Für Menschen, die dafür anfällig seien, könne der Herbst unter anderem zu Depressionen führen, sagt Lothar Zimmermann. Das sei mehr als nur eine simple Traurigkeit und man müsse etwas entgegensetzen. Denn eine Depression sei etwas Bleiernes, damit könne man nicht mehr einfach so in die Gänge kommen. Betroffene bräuchten da tatsächlich ärztliche Hilfe oder Unterstützung.
Erste Anzeichen einer Depression
Häufig sei das Abrutschen in eine Depression ein schleichender Prozess, erklärt Lothar Zimmermann. Es sei deswegen wichtig, dass auch die Angehörigen mit auf den Menschen achten. Wenn sie dann merkten, die Person komme nicht mehr mit sich und der Situation zurecht, sie isoliere sich und wolle nichts mehr unternehmen, dann sollte man tatsächlich Hilfe holen – am besten erstmal beim Hausarzt.
Eine Psychotherapie kann helfen
Wer häufiger unter solchen Depressionen leide, solle sich am besten frühzeitig um einen Termin bei einem Therapeuten bemühen, meint Lothar Zimmermann. Denn die Wartezeiten seien mitunter sehr lang. Man wisse heute, dass eine Psychotherapie mindestens so effektiv sei, wie Medikamente. Es sei also sinnvoll, mit professioneller Hilfe an einer Depression zu arbeiten.
Was zum Herbstblues führt
Eine Depression könne auch im Sommer kommen, sagt Lothar Zimmermann. Der Herbst verstärke aber das Problem, weil durch weniger Licht auch weniger von dem Glückshormon Serotonin produziert werde. Gleichzeitig werde mehr Melatonin, also ein Schlafhormon, gebildet, wenn es dunkel sei. Dazu spielten die Gene eine große Rolle. Eine Depression sei eine schwere psychische Erkrankung. Aber nicht jede Herbsttraurigkeit sei auch eine Depression.
Die Herbstliebe
Im besten Fall könne man in der dunklen Zeit entschleunigen, findet Lothar Zimmermann. Es biete sich an, bewusst die schönen Seiten zu nutzen - also zu Hause zu backen und es sich gemütlich zu machen. Oder man könne die Zeit nutzen, um Menschen zu treffen, die man länger nicht gesehen habe. Auch die Weihnachtszeit könne dabei helfen, die Seele wieder aufzubauen und innerlich zu erfreuen.