Man habe den Fokus bei der Umfrage auf zwei Bereiche gelegt, sagt Sven Hübschen - den sogenannten Bringverkehr und die Infrastruktur (unter anderem der Zustand des Gehwegs, der Ampeln und Fahrradwege). Die Untersuchung sei bundesweit durchgeführt worden, allerdings mit dem Schwerpunkt auf Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.
Elterntaxis sind ein großes Problem
Man wolle das gar nicht so ins Negative ziehen, meint Sven Hübschen. Es sei nachvollziehbar, dass man sein Kind im morgendlichen Stress zur Schule bringen wolle. Dabei laufe allerdings eine ganze Menge schief. Unter anderem würden Verkehrsregeln oft missachtet, zum Beispiel wenn Autos auf der Straße wenden oder rückwärts fahren. Auch komme es häufig vor, dass Kinder nicht auf den Gehweg aussteigen, sondern in den fließenden Verkehr. An vielen Schulen gebe es zudem keine Elternhaltestellen. Deswegen werde oft auf dem Fußgängerweg oder einem Radweg gehalten. Das gefährde alle Kinder, nicht nur die eigenen.
In Pforzheim läuft es mit dem Bringverkehr am schlechtesten
Man habe zum Beispiel bei der Pforzheimer Nordstadt-Schule im Bringverkehr sehr viel Fehlverhalten festgestellt, sagt Sven Hübschen. Dabei müsse man allerdings die Infrastruktur mit in Betracht ziehen. In Pforzheim herrsche vor allen Schulen ein generelles Halteverbot. Das sei an sich positiv, denn dort solle man auch nicht halten, das mache die Situation für Kinder übersichtlicher. Das werde allerdings gerade an der Nordstadt-Schule, aber auch an den anderen Schulen der Stadt, nicht eingehalten. Deswegen der hohe Negativwert. Es brauche dringend Elternhaltestellen.
Rheinland-Pfalz schneidet im Ländervergleich schlecht ab
In Rheinland-Pfalz gebe es große Probleme, sowohl im Bringverkehr als auch bei der Infrastruktur – daher der schlechte Wert, sagt Sven Hübschen. Der Bringverkehr habe hier nur 36 Prozent fehlerfreies Verhalten. Bei der Infrastruktur habe das Land ebenfalls suboptimal abgeschnitten. In Baden-Württemberg sehe es da schon besser aus.
Damit Kinder besser zur Schule kommen
Es gebe mehrere Ebenen, auf denen sich etwas ändern müsste, findet Sven Hübschen. Es gebe da die Kommunen, die Schulen, aber auch die Eltern, die sich anpassen sollten. Gerade die Eltern müssten sich bewusst machen, dass sie mit ihrem Verhalten ihre eigenen Kinder und die der anderen Leute gefährdeten, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten. Um das zu vermitteln, brauche es Schulungen für Eltern und Kinder. Gleichzeitig bedürfe es einer Kontrolle durch Ordnungshüter, um sicherzustellen, dass die Regeln auch eingehalten würden. Die Kommunen könnten über bauliche Maßnahmen, wie Elternhaltestellen helfen.