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Radio Superfly's Album der Woche
Titel: Roseaux II
Artist: Roseaux
Label: Fanon, To Tot Ou Tard / VF Musiques
Das Wort „Roseaux“ steht für wesentlich mehr als ein Biotop, den Röhricht. Die weltweit wachsende Pflanzengesellschaft strahlt Universalität aus. Es geht um das Miteinander unterschiedlichster Persönlichkeiten, die nur als Ganzes funktionieren können. Und dafür steht das Pariser Trio „Roseaux“ ein, die nun ihr zweites Album „Roseaux II“ präsentieren.
Während sie sich auf ihrem Debütalbum auf Coversongs konzentriert haben, so sind dieses Mal nur zwei vorhanden. Im Fokus stehen ganz klar ihre Eigenkompositionen. Musikalisch reduziert und doch voluminös, erschaffen sie eine selten dagewesene Bandbreite an unterschiedlichsten Emotionen.
Roseaux stellt sich gegen den Zeitgeist und präsentiert einen völlig aus allen Trends gefallenen Sound. Dieser ist sinnlich, tempogedrosselt und ebenso akustisch. Perfekt inszeniert durch die unterschiedlichsten Stile der sechs Gastsänger. Von Aloe Blacc, Ben l'Oncle Soul, Melissa Laveuax, Blick Bassy, Olle Nyman, bis hin zu Anna Majidson.
Der Longplayer „Roseaux II“ ist voller musikalischer Perlen für verwöhnte Ohren jenseits des Mainstreams. Stets fesselnd, stets anders und trotzdem aus einem Guss. Lasst euch in den Bann ziehen.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Radio Superfly's Buchtipp
Titel: Ein Anderer Takt
Autor/in: William Melvin Kelley
Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
Die kleine Stadt Sutton im Nirgendwo der Südstaaten. An einem Nachmittag im Juni 1957 streut der schwarze Farmer Tucker Caliban Salz auf seine Felder, tötet sein Vieh, brennt sein Haus nieder und macht sich auf den Weg in Richtung Norden.
Ihm folgt die gesamte schwarze Bevölkerung des Ortes. William Melvin Kelleys wiederentdecktes Meisterwerk "Ein anderer Takt" ist eines der scharfsinnigsten Zeugnisse des bis heute andauernden Kampfs der Afroamerikaner für Gleichheit und Gerechtigkeit. Fassungslos verfolgen die weißen Bewohner den Exodus. Was bringt Caliban dazu, Sutton von einem Tag auf den anderen zu verlassen? Wer wird jetzt die Felder bestellen? Wie sollen die Weißen reagieren? Aus ihrer Perspektive beschreibt Kelley die Auswirkungen des kollektiven Auszugs. Liberale Stimmen treffen auf rassistische Traditionalisten. Es scheint eine Frage der Zeit, bis sich das toxische Gemisch aus Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit entlädt. Mal mit beißendem Sarkasmus, mal mit überraschendem Mitgefühl erzählt hier ein schwarzer Autor vom weißen Amerika. Ein Roman von beunruhigender Aktualität.
Zu Beginn arbeitet Gordy noch mit anderen Tonstudios in Detroit, bevor er sich in einem ehemaligen Fotoatelier sein eigenes Studio einrichtet. In den kommenden Jahren kommenden die umliegenden Häuser noch dazu, das Studio empfängt mit der Aufschrift Motown Hitsville U.S.A.
Der erste Millionenseller wird der Song Shop around von den MIracles im Jahr 1960. Ein Jahr später toppen die Marvelettes nicht nur die schwarzen R’n’B charts, sondern auch die weißen Billboard Charts mit ihrem Song Please Mr. Postman. Von 1961 bis 1971 wird Motown sagenhafte 110 Top Ten Hits herausbringen. Die Liste der Artists, die bei Motown unter Vertrag stehen, ist die Creme de la Creme der Soulmusik. The Supremes, The Four Tops, The Jackson Five, Marvin Gaye oder Stevie Wonder, um nur einige zu nennen.
