Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will, dass viele neue Wohnungen entstehen. Das wollten schon viele andere Politiker vor ihm auch. Peter Bresinski, Präsident des Verbands baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen (VBW), geht davon aus, dass im kommenden Jahr in Baden-Württemberg nur noch etwa 2.300 Wohnungen von den VBW-Mitgliedsunternehmen gebaut werden. Im vergangenen Jahr haben die VBW-Mitgliedsunternehmen noch knapp 4.000 Wohnungen fertiggestellt.
"Baukosten in den vergangenen Jahren extrem gestiegen"
Den Rückgang begründete Bresinski in SWR Aktuell damit, dass die Finanzierungsbedingungen schlechter geworden seien und nicht genügend Bauland ausgewiesen werde.
Der Markt ist sehr eng, die Baukosten sind in den vergangenen Jahren extrem hochgegangen, durch staatliche Vorgaben, aber auch durch die Auslastung der Kapazitäten bei den Bauunternehmen.
Quelle: Präsident Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen
Die staatlichen Förderbedingungen seien dagegen schlechter geworden.
"Gebaut wird in den Kommunen" - eben nicht durch den Bund
Gebaut werde "am langen Ende in der Kommune". Das sei ein Punkt, über den die Bundesregierung in der vergangenen Legislaturperiode gestolpert sei. Die Bundesregierung habe gesagt, 400.000 Wohnungen bauen zu wollen.
Allerdings baut der Bund nicht, gebaut wird in den Kommunen. Dort ist die Planungshoheit - und die Kommunen bestimmen auch sehr stark das Tempo. Auch, wenn eine Gemeindeverwaltung der Meinung ist, sehr schnell Bauland ausweisen zu wollen, macht der Gemeinderat vielleicht nicht immer mit. So ein Aushandlungsprozess kann sich lange hinziehen - und die Bebauungsplanverfahren dauern schon mal drei bis fünf Jahre, bis man Baurecht hat.
Quelle: Präsident Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen
In dieser Zeitspanne müsse die Baukalkulation vom Beginn der Planungen immer noch funktionieren. "Das tut sie allerdings meistens nicht. Es gibt einige unserer Mitgliedsunternehmen, die Bauprojekte zurückgestellt haben, weil sie festgestellt haben, dass sie diese nicht mehr zu zumutbaren Preisen anbieten können."
Was der VBW von der neuen Bundesregierung erwartet, darüber hat Verbandspräsident Peter Bresinski mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich gesprochen.