean-Marc Gaillard natürlich nicht fehlte.
    Wiederholung vom 25. Mai 2025
    53 min
  • Die Abramović-Models: Die Menschen hinter der Performance
    Vier Monate lang stehen Gaby, Ailin und Luca nackt im Kunsthaus Zürich und stellen Performances von Marina Abramović nach. Der Film «Die Abramović-Models» erzählt, warum sie das tun und was das mit ihnen macht. Wird Abramović ihr Leben verändern?
    Der Film «Die Abramović-Models» begleitet drei Performer, die Teil der Marina-Abramović-Retrospektive im Kunsthaus Zürich sind. 850 Menschen wurden gecastet, 23 wurden ausgewählt. Darunter Luca, Gaby und Ailin. Luca ist 25 Jahre alt und steht am Anfang seines Lebens als Künstler. Für ihn ist das Abramović-Projekt ein prestigeträchtiger Schritt für seine Karriere. Die ehemalige Pflegefachfrau Gaby wurde vor zwei Jahren pensioniert und sucht Langsamkeit in ihrem Leben. Und für Ailin, Schauspielerin und Studentin, ist das Projekt auch eine Flucht vor der eigenen Machtlosigkeit und eine Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Schmerz.
    Die Abramović-Performances sind sehr intensiv. Die Performer stehen oft stundenlang in derselben Position, teils nackt. Abramovićs Idee hinter diesen Ausnahmesituationen war und ist es, den Geist zu stärken und mentale Grenzen auszuloten. Sich überwinden, um zu heilen. Die Dokumentation begleitet Luca, Gaby und Ailin bei den Vorbereitungen für und während den kräftezehrenden Performances. Es sind intime Einblicke hinter die Kulissen einer Blockbuster-Ausstellung des Superstars Marina Abramović.
    Wiederholung vom 9. März 2025
    58 min
  • Erfolg verpflichtet: Daniel Rohr und das Theater Rigiblick
    Weit oben am Zürichberg liegt das kleine Theater Rigiblick, einst ein unbedeutendes Quartiertheater. Vor 20 Jahren kam der Schauspieler Daniel Rohr und krempelte die Bühne um. Heute lockt das Theater mit grossen Namen wie Martin Suter und Stephan Eicher. Und ist fast immer ausverkauft.
    Ohne den Hausherrn Daniel Rohr geht im Theater Rigiblick gar nichts. Er ist die treibende Kraft der erfolgreichen unabhängigen Bühne. Ein Viertel des Budgets, rund eine Million Franken, erwirtschaftet das Theater Rigiblick selbst mit dem Ticketverkauf. Der Erfolg hat seinen Preis, auch das neue Stück «Melody» von Martin Suter muss wieder ein Hit werden. Filmemacherin Uta Kenter hat Daniel Rohr zuhause im Zürcher Oberland und bei den Proben zu «Melody» begleitet. Der Theatermann lebt gemeinsam mit seiner Partnerin Hanna Scheuring in einem idyllischen Bauernhaus in Bubikon. Scheuring ist nicht nur als Schauspielerin und Regisseurin im Theater Rigiblick engagiert, sondern leitet auch seit zehn Jahren das Zürcher Bernhard-Theater. Privates und Berufliches vermischen sich bei den beiden fast nahtlos.
    52 min
  • 100 Jahre Welttheater Einsiedeln
    Ein Dorf im Spielfieber: Rund 500 Laien sind beim Welttheater Einsiedeln mit dabei, vom Enkel bis zur Grossmutter. Ein Spiel, das Generationen verbindet und den Zusammenhalt im Dorf stärkt.
    Das Klosterdorf Einsiedeln SZ zeichnet eine barocke Theatertradition aus. Auf dem Klosterplatz wurde erstmals 1924 Theater gespielt. Die Aufführung war weniger Kunstgenuss als vielmehr seelische Erhebung. Am Stückende gab es keinen Applaus; das Spielvolk stimmte zusammen mit dem Publikum «Grosser Gott, wir loben Dich» an.
    100 Jahre nach der Premiere von Calderóns «Das grosse Welttheater» wirft Lukas Bärfuss mit seiner zeitgenössischen Neufassung existenzielle Fragen auf. Wofür lohnt es sich zu leben? Wofür zu sterben? Welche Rolle spiele ich im Leben? Das Kloster Einsiedeln gab den Segen zu seinem Stück, das selbst vor Kindsmissbrauch in der Kirche nicht Halt macht.
    Der Film von Nicole Salathé und Richard Herold begleitet die Laien ein halbes Jahr bei den Proben zum Stück. Sie sind mit Feuereifer dabei. Gemeinsam wagen sie einen schonungslosen Blick auf das menschliche Leben. Von der Jugend bis zum Tod.
    52 min
  • Schwinger und Stierkämpferinnen ringen um den Schweizer Filmpreis
    Es ist fast wie in der Hitkomödie «Bon Schuur Ticino»: Französisch wird für alle Pflichtsprache. Das ist so, weil nur ein Spielfilm aus der Romandie 2024 den Schweizer Filmpreis gewinnen kann. Reine Deutschschweizer Produktionen hat die Filmakademie in der Königsdisziplin nämlich keine nominiert.