Der Erfolg von Motown liegt in seinem Personal begründet. Zum einen das fantastische Sonwriter und Producerteam, bestehend aus Smokey Robinson, Brian Holland, Lamont Dozier und Norman Whitfield. Und zum anderen die vorzügliche Studio Band The Funk Brothers, die die Sänger auf den Aufnahmen begleiten.
Motown wird zu einem der ersten komplett von schwarzen geführten und gleichzeitig enorm erfolgreichen Musiklabels. Gleichzeitig trägt das Label durch seinen Erfolg dazu bei, die Rassentrennung aufzulösen, weil bei den Gigs seiner Artists weiß und schwarze Kids zum ersten Mal gemeinsam im Publikum sind. Eine Vision, die Labelgründer Berry Gordy von Anfang an beflügelt hat, wie Kathy Harrison, die Chefin des Motown Museums in Detroit erzählt. In den 1970-ern verlagert Motown seine Tätigkeit nach und nach nach Los Angeles und steigt dort mit einigem Erfolg sogar ins Filmbusiness ein. Und Auch wenn es in den vergangengen Jahrzehnten mehrfach umgebaut und größeren Konzernen einverleibt worden ist: die Seele von Motown Records hat Detroit nie verlassen und steckt noch immer in Hitsville USA.
Screening Room - Der Superfly Kinotipp der Woche
(Autor: Johannes Rhomberg)
1917
Regie: Sam Mendes
Zwei junge Soldaten sollen an der Westfront des 1. Weltkriegs eine Nachricht überbringen, an der das Überleben ihrer Kameraden hängt. Um das zu schaffen, haben sie lediglich acht Stunden Zeit und müssen dabei unentdeckt die feindlichen Linien überwinden. Ein Himmelfahrtskommando.
Radio Superfly's Album der Woche
Titel: 11th Street, Sekondi
Artist: Gyedu-Blay Ambolley
Label: Agogo Records
Es muss nicht immer eines der ersten Alben sein, in dem man sich zu seinen Wurzeln bekennt. Bei Gyedu-Blay Ambolley hat es ein um einiges länger gedauert. Seine neueste Veröffentlichung „11th Street, Sekondi“ zeigt den Stolz auf seine Herkunft und ist die Nummer 31 seiner unfassbaren Discographie.
Benannt er hat er sein Album nach dem Gebiet in West Ghana, in dem er aufgewachsen ist. Es ist ein Rückblick auf die Gegend und die Musikstile, die sein Leben geprägt haben. Dazu gehören Afrobeat, Funk, Soul, Rap, Jazz, Blues und ebenso Disco. Und diese verwebt er in unterschiedlichsten Ausprägungen zu einem homogenen Ganzen.
Während sein Titel „Black Woman“ mehr in den Funk eintaucht, so zeigt „Little Small Girl“ seine berühmten von James Brown beeinflussten Gesangspassagen. Aber ebenso ein bisschen Comedy ist vertreten - ganz im Sinne seiner Überzeugung, dass Musik immer unterhaltsam für den Hörenden sein muss.
Das Album „11th Street, Sekondi“ ist bereits sein zweiter Longplayer, der auf dem deutschen Label Agogo Records erschienen ist. Es bleibt den sozialen Ambitionen von Highlife treu, mit Reflexionen über das fehlgeleitete Verfolgen europäischer Ideale vor afrikanischen Werten. Perfekt um das neue Jahr mit grandioser Musik einzuleiten.
Anspieltipps der Musikredaktion:
Screening Room - Der Superfly Kinotipp der Woche
(Autor: Johannes Rhomberg)
7500
Regie: Patrick Vollrath
Die Zahl 7500 steht in der Luftfahrt für den Worst Case: eine Flugzeugentführung. Der junge Regisseur Patrick Vollrath hat sich in seinem Langfilm-Debüt der spannenden Herausforderung gestellt, den möglichen Ablauf eines solchen Szenarios in Echtzeit zu erzählen.
Der Süße Schmerz der Blue Note
(superfly.fm)
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