    Ein sanftmütiger Schwinger muss durch illegale Boxkämpfe Geld beschaffen, um den Hof seiner Familie zu retten. Das Drama «Bisons» geht mit sechs Nominierungen als grosser Favorit ins Titelrennen – dicht gefolgt von drei weiteren Spielfilmen aus der Westschweiz. Ein Beweis dafür, dass die Romandie generell bessere Dramen hervorbringt? Oder werden publikumswirksame Komödien aus der Deutschschweiz wie «Bon Schuur Ticino» von der Schweizer Filmakademie sträflich vernachlässigt?
    Ausgewogener sieht es bei den Dokumentarfilmen aus, wo Produktionen aus allen Landesteilen um den Titel kämpfen. Neben den Migrationsfilmen «Die Anhörung» und «Prisoners of Fate» dürfen sich auch die Mutter-Tochter-Geschichte «Las Toreras», der philosophische Essay «Where the Green Grass Grows» und die Kapitalismus-Studie «The Driven Ones» Hoffnungen auf einen Quartz machen.
    Welche Titel weshalb die grösste Chance auf eine Auszeichnung haben, diskutieren Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Filmkritikerin Denise Bucher («NZZ am Sonntag») und Schauspielerin Ann Mayer mit SRF-Filmredaktor Selim Petersen.
    57 min
  • Uns eine Zukunft bauen
    Den grössten Teil der CO2-Emissionen werden in der Schweiz durch die Bauwerke verursacht – es sind derzeit fast 40 Prozent. Dabei ist Heizen und Kühlen nur ein Aspekt. Ein Drittel der Emissionen und mehr als die Hälfte des gesamten Abfalls der Schweiz fällt in der Bauindustrie an.
    Klimaneutral bauen? Geht das? Schweizer Pioniere errichten wegweisende Gebäude und zeigen: Bauen ohne CO2-Emissionen ist heute noch nicht möglich – doch das Ziel ist erreichbar. Der Film «Uns eine Zukunft bauen» von Regisseur Beat Häner begleitet Pionierinnen und Pioniere, die zeigen, wie das klappen könnte. Das Architekturbüro Herzog und de Meuron entscheidet sich in einem grossen Bürogebäude in Allschwil BL für Lehm anstatt Beton. Holcim, einer der grössten Zementhersteller der Welt will bis 2050 klimaneutral sein.
    Die Basler Architektin Barbara Buser zeigt seit 25 Jahren was mit Umbauten und Sanierungen möglich ist: Wiederverwendung ist das Schlüssel-Prinzip für eine klimaneutrale Bauwirtschaft. Ingenieur Nico Ros sagt es so: «Aus meiner Sicht ist es kein technisches, sondern ein rein gesellschaftliches Problem. Wenn die Gesellschaft entscheidet, wir wollen beim Bauen Lenkungsabgaben, dann wird der Wandel kommen und die Baubranche wird sich umstellen.»
    53 min
  • Von prügelnden Damen und tickenden Uhren – Gespräch zum Filmpreis
    Drei Spielfilme liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Das Mutter-Tochter-Drama «La Ligne», der mit Laiendarstellern besetzte «Drii Winter» und das formal strenge Anarchiestück «Unrueh» aus dem Jura. Wer gewinnt den Schweizer Filmpreis? Die Kritikerrunde, geleitet von Selim Petersen.
    Die Schweiz ist zu Recht stolz auf ihr Dokumentarfilmschaffen. Dieses Jahr sind es jedoch die Spielfilme, die qualitativ herausragen. Drei für den Schweizer Filmpreis nominierte Filme liefen im Januar 2022 auf der Berlinale, einer wurde gar ausgezeichnet. Und diese drei Spielfilme sind auch jene mit den meisten Nominationen: Das beklemmende Mutter-Tochter-Drama «La Ligne» (fünf Nominationen) von Ursula Meier, das formal strenge Anarchiestück «Unrueh» (fünf Nominationen) von Cyril Schäublin und der fast ausschliesslich mit Laiendarstellern besetzte «Drii Winter» (sechs Nominationen) von Michael Koch. Ebenfalls nominiert für den Schweizer Filmpreis ist der bereits viel diskutierte und höchst umstrittene «Girl Gang», ein Dokumentarfilm über die Welt einer Berliner Influencerin.
    Welche Filme weshalb die grösste Chance auf eine Auszeichnung haben, diskutieren die Filmhistorikerin Marcy Goldberg und die Filmkritikerin Denise Bucher («NZZ am Sonntag») mit SRF-Filmredaktor Selim Petersen.
    54 min
  • Wechselspiel – wenn Peter Stamm schreibt
    Für ein Porträt begleiten zwei Filmemacher Peter Stamm bei der Arbeit am neuen Buch. Nach und nach realisieren sie, dass Stamms neuer Roman von einem Schriftsteller handelt, über den ein Dokfilm entstehen soll. Die Filmer werden selber zum Sujet des Romans, wie ihr Film auf raffinierte Weise zeigt.
    Anstatt eines klassischen Porträts über Peter Stamm wollen die beiden Dokumentarfilmer Georg Isenmann und Arne Kohlweyer die Entstehung seines neusten Romans dokumentieren. Sie begleiten den Schriftsteller von der ersten Idee bis zum fertigen Roman, beginnend in Paris, wo sich Stamm einen Sommer lang in ein Atelier einquartiert. Es ist eine Rückkehr nach vierzig Jahren in jene Stadt, die ihn eigenen Worten zufolge erwachsen und zum Autor gemacht hat und die viel in ihm auslöst. Daneben führt die Reise in seine alte Thurgauer Heimat, wo er Neues und Vertrautes recherchiert, um es in sein Schreiben einfliessen zu lassen. Während der Dreharbeiten wird den beiden Regisseuren immer mehr bewusst, dass es in Peter Stamms neuem Roman «In einer dunkelblauen Stunde» just um einen bekannten Schweizer Schriftsteller geht, der von Dokumentarfilmern porträtiert werden soll. Sie realisieren, dass sie selber zum Sujet des neuen Buchs werden, dessen Entstehung sie eigentlich dokumentieren wollen. Während Peter Stamm in seiner Geschichte das Scheitern des Films vorwegnimmt, machen die beiden Dokumentarfilmer weiter und lassen sich auf sein Wechselspiel ein.
    53 min
  • Traumberuf Theater – Ein Resümee 40 Jahre nach der Aufnahmeprüfung
    Seit Oktober 1982 begleitet die Schweizer Filmemacherin Ellen Steiner sieben Schauspielschülerinnen und -schüler mit der Kamera. Sie filmt die Aufnahmeprüfung in Zürich, erste Engagements, grosse Erfolge, aber auch bittere Enttäuschungen. 40 Jahre später besucht sie vier von ihnen ein letztes Mal.
    Corina Remund, Monik Kravarik, Stéphane Maeder und Kamil Krejčí stehen heute kurz vor der Pensionierung. Sie waren Teil der Klasse von 1982 der Schauspielakademie an der Zürcher Winkelwiese. Was ist aus ihnen geworden? Sind sie beim Theater geblieben? Wie sehen sie heute ihren Traumberuf?
    Die Langzeitdokumentation zeigt den harten Kampf von Schauspielerinnen und Schauspielern mit sich selbst und gegen die harte Bühnenwirklichkeit. Es wird spürbar, dass neben der Begabung auch das Glück und der Zufall eine Rolle spielen. Diese Mischung aus Hoffnung, Erfolg und Entbehrung drückt der Titel aus: «Für müde Füsse ist jeder Weg zu lang» – ein Zitat aus «Leonce und Lena» von Georg Büchner. 1989 kam der erste Teil über die damals jungen Schauspielerinnen und Schauspieler ins Fernsehen, es folgte ein weiterer (online zu sehen auf www.srf.ch/sternstundekunst). Der dritte und wahrscheinlich letzte Teil zieht ein Resümee kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter.
    53 min
  • Milo Rau inszeniert den Tell
    Milo Rau ist Provokateur und Idealist zugleich. Mit seinem Theater will der Schweizer die Welt verändern und inszeniert mit Vorliebe grosse politische Krisen. In Zürich hat er sich nun an «Wilhelm Tell» gewagt. Ein Film über einen Regisseur, der die Dringlichkeit in einem Nationalmythos sucht.
    Milo Rau ist einer der bekanntesten Theaterregisseure unserer Zeit. Der 45-Jährige ist bekannt geworden durch seine oftmals provokanten Stücke, die politische Krisenherde oder menschliche Abgründe in den Fokus rücken. Er inszenierte Schauprozesse über die Kunstfreiheit in Russland oder über Menschenrechtsverletzungen von Glencore im Kongo. Rau will mit seinen Stücken nichts weniger als die Welt verändern. Er bezeichnet sich selbst als Neomarxisten und sieht sein Ziel darin, würdevollere Bedingungen für das Zusammenleben von allen zu schaffen.
    Nach zehn Jahren kehrt Milo Rau nun in die Schweiz zurück, um am Zürcher Schauspielhaus den «Wilhelm Tell» zu inszenieren. Jene Legende um den Freiheitshelden, der zum äussersten Mittel greift, um sich und seine Familie zu verteidigen. Ein Stoff, der immer wieder von rechts bis links vereinnahmt wird. Der Dokumentarfilm «Milo Rau inszeniert den Tell» begleitet Milo Rau während der Arbeiten zum Stück und versucht sich einem Künstler zu nähern, der oftmals als verkopft und schwierig dargestellt wird. Der Film zeigt einen Menschen, der mit seinem Heimatland hadert, der mit idealistischer, fast schon kindlicher Begeisterung Ideen wie am Fliessband produziert und dem nur selten etwas Privates zu entlocken ist.
    53 min

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Information: Dieser Video Podcast wird per Ende Juli 2021 eingestellt. Künftige und bisherige Episoden finden Sie auf unserem Play SRF Portal (www.srf.ch/play). Zeit für Kulturdokumentarfilme. Bei…